Freitag, 9. März 2018

Wenn ich die Weltherrschaft hätte….



Könnte ich in einem Land wie Deutschland eine reine Technokratenregierung einsetzen. Es wäre irrelevant wie sich die Beliebtheitswerte der einzelnen Minister entwickeln. Niemand müßte sich um Wiederwahlen und Demoskopie sorgen. Die Ressortchefs bräuchten nicht in Unterhaltungsshows auftreten, um PR-Punkte zu sammeln.
Als alleiniger Weltherrscher könnte ich Umwelt-, Energie- oder Verkehrsministerium ausschließlich nach fachlicher Eignung besetzen.
Ich würde die Beste/den Besten für den Job einsetzen unabhängig von Alter, Herkunft oder Zugehörigkeit zu irgendeiner Partei oder Region.
Theoretisch könnte mein Weltherrschaftskabinett also nur aus hessischen Frauen bestehen oder ausschließlich aus Saarländischen +70-Männern.
So eine Monokratie muss keine Tyrannis sein. Auch Monarchien oder Diktaturen sind Monokratien und können sofern der eigentlich Mächtige nicht verrückt oder bösartig ist, große Vorteile haben. Chinas rasanter Aufstieg zur Weltsupermacht, wäre nicht möglich gewesen, wenn 1,3 Milliarden Menschen wie im deutschen Föderalismus pluralistisch in kleinen regionalen Einheiten wählen würden.
China hätte dann womöglich 500 Bundesländer, in denen jedes einzelne mit Typen wie Seehofer auf seine Einzigartigkeit pochte.
Ein Staatspräsident, der alle berücksichtigen würde, bekäme nie eine Regierung zusammen.
Präsident Xi Jinping verfügt inzwischen über so etwas wie eine partielle Weltherrschaft. Er kann tun was er will und da er nicht auf den Kopf gefallen ist, funktioniert China ökonomisch erheblich besser als der amerikanische Neopatrimonialismus, der sich unter Trump als eine Sonderform der Günstlingswirtschaft aus Kakistokratie („Herrschaft der Schlechtesten“) und Kleptokratie („Herrschaft der Korrupten“) zusammensetzt. Auch das kann das Resultat einer Demokratie sein.

Wäre ich Weltherrscher, installierte ich eine reine Expertokratie zum Wohle aller.

In der echten Welt, in der gewählt wird und wiedergewählt werden möchte, in der Kompromisse und Koalitionen praktiziert werden, weil eben nicht einer herrscht, sondern der Wille von zig Millionen Wählern berücksichtigt und abgebildet werden muss, gibt es Proporz.
So ist das eben, wenn der Urnenpöbel bestimmt.
Am 14.März 2018 wird diese deutsche Herrschaftsform dazu führen, daß eine zwar mehrheitlich gewünschte Regierungschefin erneut ihren Dienst antritt.
Sie wird sich dabei aber auf ein Kabinett stützen, welches aus teilweise grotesk unqualifizierten Menschen besteht.
Mit Seehofer wird ein Nicht-Jurist ohne irgendeine Expertise Innen- und somit auch Verfassungsminister. Nicht weil er davon die geringste Ahnung hätte, sondern weil er eben CSU-Chef ist, die Bayern berücksichtigt werden müssen und man ihn in München nicht mehr haben will.
Die Ex-Weinkönigin Klöckner als Landwirtschaftsministerin, die katholisch-homophobe, nicht-akademische Diplomkauffrau Anja Karliczek als Wissenschaftsministerin und insbesondere Dr.-Titel-Schummler Scheuer stehen für die Schmerzfreiheit Merkels.

 [….]   Es gibt prinzipiell zwei Möglichkeiten, ein Kabinett zu bilden. Die eine ist das Technokraten-Modell: möglichst viele Fachleute an die Spitze der Ministerien, die politisch von einer starken Kanzlerin oder einem durchsetzungsfähigen Ministerpräsidenten geführt werden. Dem steht das Proporz-Modell gegenüber: Das Kabinett soll nicht nur möglichst viele soziodemografische Faktoren widerspiegeln (Regionen, Geschlechter, Lebensalter etc.), sondern auch noch unterschiedliche politische Ausrichtungen innerhalb einer Partei und innerhalb einer Koalition.
Angela Merkels viertes Kabinett ist ein Proporz-Kabinett, in dem die eine oder der andere auch noch in ihrem oder seinem Fachbereich einigermaßen kompetent ist. [….]
Übrigens: Dass die CSU mit ihren drei Ministern Seehofer, Scheuer und Müller weder die Technokratie noch den Proporz berücksichtigt, ist bezeichnend. Interessant ist auch die irgendwie heimatverbundene Neigung in der CSU, durch Personalia alte Sprichwörter zu verifizieren: "Es kommt nichts Besseres nach" heißt auf Bayerisch, dass dem Verkehrsminister Dobrindt der Verkehrsminister Scheuer folgt. [….]

Aber auch die Sozis werden durch das politische System zu einer Proporz-Entscheidung gezwungen.
Mit Maas, Barley und Scholz ziehen zwar ausgesprochen gute und erfahrene Menschen ins Kabinett ein, aber damit hat es sich auch mit dem expertokratischen Gedanken.
Die Sozis müssen Frauen, Jüngere, Ossis und unbedingt auch die beiden größten Landesverbände NRW und Niedersachsen berücksichtigen.
         
Lieber Tammox,
heute haben wir unsere Ministerinnen und Minister vorgestellt. Das ist unser Team: Olaf Scholz (Finanzen & Vizekanzler), Katarina Barley (Justiz & Verbraucherschutz), Franziska Giffey (Familie, Senioren, Frauen und Jugend), Hubertus Heil (Arbeit & Soziales), Heiko Maas (Auswärtiges Amt) und Svenja Schulze (Umwelt, Naturschutz & Reaktorsicherheit). Wir laden Dich ein, sie in einer Online-Di@log-Konferenz näher kennenzulernen. Melde Dich jetzt an!
(Lars Klingbeil, 09.03.18)

Gestern war ich noch so glücklich über Heiko Maas, aber heute habe ich schwer zu schlucken.

Wann immer man Hubertus Heil einen Job gibt, ist eins sicher: Er wird total versagen und die Angelegenheit in die Grütze fahren.

Schon zweimal hat er als SPD-Generalsekretär einen Bundestagswahlkampf geleitet und jeweils das schlechteste Ergebnis aller Zeiten geholt.
Dabei hat er das Kunststück vollbracht jeweils einen extrem beliebten Kandidaten - 2009 Steinmeier und 2017 Schulz - so unfassbar tölpelig und nichtssagend zu präsentieren, daß sie jeweils im direkten Duell mit der ohnehin schon farblosen Merkel total untergingen.

Eins ist klar, auch wenn Heil persönlich ein netter Mann sein mag, als Politiker taugt er absolut nichts und erwies sich noch auf jedem Posten als völlige Fehlbesetzung.

Und dem gibt die SPD nun den Ministerjob mit dem größten Haushalt.

Niedersachse, Netzwerker. Wat mut, dat mut.

Donnerstag, 8. März 2018

Viel Feind, viel Ehr.



Sigmar Gabriel monierte immer mal wieder, seine Partei habe den Bezug zu den ängstlichen rechten Wählern verloren, wenn sie sich massiv für den Familiennachzug einsetze oder aber euphorisch die von ihr durchgesetzte „Ehe für alle“ feiere.
Das interessiere den klassischen Arbeiter gar nicht, er sorge sich aber um seine Heimat.
Gabriel meinte damit die SPD lege zu viel Wert auf diese weichen „Multikulti-Themen“ und hole den einfachen Wähler, der sich vor fremd aussehenden Menschen mit dunklerer Hautfarbe und eigenartigen Namen fürchte, nicht ab.
Ganz offensichtlich zielte der ehemalige Parteichef damit insbesondere auf den Bundesjustizminister, der wie kein anderer SPD-Spitzenpolitiker in den letzten gut vier Jahren Stellung gegen PEGIDA, AfD und alle anderen rechtslastigen Xenophoben bezog.
Heiko Maas zeigte Haltung und Gesicht, trat im Namen der Bundesregierung der rechten Pest entgegen, während beispielsweise Andrea Nahles sich nie deutlich gegen die brutalen Ausländerhasser stellte, sondern ihnen sogar nach dem Mund redete, indem sie Flüchtlinge radikal schlechter stellte.

Gabriel mag nicht ganz Unrecht haben.
Es gibt vermutlich wirklich eine erkleckliche Menge ehemaliger SPD-Wähler, denen das eigene Hemd am nächsten ist und die voller Antipathie auf Flüchtlinge, Schwule und Ausländer reagieren.

Ich bin allerdings dezidiert der Meinung, daß man nicht das SPD-Programm diesen dumpfen Stimmungen anpassen sollte, sondern versuchen muss die Typen, die auf dem Sprung sind die AfD zu wählen, von etwas anderem zu überzeugen.
Das gelingt natürlich nur selten, aber dann ist die SPD eben nicht die Partei für solche Meinungen.

Ich möchte SPD-Minister, die sich nicht mit solchen Zuständen…

Rechtsextremisten und Rassisten werden in Deutschland immer häufiger gewalttätig. Von Januar bis Mitte September registrierte die Polizei bereits 507 Fälle fremdenfeindlicher Gewalt. Damit hat sich die Zahl gegenüber dem Vorjahr nahezu verdoppelt. Insgesamt wurden in den ersten achteinhalb Monaten des Jahres mehr als 1800 politisch motivierte Straftaten gegen Asylbewerber und Flüchtlinge registriert. Das geht aus einer Antwort des Bundesinnenministeriums an die Grünen-Fraktion im Bundestag hervor, die dem SPIEGEL vorliegt. Demnach legten Neonazis und Asylgegner in diesem Jahr schon 78 Mal Feuer, die Polizei zählte sieben Tötungsdelikte. [….]

[….] Nach Angaben des Bundesinnenministeriums hat es im dritten Quartal 2017 insgesamt 425 Angriffe auf Flüchtlinge außerhalb ihrer Unterkünfte gegeben und damit mehr als im ersten (318) und zweiten Quartal (324).
Bei den insgesamt 1.067 Übergriffen in den ersten neun Monaten des Jahres seien 230 Menschen verletzt worden. Im gesamten Jahr 2016 seien mehr als 2.500 Angriffe auf Flüchtlinge außerhalb ihrer Unterkünfte gezählt worden. Das geht aus einer Antwort des Ministeriums auf eine Parlamentsanfrage der Linken hervor, über die die Zeitungen der Funke Mediengruppe berichten. […..]

…abfinden, sondern laut aufbegehren.

Heiko Maas ist einer der wenigen, der das tut, der gegen Hetze vorgeht. Der gesetzlich etwas unternimmt und sich auch als Person immer wieder in dieser Angelegenheit in Talkshows wirft.

Heiko Maas ist der Kampf gegen Rechts eine Herzensangelegenheit; er legte dazu letztes Jahr auch ein Buch vor.

  […..] Aufstehen statt wegducken.
Rechtspopulisten treten in den letzten Jahren immer lauter und unverhohlener auf – im Ausland, aber auch in Deutschland: Die AfD ist in mehrere Landesparlamente eingezogen, und rechte Demagogen versuchen mit ihren Hetzparolen die öffentliche Debatte zu vergiften.
Ein Bundesjustizminister, der dem Schutz unserer demokratischen Kultur verpflichtet ist, darf zu diesen Entwicklungen nicht schweigen: Heiko Maas hat Position bezogen – und sich durch seine klare Haltung zur Zielscheibe der Wut von Rechtsaußen gemacht.
In diesem engagierten, aber auch sehr persönlichen Buch präsentiert er seine Strategie gegen Rechts: Wir dürfen im Umgang mit Rechtspopulisten nicht »neutral« bleiben, wir müssen die Mühe der Diskussion, den Kampf für das bessere Argument auf uns nehmen und unsere Demokratie verteidigen – das gilt für die Politiker, aber genauso auch für jeden einzelnen Bürger. [….]

Wie sehr Maas damit ins Braune trifft zeigt  der überbordende Hass, der ihm von AfD, Identitären, Pegida und sonstigen Xenophoben entgegenschießt.

In Bergers PP-Blog heißt es dazu im entsprechend triefend hetzenden Duktus:

[….] Als Minister eine Niete, reüssiert Maas als Autor nicht weniger schlecht.
Schlechtestes Buch aller Zeiten, vom Zensurmännchen. Sollte was Sinnvolles machen. Auswandern nach Nordkorea.
Da schreibt ein 155 Zentimeter großer Mensch und dann schrieb es doch ein anderer und der Justiz-Zwerg hat bloß den Namen dran? Das taugt nicht einmal um es zu kompostieren. Hoffe es ist aus Recyclingmaterial und nicht aus frischen Bäumen.
Heiko Maas spielt sich gerne als großer Demokrat auf. Nun gut, die DDR behauptete auch demokratisch zu sein, war aber genau das Gegenteil. Aufgrund des völlig missglückten Versuchs, die Kinderehe faktisch zu legalisieren und aufgrund des aktuellen Versuchs die sozialen Medien mittels des Netzwerkdurchsetzungsgesetzes mundtot zu machen, kann man sicher sein, dass hier kein Demokrat spricht. Maas zeigt sich als Linksfaschist erster Sorte. [….]

Wenn man von so abscheulichen rechten Hetzern wie David Berger gehasst wird, kann man gratulieren! Ein untrügliches Zeichen dafür alles richtig gemacht zu haben.
Der katholische Hass-Blogger klärt übrigens heute darüber auf, daß Linke und Ausländer stinken würden, während „Indigene Deutsche“ wohlreichend und gepflegt wären.
„Indigen“ ist scheinbar die neueste Lieblingsvokabel von AfDlern und Identitären, die offenbar nichts über die europäische Geschichte der permanenten Völkerwanderung wissen.

[….] Wer stinkende Menschen nicht mag, ist rechts und ausländerfeindlich
[….] Der Qualitätsjournalismus, für den das Magazin „Vice“ schon länger steht und der niveaumäßig bislang meist nur noch von der HuffPost (gibts die eigentlich noch?) überboten wurde, hat unter dem Titel „Das sagt dein Geruchsempfinden über deine politische Einstellung aus“ eine faszinierende Erkenntnis in die Manege geworfen: Wer von stinkenden Menschen Abstand hält, ist rechts, hasst Fremde, liebt Autorität und wählt Donald Trump. [….]
Wer vor menschlichen Ausdünstungen stärker zurückschreckt, tickt politisch häufiger rechts als jene, die Gestank weniger stört.“
[….] „Der erste bestimmte, wie sehr die Probanden sich vor den Gerüchen von Schweiß, Kot, Urin, Atem und Blähungen ekeln. Der zweite, wie autoritär sie eingestellt sind.“
Und das erstaunliche Ergebnis: Autoritäre Gesinnung und extremer Ekel vor diesen Gerüchen gehen häufig Hand in Hand. Die, die sich besonders ekeln, hassen auch Fremde, wählen rechts bzw. in den USA Donald Trump.
[….] Zudem ist der Ekel ein überlebenswichtiger Instinkt – auch beim Menschen, der ihm im Verlauf der Evolution antrainiert wurde – und ohne den wir vergammeltes Fleisch und andere Dinge essen würden, was unserer Gesundheit tatsächlich in der Regel nicht gut tut.
Wenn man diese Studie anschaut, wie sie „Vice“ wiedergibt, könnte man auch fragen: „Sind die Rechten vielleicht die Klügeren und stinken Ausländer mehr als die indigene Bevölkerung?“ [….][….] Die Abschaffung des Rassismus sei leider durch häufigeres Füßewaschen bei der Antifa und ihren Schützlingen nicht möglich, da eine solche rechte Einstellung ja noch durch andere Motive hervorgerufen werde.
Also Entwarnung bei den Linken: Ihr dürft weiter stinken! Und wir Rechten verzichten weiter drauf, jeden Immigranten erst mal sauber zu lecken, wenn er bei uns eintrifft."

Seine rechten Fans sind begeistert

PP Kommentar 08.03.2018



Einen Tick weniger fanatisch, aber doch ähnlich stramm konservativ äußert sich Jura Professor Putzke heute.

[….] Was soll man bloß davon halten, wenn der schlechteste aller Bundesjustizminister plötzlich Außenminister werden soll? Einerseits Erleichterung, dass er weg ist, andererseits Entsetzen, dass er noch immer da ist... [….]

Maas zum Außenminister aufsteigen zu lassen ist also aus vielen Gründen eine gute Wahl der SPD-Führung.

[….] Aus Sicht des scheidenden Ministers bleibt das Amt in guten Händen. "Er wird das exzellent machen", sagte Sigmar Gabriel am Donnerstag über den Mann, der in der kommenden Woche als neuer Chef des Auswärtigen Amts (AA) vereidigt werden soll: der SPD-Politiker Heiko Maas, 51. Kurz vor Gabriels wohl letztem öffentlichen Auftritt im Außenministerium war bekannt geworden, dass ihn der Mann aus Saarlouis beerben wird.
Gabriel wäre gerne Außenminister geblieben, aber die SPD-Führung wollte ihn nicht mehr. Mit seinem Nachfolger kann er wohl leben: Gabriel machte Maas 2013 als damaliger Parteichef überraschend zum Bundesjustizminister und holte ihn damit aus der landespolitischen Versenkung. Im Saarland war Maas zweimal im Rennen um das Ministerpräsidentenamt gescheitert.
Seine Sache als Justiz- und Verbraucherschutzminister hat Maas so ordentlich gemacht, dass er vier Jahre später in die nächste Liga aufsteigen darf: Das Außenministerium mag zwar in den vergangenen Jahren an Bedeutung verloren haben, weil Kanzlerin Angela Merkel sich zunehmend selbst um die Krisen dieser Welt kümmert - aber prestigeträchtig ist es nach wie vor. [….]
(SPON; 08.03.18)

Als jemand, der Maas in den letzten Jahren stets lobte, freue ich mich über seinen neuen Job.
Er ist der beste Mann für „bella figura“, hinterlässt immer einen perfekten Eindruck. Es wird sehr angenehm sein, ihn als Repräsentanten Deutschlands auf der internationalen Bühne zu beobachten.

Ausgleichende Gerechtigkeit, daß Maas, der so leidenschaftlich gegen die Vorratsdatenspeicherung kämpfte und dann übel vom Parteichef Gabriel auf Gegenkurs gezwungen wurde, nun dessen Job erbt.

Noch erfreulicher ist für mich die Perspektive auf 2021. Bisher war ich immer der einzige, der Maas als zukünftigen SPD-Anführer sah. Er selbst hält sich in der Parteiführung erstaunlich zurück und drängt sympathischerweise nie so rabiat nach vorn, wie es Gabriel, Nahles oder Schulz tun.

Mit dem Außenamt bekommt sein Name aber ganz neue Qualität. Die meisten Außenminister werden politische Schwergewichte mit enormen Beliebtheitswerten – außer Westerwelle natürlich, dem seine unerträgliche Arroganz alles versaute. Man sehe sich nur an was aus Steinmeier wurde.
2021 könnte Andrea Nahles noch fest im Sattel als Parteivorsitzende sitzen. Damit ist aber nicht automatisch eine Kanzlerkandidatur verbunden.

Die könnte Maas in den Schoß fallen und bei einer plötzlich ohne Merkel kopflos gewordenen CDU ist dann auch eine Kanzlerschaft Maas drin.
Maas ist jetzt ein papabile.

Möge er dem rechten Abschaum um Storch, Weidel und Berger noch ordentlich auf die Füße treten.

Mittwoch, 7. März 2018

Kein Linksruck, nirgends.



Merkel hat die CDU in 18 Jahren in die Mitte gerückt; nach links gar? Hat sie von der SPD ununterscheidbar gemacht?
Und nun kommt mit AKK auch noch eine sozialkatholische Frau als Programm-Generalin dazu?
Armer schwuler Spahn, der so gern multikultiphob tönt. Ist er nun falsch in der Union? Wird er rausgedrängt? Muss er sich eine neue politische Heimat suchen?

Nichts von alledem ist wahr.

Die CDU-Chefin und Bundeskanzlerin redet öffentlich nicht mehr so hasserfüllt über „Kanaken“ und „Schwuppen“ wie es CDU-Vertreter vor einem halben Jahrhundert taten, als Frauen noch nicht ohne die Zustimmung des Ehemannes ein Konto eröffnen durften, als Kinder zum Quälen und Vergewaltigen in kirchliche Folterheime gesteckt wurden, weil sie unehelich geboren waren.

Als Männer ihre Ehefrauen straffrei vergewaltigen durften und jeder Homosexuelle in den Knast kam.
Die Welt hat sich weitergedreht, auch wenn sich Kirchen und die C-Parteien noch so sehr dagegen sträubten.
Es ist erst kurze Zeit her, daß Mehrheiten in der CDU vehement abenteuerlich rückwärtsgewandte Positionen vertraten, mit denen sie jetzt unwählbar wären.


Menschenrechte, Meinungsfreiheit, Religionsfreiheit, Pressefreiheit, Rechtsstaat, Frauenemanzipation, Folterverbot, Abschaffung der Sklaverei, Abschaffung der Todesstrafe, Freiheit der Kunst, Abschaffung der Prügelstrafe, Tierrechte, Ächtung von Antisemitismus, Schwulenrechte, Abschaffung des Verbots gemischtrassiger Ehen, Abschaffung des Verbots gemischtkonfessioneller Ehen, Verbot von Vergewaltigungen in der Ehe, etc pp - all das mußte gegen den erbitterten Widerstand der Kirchen erkämpft werden.

(….) Auch aktuelle Koalitionspolitiker stimmten noch 1997 gegen das Verbot von Vergewaltigung in der Ehe, weil sie offensichtlich der Ansicht waren, es wäre das natürliche Recht eines Mannes die Frau sexuell zu penetrieren, auch wenn sie sich dagegen wehre.
25 Jahre sperrten sich CDU und CSU erfolgreich gegen die Strafbarkeit von Ehefrauen-Vergewaltigung. Erst 17 Jahre nach einer entsprechenden UN-Konvention folgte das deutsche Parlament.

Am 15. Mai 1997 stimmten von den anwesenden 644 Abgeordneten 471 für den Gruppenantrag und 138 dagegen, 35 enthielten sich der Stimme.

Alle Abgeordneten der Linken, der Grünen und der SPD stimmten für Ulla Schmidts Gruppenantrag.

CDU/CSU
Brigitte Baumeister, Meinrad Belle, Dr. Joseph-Theodor Blank, Dr. Norbert  Blüm, Dr. Wolfgang Bötsch, Klaus Brähmig, Rudolf Braun (Auerbach), Georg Brunnhuber, Manfred Carstens (Emstek), Hubert  Deittert, Albert  Deß, Wilhelm Dietzel, Hansjürgen Doss, Maria Eichhorn, Wolfgang Engelmann, Heinz Dieter Eßmann, Anke Eymer, Klaus Francke (Hamburg), Dr. Gerhard Friedrich, Hans-Joachim Fuchtel, Norbert Geis, Dr. Reinhard Göhner, Dr. Wolfgang Götzer, Joachim Gres, Kurt-Dieter Grill, Wolfgang Gröbl, Manfred Grund, Carl-Detlev Freiherr von Hammerstein, Gottfried Haschke (Großhennersdorf), Gerda Hasselfeldt, Otto Hauser (Esslingen), Hansgeorg Hauser (Rednitzhembach), Klaus-Jürgen Hedrich, Helmut Heiderich, Detlef Helling, Ernst Hinsken, Josef Hollerith, Dr. Karl-Heinz Hornhues, Siegfried Hornung, Joachim Hörster, Georg Janovsky, Helmut Jawurek, Dr. Dionys Jobst, Dr.-Ing. Rainer Jork, Bartholomäus Kalb, Volker Kauder, Hans-Ulrich Köhler, (Hainspitz), Manfred Kolbe, Rudolf Kraus, Wolfgang Krause (Dessau), Reiner Krziskewitz, Dr. Hermann Kues, Dr. Karl A. Lamers (Heidelberg), Helmut Lamp, Dr. Paul Laufs, Karl-Josef Laumann, Dr. Klaus W. Lippold (Offenbach), Heinrich Lummer, Dr. Michael Luther, Erwin Marschewski, Dr. Martin Mayer (Siegertsbrunn), Dr. Michael Meister, Friedrich Merz, Elmar Müller (Kirchheim), Engelbert Nelle, Bernd Neumann (Bremen), Friedhelm Ost, Eduard Oswald, Dr. Peter Paziorek, Angelika Pfeiffer, Dr. Gero Pfennig, Dr. Winfried Pinger, Dr. Hermann Pohler, Dr. Bernd Protzner, Dieter Pützhofen, Hans Raidel, Dr. Peter Ramsauer, Peter Rauen, Otto Regenspurger, Klaus Dieter Reichardt (Mannheim), Hans-Peter Repnik, Roland Richter, Roland Richwien, Dr. Erich Riedl (München), Klaus Riegert, Franz Romer, Hannelore Rönsch (Wiesbaden), Dr. Klaus Rose, Kurt  J. Rossmanith, Adolf Roth (Gießen), Dr. Christian Ruck, Roland Sauer (Stuttgart) , Hartmut Schauerte, Karl-Heinz Scherhag, Gerhard Scheu, Norbert Schindler, Dietmar Schlee, Bernd Schmidbauer, Christian Schmidt (Fürth), Hans-Otto Schmiedeberg, Hans Peter Schmitz (Baesweiler), Michael von Schmude, Wolfgang Schulhoff, Dr. Dieter Schulte, (Schwäbisch Gmünd), Clemens Schwalbe, Wilhelm Josef Sebastian, Horst Seehofer, Heinz-Georg Seiffert, Johannes Selle, Jürgen Sikora, Johannes Singhammer, Wolfgang Steiger, Erika Steinbach, Dr. Wolfgang Freiherr von Stetten, Dr. Gerhard Stoltenberg, Max Straubinger, Matthäus Strebl, Michael Stübgen, Egon Susset, Michael Teiser, Dr. Klaus-Dieter Uelhoff, Gunnar Uldall, Dr. Theodor Waigel, Dr. Jürgen Warnke, Hans-Otto Wilhelm (Mainz), Dr. Fritz Wittmann, Dagmar Wöhrl, Peter Kurt Würzbach, Wolfgang Zeitlmann, Benno Zierer, Wolfgang Zöller.

Der zukünftige Bundesgesundheitsminister Jens Spahn, der heutige Hoffnungsträger der konservativen C-Politiker sitzt in einem Boot mit Typen, die noch vor wenigen Jahren laut gegen das Schwulsein an sich pöbelten.

(….) Als zu Beginn der Rotgrünen Bundesregierungszeit die umgangssprachliche „Homoehe“ eingeführt wurde, gab es eine dieser Situation, die einen echten Singhammer erforderte, weil der übliche Geis nicht mehr ausreichte.
Im Bundestag gibt es unter 622 Abgeordneten im Grunde nur noch zwei ausgewiesene Homohasser, die das auch laut sagen - Johannes Singhammer und Norbert Geis; selbstredend beide CSU.

Bei aller Nächstenliebe aber darf in der Öffentlichkeit nicht der Eindruck entstehen, als sei diese Lebensform etwas ganz selbstverständliches, als sei es richtig, wenn junge Menschen sich für eine solche Lebensform entscheiden. Es ist daher an der Zeit, dass diese Lebensform endlich auch in der Öffentlichkeit als das bezeichnet wird, was sie ist: die Perversion der Sexualität. Die Aufdringlichkeit, mit der sich Homosexuelle öffentlich prostituieren, ist nur noch schwer zu ertragen. Sie lassen jede Scham vermissen. Der Verlust der sexuellen Scham aber ist immer ein Zeichen von Schwachsinn, wie es Freud formuliert hat. Deshalb muss in der Öffentlichkeit Widerspruch laut werden, damit der Schwachsinn nicht zur Mode wird.“
(Norbert Geis)

„Der Arbeiter am Fließband oder der Kumpel unter Tage muss sich krumm legen, damit die Rente der „Homo-Witwe“ mitfinanziert wird“

(Singhammers Warnung zur Homosexuellen-Gleichstellung bei der Rentenreform)

„In der Ehe und bei heterosexuellen Paaren liegt die Zukunft. Und nicht bei irgendwelchen Fehlentwicklungen.“
(Norbert Geis 2009)  (….)

Eine CDU-Vorsitzende, die so ein Weltbild weiterhin laut propagieren würde, wäre schön doof, weil die deutsche Wählerschaft insgesamt sensibler gegenüber sexueller Belästigung, Pädophilie und Homophobie wird.
Singhammer, Ramsauer, Geis oder Koch sind heute Urnengift.

Merkel redet daher öffentlich nicht mehr so abschätzig und diskriminierend über Minderheiten, wie es ihre Vorgänger Adenauer und Kohl noch taten.

Das bedeutet aber keinesfalls, daß sie bis hinein in unterste Parteigliederungen das Denken vorgeben könnte oder wollte. Im Gegenteil; Merkel tolerierte stets auch die ganz üblen braunen Ausfälle der notorisch rechts-rechtsradikalen CDU-Landesverbände in Hessen, Baden Württemberg und Sachsen.


[…..] Schloss Weikersheim in Baden-Württemberg vor zwei Wochen. Prominente CDU-Mitglieder singen die Nationalhymne – zusammen mit Rechtsradikalen. Einige der hier Versammelten sind beides in einer Person: CDU-Mitglied und rechtsradikal. Etwa Albrecht Jebens, Vorstandsmitglied der rechtsextremen "Gesellschaft für Freie Publizistik".

0-Ton Interviewerin: "Herr Jebens, eine Frage an Sie: Sie sind Mitglied der CDU?"
Dr. Albrecht Jebens (CDU): "Ja."

Interviewerin: "Und auf der anderen Seite sind Sie Funktionsträger in der rechtsextremen Gesellschaft für Freie Publizistik – wie geht das zusammen?"
Dr. Albrecht Jebens: "Ich bin ein freier Mensch."

Interviewerin: "Dann geht das zusammen?"
Dr. Albrecht Jebens: "Natürlich geht das zusammen."

Kommentar: Den Verfassungsschützern ist dieser Verein bestens bekannt – durch Hetze gegen Juden und Verharmlosung des Holocaust. In den Verfassungsschutzberichten gilt die Gesellschaft als "bedeutendste rechtsextremistische Kulturvereinigung"

0-Ton Helmut Rannacher (Verfassungsschutz Baden-Württemberg): "Ich hätte bei der Gesellschaft für Freie Publizistik gar keinen Zweifel, dass es sich hier um eine deutlich rechtsextremistische Organisation handelt. Wer dort auftritt, muss sich dies anrechnen lassen, und er muss es vor allem auch wissen, dass er sich eindeutig im rechtsextremistischen Milieu bewegt."

Kommentar: Das Vorstandsmitglied dieser rechtsextremistischen Organisation, CDU-Mann Albrecht Jebens, ist hier, bei der vornehmen Gesellschaft in Weikersheim, herzlich willkommen, umringt von prominenten Parteifreunden. Mit dabei der hessische Ministerpräsident Roland Koch – und auch ein Innenminister, der eigentlich Rechtsradikale bekämpfen sollte: Jörg Schönbohm. Doch der will von den Aktivitäten seines rechtsradikalen Parteifreundes nichts wissen. [….]

Merkel selbst begann ihre Karriere als CDU-Generalsekretärin mit einer stramm xenophoben Kampagne gegen Ausländer.


Wenn die Kanzlerin im Jahr 2018 nicht so klingt wie Roland Koch 2008, heißt das noch lange nicht, daß die CDU nicht immer noch dumpf rechtes, xenophobes, misogynes, homophobes, antisemitisches und islamophobes Gedankengut kultiviert.

Neun Jahre lang machte Sachsens Ministerpräsident Tillich stramm xenophobe Politik, paktierte erst mit der NDP und dann mit der AfD gegen alles, das irgendwie links oder nach Antifa klang.
Daß gerade Sachsen auf Investitionen aus dem Ausland und Touristen angewiesen ist, wollte die Sachsen-CDU nicht wahrhaben und wurde immer rechter.

(…..) Sächsische Minister sollten sich also aus vielerlei Gründen darum bemühen möglichst viele von den kostbaren Migranten in ihr unterausländerisches Bundesland zu holen.

Aber auch bei ihnen ist die Entklugung viel zu weit fortgeschritten. Sie bedienen lieber ultrarechte, latent völkische Ideologien.
Sachsens Innenminister Markus Ulbig (CDU) will jetzt spezielle Polizei-Sondereinheiten bilden, um gegen die kriminelle Asylantenflug vorzugehen. Ausgerechnet in dem Bundesland, in dem es mit am wenigsten Migranten überhaupt gibt.

Sachsens Innenminister Markus Ulbig macht Stimmung gegen Flüchtlinge. […] Schon ab Dezember sollen in Sachsen künftig spezielle Polizeieinheiten für straffällige Asylbewerber zuständig sein. „Wir beginnen mit dem Modell in Dresden und wollen sie dann im ganzen Land einsetzen“, sagte Innenminister Markus Ulbig (CDU) der Dresdner Morgenpost. […] „Es darf nicht sein, dass einer, der kein Recht auf Asyl hat und dann noch schwer straffällig geworden ist, durch das Zusammentreffen von Strafprozessordnung und Ausländerrecht am Ende mit einer Art Bleiberecht belohnt wird“, erklärte Ulbig. […] Der sächsische Flüchtlingsrat hält Ulbigs Äußerungen für gefährlich und falsch. Die Kriminalitätsrate sei selbst nach Angaben der sächsischen Polizei im Umfeld von Flüchtlingsunterkünften nicht gestiegen, so Sprecher Marko Schmidt. „Ulbig schürt Ängste“, sagte Schmidt der taz. Die Polizei sollte besser zunehmende rechtsmotivierte Übergriffe auf Asylbewerber aufklären.
Ulbig bediene die Argumentation der sogenannten „Patriotischen Europäer gegen Islamisierung des Abendlandes“ (Pegida), die seit Wochen in Dresden Stimmung gegen Asylbewerber machen, so Schmidt. Für den Montagabend hat die islamfeindliche Initiative bereits zum sechsten Mal zu einer Demonstration durch Dresden aufgerufen. […] Scharfe Kritik an Ulbigs Vorhaben kam am Montag von den sächsischen Linken. Der Fraktionsvorsitzende der Linken im Landtag, Rico Gebhardt, kritisierte Ulbigs Zungenschlag als befremdlich. Es handele sich um das Gegenteil von Willkomenskultur. „Es ziehen keine zugereisten marodierenden Banden durchs Land, sondern es müssen Asylbewerberheime rund um die Uhr vor befürchteten Übergriffen ,einheimischer' Täter geschützt werden“, so Gebhardt. […] Ulbig strebt derzeit eine Kandidatur als Oberbürgermeister von Dresden an. Die Wahl soll Anfang Juni 2015 stattfinden. Die oppositionellen Grünen vermuten darin auch das Motiv für Ulbigs Äußerungen: „Fremdenfeindlichen Einstellungen Vorschub zu leisten, gehört nicht zu den Aufgaben eines Innenministers. Und Oberbürgermeister-Wahlkampf auf niedrigstem Niveau genauso wenig“, sagte Petra Zais, migrationspolitische Sprecherin der Fraktion. […]
(taz, 24.11.14)

Herr Ulbig stellt damit die Moral seiner Partei wieder einmal zur Schau, verhält sich widerlich und menschenverachtend.
Aber eben auch saudumm.
Rechts ist viel Platz im CDU-Deutschland.

[…..] Eine AfD-Delegation bereist das Kriegsland Syrien. Gleich am ersten Tag des Besuchs trafen die Politiker den syrischen Großmufti. Der Geistliche hat in der Vergangenheit mit Selbstmordanschlägen in Europa gedroht. [….]

Offiziell beklagt sich die CDU in Person ihres menschenrechtspolitischen Sprechers die neueste Eskapade der AfD-Rechtsaußen im Bundestag.

[…..] Eine Gruppe von AfD-Bundestagsabgeordneten und nordrhein-westfälischen Landtagsabgeordneten hatte am Dienstag Fotos veröffentlicht, die sie unter anderem bei einem Treffen mit dem Assad-treuen Großmufti Ahmed Hassun zeigen. Die Reise soll die AfD-Forderung nach einer Rückkehr der in Deutschland lebenden syrischen Flüchtlinge unterstreichen.
Als "einfach widerlich" bezeichnete der menschenrechtspolitische Sprecher der CDU/CSU-Bundestagsfraktion die Reise. "Während Bomben und Giftgas von Diktator Assad eingesetzt werden" würden die AfD-Politiker "ohne Skrupel in die Kameras lächeln und sich mit der Täter-Clique treffen", sagte Michael Brand.
"Sie haben als Politiker aus Deutschland den guten Namen unseres Landes in den Dreck gezogen", heißt es weiter in der Mitteilung des CDU-Politikers. "Dabei noch in die Kameras zu lächeln, ist einfach ekelhaft." [….]

[….] Ist die AfD ein Fall für den Verfassungsschutz? SPD-Justizminister Heiko Maas wähnt Teile der Partei auf dem Weg dahin. [….]

Während sich Merkels Partei also oberflächlich von der braunen Pest absetzt, kooperiert sie an anderer Stelle ungeniert mit den rassistischen Hetzern.
Dieser Part der ultrarechten CDU kann auf Merkel zählen. Sie hatte immerhin den immer wieder mit hetzerischen Lügen gegen Ausländer agierenden CDU-Bundesinnenmister über Jahre gewähren lassen und schließlich die brutale Familien-zerstörende Flüchtlingspolitik der CSU übernommen.

[….]  Jörg Urban hat keine Zeit verloren: Am Wochenende erst hatte der Parteikonvent der AfD festgestellt, dass AfD-Funktionäre nun auch bei Veranstaltungen der islamfeindlichen Pegida-Bewegung auftreten dürfen. Schon am Montagabend stand Urban, seit Februar Vorsitzender der AfD Sachsen und Chef der Landtagsfraktion, in Dresden bei Pegida auf der Bühne. "Ich freue mich", erklärte Urban dort vor 1500 Pegida-Anhängern, "dass ich hier stehen darf, ohne dass ich befürchten muss, dass in meiner Partei wieder große Streitigkeiten ausbrechen." Von Anfang hätten Bewegung und Partei fast dieselben Standpunkte vertreten: "Pegida und die AfD sind dieselbe Bewegung." [….] Gleichzeitig verwischen auf Landesebene zunehmend die roten Linien, die die anderen Parteien einmal zur Distanzierung von der AfD gezogen hatten. "Der Konsens der Demokraten in der Abgrenzung zur AfD bröckelt in einigen Regionen", sagt [Politikwissenschaftler] Schroeder. "Ich würde da vor allem Sachsen-Anhalt und Thüringen nennen." Und vor allem: Die CDU. Da sei damit zu rechnen, dass die Partei in Zukunft öfter mit der AfD zusammenarbeiten werde, sagt Schroeder. Vorboten dafür hatte es zuletzt mehrmals gegeben.
So stimmte die AfD im September vergangenen Jahres in Thüringen gegen die Einrichtung eines Entschädigungsfonds für NSU-Opfer – genauso wie die CDU, die dort neben ihr auf der Oppositionsbank sitzt. Die CDU hätte gern im Landtag erörtert, ob nicht eine Initiative auf Bundesebene sinnvoller sei, sagte Fraktionssprecher Karl-Eckhard Hahn dieser Redaktion. Doch das sei nicht möglich gewesen. Im Übrigen richte sich die Fraktion nicht nach dem Stimmverhalten anderer. "Wer das eigene Abstimmverhalten von dem der AfD abhängig machte, betriebe deren Spiel", erklärte Hahn.
Wenige Monate später stimmte die Fraktion der CDU im Landtag von Potsdam für einen Antrag der AfD. Die SPD zeigte sich "entsetzt", die Linke sprach von einem Tabubruch. Andreas Kalbitz, Chef der AfD in Brandenburg, pflegte nach Recherchen des ARD-Magazins "Kontraste" Kontakte zur inzwischen verbotenen rechtsextremen "Heimattreuen Deutschen Jugend". [….]