Mittwoch, 1. März 2017

Auslaufmodell


Eins der größten Rätsel des deutschen Journalismus wird für mich immer die Frage sein, wieso sich die an sich hochvernünftigen SZ-Chefredakteure Heribert Prantl, Kurt Kister und Wolfgang Krach immer noch den frommen Katholiken Matthias Drobinski, 52, als Redakteur halten.


Nicht nur, daß es ohnehin völlig absurd ist einen hochbefangenen Kirchenfuzzi über Kirchenthemen schreiben zu lassen, so ist Drobinski auch noch von einer schweren Echolalie befallen und schreibt in seinem stets larmoyanten Ton auch immer wieder das Gleiche:


Hach, wie traurig, die Kirche verliert Mitglieder und die Pfaffen sind frustriert. Dabei ist Franzl doch so super. Menno! Es kann aber nicht nur am Zölibat meiner heißgeliebten katholischen Kirche liegen, weil die Protestanten mindestens genauso schrumpfen. (Ätschibätsch)
Die Ursachen für das Wegsterben des kirchlichen Lebens sind also irgendwie ganz kompliziert. Das ist eine große Aufgabe für die Bischöfe und alles ist ganz furchtbar traurig, weil die Kirche doch so wichtig ist!

Die SZ verfügt über einige der besten Edelfedern Deutschlands – was wäre es für eine Wonne, wenn man auch zu kirchlichen Themen Spitzenjournalismus aus München bekäme.

Stattdessen immer noch dieselbe Leier.

Für immer weniger Menschen gehört die Religion zum Leben. [….] Auffällig ist jedoch, dass die Befragten von ihrer Kirche vor allem "klassische Kernkompetenzen" erwarten.
Der evangelischen Kirche in Deutschland geht zunehmend die Mitte verloren, die Bindung an die Institution schwindet. […..]

Wer meditiert und sich ins Gebet versenkt, entkommt dem Zweck und findet den Sinn. Der Gläubige kann sich in seinen Nöten und Ausweglosigkeiten vor seinen Gott werfen und den Fall an die höchste Instanz abgeben: Mach du was draus. Das ist zwecklos, aber nicht sinnlos.
Dem Zweck die Grenzen zeigen, sich selbst nicht die letzte Instanz sein müssen - und dürfen: Das sind die Gaben des Glaubens an die Gläubigen und an die ganze Gesellschaft. Es ist die Kraft des Transzendenten, die verhindert, dass der Mensch zum Objekt des Menschen wird, ob bei der Embryonenforschung, der Wirtschafts- und Flüchtlingspolitik.

[….] Europas Katholiken - und viele Menschen über die Kirche hinaus - sind mehrheitlich begeistert von dem Mann, der so bescheiden lebt und sich darangemacht hat, die Verhärtungen seiner Kirche aufzubrechen. [….] Dieser Papst ist nicht nur bemerkenswert, weil er sich im Mittelklassewagen fahren lässt. [….]

Das Erzbistum Köln ist nicht obszön reich, sondern solide finanziert.[….]

Es ist im Grundsatz das gute Recht der Kirchen, von ihren Mitarbeitern eine stärkere Loyalität zu fordern, als das zum Beispiel ein Fabrikant von Dosensauerkraut kann. Kirchen sind Tendenzbetriebe wie Gewerkschaften, Parteien, auch Zeitungshäuser und Rundfunkanstalten. […..]

Eine strikte Trennung von Staat und Kirche wäre dabei der falsche Weg, wie sauber ein solcher Schnitt auch scheinen mag. Die Leute wechseln ja nicht von der Kirche zur Humanistischen Union. Sie verschwinden in jener Gleichgültigkeit, unter der quasi alle Institutionen außer den unkaputtbaren Fußballverbänden leiden. [….]

Der Moralüberschuss der Kirchen ist unangenehm für alle, die diese Moral umsetzen sollen. Aber er ist auch notwendig, um zu verhindern, dass sich eine Politik nur auf das Nächstliegende konzentriert oder von Stimmungen leiten lässt. Er macht staatliches Handeln besser – […..]

Noch nie haben sich in Deutschland so wenige Männer zu katholischen Priestern weihen lassen wie im vergangenen Jahr. Den Zahlen der katholischen Bischofskonferenz zufolge gab es in den 27 deutschen Bistümern 2015 insgesamt 58 Priesterweihen; 2014 waren es noch 75 gewesen, 2013 sogar 98. 1990 hatte die Zahl der neuen Priester noch 295 betragen. Die katholische Kirche Deutschlands steht damit vor einem dramatischen Priestermangel.

In der Flüchtlingskrise haben sich beide Kirchen als Anwälte der Heimatlosen und Schwachen profiliert, ihre Sozialarbeit wird geschätzt. Und jetzt, wo so heftig über den Islam und seine künftige Rolle im Land debattiert wird, müsste doch eigentlich die Besinnung auf ihre christlichen Wurzeln viele dazu bringen, dass sie mal wieder in die Kirche gehen und sich sagen: Hier ist es gut, hier mache ich mit.  […..]

Nur noch 58 Männer ließen sich 2015 in Deutschland zum katholischen Priester weihen - so wenige wie noch nie. Die Zahl war eine Sensation, und dass es im vergangenen Jahr wieder (bescheidene) 80 neue Priester gab, ließ die Debatte nicht verstummen: Ist der Zölibat, die Verpflichtung der katholischen Priester zum ehelosen Leben, noch haltbar?

So ist Drobinski, immer seicht, immer am Thema vorbei.
Vorsichtige Kritik an der harten römischen Linie bei Homoehe, Zölibat und Frauenpriestertum, aber niemals würde Dobrinski den segensreichen Einfluss der Kirche auf den Staat in Frage stellen. Unverrückbares Fundament seines journalistischen Wirkens ist der Kampf gegen die Konfessionslosen.
Schlechte Nachrichten für die Kirche – Priestermangel, Austritte, verwaiste Gemeinden – sind für Dobrinski generell schlechte Nachrichten.
Weshalb irgendjemand die großartige Institution RKK verlassen sollte, versucht Drobinski zwar mit den üblichen Schlagworten zu beschreiben – Kirchensteuer und Kinderficken sind irgendwie suboptimal – aber es bleibt ihm wesensfremd.
Nach seiner Überzeugung sollte jeder gute Mensch Kirchenmitglied sein oder werden wollen.
Daß Kirchen massenhaft Mitglieder verlieren, konstatiert und bedauert er.
Das Konzept Kirche, die religiöse Ideologie stellt er aber nie in Frage.
Es müsse nur irgendwie besser geführt werden. Bischöfe könnten noch netter, Kardinäle liberaler und Menschen engagierter sein.

Well, Drobinski, I’ve got news for you:

Die Kirchen in Deutschland verlieren aus einem ganz anderen Grund den Boden unter den Füßen.
Das ganze Konzept ist Müll.
Die Bibel steckt voller Widersprüche und Grausamkeiten, Gott existiert nicht und praktische Religion führt immer zu Kriegen und Gewalt.
Zudem sind die Basics so unglaubwürdig, daß sie von gebildeten Menschen nur ausgelacht werden können.

Ich glaube nicht, dass die wissenschaftlichen und philosophischen Erkenntnisse, die wir gewonnen haben, schwerer zu verstehen sind als die seltsamen Geschichten, die uns von religiöser Seite nahegebracht werden. Ich frage Sie: Was ist schwerer zu verstehen? Die wissenschaftliche Erkenntnis, dass wir Teil eines evolutionären Prozesses sind, der aus einfachen einzelligen Lebensformen allmählich komplexere Organismen hervorbrachte? Oder der Glaube an einen Gott mit multipler Persönlichkeitsstörung (Dreifaltigkeit), dessen erster Teil (Gottvater) sich mit seinen Geschöpfen verkrachte, worauf er den zweiten Teil seiner selbst (Heiliger Geist) aussandte, um eine Jungfrau auf nichtsexuelle Weise zu schwängern, wodurch der dritte Teil seiner selbst (Jesus Christus) als aufrechtgehender Trockennasenaffe geboren wurde, um von einer historischen Besatzungsmacht hingerichtet zu werden und – ätsch – am dritten Tag wieder von den Toten aufzuerstehen? Man muss sich doch mal überlegen, welche intellektuellen Verrenkungen solche Glaubensinhalte den Menschen abverlangen.
(Michael Schmidt-Salomon)


Nein, Drobinski, es handelt sich beim Niedergang der Kirchen in Westeuropa nicht um eine „Begeisterungskrise“. An ein paar Stellschrauben zu drehen, um die Menschen wieder massenhaft in die Kirchen zu treiben, wird nicht funktionieren.

Die Krise der geistlichen Berufe in Deutschland ist im Kern also eine Begeisterungs- und Glaubwürdigkeitskrise der verfassten Kirchen im Land. Es gibt zu wenige junge Menschen, die sich anstecken lassen von dem, was in den Kirchen und ihren Gemeinden geglaubt und gelebt wird, von dem, was an intellektuellen Impulsen von der Theologie kommt - zumindest nicht so sehr, dass sie sagen: Das möchte ich den ganzen Arbeitstag lang machen, daran möchte ich mein Leben ausrichten. Hier allerdings spielen nun sehr wohl der Zölibat und das Männerpriestertum eine Rolle. Eine Kirche, die glaubt, nur sexuell enthaltsame Männer könnten zum Priester geweiht werden, der Eucharistie vorstehen und die Sakramente spenden, die vernichtet täglich Begeisterung und Glaubwürdigkeit, solange ihr dafür keine begeisternden und glaubewürdigen Begründungen einfallen.

Alle Statistiken sagen, daß Religionen mit zunehmenden Bildungsgrad verdrängt werden.

Das ist auch in sich logisch, da Religion kontrafaktisch und erkenntnisnegierend ist.


Die Länder mit den glücklichsten Bevölkerungen und den niedrigsten Kriminalitätsraten, sind gleichzeitig die Atheistischsten.


[….] So ist die Demokratie dort stärker, wo der Bevölkerung Gott im Durchschnitt weniger wichtig ist. Das wiesen Marc Bühlmann von der Universität Zürich und Wolfgang Merkel vom Wissen­schaftszentrum Berlin für Sozialfor­schung nach. Untersucht haben sie 30 Nationen anhand von über 100 empirischen Indikatoren für demokratische Prinzipien wie Freiheitlichkeit, Gleichheit und Kontrolle. („Top Ten“ waren Dänemark, Finnland, Belgien, Island, Schweden, Norwegen, Kanada, die Niederlande, Luxemburg und die USA; Deutschland kam auf Platz elf, die Schweiz auf 14, Österreich auf 20, Italien auf 22, und die letzten Plätze belegten Großbritannien, Frankreich, Polen, Südafrika und Costa Rica.) Die religiösen Selbsteinschätzungen stammt vom World Values Survey, einer großen weltweiten Umfrage, die seit den 1980er-Jahren immer wieder aktualisiert wird.
Atheistischere Länder sind auch friedlicher. Das ergab eine Auswertung des Global Peace Index 2009. Er basiert auf 23 Kriterien – darunter Kriege, Bürgerkriege, das Ausmaß von Menschenrechtsverletzungen und des Waffenhandels, die Zahl der Morde und der Gefängnis-Insassen sowie der Grad an Demokratisierung. Wie friedlich ein Land ist, korreliert positiv mit dem Prozentsatz der Atheisten in diesen Ländern und negativ mit dem Prozentsatz religiöser Menschen, die mindestens einmal im Monat einen Gottesdienst besuchen. [….]

Matthias Drobinski wird es sicher nie begreifen. Seine Religion hat drei Feinde:
Aufklärung, Bildung und die Zeit.
In der Folge wird die Religion weiter zurück gedrängt werden und das ist auch gut so!


Dienstag, 28. Februar 2017

Schulterschluss



Es ist erfreulich zu sehen, daß es in Deutschland noch einen Grundkonsens zur freien Presse gibt.
Wird einer der ihren verfolgt, bedrängt, bedroht, helfen sich Journalisten gegenseitig, stehen für einander ein – auch wenn sie politisch völlig unterschiedlich ticken.
Der zutiefst konservative und schwer reiche Multimillionär Matthias Döpfner, Springer-CEO, stellte sich demonstrativ an die Seite des kleinen Jan Böhmermanns, als Recep Tayyip Erdoğan einen persönlichen Feldzug gegen den jungen Spartensender-Moderator begann.

Beeindruckend auch die große journalistische Front für Deniz Yücel, der in der Türkei verhaftet wurde.
Heute gibt es ganzseitige Anzeigen in mehreren Zeitungen, unter anderem in der extrem teuren SZ, mit denen sich so ziemlich alle wichtigen Journalisten  mit Yücel solidarisieren.



Verantwortlich für die Aktion sind Jan Böhmermann, sowie die SPON-Kolumnistinnen Margarete Stokowski und Sibylle Berg.
In verschiedenen Städten fanden sogar Autokorsos für Deniz statt.

Für mich ist es immer noch eigenartig Yücel, vor 43 Jahren in Hessen geboren,  als „WELT-Korrespondenten“ firmieren zu sehen. Ich kenne ihn von „Jungle World“ und natürlich aus seiner taz-Zeit (2007-2013). Yücel ist einer von den wirklich Guten. Daher habe ich ihn immer wieder gern zitiert, wenn er als einer der Wenigen richtige und klare Worte fand.

Unabhängig davon für welches Presseerzeugnis Yücel gegenwärtig schreibt – die deutschen Medien halten zusammen, um die Pressefreiheit gegen autokratische Willkür zu verteidigen.

In Amerika ist das bedauerlicherweise nicht so.

Als vergangene Woche Sean Spicer den ungeheuerlichen Schritt ging, die Medien, die Trump kritisiert hatten vom Weißen Haus auszuschließen, gab es kaum Solidarität.

Trump, Bannon and Spicer scheinen irrigerweise zu glauben, das Weiße Haus gehöre ihnen persönlich und nicht dem Volk, so daß sie nach Lust und Laune Zutritt gestatten könnten.
Als Politico, CNN und Co verbannt wurden, blieben aus Solidarität lediglich AP und das Time-Magazine ebenfalls draußen.

Trump generell wohlgesonnene Medien wie das faschistische Verschwörungstheorie-Portal "Breitbart News", aber auch das One America News Network und The Washington Times sowie von ABC, CBS, The Wall Street Journal, Bloomberg und Fox News machten gemeinsame Sache mit der Trump-Administration und nutzten ihren umso exklusiveren Zugang zum Präsidenten.
Gäbe es bei FOX oder Breitbart noch einen Funken Anstand, hätten sie sich sofort solidarisch erklärt und Spicer allein gelassen, um sofort diesen diktatorischen Methoden einen Riegel vorzuschieben.

Deutschland, Du hast es besser.

Allerdings sind auch die geballten Mittel der deutschen Presselandschaft so gut wie wirkungslos gegenüber eines Neodiktators wie Recep Tayyip Erdoğan.

Um effektiv gegen die türkischen Methoden vorzugehen, bräuchten SPRINGER, SZ und SPIEGEL Frau Merkel an ihrer Seite.




Nach den Angaben der Tagesschau wurde Außenminister Gabriel deutlicher.
Der türkische Botschafter wurde heute fast eine halbe Stunde gegrillt.

[….] Nach der Inhaftierung des "Welt"-Korrespondenten Deniz Yücel hat Bundesaußenminister Sigmar Gabriel den türkischen Botschafter ins Auswärtige Amt gebeten. Sehr lange dauerte das Gespräch nicht: Genau 27 Minuten befand sich Kemal Aydin laut einem Tweet des ARD-Korrespondenten Matthias Deiß im Gebäude.
Diplomatische Zurückhaltung spielte in der Unterhaltung offenbar keine große Rolle - zumindest wenn man den Worten von Außenminister Sigmar Gabriel Glauben schenkt. Staatssekretär Walter Lindner habe in dem Gespräch klargemacht, dass die Anwendung rechtsstaatlicher Grundsätze zwischen der Türkei und Europa mittlerweile sehr weit auseinander liege, so der Außenminister in einem anschließenden Pressestatement. [….]

Es ist allerdings schwer vorstellbar, daß Gabriel irgendetwas bewirkt haben könnte.
So lange die Bundeskanzlerin ihre Seele an Ankara verkauft, indem sie alle humanitären Grundsätze zur Seite schiebt und Erdoğan als ihren Türsteher bezahlt, ist Berlin von der Türkei erpressbar.

Merkel ändert aber eben offensichtlich nicht ihre Politik der Waffenexporte an alle Bürgerkriegsparteien gleichzeitig zur weiteren Anheizung der Krisen in Nahost.

Pech für Deniz Yücel.
Unter diesen Umständen verfüttert ihn seine Kanzlerin – Yücel  ist Deutscher – genau wie Böhmermann an einen Despoten.

[….] Protest ohne Trööt
[….] Die Justiz in der Türkei, formal unabhängig, hätte theoretisch Zeit. Ohne Anklage kann die Untersuchungshaft dort bis zu fünf Jahre dauern.
[….] Doch der Regierung in Berlin bleibt de facto derzeit kaum mehr als das Anmahnen eines fairen Verfahrens und der Versuch, die türkische Seite über diplomatische Kanäle zu überzeugen, den Fall Yücel doch noch zu einem verträglichen Ende zu bringen.
[….] Am Dienstag wurde der türkische Botschafter in Deutschland, Kemal Aydin, zu einem Gespräch mit Gabriels Staatsminister Walter Lindner ins Auswärtige Amt gebeten, um sich gegen Yücels Inhaftierung zu positionieren. Die Einladung zu einem solchen Gespräch ist die sanftere Form der Kritik. Ein wesentlich schärferes Instrument der Diplomatie ist eine förmliche Einbestellung des Botschafters.
[….] "Die Bundesregierung darf sich hier nicht kleinmachen - dem schwierigen Partner muss klargemacht werden, dass eine grundlegende Kurskorrektur notwendig ist", sagte der Vorsitzende des Menschenrechtsausschusses im Bundestag, Michael Brand (CDU), dem SPIEGEL. Bundesregierung und Landesregierung in Nordrhein-Westfalen müssten notfalls alle rechtlichen Möglichkeiten ausschöpfen, um einen Auftritt des türkischen Staatspräsidenten zu verhindern. [….]

Montag, 27. Februar 2017

Franz outet sich – Teil XVIII



Das verdammte Internet.
Abschaum-Kardinal Müller wird es dieser Tage wieder einmal verflucht haben.
Während er in Trump übertreffender Weise lügt, die katholische Kirche vertusche keine Missbrauchsfälle, betreiben überall in der Welt Selbsthilfeorganisationen ehemaliger Rape-Victoms katholischer Geistlicher Faktensammlungen, welche das Gegenteil belegen.

Man sehe sich nur mal die erschütternden Geschichten bei der amerikanischen SNAP (Survivors Network of those Abused by Priests) an.

Kathleen Shaw, amerikanische Religions-Journalistin betreibt seit 2002 in ihrem Blog Bishops Accountability auch den stündlich aktualisierten ABUSE TRACKER, in dem weltweite Meldungen über sexuellen Missbrauch durch Geistliche gesammelt werden. Es werden Spenden benötigt, um den Tracker zu erhalten!
Inzwischen werden also täglich Fälle von kinderfickenden Priestern und Mönchen bekannt, und zwar aus nahezu allen katholischen Ländern der Welt. Sogar ein Bischof bekennt sich neuerdings dazu früher einmal selbst von einem Priester gepoppt worden zu sein.

[Bischof] Vincent Long Van Nguyen says that, as an adult, he endured abuse that made him empathise with other victims. [….]

[….] Die mexikanische Generalstaatsanwaltschaft fahndet nach dem früheren Generalvikar der mexikanischen Erzdiözese Oaxaca, Carlos Franco Perez. Dem Priester wird die Vergewaltigung eines Jugendlichen im Vorjahr zur Last gelegt, [….] Laut Angaben des Rechtsanwalts des Opfers, Joaquin Aguilar Mendez vom Opferschutzvereins SNAP, droht dem Beschuldigten eine Haftstrafe von 18 Jahren. Kommt es zur Verurteilung, wäre dies in Mexiko das erste Mal in einem derartigen Fall. Insgesamt gebe es im Land laut Aguilars Darstellung über 500 Strafverfahren gegen katholische Priester, bei denen es um Pädophilie und Kindesmissbrauch geht. [….]

[….] Gegen den emeritierten Bischof von Brügge, Roger Joseph Vangheluwe, sind neue Missbrauchsvorwürfe bekanntgeworden. Ein 57-jähriger Mann beschuldigt Vangheluwe, Anfang der 70er Jahre von ihm missbraucht worden zu sein, berichten belgische Medien (Freitag).
Der ehemalige Messdiener beschuldigt auch einen weiteren Priester, an Vergewaltigungen im flandrischen Harelbeke beteiligt gewesen zu sein. Der heute 80-jährige Vangheluwe musste 2010 auf öffentlichen Druck zurücktreten, weil er seinen Neffen über Jahre sexuell missbraucht hatte. [….]

Hier könnte man nun endlos weiterzitieren.

Natürlich könnte ein Papst grundsätzlich etwas verbessern, indem er von seiner abstrusen Sexualmoral abließe, die durch Frauenverbot und Zölibat potentielle Kinderficker magisch in die Priesterseminare zieht.

Das tut Papst Franz aber nicht, weil er ein konservativer Knochen ist.

Papst Franz weiß wie man gute PR macht, wie man sich vor den Massen inszeniert.
In diesen Dingen ist er Ratzi mit seiner wenig heterosexuellen Stimme, der abstoßenden Physionomie und der demonstrativen Prachtentfaltung deutlich überlegen.
Ihn deswegen zum großen Erneuerer, oder gar Marxisten hochzustilisieren, ist aber vollkommen absurd.
Natürlich ist der Jesuit Franz ein konservativer Mann, der niemals einem minderen Weibsbild erlauben würde Priesterin zu sein und akzeptieren könnte, daß ein gleichgeschlechtliches Paar dieselben Rechte wie ein Gegengeschlechtliches erhalten dürfte.

Ich staune tatsächlich immer noch darüber wie viele Menschen es auch in einem aufgeklärten Land wie Deutschland gibt, die der römischen Kurie ernsthaft moralische Kompetenz zubilligen.
Als ob die Bande nicht über viele Jahrhunderte bewiesen hätte wie menschenverachtend sie denkt. Hexenverfolgung, Missionierung, Sklaverei, Inquisition, Kreuzzüge, Antisemitismus, Sklaverei, Folter, Raffgier – so präsentieren sich Gottes Stellvertreter auf Erden seit 2000 Jahren.
Noch im 21. Jahrhundert werden und wurden kleine Jungs gequält und sexuell missbraucht, während man die Täter schützt.

Die Begeisterung der deutschen Medien für Ratzingers sympathischeren Nachfolger ist also ungebrochen groß.
Ich sehe das allerdings anders. Bergoglio ist auch nur ein konservativer Menschenrechtsantagonist.

Er läßt Ex-Staatssekretär Bertone in einer 700-Quadtrameterwohnung im Vatikan einziehen.


Mit den neuen Kardinälen Gerhard L. Müller und Ricardo Ezzati Andrello erhob Franz zwei in den zweithöchsten Stand, die dezidiert gegen die Aufklärung von sexuellem Kindesmissbrauch durch ihre Priester gearbeitet haben. Zwei Ex-Bischöfe, die vertuschten und die kinderfickenden Pädo-Priester protegierten.

Er beharrt auf homophober Politik.

Er läßt die schmutzigen Vatikanbanker weiter Geld waschen.

Zuletzt plapperte der lustige einlungige Argentinier davon, er schlage denjenigen nieder, der seine Mutter beleidige und daß es im Übrigen „schön“ sei Kinder zu schlagen – solange man nicht ihre Würde verletze.

Noch immer wird Papst Franz in den Medien ausschließlich positiv betrachtet.
Immer wieder werden seine größten Fans in Talkshows eingeladen.
Zuletzt jubelte sein stets am Rande der Hysterie tanzende Privat-Herold Andreas Englisch in der Intellektuellen-Sendung „Markus Lanz“ so sehr, daß ich schon Valium an das ZDF schicken wollte. Nicht daß das überraschend wäre – Englisch war schon oft bei Lanz zu Gast, um seine Papst-Jubelarien abzulassen.

Ich bin aber anderer Meinung als Englisch.
Ein Papst, der Kinderfickerförderer befördert, Kinderschlagen befürwortet und gegen Schwule agitiert, ist kein erfrischender Aufklärer, sondern schlicht und ergreifend ein Arschloch.

Es gibt wieder ganz aktuelle Meldungen vom bizarren Homo-Hass der Franz-Kirche.

[….] Der katholische Bischof von Porthsmouth, Philip Egan, hält es für sinnlos, über Homophobie in der Kirche zu diskutieren. Die Debatte sei "als ob man mit einem Alkoholiker streitet", meinte der 61-Jährige gegenüber dem "Catholic News Service". "Nach einiger Zeit kann man nicht mehr vernünftig mit ihnen reden, sie werden einfach wütend und reagieren auf diese Weise. So etwas gibt es immer häufiger in unserer Kultur." [….]

[….] Die katholische Kirche in Argentinien hat angekündigt, die Zusammenarbeit mit der größten Pfadfinderbewegung des Landes wegen ihrer homofreundlichen Haltung einzustellen und eine eigene Jugendgruppe zu unterstützen. Das geht aus einem am Samstag von der nationalen katholischen Nachrichtenagentur veröffentlichten Brief des Kardinals Mario Poli an Héctor Aguer, den Erzbischof La Plata, hervor. [….]

Konsequent geht die RKK gegen einvernehmlichen Priester-Sex unter Erwachsenen vor; sobald es aber um missbräuchliche sexuelle Gewalt an Kindern geht, überkommt Herrn Bergoglio die große Milde.
Wie schon seine Vorgänger Ratzinger und Woytila fühlt auch Franz ganz offensichtlich mehr mit den Sex-Tätern als mit den Opfern.
Zerstörte Kinderseelen scheinen dem Papst also deutlich weniger zu bedeuten, als die Karriere seiner Päderastenpriester.

Vorgestern verkürzte Papst Franziskus pauschal die Strafen der kirchenrechtlich verurteilten Kinderfickerpriester und schlug damit wieder einmal den Opfern höhnisch lachend ins Gesicht.
Er wird damit sogar noch deutlich Pädo-freundlicher als Benedikt XVI., der immerhin 800 katholische Priester absetzen lassen hatte.

[….] Pope Francis Refuses To Punish Pedophile Priests
A new report reveals Pope Francis is quietly making the Catholic church a safe space for pedophile priests.  The Associated Press reports that Pope Francis is reducing sanctions against pedophile priests, and even refusing to defrock priests found guilty of sexually abusing children, all in the name of mercy. [….]

[….] This despite the Church’s benevolence backfiring last year with the Italian courts convicting an Italian priest Rev. Mauro Inzoli. Inzoli, despite being found guilty of sexual crimes against children by the Vatican in 2012, had appealed for and been granted mercy by Pope Francis in 2014, on the grounds that ‘No misery is so profound, no sin so terrible that mercy cannot be applied”. The Church has now ordered a second trial, citing emergence of fresh evidence against him, while the Italian courts sentenced him to four years, nine months in prison.
Pope Francis actions and views differ greatly from Pope Benedict XVI. [….]

SNAP kennt dieses Verhalten der RKK natürlich schon.

Once again, church officials have put the needs and feelings of predators over public safety and the needs of children who are the victims of sex crimes.
Pope Francis must remember that there is a difference between crime and sin. Child sex abuse is a crime for which the offender must be held accountable. While Francis may feel sorry for a predator, the only person with the right to forgive an abuser is the victim. And even then, the offender must be held accountable for his actions so that he may not go on to hurt others.
The Pope has created window dressing tribunals and commissions, but as far as we know he has yet to take actions that will actually protect children. This latest move is just another indication that it’s just “business as usual” inside the Vatican. We fear that children will continue to needlessly be placed at risk.
The place for mercy is with victims and children, not offending clergy.
(Joelle Casteix, SNAP Volunteer Western Regional Director, 26.02.2017)


PS:
Vor ein paar Tagen erreichte mich folgende Korrektur:

BishopAccountability.org, Inc. is a Massachusetts non-profit corporation. See our Form 990s for 2009, 2010, and 2011.

The members of the Board of Directors are Sylvia Demarest, Anne Barrett Doyle, Terence McKiernan, Lee Podles, and Phil Saviano.
http://www.bishop-accountability.org/Who_We_Are/

Kathy Shaw arbeitet mit Bi.Acc. zusammen - und ihr Blog wird nicht stündlich ergänzt.