Donnerstag, 6. August 2015

Peinliches und Unpeinliches.


Scham ist ein Gefühl und somit nicht rational zu bewerten.
So schäme ich mich auch für Dinge, die ich nicht zu verantworten habe.
Die EU-Flüchtlingspolitik, die jedes Jahr Tausende Menschen in den Tod treibt, ist so etwas, für das ich mich so mitschäme, daß ich kaum die Berichte darüber lesen kann.
Dabei würde ich, selbst wenn ich jemals in Deutschland ein Wahlrecht bekäme für keinen Preis der Welt CDU oder CSU wählen.
Aber obwohl es irrational ist, schäme ich mich für Frau Merkel, dafür in einem Land zu leben, welches so eine verbrämliche* Frau tumb bejubelt und immer wiederwählt.

(*Verbärmlichkeit: ein an dieser Stelle absolut notwendiges, neues Wort, montiert aus Versagen und ErbärmlichkeitSascha Lobo)

Durch ein breites Staatsversagen entwickelte sich Terror in Deutschland, der dieses Jahr schon zu 200 Angriffen auf Flüchtlinge führte. Aber niemand stört es.

[….]  Mitten in Deutschland schäumt Menschenhass aus den Gullis der Dörfer und Städte. Und ich bin es leid, dass Teile der Bundesregierung diesem Treiben mit einer an Fahrlässigkeit grenzenden Gelassenheit zuschauen.
Fast jeden Tag gibt es neue Anschläge auf bewohnte und unbewohnte Flüchtlingsheime. In Halberstadt wurden Helfer der Roten Kreuzes kürzlich vor einer Asylbewerberunterkunft mit Steinen attackiert, in Freital explodierte eine Bombe unter dem Auto eines Kommunalpolitikers, der sich für Menschen eingesetzt hat, die in größter Not unsere Hilfe brauchen.
[….] Vor unseren Augen ereignet sich eine rechte Terrorwelle. Während die NSU noch aus dem Untergrund heraus agierte, können sich die rechten Terroristen des Jahres 2015 auf eine Unterstützerbasis von mehreren Millionen Deutschen berufen, die das Treiben des braunen Mobs zumindest dulden, wenn nicht gar gutheißen.
[….] Als Anfang des Jahres der Hass zum ersten Mal durch die Straßen schwemmte, hatten Unionspolitiker wie der sächsischen Ministerpräsident Stanislaw Tillich (CDU) nichts Besseres zu tun, als sich mit flotten Sprüchen den neuen rechten Wirrköpfen anzubiedern. [….] Auch Sie tragen an der Entwicklung eine Mitschuld, Frau Merkel.
[….] Mit Ihrer Tatenlosigkeit haben Sie genau jenes politische Vakuum erzeugt, dass die Radikalen vom rechten Rand jetzt ausnützen. [….] Sie reden gerne darüber, dass Sie im Supermarkt Artischocken einkaufen. Auch ist bekannt, dass Sie an Deutschland die Wertigkeit der Fenster schätzen. Bei Männern mögen sie "schöne Augen". Verstehen Sie? Das ist so absurd: Weil wir nicht wissen, was Sie zu Stanislaw Tillichs Ausfällen in Sachen Islam denken. Weil Sie seit Wochen so seltsam still dabei zuschauen, wie die ausländerfeindlichen Proteste gegen Asylunterkünfte immer weiter eskalieren. Unser gemeinsamer Dachstuhl brennt. Und Sie gießen sich noch einen Tee ein. [….]

Der hässliche Deutsche ist wieder da. Vielen Dank dafür, Frau Merkel.
Und meine Verachtung gilt dem Urnenpöbel, der diese Politik mit beachtlicher Mehrheit unterstützt.

Das ist der peinliche Aspekt Deutschlands.
Fairerweise muß man aber auch sagen, daß es durchaus unpeinliches Verhalten gibt.

Wie schön erwähnt, verhalten sich viele Hamburger ganz anders. In dieser Stadt, die den zehnfachen Migrantenanteil Dresdens hat, gibt es eine enorme Zustimmung zur Aufnahme von Flüchtlingen.
Die Menschen spenden und stellen ihre Man-Power zur Verfügung, indem sie sich einzelnen  Flüchtlingen annehmen.

Einem Spendenaufruf zu Gunsten der Menschen, die vor Terror und Krieg flüchten mußten, folgte die halbe Stadt  an einem Tag.

Was war das für eine Hilfsbereitschaft, was für ein Zeichen der Hamburger. Während anderswo Flüchtlingsunterkünfte angegriffen oder beschmiert werden, kommen hier an einem Ferientag im Juli mehr als 10.000 Menschen zusammen, um zu helfen. Und um Willkommen zu sagen. Auf diese Weise entstand genau das Gemeinschaftsgefühl, das man sonst in einer Großstadt wie Hamburg so oft vermisst. Und auf diese Weise zeigten die Hamburger, dass sie anders sind als andere.

Diese gräßlich-xenophobe Haltung, die wir aus vielen Teilen Sachsens und Bayerns kennen, ist eben NICHT überall so.

In Bremen ist es wie in Hamburg. Enormes bürgerliches Engagement zu Gunsten von Flüchtlingen.
Ehrenamtliche Helfer sind vernetzt und koordinieren die vielen Bremer, die alle freiwillig und unentgeltlich helfen möchten.

Da ich bei jeder Gelegenheit betone welch großer Fan ich von der PANORAMA- und ZAPP-Moderatorin Anja Reschke bin, verlinke ich gerne ihren deutlichen Aufruf zu Solidarität im Tagesthemenkommentar.


Erstaunlich ist heute aber nicht, daß die prognostizierten Hass-Kommentare tatsächlich kamen, sondern daß sich auch enorm viele dagegen stellten und Reschke ausdrücklich lobten.
Wo Staat, Regierung und insbesondere die Unionsparteien zu verbrämlich agieren, gibt es also doch noch Hoffnung.
Nicht alle Deutschen sind so schlecht. Leider geben sich die meisten aber einer selbstzufriedenen gefährlichen Apathie hin.

Zu den peinlichsten Akteuren im Flüchtlingsdrama gehören die Kirchen.
An vorderster Front zu nennen ist der evangelische Landesbischof Jochen Bohl des Failed States Sachsen.

Wenn brutal verfolgte Opfer von einem üblen hasserfüllten braunen Mob in Dresden angegriffen werden, bezieht Bohl Position.
Er bezeugt Verständnis für die Täter und stellt sich gegen die Opfer.

Eine beliebte Methode der deutschen Kirchenfürsten, die wir von den katholischen Kollegen kennen, die sich jahrzehntelang schützend vor die Kinderficker stellten und ihre Opfer diskriminierten.

So auch Bohl, der sich nicht etwa dem Abschaum in den Weg schützend vor Flüchtlingsheime stellt, sondern die Positionen von PEGIDA und AfD nachplappert.

[….] Der Landesbischof der Evangelisch-Lutherischen Kirche plädiert für eine harte Linie in der Flüchtlingspolitik. Asylverfahren von Balkanflüchtlingen müssen für Jochen Bohl dringend verkürzt und beschleunigt werden. Probleme in Montenegro, Serbien oder Bosnien-Herzegowina könnten nicht dadurch gelöst werden, dass ihre Bewohner nach Deutschland kommen. »Das ist einfach undenkbar«, sagte der Bischof der dpa.   [….]  Für Zuwanderer, die nach Deutschland kämen, weil sie keine Zukunft sehen, sei das Asylrecht nicht vorgesehen.
Bohl befürwortet, in Verfahren von Balkanflüchtlingen das Konzept der sicheren Herkunftsstaaten anzuwenden. »Wenn man weiß, dass in einem Land (...) keine systematische politische Verfolgung stattfindet, können die Anträge auch in verkürzten Verfahren behandelt werden.« Angezeigt seien auch rasche Abschiebungen. Es könne »nicht so sein, dass jeder, dem es gelingt, deutschen Boden zu betreten, auch das Recht hat, hier dauerhaft zu bleiben.«
Indirekt deutete Bohl sogar Verständnis für Mobilisierungen gegen Flüchtlingsunterkünfte an: Es führe »bei vielen Menschen zu einem gewissen Verdruss«, dass »offenkundige Probleme sehr schwer und mühselig geregelt werden und es nicht zeitnah zu einer Lösung kommt.«

Die Kombination aus „Sachsen“ und „Kirche“ ist eben genauso übel, wie man es erwarten konnte.

Kollege Bergoglio in Rom bekommt inzwischen wieder mal Millionenspenden aus Bayern – aber das Geld behält er lieber für sich.
Franzl hat wohl wichtigeres zu tun; z.B. Schwule zu bekämpfen.

Verblüffend ist, daß es ausgerechnet der konservativ-christliche BILD-Kolumnist Hugo Müller-Vogg war, der in einer der harmlosen Blabla-Talkshows die eigentlich angebrachten Worte fand.

Der Papst hätte  lieber sagen sollen: (Aus dem Gedächtnis zitiert)
„Heute habe ich alle meine Bischöfe angewiesen jedem ihrer Pfarrer zu befehlen mindestens drei Flüchtlinge in ihrer Pfarrei aufzunehmen!“

Während in Hamburg sogar die Messegesellschaft von sich aus anbot 1.200 Flüchtlinge in ihren Hallen unterbringen zu können, machen die unermessliche reichen Kirchen ihre Pfarrhäuser nicht auf.
Das gilt insbesondere auch für die riesigen weitgehend leerstehenden Kloster, die auf Steuerzahlerkosten unterhalten werden.

Bereits im vergangenen Dezember wies Hubertus Mynarek in einem Artikel des hpd darauf hin, dass die katholische Kirche, trotz öffentlicher Bekundungen, "bis heute für Flüchtlinge keine kirchlichen Räumlichkeiten zur Verfügung gestellt hat, obwohl viele Kirchen in der ganzen Welt leer stehen, zahlreiche Klöster keinen Ordensnachwuchs haben und auch die vatikanischen Gemächer und Gärten groß genug wären, um eine Menge von Flüchtlingen aufzunehmen." Daran hat sich auch bis jetzt nicht sonderlich viel geändert.
Franziskus weiß, wie man die Medien nutzt und lässt sich feiern. Auf Lampedusa forderte er bereits 2013 mehr Solidarität mit Flüchtlingen und wurde dafür von den Medien gelobt. Im Jahr danach sprach er Flüchtlingen in der Türkei Mut zu. Und im April dieses Jahres drängte er auf mehr internationale Unterstützung bei der Bekämpfung der "Flüchtlingskrise". [….] Doch die von Franziskus geforderte Solidarität - oder, um im katholischen Sprachgebrauch zu bleiben: Barmherzigkeit, wird offenbar nur von "den Anderen" erwartet. Die von ihm geführte Kirche scheint davon ausgenommen.
Im schweizerischen Kanton Zug gibt es für rund 880 Flüchtlinge Plätze. Ab Ende August wird der Kanton keine Unterbringungsplätze mehr zur Verfügung stellen können. Deshalb hat die "Direktion des Innern die diversen Religionsgemeinschaften, die Landeskirchen sowie die Klöster um Hilfe angefragt." Doch die Klöster winken fast alle schon jetzt ab. Sie können nicht helfen, heißt es.

Das gleiche, widerliche verbrämliche Bild gibt Österreichs katholische Kirche ab.
Zum Mitschämen, dieses geldgierige Pack.
Die Kirche zeigt hier moralische Totalversagen und Heuchelei in höchster Vollendung.

Kirchliche Immobilien sind durch die vielfache Befreiung von Grund- und Grunderwerbssteuer und durch Denkmalpflegezuschüsse subventioniert. Trotzdem sind – durch den steigenden Bedeutungsverlust der Kirche - immer mehr Leerstände zu verzeichnen. [….]  Christoph Baumgarten, Mitautor des Buches "Gottes Werk und unser Beitrag" fordert mehr kirchliches Engagement bei der Unterbringung von Flüchtlingen: "Die Österreicherinnen und Österreicher subventionieren das System Kirche jährlich mit 3,5 Milliarden Euro. Das ist ein Vielfaches dessen, was die Unterbringung aller Asylwerber in Österreich kostet."
[….] "Wenn wir mit unserem Steuergeld kirchliche Infrastruktur fördern, dürfen wir auch einen gesellschaftlichen Beitrag der Kirchen angesichts des Betreuungsnotstands für Flüchtlinge erwarten", bekräftigt auch Fiala. Er erinnert an die millionenschweren Mensalgüter – kirchliche Immobilen, die ausschließlich dem feudalen Leben des Kardinals und der Bischöfe dienen. Und dann wären da noch die insgesamt 3051 österreichischen Pfarren, zu denen ebenso viele, meist leerstehende Pfarrhäuser zählen, die vielfach nur mehr vom Pfarrer selbst bewohnt werden.
[….] Kardinal Schönborn möchte nur christliche Flüchtlinge in den Klöstern aufgenommen wissen. "Das ist angesichts des aktuellen Betreuungsnotstands einfach nur zynisch", moniert Christian Fiala. [….] Eine Recherche offenbart: Österreichs Klöster verwaisen: "Unserem Augustiner-Vikariat gehören derzeit 12 Mitglieder an", schreibt etwa der Augustiner-Orden in einer Selbstbeschreibung: 12 Leute in drei Klöstern also. [….] Die Kreuzherren hingegen zählen ganze fünf Mitglieder, die Mechitaristen wiederum zählen 17 Mitglieder in der Wiener Abtei. Die Dominikaner – das ist Schönborns Orden – zählen in Österreich 31 Mitglieder. Die Minoriten verfügen über 27 Brüder, verteilt in sechs Gemeinschaften. [….] "Die wenigen in Österreich verbleibenden Klosterbrüder und –schwestern leben also in weiträumigen Immobilien, deren Erhalt massiv von uns Steuerzahlern finanziert wird", fasst Buchautor Baumgarten zusammen.


Mittwoch, 5. August 2015

In geistige Gaga-Gefilde – Teil II



Leider bin ich immer noch nicht  aufgewacht und kann daher nichts Sinnvolles bloggen. Ich ergehe mich immer noch in fiebrigen Tagträumen – dieser „bizarren oder halluzinatorischen mentalen Aktivität, die während eines Kontinuums an Schlaf- und Wachstadien einsetzt“ – um den Harvard-Forscher Prof. Robert Stickgold zu zitieren.
Das sind aber im Moment auch wirklich bizarre Hallus, die mir durch die Birne blitzen.

Mir erschien Innenminister de Maizière, der gleichzeitig FÜR und GEGEN die Ermittlungen gegen Netzpolitik.org ist, sich einerseits hinter Maaßen stellt und andererseits den Rausschmiss desjenigen, der Maaßens Willen exekutierte, begrüßte.

Trotzdem ließ de Maizière am Mittwoch seinen Sprecher erklären, "dass bis hoch zum Minister das Bundesinnenministerium der Auffassung ist, dass Herr Maaßen korrekt gehandelt hat". Der Sprecher bezog sich dabei ausdrücklich sowohl auf die Anzeigen als auch auf das Gutachten.

Armer Innenminister. Schizophrenie ist ein schweres psychisches Krankheitsbild.
Aber auf das Agieren der Bundesregierung beim Verfassungsschutz trifft es voll zu.

Im akuten Krankheitsstadium treten bei schizophrenen Menschen eine Vielzahl von charakteristischen Störungen im Bereich von Wahrnehmung, Denken, Ichfunktionen, Affektivität, Antrieb sowie Psychomotorik auf.
(Wiki)


Und von Amerika habe ich auch wieder Alpträume gehabt.
Da gleitet man auch leicht hinein, weil die Realität schon sehr verwirrend ist.
Es war ja schon in Deutschland ziemlich merkwürdig, daß vor der letzten Bundestagswahl ein Satz Comedy-Jacketkronen namens Mettbrötchen Raab als geeignet erachtet wurden Merkel und Steinbrück zu ihrer Eignung als Kanzler zu befragen.

In Amerika treffen sich nun schon für die Kandidatur nur einer Partei gleich 17 Clowns beim Comedy-Sender „Fox“, dessen Zuschauer nachweislich deutlich schlechter politisch informiert sind, als diejenigen, die überhaupt keine Nachrichten sehen.

Politik spielt aber schon längst keine Rolle mehr – der absurde Zirkus gruppiert sich um einen Mehrfach-Pleitier, der Gloria von Thurn und Taxis Frisur aus den 80er Jahren kopiert und im Übrigen daran arbeitet möglichst viele Unter-der-Gürtellinie-Beleidigungen in einem Satz unterzubringen.


Ein Berater von John Kasich umschreibt das Problem der restlichen Diskutanten so: "Sich auf diese Debatte vorzubereiten ist genauso schwer, wie es für einen Rennfahrer wäre, der weiß, dass in einem Auto ein Betrunkener sitzt." Viele Zuschauer dürfte vor allem interessieren, wen der exzentrische Milliardär als Nächsten beleidigt.

Ich habe aber geträumt, daß es noch viel Irrer geht.
Daß im amerikanischen Fernsehen erklärt wird, wie durch die Supremecourt-Entscheidung für „gay-marriage“ Erdbeben , Hurricanes und Dürren ausgelöst werden.


Ein sehr realistischer Traum.
Diese Ansicht überzeugt mich.

Beweisen lässt es sich schon dadurch, daß in den gesamten 6.000 Jahren, die die Erde existiert noch nie ein Erdbeben stattfand BEVOR Obama die same-sex marriage eingeführt hat - natürlich nur aus purem Hass auf das Christentum.
Er hasst bekanntlich alle Christen wie die Nazis damals die Juden gehasst haben!

Lasst uns alle beten!


Dienstag, 4. August 2015

In geistige Gaga-Gefilde.



Erinnert sich noch jemand an den Film „Birdy“ von 1984?
Das ist dieser psychologisch hochinteressante Antikriegsfilm von Alan Parker mit Matthew Modine und Nicolas Cage in ganz jung und dem sensationellen Soundtrack von Peter Gabriel.
Habe ich damals mehrfach gesehen und war schwer beeindruckt.
Der in Vietnam schwer traumatisierte Modine driftet mental immer mehr in seine Phantasiewelt ab.
Es beginnt mit Träumen, die schließlich so intensiv werden, daß er sie nicht mehr von der Realität unterscheiden kann.
Als Teeni faszinierte mich dieses psychologische Abdriften, das Verschwimmen der Realität über alle Maßen. Vermutlich lag das unter anderen daran, daß ich (zumindest damals noch) selbst geistig sehr normal war.

Inzwischen kann ich das alles besser nachvollziehen.

Zum Beispiel heute Morgen:
Ich habe eine ganz leichte Fehlstellung der kleinen Zehen. Die sind etwas verdreht von Geburt an.
Nun wurde das aber plötzlich wesentlich schlimmer. Die drei äußeren Zehen beider Füße biegen sich im 90°-Winkel nach innen. Sieht übel aus. Wie kommt sowas? Mutationen? Knochenkrebs?
Ich wollte das noch mal genau ansehen und dann eine Termin beim Orthopäden machen.
Dabei stellte ich fest, daß ich mir die Aktion sparen kann.
Ich hatte diese Rapid-Zehenverdrehung offensichtlich geträumt. Meine Füße sind ganz normal. Allerdings scheint mein Hirn nicht gründlich die Traumrudimente aus meinem Bewusstsein geräumt zu haben.
Mir geht es fast wie Matthew Modine in Birdy.

Es geht offenbar los.
Ich kann meinem eigenen Verstand nicht mehr trauen.

Noch so ein bizarrer Traum heute:

Harald Range, der senile und überforderte Generalbundesanwalt ist heute Morgen durchgedreht, hat sich vor die Presse gestellt und seinen ihm gegenüber weisungsbefugten Dienstherren zur Schnecke gemacht. Behauptete der Justizminister dürfe ihm nicht reinreden und jammerte Maas hätte das getan.
Ist RANGE verrückt geworden? Und dann auch noch in offensichtlicher Unkenntnis der Verfassung. NATÜRLICH ist der Justizminister weisungsbefugt gegenüber dem Generalbundesanwalt. Maas darf nur nicht die Richter beeinflussen. Wieso sind ausgerechnet die Juristen im Bundesjustizministerium und der Bundesanwaltschaft juristisch noch unbedarfter als ich, der nicht eine Minute Jura studiert habe? Range scheint begeistert in den Karrieresuizid gegangen zu sein. Wer so rumpöbelt, muß doch wissen, daß er noch am selben Tag entlassen wird. Was für ein irrer Traum. Range, der von allen Parteien und Journalisten unter Beschuss steht, kommt auf die Idee öffentlich seinem Chef aufs Pult zu kacken.

Und stimmt es, daß Killer-König Salman ganz begeistert ist von Maaßens und Ranges Vorgehen?


Diese Namen, die phonetisch wie Maas und Maaßen klingen, verwirren mich.

Daher träumte ich auch noch, es gäbe diesen Euskirchener Landratskandidaten MAASSEN von der SPD, der gerade behauptete sich selbst anzuzünden zu wollen.
Verrückt, was mein Hirn während der REM-Phasen anstellt.

Er will seiner Wählerschaft in Nordrhein-Westfalen zeigen, dass er "Feuer und Flamme" ist. Deswegen will er sich bei einer Wahlkampf-Tour vor den Augen der Zuschauer anzünden - ohne feuerfesten Schutzanzug. Das kündigt der SPD-Landratskandidat in Euskirchen Guido Maassen auf seiner Homepage an.

Hoffentlich wache ich bald auf.

Ich habe nämlich noch etwas vollkommen Irres geträumt, das unmöglich real sein kann.
Da ging es um die US-Wahl. Bisher dachte ich nämlich, Trump wäre der Bekloppteste von allen. Trump ist der Typ, der Latinos als Mörder und Vergewaltiger bezeichnete und nun behauptet Hispanics stünden genau wie Schwarze hinter ihm, weil Obama auch den Schwarzen so geschadet hätte.
In meinem Traum nun wollte der erste GOP-Kandidat, der Immigrantenhasser Ted Cruz (in Kanada geboren, Vater Kubaner) Gaga-Trump auf der nach oben offenen Wahnsinnsskala übertreffen, indem er ein Video machte, mit dem er für automatische Waffen und Bacon warb.

Cruz wickelte die in den Vereinigten Staaten so beliebten Schweinefleisch-Streifen liebevoll um den Lauf eines Maschinengewehrs und ummantelte die merkwürdige Konstruktion mit Alufolie. Er arrangiere einfach so gerne für seine Familie am Wochenende das Frühstück, sagt er in dem Clip grinsend in die Kamera: "Aber in Texas bereiten wir Bacon natürlich ein bisschen anders zu als es andere Leute tun."
Mit Schutzbrille und Ohrstöpseln ausgestattet geht er mit seiner mit Fleisch umwickelten Waffe an den Schießstand und feuert immer wieder auf die Zielscheibe - so lange, bis vom Gewehrlauf das Fett auf den Boden tropft.
Der grinsende Cruz entfernt daraufhin die Alufolie, wickelt mit einer Plastikgabel genüsslich den Speck von der Waffe und beißt schließlich beherzt hinein. Zum Schluss des rund einminütigen Clips sagt Cruz nur noch: "Hmmm, Maschinengewehr-Bacon" - und bricht in schallendes Gelächter aus.

Ich glaube, ich brauche jetzt dringend starke Neuroleptika, die verhindern, daß ich so einen Schwachsinn träume.
Sonst halte ich das alles am Ende noch für real und muß in die Klapsmühle.




Montag, 3. August 2015

Doof und dreist



Erinnert sich noch jemand an die Madonnas World-Tour „Confessions“ von 2006, als sie ein Lied wie Jesus ans Kreuz geschlagen sang und runde 200 Millionen Euro durch den Ticketverkauf einnahm?
Eine Eintrittskarte kostete durchschnittlich 200 Euro, so daß auch echte Fans gut umworben sein wollten, um so tief in die Tasche zu greifen.
Madonna ist aber ein Marketing-Genie und konnte sich auf ihre treuen Helfer auf den Kirchenkanzeln verlassen.
Die dümmste Bischöfin der Welt, Margot Käßmann, sprang bereitwillig ein, um Madonnas Kartenverkauf anzuheizen.

Käßmann kann aber auch richtig dumm - wie sie in der causa „Madonna“ bewies, als sie sich wie Hein Doof in der Marketing-Maschine der Groß-Sängerin verhedderte:
Während der vorletzten Madonna-Europa-Tournee konnte die Bischöfin kein Mikrofon auslassen und musste permanent ihren Senf zur Show abgeben.
Das ist an sich schon lächerlich und offenbart nur ihren Neid auf die ungleich erfolgreichere Kollegin, aber vor allen geht sie damit dem ältesten Madonna-Trick überhaupt auf dem Leim: Madonna hat immer Grenzen überschritten und genau so viel provoziert, bis die religiösen Eiferer zum Boykott aufriefen und damit den CD-Verkauf anheizten.
Nur Frau Käßmann hat es nach einem Vierteljahrhundert immer noch nicht begriffen.

Ich zitiere:

„Mich empört ihre (Madonnas, Red) anmaßende Selbstinszenierung, sich an die Stelle Jesu zu setzen. Das Kreuz ist für alle Christen das zentrale Symbol für das Leiden und Sterben Jesu. ... Es ging ihr um eine spektakuläre Bühnenshow, mit der sie 200 Millionen Dollar verdient hat, wie es heißt. ... Die arme Madonna! Sie sagt doch, sie sei tief religiös! Ich denke, Madonna hat das alles wenig interessiert. ...“


Auf einem ähnlichen geistigen Niveau wie Dummdumm Käßmann agiert bedauerlicherweise auch der Chef des Verfassungsschutzes.

Die Rede ist von Hans-Georg Maaßen, 52-Jähriger Jurist aus NRW, seit dem 1. August 2012 Präsident des Bundesamts für Verfassungsschutz (BfV) und damit wichtigster Zuarbeiter des Verfassungsschutzministers Thomas de Maizière.

Maaßen ist offenbar nicht die Hellste unter Gottes Blitzbirnen.
Die akademische Karriere stockt gewaltig.

Seit 2001 ist Maaßen Lehrbeauftragter am Fachbereich Rechtswissenschaft der Freien Universität Berlin. Dem Antrag des Fachbereiches auf eine Honorarprofessur Maaßens kurz vor seiner Vorstellung durch den Bundesinnenminister vom Akademischen Senat der Freien Universität wurde eine Absage erteilt. Ausschlaggebend war Maaßens Rolle in der Affäre um Murat Kurnaz. Die ehemalige Bundesjustizministerin Herta Däubler-Gmelin (SPD) – selbst Honorarprofessorin der FU – bezeichnete laut taz Maaßens damaliges Rechtsgutachten als „falsch, empörend und unmenschlich“, der Rechtsprofessor Ulrich Battis, hielt es für zweifelhaft und politisch „völlig daneben“. Maaßen erklärte, der Titel sei ihm „schnurz“, und er verteidigte weiter seine Haltung.

Eben dieser Maaßen, der sich selbst im konservativen Bundesinnenministerium unmöglich gemacht hatte, wurde 2012 von der juristischen Superblitzbirne; dem damaligen Bundesinnenminister Hans-Peter Friedrich („Sicherheit ist das Supergrundrecht“) zum Präsident des Bundesamts für Verfassungsschutz (BfV) ernannt.
Dort machte er sich sofort Freunde, indem er Edward Snowden als „Verräter“ bezeichnete, der aus Sicht des Verfassungsschutzes als Verbrecher behandelt werden müsse.

Auch zu den amerikanischen Diensten hat Maaßen klare Ansichten. Diese hielten sich an deutsches Recht und betrieben hier keine Wirtschaftsspionage.

Maaßens skandalöses Vorgehen gegen Netzpolitik.org setze ich an dieser Stelle als bekannt voraus.

Da ohnehin alle Medien rund um die Uhr von dem Fall berichten, muß ich das nicht nacherzählen.
Unstrittig scheint bisher zu sein, daß der Wunsch gegen Netzpolitik.org vorzugehen und damit ein Exempel zu statuieren aus dem Bundesinnenministerium kam. Dort sitzt Herr Maaßen und es so gut wie unvorstellbar, daß de Maizière davon nichts gewußt hat.
Kollege Maas muß ebenfalls seit einigen Tagen oder Wochen von dem Vorhaben gewußt haben. An ihm läge es den Generalbundesanwalt Range zu stoppen. Klar ist ferner, daß Maas das Vorgehen Maaßens und des Bundesinnenministeriums strikt ablehnt, unklar ist wieso er nicht einfach von seiner Befugnis Gebrauch macht Range zurück zu pfeifen. Möglicherweise ist Maas (über-)vorsichtig, weil es sich hier um die heikle Schnittstelle zwischen Exekutive und Judikative handelt. Direkte Einflußnahme eines Regierungsmitglieds auf die Justiz sieht nie gut aus.

Zur Personalie Range gibt es keine zwei Meinungen.

Alle zeigen jetzt auf Generalbundesanwalt Harald Range. Haus für Haus in Berlin distanziert sich von ihm, als habe der 67-Jährige, der bald in Pension geht, eine ansteckende Krankheit. Er habe allerorten an Vertrauen verloren, heißt es.
Range hat den Fehler gemacht, das Gutachten einer obersten Bundesbehörde zu ernst zu nehmen. Dabei war die Expertise, neben anderem, auch eine Kampfschrift des Bundesamtes für Verfassungsschutz, in der kräftig mit dem Begriff "Staatsgeheimnis" hantiert wurde. Die Nachrichtendienstler wollten mal ein Exempel an einem statuieren lassen, der ihre Geheimnisse rausließ.
(Hans Leyendecker, SZ, 04.08.2015)

Der bereits 67-jährige Harald Range, FDP, ist als Generalbundesanwalt beim Bundesgerichtshof eine komplette Fehlbesetzung. Ihm fehlen Können, Elan und Souveränität für den Job. In typischer rückgratloser Art exekutierte er tumb den Willen de Maizières, ohne seine eigene Denkmurmel einzuschalten.
Daß er überhaupt noch im Amt ist, ist einzig und allein der Tatsache geschuldet, daß er ohnehin in einem halben Jahr aufhört.

Ich habe eigentlich nichts gegen Menschen mit kuriosen Ansichten.
Natürlich ist es dennoch irgendwie ein wenig unglücklich, wenn so einer BfV-Präsident wird und so gar nicht begreift was eigentlich sein Job ist.

[….] Das eigentliche Problem der Landesverrats-Affäre ist der Verfassungsschutz. Ein Verfassungsschutz, der Strafanzeigen gegen Journalisten verschickt, um sich selbst zu schützen, ist ein problematischer Verfassungsschutz. Die Bundesoberbehörde, die dem Bundesinnenministerium zugeordnet ist und Verfassungsschutz heißt, hat offenbar ein eigenes, ein eigenartiges Verständnis von der Verfassung.
Unter "Verfassung" versteht dieser Apparat nicht die Grundrechte der Bürgerinnen und Bürger; und unter "Verfassungsschutz" versteht er nicht den Schutz eines Verfassungsstaates, der für die Menschen da ist. Der Verfassungsschutz versteht unter Verfassung offenbar den eigenen Zustand, also die Verfassung seines eigenen Apparates - die er, wenn er sich etwa durch Publikationen gestört sieht, mit den Mitteln des Strafrechts schützen will.
Das ist ein gefährliches Missverständnis. Ein Verfassungsschutz ist nicht für sich selbst da, so wenig wie der Staat für sich selbst da ist; der Staat besteht wegen und aus der Freiheit seiner Menschen; aber dieses freiheitliche Denken hat in der Behörde namens Verfassungsschutz leider kein Zuhause. Das ist ein Fehler; das ist die Tragik dieser Behörde. [….]
 (Heribert Prantl, SZ, 03.08.2015)

Die Idioten in dieser Geschichte sind aber eindeutig Maaßen und de Maizière, die wie einst Bischöfin Käßmann bei ihrem Umgang mit Madonna aufgrund ihrer eigenen Doofheit das Gegenteil erreichten.
Statt „Netzpolitik.org“ ordentlich eins mitzugeben und die Journalisten  einzuschüchtern, damit diese nicht mehr so genau und so kritisch über den BfV berichten, erreichten sie genau das Gegenteil:
Nun fühlen sich Journalisten erst recht angestachelt, Netzpolitik.org-Chef Markus Beckedahl bekommt jede Menge kostenlose Werbung, höhere Klickzahlen und zudem auch noch einen Spendensegen.

Klar. Ich freue mich, daß Maaßen und de Maizière mit ihrer miesen Masche offensichtlich scheitern.
Aber daß Verfassungsschutzminister und Verfassungsschutz-Präsident so dumm und plump agieren, kann einen  nicht wirklich erfreuen.
Kein Wunder, daß die nicht mit echten Problemen fertig werden.

Die Ermittlungen gegen Netzpolitik.org haben große Empörung und ebenso große Hilfsbereitschaft ausgelöst. In wenigen Tagen erhielt das Blog so viele Geldspenden wie sonst in mehreren Monaten.
Nicht nur das Schlagwort #Landesverrat wurde in den vergangenen Tagen ein Trend bei Twitter, sondern auch die Kontonummer des Blogs Netzpolitik.org. Das zeigt sich jetzt auch auf dessen Konto: Seit Bekanntwerden der Ermittlungen wegen angeblichen Landesverrats gegen Netzpolitik.org hat das Internetportal 50.000 Euro an Spenden erhalten.
"Damit sind wir jetzt schon einigermaßen abgesichert, auch, um den Rechtsweg beschreiten zu können", sagte der Gründer und Chefredakteur von Netzpolitik.org, Markus Beckedahl der "Berliner Zeitung". Im ganzen letzten Jahr habe die Plattform knapp 180.000 Euro an Spenden eingenommen. [….]