Donnerstag, 16. Mai 2019

Ein Lichtblick


Heute habe ich schon so viel abartiges Treiben der Rechten und Ultrarechten der westlichen Welt verfolgt, daß selbst meine Tageskapazität ausgeschöpft ist.
Ich kann die Texas-Alabama-Berger-Bannon-Sellner-Yiannopulos-Bande nicht mehr ertragen.
Ich muss erst eine Nacht drüber schlafen.

Bis dahin wende ich mich den schönen und gottgefälligen Dingen zu. Der völligen geistigen und geistlichen Erquickung, dem Streicheln der Seele.
All das erreicht man am besten mit dem folgenden Geschenktipp, der von einem der bescheidensten und besten Menschen Amerikas vertrieben wird – Jim Bakker. Einer der glühendsten Fans des US-Präsidenten verkauft nun „Trump Benefit Coins as Point of Contact with God.“
Wer wünscht sich das nicht – eine edle Trump-Münze, mit der man Kontakt zu Gott herstellt!
Ist das nicht wunderbar? Für nur $45 einen echten #45-coin!


Mai 2019

Ich werde sofort meine sämtlichen Ersparnisse in diese Wundermünzen investieren und allen meinen Freunden diese simcard zu Gott schenken.

[….] The producer of the coins, Lance Wallnau, who appeared on Bakker’s program, suggested that the product served as a “point of contact” with God to help get prayers through to him to help Trump.
Wallnau claims God spoke directly to him about the need for creating — and selling, likely at a profit — the coins.
“When I asked the Lord, ‘Why the coin?’ he said ‘Because when you take the coin, it’s a point of contact.’ So your faith is being released with a million other believers to pray protection and peace and wisdom and counsel over the president of the United States and over his family,” Wallnau told viewers.
The coin’s producer also said that prayer was going to be necessary in order to help Trump win the “battle for the future of America,” implying that the coin might help in those efforts.
“God’s begun a miracle. Let’s keep that miracle going,” Wallnau said. [….]


Natürlich gibt es einige bösartige Satanisten aus dem linksextremen Spektrum, die den goldigen Trump-Coins ihre Wirkung absprechen. Ketzer, diese.
Die güldenen Präsident-Gott-Taler sind hochvernünftig. Jeder anständige Mensch sollte sie besitzen!

[…..] So Jim Bakker and Lance Wallnau want people to send them $45 for this gold plated coin to use as a “point of contact” between them and God to pray Trump’s reelection. Wallnau says that unbelievers think coin believers are “crazy” but actually the believers are the “sane ones.” [….]

Das ist der Beweis (Quelle: Internet!); wer eine solche Münze kauft, ist vernünftig! Sane! Fast so vernünftig und rational wie Trump selbst.
Wallnau kann sich außerdem gar nicht irren, da er von Jim Bakker unterstützt wird.

  (….)  Der Fernsehprediger Jim Bakker, *1940, erlebte als Televangelist schon Höhen und Tiefen.

Als Priester der Assemblies of God war er Frontmann der Show “The PTL Club”, bis das passierte, was, nun ja, eigentlich allen ultrarechten stramm fundamentalistischen Predigern passiert: Sie verstricken sich in Sexskandale, werden als Megaheuchler enttarnt und angeklagt.

Der unscheinbare Raum [Zimmer 538 des Sheraton-Hotels von Clearwater] wurde zu einem Wallfahrtsort eigener Art durch die Erinnerung an den am ausführlichsten dokumentierten Seitensprung der jüngsten US-Geschichte: Hier war, vor nunmehr knapp sieben Jahren, der berühmte Fernsehprediger Jim Bakker Chef-Pastor der reichen PTL-Gemeinde (für "Praise The Lord", "Lobet den Herrn") "pfingstgläubiger" Protestanten, seiner Fleischeslust erlegen.
Hier fiel Ehrwürdens mittlerweile im ganzen Land bekannte Frottee-Badehose über die inzwischen urkundlich dokumentierten und notariell beglaubigten "bleichen Oberschenkel" herab. Hier wollte er für anderthalb Stunden nicht von der damals 20jährigen Kirchenangestellten Jessica Hahn ablassen, die ihm von einem befreundeten Kollegen zugeführt worden war.
Der wiederum hatte die Bedenken des Mädchens mit dem bereits klassischen Ratschlag weggewischt: "Er ist ein Hirte. Wenn du einem Hirten hilfst, hilfst du den Schafen."
Es wurde ein teures Schäferstündchen. Heute steht das Gemeinde-Kürzel PTL nicht mehr für die Aufforderung zum Gotteslob, sondern für "Pay The Lady" - und das nicht zu knapp. Schweigegeldzahlungen in Höhe von 265000 Dollar erhielt das Mädchen aus dem Fonds, den fromme Anhänger von PTL zum Teil gespeist hatten - erst seit voriger Woche sind die Zahlungen eingestellt worden.

Praktischerweise haben TV-Pfaffen diese direkten Draht zu Gott.
Klar, erst mal ist es peinlich, wenn man wie der rechtsradikale fundamentalchristlicher Homohasser Ted Haggard mit Callboys und Crystal Meth erwischt wird, aber wenn Gott einem dann im Gebet verzeiht, ist man offiziell geläutert und bei seinen zahlungsfreudigen Anhängern noch beliebter als vorher, weil man ja eine von Gott auferlegte Prüfung überstanden hat.

Bakker hatte schon in den 1980ern rund eine Million Dollar wöchentlich mit seinen tränenreichen Predigtshows eingenommen.
So eine Geldquelle gibt man nicht auf, nur weil man fremd-fickend und veruntreuend erwischt wird.

Zunächst hatte er 265.000 Dollar Schweigegeld an Jessica Hahn gezahlt, die er offenbar zusammen mit dem Televangelist John Wesley Fletcher vergewaltigt hatte.
Im März 1987 zog sich Bakker von seiner Sendung zurück und wurde vom heutigen Trump-Supporter Jerry Falwell ersetzt.

Reine christliche Nächstenliebe herrschte aber nicht zwischen den beiden Predigern.

Falwell called Bakker a liar, an embezzler, a sexual deviant, and "the greatest scab and cancer on the face of Christianity in 2,000 years of church history". In 1988, Falwell said that the Bakker scandal had "strengthened broadcast evangelism and made Christianity stronger, more mature and more committed." Bakker's son, Jay, wrote in 2001 that the Bakkers felt betrayed by Falwell, who they thought, at the time of Bakker's resignation, intended to help in Bakker's eventual restoration as head of the PTL ministry organization.
(Wikipedia, ausnahmsweise wegen des Zeitdrucks)

Bakker selbst blieb aber auch nicht untätig und lieferte seinen frommen Anhängern immer weiter wichtige Erkenntnisse aus Bibel und Gottes Mund.

In the last year, “Pastor Jim” has claimed that Christians are being persecuted like Jews in Nazi Germany, radical Islamists are embedded in our churches, and that Planned Parenthood is a front for Satanic sacrifices.

Ab 2003 wirkte Pastor Bakker wieder mit eigener TV-Show.
Die Jim Bakker Show  wird in Branson, Missouri produziert und gemeinsam mit seiner zweiten Frau Lori präsentiert.

Auch politisch klärt Pastor Jim auf.
Donald Trump ist für ihn die „Trompete Gottes“ – vom Herrn persönlich benutzt.
Ja, Gott hat eben Geschmack.


So it should come as no surprise that Bakker is joining the growing number of religious right leaders who are preparing their flocks to support Donald Trump. In fact, according to one of Bakker’s buddies, God is using the Donald to shine the hot lights on this country’s political climate.
Lately, Bakker has turned into a full-on survivalist. The yeomen at People for the American Way’s Right Wing Watch discovered that last week, Bakker invited one of his fellow survivalist pastors, Steve Quayle, to discuss “the world’s spiritual return to Noah’s day.” On Friday’s show, the discussion turned to Trump’s rise in the polls. Bakker wondered why Trump was getting so much support and stirring up “warfare in the political arena.” Quayle believed that God was using Trump to “trump-et the nature of what America believes–and an essence, we believe a lie.”
Pastor Jim ate it up, recalling a discussion he’d had with Rick Joyner in which Joyner mentioned that Trump may very well “the final trumpet” mentioned in the New Testament. Quayle agreed, recalling that the word “trumpet” was mentioned twice in the New Testament. Quayle believes God is using Trump as “a prosecuting attorney” to expose “the political sins of this country.” He then wrung his hands at how polarized this country has become. [….]

Mittwoch, 15. Mai 2019

Too much, too many people.


Über 10.000 Wohnungen wurden letztes Jahr in Hamburg fertig gestellt, 2019 werden es noch mehr.
Meine Heimatstadt platzt aus allen Nähten. Und immer noch fehlen so viele Fachkräfte.

[…..] Der Zuzug in die Hansestadt ist ungebremst – damit steigt auch der Personalbedarf in den Krankenhäusern bis 2030 dramatisch.
Das Bevölkerungswachstum in der Metropolregion Hamburg bedeutet auch für die Krankenhäuser eine große Herausforderung. So müssen die mehr als 30 Hamburger Kliniken nach Berechnungen der Gesundheitsbehörde in den kommenden elf Jahren allein rund 4000 Ärzte einstellen – 2100, um Abgänge auszugleichen, und 1900, um die wachsende Zahl von Patienten behandeln zu können. Noch größer ist der Bedarf an Pflegekräften. [….]

Als Sozialdemokrat freue ich mich natürlich über so eine erfolgreiche Senats-Politik. Hamburg ist attraktiv, beliebt und prosperiert.
Man muss nur ein oder zwei Stunden gen Osten fahren und sieht überall das gegenteilige Problem: Verödete, überalterte, sterbende Orte, aus denen jeder, der noch da ist und unter 90 Jahre alt ist, wegziehen möchte.
Offenbar macht Hamburg also einiges richtig; konnte sogar noch ganz nebenbei bei kontinuierlich sinkender Kriminalitätsrate 30.000 Flüchtlinge, aufnehmen, integrieren und schneller als geplant der Hälfte von ihnen reguläre Jobs verschaffen.

Als Antinatalist und Sozialphobiker gruselt mich die Größe.
Hamburgs steter Bevölkerungszuwachs und der ökonomische Erfolg führt beispielsweise auch dazu, daß es inzwischen fast eine Million Fahrzeuge in der Stadt gibt.

[….] Nach Daten, die das Kraftfahrtbundesamt (KBA) veröffentlichte, nahm die Zahl der in Hamburg gemeldeten Pkw von Anfang 2018 bis Anfang 2019 um mehr als 11.000 zu. Auch die Zahl der Lkw wuchs deutlich.
Waren am 1. Januar 2018 noch 783.255 Pkw in Hamburg registriert, so stieg die Zahl zum Januar 2019 auf 794.618. Die der gemeldeten Lkw wuchs von 56.640 auf 58.821, [….]  Die Zahl aller in Hamburg gemeldeten Kraftfahrzeuge hat damit einen Rekordwert erreicht und bewegt sich langsam auf die Millionengrenze zu. [….]

Millionen Menschen, die konsumieren, CO2 produzieren, die Welt mit Plastik fluten, die Fleisch fressen, Platz verbrauchen und Fäkalien ausscheiden.

Einkaufen wird zur totalen Qual.

(….) Schon vor der Eingangstreppe dann ein Menschenauflauf wie bei der Duisburger Loveparade. Auf der Treppe kam man immer nur eine Stufe voran, stellte sich mit beiden Beinen drauf und spürte dann den warmen Currywurstatem vom Hintermann im Nacken, das Kaugummischmatzen des Nebentypen im Ohr.
Mein Plan war dann mir schlau einzuprägen wo die verdammte Essplatzabteilung ist, damit ich nicht dem vorgezeichneten Rundgang folgen müsste, den alle anderen Lemminge gehen würden.
Aber offensichtlich empfanden die anderen Arschgeigen IKEA nicht als unangenehm überfülltes Möbelgeschäft, in dem man bedauerlicherweise wegen seiner Arbeitszeiten nur am Samstag seinen Esstisch und die beiden Stühle kaufen könne (die der blöde Hermes einem von OTTO gleich zweimal nicht geschickt hatte, weil sie die Adresse nicht finden konnten).
Nein, das miese Psychopack genoss die Sardinendosen-Folter offensichtlich. Kaum wurde die Eingangstreppe hinter sich gelassen, breiteten sich Shopoholics aus, hakten sich ein, so daß hinter ihnen Drängelnde keinesfalls vorbei konnten, verlangsamten ihre Schritte in Zeitlupe und sobald sich auch nur die kleinste Gasse bildete, durch die ich hätte vorbei gehen können, blieb genau dort eine tratschende Familie stehen, oder eine dicke 13-Jährige im Smombi-Modus vergaß ob ihrer Tipperei auf dem rosa lackierten Mobiltelefon ganz und gar ihre Füße zu bewegen. (….)
(Wochenend und Feiertag, 31.10.2018)

Wir sind so verdammt viele, daß nicht nur Staus, Wohnungsnot und überfüllte Volksfeste nerven, sondern wir zerstören dabei auch noch das Ökosystem und rotten gerade eine Million Tier- und Pflanzenarten aus.

[…..] Erstmals seit 14 Jahren haben Experten wieder eine globale Bestandsaufnahme der Artenvielfalt vorgelegt.
Dem Bericht des Weltbiodiversitätsrats IPBES zufolge sind etwa eine Million von acht Millionen Tier- und Pflanzenarten vom Aussterben bedroht. Besonders gefährdet sind Amphibien, Korallen und viele Pflanzenarten.
Verantwortlich sind Eingriffe des Menschen in die Natur. [….]


Wie viele Menschen brauchen wir eigentlich auf der Erde?
Wenn man mich fragt, gar keine.
Homo Sapiens ist geistig so verdammt eingeschränkt, physisch minderwertig und mit mangelhaften Sinnesorganen ausgestattet.
Aber Fauna und Flora könnten natürlich einige Menschen vertragen, ohne gleich die größte Aussterbewelle aller Zeiten zu generieren.

(….) Siebeneinhalb Milliarden Individuen sind einfach zu viel, wenn man so einen gewaltigen Ressourcen-Verschleiß aufzuweisen hat.

Wir roden die letzten Wälder, treiben den Meeresspiegel hoch, lassen die Gletscher schmelzen, verseuchen die Böden, trocknen Seen aus, verdrängen so effektiv andere Tierarten, daß täglich mehrere aussterben.
Wir erodieren, planieren und asphaltieren Gebirge, buddeln Kohle aus, pumpen Gas und Öl aus der Tiefe, generieren Ozonloch und CO2-Hüllen.

Homo Sapiens lebt auf Kosten der anderen Spezies.
Homo Sapiens vermehrt sich inzwischen nahezu ungehindert.

Pro Jahr werden es 83.686.000 Menschen mehr, das sind 229.277 Menschen pro Tag; 159 Menschen pro Minute und 2,7 Menschen pro Sekunde.

Ein paar von denen kann man aushalten, aber ein Zehntel würde locker ausreichen. 750 - 800 Millionen betrug die Gesamtweltbevölkerung Ende des 18. Jahrhunderts. Die Eine Milliarde-Menschen-Marke wurde 1804 geknackt. Reicht das nicht?

Schon damals konnten wir Ebenbilder Gottes bekanntlich Kriege, Genozide und Ausbeutung ganzer Kontinente vollbringen, weil es genug Soldatennachschub gab, weil die Frauen im Durchschnitt so viele Söhne hatten, daß sie es hinnahmen, daß ab und zu einer davon „auf dem Feld der Ehre“ zerhackt oder zerfetzt wurde.

Der enorme Bevölkerungsdruck, die Verzehnfachung der Menschen in 200 Jahren führte aber zu noch viel mehr Konflikten, Kampf um Ressourcen, Massenmigrationen, Fluchtwellen.

In den Teilen der Welt, die ein sehr geringes Bevölkerungswachstum ausweisen, oder gar wie Deutschland, Japan, Südkorea und die baltischen Länder (Fertilitätsrate bis 1,3) schrumpfen, ist die Kriegsmüdigkeit hingegen recht ausgeprägt.
Verständlich, denn wenn man/frau bloß ein Kind hat, geht es ihm einerseits ökonomisch besser, so daß es weniger wahrscheinlich auf die Idee kommt Soldat zu werden und andererseits sind die Eltern auch protektiver, lassen ihre Kindern weniger gern in den Krieg ziehen.

Länder mit den höchsten Fertilitätsraten – Gaza 4,9 Jemen 5,0 Ruanda 5,3 Kongo 5,8 Uganda 6,1 Somalia 6,3 Ost-Timor 6,3 Afghanistan 6,4 – sind offenbar auch besonders unfriedlich, weil die enorme Kinderzahl die Ressourcen erschöpft, Konkurrenz entsteht und Eltern auch eher mal den Tod eines ihrer Blagen verkraften.

Wir brauchen also weniger Menschen und daher weniger Nachwuchs.
Es ist wohl auch kein Zufall, daß die Länder mit der höchsten Bevölkerungsdichte auch die mit den geringsten Geburtenraten sind. (…..)

Ein Zehntel der Menschen von heute würde also ausreichen, um die Homo-Sapiens-Kulturvielfalt aufrecht zu erhalten.

Um Homo Sapiens einfach nur überleben zu lassen, sind aber offensichtlich nur extrem wenige Individuen notwendig.
Ein paar Tausend weltweit genügen. Erst mit der Sesshaftwerdung des Menschen vor etwa 11.000 Jahren begann sich die Zahl der Individuen kontinuierlich zu vermehren, weil man mit Landwirtschaft eine kontinuierliche Nahrungsquelle schuf und sich effektiv vor der Witterung schützen konnte.
Europa war während der längsten Zeit der Geschichte völlig menschenleer.
Obwohl es uns schon seit 298.000 v. Chr. gibt, hatten wir über Jahrhunderttausende nur Lust auf Afrika und Asien.

Erst vor etwa 45.000 Jahren latschten die ersten halbnackten Jäger mit ihren Keulen aus dem Osten entlang der Donau nach Deutschland, Frankreich und Spanien.

Inzwischen ist die Zeit des Aurignaciens vor 42 000 bis 33 000 Jahren recht gut untersucht. Viel los war aber über Myriaden Jahre nicht.
Die meisten Mammuts, Bisons und Karnickel haben die aggressiven Zweibeiner gar nicht bemerkt.

[…..]  […..]  Aus sogenannten ethnografischen Analysen, also vor allem dem Vergleich mit heutigen Jäger-und-Sammler-Gesellschaften, ergibt sich eine durchschnittliche Gruppengröße von etwa 40 Personen. Daraus errechneten die Forscher um Schmidt die absolute Anzahl der Menschen. So ergab sich ein Wert von etwa 1500 Personen, mit einer Untergrenze von 800 und einer Obergrenze von 3300. Nicht eben viel für Mittel- und Westeuropa - so viele Menschen werden heute in sechs Minuten weltweit geboren.
Nur in fünf Regionen gab es überhaupt eine dauerhaft überlebensfähige Population von 150 Personen oder mehr: in Nordspanien, Südwestfrankreich, Belgien, in Teilen Tschechiens und im Tal der Urdonau in der Schwäbischen Alb. Im Südwesten Frankreichs mit seinen Karsthöhlen lebte dabei mit 440 Personen die größte Gruppe. Die Zentren lagen rund 400 Kilometer voneinander entfernt, dazwischen lagen große Landschaftsräume, die nur kurzfristig, saisonal oder gar nicht besiedelt waren. Das sei ein europaweit einheitliches Muster, so die Forscher. […..] 

Klar, man wanderte herum, musste ja auch mal genetisch etwas durchlüften, indem man von Belgien nach Spanien lief, dort einer Menschenfrau mit der Keule auf den Kopf schlug und sie mit nach Hause schleifte.
War natürlich blöd für ihren Mann, der in Ermangelung von Parship und Tinder nicht leicht Ersatz fand, aber andererseits war sein inzestuöses Sperma ohnehin keine Dauerlösung.

[…..] In Europa nahm in der auf das Aurignacien folgenden Epoche des sogenannten Gravettien die Bevölkerungszahl auf rund 2500 Personen zu, die Zahl der überlebensfähigen Kernregionen stieg dabei von fünf auf neun. […..]   "Erst gegen Ende des Gravettien vor rund 27 000 Jahren bricht dieses Netzwerk aufgrund von Klimaänderungen zusammen", sagt Schmidt. "Wir sehen ein regionales Aussterben von Populationen und den Beginn einer Neuorganisation." Die alten Strukturen brachen zusammen, und neue Netzwerke tauchten auf.
[…..]   Manche Forscher glauben, dass die Menschheit vor rund 74 000 Jahren kurz vor der Auslöschung stand, als im nördlichen Bergland von Sumatra der Vulkan Toba ausbrach. Die vermutlich stärkste Eruption in den vergangenen zwei Millionen Jahren könnte zumindest auf der Nordhalbkugel die Erde drastisch abgekühlt haben. Populationsgenetiker liefern hier grobe Schätzungen von maximal 10 000 Menschen weltweit, vielleicht waren es sogar nur noch 2800 Individuen. […..] 

2.800 oder 3.300 Menschen Gesamtbevölkerung.
Das sind Zahlen, die mir gefallen.
Mehr als vierstellig ist wirklich nicht notwendig.

Dienstag, 14. Mai 2019

Es regiert der Herr des Hasses


Eins muss man Donald Trump lassen; er hat wirklich ein Händchen für Hass.
Seine Händchen mögen winzig sein wie andere Körperteile (zB das Gehirn), aber so eifrig wie sie Pussy-grabben, so perfide und skrupellos schafft er es Politiker, Menschen, Parteien, ethnische Gruppen, Nationen, Religionen, Regionen, Senatoren, Minister, Mitarbeiter, Gesellschaften gegeneinander aufzuhetzen.


Mit 10.000 Lügen im Amt schuf er eine echte Kultur des Hasses in Washington, die grundlegende Mechanismen der amerikanischen Demokratie außer Kraft setzt. Die Republikaner haben sich so sehr in diesen Lügenstrom hineinziehen lassen, daß sie nicht mehr rauskommen, ohne zuzugeben wie sehr sie seit Jahren selbst lügen und die Werte der Verfassung russischen Wünschen unterordnen.

[….] Nach einer Zählung der „Washington Post“ hat der US-Präsident soeben die Grenze von 10.000 falschen und irreführenden Behauptungen während seiner etwas mehr als zwei Jahre dauernden Amtszeit überschritten. Die Frequenz der Falschaussagen sei deutlich gestiegen, berichtet das Blatt.
26 irreführende oder falsche Behauptungen pro Tag
Nach 601 Tagen im Amt sei bereits die Grenze von 5000 erreicht worden – acht pro Tag. Nur 226 Tage später – am 26. April - seien es bereits 10.000 Falschaussagen gewesen. Pro Tag kamen in diesen sieben Monaten im Durchschnitt 26 falsche oder irreführende Behauptungen aus dem Mund oder der Feder Trumps. Die „Washington Post“ nennt dies einen „Tsunami der Unwahrheit“.
Verantwortlich für die Zunahme der vergangenen Monate dürften Wahlkampfauftritte vor den Zwischenwahlen vergangenen Herbst sein, aber auch ein langes Interview mit dem Fox-News-Moderator Sean Hannity vor wenigen Tagen spielt eine Rolle. 45 falsche Behauptungen fielen den Fact-Checkern in dem Gespräch auf. Bei einem Wahlkampfauftritt in Wisconsin vergangenen Samstag waren es sogar 61. Dort kritisierte Trump gleichzeitig erneut die Medien mit den Worten: „Sie sind Fälscher.“
Für besonders krasse Falschaussagen hat die „Washington Post“ die Negativ-Auszeichnung „Bottomless Pinocchio“ erdacht und bereits 21 Mal verliehen – für faktenferne Aussagen, die der US-Präsident mindestens 20 Mal wiederholt hat. [….]

Warum sollte man nach 10.000 Lügen anfangen die Strategie zu ändern?

Weite Teile der Medien, die gesamte republikanische Partei, der Oberste Gerichtshof und 40% der amerikanischen Wähler stehen fest zu ihm. Sie alle sind total verseucht.


Interessanterweise hat Trump aber außer seines Händchens für den Hass scheinbar gar keine Talente. Er kann noch mal Golf spielen und gewinnt seine Spiele nur durch massiven Betrug.
Er hat nicht die leiseste Ahnung von internationaler Politik, ist kulturell vollkommen ungebildet, verfügt über keine Empathie und ist darüber hinaus als Geschäftsmann und Finanzinvestor vollkommen unfähig.
Als er von seinem Papi Mitte der 1980er eine halbe Milliarde Dollar erbte, gab es tolle Zinsen und die Aktienmärkte boomten.
Hätte er nichts mit dem Geld getan, sondern sie einfach nur in der Bank liegen lassen, wäre er heute wirklich Milliardär.
Trump schaffte aber etwas nie Dagewesenes – er verlor über eine Milliarde Dollar in einer Dekade; faszinierenderweise ausgerechnet mit Spielcasinos, die gemeinhin als Lizenz zum Gelddrucken gelten und andere Casinobesitzer wie Sheldon Adelson (37 Milliarden) zum dutzendfachen Dollarmilliardären machten.

[…..] Regarding the recent New York Times report that, between 1985 and 1994, Trump's business lost more than $1 billion and avoided paying any taxes, Maher wondered why Democrats were not using this information to attack the president more vehemently. He suggested that presidential candidate Senator Elizabeth Warren — whom the president has mockingly called "Pocahontas" — should start referring to Trump as "Broke-ahontas."
"He sold himself to this country as a business genius," said Maher. "Turns out, he's a reverse billionaire — his economic value was minus $1.17 billion. And today, Melania was like 'Tell me again why I'm fucking this guy.'" […..]


Grandioserweise vermag es Trump aber auch über seine Dekaden währenden Pleiten derartig dreist zu lügen, daß sine Millionen Fans ihn immer noch für einen Super Businessman halten.

(…..) Es gehört nicht viel Phantasie dazu sich vorzustellen, weswegen Donald Trump sich so hartnäckig weigert seine Steuerunterlagen zu veröffentlichen.
Der Mann will zwar vermutlich nicht US-Präsident werden, aber garantiert will er nicht, daß die Welt erfährt was für ein mieser Geschäftsmann er ist.

Warren Buffett hatte den Reichtum Trumps damit relativiert, daß der GOP-Kandidat zu einem Zeitpunkt Millionen von seinem Papi geschenkt bekam, als auch ein Affe an der Börse mehr Profit gemacht hätte.

Natürlich würden viele wahlkampfinteressierte Amerikaner gern wissen was sich hinter Trumps pekuniärer Geheimnistuerei verbirgt.

Man stochert.
Die New York Times enttarnte gewaltige Schuldenberge. (…..)

Trump scheitert insbesondere an der Kernaufgabe eines guten Unternehmers, nämlich fähige Mitarbeiter zu finden.
Sämtliche Top-Staffer seiner Administration haben sich inzwischen als hoffnungslos überforderte Idioten, korrupt oder extrem verlogen herausgestellt. Am besten funktionieren die Regierungsabteilungen, deren Spitze nie von Trump besetzt wurden. Vakanz bietet mehr Qualität als Trump-Appointees.
Das ist insofern schlüssig, als verschiedene Untersuchungen zeigten, daß Amerikaner, die überhaupt keine Nachrichtensendungen und Zeitungen konsumieren, immer noch deutlich besser informiert sind, als die FOX-News-Stammzuschauer.


Wie lange kann Trump sich so erfolgreich gegen die Realität stemmen?
Bis zu den Präsidentschaftswahlen im November 2020 sollte er bei weiter zunehmender Lügenfrequenz bei 30.000 Lügen angekommen sein und damit eine derartiges Fake-Gebäude errichtet haben, daß er womöglich sogar wiedergewählt wird.

Möglicherweise gerät #45 aber schon vorher in Schwierigkeiten, wenn nämlich sein totales außenpolitisches Versagen durch einen Handelskrieg oder einen heißen Krieg nicht mehr zu übertünchen ist.
Keins seiner Versprechen konnte er auch nur ansatzweise halten, Mexiko zahlt nicht für die Mauer, das Außenhandelsdefizit wird größer statt kleiner, das Etatdefizit erreicht immer neue Rekorde, China, Nordkorea und Russland tanzen ihm auf der Nase herum und der Nahe Osten ist weiter vom Friesen entfernt denn je. Gut möglich, daß die USA demnächst einen Krieg mit dem Iran beginnen und das wird schlimm, da der Iran (mit einer Bevölkerung von 81 Millionen Menschen) nicht unvorbereitet ist und militärisch wesentlich stärker als der Irak 2003 oder gar Afghanistan 2001 ist.

[…..] Egal ob in China, Iran oder Nordkorea: Donald Trump kann auf internationaler Bühne bislang kaum Erfolge vorweisen. Das macht ihn nur gefährlicher.
Ein Geheimnis von Donald Trumps Wahlerfolg war, dass er im Wahlkampf für die hochkomplexen globalen Probleme dieser Zeit besonders einfache und griffige Antworten parat hatte.
Der Handel mit China, die Einwanderung, der Aufstieg neuer Atommächte wie Iran oder Nordkorea - für jedes Thema versprach Trump eine passende Lösung. Seine Vorgänger erklärte er quasi zu Dummköpfen. Das Motto lautete: "I alone can fix it" - "Nur ich kann es lösen."
Es paarten sich Größenwahn und Ahnungslosigkeit, das Ergebnis war vorhersehbar: Als Präsident scheitert Trump bislang an der Komplexität dieser Aufgaben. Seine großen Versprechungen fallen in sich zusammen wie ein kaltes Soufflé. Fähige Berater, die ihn von Dummheiten abhalten könnten, hat er nicht mehr. […..] Der US-Präsident hat sich offenkundig nicht nur zu viel vorgenommen, sondern er schätzt auch immer wieder die Intelligenz, Verschlagenheit und Härte seiner Gegner falsch ein. Die Ergebnisse sind: Chaos und eine Zuspitzung von Krisen. […..] Trumps Außenpolitik mit der Brechstange ist gescheitert. [….]

Auch der Wahnsinn an der amerikanischen Südgrenze wird sich nicht ewig weiter verheimlichen lassen und massive Auswirkungen auf die US-Wirtschaft haben. Schon jetzt ist das Chaos gewaltig und jeden Tag gehen viele Millionen Dollar verloren durch Trumps Borniertheit.

[….][….] Dabei hat der US-Präsident seine Drohung, die südliche Landesgrenze zum Schutz vor Drogenkurieren und "Flüchtlingskarawanen" aus Mittelamerika zu schließen, noch gar nicht wahr gemacht, denn selbst seine eigenen Berater warnen vor dem Chaos, das entstünde, wenn zwei der am meisten miteinander verwobenen Volkswirtschaften der Welt über Nacht auseinandergerissen würden. In Wahrheit jedoch ist das Chaos längst da, denn vielerorts geht schon jetzt kaum mehr etwas an der amerikanisch-mexikanischen Grenze: Obst- und Gemüselieferungen verrotten, Blutproben verderben, Autoteile kommen nicht bei ihren Bestellern in den USA an, Menschen verlieren ihre Jobs und Schüler kommen zu spät zur Schule. Allein in der Millionenstadt Juárez, die über gerade einmal vier Brücken mit der 700 000-Einwohner-Metropole El Paso verbunden ist, sind nach Angaben der örtlichen Wirtschaftsvereinigung Index 100 000 Arbeitsplätze von dem Durcheinander bedroht. Der Schaden für die Firmen in beiden Ländern lässt sich noch gar nicht absehen. [….] Was passiert, wenn die Grenze plötzlich ganz dicht ist, zeigte sich im letzten Dezember, als die Regierung Trump den Übergang San Ysidoro nach Streitereien zwischen US-Beamten und einer Gruppe Migranten schloss: Obwohl die Sperrung nach nur fünf Stunden wieder aufgehoben wurde, verlor die Wirtschaft in San Diego nach Angaben örtlicher Behörden mehr als fünf Millionen Dollar an Umsätzen. Sollten die Schlagbäume tatsächlich einmal länger unten bleiben, wie Trump es immer wieder androht, kämen allein auf die USA dreistellige Milliardenschäden zu, wie die Ökonomen Kadee Russ und Aaron Sojourner errechnet haben. Die US-Handelskammer erklärte gar, eine Abriegelung der Südgrenze wäre "noch zerstörerischer als ein Handelskrieg mit den Chinesen." [….]

Trump wird nicht durch ein Impeachment oder durch seine Lügen oder durch ethische Verfehlungen abgelöst.
Selbst wenn er einfach tot umfiele, blieben seine 63 Millionen von geiferndem Hass zersetzten Wähler eine Realität.


Nein, die Politik dieses Tyrannen muss die amerikanische Ökonomie so schwer schädigen, daß auch der letzte Redneck merkt, wie dumm es war Trump zu wählen.