Montag, 4. Februar 2019

Gerd Schröder geht um


Nichts triggert die Cortisol-Produktion in den Hirnen vermeidlich linker Sozialdemokraten so sehr wie Meinungsäußerungen des letzten SPD-Kanzlers.
Man kann niemand so leidenschaftlich hassen wie denjenigen, den man mal liebte.
Dieser Typ, der in Niedersachsen zweimal die absolute Mehrheit für die SPD holte und im Bund 41% erzielte.
41% Schröder versus 14% Nahles.
Dazwischen liegen politisch gesprochen nicht nur Welten, sondern Galaxien.
Oh, wie sie den Altkanzler für seine sagenhaften Erfolge hassen und pawlowsch sabbernd „Gas-Gerd“ und „Putin-Freund“ ausspeien.
Im Jahr 2019 ist der INF-Vertrag zerstört und wir stehen unmittelbar vor einem neuen atomaren Wettrüsten in Europa. Kaum noch vorstellbar, daß eben dieser Putin als Regierungschef als Freund auf Deutsch vor dem Bundestag sprach, daß Berlin und Moskau gemeinsame Kabinettssitzungen abhielten, ihre pazifistische Außenpolitik (gegen den Irakkrieg) koordinierten, daß sich die Regierungschefs so gut verstanden, daß sie Geburtstage und Weihnachten privat zusammen verbrachten, daß der russisch-deutsche Handel blühte. Eine echte Freundschaft zwischen Russen und Deutschen entstand. Deutsche Schweinezüchter zogen auf russische Steppen, das Hamburger Partyvolk strömte zu den Weißen Nächten der Partnerstadt St. Petersburg, russische Schriftsteller und Musiker ließen es sich in Berlin gutgehen.

20 Jahre später hassen wir uns wieder. Deutsche Soldaten stehen als NATO-Verstärkung in den Baltischen Staaten unmittelbar vor der russischen Grenze, es herrschen strikte Wirtschaftssanktionen und wir installieren wieder Atomraketen gegeneinander.

Wir urteilen nun moralisch und nicht pragmatisch.
Daher lehnen wir die Erinnerungen an das goldene deutsch-russische Zeitalter unter Schröder empört ab. Dieser Gas-Gerd.

Schröder teilt zu allem Übel auch noch gegen Andrea Nahles und Kevin Kühnert aus.
Die Seele der sozialdemokratischen Facebookgruppen kocht über.
Dieser Putin-Freund! Ist der nicht überhaupt schon das fünfte mal verheiratet?

Die gegenwärtige Partei- und Fraktionsvorsitzende der SPD hat dabei allen Grund ihren Vorvorvorvorvorvorvorgänger (Schröder, Müntefering, Platzeck, Beck, Müntefering, Gabriel, Schulz) zu fürchten.

Aus zwei Gründen.

1.) Gerhard Schröders Anmerkungen aus dem aktuellen SPIEGEL sind alle richtig.

Wohl schon ein biss­chen. Ich habe im­mer ver­sucht, in kur­zen Sät­zen zu spre­chen und nicht aus­zu­wei­chen. Die Bun­des­um­welt­mi­nis­te­rin hat neu­lich ge­zeigt, wie man es nicht ma­chen soll­te. Sie wur­de ge­fragt, wie sie zum Tem­po­li­mit steht. Und an­statt zu sa­gen, ich bin da­für oder da­ge­gen, sagt sie, man wer­de ei­nen Plan vor­le­gen in der Re­gie­rung, und man müs­se die Din­ge im Ge­samt­zu­sam­men­hang se­hen. Solch eine Spra­che kommt so ver­klau­su­liert und so ängst­lich da­her, dass sie kei­nen be­wegt. Da muss man sich dann auch nicht wun­dern, wenn ei­nen nie­mand mehr ver­steht.
(Gerd Schröder, 02.02.2019)


[….] SPIEGEL: Wir ha­ben den Ein­druck, der gan­zen SPD ist die Spra­che ver­lo­ren ge­gan­gen. Ist das »Bät­schi« von Par­tei­che­fin An­drea Nah­les ein Er­satz für Ihre »Fla­sche Bier«?

Schrö­der: Das sind Ama­teur­feh­ler. Sie war da­mals zwar noch nicht Vor­sit­zen­de, aber so drückt man sich ein­fach nicht aus. Übri­gens kann Schlam­pig­keit auch im Klei­dungs­stil au­ßer­or­dent­lich kon­tra­pro­duk­tiv sein, ins­be­son­de­re bei SPD-Wäh­lern. Da­mit mei­ne ich nicht Frau Nah­les, aber das muss man wis­sen. Die Vor­stel­lung, dass SPD-Wäh­ler es am liebs­ten hät­ten, wenn man mit ei­nem Ka­pu­zen­pul­li zum Par­tei­tag geht, ist ein Feh­ler. Ge­ra­de un­se­re Leu­te er­war­ten, dass wir ver­nünf­tig auf­tre­ten. [….]
Schrö­der: Mit So­zi­al­po­li­tik al­lei­ne nicht. Wenn uns nicht eine Mehr­heit der Men­schen öko­no­mi­sche Kom­pe­tenz zu­bil­ligt, wer­den wir nicht wie­der den Kanz­ler stel­len. Wer glaubt, dass die SPD er­folg­reich ei­nen Kanz­ler­kan­di­da­ten ohne die­se Kom­pe­tenz auf­stel­len könn­te, der irrt.
SPIEGEL: Hat An­drea Nah­les die­se öko­no­mi­sche Kom­pe­tenz?
Schrö­der: Ich glau­be, das wür­de nicht mal sie selbst von sich be­haup­ten.
SPIEGEL: Wer hat sie dann?
Schrö­der: Je­mand wie Olaf Scholz hat schon be­wie­sen, dass er was von Wirt­schaft ver­steht. Und er hat er­folg­reich Ham­burg re­giert. Gu­tes Re­gie­ren ist Vor­aus­set­zung für ei­nen er­folg­rei­chen Po­li­ti­ker, es reicht aber nicht. Man muss es auch nach au­ßen kom­mu­ni­zie­ren.
SPIEGEL: Was ist mit Sig­mar Ga­bri­el?
Schrö­der: Sig­mar Ga­bri­el ist viel­leicht der be­gab­tes­te Po­li­ti­ker, den wir in der SPD ha­ben. Er ist nur in der Par­tei ein paar Leu­ten zu fest auf die Füße ge­tre­ten. [….]
(DER SPIEGEL, 06/19)

2.)Gerd Schröder wird gehört.

Was er sagt hat nicht nur Hand und Fuß, sondern er verfügt über die Gabe Aufmerksamkeit zu erregen. Positiv wie negativ. Insbesondere die, die ihn nicht mögen reagieren empfindlich wie Seismographen auf jeden seiner Sätze.
Er hat die Fähigkeit sich so auszudrücken, daß seine Botschaft inhaltlich bei den meisten Menschen ankommt.
Nahles hingegen plappert ein derartig von der Realität entferntes Politiker-Sprech, daß sie es selbst mit ihrem fatalen Hang zu Vulgarität, Lautstärke und Infantilismus kaum noch schlimmer machen kann.
Sie ist als Parteivorsitzende so unfähig, daß selbst echte Politjunkies sie sofort vergessen.
Ich muss Minutenlang googeln bis ich wieder vergegenwärtigt hatte, was Nahles nach dem letzten Mega-Koalitionskrach und den katastrophalen Landtagswahlergebnissen von sich gab. Erst hieß es immer „Neustart“, dann aber hatte sich die Parteibürokratin etwas Neues ausgedacht, nämlich einen „konkreten Fahrplan für die Koalition“. Oder war es „Arbeitsplan“?
Und was war noch mal der Unterschied zu allen vorherigen Absichtserklärungen? Was steht im Koalitions-Fahrplan anderes als im Koalitionsvertrag?

Das ist Nahles. Schon nach zwei Monaten ist längst alles vergessen, was sie gesagt hat. Wie viele von hundert Menschen auf der Straße könnten beantworten, was in Nahles‘ „konkreten Koalitionsfahrplan“ steht?
Weiß auch nur eine Woche später noch jemand welche Position die SPD-Umweltministerin zum Tempolimit vertritt?

Schröder hingegen ist so einprägsam, daß man noch 20 Jahre später genau weiß was er meinte.

Ja, Koalitionen müssen Kompromisse machen.
Aber das kann man kommunizieren und muss sich nicht feige wegducken, bzw mit wolkigem Blabla wegreden.
Obwohl es dafür eine Mehrheit im Bundestag gibt, traute sich die SPD nicht.
OK, kann man machen, aber dann muss man laut und deutlich sagen: „Wir sehen es anders, aber der Fortbestand der Groko ist uns wichtiger, weil…“
Doch ausgerechnet während die SPD das erste mal von einer Frau geführt wird, traut sie sich nicht eine feministische Position einzunehmen.
Ist die Partei etwa Opfer der fanatischen Religiotie der Nahles?

[…..] Eigentlich ist es irre: Eine letztlich semantische Frage führt im 21. Jahrhundert eine Große Koalition beinahe an den Rand des Zusammenbruchs. Und alles nur, weil Menschen seit zwei Jahren laut dafür kämpfen, dass das, was 1933 für die Nazis "Werbung für Abtreibung" war, heute als "Information über Abtreibung" gelten sollte.
[…..]  die neue Debatte über Abtreibungen" dokumentierte teils den grandios rumeiernden Zustand der SPD, die noch vor einem Jahr den Paragrafen knallhart ganz streichen wollte. Und zeigte zudem, wie überholt das Frauenbild wirkt, das hinter dem Gesetz steckt. Im Zuge von #MeToo eigentlich kaum noch vorstellbar. […..]   Sieht man davon ab, dass Philipp Amthor sich beharrlich um Anne Wills Fragen nach seinem Engagement für jenen populistischen Verein "Durchblick" herumgedrückt hat, als ob ihm diese Leute auch peinlich wären ("Ich bin keine Projektionsfläche für alles, was im Lebensschutz passiert"); und ignoriert man, dass er der Frauenärztin Kristina Hänel vorhielt, sie sei wissentlich Wiederholungstäterin und erst einmal grundsätzlich für Abtreibungen (was sie beides fix als falsch entlarvte), dann muss man sagen: Wenn man Amthor beim Wort nehmen kann, könnten Parlamentsdebatten rund um Frauenrechte in Zukunft weniger reißerisch ablaufen. […..] 

Selbst die konservative WELT, in der die braun-christliche Kristina Schröder als Kolumnistin gegen Frauenrechte wettert, räumt ein, wie schlecht der CDU-Mann aussah. Nur die SPD schaffte es nicht zu profitieren.

[…..] Bei Twitter war Philipp Amthor am Sonntagabend unten durch. Noch während die Sendung lief, machte sich bei dem Kurznachrichtendienst die Häme über den jungen CDU-Politiker aus Mecklenburg-Vorpommern breit. […..] Der Grund für die Häme: Amthor verteidigte in der Talkshow von Anne Will den Kompromiss zwischen CDU und SPD zum viel diskutierten Paragrafen 219a, den das Kabinett am Mittwoch beschließen will. Amthor, der sich selbst als „Lebensschützer“ bezeichnet, ist dafür, dass das sogenannte Werbeverbot für Abtreibungen weiterhin bestehen bleiben soll.
[…..] In der Berliner Regierungskoalition gab es wegen der Initiative gegen das Gesetz bereits Streit. Die SPD spricht sich schon länger für eine Streichung des Paragrafen aus – genauso wie Linke, Grüne und Teile der FDP. Im März 2018 hätte diese Mehrheit im Bundestag den 219a sogar beinahe schon einmal gemeinsam zu Fall gebracht, doch dann schreckten die Sozialdemokraten vor einer offenen Konfrontation mit der CDU zurück.
[…..] Der sozialdemokratischen Familienministerin Franziska Giffey kam in der Talkshow die Rolle zu, die ausgehandelte Einigung zu verteidigen. […..] „Wir sind nun einmal in einer großen Koalition“, sagte die Ministerin nüchtern. [….]

Schröder hätte sich garantiert nicht feige im Willy Brandt Haus versteckt, sondern die öffentliche Diskussion dominiert, den Schwarzen Peter der CDU/CSU zugeschoben.
Nahles hingegen schafft es, die SPD dumm dastehen zu lassen, während die CDU auf der anachronistischen Minderheitenposition beharrt.

Ein bißchen Hoffnung machen die neuen SPD-Positionen bezüglich der Respekt-Rente“ von Hubertus Heil.
Die CDU tobt und hält dagegen. GUT SO! Das kann den Volksparteien nur helfen, wenn sie klare antagonistische Positionen beziehen.

Ebenso positiv sehe ich den aktuellen Streit zwischen den Parteigenerälen Klingbeil und Ziemiak.
Der Sozi wendet sich klar gegen atomare Aufrüstung in Europa, der CDU-Mann aus Polen hält stramm dagegen und bettelt geradezu um neue US-Atomraketen in Deutschland. GUT SO! Fechtet das aus! Ich habe große Hoffnungen, daß die jeweilige SPD-Position die Populärere ist.

Schade nur, daß Andrea Nahles wie immer völlig abgetaucht ist und zu all dem rein gar nichts zu sagen hat.

Vielleicht tue ich ihr auch Unrecht. Möglicherweise äußerte sich die Doppelchefin doch schon zu diesen Themen.
Aber, siehe oben, sie ist eben Nahles, kann sich nicht ausdrücken und nicht kommunizieren.
Und man vergisst es sofort wieder, wenn sie irgendwas plappert.

Sonntag, 3. Februar 2019

Gott und Genetik.


Mein Chemielehrer hat mich vermutlich übermotiviert.
Als Teenager gefiel mir der Chemie-Leistungskurs auch deswegen so gut, weil ich daraus philosophische Erkenntnisse zog.
Proteinbiosynthese, die Vervielfältigung von DNA, die Neurotransmitter, die in den Synapsen des Hirns umherziehen, um bestimmte Reize und Gefühle zu transportieren, die verschiedenen Stoffwechselkreisläufe, die so genial ineinander greifen. Das erklärte menschliche Existenz vollständig.
Und zwar nicht das „Wunder der Existenz“, sondern das eben nicht mystische oder göttliche Leben. Wir sind das Produkt von Evolution und befinden uns mitten im Erkenntnisprozess, wie wir eigentlich funktionieren.
Hat man einmal alle diese biochemischen Prozesse analysiert und verstanden, kann man gezielt Antibiotika herstellen, Schmerzmittel konstruieren und jedes Leiden wissenschaftlich abstellen.
Depression, Ängste? Liegt an einem Serotonin-Mangel im Hirn.
Die medikamentöse Lösung ist sogar besonders elegant, indem man nicht etwa einfach Serotonin, den „Wohlfühl-Botenstoff“ nachkippt und den Körper damit von außen überflutet, sondern ein SSRI, Selective Serotonin Reuptake Inhibitor ansetzt. Ein schlaues Molekül, das in die Synapsen schwimmt und dort genau das Protein außer Gefecht setzt, das eigentlich dafür da ist Serotonin zu zerlegen.
Dadurch wird das körpereigene Serotonin langsamer abgebaut und es verbleiben größere Konzentrationen genau in den Synapsen, in die es gehört, um sich gut zu fühlen.
Genial. Antidepressiva sind eben keine chemischen Keulen, sondern wirken ganz natürlich.

Wie sich herausstellte ist das aber an der Universität doch ein etwas länglicherer Prozess die Techniken zu erlernen und erheblich komplizierter als es in der Schule an der Tafel skizziert war.
Das bekannteste SSRI ist das US-amerikanische Prozac (Fluoxetin) und wird von 20 Millionen Amerikanern regelmäßig genommen.
Depressionen existieren aber immer noch.
Ganz so simpel ist es offenbar doch nicht. Einen Neurotransmitter auffüllen und alles ist gut.

Die Chemie ist mehr als Physik oder Biologie die richtige Naturwissenschaft, um den Menschen zu verstehen. Natürlich sind wir nichts anderes als Chemie. Unsere Gedanken, unsere Gefühle unsere Körper sind Chemie.
Aber komplizierte Chemie. Was macht unsere Persönlichkeit aus?
Was ist Genetik? Was sind Umwelteinflüsse?
Ich muss nur an meinen Vater und seinen Zwillingsbruder denken.
Die Gene sind extrem ähnlich, sie sind unter genau denselben Umständen aufgewachsen und wurden dann zwei Männer, die unterschiedlicher nicht sein könnten.
In wie weit ist man Sklave der Umstände, der Umwelt, seiner Gene? Ist man überhaupt vollständig für sein eigenes Handeln verantwortlich?
Können schwere Religioten sich überhaupt dagegen wehren, oder sind sie Opfer einer Inselverarmung, sind mit einer genetischen Prädisposition geboren worden, um sich leichtgläubig und unkritisch Kulten anzuschließen?

Wenn Kriminelle sich mit ihrer „schweren Kindheit“ rausreden, fallen BILD und TWITTER über sie her. Andere hätten es auch so schwer gehabt, ohne je kriminell zu werden.
Haben die aber nicht vielleicht einen besseren Gen-Satz mitbekommen?
Hat jemand schon mal in einer der vielen Knast- und Jugendknast-Dokumentation einen Insassen erlebt, der nicht aus zerrütteten Verhältnissen stammt?

Ich habe keine Antwort auf die Frage, welche Faktoren darüber entscheiden, ob man durch eine wirklich miese Kindheit ein bedauerliches kleinkriminelles Würstchen wird, oder bösartig und sadistisch.
Niemand kann genau erklären woher die Jahrtausendbösartigkeit eines Adolf Hitlers kommt.
Aber es ist auch unklar wieso einfache, ungebildete oder auch sehr junge Leute wie die 18-Jährige Marion Dönhoff nach einer Begegnung mit Hitler wußten wie gefährlich er ist, während sich so viele andere verführen ließen.




 Auch Trumps toxische Persönlichkeit lässt sich nicht ohne das familiäre Umfeld erklären. Seit Generationen schaffen die Trumps für ihre Söhne die Voraussetzung sich zu besonderen Arschlöchern mit Psychosen zu entwickeln.
 Aber offenbar spielt auch eine starke genetische Komponente eine Rolle, der Ivanas Chromosomensatz wenig entgegenhalten konnte. Alle drei Sprösslinge aus dieser Linie, Don Jr., Eric und Ivanka, gehören zur unangenehmsten Sorte Mensch, die je ersonnen wurde.

Donald Trump selbst weiß nichts über Wissenschaft.
Aber das Weiße Haus verfügt natürlich über einen gewaltigen Mitarbeiterstab und kann so einiges über die besonderen Eigenschaften des Präsidenten erklären.

Böse Zungen hatten Fakenews verbreitet:

[….] Freunde der Trump-Tochter Ivanka berichten, dass die First Daughter Details zur ungewöhnlichen Frisur ihres Vater verraten hatte. Trump habe nach einer Kopfhautverkleinerung eine Haarinsel auf der Mitte seines Kopfes, die von einem buschigen Haarkranz umgeben ist. Die aufwendige Prozedur: „Vom Haarkranz werden alle Enden zur Mitte über die kahlen Flächen gekämmt und mit einem starken Haarspray fixiert.” Auch das Geheimnis der orangen Farbe lüftete Ivanka. Trump benutze das Billigfärbemittel „Just for Men“, um das Grau zu übertünchen. Weil er nicht genügend Geduld für die Einwirkzeit aufbringe, lande er meist bei dem charakteristischen Orange-Ton. [….]

 [….] According to former White House staffer Omarosa Manigault-Newman, there may be a reason why President Donald Trump’s skin has its infamous hue.
In her new tell-all, Unhinged: An Insider’s Account of the Trump White House, Omarosa writes that the President of the United States reportedly has his own tanning bed in the White House and uses it every morning, Us Weekly reports.
“He prefers to do it in the morning so he ‘looks good’ all day,” Omarosa wrote [….] She also claims that he was alone in the room with his tanning bed when he sent the infamous “covfefe” tweet and that a White House staffer was apparently fired over the mishandling of the bed’s delivery when the president moved in, People reports.  [….]

#45 geschminkt und gefärbt?
Kann gar nicht sein.

Sein orange-gesunder Teint ist Produkt seiner hervorragenden Gene!

[…..] In a town where not even the longtime operation of the federal government seems certain, Mr. Trump has adhered to one constant: a conspicuously sun-kissed glow, one that has shone like a stoplight against Washington’s graying backdrop. Much like Warhol’s shock of white hair or Big Bird’s saffron plumage, the president’s vibrant hue is so consistently present and meticulously maintained that it was a culturally embedded representation of him long before he entered politics.
The president’s shade is one that Alec Baldwin, the actor who portrays Mr. Trump regularly on “Saturday Night Live,” recently described as vacillating between a “Mark Rothko orange” and a “slightly paler Orange Crush,” depending on the setting. Which right now is February in Washington.
[…..] The official line from the White House, as with other matters surrounding the president’s physical health and appearance, is that Mr. Trump’s glow is the result of “good genes,” according to a senior administration official who would speak only on the condition of anonymity. [….]


Nun ist das Geheimnis von Trumps Schönheit also gelüftet.
Gute Gene.
Aber das auskunftsreiche Weiße Haus beließ es nicht nur bei dieser Aufklärung sondern konnte durch die Sprecherin der mächtigsten Supermacht der Welt auch noch grundsätzlich erklären, wie Trump überhaupt Präsident wurde:
Es war Gottes Wille!

(Sarah Huckabee Sanders)


In Amerika gelten offenbar doch keine Naturgesetze.
Vergesst Chemie und Spray-Tan, es kommt alles von Gott.

Samstag, 2. Februar 2019

Fromme Kindheit.


Mit dem Kinderkriegen ließen sich meine Vorfahren traditionell viel Zeit.
Ich halte das aus Perspektive der Kinder für einen Vorteil, wenn die Eltern schon reifer und etablierter sind.
Da meine Großeltern allerdings noch im 19. Jahrhundert geboren wurden, waren beide Großväter schon vor meiner Geburt gestorben. Eine Großmutter starb zu meiner Einschulung, die andere als ich 13 Jahre alt war.
Diese letzte Oma, „meine Oma“ liebte ich allerdings abgöttisch und verbrachte so viel Zeit wie irgend möglich mit ihr.
Meine Mutter sagte immer in einem Tonfall, den ich damals als Kompliment auffasste, für mich käme erst Oma, dann x, dann ganz lange nichts und dann erst sie.
Die meisten Kinder lieben ihre Omas; da will ich nicht allzu viel hinein interpretieren.  Ich hingegen bewunderte sie auch grenzenlos. Sie war eine echte Dame, die sich nie zu unüberlegten Äußerungen hinreißen lassen hätte. Sie saß und stand immer absolut kerzengerade. Sie war die Inkarnation des „Kind, sitz“ nicht mit krummen Rücken da.“ Es wäre vollkommen undenkbar sie jemals mit ungepflegten Haaren oder schlechter Laune zu erleben. Sie strahlte diese absolute Autorität aus, legte diese hanseatische Noblesse völlig unterschiedslos gegenüber ihrer Putzfrau, dem Gärtner, mir oder dem Bürgermeister an den Tag.
Sie gehörte zu der geplagten Generation, die als Erwachsene gleich zwei Weltkriege miterlebt hatte. Zweimal mitten drin, zweimal alles verloren, zweimal gab es Tote in der engsten Familie.
Sie erzählte mir viel „aus dem Krieg“ und „der Nachkriegszeit“. Mir erschein das einerseits furchtbar ernst, andererseits aber auch eigenartig abenteuerlich und wieder bewunderte ich meine Oma grenzenlos für ihre Stärke.
Daß sie, um Lebensmittel für die Familie heranzuschaffen mit in ihrem Mantel heimlich eingenähten Silberlöffeln endlose Kilometer im eiskalten Winter zu Fuß durch eine zerstörte Stadt kletterte, um unter erbärmlichen Umständen so etwas Langweiliges wie ein Pfund Zucker einzutauschen.
Wie so viele in der Generation Erzogene gehörte zu ihrem Verständnis von „hanseatischer Haltung“, sich niemals zu beklagen.
Niemals hätte sie mir direkt gesagt, wie sehr sie darunter litt den ersten Sohn nach dem Ersten Weltkrieg sterben zu sehen und den Zweiten im Jahr 1944 irgendwo hinterm Ural verloren zu haben und wie brutal der Druck gewesen sein muss, als sie nach 1938 demonstrativ zu ihrem Jüdischen Schneider ging und sich mit der Gestapo plagte, als mein Opa und sie mehrere ausgemergelte russische Kriegsgefangene, die seiner Firma zugeteilt worden waren kurzerhand mit nach Hause nahmen und darauf bestanden die armen Männer erst mal aufzupäppeln bevor die irgendeine Arbeit anfangen könnten.
Obwohl sie mir nie zu verstehen gab wie sehr sie gelitten haben muss, ahnte ich zumindest unterbewußt, daß sie ein extrem hartes Leben hatte und bemühte mich insbesondere während ihrer Krankheiten in den letzten Jahren ihr zu helfen, forderte sie wie der kleine Ricky Schroeder auf, sich beim Gehen auf mich zu stützen.
Bis heute hadere ich mit der Ungnade der späten Geburt.
Mit 13 fing ich erst an Politik zu begreifen, zu verstehen was „Nazis“ sind, hatte immer noch Mühe den Ersten und Zweiten Weltkrieg auseinander zu halten.
Hätte ich bloß noch ein paar mehr Jahre gehabt, um sie genau auszufragen.
Auszufragen über ihre Gefühle, ihre damaligen politischen Antriebe. Wäre ich bloß so alt gewesen, daß sie mir alle Wahrheiten hätte zumuten können.

Natürlich war ich auch zu jung, um genau zu erfragen, wie sie eigentlich zur Kirche stand. Wieso ging sie niemals zum Gottesdienst, obwohl meine Großeltern doch immerhin einst die Kanzel der neuen kleinen Dorfkirche bezahlt hatten?
Ich wußte nur, daß sie der Ansicht war, man sollte Gott nicht mit Kleinigkeiten belästigen und nicht für alles beten, sondern sich lieber selbst um eine Lösung bemühen.
Gebete könne man sich für die ganz großen Probleme aufheben.
Ich habe sie aber niemals beten sehen, es gab auch keine Bibel in ihrem Haushalt, keine Kreuze, keine religiösen Symbole. Zu Weihnachten wurde auch nicht gesungen.
Da ich es gar nicht anders kannte, fiel mir die totale Distanz nicht auf. Zum Konfirmationsunterricht war ich nur gegangen, weil meine Mitschüler davon erzählten und ich herausfinden wollte worum es da ging.
Wie an anderer Stelle berichtet, flog ich da ja sehr schnell raus, hielt so gar nichts von dem Pfarrer und sah ihn erst am Tag der Beerdigung meiner Oma wieder. Ich war zu emotional, um mich darüber zu wundern, erfuhr erst viel später, daß meine Mutter und ihre Schwestern natürlich dagegen waren den Pfaff da sprechen zu lassen, sich aber dem Druck ihres Bruders gebeugt hatten.
Hätte man mich, ihren 13-Jährigen Lieblingsenkel gefragt, wäre es eine Pastorenfreie Beerdigung geworden. Nicht, weil ich damals schon genau gewußt hätte welche einmalige Kriminalgeschichte das Christentum mit sich schleppte, sondern weil ich ihnen übel nahm, was sie Omas Händen angetan hatten.
Das war ein Makel meiner Oma, den sie immer nach Möglichkeit versteckte und sich auch mir gegenüber nicht beklagte, aber da ich sie so viel an der Hand hielt, wußte ich natürlich von ihren verkrümmten Fingern.
Der Grund war ganz simpel; sie war als Linkshänderin geboren und durchlebte daher eine alptraumhafte Schulzeit. Wann immer sie einen Stift oder ein Stück Kreide in die linke Hand nahm, setzte es Prügel.

[….]  Die Abneigung gegen Linkshändigkeit ist in vielen Kulturen tief verwurzelt. So wurden linkshändige Frauen früher als Hexen verbrannt. Nach christlicher Überlieferung kam der Teufel vom „rechten Weg“ ab. Christus hingegen sitzt zur Rechten Gottes. Von früherem Aberglauben zeugen noch heute Worte wie „gerecht“ oder „richtig“. Wer dagegen „linkisch“ ist, hat „zwei linke Hände“. Wer nicht „rechtschaffen“ ist, wird schnell zum „linken Vogel“. [….]

Bis an ihr Lebensende konnte meine Oma nur mit Mühe ordentlich leserlich schreiben, weil man sie über Jahre dazu vergewaltigt hatte die falsche Hand zu benutzen.

[….][Der] Manichäismus [fand] Eingang in die Liturgie - u.a. durch den Kirchenvater, den Heiligen Augustinus - und beeinflusste religiöse Zeremonien und die christliche Kunst.
Aphoristische Beispiele:
Zeremonien: Die Anzahl der Stufen war zum Beispiel am Altar so abgezählt, dass man mit dem rechten Fuß anfing und mit rechts ankam.
Kunst: Links und Rechts spielten in Darstellungen des Jüngsten Gerichts im Mittelalter in ganz Europa eine große Rolle [….]
Aberglauben: Hexen sollen sich mit links bekreuzigt haben, ein Beweis für ihre Ketzerei.
Eigentlich passt dieses einfache, moralisch bewertende Weltbild des Manichäismus von Gut und Böse, Hell und Dunkel, Links und Rechts sehr gut zu der eigenartigen Abwertung der Linkshänder, die diese gegenüber den Rechtshändern über Jahrhunderte bis heute erfahren haben und erfahren.  [….]

Ich konnte es als Kind kaum ertragen mir vorzustellen, wie meine Oma in meinem Alter immer wieder mit einem Stock auf die Finger geschlagen wurde, weil man ihr die teuflische Linkshändigkeit austreiben wollte.

[….] In der Bibel ist auf ewig verdammt, wer beim jüngsten Gericht links steht („Dann wird der König denen auf der rechten Seite sagen: Kommt her, die ihr von meinem Vater gesegnet seid, nehmt das Reich in Besitz, das seit der Erschaffung der Welt für euch bestimmt ist“ - „Dann wird er sich auch an die auf der linken Seite wenden und zu ihnen sagen: Weg von mir, ihr Verfluchten, in das ewige Feuer, das für den Teufel und seine Engel bestimmt ist“; Math. 25,34 und 41), und schließlich ist auch der Teufel Linkshänder, sodass auch linkshändige Hexen auf den Scheiterhaufen mussten. Auch die schwarze Pädagogik impfte den Gebrauch der guten=rechten Hand ein, was sich auch in vielen Geräten widerspiegelt, die für Rechtshänder gebaut wurden. Übrigens haben Linkshänder in der Mehrzahl Männer mehr Arbeitsunfälle, und auch unter Chirurgen gibt es angeblich Linkshänder, von denen zehn Prozent sich nur von einem rechtshändigen Kollegen operieren lassen wollen. Neben den zahlreichen Vorurteilen, mit denen Linkshänder auch heute noch konfrontiert werden, etwa dass links als schlecht und schwach gilt, rechts dagegen als gut und stark, werden der rechten Seite eher männliche Eigenschaften zugeschrieben während links als weiblich gilt. Dieser Aberglaube zeigte sich noch vor gar nicht so langer Zeit in der strengen Sitzordnung mancher Dorfkirchen, denn rechts saßen die Männer, links die Frauen. […..]

Mit dem Wissen eines im 21. Jahrhundert Lebenden versteht man nicht, wieso meine Urgroßeltern sich nicht gegen die Behandlung ihrer Tochter auflehnten.
Aber wir verstehen auch nicht mehr wie christlich geprägt die Zeit war.
Und christlich bedeutete, daß man Kinder quälen und prügeln sollte, so wie es Georg Ratzinger über Jahrzehnte bei den Regensburger Domspatzen durchführte.

Die Bibel, immerhin Gottes Wort, auf das geschworen wird; zu dem sich Typen wie Nahles, Merkel und Steinmeiner ausdrücklich bekennen, ist das völlig eindeutig. Eindeutig brutal, abartig, verdammenswert.

„Entziehe dem Knaben nicht die Züchtigung; wenn du ihn mit der Rute schlägst, wird er nicht sterben. Du schlägst ihn mit der Rute, und du errettest seine Seele von dem Scheol.“ (Sprüche 23,13-14, siehe auch 13,24;22:15;20,30).

„Rute und Zucht geben Weisheit; aber ein sich selbst überlassener Knabe macht seiner Mutter Schande“ (Sprüche 29,15).

Man darf nicht vergessen wie selbstverständlich die Bibel bis weit in die Nachkriegszeit als Maßstab galt.

Das kann man in seinem eigenen Wort, der Bibel, der Guten Nachricht, zweifelsfrei nachlesen.

 Der Menschensohn wird seine Engel senden, und sie werden sammeln aus seinem Reich alles, was zum Abfall verführt, und die da Unrecht tun, und werden sie in den Feuerofen werfen; da wird Heulen und Zähneklappern sein.
(Mat 13,41)

18Wenn jemand einen widerspenstigen und ungehorsamen Sohn hat, der der Stimme seines Vaters und seiner Mutter nicht gehorcht und auch, wenn sie ihn züchtigen, ihnen nicht gehorchen will, 19 so sollen ihn Vater und Mutter ergreifen und zu den Ältesten der Stadt führen und zu dem Tor des Ortes 20und zu den Ältesten der Stadt sagen: Dieser unser Sohn ist widerspenstig und ungehorsam und gehorcht unserer Stimme nicht und ist ein Prasser und Trunkenbold. 21So sollen ihn steinigen alle Leute seiner Stadt, daß er sterbe, und du sollst so das Böse aus deiner Mitte wegtun, daß ganz Israel aufhorche und sich fürchte.
(5 Mose, 21)

 Ihr sollt nicht meinen, daß ich gekommen bin, Frieden zu bringen auf die Erde. Ich bin nicht gekommen, Frieden zu bringen, sondern das Schwert.
(Mat 10,34)

Kommt, versammelt euch zu dem großen Mahl Gottes und eßt das Fleisch der Könige und der Hauptleute und das Fleisch der Starken und der Pferde und derer, die darauf sitzen, und das Fleisch aller Freien und Sklaven, der Kleinen und der Großen!
(Joh 19,17)

So spricht der HERR, der Gott Israels: Ein jeder (...) erschlage seinen Bruder, seinen Freund, seinen Nächsten.
(2 Mose 32,27)

Wenn jemand zu mir kommt und haßt nicht seinen Vater, Mutter, Frau, Kinder, Brüder, Schwestern und dazu sich selbst, der kann nicht mein Jünger sein.
(Lukas 14,26)

Doch jene meine Feinde, die nicht wollten, daß ich über sie herrschen sollte, bringet her und erwürgt sie vor mir!
(Lukas 19,27)

63So wie der Herr seine Freude daran hatte, auch Gutes zu tun und euch zahlreich zu machen, so wird der Herr seine Freude daran haben, euch auszutilgen und euch zu vernichten.
(5 Mose 28) 

Der Pakt zwischen Adel und Klerus - „du hältst sie dumm; ich halt sie arm!“ - scheint langfristig zu wirken.
Das Christentum lehrt schließlich ganz eindeutig sich nicht aufzulehnen.

Mit dem Auftauchen Jesu und dem Neuen Testament, war die Richtschnur gefunden.
Gott will, daß Sklaven und Diener und Leibeigene und andere Rechtlose willig und ohne aufzumucken ihren Besitzern dienen - und wer sich Gott widersetzt, kommt in die Hölle.

5 Ihr Sklaven, gehorcht euren irdischen Herren mit Furcht und Zittern und mit aufrichtigem Herzen, als wäre es Christus. 6 Arbeitet nicht nur, um euch bei den Menschen einzuschmeicheln und ihnen zu gefallen, sondern erfüllt als Sklaven Christi von Herzen den Willen Gottes! 7 Dient freudig, als dientet ihr dem Herrn und nicht den Menschen. 8 Denn ihr wisst, dass jeder, der etwas Gutes tut, es vom Herrn zurückerhalten wird, ob er ein Sklave ist oder ein freier Mann. 9 Ihr Herren, handelt in gleicher Weise gegen eure Sklaven! Droht ihnen nicht! Denn ihr wisst, dass ihr im Himmel einen gemeinsamen Herrn habt. Bei ihm gibt es kein Ansehen der Person.
(Brief an die Epheser, Kapitel 6)

Wir müssen uns immer vor Augen halten was in diesem furchtbaren Buch steht, das uns in jedem TV-Gottesdienst vor Augen gehalten wird.

[…..] (3,11) Mein Sohn, verachte nicht die Zucht des Herrn, widersetz dich nicht, wenn er dich zurechtweist.
(3,12) Wen der Herr liebt, den züchtigt er, wie ein Vater seinen Sohn, den er gern hat.
2.Die erste Salomonische Spruchsammlung:  (10,1-22,16)
 (12,1) Wer Zucht liebt, liebt Erkenntnis, wer Zurückweisung hasst, ist dumm.
 (13,18) Armut und Schande erntet ein Verächter der Zucht, doch wer Tadel beherzigt, wird geehrt.
 (13,24) Wer die Rute spart, hasst seinen Sohn, wer ihn liebt, nimmt ihn früh in Zucht.
 (15,5) Der Tor verschmäht die Zucht des Vaters, wer auf Zurechterweisung achtet, ist klug.
 (17,25) Ein törichter Sohn bereitet seinem Vater Verdruss und Kummer seiner Mutter, die ihn geboren hat.
 (19,18) Züchtige deinen Sohn, solange noch Hoffnung ist, doch lass dich nicht hinreißen, ihn zu töten.
 (19,29) Für die Zuchtlosen stehen Ruten bereit und Schläge für den Rücken der Toren.
 (20,30) Blutige Striemen läutern den Bösen und Schläge die Kammern des Leibes.
3.Die Worte von Weisen/Mahnungen:  (22,17-24,33/23,12-35)
[…..] (23,13) Erspar dem Knaben die Züchtigung nicht; wenn du ihn schlägst mit dem Stock, wird er nicht sterben.
 (23,14) Du schlägst ihn mit dem Stock, bewahrst aber sein Leben vor der Unterwelt.
4.Die zweite Salomonische Spruchsammlung: (25,1-29,27)
[…..] (29,15) Rute und Rüge verliehen Weisheit, ein zügelloser Knabe macht seiner Mutter Schande.
 (29,17) Züchtige deinen Sohn, so wird er dir Verdruss ersparen und deinem Herzen Freude machen.
DAS BUCH JESUS SIRACH:
[…..] (7,23) Hast du Söhne, nimm sie in Zucht.
 (7,24) Hast du Töchter, zeige dich ihnen nicht allzu freundlich.
2.Missratene Kinder und Unbelehrbare Toren: (22,3-18)
[…..] (22,3) Schande für den Vater ist ein missratener Sohn, eine missratene Tochter ist ihm zur Schmach geboren.
 (22,5) Die trotzige Tochter bereitet dem Vater und dem Gatten Schande, von beiden wird sie verachtet.
 (22,6) Wie Musik zur Trauer ist eine Rede zur falschen Zeit, Schläge und Zucht aber zeugen stets von Weisheit. […..]

Wie wichtig auch heute noch den frommen Christen bei der Erziehung ihrer Kleinen die Weisheiten in der Bibel sind, zeigt die Familie Hauschultz in Wisconsin.

[….] 7-Year-Old Boy Killed While Being Punished For Failing To Memorize Bible Verses
Christian love: A 7-year-old boy in Wisconsin was tortured and killed while being punished for failing to memorize 13 Bible verses.
Ethan Hauschultz, a 7-year-old boy living in Manitowoc County, Wisconsin, was killed after being hit, kicked, poked, and repeatedly shoved to the ground while being forced to carry around a 44-pound log in the snow as punishment for failing to memorize Bible verses. [….]

Freitag, 1. Februar 2019

Impudenz des Monats Januar 2019

Und schon wieder einmal zeigt der Kalender eine „1“ - hohe Zeit für mich den Blödmann des Monats zu küren.

Den Pokal erhält die Linkspartei.

Was ist nur mit denen los? Jeden Tag bietet ihnen die Groko Steilvorlagen.
Das Land wird reicher, die Finanzminister wissen gar nicht mehr wohin mit all dem Geld, während gleichzeitig Rentner Falschen sammeln, Millionen Kinder mit knurrendem Magen in die Schule gehen und im großen Maßstab Altersarmut droht. Die Rechtsradikalen fluten die Parlamente, es kommt jeden Tag zu fremdenfeindlichen Übergriffen, Antisemitismus nimmt zu, es droht nukleare Aufrüstung und im Mittelmeer ersaufen jedes Jahr Tausende der ärmsten Menschen auf der Flucht.

Aber die sich als sozialistisch verstehende Linke  hält sich immer noch eine offen rechtspopulistische Fraktionsvorsitzende, die unter dem Jubel Alexander Gaulands xenophobe Ressentiments schürt und sich ausdrücklich gegen die solidarischen #Unteilbar-Demonstrationen stellt.

(….) Querfront extrem. Wenn eine Fraktionsvorsitzende der LINKEN vom Urinduscher gelobt wird, sollte sie sich nicht wundern, daß die anständigen Mitglieder ihrer Partei richtig wütend werden.

[….] Linken-Fraktionschefin Sahra Wagenknecht gerät wegen ihrer Aussagen über die für Samstag angemeldete Großdemonstration "Unteilbar" parteiintern in die Kritik. "Ich finde ihre Positionierung nicht richtig, und wir werden das auf Dauer nicht akzeptieren", sagte der außenpolitische Sprecher der Linken, Stefan Liebich, der "taz". Er warf Wagenknecht vor, sie habe "eine Grenze überschritten".[….]

Wagenknechts Spiel mit ausländerfeindlichen Vorurteilen, mit Islamophobie und Deutschtümelei ist noch abscheulicher und verwerflicher als das Gegröle der tumben Peginesen in Dresden.
Letztere sind nämlich nicht nur selten dämlich und wie unzählige Interview-Versuche zeigen, auch völlig realitätsblind.
Die wissen es tatsächlich nicht besser und werden von rassistischen Einpeitschern verführt.

Sahra Wagenknecht hingegen ist klug und gebildet. Sie weiß es eigentlich besser und fischt trotzdem mit Begeisterung im braunen Sumpf.

Die alte Tante SPD, ausgerechnet in Person von Vizekanzler Scholz piesackt die Union mit Forderungen nach 12 Euro Mindestlohn und einer deutlichen Steuererhöhung für die Superreichen.

Die Linkspartei ist bei all diesen Themen gar nicht wahrnehmbar, sucht keine Verbündeten, unterstützt keine sozialen Forderungen und schmollt irgendwo unterhalb der Wahrnehmungsschwelle.

Die SPD verharrt auf indiskutablen Tiefstständen von 14 oder 15%, gibt zig Millionen Ex-Wähler auf der Suche nach einer neuen politischen Heimat frei und die LINKEN schaffen es nicht nur nicht davon zu profitieren, sondern sinken ebenfalls in Umfragen noch unter ihr extrem schwaches Bundestagswahlergebnis, kämpfen gegenwärtig mit der FDP um den letzten Platz – weit hinter CDU, SPD, Grünen und AfD.

Die Sozis stehen aus zwei Gründen sehr schlecht da.
Der Erste ist hausgemacht: Mit Nahles, Klingbeil und Co leistet sich die SPD die schwächste Führung aller Zeiten, die Fehler über Fehler produziert.
Der Zweite, die GroKo-Beteiligung ist aber äußeren Umständen geschuldet und gehorcht dem Zwang Verantwortung zu übernehmen, noch schlechtere Alternativen zu verhindern.
Und was soll man als gerupfter Juniorpartner mit kaum Stimmengesicht in einer Merkel-Beharrungskoalition schon erreichen?

Die Linke hingegen unterliegt nicht dem Zwang einer ungeliebten Regierungsbeteiligung, könnte befreit und entfesselt auftreten.
In der Opposition kann man alles fordern und da die Bundestagsopposition in Groko-Zeiten schwach ist, böte sich den Linken umso mehr Platz sich zu inszenieren.

Aber die Führungen von Partei und Fraktion sind Totalausfälle, deren Versagen umso dramatischer erscheint, je mehr das Grüne Personal brilliert und die Partei auf 20% hievt.
Die Linken-Chefs setzen keine Themen und fallen wenn überhaupt, nur negativ auf, indem sich beispielsweise Wagenknecht, häufigste Talkshowgästin überhaupt, wortwörtlich bei den Rechtsradikalen bedient, um gegen „Staatsfunk“ und Intendantengehälter zu wettern.
Klar, daß Lafontaine und Ehefrau sich auch zur Freude der Rechtsradikalen und Identitären in gelben Westen präsentieren, um sich an die Seite der partiell offen antisemitischen und xenophoben gewalttätigen Protestler in Frankreich zu stellen.

Kann man überhaupt noch mehr falsch machen als einzige linke Opposition zur Groko?

Ja, durchaus.
Ohne Not robben sich auch andere Linke an Trump und Grenell heran.

 [….] Richard Grenell, seit Mai Donald Trumps Mann in Berlin, hat seit Amtsantritt nicht sonderlich viel getan, um das lädierte Image seines Präsidenten hierzulande aufzupolieren. Im Gegenteil. Mal fordert er deutsche Unternehmen auf, ihre Iran-Aktivitäten zurückzufahren, dann droht er Firmen, die sich an der russischen Gaspipeline Nord Stream 2 beteiligen, oder er erklärt den ultrarechten Breitbart News, er wolle „andere konservative Kräfte in Europa“ stärken. Dem Spiegel zufolge ist es mittlerweile recht einsam um den US-äh-Diplomaten geworden: Viele Türen hätten sich verschlossen, links von CSU und AfD wollten viele nicht mit ihm gesehen werden.  Die Frage, wer Grenell eigentlich noch empfängt, wurde vergangenen Montag beantwortet. Die Linkspartei im Bundestag hatte zum Jahresauftakt in ein Stadtbad im in die Jahre gekommenen Szenebezirk Prenzlauer Berg geladen. Und wer stand da vor der Bühne und umzingelt von Linken: Genau!


Januar 2019

Von Berührungsängsten keine Spur. Grenell parlierte mit Außenpolitiker Stefan Liebich – der ihn eingeladen hatte –, Fraktionsvize Sevim Dağdelen hatte sich mit dem „Ami“ zum Tanz verabredet, und immer wieder wollten Genossen ein Foto aus der Nähe machen. Entsprechend herzlich auch der Dank Grenells auf Twitter: „Thanks to @dieLinke for the invitation and the GREAT music.“ [….]

Liebe Linke, das ist ein Wahl-Ausschlusskriterium!
So bekommt Ihr keine Stimmen.