Dienstag, 13. März 2018

Ins dämonische Zweite Jahr.



Als Donald Trump vor drei Tagen seine Basis in Moon Township, Pennsylvania aufstachelte zeigte er seine ganze weltökonomische Kompetenz.

Your coal -- by the way, folks, some of you are in the coal world, your coal is coming back big, big, big. Your steel is coming back. Your steel is coming back.

Stahl und Aluminium „are back“, weil er Importstahl durch hohe Zölle fernhalte.
Protektionismus als Allheilmittel und Handelskriege, die Amerika leicht gewinne.
Trump ist ökonomisch völlig ahnungslos, weiß nicht wie viele US-Branchen von Importen abhängen. Er hat auch nicht die geringste Ahnung wie verwundbar die US-Wirtschaft ist, wie wütend die GOP-wählenden Farmer werden könnten, wenn sich China entschlösse als Gegenmaßnahme die Soja-Importe aus den USA mit Zöllen zu blockieren, oder, noch schlimmer, die US-Hightech-Industrie von den im Reich der Mitte geförderten „seltenen Erden“ abschnitte.
Die Welt-Soja-Produktion beträgt etwa 330 Millionen Tonnen. Davon werden im „US-Corn-belt“ etwa 120 Millionen Tonnen produziert, von den wiederum gut 40 Millionen Tonnen exportiert werden.
Trump kennt diese Zusammenhänge nicht.
Er will sie auch nicht wissen, da er für die massive Drosselung der Stahlimporte aus Europa wichtigere Beweggründe hat.

[…..] And what we have done with the 25 percent tariff can for those guys who come in and dump their steel all over the place, by the way, it's not good steel, you guys know what I mean, it is crap. But your steel is coming back. It's all coming back. [….]
(Donald Trump Rallied In Moon Township Pennsylvania To Campaign For Republican Congressional Candidate Rick Saccone. March 10, 2018)

Es spricht das ökonomische Genie, der Dealmaker. Europäischer Stahl ist crap, SCHEISSE.

Wie immer garnierte er seine Ansichten mit einer ordentlichen Portion Rassismus, sprach Senatorin Warren ausschließlich als „Pocahontas“ an.
Maxine Waters, 79, Professorin aus Kalifornien, die seit 27 Jahren als Finanzexpertin im US-Kongress sitzt und es wagt Trump zu widersprechen, darf sich das nicht erlauben, da sie nicht nur African-American ist, sondern über eine besonders dunkle Hautfarbe verfügt.
Widerspruch von einer „Negerin“? Das ist zu viel für den Top-Rassisten Amerikas.

[….] But we can only do that if we elect people who are going to back our agenda and fight for our values. And that is why we have to defeat Nancy Pelosi. And Maxine Waters, a very low IQ individual. Did you ever see her? Did you ever see her? We will impeach him. We will impeach the President. But he hasn't done anything wrong. It doesn't matter, we will impeach him. She is a low IQ individual. You can't help it. She really is. We will impeach him.
But you have Maxine Waters and you have plenty of others. And I mean, Nancy Pelosi, you can't have that. And Conor Lamb, Lamb the sham, right, lamb the sham. He is trying to act like a Republican so he gets - he won't give me one vote. Look, I don't know him. Looks like a nice guy. I hear he is nice looking. I think I'm better looking than him. I do. I do. And he is slightly younger than me. Slightly. No, I heard that then I saw him. He is OK. He is all right. […..]

Nach einem Jahr im Amt ist Trump völlig enthemmt. Töten, schießen, rumbrüllen, Rassismus pur ist jetzt angesagt.
Das US-Drogenproblem ließe sich doch so einfach lösen, wenn man einfach alle Dealer umbringe.

[….] When I was in China and other places, by the way, I said, Mr. President, do you have a drug problem? No, no, no, we do not. I said, huh. Big country, 1.4 billion people, right. Not much of a drug problem. I said what do you attribute that to? Well, the death penalty.


Hey, if you are a drug dealer and you know you are going to get caught and you know that you are going to kill people. You are killing our kids. They are killing our kids. They are killing our kids. They are killing our families. They are killing our workers. [….] But if you go to Singapore, I said, Mr. President, what happens with your drugs? No. We don't have a problem, President. I said, really? We have a zero tolerance. And he is not playing games. These guys don't play games. You know, we have a different type of people. They don't play games. I said, how are you doing on drugs? No problem.
I said what do you mean, no problem? That's entertainment, you know, lot of things are happening. So what do you mean no problem? We have a zero tolerance policy?
What does that mean? [….]


Alle töten. Töten. Töten.

In so einem Mordsrausch will sich Trump nicht mehr von irgendjemand hinterfragen lassen.
Wer es wagt auch nur vorsichtig eine andere Meinung zu artikulieren, fliegt raus.

[….] Trumps persönlicher Assistent offenbar aus Weißem Haus eskortiert
John McEntee war der persönliche Assistent von Donald Trump. Nun soll er laut Medienberichten aus dem Weißen Haus geworfen worden sein. Nicht mal Jacke und persönliche Gegenstände habe er mitnehmen dürfen. [….]

Keine Schwachheiten mehr.
Der Außenminister flog gleich hinterher.

[….]  Rex Tillerson mag einen schlechten Außenminister abgegeben haben. Er mag sogar der schlechteste US-Außenminister aller Zeiten gewesen sein. Bemerkenswerterweise war ein solcher Jobversager aber noch immer nützlich als Korrektiv für den möglicherweise schlechtesten Präsidenten, den die USA je gesehen haben. Die Kurzformel im Außenministerium in Washington hieß: ABT, "anything but Tillerson". Gebt uns einen anderen, egal wen. Wenigstens aber hat dieser Tillerson das Iran-Nuklearabkommen am Leben gehalten, eine kritische Eskalation zwischen der Türkei und den USA verhindert und den richtigen Instinkt bewahrt im Umgang mit Nordkorea.
Das wild rotierende Personalkarussell hat nun also das Außenamt erfasst, was erwartet wurde und dem Amt nicht schaden muss. [….]

Ein Staatssekretär, der sich über die Entlassung des Außenministers per Twitter wundert, fliegt ebensoschnell im hohen Bogen aus dem Trump-Universum.

[…..] Auf den Minister folgt sein getreuer Mitarbeiter: Nach US-Außenminister Rex Tillerson muss jetzt auch der Staatssekretär im Außenministerium, Steven Goldstein, gehen. Goldstein hatte nach der unerwarteten Entlassung Tillersons an diesem Dienstag Kritik an der Art geübt, wie dies geschehen war.
Tillerson habe "jede Absicht gehabt zu bleiben", sagte der Staatssekretär. Zudem habe der geschasste Außenminister nicht mit Präsident Donald Trump gesprochen und sei sich des Grundes für die Entlassung nicht bewusst. Diese Einlassungen führten nun offenbar dazu, dass auch Goldstein seinen Hut nehmen muss. Zwei Spitzenbeamte sagten, der unter anderem für Öffentlichkeitsarbeit zuständige Goldstein sei kurz nach seiner Erklärung entlassen worden […..]

Man wundert sich langsam darüber, daß Trump Kritiker nicht sofort hinrichten lässt.

Tillerson verfügte noch über Rudimente von diplomatischen Verhaltensweisen, leistete sich gelegentlich eine eigene Meinung.
Das kann Trump nicht ertragen.
Übernehmen wird der CIA-Chef Pompeo.

[….] Immer wieder war in US-Medien zu lesen, dass Tillerson nach Trumps Geschmack nicht unterwürfig genug gewesen sei. Das persönliche Verhältnis des Präsidenten zu Mike Pompeo ist deutlich besser, zumal sich die beiden öfter sehen. Als CIA-Chef war Pompeo dafür verantwortlich, Trump das "daily intelligence briefing" zu geben, also ihn über die globale Bedrohungslage zu informieren. Kritik oder Widerworte, so ist zu hören, kamen nie von Pompeo - hingegen bestätigte der bisherige CIA-Chef oft die Meinung des Präsidenten. Laut Politico redeten die beiden Männer oft über andere Themen - etwa die Stimmung im US-Kongress - und regelmäßig bittet der Präsident den CIA-Chef, ihn zu seinem nächsten Termin zu begleiten. [….]

Die Personalie Pompeo hat für Trump den ganz großen Vorteil, daß damit der Posten als CIA-Chef neu zu besetzen ist.
Dabei frönt der perfide Sadist Trump seiner Leidenschaft für Folter und Töten.

[….]  Viele Jahre arbeitete Gina Haspel für geheime CIA-Einrichtungen im Verborgenen, nun rückt sie plötzlich ins Rampenlicht. Die 61-Jährige soll künftig als Direktorin den amerikanischen Auslandsgeheimdienst leiten - und damit den bisherigen CIA-Chef Mike Pompeo ersetzen.
[….]   Haspel verantwortete die Folter von Terrorverdächtigen.
[….]  . Durch ihre Positionen war sie damit direkt in das "extraordinary rendition program" involviert, mit dem unter anderem Terrorverdächtige in andere Länder gebracht wurden, um sie dort an geheimen Orten zu foltern und zu verhören.
In Thailand leitete Haspel 2002 das Geheimgefängnis "Cat's Eye" nahe Bangkok. Dort beaufsichtigte sie die brutalen Verhöre von Terrorverdächtigen - unter anderem von Abu Zubaydah. Dieser galt damals als Amerikas 9/11-Häftling Nummer eins.
Mehr als drei Wochen lang wurde Zubaydah fast rund um die Uhr gefoltert, von 83-fachem Waterboarding ist die Rede - er ist nicht der einzige, der derartige Methoden ertragen musste. Zubaydah ist einer von mindestens 119 Terrorhäftlingen, die an geheime Orte in Afghanistan, Irak, Polen, Litauen und Rumänien verschleppt wurden.
Die brutalen Verhöre wurden per Video aufgezeichnet - es soll Haspel gewesen sein, die später anordnete, die Aufnahmen zu zerstören, schreiben US-Medien. Ihr Name taucht demnach auf der Weisung auf.
[….]  Auch die deutsche Justiz beschäftigt sich mit der Akte Haspel: Beim Generalbundesanwalt liegt seit 2014 eine Anzeige wegen der Folterprogramme gegen sie vor. Eingereicht von Menschenrechtsanwälten des European Center for Constitutional and Human Rights (ECCHR) aus Berlin. [….] 

Montag, 12. März 2018

Glanzvoll wird es sicher nicht.



Heißa, zweimal werden wir noch wach, dann ist endlich neuer Regierungstag.
ewigen Merkel erwartet, sollten wir keinesfalls mit einer modernen und innovativen Bundesregierung rechnen.

Insbesondere die C-Minister zeigen sich schon von ihrer schlechtesten Seite, bevor sie im Amt sind.
Pharma-Lobbyist und CDU-Rechtsaußen Jens Spahn ist schon mit Rücktrittsforderungen konfrontiert. Dabei soll er erst in zwei Tagen seine Ernennungsurkunde von Bundespräsident Steinmeier erhalten.

[….] Der Parlamentarische Geschäftsführer der Linken, Jan Korte, sagte der Deutschen Presse-Agentur in Berlin: "Wer in diesen Zeiten derart kaltherzig und abgehoben über die Armen und Schwachen in dieser Gesellschaft redet, sollte von sich aus auf das Ministeramt verzichten." Selbstkritik und Einsicht sei bei Spahn aber nicht zu erwarten. Deshalb solle die Kanzlerin darauf verzichten, ihn zum Minister zu machen. […]

Spahn eben. Mitgefühl und Empathie 0%, Egomanie und Geltungsdrang 100%.
So wird man was in Merkels christlicher Union.

[….] Jens Spahn sollte sich über Gesundheitspolitik Gedanken machen. Stattdessen provoziert er mit Aussagen zu Armut und Ausländern. [….]  Mit seinen konservativen Thesen zur Flüchtlingspolitik, zum Doppelpass oder zum Burka-Verbot stellte er sich immer wieder gegen Bundeskanzlerin Angela Merkel. Er inszenierte sich als ihr junger Widersacher - auf CDU-Parteitagen, aber vor allem in den Medien. [….]  Da mischte sich der Gesundheitsminister in spe in die Debatte um die Essener Tafel ein, die Bedürftige ohne deutschen Pass nicht mehr für die Lebensmittelvergabe aufgenommen hatte. "Hartz IV bedeutet nicht Armut", sagte Spahn, und dass er die Aktion der Essener Helfer richtig finde. Schließlich seien junge ausländische Männer "derart dreist und robust, dass Ältere oder Alleinerziehende keine Chance mehr haben, auch etwas von den Lebensmitteln abzubekommen".
Spahn weiß: Das Thema weckt Emotionen - dass es auch Sozialneid und Ressentiments gegen Ausländer weckt, scheint ihm nicht so wichtig zu sein.  […..]

Im Gegenteil. Das Schüren von xenophoben Ressentiments gilt mittlerweile als Markenzeichen Spahns.
Als selbsternanntes Darling der rechten Szene gefällt er sich darin die Axt an den Zusammenhalt dieser Gesellschaft anzulegen.

Christentum von der bösartigsten Seite legt auch Horst Seehofer schon vor Amtsantritt an den Tag. Zutiefst menschenfeindlich und familienzerstörend will er Heimatvertriebene, die unter anderem vor deutschen Waffen flüchteten zum Sterben zurück ins Elend schicken.


Kein deutscher Politiker hatte bisher mehr Papst-Audienzen bei Franziskus als Horst Seehofer. Das ist eben die Spezialität der CSU: Heuchelei extrem. Sich im Glanz der RKK sonnen und dann genau das diametrale Gegenteil dessen tun, was Franzl über Flüchtlinge sagt.

Tausende Kinder werden in Syrien mit Hilfe deutscher Panzer der Marke Leopard abgeschlachtet?

[….] Unicef meldet 910 getötete Kinder in Syrien
Der Bürgerkrieg in Syrien trifft viele Kinder: Im vergangenen Jahr sind in dem Konflikt so viele Mädchen und Jungen wie noch nie getötet worden. Schon jetzt sind die Zahlen für 2018 ähnlich hoch. [….]

Für den frommen Christen Seehofer kein Grund diese Menschen nicht noch mehr zu drangsalieren.

[….] Der designierte Bundesinnenminister Horst Seehofer hat als eine seiner ersten Amtshandlungen einen "Masterplan für schnellere Asylverfahren und konsequentere Abschiebungen" angekündigt. Dafür werde er sich gleich nach der Amtsübernahme mit allen Mitarbeitern und den nachgeordneten Behörden zusammensetzen. "Die Zahl der Rückführungen muss deutlich erhöht werden. Besonders bei Straftätern und Gefährdern unter den Asylbewerbern müssen wir härter durchgreifen", sagte der CSU-Chef der "Bild am Sonntag". [….]

Eins der drei CSU-Bundesministerien mit einer Frau zu besetzen ging der Altherrenpartei natürlich zu weit.
Immerhin sprang ein Staatsministerjob für „Digi-Bär“ heraus und auch bei ihr ahnt man schon vor Amtsantritt was für eine Fehlbesetzung sie sein wird.
Aber welche junge Frau engagiert sich auch in der CSU? Da muss ja einiges schiefgelaufen sein. Auch sie ist bereits jetzt eine Lachnummer.


Die SPD macht in diesem Gaga-Kabinett das was sie immer in der Regierung tut: Seriös, bescheiden, zurückhaltend gibt sie den Vernunftpart, während die C-Politiker bereits aus ihren Spuren gesprungen sind.

Schon jetzt muss man froh sein, daß es nicht zu Jamaika kam, weil in dem Fall zusätzlich noch mehrere hoch unseriöse FDP-Blender ohne Sachkenntnis an der Seite von Crazy Horst und Lindners Wohnungsvermieter stünden.

So wenig es die Linken hören wollen; da Herr Erdoğan und Herr Trump inzwischen völlig frei drehen und nun auch noch Italien erneut den Wahnsinn anheimgefallen ist, wird es allerhöchste Zeit, daß Deutschland eine reguläre Regierung hat, um dagegen zu halten.
Endlich wieder ein voll legitimierter und fähiger deutscher Finanzminister und Außenminister, um sich dem rasant fortschreitenden allgemeinen Weltwahnsinn entgegen zu stemmen.

[….]  Zentrale EU-Reformprojekte, die Frankreich und Deutschland gemeinsam voranbringen wollten, liegen derzeit auf Eis.
    Der Grund sind Bedenken, die die deutsche Regierung an verschiedenen Punkten immer wieder einbringt.
    Darüber reagiert man in Paris zunehmend genervt.
Vertagt. Wenn von den deutsch-französischen Beziehungen die Rede ist, läuft es immer wieder auf dieses Wort hinaus. Der gemeinsame Plan zur großen Euro-Reform, den Kanzlerin Angela Merkel und Frankreichs Präsident Emmanuel Macron auf dem EU-Gipfel in zehn Tagen vorstellen wollten - vertagt. Die Vollendung der Bankenunion - vertagt. Auch die einheitliche Besteuerung von Unternehmen - vertagt. Abseits aller Freundlichkeiten herrscht zwischen Paris und Berlin Reform-Stillstand. Sobald es an die Inhalte geht, sind Macron und Merkel weit voneinander entfernt. Dabei wartet Europa auf einen deutsch-französischen Kompromiss, der im Lichte drohender italienischer Turbulenzen dringlicher ist denn je.
Beim Treffen der Euro-Finanzminister an diesem Montag ist die Tagesordnung lang, aber Beschlüsse sind, wie es Diplomaten ausdrücken, "nicht mehr vorgesehen". Es soll lediglich "eine Orientierungsdiskussion" geben, die vorgesehene Erarbeitung einer beschlussfähigen Vorlage für den EU-Gipfel in der übernächsten Woche ist abgesetzt. Man suche wirklich nach Gemeinsamkeiten, könne aber keine finden, heißt es in einer Hauptstadt. Es gibt zu allen anstehenden Fragen eine deutsche und eine französische Position - deckungsgleich sind sie nie. [….]

Sonntag, 11. März 2018

Der Schmerzensmann und die SPD-Katholibanin



Die Pfälzer haben mehrfaches Pech mit ihrem Bundesland.
Zum einen brachte es lauter Politiker hervor, die auf der Bundesebene wie Inkarnationen der Provinzialität wirkten: Kohl, Scharping, Beck, Nahles, Brüderle.
Alles Typen, die durch unergründliche Umstände auch auf die internationale Ebene geschleudert wurden und dort geradezu grotesk dörflich und geistig schlicht wirkten, wenn sie neben echten Staatsmännern standen.
Man assoziiert auch mit Rheinland-Pfalz nur nicht-urbane Dinge wie Karneval, Weinbau und Bäuerlichkeit, weil es quasi das einzige Bundesland ganz ohne Metropole ist.
Zu allem Übel klingt der Pfälzer Dialekt immer ein bißchen schlicht oder geradezu debil.
Dazu passen auch die bundesweit bekannten Pfälzer Spezialitäten – Würste und Saumagen. Weniger hipp geht es gar nicht.

Das ist sicher ungerecht, aber jemand, der wie ich noch nie bewußt in Rheinland Pfalz war und sich ein subjektives Urteil aufgrund der wenigen Personen bildet, die es zufälligerweise aus RP heraus geschafft haben, konnotiert Begriffe wie „tumb, jovial, bräsig, übergewichtig, langsam, dämlich“ mit diesem Bundesland.
Man denke nur an die Vogel-Brüder: Der eine gilt als hochintelligent, Einserjurist, Asket und Aktenfresser (Hans-Jochen) und der andere, Bernhard, der in Mainz Ministerpräsident war, ist natürlich doppelt so dick und intellektuell nur ein Viertel seines älteren Bruders.
Wirtschaftsminister Brüderle wurde ob seines weinseligen Kauderwelsches von der Heute-Show untertitelt und Nahles kultiviert eine für Spitzenpolitiker nie dagewesene sprachliche Primitivität, schreit auf der Bühne „Bätschi, Kacke eingebrockt und auf die Fresse!“.

(….)Es passte auch so gut zu dem behäbigsten Bundesland Deutschlands.
Rheinland-Pfalz ist die Inkarnation der Provinz, kein Akzent klingt provinzieller als pfälzisch.
Wenn jemand pfälzisch redet, mag man nicht an einen dreistelligen IQ glauben.
Pfälzer sind Langsam-Sprecher wie Scharping, bärtige Pykniker wie Kurt Beck, Saumagen-Fresser wie Helmut Kohl, weinselige Dampfplauderer wie Rainer Brüderle, die man mit Untertiteln versehen muß, wenn sie im Bundestag sprechen.
Es gibt Pfälzer, die 20 Jahre in Hamburg oder Berlin leben und immer noch darunter leiden für minderbemittelt gehalten zu werden, sobald ihr Provinzidiom durchkommt.
Wer sollte diese Bundesländchen mit seinen noch nicht mal vier Millionen Einwohnern überhaupt ernst nehmen?

Aber weit gefehlt.
Helmut Kohl war sieben Jahre Pfälzer Ministerpräsident, unfassbare sechzehn Jahre Bundeskanzler und 25 Jahre CDU-Bundesvorsitzender.
Der Pfälzer Heiner Geißler gilt als einer der klügsten Köpfe der CDU.
Die ehemaligen SPD-Ministerpräsidenten Beck und Scharping brachten es jeweils zum Bundesvorsitzenden, Scharping 1994 gar zum Kanzlerkandidaten.
Karl Lehmann, seit 1983 Bischof von Mainz, war 21 Jahre Vorsitzender der Deutschen Bischofskonferenz und wurde 2001 von Woytila zum Kardinal kreiert.

Offensichtlich werden Pfälzer auch gewaltig unterschätzt und bringen es weit.

Anna Seghers, Karl Marx, Klemens Wenzel Lothar Fürst von Metternich, Carl Zuckmayer, Curt Goetz, Stefan George, Clemens Brentano, Johannes Gutenberg, Hildegard von Bingen, Ernst Bloch, Charles Bukowski, Valéry Giscard d’Estaing, Joseph Kardinal Höffner und Guildo Horn – sie alle wurden in Rheinland-Pfalz geboren.

Julia Klöckner, die bereits nach zwei Jahren mit dem nicht eben anspruchsvollen Job als parlamentarische Staatssekretärin im Bundesministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz genug von der Bundespolitik hatte und freiwillig den Rücksturz nach Mainz einlegte, dachte sich offensichtlich, es sollte in dem katholischen Flächenland nicht allzu schwer sein Ministerpräsidentin zu werden.(…..)

Derzeit bedeutendste Pfälzerin ist tatsächlich Andrea Nahles und hinzu kam bis gestern Karl Kardinal Lehmann, der es als Provinzbischof zu gewaltiger Bedeutung brachte. 33 Jahre Bischof, 21 Jahre Vorsitzender der deutschen Bischofskonferenz und 17 Jahre Kardinal.
 Dabei saß er nur in einem kleinen Bistum, keine Erzdiözese, keine Stadt wie München oder Köln, in der die Erhebung zum Kardinal geradezu automatisch kommt. Lehmann bekam schließlich purpur, obwohl er sich anders als seine konservativen Kollegen Meisner, Wetter oder Sterzinsky absolut nicht bei Woytila und Ratzinger beliebt machte.
Er verärgerte Rom, indem er immer wieder im Konflikt mit Bischof Franz Kamphaus vermittelte.
Kamphaus ließ im Gegensatz zu allen seinen katholischen Brüdern im Amt in Not geratene Frauen nicht im Stich, beriet sie und half ihnen, als JP-II längst angeordnet hatte Hilfsbedürftigen jede Hilfe kategorisch zu verweigern.
Der Limburger Bischof war so liberal, daß sogar ich ihn in gewisser Weise bewundere und schätze. Daß er schließlich ausgerechnet durch eine Hardcore-Konservativen Frauenfeind wie TVE ersetzt wurde, spricht Bände.

[….] Der Mainzer Bischof Karl Lehmann nimmt seinen umstrittenen Limburger Amtsbruder Franz-Peter Tebartz-van Elst teilweise in Schutz. „Er ist kein verschwenderischer Mensch. Er ist nett und nicht protzig“, sagte der Kardinal in Mainz. „Er glaubt nur, er ist dem Amt des Bischofs - nicht nur sich selbst - eine bestimmte Ausstattung schuldig. Ich kann ihn da nicht mehr ganz verstehen.“ [….]

Lehmann stellte sich nicht etwa auf Kamphaus Seite. Lehmann ordnete auch in Mainz an aus der Schwangerschaftsberatung auszusteigen. Rom-Hörigkeit war ihm lieber als Nächstenliebe und Anstand. Aber immerhin vermittelte er.
Schon das genügte, um Ratzingers Hass auf sich zu ziehen.
Schon das reichte aus, um ihn den Stempel „liberaler Kardinal“ zu verpassen.

Die designierte nächste SPD-Bundesvorsitze war natürlich schwer begeistert von ihrem Heimatkardinal aus Mainz und lobt den Mann, der heute nach einer endlosen Kette von schweren Krankheiten doch endgültig die Hühner sattelte.

[….] „Wir trauern um Karl Kardinal Lehmann. Der Tod des langjährigen Vorsitzenden der Deutschen Bischofskonferenz ist ein großer Verlust. Deutschland verliert einen weltoffenen Geistlichen und Universalgelehrten, der wie kein anderer die katholische Kirche geprägt hat.
Kardinal Lehmann war ein großer Menschenfreund und Reformer, der in der Gesellschaft breite Akzeptanz und durch sein Wirken und seine Sprache Gehör gefunden hat. Er erkannte im Laufe seines bewegten Lebens die Zeichen der Zeit und plädierte früh für eine Weiterentwicklung der Kirche im Geiste der Ökumene. Er suchte stets das Verbindende statt das Trennende und prägte damit das Bild seiner Kirche und des Bistums in Mainz. [….]

Es bleibt das Geheimnis des so sehr die Menschen liebenden Gottes weswegen es ihm so sehr gefiel seinen Mainzer Kirchenfürsten seit Jahren mit allen erdenklichen und extrem schmerzhaften Krankheiten zu quälen.
Ich würde meine Liebe anders ausdrücken, aber Gottes Wege sind unergründlich.

Wie immer wenn ein deutscher Kardinal stirbt, stehen von links bis rechts alle Toppolitiker zusammen und überschütten den Dahingeschiedenen mit Lob.

Daß die Hardcore-Katholikin Nahles den Kardinal aus ihrem Heimatbundesland verehrt und lobpreist ist wenig überraschend.

Als Sozialdemokrat höre ich das dennoch nicht gern.
Klar, verglichen mit Mixa oder Overbeck war der ABBA-Fan Lehmann relativ sympathisch.
Misst man ihn aber an objektiven rechtlichen und moralischen Maßstäben, ist er auch nur ein homophober, misogyner Kinderfickerförderer.

Priester, die in seinem Bistum kleine Jungs vergewaltigt hatten, wollte er lieber weiter Kinder ficken lassen als sie der Staatsanwaltschaft zu übergeben, weil Lehmann befürchtete die staatlichen Stellen könnten sich auf die Seite der Opfer, statt auf die Seite der Täter stellen.

Als der ehemalige Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz Karl Kardinal Lehmann einmal gefragt wurde, warum denn vor 2010 so viele Bischöfe, die Kenntnis von kinderfickende Kaplanen hatten, nicht zur Staatsanwaltschaft gegangen wären, antwortete der Kirchenfürst ganz jovial, daß nicht alle Staatsanwaltschaften den Kirchen freundlich genug gesonnen wären. 
Seit wann dürfen eigentlich Kriminelle sich ihre Ankläger aussuchen, bzw entscheiden gar nicht erst zur Rechenschaft gezogen zu werden, weil der Richter nicht lieb genug ist?

Im Jahr 2007, also fünf Jahre nach den päpstlichen Leitlinien zum Kindesmissbrauch, die vorsahen pädophil übergriffige Priester zu melden, hatte der Mainzer Kardinal erklärt, wieso er sich nicht daran halten müsse – die Staatsanwaltschaften gefielen dem Herren im roten Kleid nicht.

O-Ton Karl Kardinal Lehmann:
„Die Staatsanwaltschaften in verschiedenen Städten sind auch recht verschieden. Soweit her mit der Objektivität allein ist es dann auch wieder nicht.“


Das ist der Kern der Religionen: Wir sind besser als die und dürfen das, was die noch lange nicht dürfen.
Im klaren Widerspruch zur Verfassung kassieren die Kirchen ab.

Andrea Nahles ist da ebenfalls auf der Seite der Bischöfe. Sie bejubelte auch den obersten Kinderfickervertuscher Ratzinger im Bundestag. Ein paar Myriaden sexuell missbrauchte und verprügelte Kinder sind ihr ganz offensichtlich viel weniger wichtig als der Machterhalt der Multimilliarden-Organisation RKK.
In all den Dekaden als Kirchenfürst förderte Lehmann Priester, die Kinder brutal misshandelten.

Der langjährige Vorsitzende der deutschen Bischofskonferenz Karl Kardinal Lehmann hat es offenbar vorgemacht, indem er gar aus dem Ausland Pädophile in sein Bistum holte und sie im Schnellverfahren zu Prietsern machte.
Im Mai 1992 war im Schweizerischen Polizeianzeiger ein Haftbefehl der Kantonspolizei Freiburg gegen einen kinderbefummelnden Mann ergangen. Zeugen haben von "Griffen an die Genitalien" berichtet. An dem Freiburger Gymnasium, wo er als Deutschlehrer tätig war, hatten betroffene Schüler in großen Lettern "Orat et masturbat" und "Master of masturbation" auf die Fassade geschrieben.
DIESEN Mann, der nach Informationen des SPIEGEL in der Schweiz wegen des Verdachts auf "Unzucht mit Kindern" zur Fahndung ausgeschrieben war, bat Kardinal Lehmann nach Mainz wo er einen 12-Monatigen Schnellkurs im Priesterseminar belegte.
Nach dem was man inzwischen über Vorgänge in Priesterseminaren weiß – St. Pölten läßt grüßen – ist es nicht verwunderlich, wie schnell sich der Kinderficker unter Katholiken wohlfühlte.
Im Oktober 1992 wurde er Diakon und dann 1993 vom Kardinal persönlich zum Priester geweiht.

Selbst der links-alternative taz-Autor Philipp Gessler ist begeisterter Lehmann-Fan und stört sich nicht an dessen Frauen-, Kinder- und Schwulenfeindlichkeit.

[….] Ich habe zu Kardinal Karl Lehmann, der nun in Mainz gestorben ist, nie „kritische Distanz“ gehalten, oder besser: fast nie. Ich konnte es nicht. Ich fand diesen Mann, sobald ich das erste Mal über ihn las und erst recht, sobald ich ihn das erste Mal interviewen konnte, schlicht großartig und liebenswert. Und er vertrat immer den Teil meiner Kirche, der lange, lange Jahre im Hintertreffen war, obwohl er, meiner Meinung nach, auf der richtigen Seite stand.
Kardinal Lehmann war über Jahrzehnte der wichtigste Mann der Kirche, der in Deutschland die Reformen und den Geist des Zweiten Vatikanischen Konzils hoch hielt – vor allem gegen die Päpste Johannes Paul II. und Benedikt XVI., die wesentliche Früchte der großen Kirchenreform am liebsten auf kaltem Wege rückgängig machen wollten. Der Bischof von Mainz hielt mit seiner massigen Gestalt dagegen, blitzgescheit, scharfzüngig, aber konziliant im Ton. Man musste bei ihm zwischen den Zeilen lesen, auf die Zwischentöne seiner knarzigen Stimme hören. Dann dachte man sich: Wow! Was für ein mutiger Mann! Legt sich notfalls mit allen an, die Macht haben. [….]

Man staunt. Lehmann hat sich eben nicht mit Rom angelegt. Das tat nur Kamphaus. Lehmann hat sich arrangiert.

Wie die meisten anderen Bischöfe auch, schützte er die Täter, die Kinder vergewaltigten vor der Justiz, vertuschte die Fälle jahrelang und erdreistete sich sogar noch den Opfern anschließend Geldgier vorzuwerfen.

[….] Lehmann selbst sieht sich in seinem Mainzer Bistum heftigen Vorwürfen ausgesetzt. Er soll am 4. Juli konkret über den Verdacht auf Kindesmissbrauch durch den Rüsselsheimer Pfarrer Norbert Emig informiert worden sein. "Mit der Sachaufklärung war die dringende Forderung verbunden, sowohl den beschuldigten Pfarrer als auch den Personalchef der Diözese umgehend von ihrem Dienst zu suspendieren", erklärt die "Initiative gegen Gewalt" im rheinland-pfälzischen Siershahn.
Der Personalchef, Domkapitular Dietmar Giebelmann, sei bereits 1999 über den sexuellen Missbrauch eines Jugendlichen durch Emig informiert worden. Die Bistumsleitung wurde offensichtlich erst nach einem Bericht des "Spiegel" in der vergangenen Woche tätig. Der beschuldigte Pfarrer ist jetzt vom Dienst beurlaubt. [….]

Auch Annette Langer vom SPIEGEL schreibt eine reine Lobeshymne.

Wir erleben hier mustergültig das Elend des Atheismus in Deutschland.
Selbst linke Journalisten und Sozialdemokraten werfen sich sofort unkritisch vor Kirchenfürsten zu Boden, vergessen sämtliche Objektivität und lobpreisen eine RKK; die bis heute Frauen als Zweitklassige Menschen betrachtet.

Sicherlich war Lehmann im deutschen Episkopat netter und freundlicher als die meisten anderen.
Aber bevor man ihn über den grünen Klee lobt, sollte man doch auch die Fakten berücksichtigen. Die sind aber eindeutig: Lehmann war ein Top-Lobbyist einer zutiefst antihumanen und raffgierigen Organisation.

[….] Kardinal Lehmann wettert erneut gegen Homo-"Propaganda"[….]
Nach Auffassung des 77-Jährigen muss es möglich sein, dass Lesben und Schwule verantwortlich in Einrichtungen der katholischen Kirche tätig sind – allerdings nur unter einer Voraussetzung: "Wenn sie mit ihrer Homosexualität nicht öffentlich Propaganda machen", so der Kardinal.
Ist ein Coming-out schon "Propaganda"?
Ein Fortschritt? Wohl kaum. Die Aussage Lehmanns gibt nichts anderes als den Status quo wider. Versteckt lebende Schwule und Lesben bleiben schon jetzt in kirchlichen Einrichtungen weitgehend unbehelligt. Wagen sie es jedoch, sich etwa zu verpartnern, wird selbst die Putzfrau in einem Krankenhaus oder eine Erzieherin in einem Kindergarten entlassen. [….]

[….] Kardinal Lehmann sieht Parallelen von 800 Babyleichen und deutschen Kliniken
Der Mainzer Kardinal Karl Lehmann sieht in dem Massengrab im irischen Tuam mit fast 800 Babyleichen Parallelen zur Praxis in deutschen Kliniken. Er kenne „den abschätzigen Umgang mit ungeborenem Leben nach dem Tod“ aus Gesprächen mit Krankenschwestern, die entgegen aller gesetzlichen Bestimmungen zur Assistenz bei Abtreibungen bereit sein mussten, schreibt der Mainzer Bischof in einem Beitrag für das Magazin „Cicero“ (Juliausgabe). „Wer redet bei uns über solche Unmenschlichkeiten? Ich denke etwa an die Behälter mit abgetriebenen Föten für die kosmetische Industrie.“ [...]

Frau Nahles, ich wünsche mir eine Parteivorsitzende, die so einen Mann nicht überschwänglich lobt.