Montag, 17. August 2015

In geistige Gaga-Gefilde Teil III



Es gibt Dinge, die sind einfach zu absurd für die Realität.
Das kann sich nur der liebe Gott ausgedacht haben, als er am Wochenende nach der Crackpfeife noch einen LSD-Trip eingeworfen hat.

Haha, wie zum Beispiel die Vorstellung von Merkels zweitem Generalsekretär.

Legendär ihre innerparteilichen Fehlgriffe - die von Merkel ausgesuchten Generalsekretäre Polenz, Meyer und Pofalla entwickelten sich allesamt zu Satireopfern, die die Partei demobilisierten und schnell wieder abgelöst werden mußten.
Wir erinnern uns gerne an den Oktober 2000 als der hoffnungslos überforderte Generalsekretär Polenz nach nur sechs Monaten die Brocken hinwarf und sein Nachfolger Laurenz Meyer verkündete, daß sich Merkel einen "zweiten Fehlgriff nicht leisten“ könne.
Nach wenigen Wochen - die berühmten Schröder-Verbrecher-Fahndungsplakate stellte er im Januar 2001 vor, erwies sich auch Meyer als Missgriff.  […]

Besonders surreal-absurd kann es Andrea Nahles, wie sie gerade erst wieder mit einem veröffentlichten SMS-Dialog auf Grundschulniveau bewies. So einen Unsinn simst die Arbeitsministerin derartig eifrig, daß sie schon bei einer Kabinettssitzung mit bandagierter Hand erschien, weil sie sich beim exzessiven Simsen eine Sehnenscheideentzündung zugezogen hatte.
Was hat Gott bloß geraucht, als er seine frömmste Ministerin geplant hat?

Trotz der schlechtesten Bundesregierung aller Zeiten (Schwarz-Gelb 2009-2013) schaffte es Nahles sämtliche Steilvorlagen zu vergeigen und ein letztendlich blamables Wahlergebnis einzuholen.
Sie beschäftigte sich mit ihrer fortschreitenden Religiotie – bejubelte frenetisch den Kinderfickerschützenden und homophoben Papst, während sie säkulare und laizistische Arbeitsgruppen innerhalb der SPD verbieten ließ.
Grandios scheiterte sie auch bei dem Versuch Thilo Sarrazin und sein braun-biologistisches Weltbild aus der SPD zu werfen. Völlig überfordert steuerte sie einen extrem dümmlichen Bundestagswahlkampf, in dem wirklich alles was sie anfasste schief ging. Zum ungünstigsten Zeitpunkt sickerte die Personalie Steinbrück durch. Sie gab keinerlei Rahmenprogramm der Partei, stellte kein PR-Team zu Verfügung und lief blind taumelnd in Vortragsgehälterdiskussion.
Die mediale Begleitung Steinbrücks war eine Tour der Pleiten und dazu wählte Nahles den idiotischsten Wahlkampfslogan ever aus. „DAS WIR ENTSCHEIDET“ war dabei noch nicht mal auf ihrem eigenen Mist gewachsen, sondern bei einer ausbeuterischen Zeitarbeitsfirma geklaut. Selbstredend war auch die Nahlessche Wahlwerbekampagne ein gigantischer Flop. Dabei entblödete sie sich nicht in YouTube-Videos die das Stricken roter Mützen für den Wechsel als wirksames Mittel im Kampf gegen Angela Merkel zu preisen.
Nahles‘ endlose Kette von Fehlleistungen ist Legende.
Man denke nur an den Sturz des eigenen Parteivorsitzenden Müntefering inmitten der Koalitionsverhandlungen 2005 oder ihre ultrapeinliche TV-Auftritte.


Nahles ist sicherlich die schlechteste Generalsekretärin, welche die SPD je seit dem Krieg hatte. Die Partei scheint das ähnlich zu sehen; traditionell sind ihre Wahlergebnisse so unterirdisch schlecht, daß sie jedes Mal nach der Verkündigung auf der Bühne in Tränen ausbricht.

Die SPD wollte 2013 für faire Löhne eintreten, warb für den Mindestlohn und benutze dafür den Slogan einer ausbeuterischen Zeitarbeitsfirma, die Menschen in Firmen verleiht, damit sie dort für die gleiche Arbeit nur noch 2/3 des Gehalts bekommen.
Nein, das kann man sich nicht ausdenken. So viel Doofheit.
Gott muß eine Menge bunte Pillen zu viel geklinkt haben.

Oder ich träume einfach mal wieder.

Leider bin ich immer noch nicht  aufgewacht und kann daher nichts Sinnvolles bloggen. Ich ergehe mich immer noch in fiebrigen Tagträumen – dieser „bizarren oder halluzinatorischen mentalen Aktivität, die während eines Kontinuums an Schlaf- und Wachstadien einsetzt“ – um den Harvard-Forscher Prof. Robert Stickgold zu zitieren.
Das sind aber im Moment auch wirklich bizarre Hallus, die mir durch die Birne blitzen.

Und schon wieder schießt so etwas total Abgedrehtes in meine REM-Phase.

Zickzack-Siggi, aka „Siggi Pop“, der im Bestreben seine eigene Anhängerschaft maximal zu verprellen erst Haiko Maas vor der versammelten Hauptstadtpresse die Hoden zerquetschte und ihn zwang die Vorratsdatenspeicherung umzusetzen, suchte nach dem Ankurbeln der Waffenexporte in Nahost-Krisenherde einen Weg sich noch unbeliebter als Fußpilz zu machen.

Dafür suchte Grobian Gabriel nach dem Thema, welches die SPD-Basis am meisten umtreibt und fand TTIP. Jenes Verbraucherentmündigungsvorhaben, mit dem sich internationale Konzerne endgültig von lästigen staatlichen Regelungen befreien können.
Millionen Europäer haben empört dagegen unterschrieben.
Dabei wird das größte Erregungspotential durch die EU-Geheimniskrämerei generiert. Indem man beharrlich geheim hält, was eigentlich bei den ominösen TTIP-Gesprächen verhandelt wird, schürt man das größtmögliche Misstrauen.
Nach dem Motto verhängte die EU nun noch strengere Geheimhaltung.
Presse und Bürger sollten schon bisher gar nichts mehr erfahren, aber nun wird auch noch der Zugang der Volksvertreter zu TTIP-Texten massiv eingeschränkt.

TTIP, jetzt noch geheimer!
    Minister aus EU-Ländern, die wissen wollen, was Europäer und Amerikaner in Sachen TTIP verhandeln, erhalten die Dokumente nun nicht mehr.
    Stattdessen dürfen sie die Papiere nur zu bestimmten Zeiten in einem Brüssler Leserraum einsehen.
    Die Verhandlungen sind größtenteils geheim, bestimmte Details kennen noch nicht einmal deutsche Parlamentarier, die aber über den Vertrag abstimmen sollen.

Da Zickzack-Siggi nun inhaltlich Pflöcke eingeschlagen hat, gilt es nun sein Bild in der Öffentlichkeit zu verbessern.
Ein PR-Berater muß her. Einer, der genauso fähig ist, wie damals Nahles, als sie den Wahlkampfslogan von der Zeitarbeitsfirma klaute.

Und diesen Spin-Doktor hat Gabriel nun gefunden. Es ist ein Mann, der nicht nur das Ansehen der SPD beim Wähler ruinieren soll, sondern der dazu auch noch Gabriels Standing in seiner eigenen Partei möglichst nachhaltig zerstört.
Und was soll man sagen?
Der blinde Siggi pickte soeben das ideale CDU-Korn auf.

Sigmar Gabriel hat einen neuen Berater, der den SPD-Vorsitzenden zurück auf die Erfolgsspur führen soll. Doch der Essener PR-Anbieter Thomas Hüser könnte eher zum Problem für Gabriel werden. Wie die »Welt am Sonntag« berichtete, setzte Hüser noch vor ein paar Monaten auf eine SPD-Niederlage bei der Bundestagswahl 2017. [….]
Hinzu kommt: Hüser war bis vor kurzem noch Mitglied der Partei von Angela Merkel - gegen die Gabriel bei der Bundestagswahl antreten könnte. Nachdem er im Frühjahr die Beratung des SPD-Mannes übernommen hatte, war Hüser - Spitzname »Schwarzer Abt« - im Mai nach zehn Jahren aus der CDU ausgetreten. Das sei aber keine Bedingung Gabriels gewesen.

    »Kurt Schumacher, einer der Amtsvorgänger von Sigmar Gabriel, hatte die treffende Bezeichnung für die SED: ›rotlackierte Faschisten‹. Nun tragen die SED-Wölfe Gabriels frischgewaschene Schafspelze - und schalmeien gemeinsam in der rot-rot-grünen Einheitsfront. Der Wähler wird’s merken: Gabriel wird beim nächsten Mal wieder 20 plus x einfahren …. Und das ist gut so.«
 Thomas Hüser, 6. Dezember 2014


Ich glaube, Merkel ist gar kein Polit-PR-Genie, sie wäre vermutlich gar nicht so beliebt, wenn ihre Konkurrenz nicht so unfassbar dumm wäre.
Bravo Vizekanzler – falls noch ein paar SPD-Mitglieder übrig waren, die er beim VDS-Schwenk und der Demütigung Maas‘ noch nicht vergrault hat, wird das nun mit dem „schwarzen Abt“ Hüser klappen.

[…]   So einen hat es vielleicht noch nicht gegeben in den 150 Jahren der deutschen Sozialdemokratie. Thomas Hüser sitzt in der Düsseldorfer Kneipe "Zicke" und trägt ein blaues Hemd, in dessen Brusttasche seine Initialen eingestickt sind. Das sieht eher nach Arbeitgeberverband aus als nach SPD-Ortsverein. Und Hüser war bis vor Kurzem noch in der CDU. Er war auch gar nicht unzufrieden mit der Partei. […]  Das Verhältnis zwischen Gabriel und diversen weiteren Spitzengenossen ist seit einiger Zeit angespannt. Gabriels Agieren in den Debatten über die Vorratsdatenspeicherung und den Umgang mit Griechenland hat die Spannungen zuletzt noch verschärft. Als dann kürzlich der Name Hüser bekannt wurde, erregte das im Willy-Brandt-Haus erhebliches Misstrauen. Berater von außen sind in der Parteizentrale ohnehin nicht allzu hoch angesehen. Und solche mit dem politischen Hintergrund von Thomas Hüser erst recht nicht.
Hüser betreibt in Essen eine PR-Agentur mit einem ansehnlichen Kundenstamm. Heikel ist allerdings die Tatsache, dass nicht wenige Auftraggeber aus dem Dunstkreis von Bodo Hombach stammen, mit dem er gut befreundet ist. […]  Eine Freundschaft mit Hombach kann sehr einträglich sein, sie verhilft aber nicht unbedingt zu einer Karriere in der SPD - zumindest nicht in Nordrhein-Westfalen, wo Hombach verhasst ist, weil er gegen SPD-Landeschefin Hannelore Kraft stänkerte und mit deren CDU-Kontrahenten Jürgen Rüttgers fraternisierte. Wenn Gabriel Anlauf aufs Kanzleramt nehmen will, braucht er die NRW-Genossen und die Unterstützung von Kraft. Doch es war ausgerechnet Hombach, der ihm den PR-Mann Hüser empfahl. […] 

Kurioserweise ist Hüsers neuster Aufsatz, der seine zukünftige Arbeit für die SPD einleitet, eine recht zutreffende Bestandsanalyse.
Er hat natürlich recht mit seiner Verdammung der Merkelschen Nicht-Politik und prangert völlig richtig „die Selbstverzwergung der SPD“ an.

Während die Konservativen vergleichsweise kleine Erfolge groß ausschlachten, bleiben Regierungserfolge auch innerhalb der SPD leider oft ohne die verdiente positive Resonanz. Diese unverständliche Selbstverzwergung auf nationaler Ebene verhindert, dass die SPD in breiteren Bevölkerungsschichten eben noch nicht als das wahrgenommen wird, was sie eigentlich ist: Die gestaltende Kraft.
Die natürlichen Verbündeten der SPD sind das aufgeklärte Bürgertum, die organisierte Arbeitnehmerschaft, die technische Intelligenz und die Kreativen aus Kunst und Kultur. […]  Der Wahlkampf im Jahr 2017 wird sich um die Zukunft drehen. Die Kanzlerin wird 2017 den Zenit der Selbsthistorisierung erreicht haben. Sie wird ihre Partei in Trümmern zurücklassen. […]  Die Bürger wissen längst, dass Merkel keine Impulse für die Zukunft mehr liefert. In ihrer Politik der kleinen Schritte sehen sie keine Fortschritte, sondern die zyklische Wiederkehr ungelöster Probleme. Maut und Griechenland sind dafür nur zwei Beispiele. Die SPD muss die gelähmte Mitte aktivieren. Den Mut haben, offensiv zu fordern, die Belastungen für kleinere und mittlere Einkommen zu senken.

Er erkennt aber offenbar nicht den Hauptverantwortlichen für die Misere, nämlich Sigmar Gabriel, seinen neuen Auftraggeber.
Zudem scheint Hüser als langjähriges CDU-Mitglied nicht einschätzen zu können, wie scheu die SPD-Mitglieder sind. Sie jubilieren nicht wie in der CDU automatisch ihrer Führung zu, sondern sind misstrauisch. Misstrauischer denn je nach dem letzten Jahr.
Um einfache SPD-Mitglieder zu mobilisieren, ist ein CDU-Mann mit RotRotGrün-Allergie nicht nur ungeeignet, sondern kontraproduktiv. So wird Gabriel seine Basis vor den Kopf stoßen und ohne Unterstützung in den Wahlkampf 2017 gehen.

Sonntag, 16. August 2015

Die Doof-Homofreunde des Tages – Teil II


Man soll sich nicht über Minderheiten lustig machen und das tue ich üblicherweise auch nicht.
Aber da ich in den letzten Jahrzehnten immer nur lieb über Schwule geschrieben habe, jeden LGBT-Vertreter unterstützte, habe ich jetzt einen gut.

Na gut, einen Homo gibt es, den ich vielleicht nicht immer nur nett dargestellt habe.

 
Aber sonst bin ich voll auf Pro-Homokurs.
Bis vor drei Wochen, als ich schrieb:

Christian Röbcke-Gronau, 34, schwul, ist doof. Er ist ein doofer Homo.
Da war es raus.

Homophober als die CDU, die Partei Röbcke-Gronaus ist nur noch die katholische Kirche.

Die Ansichten zu schwulen Menschen werden auch im Jahr 2015 immer wieder von den obersten Katholiken klar formuliert.

Bischof Vitus Huonders Ausfälle gegen Homosexuelle werden immer dreister. Wobei er diese mit Bibelstellen umschreibt. Schon im März berief er sich auf das alttestamentliche Buch Levitikus, wonach Homosexualität ein Gräuel sei. An einem Vortrag vom Freitag nun schob er ein noch krasseres Zitat aus Levitikus nach: «Wenn jemand bei einem Manne liegt wie bei einer Frau, dann haben sie eine Gräueltat begangen und sollen beide des Todes sterben.» Wie die Plattform Queer.de berichtet, haben am Kongress «Freude am Glauben» in Fulda rund tausend Rechtskatholiken Huonder dafür grossen Beifall gezollt. Gemäss dem Churer Bischof legt die Bibel an diesen Stellen die göttliche Ordnung dar. Die Bibelstellen würden genügen, um der Frage der Homosexualität aus der Sicht des Glaubens die rechte Wende zu geben. Es gebe eben «keine Vielfalt beim Modell von Ehe und Familie». Die Homo-Ehe sei ein Angriff auf die Schöpfung. Weiter sagte Huonder, der kirchliche Segen der Ehe sei ausdrücklich auf die Fruchtbarkeit als zentralen Wert bezogen, auf einen «sittlich geordneten Vollzug des Geschlechtsaktes». Sex sei «keine Spassveranstaltung» und keine Privatsache, er gehöre vielmehr zur Glaubensverkündigung.

Die oberste Instanz für Glaubensfragen, nämlich der Präfekt der Glaubenskongregation, der von Papst Franz demonstrativ zum Kardinal erhoben wurde, lässt ebenfalls keinen Zweifel, was man von Schwulen zu halten hat.

Auf die Frage hin, ob es einen offeneren Umgang der katholischen Kirche mit Homosexuellen gebe, antwortete Müller, dass die Kirche „immer den Beginn einer gelingenden Liebesbeziehung bei der Liebe zwischen Mann und Frau und Frau und Mann verortet. Die Kirche fokussiert auch auf diese Formen der Sexualität und baut hier ihre Sexualmoral auf. [….]“, so der Kurienkardinal, der als Glaubenshüter einer der wichtigsten Männer im Vatikan ist. [….]  Müller [….]  machte unmissverständlich klar: „Aktive Homosexualität ist nicht akzeptabel. Diese Beurteilung der Kirche wird auch nicht aufgegeben. Das ist gegen die Naturgesetze und ist eine Sünde.“

Kardinal Raymond Burke, im November 2014 von Papst Franz zum Kardinalpatron des Malteserordens befördert, weiß ebenfalls Bescheid.

In einem Interview mit der konservativen Internetseite LifeSiteNews hat er sich nun zu den Versuchen, die kirchliche Sexualmoral zu modernisieren, geäußert. Auf die Frage des Journalisten, ob man nicht Homosexuelle, die als gläubige Katholiken und gute Christen leben, akzeptieren könne, antwortete Burke:

„Selbstverständlich ist das nicht der Fall! Sie sind wie Leute, die jemanden gemordet haben, aber zu anderen Leuten ganz nett sind. Wenn jemand öffentlich in einem Zustand der Todsünde lebt, kann er noch so viele anscheinend gute und fromme Taten tun. Sie alle können den Zustand der Todsünde, in dem der Homosexuelle lebt, nicht gut machen oder diese Situation irgendwie rechtfertigen."

Im Gegenteil seien solche Homosexuelle noch viel schlimmer, denn sie erweckten den Eindruck, dass an dem Zustand des Lebens in der Todsünde etwas Gutes sein könnte. So würden sie gläubige Katholiken zu Verständnis und Toleranz verführen - Verständnis und Toleranz für die Todsünde dürfe es aber nicht geben.

Im Interview mit der konservativen deutschen WELT bekräftigte Kardinal Burk seine Ansicht.

Die homosexuelle Veranlagung ist eine Form des Leidens, das bestimmte Menschen befällt. [….] Aber ich glaube nicht, dass Homosexualität genetisch ist. Es kommt sehr auf die Umwelt an. In meiner Gemeinde hatte ich homosexuelle Paare, die sehr unglücklich über ihr Sexualleben waren. [….] Natürlich möchte man Tugenden wie Treue und Selbstaufopferung in allen stärken, aber das darf nicht zur Zustimmung zu solchen sexuellen Akten führen. Eine eheliche Beziehung ist nur zwischen Menschen verschiedenen Geschlechts möglich. Aus kirchlicher Sicht kann es eine Ehe zwischen Gleichgeschlechtlichen nicht geben.

So ist das eben in der katholischen Kirche mit ihren frauenbefreiten Führern, die den ganzen Tag in bunten Kleidern paradieren.
Selbst die sogenannten „modernen“ jungen Bischöfe, die der angeblich so liberale Franzl ernennt, haben klare Moralvorstellungen.

Der Bischof von Passau hat offenbar kein Problem damit, Homosexuelle in die Nähe von Kriminellen zu stellen. "Sogar zwischen den Mitgliedern einer Gangsterbande", schrieb Stefan Oster im Mai auf Facebook, "werden nicht selten 'Werte' wie Verlässlichkeit, gegenseitige Fürsorge oder Loyalität hoch geschätzt." Daher reiche der Hinweis auf solche Werte keinesfalls aus, um homosexuelle Partnerschaften zu akzeptieren.
Der 50-Jährige gibt sich als moderner Bischof, mit Smartphone und Internetauftritt, doch seine Karriere basiert auf Dogmatismus. "Die Kirche glaubt nämlich aufgrund der ihr geschenkten Offenbarung", schreibt Oster, "dass ausgelebte sexuelle Praxis ihren genuinen und letztlich einzig legitimen Ort in einer Ehe zwischen genau einem Mann und einer Frau hat, die beide offen sind für die Weitergabe des Lebens und die bis zum Tod eines der Partner einen unauflöslichen Bund geschlossen haben."
Gleichzeitig wirft Oster allen andersdenkenden Gläubigen - etwa den Laien im Zentralkomitee der Katholiken - vor, illoyal zu sein und "die Lagerbildung in der Kirche" zu forcieren.

Natürlich stinkt der Fisch vom Kopfe her. Wir haben im Moment zwei Päpste. Der Prächtigere von ihnen (der in den roten Prada-Schühchen und den Gold-Ballkleidern) ist ohnehin als homophobster Pontifex der letzten 100 Jahre bekannt. Der etwas Jüngere mit den gröberen schwarzen Schuhen redet zwar weniger feindselig, handelt aber genauso schwulenfeindlich. Den mutmaßlich schwulen französischen Diplomaten und designierten Botschafter am Heiligen Stuhl Laurent Stefanini ließ Franzl aus dem Vatikan jagen. Diplomatisch lief das so: Der im Januar 2015 vom französischen Ministerrat zum neuen Vatikan-Botschafter ernannte Diplomat wurde acht Monate eiskalt ignoriert. Der päpstliche Palast weigert sich beharrlich die Personalie zu bestätigen und ihn neben so illustren Katholikinnen wie Annette Schavan zu akkreditieren.
Der Apostolische Nuntius in Paris, Erzbischof Luigi Ventura, soll nach Informationen von „La Stampa“ Stefanini dringend empfohlen haben, wegen seiner sexuellen Orientierung vom Amt zurückzutreten.
Stefanini habe darauf verwiesen, dass er von der Regierung ernannt ist. Aber Franz pfeift auf Diplomatie, bevor er einen Schwulen akzeptiert.

[….]  Am Wochenende hat sich laut Medienberichten Papst Franziskus mit dem designierten Botschafter Frankreichs am Heiligen Stuhl (Santa Sede) getroffen. Grund für die Zusammenkunft war indes ein heikler: Laurent Stefanini ist bislang noch nicht vom Vatikan als Botschafter seines Landes bestätigt worden – und wird das wohl auch nicht. Denn der Mann lebt offen homosexuell.
In dem Treffen zwischen Franziskus und Stefanini habe der Papst wohl sein Bedauern zum Ausdruck gebracht, aber er könne die Bestellung des Franzosen als Botschafter nicht bestätigen. Grund sei die Befürchtung, dass Stefanini während seiner Amtszeit als Botschafter eine Partnerschaft eingehen könnte und damit den Vatikan brüskieren würde.. [….]

Bekanntlich begrüße ich solche klaren Positionierungen. Damit können sich fromme Katholiken wie Andrea Nahles, Winfried Kretschmann oder all die anderen Politiker, die sich für das Kirchensteuersystem und die RKK als Betreiberin unserer Schulen einsetzen nicht damit rausreden, sie hätten ja nicht gewußt, wie menschenverachtend ihr Glaubensverein ist.

Es ist fürchterlich albern, daß in einer Pseudowissenschaft wie der Katholischen Theologie – hier haben sich Fakten im Gegensatz zu allen anderen „Wissenschaften“ Lehrmeinungen unterzuordnen – immer noch Professoren befinden, die meinen man könne ausgerechnet der RKK Homotoleranz beibringen.

Magnus Striet, Professor für Fundamentaltheologie an der Universität Freiburg im Breisgau und Stephan Goertz, Professor für Moraltheologie an der Katholisch-Theologischen Fakultät der Universität Mainz sind solche Wissenschaftler, die hartnäckig gegen die Topkleriker mit der göttlichen Wahrheit an ihrer Seite argumentieren, indem sie ebenfalls den angeblichen Jesus bemühen.
Alberner geht es nicht.
Wer dagegen ist Schwule zu diskriminieren, soll als erstes aus der Kirche austreten und außerdem nicht CDU wählen. Simple as that.

[….]  Nun meldet sich ein Dutzend renommierter katholischer Theologen zu Wort und ergreift Partei für die Rechte Homosexueller. Solch abweichende Meinungsäußerungen haben schon zu Disziplinierungen bis zum Entzug der Lehrerlaubnis geführt. [….]
Ein Wortführer ist Stephan Goertz, Professor für Moraltheologie an der Katholisch-Theologischen Fakultät der Universität Mainz. Er meint, dass endlich ein Weg aus der Erstarrung gefunden werden muss. Es genüge allerdings nicht, wenn die Kirche sich lediglich "gegen die Diskriminierung Homosexueller wendet, weil dies ihre Würde als Person verletze".
[….]   Die Bibel jedenfalls tauge keinesfalls als Grundlage für die ablehnende Haltung der Kirche, urteilen ausgewiesene Kenner der Heiligen Schrift. Michael Theobald, Professor für Exegese an der Katholisch-Theologischen Fakultät der Universität Tübingen, schreibt: "Fundamentalistische Bezugnahmen auf die Heilige Schrift widersprechen der ureigenen katholischen Hermeneutik." Sein Kollege Magnus Striet, Professor für Fundamentaltheologie an der Universität Freiburg, kritisiert die Bischöfe: "In weiten Teilen der Theologie ist es inzwischen (verschwiegen oder offen) zu Korrekturen gekommen, während die vom Lehramt vertretene Theologie meint, auf der Nichtakzeptanz homosexueller Partnerschaften insistieren zu müssen." [….]

Katholisch und homophob gehören zusammen. Das ist zwar unsympathisch, aber stringent. Mit katholischer Moraltheologie aber Homofreundlichkeit zu begründen,  ist nur noch erbärmlich.

Samstag, 15. August 2015

Ich will eine richtige Regierung.



Klar, politisch bin ich mit Merkel und ihrer Politik nicht einverstanden.
Aber sie könnte einige Pluspunkte sammeln, wenn sie wenigstens nach zehn Jahren ein bißchen professionell wirkte und nicht weiterhin planlos in die Desaster mit Ansage stolperte.

Wie viele Jahre soll dieser Mist mit Griechenland weitergehen? Daß Berlin auf den IWF und KEINEN Schuldenschnitt besteht, während alle anderen wissen, daß es so nicht funktionieren kann und sogar die IWF-Chefin ausdrücklich auf einem Schulden-Cut besteht?
Wie lange sollen wir noch zusehen, wie deutsche Behörden mit rund 100 verschiedenen rechtlichen Aufenthaltstiteln debakulieren und die Betreuung von Flüchtlingen weitgehend Freiwilligen überlassen, weil sich der Innenminister nicht dazu bequemt mal eine grundsätzliche Regelung zu erarbeiten?

Unglaublich, ZWEI Jahre ist es her, daß der SPIEGEL veröffentlichte Merkel werde von der NSA abgehört.
Das ist schon an sich eine Superblamage, daß dies von Medien enthüllt wurde und nicht etwa von einem der zahlreichen Geheimdienste entdeckt wurde, die immerhin von ihrem Kanzleramt aus koordiniert und kontrolliert wurden.
Inzwischen weiß man, daß alles noch viel schlimmer ist. Die NSA spannte sogar Merkels BND ein, um Ministeriale, befreundete Regierung in der EU, aber auch Personen wie Oskar Lafontaine abzuhören. In zwei Jahren konnte sich aber niemand in Merkels Regierung dazu bequemen das irgendwie aufzuklären, geschweige denn abzustellen.
Mit gestrichen vollem Hosenanzug traut sich die Kanzlerin noch nicht mal Personen wie Ed Snowden oder Julian Assange auch nur befragen zu lassen.

Im gestern erschienenen SPIEGEL steht ein dreiseitiges Interview mit dem zuständigen Kanzleramtsminister Peter Altmaier (aka „Fatboy Schlimm“), das mich fassungs- und ratlos zurücklässt.
Was ist los mit Merkels Amt? Gibt es nicht irgendwo ein „Regieren für Dummies“-Manual, in dem die mal nachschlagen können, was man eigentlich zu tun hat?

Daß die Parlamentarier die berühmt-berüchtigte Selektorenliste einsehen wollen, blockt Altmaier gleich ab.

Altmaier: Das geht nicht so einfach. Es gibt Spielregeln zwischen Geheimdiensten, die wir einhalten müssen. Die Selektorenlisten dürfen aufgrund der Vereinbarung mit den Amerikanern und den geltenden Geheim
Schutzabkommen  nicht ohne deren Einverständnis veröffentlich werden. Daran halten wir uns. Wenn klar wäre, dass es um strafbare Handlungen ginge, wäre das möglicherweise anders.

SPIEGEL: Am Mittwoch meldete Zeit Online, die angebliche Verweigerungshaltung der Amerikaner sei eine Erfindung. Tatsächlich habe die US-Seite die Entscheidung, ob der Untersuchungsausschuss die Selektorenliste einsehen dürfe, der Bundesregierung überlassen. Was sagen Sie dazu?

Altmaier: Hätte es tatsächlich eine Zustimmung zur Weitergabe aus den USA gegeben, hätten wir uns manche schwierige Debatte ersparen können.

SPIEGEL: Mit Herrn Graulich bestimmt die Regierung selbst, wer sie kontrollieren soll. Das ist so, als würde Sepp Blatter aussuchen, wer gegen die Fifa ermittelt
(DER SPIEGEL 14.08.2015, s.37.)

Unglaublich.
Die Regierung eines der größten und mächtigsten Länder der Erde traut sich noch nicht einmal auf Klo zu gehen, ohne vorher die Amerikaner um Erlaubnis zu bitten. So der Eindruck. In Wahrheit ist es aber wohl noch schlimmer – denn die Amis sehen das viel lockerer, als dargestellt. Merkel fürchtet sich aber vor ihrem eigenen Volk. Offensichtlich sind ihre beiden Koalitionspartner genauso hasenfüßig und der SPIEGEL läßt den Kanzleramtsminister auch schnell vom Haken, ohne wirklich unangenehme Fragen zu stellen.

[….] Aber statt sich deshalb mit den Amerikanern anzulegen, erfindet die Bundesregierung etwas von einer Zustimmungspflicht der US-Regierung. Die Bundesregierung sei verpflichtet, so eine Einwilligung einzuholen. [….] Dröseln wir das mal auseinander. Die Regeln, von denen Altmaier da spricht, haben der BND und die NSA einst miteinander auf Behördenebene ausgemacht. Es sind also keine zwischenstaatlichen Abkommen im klassischen Sinne. Die Dokumente dazu nennen sich Memorandum of Understanding oder Memorandum of Agreement. Absichtsbekundungen sind das, mehr wohl nicht.
Selbst das Auswärtige Amt befand jüngst in einem Gutachten für das Bundeskanzleramt, dass das Völkerrecht hier nicht greife und die Bundesregierung nicht von einer eigenständigen politischen Entscheidung entbunden werden könne.
Dennoch ringt die Bundesregierung seit Monaten in so genannten Konsultationsgesprächen mit den Amerikanern um deren ausdrückliche Zustimmung. Die aber nicht kommt.   Warum auch?
Die Amerikaner scheinen besser zu wissen als die Deutschen, dass der eine Staat dem anderen nichts vorschreiben kann. Die Amerikaner haben ihre Bedenken geäußert. Es ansonsten aber der Bundesregierung überlassen, eine Entscheidung zu fällen. [….] Aber wozu das ganze Theater? Über die Gründe lässt sich nur spekulieren. Offenbar scheinen die Suchbegriffe auf der Liste so spektakulär zu sein, dass die Bundesregierung diplomatische Verwerfungen fürchtet, sollten sie an die Öffentlichkeit kommen.
Andererseits: Was soll da noch kommen? [….] Schlimmer geht es eigentlich nicht. So unter Freunden könnte die Bundesregierung jetzt also ruhig mal sagen: Sorry, auf eure Zustimmung pfeifen wir diesmal, nix da mit um Erlaubnis bitten. [….]

Merkels Regierung ist so devot und erbärmlich, daß sich laut eines geleakten BND-Vermerks sogar die Amerikaner nicht erklären können, wieso Berlin sie nicht angreift.
Offensichtlich völlig unfähige Gestalten wie BND-Chef Schindler und Verfassungsschutzchef Maaßen dürfen weiter wurschteln.
Da sie aber ihre ureigene Aufgabe nicht bewältigen können, kaprizieren sie sich nun stattdessen auf die Verfolgung derjenigen, die wie das kleine Blog „Netzpolitik.org“ über sie berichten wollen.
Regiert Merkel, die schon 2013 ihre Volk massiv über das angebliche kommende „No Spy-Abkommen“ massiv belogen hatte, eigentlich in Berlin oder in Schilda?