Donnerstag, 20. März 2014

Treffer!



Wer hat eigentlich diese dümmlichen Welttage erfunden?

Angefangen hat damit 1947 die UNO, die mittlerweile schon rund 70 Welttage dazu erfunden hat, um an bestimmte kulturelle Errungenschaften zu erinnern.

Ob das Welttagen eines kulturellen Ereignisses irgendeinen Nutzen hat, wage ich zu bezweifeln. Schon allein wegen der Inflation der vielen Gedenktage, die sich niemand mehr merken kann.

Oder weiß irgendjemand aus dem Kopf, daß
der 13. Februar Internationaler Tag des Radios,
der 21. Februar Internationaler Tag der Muttersprache,
der 3. März Welttag der freilebenden Tiere und Pflanzen,
der 20. März Internationaler Tag des Glücks,
der  24. März Internationaler Tag für das Recht auf Wahrheit über schwere Menschenrechtsverletzungen und für die Würde der Opfer,
der 23. April Welttag des Buches und des Urheberrechts,
der 17. Mai Weltfernmeldetag und Welttag der Informationsgesellschaft,
der 23. Mai Internationaler Tag zur Beendigung von Geburtsfisteln
der 23. Juni Internationaler Tag der Witwen,
der 16. September Internationaler Tag für die Erhaltung der Ozonschicht,
der 9. Oktober Tag des Weltpostvereins,
der 15. Oktober Internationaler Tag der Frauen in ländlichen Gebieten,
der 29. November Internationaler Tag der Solidarität mit dem palästinensischen Volk,
der 11. Dezember Internationaler Tag der Berge
ist?

Wenn ein internationaler Würdigungskandidat noch deutlich bedeutender als beispielsweise der „internationaler Tag zur Beendigung von Geburtsfisteln“ ist, bekommt er sogar eine ganze Weltwoche gewidmet.

Die erste Woche im Februar ist Weltwoche der interreligiösen Harmonie,
die vierte Woche im Mai Internationale Woche der kulturellen Bildung
und die erste Augustwoche Weltstillwoche.  24. - 30. Oktober: Abrüstungswoche.

Die Gedenkaristokratie bilden die Internationalen Gedenkjahre.

2014 ist beispielswiese Internationales Jahr der familienbetriebenen Landwirtschaft und Internationales Jahr der Kristallographie.
Es folgen 2015 als International Year of Light and Light-based Technologies und
2016 als International Year of Pulses.

Das ist aber noch nicht das Ende der Fahnenstange:

2005-2014 ist die Dekade der Vereinten Nationen "Bildung für eine nachhaltige Entwicklung" und  2006-2016 Dekade der Sanierung und nachhaltigen Entwicklung der durch die Katastrophe von Tschernobyl betroffenen Regionen.
2011 begann die Aktionsdekade für Straßenverkehrssicherheit.


Die kostenlose Aufmerksamkeit, die man mit der Ausrufung eines Welttages erringen kann, schuf Neider und Nachahmer. So bestimmt beispielsweise auch die RKK mehrere Welttage.

Heute, am 20.03.14 ist als der Welttag des Glücks, bzw im englischen Original „International Day of Happiness.“
Werden nun alle Menschen glücklich? Lächerlich?
Nun ja, als ich auf den Recyclinghof fahren wollte und ein Geront im silbernen Mercedes mit Christen-Fisch-Aufkleber und umhäkelter Klorolle auf der hinteren Ablage geschlagene 20 Minuten am Eingang mit der Kassiererin um die drei Euro Gebühr für einen 120-Liter-Sack Hausmüll stritt und dadurch die Zufahrt blockierte, hatte ich noch nicht recht den Eindruck von Glück überströmt zu sein.
Auch die Aussage des in einem Khaki-Cordanzug steckenden Handwerkskammergutachters, der in der Wohnung unter mir echten Hausschwamm fand und mir erläuterte, daß nun mein Bad und meine Küche rausgerissen werden müßten zur Sanierung, versetzte mich noch nicht in Happiness.
Eher weniger glücklich machte es mich auch, als einer der mit Bierflasche im Hals rumtorkelnden Bauarbeiter, die auf dem Geragenplatz neben mir aus unerfindlichen Gründen seit Tagen Schallplattengroße Löcher in den Beton fräsen, eine Ladung frischen Zement über meine Motorhaube spritzte.
International Day of Happiness?
Die spinnt, die UNO.
DACHTE ich.

Aber weit gefehlt. Die UN-Jungs wußten schon was sie taten. Heute ist wirklich ein Grund  zum Jubilieren und Frohlocken!

Fred Phelps hat den Löffel abgegeben!
 

Dieser selbst für US-Konservative radikale Hassfanatiker wurde vom Schöpfer des Hasses heimgerufen und wird nun im Jenseits weiter seiner Hass-Ideologie frönen können.

Rev. Fred Phelps Sr., who founded a Kansas church widely known for its protests at military funerals and anti-gay sentiments, has died at the age of 84 according to his son Tim Phelps.
[…]   Members of the Westboro church, based in Topeka, frequently protest at funerals of soldiers with signs containing messages such as “Thank God for dead soldiers,” and “Thank God for 9/11,” claiming the deaths are God’s punishment for American immorality and tolerance of homosexuality and abortion.

Der Welttag des Glücks hat seine Daseinsberechtigung erbracht.


Die WBC, die weltweit durch Beerdigungsstörungen berühmt wurde, wird nicht die andere Wange hinhalten und sich gefallen lassen, was sich andere zu Phelps‘ Beerdigung einfallen lassen könnten. Sie kneifen und führen gar keine Beisetzung durch.
Das sympathische Kerlchen wird jetzt vermutlich einfach in den Müll geworfen  - and god laughs.


Mittwoch, 19. März 2014

Warum leckt sich der Hund seinen Penis?



…..Weil er es kann.

Warum hört Obama ein ganzes Land ab?

Weil er es kann.

Die NSA kann offenbar auch in die Vergangenheit horchen: Der US-Geheimdienst verfügt einem Zeitungsbericht zufolge über die Fähigkeit, alle Telefonate in einem Staat aufzuzeichnen und bis zu einen Monat zu speichern. Damit könne die NSA die Telefongespräche rückwirkend abhören, so die "Washington Post". Die Zeitung publizierte flankierend Dokumente des früheren US-Geheimdienstmitarbeiters Edward Snowden und beruft sich zudem auf "Personen mit direkten Kenntnissen" der betreffenden Programme.
Die Überwachungsinstrumente mit den Namen Mystic und Retro würden wie eine "Zeitmaschine" funktionieren, heißt es in dem Bericht. Die NSA könne Gespräche auch dann abhören, wenn eine verdächtige Person zum Zeitpunkt des Telefonats noch gar nicht im Blickfeld des Geheimdienstes gewesen sei.

Warum holt Putin die Krim zurück nach Russland?

Weil er es kann.

Das ist doch Heuchelei. Brüssel weiß doch ganz genau, dass die Pass- und Visa-Verweigerung Putin nicht von seinem Plan abbringen wird. Weder von der Krim - das hat er ja nun gezeigt - noch sonst. Er hat ja die Telefonanrufe immer angenommen, aber es ist nichts passiert. Wir müssen ihm Sicherheit geben, damit er von seinem Kurs Abstand nimmt. Doch ich sehe nicht, wer ihm dieses Mindestmaß geben könnte - weder US-Präsident Obama noch irgendeine Figur in Europa, das ohnehin sehr zerstritten ist.

Ich kann langsam diese Wunschvorstellungspolitik und Schuldzuweisungspolitik nicht mehr hören.
Es ist geradezu lächerlich, daß durch und durch von Russlandhass zersetzte Fanatiker wie der Grüne Werner Schulz und die Braune Erika Steinbach überhaupt in Talkshows wie „Maischberger“ zum Thema Krim eingeladen werden.
Hysterisch sabbernd überschlagen sie sich mit Putin-Beschimpfungen.
Außer daß sie sich damit wirkungsvoll selbst demaskieren und man sie deshalb herzlich auslachen darf, sollte man solchen Gestalten wirklich keine Plattform im öffentlich rechtlich finanzierten Fernsehen bieten.

Inzwischen ist die russophobe Inkorrektheit soweit gediegen, daß auch die differenzierteren Stimmen wie Gysi oder Scholl-Latour vor jede Aussage ein „Ich mag Putin auch nicht, aber….“ aufsagen müssen.
Wer nicht mindestens einmal alle fünf Minuten voller Abscheu und Empörung verkündet wie sehr er Putin verachtet, wird zum publizistischen Paria.

Ich erinnere mich noch sehr gut an die hervorragende, immer wieder von großem Beifall unterbrochene Rede Wladimir Putins im Deutschen Bundestag am 25.09.2001, als am Ende alle Abgeordneten Standing Ovations gaben.
(Außer natürlich Werner Schulz, der beleidigt rausgelaufen war, weil er schon immer jeden Menschen östlich der Oder hasste.)

So viel zur politischen Urteilsfähigkeit der Parlamentarier.

Ich fühle mich wie im Kindergarten, wenn ich jetzt Zeuge werde, wie jeder öffentlich zitierte Menschen erst einmal sein Anti-Putin-Glaubensbekenntnis aufsagen muß.

Das ist erstes dumm und zweitens auch irrelevant.
Putin IST russischer Präsident und er sitzt verdammt fest im Sattel. Alle Demoskopen sind sich einig, daß er locker zwei Drittel der Stimmen bekäme, würde jetzt in Russland gewählt.

Ich fühle mich wie im Kindergarten, wenn ich jetzt Zeuge werde, wie jeder öffentlich zitierte Menschen erst einmal mit Tränen in den Augen seinen „Russland-ist-keine-Demokratie“-Spruch mit aufsagen muß.

Russland wurde viele Jahrhunderte autokratisch mit unglaublicher Härte regiert.
Das ging bis weit in die 1980er Jahre. Dann startete Gorbatschow seine Perestroika und ließ den eisernen Griff um die Sowjetunion locker.
Zweifellos ging es den Russen nie schlechter als in der demokratischen Dekade. Korruption, Hunger und Elend breiteten sich aus; das große mächtige Sowjetreich franste aus, die NATO rückte mit ihren Raketen bis an Russlands Grenzen. Deswegen wird Gorbatschow, der die Demokratie nach Russland brachte, im eigenen Land auch gehasst wie die Pest.
Mit Putin ist Russland heute wieder undemokratischer. Weder Opposition, noch Presse, noch Oligarchen können dem Kreml ungestraft auf der Nase rumtanzen.
Die Kehrseite davon ist aber, daß es den Russen gegenwärtig so gut geht wie noch nie in ihrer Geschichte. Sie können frei reisen, fliegen zu Millionen an die schönsten Strände der Welt, sie bauen Häuser, sie können alles kaufen, sie fahren Autos und sie sind wieder wer in der Welt.
Das gefällt dem einfachen Ivan, der jetzt wieder pünktlich seine (deutlich erhöhte!) Rente bekommt, natürlich besser als die Demokratie unter Gorbatschow.
Da können Schulz und Steinbach und Steinmeier und Merkel noch so toben.

Es muß endlich Schluß sein damit Putin zu dämonisieren und das bereits für eine außenpolitische Strategie zu halten.
Putin ist Präsident, die Krim ist wieder russisch, so deal with it.

Warum aber unterstützen die EU, die USA und Deutschland übelste Faschisten in der Kiewer Regierung?

Im Gegensatz zu den Krim-Entscheidungen des Kremls KÖNNTE der Westen da durchaus Druck machen.
Wieso sagen USA und EU bedingungslos Milliardenhilfe der Ukrainischen Regierung zu, ohne zu verlangen, daß bitte ERST Minderheitenrechte garantiert werden sollen, daß bitte ERST einmal die gewalttätigen Faschisten aus der Ukrainischen Regierung geworfen werden?

Das merkte gestern unter anderem auch Alexander Pantelejmonow vom Ukrainischen Fernsehen, der es wagte eine Putin-Rede zu übertragen.

Igor Miroschnitschenko von der rechtspopulistischen Partei Swoboda, auf Deutsch "Freiheit", drang gemeinsam mit mindestens fünf Helfern in das Büro des TV-Chefs in Kiew ein und attackierte ihn. Der Senderchef unterzeichnete daraufhin eine Rücktrittserklärung.



Miroschnitschenko sitzt in dem Ausschuss, der unter anderem für die Pressefreiheit in der Ukraine zuständig ist. 
Wir haben vielleicht keinen Hebel gegen Russland, aber die Ukraine ist PLEITE und braucht unbedingt westliche Milliarden.
 Da hätten Merkel und Steinmeier einen Hebel, um die fanatischen Antisemiten in der Regierung zu stoppen.


Ungeniert stellen sich die Grüne EU-Parlamentsspitzenkandidatin Rebecca Harms, der US-Senator John McCain und der deutsche Außenminister Steinmeier neben die Typen, die mit Hitlergruß ihre Begeisterung für den Nationalsozialismus bekunden.


Die kleinste Oppositionsfraktion Allukrainische Vereinigung "Swoboda" unter der Führung von Oleg Tiagnibok ist - freundlich ausgedrückt - nationalistisch. Sie propagierte lange eine Bevorzugung von Ukrainern gegenüber anderen Ethnien, Parteichef Tiagnibok beklagte 2004 offen den Einfluss der "jüdischen Mafia Moskaus" auf sein Land. Auch sonst machten ihre Vertreter mit antisemitischen Bemerkungen von sich reden.
Das Simon-Wiesenthal-Zentrum setzte Tiagnibok im Jahr 2012 auf den fünften Platz seiner Liste der schlimmsten Antisemiten weltweit, der Jüdische Weltkongress bezeichnet seine Swoboda als neonazistisch und stellt sie in eine Reihe mit der griechischen Chrysi Avgi, Goldene Morgendämmerung, und der ungarischen Jobbik.
Die Partei entstand 1991 unter dem Namen Sozial-Nationale Partei der Ukraine (SNPU), 1995 wurde sie offiziell registriert. Mit dabei damals schon: Oleg Tiagnibok, heute eines der Gesichter der ukrainischen Protestbewegung. Die Organisation kündigte Anfang der 90er Jahre an, "Volkskameradschaften" gründen zu wollen, deren schwarz uniformierte Mitglieder Krawalle vor dem Parlament inszenierten. Die offizielle Bezeichnung der Partei-Ideologie lautet Sozial-Nationalismus. Die phonetische Ähnlichkeit zum Nationalsozialismus, der Ideologie der NSDAP ist hier offensichtlich. Ungeniert bediente sich die Partei auch der Symbolik des Dritten Reichs. In ihrem Programm rief die SNPU offen zur Revolution auf.
[…]   Die Friedrich Ebert Stiftung verurteilt das Verhalten der Opposition um Klitschko: Sie distanziere sich nicht eindeutig von Swobodas antisemitischer, fremdenfeindlicher und rassistischer Rhetorik und habe damit "Swoboda in den Augen der Öffentlichkeit vom Stigma befreit, sie legitimiert" und ihr den Anschein gegeben, "als sei sie als Partner mit anderen Parteien gleichwertig". In den vergangenen Wochen stand Oleg Tiagnibok in der Tat stets selbstverständlich neben Klitschko und Arseni Jazenjuk von Julia Timoschenkos Vaterlandspartei.

Arseni Jazenjuk ist heute Dank Steinmeiers Eingreifen Ministerpräsident der Ukraine.

Dann wurde eine neue Regierung gebildet, sofort anerkannt von Präsident Obama, auch von der EU, auch von der Bundesregierung. Frau Merkel! Der Vizepremierminister, der Verteidigungsminister, der Landwirtschaftsminister, der Umweltminister, der Generalstaatsanwalt - das sind Faschisten. Der Chef des nationalen Sicherheitsrates war Gründungsmitglied der faschistischen Swoboda-Partei. Faschisten haben wichtige Posten und dominieren zum Beispiel den Sicherheitssektor. Noch nie haben Faschisten freiwillig die Macht wieder abgetreten, wenn sie einmal einen Teil davon erobert hatten.
Zumindest die Bundesregierung hätte hier eine Grenze ziehen müssen, schon aufgrund unserer Geschichte.
Als Haiders FPÖ in die österreichische Regierung ging, gab es sogar Kontaktsperren und Ähnliches. Und bei den Faschisten in der Ukraine machen wir nichts? Swoboda hat engste Kontakte zur NPD und zu anderen Naziparteien in Europa. Der Vorsitzende dieser Partei, Oleg Tjagnibok, hat Folgendes wörtlich erklärt. Ich zitiere jetzt; Sie müssen sich anhören, was er wörtlich gesagt hat - Anführungsstriche -:
Schnappt euch die Gewehre, bekämpft die Russensäue, die Deutschen, die Judenschweine und andere Unarten.
Ende des Zitats. – Ich wiederhole. Dieser Mann hat gesagt - Anführungsstriche -:
Schnappt euch die Gewehre, bekämpft die Russensäue, die Deutschen, die Judenschweine und andere Unarten.
Ende des Zitats. – Es gibt jetzt Übergriffe auf Jüdinnen und Juden und auf Linke, und gegen all das sagen Sie nichts? Mit diesen Swoboda-Leuten reden Sie? Ich empfinde das als einen Skandal. Ich muss Ihnen das ganz klar sagen.

Zögling der Konrad-Adenauer-Stiftung, Vitali Klitschko
Polens Außenminister Radoslaw Sikorski
Bundesaußenminister Frank-Walter Steinmeier
Chef der faschistischen ukrainischen Swoboda Partei, Oleg Tjagnibok
Neuer, ungewählter ukrainischer Regierungschef Arseni Jazenjuk

Oleg Tiagnibok ist Fraktionschef der Regierungspartei Swoboda.

Innenpolitischer Hauptsieger des Konfliktes sind indes faschistische Kräfte. Die Parteinahme des Westens gegen Janukowitsch und für die »vereinigte Opposition« hat dazu geführt, daß zum ersten Mal in der Geschichte der Ukraine Faschisten faktische (Mit-)Regierungsgewalt innehaben.
Das bedeutet eine Zäsur im Nachkriegseuropa, die vom Westen überwiegend ignoriert, aber auch von der Linkspartei bislang nicht genügend ernst genommen wird. Offensiv aufgegriffen wird diese Folge der Proteste nur von Rußland, dem dann stets »Propaganda« unterstellt wird. Auch für die Bundesregierung scheint die Machtübernahme durch Faschisten kein Problem darzustellen. Das ist insoweit konsequent, als sie schon im vergangenen Jahr daran gearbeitet hat, die ultrarechte Partei Swoboda auf europäischem Parkett einzuführen, etwa indem Faschistenchef Oleg Tjagnibok zum freundlichen Gespräch in die deutsche Botschaft eingeladen wurde. Während der Maidan-Proteste stand die Botschaft ständig in Kontakt mit Oppositionspolitikern. Im Februar 2014 ließ sich Außenminister Frank-Walter Steinmeier erstmals gemeinsam mit Tjagnibok ablichten. Dessen Partei stellt in der neuen Regierung den Vizepremier sowie die Minister für Umwelt und Landwirtschaft, außerdem den Generalstaatsanwalt. Bildungsminister ist der parteilose, aber ebenfalls Swoboda nahestehende Universitätsrektor der Kiewer Mohyla-Akademie.

Deutschland sollte endlich aufhören, das zu versuchen, was es ohnehin nicht beeinflussen kann und dafür das tun, was möglich ist.

Zum Schluß sei noch die erbärmlichste Politikerin dieser Tage erwähnt. Die Grüne Christin-Aktivistin und Chef-Religiotin Kathrin Göring-Kirchentag mag es offensichtlich nicht, wenn der Jude Gysi auf Antisemitismus in der Ukrainischen Regierung hinweist. Lieber hetzt sie mit perfiden Plakaten gegen die LINKE.

Oleg Tiagniboks Nazi-Sprüche stören sie hingegen nicht so sehr.

Auch sie verurteile die Swoboda, sagt zum Beispiel die grüne Fraktionschefin Katrin Göring-Eckardt, "aber es hilft nicht, mit einem Zitat von 2004 zu kommen".
Das ist eine reichlich wackelige Argumentation. Sicher, Swoboda tritt inzwischen gemäßigter auf als noch vor einigen Jahren. Doch wer weiß, ob die Partei sich tatsächlich gewandelt oder nur etwas Kreide gefressen hat? Endgültig naiv wirkt es dann, wenn Göring-Eckardt reichlich lapidar sagt, dass "Demokratie und Freiheit" in der Ukraine mit den Rechten schon fertigwerden würden.

Judenhetze, Mordaufrufe, Rechtsradikalismus?
Ach, das stört doch nicht, meinen die Grünen.
Die Grünen sind augenblicklich noch sinnloser als die Piraten.

Hier geht es darum, Freiheit, Demokratie, Menschenrechte, also die europäischen Werte, zu verteidigen. Also unterstützten wir die Freiheitsforderungen der Demonstranten auf dem Maidan und unterstützen die Übergangsregierung in ihren Bemühen um eine demokratische Ukraine, inklusive demokratischer Wahlen. Da kann Europa nicht neutral sein.
Wer meint, die Europäer müssten beim Kreml anrufen, wenn sie mit der Ukraine reden wollen, liegt falsch. Man muss Russlands Interessen ernst nehmen und mit Putin sprechen, aber da kann es keinen Werte-Rabatt geben. Die Linkspartei, die sich gern pazifistisch gibt und militärisches Vorgehen prinzipiell ablehnt, verteidigt im Konflikt um die Krim Wladimir Putins Verhalten. Das trennt uns.
[….] Gysi macht den Beschwichtiger. Das ist ein Streit in der Sache. [….] Viele Staaten des ehemaligen Ostblocks, so auch die baltischen Staaten, haben sich freiwillig und demokratisch legitimiert Europa zugewandt. Und die Ukraine versucht jetzt dasselbe. Putin aber scheint daran gelegen zu sein, eine Stimmung wie im Kalten Krieg zu produzieren.
 (Grünen-Fraktionschefin Katrin Göring-Eckardt in der SZ vom 19.03.2014)

Dienstag, 18. März 2014

Unfreiwillige Einsichten


Wenn es nicht so traurig wäre, könnte man über die Politik „des Westens“ lachen.
Da jetten die Außenpolitiker „des Westens“ einem Hühnerhaufen auf Extasy gleich von Gipfel zu Gipfel, um dann neue Gipfel zu beschließen.

Getrieben werden sie allesamt von einer Politiktaktik, wie sich das Klein Fritzchen vorstellt. Sich im Sandkasten gegenseitig die Sandkuchen zu zertreten, scheint dagegen schon als gewieftes Vorgehen.
Der große böse Junge hat sich ein Schäufelchen genommen, das man selbst behalten wollte und nun droht man ihm an in Zukunft nicht mehr mit ihm zu spielen. Dabei wird ernsthaft erwartet, daß Putin eines Morgens aufwacht und folgende Gedanken durch seinen Kopf gehen:

„Oh wie traurig, Merkel und Obama mögen es nicht wenn ich mich in Simferopol engagiere. Wie schaffe ich es bloß, daß die EU wieder lieb zu mir ist?
Am besten ich ziehe mich hinter den Ural zurück, verspreche so was nie, nie, nie wieder zu tun und bitte in Brüssel demütig kniend um Vergebung!“

Lieber „Westen“, ich habe Neuigkeiten für Dich: Das wird nicht passieren!
Selbst wenn Ihr auch Sanktionen beschlösset, die Russland tatsächlich weh täten würde der Präsident des größten Landes der Erde nicht niemals einknicken und „mea Culpa“ sagen.
Ihr bekommt es ja noch nicht mal hin überhaupt ernsthafte Sanktionen zu beschließen.
Russische Oligarchen haben letztes Jahr 12 Milliarden Euro in Deutschland investiert. Ihnen gehören Teile von TUI, diverse Werften, deutsche Gasspeicher und sie sind Hauptsponsoren von Bundesligavereinen.
Hunderttausende würden arbeitslos, wenn Merkel die Verbindungen nach Russland ganz kappt.
Und das wäre nur ein Miniproblem, verglichen mit der Horrorvorstellung, daß Russland seine gewaltigen Energieexporte zukünftig nach China umleiten würde und damit Europa von seiner wichtigsten Gas- und Öl-Versorgung abgeschnitten wäre. Und Cameron kann seine Börse gleich zu machen, wenn die russischen Milliardäre da nicht mehr mitspielen dürfen.

Diese Droh- und Sanktionspolitik entspringt dem Geist von Fünfjährigen. Man ist bockig, beleidigt und hebt drohend die Faust.
Es würde mich nicht wundern, wenn Obama und Putin demnächst anfingen sich gegenseitig notariell beglaubigte Penis-Pics zuzuschicken, um zu sehen wer den Größten hat.

In was für einem Wolkenkuckucksheim leben wir eigentlich?
Da mag man einen Staatschef einer anderen Nation nicht und trommelt dann flennend auf sein Kopfkissen, in der Hoffnung, daß über Nacht eine Fee Putin gegen einen herzensguten EU-Diplomaten austauscht?
Hat Nahles‘ falscher Bundestagsgesang so sehr angesteckt?

Ich mach‘ mir die Welt, widiwidiwitt, wie sie mir gefällt.

Da empört sich „der Westen“ über die autoritäre Regierungsform in Russland und beweist durch ihr eigenes hilfloses Agieren gleichzeitig wieviel effektiver der Putinismus ist.

Russland kann Außenpolitik betreiben, die EU nicht.
Russland ist auch wirtschaftlich erfolgreich.
Da kann man noch so sehr über den Umgang mit den Pussy Riots schimpfen und sich empören, weil orthodoxe Kirchenfuzzis dem Kreml ihre Homophobie aufdrücken.
Ich bin mir ziemlich sicher, daß die „einfachen Leute“ etwas ganz anderes interessiert.
Vor 20 Jahren gab es HUNGERSNÖTE in Russland, aus Hamburg wurden zehntausende Care-Pakete in die Partnerstadt St. Petersburg geschickt, Millionen bettelten in den Straßen, es herrschte Chaos in der Regierung, irgendwelche Oligarchen haben sich alles den gesamten Staatsbesitz unter den Nagel gerissen und wollten das dann auch noch an die USA verscherbeln (Chodorowski!!).
Dann kam Putin, hat Chodorowski gestoppt, Russlands Besitztümer gesichert, dafür gesorgt, daß wieder pünktlich Löhne ausgezahlt wurden.
Er hat die Renten deutlich erhöht (und wie man auch in der GroKo weiß, ist das ein Mittel sich beim Wähler beliebt zu machen – egal wie unvernünftig die Beschlüsse finanziert sind) und die ausufernden mafiösen Umtriebe eingedämmt.
Als 1992 die Krim von Russland abgetrennt wurde, ging es allen gleich.
Heute fühlen sich die Bewohner der Ukrainischen Halbinsel von Kiew ausgepresst.
Nebenan in Russland bekommen Rentner die dreifache Rente und Staatsbedienstete sogar das vierfache Gehalt der Ukrainer.
Ist es da so verwunderlich, daß die Krim-Bevölkerung, die ohnehin größtenteils russisch ist, sagt „das wollen wir auch!“?

Die Außenpolitik des Westens ist insgesamt eine einzige Kette von Pleiten, Pech und Peinlichkeiten.
Mit der Rapidanerkennung der aus Jugoslawien rausbrechenden Teilstaaten haben sie die Balkankriege erst angefacht.
Dann wurden illegale Angriffskriege in diversen Teilen der Welt geführt, um die multiethnischen Staaten in ein Chaos zu stürzen. Flankiert wurde das Ganze von kontinuierlich steigenden Waffenexporten in alle Krisenregionen.
Und nebenher wurde auch noch die Landwirtschaft in vielen Dritte-Welt-Ländern durch unsere unsäglich subventionierte Agrarpolitik zerstört. In Mittelafrika kann man keine Hühner mehr halten, weil das ein in Kenia aufgewachsenes Huhn einfach zu teuer ist – verglichen mit dem angetauten Hühnerklein, das die EU jeden Tag tonnenweise dort auf dem Markt wirft.
Wir sollten uns den ganzen Tag schämen und nicht mit nacktem Finger auf Russland zeigen.

Und was ist eigentlich mit der alten vorausschauenden, der sogenannten „konzeptionellen“ Außenpolitik?

Seit 25 Jahren weiß man doch wie die einst totalitär zusammengehaltenen multiethnischen Staatengebilde zerfasern. In allen Vielvölkerstaaten setzte eine Destabilisierung ein und führte fast immer zu neuen extrem gewalttätigen Konflikten mit Nachbarn.
Warum zum Henker haben wir uns nicht längst darauf eingestellt und seit zwei Jahrzehnten Arbeitsgruppen daran sitzen, die alle Szenarien durchdenken? Man könnte doch eingreifen, helfen, assistieren BEVOR es kracht.
Aber nein, kein Schwein scherte sich 20 Jahre um Weißrussland oder den Kaukasus oder die Ukraine. Wenn überhaupt mal etwas getan wurde, dann gossen wir Öl ins Feuer, indem wir Raketenschilder zwischen ihnen installierten oder willkürlich mal die eine, mal die andere Macht in NATO oder EU aufnahmen. Als ob das nicht immer Folgen hätte und Argwohn bei deren Intimfeinden schüren würde.

Immer wieder sind EU und USA komplett überrascht, wenn ein selbstherrlicher Irrer wie Saakaschwili in Südossetien einfällt und Russland darauf reagiert.
Die Amerikaner, die bis zu dem Zeitpunkt gar nicht wußten, daß noch ein zweites „Georgia“ existiert, fallen sofort wieder in schwere Sowjetphobie zurück und fordern den Einsatz des Militärs.

Wenn es nun aber irgendwo „kracht“ wie in Charkow oder Donezk, sind alle ganz verwirrt. Sie müssen erst mal googeln wo das überhaupt liegt und dann beginnt das hektische Treffen auf EU und NATO-Ebene. O Gottogottogott, was können wir denn jetzt mal tun? Statt daß man auf Staatenebene schon längst Pläne für solche absehbaren Eventualitäten in der Schublade hätte.
Aber nein, aller frühestens reagiert „der Westen“ wenn das Kind schon im Brunnen ist und dann auch noch üblicherweise falsch und mit sehr widersprüchlichen Signalen. Faschisten hofierend.

Nebenbei bemerkt: Bei den dümmlichen GOPern à la McCain ist es ohnehin schon fast üblich wieder von „Soviet Union“ zu sprechen.
Aber „Sowjetunion“ rutscht jetzt auch wieder deutschen Moderatoren wie Frank Plasberg raus. In 25 Jahren hat sich das Denken offenbar keinen Millimeter weiter entwickelt.

Wenn einzelne Abgeordnete die Linkspartei laut über die Motive der Russischen Regierung nachdenken, oder sich schlicht und ergreifend in Putins Lage versetzen wollen, dreht nicht nur die SPD durch und bricht daraufhin sofort alle Gespräche ab, sondern auch üblicherweise völlig geistig gesunde Journalisten wie Thorsten Denkler werden ganz fickerig.

So wird das nichts mit Rot-Rot-Grün: Linke Bundestagsabgeordnete wie Sevim Dagdelen torpedieren mit ihrer strikten Pro-Putin-Haltung Gespräche mit SPD und Grünen. [….]
Dagdelen mischt kräftig in Sachen Ukraine und Krim-Konflikt mit. Sie ist so etwas wie Putins U-Boot im deutschen Parlament. Jegliche Kritik am russischen Staatschef, der gerade die Krim annektiert, weist sie entschieden zurück.
Im russischen Propagandasender Russia Today ist sie regelmäßiger Gesprächsgast. Dort erklärt sie immer wieder, dass die Europäische Union, die Bundesregierung und die Nato den Sturz des Janukowitsch-Regimes mit Hilfe von Faschisten in der Ukraine betrieben hätten. Ist Dagdelen im Bild, werden rechts neben ihr Videos eingeblendet. Darin ist zu sehen, wie ukrainische Sicherheitskräfte von Demonstranten verprügelt werden.
In Gastkommentaren etwa für die Junge Welt geißelt Dagdelen die Rolle der zum Teil mit Faschisten besetzten Übergangsregierung in der Ukraine. Den grassierenden Nationalismus in Russland aber oder Putins Eskalationsstrategie erwähnt sie mit keinem Wort.
 [….] Die Grünen haben jüngst eine Foto-Montage in die digitale Welt gesetzt, auf der Linken-Fraktionsvize Sahra Wagenknecht vor Soldaten zu sehen ist. Darüber der Satz: "Jetzt neu: Linkspartei erstmals für Auslandseinsätze". Dagdelen kommentiert das auf Twitter mit den Worten: "Wie die CDU-Propaganda aus dem Kalten Krieg. #Grüne auf dem Weg nach rechts außen, mit neuer Kalter Kriegspropaganda."
Dagdelen twittert und postet ihre Positionen derart penetrant in die Welt, dass sie von manchen schon als Wortführerin der Linken im Bundestag in Sachen Ukraine wahrgenommen wird. Petra Sitte platzt da fast der Kragen: "Frau Dagdelen ist keine Wortführerin", zischt sie.[….]

Souveräne Außenpolitik ist anders. Offenbar ist die SPD selbst nicht von dem Mist überzeugt, den sie in der Ukraine verzapft.
Sonst würde sie nicht so hypersensibel auf einzelne LINKE reagieren.
Da liegen die Nerven blank. Kritik am Kurs Steinmeiers ist strikt verboten. Das können sich nur Sozis leisten, die lange im Ruhestand sind.

[Putin] verteidigt Interessen, von denen inzwischen ja auch die Amerikaner sagen, dass sie berechtigt sind, russische Sicherheitsinteressen, und es wäre sicherlich besser gewesen, man hätte in der ganzen Politik gegenüber der Ukraine das Gespräch mit Russland rechtzeitig gesucht und diese Sicherheitsinteressen berücksichtigt.
[….]  Ich glaube, dass der Fehler, einer der Fehler darin bestanden hat, dass die Europäische Union eine Politik gegenüber der Ukraine, aber auch anderen Ländern in der Region entwickelt hat, die von diesen Ländern verstanden wird als ein Weg in die Europäische Union, und darüber gar nicht mit dem größten und wichtigsten Nachbarn zu reden. Ich kann schon verstehen, dass die Russen glauben, darüber muss man sprechen. Das entschuldigt nicht, wie sie sich jetzt verhalten, aber ich finde, wir sollten hier einen deutlichen Unterschied machen zwischen einer russland-kritischen Haltung, die notwendig ist, und einer geradezu feindseligen Attitüde gegenüber Russland, und ich finde es richtig, darauf hinzuweisen, dass derjenige, der den Weg von Sanktionen geht, ihn irgendwann auch wieder zurückgehen muss. Also ist es wahrscheinlich besser, wenn wir versuchen zu deeskalieren, statt es immer weiterzutreiben.
[….]  Es sieht ja so aus, als seien die bisher beschlossenen Maßnahmen nicht besonders wirkungsvoll. Das wusste ja auch jeder. Die Gefahr besteht darin, dass auf den ersten Schritt ein weiterer folgt und dann ein weiterer und noch ein weiterer, eine Spirale nach unten, und am Ende stehen wir vor einer neuen Eiszeit in Europa. Das ist genau das, was wir nicht gewollt haben. Was wir gewollt haben war doch ein Europa, das zusammenwächst und in dem jedes Volk die Chance hat, seinen eigenen Weg zu wählen. [….]  [….]  [….]  [….]  
 Wir hatten damals zu tun zum Beispiel mit den baltischen Republiken, mit Estland, Lettland und Litauen. Glauben Sie, dass das für die Russen einfach gewesen ist? Aber wir haben intensiv mit ihnen darüber gesprochen. Wir haben intensiv mit den Russen darüber geredet, was wir tun, um zum Beispiel die Rechte der russischen Minderheiten in diesen Ländern zu schützen, und da haben die Russen es akzeptiert. Also die Erfahrung ist nicht so, dass man nicht miteinander reden kann.
Ich muss noch einen Punkt hinzufügen. Was die jetzige Situation so schwierig macht und auch das Gespräch so schwierig macht, hat ja eine Ursache auch in Kiew selber, nämlich die Tatsache, dass dort ein fataler Tabubruch begangen worden ist, dem wir auch noch applaudieren, der Tabubruch nämlich, zum ersten Mal in diesem Jahrhundert völkische Ideologen, richtige Faschisten in eine Regierung zu lassen, und das ist ein Schritt zu weit.
[….]  Die Website von Swoboda ist eine wahre Fundgrube an völkischer Ideologie. Die sind getrieben von Russen-Hass, von Juden-Hass und Polen-Hass. Es ist schierer Nationalismus, überzogener exzessiver Nationalismus. Sie rufen nach Atomwaffen für die Ukraine. Sie halten auch die Europäische übrigens nicht für ein erstrebenswertes Ziel, sondern die halten die Europäische Union für ein künstliches Gebilde, das sowieso zum Absterben verurteilt ist. Und ich wehre mich gegen diese verharmlosende These, es sind ja nur ein paar, oder gegen diese klassische Theorie der Einbindung. Diese Sache mit der Einbindung von radikalen Kräften ist in der europäischen Geschichte schon mehr als einmal ganz, ganz furchtbar schief gegangen. Das sollten wir nicht vergessen.[….]