Samstag, 14. September 2013

Langsam reicht es - Teil VIII




 Wochenend und kein Sonnenschein, da nahm ich mir zum Glück allein die aktuelle ZEIT vor.
Also wenden wir uns gleich den ZEIT-Themen zu. Und die sind seit der katholische Giovanni di Lorenzo Chefredakteur wurde, immer frommer.
Es ist nicht neu, daß in der einst so vorbildlichen Qualitätszeitung konservative Leitartikel und schwer religiotische Kirchenhuldigungen stattfinden.

In einem Aufsatz für die neue ZEIT-Beilage „Christ-und Welt“ verkündete er stolz vor jeder Mahlzeit ein Gebet zu sprechen.

Kirche ist allerdings von meinem Leben nicht zu trennen, zu stark ist meine christliche, genauer gesagt: meine katholische Prägung gewesen. […]  Vor knapp zwei Jahren habe ich mit meinem Freund und Kollegen Axel Hacke ein Buch über die Werte unseres Lebens veröffentlicht; es trägt den Titel „Wofür stehst Du?“. Besonders eine Passage daraus hat eine Flut von Zuschriften und Kommentaren ausgelöst. Es geht darin nicht etwa um ein sexuelles Bekenntnis, sondern um ein religiöses. Ich schreibe da, dass wir seit einigen Jahren zu Hause wieder etwas haben aufleben lassen, was lange verschüttgegangen war: Vor dem Essen wird still gebetet, auch wenn Gäste da sind. Ich habe den Satz hinzugefügt: „Sehr oft ist es der schönste Moment des Tages.“
[…]   Ein ähnlich emotionales Bedürfnis spürte ich an dem Tag, als Johannes Paul II. starb. Diese Szene schildere ich ebenfalls in unserem Buch: „Wenige Stunden vor (dem Tod des Papstes) machte ich mich mit meiner späteren Frau auf den Weg zur St.-Hedwigs-Kathedrale in der Nähe des Berliner Gendarmenmarkts. Es war schon spät, und in der Kirche waren viele junge Leute, die nicht so aussahen, als seien sie geübte Besucher von Gottesdiensten. In diesem Moment fühlte ich mich ganz und gar eins mit meiner Kirche. Das Gefühl war: Nicht wir waren ihm, dem Papst, im Sterben nahe, sondern der Papst war sterbend bei uns.
(Giovanni die Lorenzo in Christ und Welt 18/12)

 Es geht weit über eine journalistische Nähe zum Christentum hinaus. So bewirbt die ZEIT beispielsweise offensiv, die im eigenen Verlag erscheinenden „Ethik-DVDs“ des notorischen Lügners Bischof Wolfgang Huber.

Die von Evelyn Finger mit erbärmlichen journalistischen Mitteln geleitete ZEIT-Rubrik „Glauben und Zweifeln“ ist kaum jemals etwas anderes, als eine Plattform für religiöse Eiferer.

Als Zeit-Abonnent bekomme ich jeden Mittwochabend ZEIT-Werbung mit einem di Lorenzo-Video zugeschickt. Der Versuchung sein Gesicht jedem zu präsentieren kann die Inkarnation der Eitelkeit natürlich nie widerstehen.
Gestern war dort zu hören/lesen:

Sehr geehrter Herr Tammox
am Donnerstag erscheint die neue ZEIT mit dem Wichtigsten aus Politik, Wirtschaft, Wissen und Kultur. Ich freue mich, Ihnen hier einige Themen der neuen Ausgabe vorstellen zu können.
[…]   Gesellschaft: Wo Gott nichts zu suchen hat – Ob es um Gotteslästerung, Beschneidung oder Kruzifixe geht; wer mit Glauben Politik macht, schürt immer Unfrieden. Soll Religion deshalb Privatsache sein? Ein Streit, der zur Zukunftsfrage wird.  […] Geht es denn ohne einen religiösen Leitfaden im Politischen Leben???
Ihr
Giovanni di Lorenzo, Chefredakteur
 (ZEIT-Brief vom 28.11.2012)  

Bei so einer Ankündigung eines notorischen Religioten, erwartet man nichts Gutes.
Aber es kam schlimmer als schlimm. [….]

Grundsätzlich freue ich mich natürlich darüber, wenn religiöse Themen von einer ernstzunehmenden Warte aus erörtert werden; erst recht wenn es sich um Papst und Kurie dreht.
Der Katholizismus ist eine unerschöpfliche Quelle des Wahnsinns. 
Aber eben nicht nur das, denn die Christlich-totalitäre Megaorganisation beeinflusst auch alles andere - Politik, Kultur, Psychologie, gesellschaftliche Debatten.
Nun erwarte ich nicht ernsthaft, daß die völlig unkritische Katholikenbewunderin Evelyn Finger, die das ZEIT-Ressort „Glauben & Zweifeln“ leitet, aus den allgemeinen Franziskus-Festspielen ausbricht.
Aber immerhin gibt es insofern Ausreißer, als die ZEIT ihre „Glauben & Zweifeln“-Rubrik immer mal wieder mit protestantischen Bischöfen bestückt.
Normalerweise verbreiten sich hier vorzugsweise die Top-Katholiban.
Nur ZWEIFLER werden nicht gehört.
Besonders einträglich gestaltet sich die Symbiose mit dem Berliner Ex-Bischof Huber, der am 22.08.2013 wieder eine ganze ZEIT-Seite füllen durfte – und zwar ohne lästige Interviewer. Man druckte einfach Auszüge aus seinem neuesten Buch. Huber versteht nämlich so viel von Moral und Ethik.

Das erklärte Bischof Wolfgang Huber einst im TV.

Das sagt der Mann, der als oberster Evangele Deutschlands seine Moral beeindruckend unter Beweis stellte.

Dass Huber, der es immerhin fertigbrachte, als EKD-Ratsvorsitzender in einem Schreiben für „Pro Reli“ in 11 Sätzen 6 mal die Unwahrheit zu sagen, heute als Redner und Berater (Hubers Homepage: „Vordenker“) zum Thema „Ethik“ unterwegs ist und sich „vor allem der Wertevermittlung in Wirtschaft und Gesellschaft“ widmet, erinnert in seiner Dreistigkeit ebenfalls an den Verteidigungsminister.)
(Skydaddy 25.02.2011)

Berauscht von seiner eigenen Wichtigkeit stellte er sich ganz selbstverständlich außerhalb der normalen Koordinaten von Anstand und Wahrhaftigkeit.

Aus Hubers Buch zu zitieren, fällt mir schwer, weil mir meine Tagamed-Tabletten gegen Magengeschwüre ausgegangen sind. Na gut, aber nur ein paar kurze Sätze.

[…] Grenzen der Freiheit […]
Indem wir handeln, müssen wir damit rechnen, dass wir auch an Personen schuldig werden. In dieser Erfahrung tritt uns vor Augen, was grundlegend das Gottesverhältnis des Menschen prägt. Vor Gott kann sich kein Mensch der Bedingtheit seiner Freiheit entziehen. Gott gegenüber nimmt der Mensch sich als ein Empfangender wahr, weil er Leben und Freiheit als Gaben Gottes empfängt. In der Dankbarkeit dafür macht er sich bewusst, dass sein Leben endlich ist und seine Freiheit bedingt. Wenn die Gabe der Freiheit den Ausgangspunkt bildet, liegt die entscheidende ethische Aufgabe darin, die geschenkte Freiheit zu bewahren und zu bewähren.

Also nur die Angst vor der Strafe Gottes bringt uns laut des führenden Ethikers Deutschlands dazu uns nicht so zu verhalten, daß wir anderen schweren Schaden zu führen! Was für ein Bullshit! Die individuellen Freiheitsrechte und der Schutz von Schwachen sind Errungenschaften, die Humanisten mühsam den Kirchen mit ihrer Gotteslehre ABTROTZEN mußten!

You think you’re a good person because you have Christian values? Do you want to know what Christian values are? Christian values are a load of shit. What are Christian values? The Ten Commandments. What are the Ten Commandments? Very sensible values to live your life by. Do you know what’s a load of shit about them? The fact that you had to have them written down! The fact that you couldn’t figure out internally not to kill people, don’t steal… really? You should just know these. These should be internal in you. The Bible is too wordy. All the stories are too wordy. The Ten Commandments are a load of shit. You don’t need all these things. The Bible should be just one sheet of paper and on that sheet of paper it should say just one thing “Try not to be a cunt."

 Heißt: Benimm Dich.
Daß man nicht morden und vergewaltigen soll, müßte einem klar sein, ohne daß es umständlich aufgezählt wird. Und man sollte sich daran halten, weil man davon überzeugt ist und nicht bloß, weil Gott einem dann mit der Hölle droht.

[…] Religion und Ethik […]
Wie können universalistische Normen für die Einzelnen verbindliche Bedeutung gewinnen? […]  Vielmehr gehört es zu [den] Aufgaben [der theologischen Ethik], dieses Ethos zu anderen ethischen Haltungen ins Verhältnis zu setzen. Im christlichen Ethos geht es stets auch um die Ordnung der Gesellschaft im Ganzen. Es beschränkt sich nicht auf die Menschen, die zu einer christlichen Gemeinschaft gehören, sondern tritt für die Achtung der Würde aller und die Wahrung ihrer Rechte ein.

Das ist der Nukleolus des religiösen Übels:
Sie kümmern sich nicht um ihren eigenen Mist, sondern fühlen sich allgemein zu ständig. Sie wollen auch das Leben von Humanisten und Agnostikern diktieren, weil sie von einer tiefen „Wir-sind-besser-als-die“-Ideologie durchdrungen sind. Darin liegt die Ursache von 16.000 religiös begründeten Kriegen, die seit dem Auftritt von Jesus geführt wurden.

[…] Richtige Liebe […]
Die Geschichte des christlichen Glaubens enthält beeindruckende Beispiele dafür, dass der Geist der Liebe sogar die Vorordnung des Richtigen vor das Gute infrage stellt. Wenn das Mitleid mit den Leidenden zu eigenem Opfer führt oder die Missachtung elementarer Menschenrechte einen Widerstand auslöst, der mit dem bewussten Einsatz des eigenen Lebens verbunden ist, gerät die Vorordnung des Richtigen vor das Gute ins Wanken. Solche Beispiele ermutigen dazu, nicht nur danach zu fragen, was wir anderen schulden, sondern uns über das Geschuldete hinaus für das einzusetzen, was uns wichtig ist. Sie schaffen eine Atmosphäre der Empathie, die dem schwachen und verletzlichen Nächsten besondere Aufmerksamkeit schenkt.  […] Theologische Ethik ist deshalb nicht nur für die Sphäre des Guten von Bedeutung, sondern auch für die des Richtigen. Die Reflexion menschlichen Verhaltens muss beides umfassen: das moralisch Richtige und das ethisch Gute.

Dazu fehlen mir die Worte. Theologen, die sich noch heute auf eine Schrift stützen, die Sklaverei, Prügelstrafe, Entrechtung von Frauen, Todesstrafe, Verdammung Homosexueller und das Verbot von Schalentieren-Speisen propagiert, wollen wissen was „richtig“ ist.

Das Beispiel Sexualethik […]
Moralisch richtig erscheinen Beziehungen, die durch Verlässlichkeit und Verantwortung geprägt sind, in denen keiner die oder den anderen zum bloßen Mittel macht, in denen sich Vertrauen und Treue entwickeln können.
Es geht nicht darum, bestimmte sexuelle Orientierungen zu diskriminieren.

Diese modifizierte Schwulenethik finde ich fast noch schlimmer als die alte Höllendrohung. Neuerdings akzeptieren die Evangelen also homosexuellen Sex – WENN ER DENN  möglichst weit an die monogame eheliche Form der Partnerschaft angepasst ist.
Wer ist Huber eigentlich, daß er Menschen die Moral abspricht, die nicht monogam („verlässlich“) leben? Wer in einer Dreierbeziehung lebt oder jede Woche einen anderen Sexualpartner hat, wer gerne in einen Dark Room geht oder drei Mal am Tag masturbiert, ist verdammt noch mal genauso moralisch wie alle anderen auch.
Auch Huber kann es nicht lassen seine unmaßgebliche Nase unter andere Bettdecken zu stecken.

Shame on you ZEIT für den wieder einmal vollkommen unkritischen Abdruck dieses Alt-Bischofs!

Falls es noch jemanden interessiert; in der neuesten ZEIT-Ausgabe vom 12.09.13 wird die Rubrik „Glauben und Zweifeln“ mit einem ganzseitigen Kardinal-Marx-Interview, geführt vom Katholiken di Lorenzo, gefüllt.
Wird auch ZEIT, daß die ZEIT mal wieder Kardinal Marx interviewt.
Zuletzt füllte er 2012 eine ganze Seite und die anderen Kardinäle sind auch schon alle einmal durchgenudelt und gelobhudelt worden.







Freitag, 13. September 2013

Merkel in Angst





Wie schon 2009 und 2005, geht Merkels Strategie der asymmetrischen Demobilisierung in den letzten Tagen und Wochen vor der Wahl die Puste aus.

Natürlich, ihr Extremmerkeln, also das konsequente Verweigern jeglicher politischer Stellungnahmen und das völlige Einstellen der Regierungsarbeit beherrscht sie perfekt. Seit mindestens 2010 sind Merkel und ihre Minister in kollektiven Tiefschlaf gefallen. Selbst die konservative und sehr CDU-freundliche F.A.Z. sah sich zu einer giftigen Aufstellung des kompletten Regierungsversagens der schwarzgelben Chaostruppe veranlasst.
Das Blöde für die CDU-Chefin ist nur, daß sie ein Amt okkupiert, welches ab und an zwingenden Handlungsbedarf mit sich bringt.
Die Kabale zwischen Putin und Obama versucht Merkel zwar nach allen Regeln ihrer Kunst auszusitzen und zu ignorieren, aber das kann auf internationalen Gipfeln auch gehörig schief gehen.
Merkels Pech, daß ausgerechnet einen Monat vor der Bundestagswahl Giftgas eingesetzt wurde und ihre Kollegen in Paris und Washington die Berliner Winterschlafstrategie nicht mitmachen wollen. So kann man nicht international „bella figura“ machen und fällt peinlich auf.
Ein anderes Beispiel ist die NSA-Spähaffäre, die Merkels oberste Schlafmützen Pofalla und Friedrich hartnäckig euphemisieren, indem sie auch vor dreisten Lügen nicht zurück schrecken. Wer sich mit der Thematik aber doch etwas näher beschäftigt, kann seinen Zorn über das unterirdische Agieren der Bundesregierung kaum noch verbalisieren.

Die NSA überwacht das Internet großflächig, zapft Handys und Firmennetzwerke an - aber die Bundesregierung kann beim besten Willen keine Spähaffäre erkennen. Sind die Reaktionen der Koalition nur Wahlkampflüge oder schon Parallelrealität? Und was wäre schlimmer?
[…]  Als bekannt wurde, dass alle relevanten Smartphone-Systeme durch die NSA gehackt werden können, reagierte der CDU-Bundestagsabgeordnete Philipp Mißfelder in den "Tagesthemen": "Es ist kein Thema der Politik. Die neuen Vorwürfe, die kommen, sind ein Thema zwischen der amerikanischen Regierung, der NSA und den Herstellern. Damit haben wir in Deutschland nichts zu tun, und ich sehe auch keine neue Eskalation des Skandals." […]
Der Wahlkampf war das Schlimmste, was der Gesellschaft zur Spähaffäre passieren konnte. Dem Machterhalt, dem Merkel-Erhalt, wird die systemrelevante Debatte geopfert. Stattdessen wird aggressiv geschwiegen, Doktor Murke hätte seine Freude gehabt. Ein Moment des Irrsinns wiederum, als zur letzten Sitzung des Bundestages die Diskussion der Spähaffäre nicht auf der Tagesordnung landete. Der parlamentarische Geschäftsführer der CDU, Michael Grosse-Brömer, erklärte das mit einer Begründung, die in einer besseren Welt für zwei bis drei Zwangseinweisungen in eine bayerische Psychiatrie gereicht hätte. Es gebe nämlich gar keinen Skandal, sondern nur den "Wunsch, diesen Skandal am Leben zu erhalten, die Menschen zu verunsichern aus wahltaktischen Gründen." […] Weltweit schimmern Zeugnisse von Momenten des Irrsinns auf. […]  Aber das alles wirkt beinahe hobbyhaft gegen den deutschen Qualitätsirrsinn, hergestellt von den Politik-Ingenieuren der Koalition. Es mag eine demokratiefeindliche Einstellung sein, Totalüberwachung für richtig zu halten. Aber es ist eine diskutierbare politische Haltung. Das Schauspiel, das die Regierung aufführt, ist keine politische Haltung, sondern Kadavergehorsam wider die Wahrheit: Wir sagen nichts, weil es laut Mutti nichts zu sagen gibt. Das Haus brennt, und Merkels Feuerwehr stellt Schilder auf, dass der Brand nie stattfand und darüber hinaus längst gelöscht sei.

Während Merkel und ihre Gurkentruppler weiterhin so tun, als wären sie nicht da, dreht sich die Welt aber weiter.

100 Tage Prism - Die Bundesregierung weiß von nichts
Am Samstag liegen die ersten Enthüllungen über NSA-Überwachungsprogramme 100 Tage zurück. Pünktlich zu diesem Termin hat die Bundesregierung einen umfassenden Fragenkatalog grüner Bundestagsabgeordneter beantwortet. Echte Informationen hat sie nicht zu bieten.
Der vielleicht empörendste Satz in dem 59 Seiten langen Antwortkatalog der Bundesregierung auf Fragen grüner Bundestagsabgeordneter zum NSA-Skandal steht auf Seite 47: "Ob und inwieweit die von Herrn Snowden vorgetragenen Überwachungsvorgänge tatsächlich belegt sind, ist derzeit offen."
Das muss man sich auf der Zunge zergehen lassen: Drei Monate nach Beginn der Snowden-Enthüllungen, nach der Veröffentlichung zahlreicher interner Dokumente im SPIEGEL, im "Guardian", der "Washington Post" und weiteren Publikationen, nach Konsultationen und einer als Aufklärungsausflug beworbenen Reise des Bundesinnenministers nach Washington, weiß die Regierung eigenen Angaben zufolge immer noch: nichts. Oder behauptet das wenigstens.
Das SPIEGEL ONLINE vorliegende Dokument ist ein Bekenntnis: Die Bundesregierung gibt darin freimütig zu, dass sie bei der Aufklärung der Ausspähaffäre bislang vollständig versagt hat - wenn auch nicht in diesen Worten. Konstantin von Notz, einer der anfragenden Abgeordneten, ist mehr als unzufrieden: "Unseren Fragen zur Ermöglichung parlamentarischer Kontrolle des Verhaltens der Bundesregierung wird ausgewichen, es wird verschleiert und bis zur Rechtswidrigkeit geschwiegen", sagt Notz, und fügt hinzu: "Selbst die NSA hat inzwischen mehr Informationen zu ihrer Praxis an die Öffentlichkeit gegeben."
Man darf bei der Prüfung der Antworten der Regierung nicht vergessen, dass weder die NSA noch die US-Regierung jemals bestritten haben, dass die Dokumente aus dem Fundus von Edward Snowden echt sind. Im Gegenteil: Sie haben mit der globalen Hetzjagd auf den Whistleblower und öffentlichen Vorverurteilungen sehr klargemacht, dass es stimmt, was Snowden zu berichten hat. Sonst müsste man ihn ja nicht jagen. […]

Und dann der elende Wahlkampf.
 Vor ihrem geneigten CDU-Publikum gelingt es der Kanzlerin wunderbar sich auf Kuchenrezepte und wolkige Allgemeinplätzchen zu beschränken. Aber bei TV-Interviews kann es immerhin theoretisch vorkommen, daß ein Frager sich nicht mit einem Zuckerwatteschwall zufrieden gibt und nachhakt.
Da war die lesbische Mutter in der ARD-Wahlkampfarena, die nicht einsehen wollte, daß es dem Kindeswohl entgegenstehe was sie tat und brachte damit die mit ewig-gestrigen homophoben Klischees hantierenden Kanzlerin in arge Argumentationsprobleme.
Peer Steinbrück wird auch nicht mehr ignoriert, sondern wird neuerdings von Medien und den K.O.alitionsparteien als Gegner ernst genommen. So ernst, daß er mit seinem jetzt schon berühmten „Stinkefingerbild“ ein Mem ins Leben rief. Und gerade hatte ich noch geschrieben, die Berliner Parteien wüßten noch nicht mal was ein „Mem“ ist.
Selbst die trägsten Journalisten verspüren auf einmal den Drang den Charakter Steinbrück genauer unter die Lupe zu nehmen.
Erst bashte man, lachte über „Pannen-Peer“ und nun hat es der Mann geschafft gegen einen gewaltigen medialen Shitstorm mit seinen konstruktiven Klarsprech-Analysen zum geachteten Problemlöser-Peer aufzusteigen.
Da ist auch seine Person wieder interessanter. So interessant, daß man seine Gestik mit der ewigen Luftmöse Merkels vergleicht.

Jetzt hat er auch ein Markenzeichen. Eines, das sich schnell einprägt, das ohne Worte funktioniert, das jeder kennt. Ob sich Peer Steinbrück mit seiner Stinkefinger-Pose einen Gefallen getan hat, sei dahingestellt. Eins hat er aber geschafft: Kurz vor der Bundestagswahl ist er Gesprächsthema Nummer eins, ein Magazin-Cover spaltet die Republik.
Angela Merkel verbindet man schon länger mit einer speziellen Geste: ihre seltsam verkrampfte Handhaltung im Stehen. Einst sorgte die "Merkel-Raute" für Spott, im Wahlkampf wird sie nun von Strategen auf Riesenplakaten und Kapuzenpullovern vermarktet, um ein Wunsch-Image zu transportieren: Merkel, die Solide, die Geradlinige, die Verlässliche.
Verglichen damit ist Steinbrücks Stinkefinger purer Krawall. Das Foto entstand zwar schon vor ein paar Wochen. Der Kanzlerkandidat wusste aber, dass es erst jetzt erscheinen würde. Sein Finger ist deshalb als Statement zu verstehen: Er zementiert die Abgrenzung zur kontrollierten, spröden Kanzlerin. Und macht deutlicher denn je, wie unterschiedlich sich die Konkurrenten im Endspurt zur Bundestagswahl inszenieren. [….] Klartext gegen Konsens-Kanzlerin, das ist die Strategie der SPD. Wenn Merkel sagt: "Manche Löhne sind einfach nicht in Ordnung", dann sagt Steinbrück: "Ich werde als Bundeskanzler sofort einen gesetzlichen Mindestlohn von 8,50 Euro einführen."
[….]   Merkel verprellt mit ihren Das-müssen-wir-uns-im-Detail-anschauen-Wortformeln niemanden. In der Ästhetik ihres Wahlkampfs bleibt sie stets in der Komfortzone, geht nie ein Risiko ein.

Steinbrück wird jedenfalls immer sichtbarer. Selbst sehr politferne Menschen beginnen sich nun mit ihm zu beschäftigen und sind offenbar recht angetan.
Angie und Fipsi werden so nervös, daß sie ihre bisher strenge „Ich-sag-nix“-Linie verlassen und sogar erstmals direkt auf den Kanzlerkandidaten Steinbrück eingehen.

Die Reaktionen des politischen Gegners kamen prompt. "Die Geste verbietet sich als Kanzlerkandidat“, kritisierte FDP-Chef Philipp Rösler in Mainz am Rande des Konvents seiner Partei. Der hessische FDP-Politiker Jörg-Uwe Hahn twitterte: “Ein Stinkefinger ist nicht lustig. Ein Bundeskanzlerkandidat sollte Vorbild sein.“ Aus der CDU hieß es lediglich: Die Bilder sprächen für sich. Die Grünen wollten sich gleich gar nicht äußern.

Das kann man wohl nur als führender Katholik (Rösler sitzt im Zentralrat der Katholiken in Deutschland) mit speziell entwickelter Moral verstehen:
Schwule diskriminieren, die Krisenherde der Welt mit Waffenexporten zu überziehen, 7 Millionen Menschen in prekären Arbeitsverhältnissen schuften lassen, den Kampf gegen Rechtsextremismus blockieren und ungeniert die eigene Milliardärsklientel bedienen – all das „geht“ offenbar. Aber wenn Steinbrück im SZ-Magazin in einem Gesteninterview (ohne Text) einmal den Mittelfinger zeigt, weiß Rösler „Das geht NICHT!“.

In allen Umfragen legte die SPD zu Lasten der CDU zu. Was SPON schon leicht angeekelt als „Hochrisiko-Wahlkampf“ beschriebt, zeigt aber schon Wirkung.

Forsa: Seit dem 28.08.13 sackt die CDU um zwei Prozentpunkte ab, die SPD steigt um drei Punkte an.

Infratest dimap: Seit dem 29.08.13 sackt die CDU um einen Prozentpunkt ab, die SPD steigt um zwei Punkte an.

INSA: Seit dem 26.08.13 sackt die FDP unter die 5%-Hürde, die SPD steigt um drei Punkte an.

Donnerstag, 12. September 2013

Das ist kein Sexthema.



Mir scheint, als müsse ich mal wieder ein bißchen Entwirrung betreiben.
Zum Thema Sex gibt es immer sehr subjektive Ansichten. Daraus sollte aber nie ein Urteil über juristische oder moralische Aspekte abgeleitet werden.
Ich zum Beispiel lebe bekanntlich als geborener Asexueller strengen Zölibat und empfinde jeden Gedanken an Körperflüssigkeiten-Austausch als brechreizerregend.
Dabei sind für mich weniger die Sexualpraktiken ekelhaft als die Protagonisten.
Um ein Beispiel zu nehmen, das am wenigsten anstößig ist: M+F, verheiratet, ohne Verhütung, Missionarsstellung.
Dagegen hat vermutlich noch nicht mal die katholische Kirche etwas einzuwenden.
Ich aber schon – wenn es sich dabei zum Beispiel und Helmut und Meike Kohl, bzw Angela Merkel und Joachim Sauer handelt. Sich so etwas nur für einen Bruchteil von Sekunden vorzustellen verstößt schon gegen die Genfer Folter-Konventionen.
Die politische Bewertung muß natürlich unabhängig davon sein.
Meine politische Einstellung zum Sex ist einfach:
Wenn es sich a) um mündige Bürger handelt und b) keinerlei Zwang angewendet wird, muß jeder Sex legal sein.
Es ist hochgradig absurd, daß nach geltender Rechtslage in Deutschland zwei Brüder miteinander schlafen dürfen, daß zwei Schwestern miteinander Sex haben dürfen, daß aber Koitus zwischen Bruder und Schwester verboten ist.
Natürlich, das Inzest-Tabu mag jetzt in vielen Hirnen aufleuchten, aber das ist kein politischer Maßstab.
Es ist absurd die Legalität von Sex von dem persönlichen Ekelgefühl beeinflussen zu lassen. Durch das „Neuland“ (Merkel) haben wir alle in den letzten Jahren vermutlich mehr Sexualpraktiken „gesehen“, als alle Generationen vorher. Ich erinnere nur an „Two Girls One Cup“ oder Armin Meiwes, der sich einen gemütlichen Abend mit seinem Liebhaber machte, worunter sie offenbar verstanden sich den Penis abzuschneiden, ihn zu braten und dann gemeinsam zu essen.
Die Einladung zu so einer Party würde ich zwar nicht annehmen, aber ich finde es hochgradig absurd, daß Meiwes nun als „Kannibale von Rottenburg“ für ewig im Knast sitzen muß.
Amerika ist immer noch das Königreich der Sexualpraktik-Reglementierung.

In Willowdale, Oregon ist es ungesetzlich, wenn der Ehemann während des Geschlechtsverkehres flucht oder seiner Frau Obszönitäten ins Ohr flüstert.

Eine Verordnung der Stadt Newcastle, Wyoming untersagt es Paaren, in einem Kühlhaus Liebe zu machen.

Keiner Frau ist es innerhalb der Stadtgrenzen von Tremonton, Utah erlaubt, in einem Krankenwagen Sex mit einem Mann zu haben. Wird sie 'auf frischer Tat' ertappt, kann sie eines Sexualvergehens angeklagt werden. Weiterhin muß ihr Name in der Tageszeitung veröffentlicht werden. Der Mann geht straffrei aus, sein Name wird nicht veröffentlicht.

Sämtliche Hotelbesitzer in Hastings, Nebraska sind gesetzlich verpflichtet, jedem Gast ein sauberes und geplättetes Nachthemd zur Verfügung zu stellen. Keinem Paar, auch keinem Ehepaar, ist es gestattet, nackt miteinander zu verkehren. Sex ist erst legal, nachdem sie sich eines dieser sauberen, weisen Baumwoll-Nachthemden angezogen haben.

Ein Gesetz in Clinton, Oklahoma verbietet das Masturbieren, wenn man ein Pärchen beim Sex im Auto beobachtet.

Liebende aufgepasst - außer dem Missionar ist in Florida keine andere sexuelle Stellung erlaubt. Darüber hinaus ist es verboten, die Brüste seiner Frau zu küssen oder Oralverkehr auszuüben.

Harte Zeiten für Handarbeiter - in North Carolina ist die Masturbation gesetzlich verboten.

In North Carolina ist es Unverheirateten verboten, vor der Ehe Geschlechtsverkehr auszuüben oder gemeinsam in einer Wohnung zu leben.
[Noch 2001 wurde in North Carolina ein Mann aufgrund dieses fast 200 Jahre alten Gesetzes verurteilt. Jerry Ward musste umgerechnet über 200 DM Strafe zahlen, weil er vor Gericht zugab, mit seiner Freundin Bett und Wohnung zu teilen. Vollstreckt wurde das Urteil von einem ledigen Richter und ordinierten Methodistenprediger, der auch einen Antrag auf Aussetzung der Strafe ablehnte.]

Ein Gesetz des Staates Massachusetts schreibt vor, dass Frauen beim Sex unten zu liegen haben.

Sex, und das schließt Prostitution ein, nach moralisch-subjektiven Kriterien zu verbieten, ist Unsinn.

Es geht aber beim Thema gleichgeschlechtliche Adoption NICHT um Sex! Das Wohl eines Kindes hat ganz wesentlich mit dem Elternhaus zu tun, aber sicher nichts damit welche Sexualpraktiken die Eltern nachts in ihrem Schlafzimmer möglicherweise durchführen. Jeder, der als Kind/Jugendlicher seine Eltern aus Versehen mal beim Sex erwischt hat, weiß wie unangenehm das ist. Es gibt unendlich viele Witze über diese Situationen, weil sie als maximal peinlich gelten.
Das zeigt immerhin, daß die Beziehung der Kinder zu ihren Eltern offenbar keinerlei Berührungspunkte zum sexuellen Leben der Eltern hat.
Deswegen ist Frau Merkel auch vollkommen auf dem Holzweg, wenn sie wie vorgestern in der ARD-Wahlarena geschehen vom Kindeswohl faselt, welches der Homoadoption im Wege stünde. Die den christlichen Werten verpflichtete Kanzlerin möchte also ein Kind lieber in ein Heim stecken, als es in einem intakten Elternhaus aufwachsen zu sehen.

In der ARD-Sendung hatte Merkel ihr Nein zum Adoptionsrecht mit dem Kindeswohl begründet. Die Radio-Moderatorin hakte deswegen nach, dass sich Daniela sicher nicht als schlechterer Elternteil fühle. "Das verstehe ich", so die Kanzlerin. "Ich sage ja auch, dass trotzdem Gerichte immer wieder nach dem Kindeswohl fragen, das ist ja auch nicht unwichtig. Dennoch will ich hier nochmal sagen: Wenn wir sagen 'Schutz von Ehe und Familie' verstehe ich unter der Ehe eben Mann und Frau. Und das ist das, was mich leitet. Und dennoch haben wir an verschiedenen Stellen selbstverständlich Gerichtsurteile umgesetzt."

Was für ein Bullshit! Naja, Merkel eben.

Wenn ich das neulich in einer Krimiserie richtig verstanden habe, handelt es sich bei Vergewaltigungen grundsätzlich gar nicht um Sex, sondern immer um Gewalt.
Demnach können die Täter keinen wie auch immer geltenden sexuellen Notstand geltend machen, sondern sind in jedem Fall wegen schwerer Körperverletzung anzuklagen.
Wir reden also demnach gar nicht mehr über Sex, wenn wir über all die katholischen Priester sprechen, die kleine Messdiener anal missbraucht haben.
Mit dieser Sichtweise bin ich sehr einverstanden, da der kriminologische Begriff „sexueller Missbrauch“ immer auch ein bißchen impliziert, es gäbe eine Gemeinsamkeit zwischen Täter und Opfer, nämlich den zusammen begangenen Akt der sexuellen Befriedigung.
Damit sitzen sie beide schon halbwegs in einem Boot und das ist falsch.
Wenn ein Pfaff einen Jungen gefummelt, hat der Junge eben keinen Sex, sondern ist ausschließlich Opfer eines Verbrechers.
Daß die katholische Moraltheologie Homosexualität und Ehescheidungen als Todsünden nicht vergeben kann und somit Geschiedene und (praktizierende) Schwule für immer von der Kommunion ausgeschlossen sind, während ihre Päderasten-Priester ihre ephebophilen Sünden mit einer Beichte vergeben bekommen und dann wieder nach dem Gottesdienst Hostien fressen dürfen, zeigt eigentlich ausreichend, wie weit es mit der katholischen Moral her ist.

Nur wer sich vorher von der Sünde gereinigt hat, darf die hohe Päpstliche Ehre der Kommunion empfangen.
Dabei wird nicht etwa nur eine Oblate in den Mund gestopft, sondern es handelt sich um einen extrem wichtigen Ritus, bei dem gemäß der Vatikanischen Transsubstantationslehre eine zuvor geweihte Hostie mit den Worten „HOC EST CORPUS MEUM“ (dt: das ist mein Leib, vulgo: Hokuspokus) das Fleisch von Jesus in eine Oblate umgewandelt wird, die man dann verspeisen soll.
Da man buchstäblich Jesus isst, kann natürlich nicht irgendein Sünder an einer Päpstlichen Kommunion teilnehmen.
Daher wurde am 22.September 2011 der deutsche Bundespräsident Christian Wulff, der so böse war sein Ehegelübde zu brechen vom Papst ausgeschlossen.
Er erhielt in der Hauptstadt Berlin keine Kommunion und Thierse fand es auch gut so.
Ratzinger muß da klar unterscheiden und gibt deswegen nur Staatschefs, die ihm nicht als so üble Sünder wie Wulff erscheinen, die Hostie.

Wulff hatte sich immerhin in eine andere Frau verliebt und das noch nicht mal heimlich, sondern er steht auch noch öffentlich zu der Kebse.

Moralisch nicht zu beanstanden ist für den Papst hingegen ein anderer Staatschef, nämlich der Präsident Simbabwes, Robert Mugabe, dem er am 01. Mai 2011 in Rom die Kommunion gewährte.
Mugabe, 87, Ministerpräsident 1980-1987 und seit 1987 Präsident des Landes ist natürlich nicht so sündig wie Christian Wulff.
Nun mögen die nörgelnden Gutmenschen darauf hinweisen, daß Mugabe ein grausamer Diktator ist, der so abartige Menschenrechtsverbrechen beging, daß sein Land aus dem Commonwealth ausgeschlossen wurde und ihm die Einreise in die EU verboten wurde.
Naja, er frönt einer gewissen Mordlust und hat Zehntausende Regierungsgegner umbringen lassen.
OK, er hat das Land völlig verelenden lassen, während er selbst in unfassbaren Luxus schwelgt.

Aber das ist doch Pipifax, denn für den Papst zählen die echten moralischen Werte und die sprechen eindeutig FÜR Mugabe und GEGEN Wulff.

Mugabe ist strenger Katholik, Jesuitenzögling und steht treu zu seiner Frau Grace, die schon mal an einem Tag 500.000 Dollar für Kaviar und Champagner ausgibt.

Nicht zu vergessen Mugabes Vatikan-gemäßer Umgang mit den Schwulen.
Würde Wulff je so klar handeln?

1991 eröffnete er eine Kampagne gegen Homosexualität, die „unnatürlich“ und „unafrikanisch“ sei. Homosexuelle – für Mugabe „minderwertiger als Schweine“ – können seitdem mit 10 Jahren Gefängnis bestraft werden. Mugabe begründete sein Vorgehen u. a. mit der Absicht, gegen Aids vorzugehen. Mugabes Vorgänger im Amt des Präsidenten Canaan Banana wurde wegen Homosexualität verurteilt und floh nach Südafrika, weil er um sein Leben fürchtete.
(Wikipedia)

Daher also ganz klar Kommunion für Mugabe JA, für Wulff NEIN.

Fassungslos stehe ich davor, wenn einer sexuellen Gewalttat auch noch eine moralische Rechtfertigung oder gar eine Notwendigkeit zugeordnet wird.

Der amerikanische Priester Lawrence Murphy vergewaltigte mindestens 200 Kinder und behauptete ihnen damit noch einen Gefallen getan zu haben. Ratzinger und Wojtila hielten ihre schützende Hand über den Massenkinderficker – letzterer wird nun heiliggesprochen.

Pater Murphy, der trotz seines bei Ratzinger in Rom wohlbekannten Fehlverhaltens in allen Ehren in seiner Soutane begraben wurde, hatte 200 gehörlose Jungs in ihren Schlafsälen vergewaltigt.
Ein ideales Betätigungsfeld für Priester Murphy, da ihre Schmerzensschreie von niemand gehört werden konnten.
Insgesamt vier Bischöfe hatten in der Causa Murphy nach Rom geschrieben, so offensichtlich wurde über die Jahre was der notorische Kinderficker trieb.
Neben des zweifellos strafrechtlich relevanten Aspekts und des Lichts, das dieser Fall auf die Arbeit des obersten Inquisitors Ratzinger wirft, fasziniert mich an dieser Geschichte am meisten, daß sich Pater Murphy bis zum Schluß gar nicht darüber bewußt war irgendwas Unrichtiges getan zu haben.

Im Gegenteil. Seine bizarre Selbstsicht als Geistlicher, also als Geweihter Gottes, ermöglichte es ihm sich einzubilden, er habe nur in bester Absicht gehandelt, indem er, Murphy, die Sünde von den Kindern nahm, die sonst nämlich irgendwann masturbiert hätten (=TODSÜNDE!).
Dies habe er selbstlos verhindert und die Vergewaltigung hunderter behinderter Jungs anschließend gleich seinem Gott gebeichtet, der ihm verziehen habe.

[….] Als oberster Inquisitionskardinal hatte Ratzinger sogar ausdrücklich alle Kindersexfälle weltweit an sich gezogen und die Zuständigkeit seiner Kongregation angeordnet.

Der Ratzinger Joseph gleicht in Hinsicht der Verantwortungslosigkeit seinem Bruder Georg, der als Chef der Regensburger Domspatzen über Dekaden so exzessiv auf die Kinder eingedroschen hat, daß auch Stühle flogen und er beim wilden Einschlagen auf Kinderpopos so in Rage geriet, daß ihm das Gebiss aus dem Maul flog.

Eine andere „Rechtfertigung“ für Vergewaltigung liegt bei den sogenannten „Corrective rapes“ vor.

Just as disturbing is a practice called “corrective rape” — the rape of gay men and lesbians to “cure” them of their sexual orientation.
In 2011, Noxolo Nogwaza’s body was found in a drainage ditch in the Kwa Thema township near Johannesburg. She was raped; her body was mutilated; her eyes were pulled from their sockets; her brain was split open; and her teeth were scattered around her body. Her mother sits by her grave. Clare Carter/Contact Press Images
In one of the few cases to attract press attention, in 2008, Eudy Simelane, a lesbian, was gang-raped and stabbed to death. Her naked body was dumped in a stream in the Kwa Thema township outside Johannesburg. A soccer player training to be a referee for the 2010 FIFA World Cup, she was targeted because of her sexual orientation.
In 2011, Noxolo Nogwaza, 24, was raped, and stabbed multiple times with glass shards. Her skull was shattered. Her eyes were reportedly gouged from their sockets. Ms. Nogwaza had been seen earlier that evening in a bar with a female friend.

Brent Girouex, 31, ein “Jugendpastor” der Victory Fellowship Church in Iowa, gab die Vergewaltigung von mindestens vier Jungs zu.
Natürlich nur aus edelsten Absichten.

Girouex told detectives that his actions were meant to “help with homosexual urges by praying while he had sexual contact with [them]” in order to keep them “sexually pure” for God. He then allegedly told police that “when they would ejaculate, they would be getting rid of the evil thoughts in their mind.”
Victims say Girouex took them to his own home to violate them. It’s the same home Girouex’s wife and four children resided in.

Zu freundlich. Das Ejakulat als reinigungsmilch vor Gott.
Der Pastor wird übrigens keinen Tag im Gefängnis verbringen

You would think Girouex’s crimes would send him to prison for the rest of his life. Outrageously, that’s not the case. The judge in the case sentenced Girouex to 17 years in prison last week, and then immediately suspended the sentence in favor of sex offender treatment and five years probation. All Girouex has to do is avoid violating his probation and he’ll NEVER spend a single minute in a prison cell.