Samstag, 27. Juni 2026

Deindustrialisierung

Läuft echt super für die ökonomischen Genies Merz und Reiche mit ihrem Kampf für Verbrennerautos! Zum Glück hat niemand auf den doofen grünen Kinderbuchautor gehört, der schon vor sieben Jahren dringend den Umstieg auf E-Autos anmahnte, um auf dem Weltmarkt zu bestehen!

[….] Robert Habeck kritisiert Konservative: „Das verunsichert den Markt“

Am Mittwoch beklagte Habeck auf eine Frage nach der Situation von VW unter anderem, rund um die Europawahl sei von konservativer Seite in Frage gestellt worden, ob die Mobilität klimaneutral werden solle. Verbrennungsmotoren müssten klimaneutral werden. „Aber die Technik der Wahl ist für die allermeisten Produzenten wie Verbraucher die E-Mobilität. Das in Frage zu stellen, verunsichert den Markt. Und da ist ein schwerer, ein toxischer Schaden entstanden, der schnell aufgeräumt werden sollte.“

Aus der Opposition kam unterdessen Kritik an der Bundesregierung. „VW zeigt, dass wir ein grundsätzliches Problem mit der Wettbewerbsfähigkeit unserer Volkswirtschaft haben“, erklärte CDU-Chef Friedrich Merz. Deutschland befinde sich in der Rezession. „Die Verantwortung dafür trägt vor allem die Bundesregierung“, führte Merz aus. „Die Bedingungen werden für viele Unternehmen existenzbedrohend.“    [….] Habeck, damals noch in der Opposition, hatte Probleme bei Volkswagen allerdings bereits vorhergesagt und die Strategie des Konzerns scharf kritisiert, als die Grünen noch nicht der Bundesregierung angehörten. Die Zahl der Kunden, die sich ein Auto um 100.000 Euro leisten könnten, sei begrenzt, sagte Habeck in einem Interview im Jahr 2019.

„Wenn Sie 2025 kein E-Mobil für unter 20.000 Euro anbieten, dann werden Sie – so fürchte ich – im Markt scheitern.“ Zuvor hatte Volkswagen angekündigt, zunächst bei hochpreisigen Modellen auf E-Mobilität zu setzen.

Habecks Worte aus der Vergangenheit bekommen angesichts der Krise nun erneute Aufmerksamkeit. In den sozialen Netzwerken erinnerten zahlreiche Nutzerinnen und Nutzer an die frühe Warnung des Grünen-Politikers. 2019 war Angela Merkel Bundeskanzlerin, mit Peter Altmaier war auch das Wirtschaftsministerium mit einem CDU-Politiker besetzt. [….]

(Kölnische Rundschau, 04.09.2024)

Ein halbes Jahr später wurde Bundeswirtschaftsminister Habeck, durch den Willen des deutschen Urnenpöbels, von der ultrarechten Fossillobbyisten Katherina Reiche ersetzt, die zusammen mit dem neuen Bundeskanzler endlich den ganzen Öko-Schnickschnack stoppt und wieder voll auf Gas-Heizung und Verbrennungsmotoren setzt.

[….] Europas größter Autobauer Volkswagen steht Medienberichten zufolge vor einem weiteren massiven Stellenabbau. ​In den nächsten Jahren sollen im Konzern weltweit bis zu 100.000 der ‌aktuell rund 657.000 Arbeitsplätze wegfallen, [….] Das entspräche einer Verdoppelung des bisherigen Abbauziels von 50.000 bis 2030, das in seiner Radikalität schon beispiellos gewesen war. Die »Frankfurter Allgemeine Zeitung « schreibt gar von bis zu 60.000 zusätzlichen Stellen. [….]

(SPON, 26.06.2026)

Glückwunsch an die christdemokratischen Fossil-Granaten! Das muss man erst einmal schaffen, mit 1.000 zusätzlichen geliehen Milliarden Euro, nicht nur in Zeiten des massiven Fachkräftemangels, die Massenarbeitslosigkeit zurückzubringen, sondern gleich die komplette Wirtschaft abzuwürgen.

Das ist umso bemerkenswerter, weil es andere europäische Industrienationen in vergleichbaren Situationen viel besser machen.

In erster Linie natürlich das sozialistisch regierte Spanien, das seit Jahren politischen Entscheidungen genau konträr zu Merz/Reiche/Spahn/Dobrindt trifft und damit enorme Erfolge vorweisen kann.

Erschreckenderweise funktioniert die rechte Meloni-Wirtschaftspolitik Italiens ebenfalls wesentlich besser, als der teutonische Merz-Murx:

[….] Wirtschaftswachstum - Warum Italien besser dasteht als Deutschland[….] Immerhin ist Italien weiterhin die drittgrößte Volkswirtschaft der EU und Mitglied des exklusiven G-7-Klubs der wichtigsten westlichen Industriestaaten, was Meloni gerade zu einem prestigeträchtigen Auftritt beim Jahrestreffen in Genf verholfen hat. Und Italien liefert seit Langem bessere Zahlen als der Primus Deutschland. Aus der weltweiten Corona-Krise kam das Land mit einem beeindruckenden Wachstum heraus: 3,9 Prozent seit 2019, das ist doppelt so viel wie in Frankreich, fünfmal so viel wie in Deutschland. Zwar schnurrte das Wachstum zuletzt zusammen, ins Jahr 2026 startete man nur noch verhalten optimistisch. Aber während Deutschland in der Rezession steckt, legt Italien weiter zu, jedenfalls ein wenig. Ende Mai, als die Bundesrepublik einen Rückgang der Industrieproduktion um 2,4 Prozent meldete, konnte Italien mit einem Plus von 0,5 Prozent punkten: eine Augenblickaufnahme, die aber das Ego streichelt.   Bahnfahren oder Fliegen – in Italien läuft vieles besser als in Deutschland  [….]

(Marc Beise, 21.06.2026)

Das Totalversagen des Merz ist schon nahezu einzigartig auf der Welt und befindet sich fast auf einer Stufe mit der Dummheit Trumps.

Merz und Reiche sorgen für Massenentlassungen.

Volkswagen, Deutsche Bahn, ZF Friedrichshafen, Bosch, ThyssenKrupp, SAP, Deutsche Post, Audi und Miele streichen jeweils Jobs im fünfstelligen Bereich!

[….]  Ende des ersten Quartals 2026 hat die Zahl der Beschäftigten bei deutschen Industrieunternehmen 2,3 Prozent unter dem Vorjahresniveau gelegen. Das entspricht rund 127.300 Jobs weniger als im Vorjahr, wie aus einer Analyse des Prüfungs- und Beratungsunternehmens ​EY hervorgeht.

Verglichen mit den Zahlen von 2019 sind seit der Coronapandemie 341.500 ⁠Industriejobs verloren gegangen. Das entspricht einem Rückgang um gut sechs Prozent. ​Jeder 17. Industriejob ist demnach verschwunden.

Besonders stark fällt der Stellenabbau in der Automobilindustrie aus. Dort sei seit 2019 jeder siebte Arbeitsplatz verloren gegangen, meldete EY. In den vergangenen zwölf Monaten sank die Beschäftigung in der Autobranche um 32.000, seit ‌2019 insgesamt um etwa 125.800 Jobs.

Prozentual noch stärkere Einbußen verzeichnete den Angaben nach die Textilindustrie, in ​der seit 2019 rund 22 Prozent der Arbeitsplätze verloren gingen. In der Metallindustrie sank die ⁠Beschäftigung um 15 ​Prozent.  [….]

(ZEIT, 25.05.2026)

In anderen Industrienationen läuft es wesentlich besser, weil deren Regierungen, ob links, ob rechts, erkannt haben, wie man Wachstum generiert, indem man auf moderne ökologische, erneuerbare Technologien setzt. Nur die CDUCSU-Minister schaffen es, in jeder Hinsicht genau das Falsche zu tun, auf die tödlichen Untergangs-Methoden von vor hundert Jahren zu setzen und dafür genau die Branchen zu behindern, die als moderne Jobmotoren fungieren.

Vergleichen mit dem ökonomischen Mindset der Merz- und Söder-Parteien, wirken die Schildbürger wie hochrationale Genies.

[…] Öko-Jobmotor droht abgewürgt zu werden […] Die Konjunktur lahmt, und die Bundesregierung sucht händeringend nach einem Turbo für Wachstum und Jobs. Neue Zahlen zeigen hier: Die Energiewende hat sich trotz der ökonomischen Flaute zu einem wichtigen Jobmotor entwickelt. Im vorigen Jahr arbeiteten in Deutschland rund 436.000 Menschen im Bereich der erneuerbaren Energien – so viele wie noch nie.

Gegenüber 2023, dem bisherigen Spitzenjahr, entspricht das einem Zuwachs von knapp vier Prozent. Das geht aus neuen Berechnungen der Gesellschaft für Wirtschaftliche Strukturforschung (GWS) im Auftrag der Bertelsmann Stiftung hervor. Die Autoren warnen allerdings, dass der von der Bundesregierung eingeleitete energiepolitische Kurswechsel den Beschäftigungsaufschwung wieder abwürgen könnte.

Größter Arbeitgeber ist inzwischen die Windenergie. Die Zahl der dort Beschäftigten stieg zwischen 2023 und 2025 um rund 30 Prozent auf 172.000. Damit entfällt deutlich mehr als jeder dritte Arbeitsplatz der Branche auf Windräder an Land und auf See, also Herstellung, Zulieferung, Projektierung sowie Betrieb und Wartung. Es folgen die Bioenergie mit etwa 97.000 und die Solarenergie mit knapp 90.000 Beschäftigten. Auf Herstellung und Installation von Wärmepumpen entfallen gut 72.000 Stellen.

[…] Die Statistik zeigt, wie unmittelbar politische Rahmenbedingungen auf den Arbeitsmarkt durchschlagen. Als die Investitionen aufgrund der Förderung durch das von der rot-grünen Bundesregierung eingeführte Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) 2010 und 2011 auf fast 28 Milliarden Euro jährlich stiegen, kletterte die Beschäftigung auf einen ersten Höchststand von rund 415.000. Nach radikalen Förderkürzungen durch die Regierung von Union und FDP sowie sinkenden Investitionen ging es stark bergab. Im Jahr 2025 erreichten die Investitionen aufgrund der Gesetzespakete der Ampel-Regierung mit 37,5 Milliarden Euro einen neuen Rekord – und parallel stieg auch die Zahl der Stellen. „Die Beschäftigung wächst dort, wo durch Planungssicherheit private Investitionen in den Ausbau der erneuerbaren Energien fließen“, sagt Bertelsmann-Arbeitsmarktexpertin Jana Fingerhut.

Besonders drastisch war der Absturz vor rund 15 Jahren in der Solarindustrie. Zwischen 2011 und 2013 halbierte sich die Beschäftigtenzahl von 156.700 auf 70.200, bis 2017 sank sie auf nur noch 39.900. Auslöser waren die Kürzung der Solarförderung, ein zeitweise einbrechender deutscher Markt und die Verlagerung der Modulproduktion nach Asien. […] Ob es künftige weitere Rekorde bei den Erneuerbaren-Jobs geben wird, ist fraglich. Denn die Bundesregierung novelliert nicht nur das Heizungsgesetz, auch das EEG wird umgebaut. Hierdurch droht der Zubau von Öko-Energien einzubrechen. Hinzu kommt ein neues Strom-Versorgungssicherheits- und Kapazitätengesetz, mit dem Berlin Dunkelflauten bei Wind und Solar ausgleichen will. Umwelt- und Branchenverbände kritisieren, die Pläne begünstigten neue Gaskraftwerke und könnten Investitionen in Stromspeicher schwächen. […]

(Joachim Wille, 24.06.2026)

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