Donnerstag, 28. März 2013

Vorsicht Linksextremismus!


Es ist intelligent, wenn politische Parteien ihre bisherigen Konzepte evaluieren.
Das sollte prinzipiell getan werden.
Prognosen sind bekanntlich schwierig – insbesondere, wenn sie die Zukunft betreffen.
 Viele politische Konzeptionen und Gesetze wirken nicht ganz so, wie man es sich vorgestellt hat.
Das liegt in der Natur der Sache, weil speziell ökonomische Dinge extrem komplex geworden sind.
Beispiel:
Die Idee über Leiharbeit, also geringeren Lohn, flexiblere Arbeitszeiten und den Verzicht auf Kündigungsschutz Arbeitnehmer in reguläre sozialversicherungspflichtige Jobs zu bekommen, ist an sich überzeugend.
Unternehmer würden sich viel eher dazu entschließen erst einmal jemanden auf Leiharbeit-Basis einzustellen und ihn dann anschließend übernehmen, wenn sie sich kennengelernt hätten.
Müßte ein Unternehmer von Anfang an vollen Kündigungsschutz und hohes Gehalt gewähren würde er stattdessen gar nicht erst jemanden beschäftigen – so die Logik eines der Hartz-Gesetze.

Nach zehn Jahren wissen wir aber, daß diese an sich überzeugende Konzeption nicht funktioniert. 
Im Gegenteil, offensichtlich wurde eher der umgekehrte Weg gegangen. 
Unternehmer feuerten ihre langjährigen Festangestellten und setzten anschließend auf Leiharbeiter. Vielfach sogar DIESELBEN Menschen, die ihren alten Job nun ohne Schutz und für ein Drittel weniger Gehalt machen müssen.
Die Kirchen machen das über Caritas und Diakonie im großen Stil. Sie gründen eigene Leiharbeitsfirmen und pressen ihre Mitarbeiter, die ohnehin kein Streikrecht haben, in diese neuen prekären Verhältnisse.
Leiharbeit ist nicht zur kurzfristigen Ausnahmeerscheinung geworden, sondern zur Regel. 

Da hatte man doch tatsächlich die Gier und die Skrupellosigkeit der Manager noch unterschätzt.
Während Unternehmensgewinne explodieren und Manager zweistellige Millionengehälter einstreichen, fristen an die acht Millionen Deutsche ihr Dasein in Billigjobs und können sich schon mal auf ein Rentnerdasein in echter Armut einstellen.

Allein durch die BMW-Beteiligung hat die Familie Quandt im letzten Jahr 703 Millionen Euro Dividende eingestrichen.
 Johanna und ihre beiden Kinder sind um 703 Millionen Euro reicher, ohne dafür einen Finger gerührt zu haben. 
Und zum Dank dafür wird ihnen auch noch mit 25% Kapitalertragssteuer sehr viel weniger davon abgezogen, als Schäuble es bei einem durch echte Arbeit verdienten Lohn tut.

Das kann offensichtlich nicht richtig sein und so ist es nur konsequent, wenn SPD und Grüne heute einen einheitlichen Mindestlohn und eine Eindämmung der Billigjob-Flut verlangen.

Das hat wenig mit den Kategorien „konservativ“, oder „Links“ zu tun, sondern es ist einfach eine ökonomische Notwendigkeit diesem Trend entgegen zu wirken.
Die SPD erinnert sich nun an einen der wahren Sätze Gerd Schröders: „Es gibt keine linke oder rechte Wirtschaftspolitik, sondern nun Richtige oder Falsche!“

Deregulierungen und exzessive Steuersenkungen bei maximaler Lohnzurückhaltung, haben zwar kurzfristig einen Boom ausgelöst, können aber nicht auf Dauer bleiben, da zwischenzeitlich die Infrastruktur vermodert, die Schulen verfallen, das Volk verdummt und ein gigantisches Zukunftsproblem aufgetürmt wird – nämlich Abermillionen Renter, die in ihrem Arbeitsleben so knapp bei Kasse waren, daß sie keinerlei Altersvorsorge treffen konnten.

Es muß mal wieder ein bißchen das Ruder herumgerissen werden.

Die SPD hat diesen Erkenntnisprozeß vollzogen und kündigt in ihrem Wahlprogramm einen 49%-Spitzensteuersatz an.
Der SPD-Chef gibt schon lange  die Richtung vor.

Mehr als 40 Prozent der Haushalte in Deutschland zahlen keine Einkommenssteuer, weil sie so wenig verdienen oder Kinder haben. Das ist ein Erfolg sozialdemokratischer Steuerpolitik. […]  Wir wollen, dass die Verantwortung für unser Land gerechter verteilt wird. Aber auch wir Sozialdemokraten wollen nicht zurück zum Spitzensteuersatz von Helmut Kohl. Da lag er bei 53 Prozent! Wir bleiben garantiert deutlich darunter.

56% Spitzensteuer war die gute alte Zeit unter Schwarzgelb. 
Kohl wäre am liebsten bei 56% geblieben und ließ sich nur widerwillig auf eine Senkung runter auf 53% ein.
So war es in der Tat, als FDP und CDU im Bund regierten, mit Frau Merkel als Ministerin und einer deutlichen CDU/FDP-Mehrheit im Bundesrat.

Es ging um den seit Wochen schwelen den Streit über die Steuerreform der 90er Jahre. Ob es denn nicht möglich sei, sondierte der Kanzler, die Forderung der CSU und der FDP nach einer massiven Senkung des Spitzensteuersatzes aufzugeben? Kohl mühte sich vergebens, die beiden blieben hart.    Kurz darauf, im Koalitionsplenum, wurde deutlich, wie sehr sich die Regierungsbildner verhakt haben. Stur beharrte CDU Generalsekretär Heiner Geißler darauf, den geltenden Spitzensteuersatz von 56 Prozent beizubehalten. Als über einen Kompromiß von 53 Prozent geredet wurde, blockte Otto Graf Lambsdorff ab. Der FDP-Graf hart: "Unsere Zahl heißt 48."
Betroffen registrierte Kohl: "Da rasen ja zwei Lokomotiven aufeinander zu." Lambsdorffs Antwort: "Bei einer vernünftigen Bahn gibt es in solchen Situationen im richtigen Moment einen Weichensteller."   Jeder am Tisch wußte wem das galt. Mit zunehmendem Ärger beobachten die Vertreter aller drei Parteien, wie Helmut Kohl die Diskussion meinungslos treiben läßt. Franz Josef Strauß bissig über den Kanzler: "Je länger die Ungewißheiten bestehen, desto mehr geht das zu seinen Lasten."

Jetzt wirft die SPD die Zahl 49% für Millionäre auf den Markt und die Konservativen drehen durch. 
Das sei Sozialismus und würde den Job-Markt zusammen brechen lassen!

Üble Hetze des neuen DIHK- Präsidenten gegen Rot-Grün.
Zu den Äußerungen des neuen DIHK-Präsidenten Schweitzer über die steuerpolitischen Pläne von SPD und Bündnis 90 / Die Grünen erklärt der stellvertretende Vorsitzende der SPD-Bundestagsfraktion Joachim Poß:
Herr Schweitzer ist erst wenige Tage in seinem Amt als Präsident des DIHK.   Als Präsident eines großen bundesweiten Interessenverbandes sollte er sich  um eine gewisse parteipolitische Neutralität bemühen und massive Eingriffe  in den beginnenden Bundestagswahlkampf unterlassen. Was Herr Schweitzer aber  gleich zu Beginn seiner Amtszeit tut, ist nichts anderes als üble und  gezielte Hetze gegen Rot-Grün. Seine Behauptung über das vermeintliche  Ausmaß von Jobverlusten als Folge der von SPD und Bündnis 90 / Die Grünen  für notwendig erachteten Anhebung des Einkommensteuer-Spitzensatzes ist  fachlich durch nichts zu belegen.  Der forsche Herr Schweitzer hat  offensichtlich noch nicht realisiert, dass die von ihm geführte Organisation  in vielen Städten, Regionen und demnächst auch auf Bundesebene auf eine  gute Kommunikation auch mit Sozialdemokraten angewiesen ist. Bereits nach  wenigen Tagen stellt sich somit die Frage, ob sich der DIHK mit der Wahl  Schweitzers einen Gefallen getan hat.

Mittwoch, 27. März 2013

Immer wieder die eine Erkenntnis.


Religion ist schlecht.
Das ist es, was ich denke. Überraschung.

In den letzten Wochen habe ich wieder einmal intensiver Berichte studiert, in denen beschrieben wird wie grausam und sadistisch Nonnen und Pater in christlichen Kinderheimen gegen wehrlose Schutzbefohlene vorgingen.
Die Brutalität, die allein in Deutschland gegen rund 800.000 Kinder an den Tag gelegt wurde, macht misanthropisch.
 Die philosophische Frage nach der Schlechtigkeit des Menschen, woher sie kommt und ob sie in jedem steckt, ist ein weites Feld.
Mit Sicherheit kann man aber sagen, daß ein erschreckend hoher Prozentsatz der Menschen unter bestimmten Bedingungen zu extremer Grausamkeit und Gefühllosigkeit fähig ist.
Über die Nazizeit lernten wir beispielsweise erst in den letzten 20 Jahren, daß die Teilnahme an besonders grauenvollen Taten wie Erschießungen und anderen Hinrichtungen keineswegs verpflichtend war. Das über Jahrzehnte als Rechtfertigung gemurmelte "Man hatte ja keine Wahl..." ist als Schutzbehauptung enttarnt.
Überall sind Fälle dokumentiert, in denen einzelne Soldaten sich weigerten bei Erschießungskommandos mitzumachen, ohne daß es für sie Konsequenzen hatte.
Christopher Brownings Analyse über das Hamburger Reserve-Polizeibataillon 101 zeigt die widerliche Wirklichkeit, die der Forscher schon im Titel ausdrückt: „Ganz normaler Männer.“
Das waren keine besonderen Bestien, die da wie am Fließband polnische Juden killten, sondern ganz durchschnittliche Typen. 
Man konnte sich auch weigern mitzumachen, aber das wollte kaum einer.
(Meine Ausgabe: Christopher R. Browning:  „Ganz normale Männer. Das Reserve-Polizeibataillon 101 und die „Endlösung“ in Polen.“ Rororo Taschenbuch 1996).

Mit der Religion ist es ähnlich. 
Durch die vermeidliche Autorisierung einer „höheren Macht“ mit Superior-Moral versehen, werden einfache Frauen im Nonnen-Habit zu Bestien.

Sie prügeln, misshandeln und foltern Kinder, weil das Gottes Wille ist.
 „Gottes Wille“ wie sie ihn verstehen.

 Wer seine Kinder liebt, der züchtigt sie.
Das Pew Research Center hatte 2009 eine Umfrage veröffentlicht, nach der religiöse Menschen Folter akzeptabler finden, als Atheisten.
Die Angaben wurden mit ihren religiösen Einstellungen und Gewohnheiten verglichen. Am folterfreudigsten schnitten dabei die evangelikalen Protestanten ab, mit 62 % Folterzustimmung. Bei Bürgern ohne Kirchenzugehörigkeit sank dieser Anteil auf 40 Prozent. Regelmäßige Kirchgängen fanden Folter zu 54 % akzeptable, Kirchenmuffel dagegen nur zu 42 %.
(11k2.wordpress.com)
Ebenso sind Christen eher bereit ihre Kinder zu schlagen - ganz wie es die Bibel vorschreibt.
„Rute und Zucht geben Weisheit; aber ein sich selbst überlassener Knabe
macht seiner Mutter Schande“
(Sprüche 29,15).

Entziehe dem Knaben nicht die Züchtigung; wenn du ihn mit der Rute schlägst,
wird er nicht sterben. Du schlägst ihn mit der Rute,
und du errettest seine Seele von dem Scheol.“
(Sprüche 23,13-14)

Eine Studie des Kriminologischen Forschungsinstituts Niedersachsen (KFN) aus dem Jahr 2010 kam zu dem wenig überraschenden Ergebnis, daß Prügel umso verbreiteter sind, je religiöser die Eltern sind.
Je religiöser die Eltern seien, sagt KFN-Direktor Christian Pfeiffer, desto weniger habe es sie gekümmert, dass jegliche körperliche Züchtigung von Kindern seit 2000 in Deutschland verboten ist.
(SPIEGEL 16.10.2010)
Mit Religion im Gepäck ist man zu deutlich mehr Brutalität fähig als ohne.

Auch den Nationalsozialismus kann man gewissermaßen als Religion ansehen, quasi als „Co-Religion“ des Christentums, die den eleminatorischen Antisemitismus der Kirchen begeistert aufnimmt.

Weinberg hat diese Erkenntnis in passende Worte gegossen.
"Religion ist eine Beleidigung der Menschenwürde. Mit oder ohne sie würden gute Menschen Gutes tun und böse Menschen Böses. Aber damit gute Menschen Böses tun, dafür bedarf es der Religion."
(Steven Weinberg)
Dieses Prinzip erleben wir auch in der Politik.

Führende Mitglieder von Grünen und Sozialdemokraten, die eigentlich von ihrer Parteilinie her auf der Seite der Arbeiter und sozial Schwachen stehen sollten, werden zu vehementen Befürwortern der Ausbeuteragenda der Arbeitgeber, wenn es um das kirchliche Arbeitsrecht geht.

Die angeblich so linken Frauen Käßmann, Nahles und Göring-Kirchentag verteidigen eisern die Entrechtung der 1,3 Millionen Angestellten von Caritas und Diakonie.

Sie unterstützen tatsächlich eine JUDEN-UNERWÜNSCHT-Einstellungsmaxime, die sie unter allen anderen denkbaren Umständen scharf verurteilen würden.

Aber ihr Religiotismus zwingt sie zu diesem knallhart menschenfeindlichen Denken, wenn es zum höheren Wohle des Gottes, bzw der Kirche geschieht.

Ausgerechnet der Grüne Volker Beck, der gwissermaßen von Haus aus für die Rechte von Minderheiten eintritt, wird beim Thema "Religiöse Beschneidung" zum konservativen Fundamentalisten, der es locker in Kauf nimmt, daß Kinder sterben und alle Gefahren fahrlässig verharmlost, wenn es um das höhere Ziel der Religionsausübung geht. Die UNO-Kinderrechtskonvention ist ihm ganz egal, wenn er dafür den Imanen und Rabbis schmeicheln darf.

Verstörend ist dieser Christen-induzierte Menschenhass, wenn er von einer Grünen Spitzenkandidatin kommt.

Während nun endlich mal die letzten paar Diskriminierungen gegen Homosexuelle fallen sollen und eine breite Mehrheit der Bevölkerung, sowie auch das Bundesverfassungsgericht die verhärmten Antihumanisten vom rechten CDU-Flügel bräunlich-verklemmt aussehen lassen, hadert ausgerechnet Kathrin Göring-Eckardt mit ihrer eigenen Partei. 

Schwule akzeptieren?
  Minderheiten nicht mehr diskriminieren?
Das gefällt der Hardcore-Religiotin gar nicht.
Die Grüne Katrin Göring-Eckardt bleibt unklar beim Thema Homosexualität. Einen Gesetzesentwurf ihrer Partei trug sie wohl nur halbherzig mit. Weil sie sich der Kirche verpflichtet fühlt? [….]

Es geht um einen Gesetzentwurf, den die Grünen-Bundestagsfraktion unlängst zum Thema Homosexualität beschlossen hat. Demnach soll es mit einer Geldbuße von "mindestens 500 Euro" geahndet werden, wenn man Therapien durchführt, "die das Ziel haben, die sexuelle Orientierung bei Minderjährigen zu verändern".

Wie aus der Begründung hervorgeht, richtet sich der Entwurf auch gegen Gruppen im evangelischen Raum, etwa "Wüstenstrom" oder "Offensive Junger Christen". Diesen evangelikalen Initiativen wird vorgeworfen, dass sie versuchen, Homosexuelle durch Therapien von ihren Neigungen abzubringen. [….]

Schwer tat sich aber auch Göring-Eckardt, als sie nun nach dem Widerspruch zwischen dem eindeutigen Gesetzentwurf ihrer Fraktion und der kontroversen Debattenlage in der Kirche gefragt wurde. Göring-Eckardt antwortete wörtlich: "Da muss immer jeder für sich entscheiden, glaube ich. Also ich würde jetzt sagen, natürlich kann man das so oder anders sehen, und würde auch immer akzeptieren, dass Andere eine andere Position haben. Wir haben dazu auch keinen Beschluss gefasst als Grüne. Aber man muss das auch aushalten, dass man das unterschiedlich sieht."
Als prinzipieller Rot-rot-grün-Sympathisant empfehle ich zur Bundestagswahl doch dringend die SPD und nicht die Grünen zu wählen.
 Der SPD-Chefreligiot Thierse fliegt wenigstens raus aus dem Bundestag und ist nicht wie Kathrin Göring-Kirchentag zur Spitzenkandidatin erkoren worden.

Dienstag, 26. März 2013

14:1



Wer meinen Blog schon mal gelesen hat, wird wissen, daß ich im politischen Spektrum eindeutig auf einer Seite zu verorten bin.
 Das hier ist kein neutrales Nachrichtenmagazin, welches sich Wertungen enthalten müßte.

Dennoch bilde ich mir etwas darauf ein, alle Informationen so weit wie möglich zu verlinken und nur auf Fakten basierende Informationen zu verbreiten.

Wenn die Fakten mal nicht die Sprache sprechen, die ich parteipolitisch gern hätte, bekommen auch meine Parteifreunde eins übergezogen.
Nahles und Thierse zum Beispiel werden nicht geschont.

Und umgekehrt gilt es auch nicht die Augen vor den Disziplinen zu verschließen, in denen die Konservativen dem linken Spektrum überlegen sind.
Das erkenne ich neidlos an.

Klar vorn liegen die Schwarzgelben bei dem Aspekt „kriminelle Energie.“

 Ein bißchen Betrug, Untreue und Falschaussage schwang immer mit.

Nachdem der CSU-Generalsekretär Otto Wiesheu volltrunken eine Frau totgefahren hatte und Fahrerflucht beging, stieg er unter Edi Stoiber (dessen Kinder BEIDE ihre ergaunerten Dr.-Titel  zurückgeben mußten) ausgerechnet zum VERKEHRSMINISTER und später sogar zum Superminister für Wirtschaft und Verkehr auf.

Vorbestrafte wie Otto Graf Lambsdorff gelten in der FDP als ideale Ehrenvorsitzende und so mancher CDU-Regierungschef hat sich nach dem Ausscheiden aus dem Amt schon vorm Richter wiedergefunden – das betrifft beispielsweise die Ministerpräsidenten Münch, Althaus, Mappus und Wulff, aber natürlich auch Helmut Kohl.

Eine echte Konservativen-Domäne ist aber das Erschleichen von Titeln. 

Als ich das letzte Mal zusammenfasste, kam ich auf 14, bzw 12 Namen:
Siegfried Haller (SPD) (?) Leiter des Leipziger Amtes für Jugend, Familie und Bildung
Uwe Brinkmann (SPD) ehemaliger Juso-Chef Hamburgs
Karl-Theodor von und zu Guttenberg (CSU) ehemaliger Polit-Gott
Veronica Saß (Parteilos?) Edmund Stoibers (CSU) Tochter
Silvana Koch-Mehrin (FDP) Europaabgeordnete
Jorgo Chatzimarkakis (FDP) Europaabgeordneter
Margarita Mathiopoulos (FDP), Westerwelle-Beraterin
Bijan Djir-Sarai (FDP) Bundestagsabgeordneter
Kai Schürholt (CDU) Bürgermeisterkandidat Landau
Matthias Pröfrock (CDU) Landtagsabgeordneter BW
Andreas Kasper (CDU), viele regionale Parteiämter in NRW
Bernd Althusmann (CDU), ehemaliger Niedersächsischer Kultusminister und Präsident der Kultusministerkonferenz (KMK)
Roland Wöller (CDU) Sachsens Kultusminister
Johannes Hahn (ÖVP) EU-Kommissar für Regionalpolitik
A posteriori aus der Liste herausnehmen werde ich hiermit Siegfried Haller (kein Politiker) und Veronica Saß (kein politisches Amt; sie kann ja nichts dafür wer ihr Vater ist).

(Nicht mitgezählt sind bisher die nicht unbedingt selbstgeschriebenen Promotionen:
Für die bürgerliche Aura der größeren Kompetenz wird einiges getan. So schmücken sich ungleich mehr Konservative mit Dr.-Titeln.
Natürlich sind fast alles sogenannte „Klasse 2-Promotionen“, wie die von Ministerin Kristina Schröder (Hilfe von ihrem Bundestagsmitarbeitern) , Staatssekretär Ole Schröder (Kristinas Ehemann, promovierte an einer dubiosen Fern-Uni in Südafrika in Jura) und Guido Westerwelle (Fern-Uni Hagen, möglicherweise mit größerer Hilfe seines Vaters), bei denen zum einen nicht sicher ist wer alles daran mitgewirkt hat und bei denen zum anderen niemals auch nur in Erwägung gezogen wurde eine akademische Laufbahn damit zu begründen.)
Damit steht es nun offiziell 11:1 beim Dr.-Fälschen für Schwarzgelb. 
Rot hat lediglich einen Fall (und auch das ist ein sehr unbekanntes Parteimitglied).
2011 hatte die ZEIT berichtet, Althusmann habe in seiner Doktorarbeit vielfach fremdes geistiges Eigentum verwendet, ohne dies in der notwendigen Weise kenntlich zu machen. Die ZEIT berief sich dabei auf ein Gutachten, das sie nach einem Anfangsverdacht in Auftrag gegeben hatte. Seitdem läuft die Diskussion, ob es sich bei Althusmanns Zitationsweise nur um Pfusch oder bereits um Betrug handelt.
(ZEIT, 27.07.11)
Kultusminister Wöller, 41, wird zur Last gelegt, in seiner im Jahr 2002 abgeschlossenen Doktorarbeit längere Passagen aus der Magisterarbeit eines Studenten übernommen zu haben, ohne diese stets als Zitate zu kennzeichnen. Der Christdemokrat, der zurzeit Urlaub macht, reagierte mit einer schriftlichen Stellungnahme auf die Verdächtigungen. Der zufolge gab es bereits in 2008 Plagiatsvorwürfe gegen Wöller.
(SZ 28.07.11)
Erschreckend ist aber, daß die beiden neuesten Fälle, die beiden Kultusminister Althusmann und Wöller, nach all den Monaten der Promotionsdiskussion nach wie vor REIN GAR NICHTS gelernt haben und unter Erzeugung maximaler Politikerverdrossenheit geradezu Adolf-Sauerland-artig an ihren Posten kleben.
Salamitaktik, Dementieren, Vertuschen.

Bisher kapitulierte  lediglich Uwe Brinkmann (der von allen Erwischen am wenigstens plagiierte) ohne Umschweife und gab den Dr.-Titel schuldbewußt ab.

Hinzuzufügen sind inzwischen noch der CSU-Bezirksrat Dominic Stoiber, der Sohn des berühmten Edmunds.

Der spektakulärste Fall ist sicher die plagiierte Direktpromotion der Bundesbildungsministerin Annette Schavan, die heute noch den Titel „Prof.“ führt, aber in Wahrheit als höchsten akademischen Abschluß ihr Abitur vorzuweisen hat. 
Außer ihrem Dr.-Titel wurde sie wie Kollege Guttenberg auch ihren Ministerjob los.

Der aktuellste Fall ist der CSU-Landrat Jakob Kreidl* aus Miesbach.
Damit sind die Konservativen beim Dr.-Titel-Fälschen auf 14:1 davon gezogen!
Respekt!

*Gerüchte gab es wohl schon länger, doch nun ist es schwarz auf weiß bei Vroniplag im Internet nachzulesen: Die Doktorarbeit des Präsidenten des bayerischen Landkreistags und Miesbacher Landrats Jakob Kreidl (CSU) steht unter massivem Plagiatsverdacht. Kreidl, der eigentlich Diplom-Ingenieur für Nachrichten- und Telekommunikationstechnik ist, wurde im Jahr 2005 an der Universität der Bundeswehr Neubiberg mit einer Arbeit über den Kosovo-Konflikt promoviert.

In seiner Dissertation hat er offensichtlich von mehreren Quellen ausführlich abgeschrieben, ohne diese im Literaturverzeichnis anzugeben. […]

Vroniplag, die Internet-Plattform, auf der verdächtige Doktorarbeiten analysiert werden, hatte am Montag ein Drittel der Arbeit untersucht. Dabei seien "27 Seiten mit 50-75 Prozent Plagiatstext und 15 Seiten mit mehr als 75 Prozent Plagiatstext" gefunden worden. Vor allem bei einer Quelle hat sich Kreidl offenbar bedient, ohne dass sie im Literaturverzeichnis auftaucht: Ein Report der Professoren Berthold Meyer und Peter Schlotter für die Hessische Stiftung Friedens- und Konfliktforschung (2000).

Von diesem Bericht hat Kreidl nicht nur Teile der Gliederung übernommen, sondern auch ganze Textpassagen. Auch weitere Quellen, aus denen Kreidl umfänglich zitiert, ohne die Zitate kenntlich zu machen, kommen im Literaturverzeichnis nicht vor. Zum Beispiel ein Gutachten des ehemaligen Generalinspekteurs der Bundeswehr, Klaus Dieter Naumann, oder eine Publikation der Stiftung Wissenschaft und Politik.

Auch die Passagen von Berthold Meyer und Peter Schlotter ähneln denen in Kreidls Doktorarbeit sehr.