Sonntag, 24. März 2013

Frauen – Nein Danke!



Rückblende.
 Vor über einem Vierteljahrhundert saß ich in meiner allerletzten Schulstunde. Es saß der Deutsch-LK bei einem kümmerlichen Frühstück zusammen. Die menschlich etwas verhaltene und unnahbare, aber fachlich brillante Lehrerin hatte dieses Frühstück vorgeschlagen. Der Einfachheit halber sollte jeder seine „Bemme“ selbst mitbringen. (Bemme - diesen grässlichen Ausdruck hörte ich damals zum ersten Mal und bedauerlicherweise gelang es mir niemals dieses ekelhafte Wort zu vergessen).
Natürlich waren bis auf die Lehrerin alle zu faul dazu und saßen bei einem Kaffee stumpf um sie herum, während sie ihre Bemmen aß.
Die unvermeidliche Frage was wir denn nun vorhätten, folgte wie die Strafe auf dem Fuße. Reihum erklärten wir unsere Zukunftspläne.
Heute erinnere ich mich nur noch an einmal „Schauspielschule“ und einmal „Bundeswehr – 12 Jahre verpflichtet“ des Deppen des Kurses, Sebastian, des Schlacks, dessen Körpergröße auf Kosten des Hirnes ausgebildet wurde. 
Kinder sind fies und lästern über körperliche Besonderheiten. Aber Sebastian sah auch zu komisch aus mit seinen rotblonden Haaren, den abstehende Ohren und den viel zu kleinen Füßen, die durch seine Angewohnheit quasi auf Zehenspitzen zu laufen, noch winziger wirkten.
 Ein Typ weit über 1,90, der aber nicht die Fersen aufsetzte und dadurch stets federnd durch die Gänge ging.
Er war einer der ganz, ganz wenigen der Schule, der ein eigenes Auto besaß und zu unser aller Überraschung mit enormer Mühe so gerade eben das Abi bestanden hatte. Im angeblichen „Laberfach“ Deutsch hatte er am Ende vier Punkte bekommen und das war schon eine seiner besten Noten.
„12 Jahre verpflichten“ war damals für mich das Abartigste, das ich mir vorstellen konnte und so sprachen wir noch länger über Sebastians Ankündigung. Ein anderer Mitschüler klärte mich später auf, daß einem der Junge im VW-Golf leidtun müsse. Er habe gar keine andere Wahl, da sein unglaublich strenger Vater sein einziges Kind mit Gewalt dazu dränge einmal seine gut gehende Zahnarztpraxis zu übernehmen und mit dem NC hätte er nie einen Studienplatz an einer normalen Uni bekommen.
Vor einigen Jahren habe ich übrigens festgestellt, daß dieser Plan funktioniert hat – Sebastian ist tatsächlich promovierter Dentist, hat die Praxis übernommen und einen Haufen Kinder in die Welt gesetzt. 

Die Dritte, die ich erinnere war natürlich meine beste Freundin, die notorisch unausgeschlafen und übellaunig verkündete „Ich will Kapitän werden!“
Das haute der Lehrerin glatt die Bemme aus dem Maul – vor Verblüffung spuckte sie einen halbzerkauten Brei aus Salami und Käse über ihr Pult, hustete und brach schließlich in einen Begeisterungssturm aus. 
So habe sie sich das gewünscht, daß ihre Schülerinnen zu selbstbewußten Frauen würden und sich keine Grenzen setzten.
Man sprach noch lange über diesen „Ich will Kapitän werden“-Ausspruch. Typisch für diese Deern. Aber ernst genommen hatte es natürlich niemand.
Das war einfach zu absurd. Frauen in der Seefahrt und dann auch noch Kapitän! Welcher Reeder würde schon eine Frau ausbilden?

Und das ist das eigentlich Erstaunliche, wenn ich an meine Jugendzeit zurück denke.
 Einige damals als unabänderlich und nicht hinterfragten Regeln gelten nicht mehr.
Ich wuchs noch in einer Welt auf, in der selbstverständlich viele Berufe reine Männerdomänen waren. Bischöfinnen oder Kanzlerinnen oder Seefahrerinnen gab es genauso wenig wie Stabhochspringerinnen oder Eishockeyspielerinnen.
Der so vergeblich wirkende Satz „ich will Kapitän werden!“ war das erste Mal, daß mir diese Ungerechtigkeit so richtig bewußt wurde. 
Vorher war es mir einfach nicht in den Sinn gekommen, die Frage zu stellen, ob eine Frau Kanzlerin werden könne.
Das war ebenso abwegig, wie die Vorstellung, daß zwei Männer heiraten oder einer Schwuler Außenminister sein könnte.
A posteriori bin ich selbst verblüfft, wie viel sich in dem Vierteljahrhundert geändert hat.
1992 wurde mit Maria Jepsen in HAMBURG weltweit die erste Frau Bischöfin und die konservativen Evangelen haben sich heftig dagegen gewehrt.
Vielleicht ist Hamburg aber ein gutes Pflaster für Pionierfrauen.
Die Wahl-Hamburgerin Marion Gräfin Dönhoff wurde 1968 Chefredakteurin der ZEIT und brach in eine totale Männerdomäne ein. 
Die in Hamburg geborene Angela Merkel wurde erste CDU-Vorsitzende und erste Bundeskanzlerin.
Heute können Frauen fast alle Berufe ergreifen. 
Natürlich verdienen sie etwas weniger und es gibt auch noch reine Männerclubs – Chefetagen von DAX-Unternehmen zum Beispiel. 
Frauen werden auch in Deutschland üblicherweise nicht mit den „klassischen Ministerien“ betraut. Noch nie war eine Frau Verteidigungs-, Innen- oder Finanzministerin.
Nach wie vor werden ihnen die „Gedöns“-Ressorts eher zugetraut.

Meine Schulfreundin erlebte übrigens am eigenen Leib das wirtschaftliche Umdenken. 
Sie studierte etwas ganz anderes, schloß mit der Auszeichnung für die beste Diplomarbeit des Jahres ab.
Diese Seefahrtidee ließ sie aber nie los und so warf sei eines Tages alles hin und begann in Travemünde eine Ausbildung als Schiffsmechanikerin. 
Natürlich als erste Frau.
 Ihre Mitschüler empfingen sie grölend und der Lehrer nannte sie ein Jahr lang bei jeder Gelegenheit „Schlitzmatrose“.
Richtig schwierig wurde es Praktikumsplätze auf Containerschiffen zu bekommen. Die Reeder winken fast alle ab. Sie hätten persönlich gar nichts gegen Frauen, aber wenn sie das erlaubten, würden ihre Mannschaften rebellieren.
Ähnlich sah es beim anschließenden Nautikstudium aus.
 Ja, theoretisch könnten Frauen das auch, aber die Praxis im harten Bordalltag wäre schon noch etwas ganz anderes.
Es kostete enorme Mühe und viele Tricks nach Abschluß des Studiums tatsächlich als „Dritter“ (3. Offizier) eine feste Anstellung bei einer Reederei zu bekommen.
Nachdem sie aber einmal als normale Offizierin gefahren war, setzte ein Wandel ein. Alle Offiziere bekommen ein Zeugnis vom Kapitän und bald stellte der Reeder fest, daß ihre Zeugnisse immer die besten waren.
Eigentlich wenig verwunderlich, denn als Frau in einem derartigen Männerberuf muß man besser als die anderen sein.
 Den Reedern fiel bald auf, daß in ihrem Verantwortungsbereich nicht andauernd die kleinen Katastrophen passierten, die in der unter extremen Zeit- und Gelddruck stehenden Schifffahrt üblich sind.
Sie stieg rasant auf und mußte am Ende den Seniorchef ihrer Reederei sogar einmal stoppen, als er ihr gleich ein eigenes Schiff geben wollte.
Als sie schließlich das erste mal als Kapitänin nach Singapur flog, um einen Containerriesen zu übernehmen, saß im Flugzeug neben ihr ein Mädchen, das frisch von der Uni kam und ihre vierte Offizierin sein würde. 
Das erste mal, daß sie an Bord eine zweite Frau traf. 
Und was für ein Unterschied muß es für die Berufsanfängerin gewesen sein, als Frau auf ein Schiff zu kommen, auf dem die oberste Chefin auch eine Frau ist.
Da wird die grundlegende Frage, ob eine Frau überhaupt geeignet sein kann Offizierin zu sein, natürlich nicht mehr gestellt.
So ein Glück, daß jemand anderes schon den Kampf ausgefochten hat.
Vor ein paar Jahren las ich in einer Zeitung, es gäbe in Deutschland nun schon fünf Kapitäninnen. Tendenz stark steigend, da inzwischen viel mehr Frauen Nautik studieren. 
Begünstigt durch eine Regeländerung. Die Schiffsmechaniker-Ausbildung als Zulassungs-Voraussetzung ist abgeschafft. Bei den Schiffsmechanikern herrscht nämlich noch ein deutlich rüderer Umgangston, als im Nautikstudium.

Die Reeder sind keineswegs über Nacht zu Alice-Schwarzer-Anhängern geworden.
 Sie folgten schlicht und ergreifend einer wirtschaftlichen Not, weil ihnen im Containerboom der Nachwuchs ausging. Helmut Kohl hatte Schiffsbeteiligungen zu einem lukrativen Steuermodell gemacht und so ließen die reichen Hamburger Reeder ein Schiff nach dem nächsten bauen.
Der gewaltige Warenausstoß aus China mußte bewältigt werden. 
Immer mehr und immer größere Containerriesen fuhren zwischen Europa und Asien hin und her. Irgendeiner muß die Dinger ja steuern.
Bezeichnenderweise scheinen Frauen in Männerberufe weniger aus Überzeugung aufgenommen werden, sondern eher der Not gehorchend.
So stieg 2000 auch Merkel zur Chefin der CDU auf. Es war keine Alternative mehr da und einer mußte die marode im Spendensumpf versinkende Partei ja führen.
Das bedeutete aber noch lange nicht, daß konservative Politiker Frauen in ihren Reihen schätzen. Zumindest noch nicht im Jahr 2000.

Frauen sind eher Notnagel. 

Aber man mag sie nicht wirklich.

Besonders interessant ist ein Blick auf die beiden mit Abstand bevölkerungsreichsten Länder des Planeten: China und Indien, die mit 1,4 bzw 1,3 deutlich über eine Milliarde Einwohner haben. Mit weitem Abstand folgt auf Platz drei die USA mit gut 300 Millionen Menschen.
Bei so vielen Menschen gibt es eine Menge Frauen.
 Üblicherweise deutlich mehr als 50%, weil Frauen gesundheitlich robuster sind und eine rund sieben Jahre längere Lebenserwartung haben.
Insgesamt sind gute 51% der Deutschen Frauen.
Gäbe es in Indien und China ein ähnliches Geschlechterverhältnis, müßten jeweils rund 30 Millionen Frauen „übrig“ sein.
Tatsächlich gibt es in beiden Ländern aber einen deutlichen Männerüberschuß, der nicht biologisch, sondern kulturell begründet ist.
 
Man mag einfach Jungs lieber.
Der Demografieexperte Christopher Guilmoto vom Pariser Forschungsinstitut für Entwicklung (IRD) hat ausgerechnet, dass selektive Abtreibungen und Kindesmorde allein in Asien 117 Millionen Frauenleben gekostet hätten. Ein UN-Bericht aus dem Jahr 2010 macht allein China und Indien für 85 Millionen verhinderte Frauenleben verantwortlich, mitten im dortigen Wirtschaftsboom. Indische und chinesische Forscher räumen, nachdem sie lange geschwiegen haben, diese Entwicklung mittlerweile selbst ein. Die Chinesische Akademie der Sozialwissenschaften ließ errechnen, dass im Jahr 2020 in China 30 bis 40 Millionen Frauen im Alter von 10 bis 29 Jahren fehlen würden. Indische Forscher entnahmen den Volkszählungen der letzten 20 Jahre, dass in Indien bis zu zwölf Millionen ungeborene Mädchen zwischen 1991 und 2011 durch selektive Abtreibung getötet wurden.

Dieses Wissen aber führte bisher weder in China und Indien noch im Westen zu einem Aufschrei. »Über unsere Mädchen fegt ein tödlicher Tsunami, wir erleben einen ethischen Zusammenbruch unserer Gesellschaft, aber niemand regt sich auf«, sagt die Kommissionsvorsitzende Sinha. Sie verlangt deshalb mehr Kritik, auch internationale.

Als Folge droht nach Ansicht einiger Experten noch in diesem Jahrhundert das größte Geschlechterungleichgewicht der Menschheitsgeschichte.
Bei der strikten Ein-Kind-Politik in China will man oftmals seine einzige Möglichkeit ein Kind zu haben, nicht an ein Mädchen verschwenden.
Die Lösung ist ganz einfach: Bei Schwangerschaften wird per Ultraschall das Geschlecht bestimmt und falls es sich um einen weiblichen Fötus handelt, wird es gleich abgetrieben. 
Weg damit. Und noch mal probieren. 
Notfalls so lange bis es ein Junge wird. Inzwischen sind Frauen richtig knapp geworden.
Entführungen von Frauen sind an der Tagesordnung. Sie werden gezwungen, Männer zu heiraten, die sie nicht kennen, sie werden geschlagen, vergewaltigt, gefügig gemacht, um Nachwuchs für eine fremde Sippe zu gebären. Diese Hölle auf Erden ist vor allem das Resultat der Ein-Kind-Politik in China, die ein massives Ungleichgewicht der Geschlechter verursacht hat. Es gibt einen millionenfachen Männerüberschuss, weil Mädchen abgetrieben oder als Säuglinge getötet werden.
Weibliche Föten sind in China aber noch gut dran, weil sie einfach abgetrieben werden und nicht als Geborene leiden müssen.
Ihren Geschlechtsgenossinnen in Indien geht es wesentlich schlechter, weil dort die medizinische Versorgung nicht so weit fortgeschritten ist, daß man überall vor der Geburt das Geschlecht bestimmen kann.
Mädchen werden geboren und später mies behandelt.
Getreu des indischen Mottos „Töchter sind wie Wasser in den Garten des Nachbarn zu gießen“ killt man sie anschließend. 
Man ersäuft oder verbrennt sie entweder gleich, oder läßt sie hungern, wenn das Essen nicht für alle Kinder reicht. 
Söhne sind wohlgenährt, Töchter oft abgemagert.
Man muß sie schnell loswerden. 
Das ist aber dadurch erschwert, daß Frauen generell als so minderwertig gelten, daß man hohe Mitgiften aufbringen muß, damit sie überhaupt einer nimmt.
Ehefrauen werden auch in der Familie oft nicht nur widerwillig akzeptiert, sondern geschlagen und ausgenutzt.
Interessanterweise gilt das auch für wesentlich ältere Frauen. 
Witwen gelten beispielsweise als völlig wertlose, nutzlose Esser. 
Sie werden von ihren eigenen Söhnen mit einem Tritt in den Arsch auf die Straße geschmissen.
Ich spreche nicht von Einzelfällen.
Gleichberechtigung gehört zum offiziellen Diskurs. Doch der täuscht, und Yadav weiß es genau, er kennt die Familie gut, hat sie oft besucht und das Miteinander beobachtet. »Sie haben ihrem Sohn immer mehr zu essen gegeben als ihren zwei Mädchen. Wenn Anchal oder ihre Schwester eine zweite Portion wollten, wurden sie von den Eltern weggeschubst. Doch der Junge bekam immer zweimal. Und natürlich gingen sie mit dem Jungen zum Arzt, wenn er krank war, und gaben ihm Medizin. Anchal dagegen hatte mehrmals Fieber, aber die Eltern gingen mit ihr nicht zum Arzt.« Dass Yadav die Wahrheit sagt, sieht man Anchals Familie auf den ersten Blick an: Der kräftige Vater, ein Ziegelei-Arbeiter, hält seinen gut genährten, dreijährigen Sohn im Arm und spricht mit lauter Stimme. Neben ihm steht stumm seine schüchterne Frau und wehrt beschämt die Umklammerungsversuche ihrer erstgeborenen Tochter ab. Sie geben ein typisches indisches Familienbild ab: Hier der gehegte Sohn, dort die lästige Tochter. Waren also die eigenen Eltern Anchals Totengräber? War es letztlich ein Mord am ungewollten Mädchen? Diese Fragen stellt sich Yadav in den darauffolgenden Tagen.

Für [die amerikanischen Professoren] Anderson und Ray ist Anchals Fall symbolkräftig. Die beiden Forscher kalkulieren, dass in Indien insgesamt 35 Millionen Frauen fehlen. In jedem Jahr sterben zwei Millionen Frauen mehr als Männer. Zwei Millionen, die eigentlich leben müssten, wenn es normal zuginge. Und ein Viertel davon, also eine halbe Million, stirbt bereits in der Kindheit – so wie Anchal. […] Das dafür gut belegte Beispiel war stets China mit seiner Ein-Kind-Politik, die viele Familien dazu verleitete, Mädchen abzutreiben, um nur ja noch einen Jungen zu gebären. Doch in Indien entdeckten Anderson und Ray etwas ganz anderes: »Hier geht es weniger um Abtreibungen als um lebenslange Diskriminierung als Todesursache«, sagt Anderson. Mit anderen Worten: In China kommen die fehlenden Frauen erst gar nicht auf die Welt. In Indien dagegen werden sie geboren und müssen qualvoll sterben. Den neuesten Erkenntnissen der Forscher zufolge sterben 25 Prozent der jährlich fehlenden Inderinnen in ihrer Kindheit, 18 Prozent im gebärfähigen Alter und 45 Prozent als ältere Frauen. Nur 12 Prozent gehen aufs Konto von selektiven Abtreibungen weiblicher Föten. […] Am furchtbarsten zeigt sich dies an einem für westliche Beobachter unvorstellbaren Brauch: Viele indische Familien glauben noch immer, das Recht zu haben, ihre eingeheiratete Schwiegertochter zu töten, wenn sie nicht genug Mitgift einbringt – indem sie die Braut verbrennen. Ray wird bei seiner Arbeit normalerweise nicht von Gefühlen übermannt. Einmal jedoch sei das anders gewesen, sagt er: Als Anderson und ihm klar geworden sei, dass in Indien mehr fehlende Frauen im Alter von 15 bis 29 Jahren aufgrund von äußeren Verletzungen sterben als aufgrund von Problemen mit Geburt und Schwangerschaft. Insgesamt kamen sie auf jährlich 225 000 mehr weibliche als männliche Todesopfer aufgrund von Verletzungen. Darunter vermuteten sie einen großen Anteil von Brautverbrennungen. »Auf einmal sprachen die kalten Statistiken zu uns«, sagt Ray. […] Von tödlicher Diskriminierung bedroht sind indische Frauen auch im Alter. Witwenverbrennung ist zwar heute abgeschafft, aber dessen ungeachtet, gelten Witwen immer noch als gesellschaftlich nutzlos. Sie werden von ihren Familien oft verstoßen und müssen als Einsiedlerinnen leben. Soziologen sprechen deshalb vom »sozialen Tod«, den Indiens 40 Millionen Witwen nach dem Ableben des Mannes erleiden. Rechtmäßiges Erbe wird ihnen entzogen. Niemand kümmert sich um ihre Krankenversorgung.
(DIE ZEIT No 13/2013)

Samstag, 23. März 2013

Missionierung, nein Danke.



Zehn dicke Bände füllt das Mammutwerk „Kriminalgeschichte des Christentums“; eine einmalige Lebensleistung des großen Karl-Heinz Deschner.
Es dürfte wohl keine zweite Organisation dieses Planeten geben, die eine derartige kriminelle und menschenzerstörende Energie entfaltet hat, wie das Christentum.
Das systematische Diskriminieren, Foltern und Töten von Menschen, die krank oder schwach oder einfach ganz normal waren.
Während in der säkularen Zeit Menschen mit Epilepsie, Zwangsstörungen, anderen Hautfarben und sexuellen Orientierungen, mit Depressionen, Schizophrenie oder Tourette geholfen wird, wurden zu Zeiten, als die christlichen Kirchen absolute Macht hatten, solche Menschen gefoltert und getötet.
 Bis in die 1980er Jahre sind Kinder in christlichen Heimen WELTWEIT systematisch gequält und misshandelt worden.
Nein, danke, das brauchen wir nicht noch einmal.
Religion had its chance to run the world:
It is called the Dark Ages.
Von allen Verbrechen, die offizielle Christen begangen haben, erscheint mir die kulturzerstörende Missionierung die Perfideste zu sein.
100 Millionen Menschen kamen allein in Amerika durch die Christliche Mission um. Nur weil größenwahnsinnige Vatikanisti sich anmaßten alle Nichtschristen zwangsmissionieren zu dürfen.
 Ein Mammutverbrechen, für das der selige Kinderfickerbeschützer Papst Johannes Paul II, der nun auch noch heiliggesprochen werden soll, lapidar den Ausdruck „Glückliche Schuld“ prägte.
Ja, OK, man habe 100 Millionen Indianer abgemurxt – aber die sollten sich mal nicht beschweren, schließlich sind sie dafür Christen geworden.
Unfassbare verbale Barbarei, die der Papst im Jahr 1992 von sich gab!
Der Anlass für die Konferenz war die 500-Jahr-Feier der "Evangelisierung" Lateinamerikas. Johannes Paul II. gab in seiner Eröffnungsansprache die diesbezügliche Sprachregelung vor: Die Christianisierung Lateinamerikas durch die spanischen Eroberer weise zwar gewaltsame Züge auf und sei insofern zu verurteilen. Weil aber die "bewundernswerte Evangelisierung" zu einer "Ausweitung der Heilsgeschichte" beigetragen habe, handle es sich letztlich um "glückliche Schuld".

Während die brasilianischen Bischöfe in ihren "Richtlinien für Santo Domingo" vorsahen, die Kirche müsse für die Teilnahme an der Conquista Indianer und Afroamerikaner um Vergebung bitten, enthielt das Schlussdokument der Konferenz kein Wort kirchlicher Selbstkritik.

Als im Lauf der Konferenz die Vergabe des Friedensnobelpreises 1992 an die guatemaltekische Indianerin und Katholikin Rigoberta Menchú bekannt wurde, schlug ein brasilianischer Kardinal vor, ihr eine Grußbotschaft zu schicken. Das Präsidium lehnte ab mit der Begründung, ein solcher Schritt könne ideologisch missbraucht werden. Und als einige wenige Bischöfe erwogen, aus ihren Fünf-Sterne-Hotels auszuziehen, wurden sie zurechtgewiesen: Man könne die gastgebende Regierung, die diese Hotels zur Verfügung gestellt habe, nicht derart brüskieren.
Wenn Kirchisten also von „Missionierung“, bzw „Neuevangelisierung“ reden, sollte man sofort massiv dagegenhalten.
Die Worte des neuen Papstes sind bereits erschreckend.
 Zunächst hatte er den Ungläubigen attestiert Satan anzubeten, fünf Tage später stellt er immerhin noch fest, daß man gar nicht miteinander kommunizieren könne ohne seinen Gott.
Grundlegend in diesem Werk [des Dialogs der Kulturen] ist auch die Rolle der Religion. Man kann nämlich keine Brücken zwischen den Menschen bauen, wenn man Gott vergisst. [….] Und es ist auch wichtig, die Gegenüberstellung mit den Nichtgläubigen zu intensivieren, damit niemals die Unterschiede, die trennen und verletzen, überhand nehmen.
Nach 2000 Jahren Kriminalgeschichte, empfinden Christen immer noch keinerlei Scham.

Die Evangelen sind keinen Deut besser.
Die Kirche muss sich nach Einschätzung des Theologen und Bildungsexperten Hans-Martin Lübking stärker um konfessionslose Menschen kümmern. "Die Konfessionslosigkeit wird in der Kirche unterschätzt", sagte der scheidende Direktor des Pädagogischen Instituts der Evangelischen Kirche von Westfalen am Mittwoch in Schwerte. Derzeit fühlten sich Untersuchungen zufolge etwa 70 Prozent der Menschen der Kirche zugehörig.

Der Anteil werde jedoch immer weiter abnehmen, während die Zahl der konfessionslosen Menschen zunehme. Die Kirche erreiche die Menschen auf Dauer immer weniger über die regulären Ortskirchen, sagte Lübking. Deshalb müssten verstärkt auch außerhalb der Kirchengemeinde interessierte Menschen angesprochen werden.

Der Göttinger Theologe Bernd Schröder warnte, die Kirche dürfe nicht als Selbstzweck existieren. Sie befinde sich im Wandel zu einer Einrichtung, die als Hauptaufgabe die Weitergabe des Glaubens ermögliche.
(epd 23.03.13)
Wenn ich kein Atheist wäre, würde ich beten, daß diese Wünsche nicht in Erfüllung gehen.

Möge der Anteil der konfessionslosen Menschen in der Bevölkerung schnell weiter anwachsen.

Wie es ist, wenn die Kirche bestimmt, wissen wir zur Genüge.
Aber es wird dennoch ständig Neues ans Licht kommen, das einen erschaudern läßt vor dem abgrundtief bösen Verhalten von Christen gegenüber Schwächeren.
Mögen sie nie wieder die Macht dazu erhalten psychisch kranke Kinder so zu quälen wie im St.-Johannes-Stift in Marsberg.
Schläge, Beruhigungsmittel, Einzelhaft in dunklen Zellen. Westpol hat bereits in der vorletzten Woche einen Missbrauchsskandal in der Kinder- und Jugendpsychiatrie aufgedeckt. Bis in die 70er Jahre waren Kinder im St.-Johannes-Stift in Marsberg Gewalt ausgesetzt. Und nicht nur das: Nach über 40 Jahren des Schweigens berichten Ehemalige gegenüber Westpol jetzt auch von sexuellem Missbrauch in der Einrichtung. Pfleger und Nonnen sollen sich regelmäßig an Kindern vergangen haben. Experten sehen hier Parallelen zum Missbrauchsskandal in Heimen. Doch anders als hier sind die Leiden der Kinder in der Psychiatrie bis heute nicht aufgearbeitet worden.
(WDR 23.03.13)
In der Kinder- und Jugendpsychiatrie sollen Menschen in Not Hilfe finden. Doch bis in die siebziger Jahre wurden junge Patienten im St. Johannesstift im nordrhein-westfälischen Marsberg offenbar Opfer von Gewalt und Missbrauch.

[…] Pfleger und Nonnen hätten sich regelmäßig an ihnen vergangen.

Ein früherer Patient beschreibt in der "Westpol"-Sendung, die am Sonntag ausgestrahlt wird, wie ihn eine Schwester des Ordens der Vincentinerinnen 1964 in Marsberg im Alter von 13 Jahren mehrfach in ihr Zimmer beordert habe. Dort habe er sich ausziehen müssen, und die Schwester habe sexuelle Handlungen an ihm vorgenommen. Ein anderer früherer Patient berichtet laut WDR, er sei von Nonnen regelmäßig im Genitalbereich gewaschen worden.  Experten halten die Schilderungen für glaubwürdig. "Das sind Einrichtungen, in denen Menschen über 24 Stunden des Tages einer Fremdbestimmung unterworfen sind", sagte der Sozialpädagoge und Psychotherapeut Manfred Kappeler dem WDR.

Laut Bericht waren die Patienten im St. Johannesstift in den fünfziger und sechziger Jahren zudem großer Brutalität ausgesetzt. Kinder seien tagelang in Isolationszellen eingesperrt und mit Beruhigungsmitteln vollgepumpt worden.

Dem SPIEGEL erzählte der Aachener Jürgen Schubert schon im Jahr 2003 von seinen Leiden. Er war bis zum 18. Lebensjahr im St. Johannesstift untergebracht und scheiterte beim Versuch, seine früheren Peiniger zu verklagen. Er sagte damals: "Ich wurde immer wieder misshandelt, mit Fäusten und schweren Gegenständen traktiert." Aber es gab keine gerichtsverwertbaren Beweise. […]

Freitag, 22. März 2013

Wer den Pfennig nicht ehrt, ist des Talers nicht wert.


 
Ja, doch, in Deutschland soll alles seine Ordnung haben.
Der laxe Umgang mit Steuergeldern geht schon mal gar nicht.
In Mühlhausen (Unstrut-Hainich-Kreis, Thüringen) hatte eine arbeitsscheue Bedarfsgemeinschaft riesige HartzIV-Summen zu Unrecht abzocken wollen.
Aber da waren sie bei dem tapferen Thüringer Jobcenter an der falschen Adresse.
 Es klagte beim Sozialgericht Nordhausen, verlor zwar, ging aber mutig in die nächste Instanz. Im Dezember 2012 unterlag das Jobcenter Mühlhausen unerkärlicherweise ebenfalls vor dem Thüringer Landessozialgericht.
Die laschen Sozi-Richter verlangten doch tatsächlich immer noch, daß diesen faulen Säcken Hartz-Gelder nachgezahlt werden, die ihnen gar nicht zustehen.
Aber es handelt sich schließlich um Steuergelder und die dürfen nicht irgendwie über den Daumen gepeilt dem Prekariat nachgeworfen werden!
Löblicherweise will das Jobcenter nicht kleinbeigeben und zieht nun vor das Bundessozialgericht in Kassel!

Ach ja, der ungeheure Streitwert beträgt übrigens 15 Cent.

Hinter dem Komma der errechneten Zahlungen standen nämlich 85 Cent, die nach geltendem Recht eigentlich auf den vollen Euro aufgerundet werden sollten.
 Aber diese Hartzler mit der gewaltigen Summe von zusätzlichen 15 Cent zu überschütten kommt in Thüringen nicht in die Tüte.
Herzlichen Glückwunsch, liebe Sozialministerin Heike Taubert (SPD)!
15 Cent sind ja nicht nichts.
Es ist Deutschland hier.
Und nicht Finnland, wo 1-, 2- und 5-Centmünzen gleich in den Müll geworfen werden.

Bei ganz kleinen Summen hingegen, darf der Staat auch schon mal Fünfe gerade sein lassen und Bedürftigen unter die Arme greifen.

Ich denke da zum Beispiel an Jeff Bezos.
Er hat ja nicht soo viel Geld.
Nur 25,2 Milliarden Dollar. Also 25.200 Millionen Dollar.
Damit ist der 49-Jährige Amazon-Besitzer lediglich der Neunzehnt-Reichste der Erde.
Es ist also noch Luft nach oben.
Man versteht, daß der Familienvater aus Washington, der immerhin auch noch vier Kinder durchfüttern muß, bei den Lohnkosten spart.
Und es ist nur zu verständlich, wenn eine christlich orientierte Regierung in so einem Härtefall auch mal großzügig mit Steuermitteln ist.
Die Christliche CDU-Bundesregierung und die christlichen CDU-Regierungen in Sachsen und Hessen ahnten, wer wirklich bedürftig ist.
Mit mehreren Millionen Euro haben der deutsche Staat und mindestens zwei Bundesländer Amazon unterstützt, als der US-Konzern in Deutschland Fuß fasste. Sieben Millionen Euro flossen im Rahmen des Förderprogramms 'Verbesserung der regionalen Wirtschaftsstruktur' (GRW) 2006, ein kleinerer Teil 2009, nämlich 74460 Euro. Das geht aus der Antwort der Regierung auf eine Anfrage der Linken-Fraktion hervor, die der SZ vorliegt. Die sieben Millionen Euro aus Berlin hat die Bundesregierung bestätigt, das betroffene Bundesland steuert im Normalfall noch einmal denselben Betrag bei. [….] Der Linken-Abgeordnete Klaus Ernst spricht von 'staatlich subventionierter Lohndrückerei': 'Während Leiharbeitsbeschäftigte drangsaliert und Stammbelegschaften untertariflich bezahlt werden, haben Bund und Länder die Geschäftspraktiken von Amazon mit Millionenbeträgen legitimiert.' Er fordert, Finanzhilfen nicht nur an Arbeitsplätze, sondern auch an Tarif- und Sozialstandards zu koppeln.
Der Teufel scheißt immer auf den größten Haufen.

Donnerstag, 21. März 2013

Nicht ganz ungeteilte Euphorie.



Man kann mir nicht vorwerfen dem neuen Stellvertreter Gottes keinen Respekt entgegen zu bringen.
 Letzten Montag habe ich mir eine neue Gouldamadine gekauft und sie Franziskus genannt.
Franziskus benimmt sich auch tatsächlich ganz päpstlich. 
Zielstrebig fliegt er stets auf den obersten Ast der Voliere und guckt souverän auf die anderen kleinen Vögel hinab.
Seine Untertanen können noch so hektisch hin und her fliegen; Franziskus thront in sich ruhend über ihnen. Ganz wie sein Namensvetter im Vatikan legt er keinen Wert auf seine Insignien als Gouldamadine, sondern trägt schlichtes graubraunes Gefieder. 
Freilich wird es nicht so bleiben; das schlichte Auftreten ist rein jugendbedingt. 
Zu welchen Farben er sich entwickelt, wird man abwarten müssen.
Ich bin sehr begeistert von Franziskus, weil er so ein unprätentiöses und doch würdevolles Auftreten hat. Es ist außerordentlich befriedigend vor der Voliere zu sitzen und sich der Kontemplation hinzugeben. 
 
Andreas Englisch, dem 1000%ig katholischen Papstbejubler von Springers Welt-Gruppe geht es mit Bergoglio ganz ähnlich.
 Auch er ist voller Glücksseligkeit, wenn er seinen Franziskus ansieht.
Im Gegensatz zu mir drückt er seine Begeisterung aber nicht still und meditativ aus, sondern schreit es so laut er kann hinaus.
Gestern saß Englisch in der ZDF-Talkrunde „Lanz“ und gab solche Bergoooooglio-Urschreie von sich, daß Lanz um Ohrstöpseln bitten mußte.

Diese 120-Dezibel-Euphorie ist mir suspekt.
Muß sich da nicht einer erst noch selbst überzeugen, wenn er es nötig hat so dermaßen die Werbetrommel zu rühren?
Englisch beläßt es auch nicht bei einer „Ich finde den Papst super!“-Botschaft, sondern überhöht Franzi noch zusätzlich, indem er die anderen Kardinäle massiv herabsetzt.
Andreas Englisch: „Bergoglio ist für die Kurie der totale Alptraum.
Kardinäle wären nämlich selbstverliebte Prasser, die ein Luxusleben mit 600er Mercedes-Dienstwagen führten und sich rund um die Uhr von Nonnen bedienen ließen. 
Zu tun hätten sie praktisch gar nichts außer hin und wieder mal eine Messe vom Papier abzulesen.

Die massive Jubelstimmung in den Medien nimmt inzwischen durchaus neurotische Züge an. Bergoglio hat noch keine einzige bedeutende Entscheidung getroffen, keinen Hinweis darauf gegeben mit welchen Personen die Kurie zukünftig besetzt sein solle und dennoch überschlagen sich die Journalisten mit Lobhudeleien.
 Bis auf wenige Ausnahmen ist die Presse gleichgeschaltet.
Wer zufällig kein papaphiler Katholiban ist, muß mit arg strapazierten Nerven zurecht kommen.
Auch atheistische Gefühle können verletzt werden

Die Berichterstattung über den neuen Papst Franziskus I. übersieht, dass diskriminierende Positionen nicht für alle selbstverständlich sind

[…] Die ungefilterte mediale Begeisterung für den Papst und die Bagatellisierung seiner Positionen als "etwas konservativ" sind für viele MedienkonsumentInnen eine Zumutung. Obwohl die Zeiten von 90 Prozent KatholikInnen in Österreich mehrere Jahrzehnte zurückliegen und der neue Papst in Österreich lediglich der Glaubensgemeinschafts-Chef von 63,2 Prozent ist, werden alle MedienkonsumentInnen in einer unerträglichen Frequenz mit Franziskus I. beschallt.

Dabei mutet der Stil der Berichterstattung fast schon liebevoll an: Kardinäle, Priester oder gläubige KatholikInnen schwärmen vor den Kameras mit einem Lächeln auf den Lippen vom "Papst der Armen", der so bescheiden stets mit dem Bus gefahren ist und der "fast schüchtern" am Abend seiner Wahl seine Schäfchen mit "Buona sera!" begrüßt hat. […]

Mag sein, dass ein Verhütungsverbot, die Dämonisierung von gleichgeschlechtlicher Liebe oder die Kontrolle über den Körper von Frauen für Päpste, Kardinäle, Bischöfe und auch für viele gläubige KatholikInnen normal sind. Für sehr viele BürgerInnen ist es das aber nicht. Das Ereignis Papst-Wahl verleitete viele Medien dazu, zu vergessen, dass nicht nur religiöse Gefühle verletzt werden können, sondern auch atheistische.
Ein Guter ist das. Einer, der auch während der Gaukmania im Sommer 2012 gegen den Strom schwamm. Einer, der das Gehirn angeschaltet läßt, wenn sich alle dem Meinungsstrom hingeben.
 Treffend stellte er ob des fortgeschrittenen Alters und all seiner stockkonservativen Positionen fest, der neue Papst sein wie der einmal ein „alter Sack.“
Der neue alte Sack, der künftig unter dem Künstlernamen Franziskus auftreten wird, hat, so ist zu hören, als er noch Jorge Bergoglio hieß und Erzbischof von Buenos Aires war, gegen die Ehe von Lesben und Schwulen („Plan des Teufels“) und die Adoption von Kindern durch gleichgeschlechtliche Paare („Kindesmissbrauch“) gekämpft. Noch früher soll er als Leiter der argentinischen Jesuiten ein enges Verhältnis zur Militärjunta (das waren jene Freaks, die auch die Falklands heimholten wollten) unterhalten haben.
Gut geschrieben.
Leider erschien dieser Artikel in der „taz“, also nur in homöopathischer Auflage, weil unterhalb der Wahrnehmungsschwelle der Masse des Urnenpöbels.
Hier helfen allerdings die völlig lernunfähigen Katholiban weiter, die offenbar auch nach der blamablen Klage Ratzis gegen die Titanic kein bißchen dazugelernt haben.
Satt zu hoffen, daß die Papstkritik von möglichst wenigen Menschen gelesen wird, machen sie ein Affentheater und verhelfen dem Yücel-Artikel zu maximaler Aufmerksamkeit indem sie sich beleidigt aufführen und pressefreiheitswidrig mit dem Zensurfinger wedeln. Mit Schaum vorm Mund verbreiten sie den Link zur taz.
Doof, doofer, Christ.
Das Zentralkomitee der deutschen Katholiken (ZdK) hat gegen Schmähungen des Papstes in der Tageszeitung "taz" protestiert. Wie die deutsche katholische Nachrichtenagentur KNA berichtet, erklärte ZdK-Präsident Alois Glück am Montagabend in Bonn, gerade von einer Zeitung, die für sich in Anspruch nehme, für Offenheit und Respekt einzutreten, erwarte er einen anderen Stil. Respekt gegenüber den Religionsgemeinschaften und den Kirchen müsse man gerade auch in einer säkularen und offenen Gesellschaft pflegen, die vom gegenseitigen Respekt vor den Überzeugungen des jeweils anderen lebt, heißt es in einem Brief Glücks an die Chefredakteurin der taz, Ines Pohl.

[…]   Glück betonte, der Artikel verletze nicht nur die Würde der angesprochenen Personen, sondern auch die Gefühle und Wertvorstellungen vieler Menschen, die in der katholischen Kirche zu Hause seien und für die der Respekt vor dem Amt des Papstes und der Person des Amtsinhabers ein wichtiger Bestandteil ihres Glaubens sei. […] Der Artikel habe nach seiner Auffassung aber mit unabhängigem und kritischem Journalismus nichts gemein.
Getroffene Hunde bellen.
Ob es Glück wohl auch schon dämmert, daß wieder ein konservativer alter Sack Papst geworden ist?

Für Bergoglio selbst gelten die Regeln des Anstands, die das ZdK von der „taz“ fordert übrigens nicht. 
Franziskus hat bereits an seinem zweiten Amtstag die Majorität der Menschen bezichtigt den Teufel anzubeten.
Während kritische Katholiken wie Heiner Geißler oder Hans Küng noch vor Begeisterung über den Jesuiten Franziskus jubeln, nordet der uns schon mal ein und erklärt mir am zweiten Tag seines Pontifikats, daß ich den Teufel anbete. Der Unfehlbare bezichtigt mich des Satanismus.
"Wer nicht zum Herrn betet, betet zum Teufel"
[…] "Wenn der Mensch nicht geht, bleibt er stehen", predigte er. "Wenn man nicht auf die Felsen baut, was passiert dann? Das, was Kindern passiert, die am Strand spielen und Sandburgen bauen. Irgendwann fällt alles ein - ohne Festigkeit. Wenn sich der Mensch nicht zu Jesus Christus bekennt, geschieht, was wir bei Leon Bloy lesen: Wer nicht zum Herrn betet, betet zum Teufel. Wer sich nicht zu Christus bekennt, gibt die Welt der Weltlichkeit des Teufels anheim."
Wie nett. 
Da haben wir ihn wieder in Reinkultur, den stinkenden Kern jeder Religion:
 „Wir sind besser als Ihr. Ihr seid Dreck und deswegen dürfen wir mit Euch machen, was wir wollen!“
Ein extrem ungezogenes und meine Gefühle beleidigendes Flegel-Verhalten.

Ich verlange eine Entschuldigung vom Papst. 

Oder zumindest eine stellvertretende Entschuldigung von Alois Glück.