Sonntag, 24. März 2013

Frauen – Nein Danke!



Rückblende.
 Vor über einem Vierteljahrhundert saß ich in meiner allerletzten Schulstunde. Es saß der Deutsch-LK bei einem kümmerlichen Frühstück zusammen. Die menschlich etwas verhaltene und unnahbare, aber fachlich brillante Lehrerin hatte dieses Frühstück vorgeschlagen. Der Einfachheit halber sollte jeder seine „Bemme“ selbst mitbringen. (Bemme - diesen grässlichen Ausdruck hörte ich damals zum ersten Mal und bedauerlicherweise gelang es mir niemals dieses ekelhafte Wort zu vergessen).
Natürlich waren bis auf die Lehrerin alle zu faul dazu und saßen bei einem Kaffee stumpf um sie herum, während sie ihre Bemmen aß.
Die unvermeidliche Frage was wir denn nun vorhätten, folgte wie die Strafe auf dem Fuße. Reihum erklärten wir unsere Zukunftspläne.
Heute erinnere ich mich nur noch an einmal „Schauspielschule“ und einmal „Bundeswehr – 12 Jahre verpflichtet“ des Deppen des Kurses, Sebastian, des Schlacks, dessen Körpergröße auf Kosten des Hirnes ausgebildet wurde. 
Kinder sind fies und lästern über körperliche Besonderheiten. Aber Sebastian sah auch zu komisch aus mit seinen rotblonden Haaren, den abstehende Ohren und den viel zu kleinen Füßen, die durch seine Angewohnheit quasi auf Zehenspitzen zu laufen, noch winziger wirkten.
 Ein Typ weit über 1,90, der aber nicht die Fersen aufsetzte und dadurch stets federnd durch die Gänge ging.
Er war einer der ganz, ganz wenigen der Schule, der ein eigenes Auto besaß und zu unser aller Überraschung mit enormer Mühe so gerade eben das Abi bestanden hatte. Im angeblichen „Laberfach“ Deutsch hatte er am Ende vier Punkte bekommen und das war schon eine seiner besten Noten.
„12 Jahre verpflichten“ war damals für mich das Abartigste, das ich mir vorstellen konnte und so sprachen wir noch länger über Sebastians Ankündigung. Ein anderer Mitschüler klärte mich später auf, daß einem der Junge im VW-Golf leidtun müsse. Er habe gar keine andere Wahl, da sein unglaublich strenger Vater sein einziges Kind mit Gewalt dazu dränge einmal seine gut gehende Zahnarztpraxis zu übernehmen und mit dem NC hätte er nie einen Studienplatz an einer normalen Uni bekommen.
Vor einigen Jahren habe ich übrigens festgestellt, daß dieser Plan funktioniert hat – Sebastian ist tatsächlich promovierter Dentist, hat die Praxis übernommen und einen Haufen Kinder in die Welt gesetzt. 

Die Dritte, die ich erinnere war natürlich meine beste Freundin, die notorisch unausgeschlafen und übellaunig verkündete „Ich will Kapitän werden!“
Das haute der Lehrerin glatt die Bemme aus dem Maul – vor Verblüffung spuckte sie einen halbzerkauten Brei aus Salami und Käse über ihr Pult, hustete und brach schließlich in einen Begeisterungssturm aus. 
So habe sie sich das gewünscht, daß ihre Schülerinnen zu selbstbewußten Frauen würden und sich keine Grenzen setzten.
Man sprach noch lange über diesen „Ich will Kapitän werden“-Ausspruch. Typisch für diese Deern. Aber ernst genommen hatte es natürlich niemand.
Das war einfach zu absurd. Frauen in der Seefahrt und dann auch noch Kapitän! Welcher Reeder würde schon eine Frau ausbilden?

Und das ist das eigentlich Erstaunliche, wenn ich an meine Jugendzeit zurück denke.
 Einige damals als unabänderlich und nicht hinterfragten Regeln gelten nicht mehr.
Ich wuchs noch in einer Welt auf, in der selbstverständlich viele Berufe reine Männerdomänen waren. Bischöfinnen oder Kanzlerinnen oder Seefahrerinnen gab es genauso wenig wie Stabhochspringerinnen oder Eishockeyspielerinnen.
Der so vergeblich wirkende Satz „ich will Kapitän werden!“ war das erste Mal, daß mir diese Ungerechtigkeit so richtig bewußt wurde. 
Vorher war es mir einfach nicht in den Sinn gekommen, die Frage zu stellen, ob eine Frau Kanzlerin werden könne.
Das war ebenso abwegig, wie die Vorstellung, daß zwei Männer heiraten oder einer Schwuler Außenminister sein könnte.
A posteriori bin ich selbst verblüfft, wie viel sich in dem Vierteljahrhundert geändert hat.
1992 wurde mit Maria Jepsen in HAMBURG weltweit die erste Frau Bischöfin und die konservativen Evangelen haben sich heftig dagegen gewehrt.
Vielleicht ist Hamburg aber ein gutes Pflaster für Pionierfrauen.
Die Wahl-Hamburgerin Marion Gräfin Dönhoff wurde 1968 Chefredakteurin der ZEIT und brach in eine totale Männerdomäne ein. 
Die in Hamburg geborene Angela Merkel wurde erste CDU-Vorsitzende und erste Bundeskanzlerin.
Heute können Frauen fast alle Berufe ergreifen. 
Natürlich verdienen sie etwas weniger und es gibt auch noch reine Männerclubs – Chefetagen von DAX-Unternehmen zum Beispiel. 
Frauen werden auch in Deutschland üblicherweise nicht mit den „klassischen Ministerien“ betraut. Noch nie war eine Frau Verteidigungs-, Innen- oder Finanzministerin.
Nach wie vor werden ihnen die „Gedöns“-Ressorts eher zugetraut.

Meine Schulfreundin erlebte übrigens am eigenen Leib das wirtschaftliche Umdenken. 
Sie studierte etwas ganz anderes, schloß mit der Auszeichnung für die beste Diplomarbeit des Jahres ab.
Diese Seefahrtidee ließ sie aber nie los und so warf sei eines Tages alles hin und begann in Travemünde eine Ausbildung als Schiffsmechanikerin. 
Natürlich als erste Frau.
 Ihre Mitschüler empfingen sie grölend und der Lehrer nannte sie ein Jahr lang bei jeder Gelegenheit „Schlitzmatrose“.
Richtig schwierig wurde es Praktikumsplätze auf Containerschiffen zu bekommen. Die Reeder winken fast alle ab. Sie hätten persönlich gar nichts gegen Frauen, aber wenn sie das erlaubten, würden ihre Mannschaften rebellieren.
Ähnlich sah es beim anschließenden Nautikstudium aus.
 Ja, theoretisch könnten Frauen das auch, aber die Praxis im harten Bordalltag wäre schon noch etwas ganz anderes.
Es kostete enorme Mühe und viele Tricks nach Abschluß des Studiums tatsächlich als „Dritter“ (3. Offizier) eine feste Anstellung bei einer Reederei zu bekommen.
Nachdem sie aber einmal als normale Offizierin gefahren war, setzte ein Wandel ein. Alle Offiziere bekommen ein Zeugnis vom Kapitän und bald stellte der Reeder fest, daß ihre Zeugnisse immer die besten waren.
Eigentlich wenig verwunderlich, denn als Frau in einem derartigen Männerberuf muß man besser als die anderen sein.
 Den Reedern fiel bald auf, daß in ihrem Verantwortungsbereich nicht andauernd die kleinen Katastrophen passierten, die in der unter extremen Zeit- und Gelddruck stehenden Schifffahrt üblich sind.
Sie stieg rasant auf und mußte am Ende den Seniorchef ihrer Reederei sogar einmal stoppen, als er ihr gleich ein eigenes Schiff geben wollte.
Als sie schließlich das erste mal als Kapitänin nach Singapur flog, um einen Containerriesen zu übernehmen, saß im Flugzeug neben ihr ein Mädchen, das frisch von der Uni kam und ihre vierte Offizierin sein würde. 
Das erste mal, daß sie an Bord eine zweite Frau traf. 
Und was für ein Unterschied muß es für die Berufsanfängerin gewesen sein, als Frau auf ein Schiff zu kommen, auf dem die oberste Chefin auch eine Frau ist.
Da wird die grundlegende Frage, ob eine Frau überhaupt geeignet sein kann Offizierin zu sein, natürlich nicht mehr gestellt.
So ein Glück, daß jemand anderes schon den Kampf ausgefochten hat.
Vor ein paar Jahren las ich in einer Zeitung, es gäbe in Deutschland nun schon fünf Kapitäninnen. Tendenz stark steigend, da inzwischen viel mehr Frauen Nautik studieren. 
Begünstigt durch eine Regeländerung. Die Schiffsmechaniker-Ausbildung als Zulassungs-Voraussetzung ist abgeschafft. Bei den Schiffsmechanikern herrscht nämlich noch ein deutlich rüderer Umgangston, als im Nautikstudium.

Die Reeder sind keineswegs über Nacht zu Alice-Schwarzer-Anhängern geworden.
 Sie folgten schlicht und ergreifend einer wirtschaftlichen Not, weil ihnen im Containerboom der Nachwuchs ausging. Helmut Kohl hatte Schiffsbeteiligungen zu einem lukrativen Steuermodell gemacht und so ließen die reichen Hamburger Reeder ein Schiff nach dem nächsten bauen.
Der gewaltige Warenausstoß aus China mußte bewältigt werden. 
Immer mehr und immer größere Containerriesen fuhren zwischen Europa und Asien hin und her. Irgendeiner muß die Dinger ja steuern.
Bezeichnenderweise scheinen Frauen in Männerberufe weniger aus Überzeugung aufgenommen werden, sondern eher der Not gehorchend.
So stieg 2000 auch Merkel zur Chefin der CDU auf. Es war keine Alternative mehr da und einer mußte die marode im Spendensumpf versinkende Partei ja führen.
Das bedeutete aber noch lange nicht, daß konservative Politiker Frauen in ihren Reihen schätzen. Zumindest noch nicht im Jahr 2000.

Frauen sind eher Notnagel. 

Aber man mag sie nicht wirklich.

Besonders interessant ist ein Blick auf die beiden mit Abstand bevölkerungsreichsten Länder des Planeten: China und Indien, die mit 1,4 bzw 1,3 deutlich über eine Milliarde Einwohner haben. Mit weitem Abstand folgt auf Platz drei die USA mit gut 300 Millionen Menschen.
Bei so vielen Menschen gibt es eine Menge Frauen.
 Üblicherweise deutlich mehr als 50%, weil Frauen gesundheitlich robuster sind und eine rund sieben Jahre längere Lebenserwartung haben.
Insgesamt sind gute 51% der Deutschen Frauen.
Gäbe es in Indien und China ein ähnliches Geschlechterverhältnis, müßten jeweils rund 30 Millionen Frauen „übrig“ sein.
Tatsächlich gibt es in beiden Ländern aber einen deutlichen Männerüberschuß, der nicht biologisch, sondern kulturell begründet ist.
 
Man mag einfach Jungs lieber.
Der Demografieexperte Christopher Guilmoto vom Pariser Forschungsinstitut für Entwicklung (IRD) hat ausgerechnet, dass selektive Abtreibungen und Kindesmorde allein in Asien 117 Millionen Frauenleben gekostet hätten. Ein UN-Bericht aus dem Jahr 2010 macht allein China und Indien für 85 Millionen verhinderte Frauenleben verantwortlich, mitten im dortigen Wirtschaftsboom. Indische und chinesische Forscher räumen, nachdem sie lange geschwiegen haben, diese Entwicklung mittlerweile selbst ein. Die Chinesische Akademie der Sozialwissenschaften ließ errechnen, dass im Jahr 2020 in China 30 bis 40 Millionen Frauen im Alter von 10 bis 29 Jahren fehlen würden. Indische Forscher entnahmen den Volkszählungen der letzten 20 Jahre, dass in Indien bis zu zwölf Millionen ungeborene Mädchen zwischen 1991 und 2011 durch selektive Abtreibung getötet wurden.

Dieses Wissen aber führte bisher weder in China und Indien noch im Westen zu einem Aufschrei. »Über unsere Mädchen fegt ein tödlicher Tsunami, wir erleben einen ethischen Zusammenbruch unserer Gesellschaft, aber niemand regt sich auf«, sagt die Kommissionsvorsitzende Sinha. Sie verlangt deshalb mehr Kritik, auch internationale.

Als Folge droht nach Ansicht einiger Experten noch in diesem Jahrhundert das größte Geschlechterungleichgewicht der Menschheitsgeschichte.
Bei der strikten Ein-Kind-Politik in China will man oftmals seine einzige Möglichkeit ein Kind zu haben, nicht an ein Mädchen verschwenden.
Die Lösung ist ganz einfach: Bei Schwangerschaften wird per Ultraschall das Geschlecht bestimmt und falls es sich um einen weiblichen Fötus handelt, wird es gleich abgetrieben. 
Weg damit. Und noch mal probieren. 
Notfalls so lange bis es ein Junge wird. Inzwischen sind Frauen richtig knapp geworden.
Entführungen von Frauen sind an der Tagesordnung. Sie werden gezwungen, Männer zu heiraten, die sie nicht kennen, sie werden geschlagen, vergewaltigt, gefügig gemacht, um Nachwuchs für eine fremde Sippe zu gebären. Diese Hölle auf Erden ist vor allem das Resultat der Ein-Kind-Politik in China, die ein massives Ungleichgewicht der Geschlechter verursacht hat. Es gibt einen millionenfachen Männerüberschuss, weil Mädchen abgetrieben oder als Säuglinge getötet werden.
Weibliche Föten sind in China aber noch gut dran, weil sie einfach abgetrieben werden und nicht als Geborene leiden müssen.
Ihren Geschlechtsgenossinnen in Indien geht es wesentlich schlechter, weil dort die medizinische Versorgung nicht so weit fortgeschritten ist, daß man überall vor der Geburt das Geschlecht bestimmen kann.
Mädchen werden geboren und später mies behandelt.
Getreu des indischen Mottos „Töchter sind wie Wasser in den Garten des Nachbarn zu gießen“ killt man sie anschließend. 
Man ersäuft oder verbrennt sie entweder gleich, oder läßt sie hungern, wenn das Essen nicht für alle Kinder reicht. 
Söhne sind wohlgenährt, Töchter oft abgemagert.
Man muß sie schnell loswerden. 
Das ist aber dadurch erschwert, daß Frauen generell als so minderwertig gelten, daß man hohe Mitgiften aufbringen muß, damit sie überhaupt einer nimmt.
Ehefrauen werden auch in der Familie oft nicht nur widerwillig akzeptiert, sondern geschlagen und ausgenutzt.
Interessanterweise gilt das auch für wesentlich ältere Frauen. 
Witwen gelten beispielsweise als völlig wertlose, nutzlose Esser. 
Sie werden von ihren eigenen Söhnen mit einem Tritt in den Arsch auf die Straße geschmissen.
Ich spreche nicht von Einzelfällen.
Gleichberechtigung gehört zum offiziellen Diskurs. Doch der täuscht, und Yadav weiß es genau, er kennt die Familie gut, hat sie oft besucht und das Miteinander beobachtet. »Sie haben ihrem Sohn immer mehr zu essen gegeben als ihren zwei Mädchen. Wenn Anchal oder ihre Schwester eine zweite Portion wollten, wurden sie von den Eltern weggeschubst. Doch der Junge bekam immer zweimal. Und natürlich gingen sie mit dem Jungen zum Arzt, wenn er krank war, und gaben ihm Medizin. Anchal dagegen hatte mehrmals Fieber, aber die Eltern gingen mit ihr nicht zum Arzt.« Dass Yadav die Wahrheit sagt, sieht man Anchals Familie auf den ersten Blick an: Der kräftige Vater, ein Ziegelei-Arbeiter, hält seinen gut genährten, dreijährigen Sohn im Arm und spricht mit lauter Stimme. Neben ihm steht stumm seine schüchterne Frau und wehrt beschämt die Umklammerungsversuche ihrer erstgeborenen Tochter ab. Sie geben ein typisches indisches Familienbild ab: Hier der gehegte Sohn, dort die lästige Tochter. Waren also die eigenen Eltern Anchals Totengräber? War es letztlich ein Mord am ungewollten Mädchen? Diese Fragen stellt sich Yadav in den darauffolgenden Tagen.

Für [die amerikanischen Professoren] Anderson und Ray ist Anchals Fall symbolkräftig. Die beiden Forscher kalkulieren, dass in Indien insgesamt 35 Millionen Frauen fehlen. In jedem Jahr sterben zwei Millionen Frauen mehr als Männer. Zwei Millionen, die eigentlich leben müssten, wenn es normal zuginge. Und ein Viertel davon, also eine halbe Million, stirbt bereits in der Kindheit – so wie Anchal. […] Das dafür gut belegte Beispiel war stets China mit seiner Ein-Kind-Politik, die viele Familien dazu verleitete, Mädchen abzutreiben, um nur ja noch einen Jungen zu gebären. Doch in Indien entdeckten Anderson und Ray etwas ganz anderes: »Hier geht es weniger um Abtreibungen als um lebenslange Diskriminierung als Todesursache«, sagt Anderson. Mit anderen Worten: In China kommen die fehlenden Frauen erst gar nicht auf die Welt. In Indien dagegen werden sie geboren und müssen qualvoll sterben. Den neuesten Erkenntnissen der Forscher zufolge sterben 25 Prozent der jährlich fehlenden Inderinnen in ihrer Kindheit, 18 Prozent im gebärfähigen Alter und 45 Prozent als ältere Frauen. Nur 12 Prozent gehen aufs Konto von selektiven Abtreibungen weiblicher Föten. […] Am furchtbarsten zeigt sich dies an einem für westliche Beobachter unvorstellbaren Brauch: Viele indische Familien glauben noch immer, das Recht zu haben, ihre eingeheiratete Schwiegertochter zu töten, wenn sie nicht genug Mitgift einbringt – indem sie die Braut verbrennen. Ray wird bei seiner Arbeit normalerweise nicht von Gefühlen übermannt. Einmal jedoch sei das anders gewesen, sagt er: Als Anderson und ihm klar geworden sei, dass in Indien mehr fehlende Frauen im Alter von 15 bis 29 Jahren aufgrund von äußeren Verletzungen sterben als aufgrund von Problemen mit Geburt und Schwangerschaft. Insgesamt kamen sie auf jährlich 225 000 mehr weibliche als männliche Todesopfer aufgrund von Verletzungen. Darunter vermuteten sie einen großen Anteil von Brautverbrennungen. »Auf einmal sprachen die kalten Statistiken zu uns«, sagt Ray. […] Von tödlicher Diskriminierung bedroht sind indische Frauen auch im Alter. Witwenverbrennung ist zwar heute abgeschafft, aber dessen ungeachtet, gelten Witwen immer noch als gesellschaftlich nutzlos. Sie werden von ihren Familien oft verstoßen und müssen als Einsiedlerinnen leben. Soziologen sprechen deshalb vom »sozialen Tod«, den Indiens 40 Millionen Witwen nach dem Ableben des Mannes erleiden. Rechtmäßiges Erbe wird ihnen entzogen. Niemand kümmert sich um ihre Krankenversorgung.
(DIE ZEIT No 13/2013)

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