Sonntag, 5. April 2026

Wichtige Männer.

Die Zeiten, in denen ich fast jede Nacht die CNN-Panels guckte, um über die Tiefen der US-Politik informiert zu sein, sind lange vorbei.

Die republikanischen Eigentümer haben den Sender gründlich nach rechts gedreht, die liberalen Moderatoren gefeuert.

Abby Philip und Laura Coates platzieren zwar immer noch gern mal eine „linke“ Person in ihren Runden (Adam Mockler zum Beispiel), aber das false balancing nimmt längst groteske Züge an. Konservative Meinungen sind völlig in Ordnung und sollen ihren Platz haben. Aber die Trumpisten vertreten eben keine Meinungen, sondern lügen ungeniert. Mockler und Co halten dagegen, indem sie die Fakten richtig stellen, aber die Lügen werden verdrossen in enormer Quantität wiederholt, daß Fakten am Ende nur wie eine Meinung unter vielen wirken.

Es ist eben journalistisch nicht in Ordnung, eine Sendung zur Position der Erde im Sonnensystem zu machen und das Panel dazu mit zwei Geozentristen und zwei Heliozentristen zu besetzen, die jeweils genau gleich viel Redezeit bekommen.

In der bizarren Welt der US-Newssender vergeht keine monothematische Analystenrunde, in der nicht der Moderator zwischendurch Tapes mit Trump-Aussagen abspielt, oder seine „Truth Social“-rants verlesen werden.

Was soll man aber damit anfangen? Die einen lachen ihn aus, die anderen korrigieren die Lügen, die nächsten weisen auf die eklatanten Widersprüche zu vorherigen Trump-Aussagen hin. Aktive GOP-Politiker haben eine sagenhafte Unterwürfigkeit entwickelt und lobpreisen jeden Trump-Unsinn, so hanebüchen er auch ist. Weil sie natürlich wissen, unter Beobachtung der Dark-MAGAs zu stehen, die auch kleinste ideologische Abweichungen vom Orangen Messias bestrafen. Es tut körperlich weh, US-Senatoren dabei zu beobachten, wie sie sich winden und verbiegen, um Trump zu gefallen.

 Am einfachsten haben es noch konservative Renegaten und Ex-Politiker, die grinsend und achselzuckend in den Panels sitzen und den Wahnsinn mit „wir kennen doch alle Trump“ oder „so ist er eben“ abtun.

Für einen Zuschauer, der etwas über die ökonomische Entwicklung der USA oder den Fortgang des Iran-Krieges erfahren möchte, enthält die Beschäftigung mit Trump-Aussagen keinerlei Erkenntniswert. Der Mann ist a) vollkommen verblödet und lügt b) sowieso immer.

Aus journalistischer Sicht, sollte man Trump-Aussagen genau wie Geozentristen oder Flacherdler behandeln: Sie haben in seriösen Formaten keinen Platz. Trump findet aber doch immer statt, weil sein Irrsinn Einschaltquote bringt und weil er nun einmal der mächtigste Mann der Welt, US-Präsident und Oberbefehlshaber der stärksten Armee ist. Es ist ein Dilemma. Sein intellektuelles Niveau ist so katastrophal, daß man ihn nicht senden darf. Aber seine politische Bedeutung ist so enorm, daß man ihn auch nicht nicht senden kann. Man sollte nicht über ihn berichten, um Schaden vom Volk abzuwenden. Man muss aber über ihn berichten, weil das Volk sich bereits dafür entschieden hat, von diesem Mann ins Elend geführt werden zu wollen.

Wir kennen das in abgeschwächter Form von Friedrich Merz, der ökonomisch immer irrlichterte und Hass auf Minderheiten säte. So ein Typ sollte gar keine Sendezeit bekommen. Er wurde aber demokratisch zum Kanzler gewählt und ist nun Regierungschef der drittgrößten Industrienation der Welt. Nun muss man über ihn schreiben, ihm zuhören, von ihm berichten. Auch, wenn er das Erwartbare tut: Nämlich Deutschland in jeder Hinsicht massiv zu schaden und man ihm besser keine Aufmerksamkeit schenkte.

Zumal Merz, auch in dieser Hinsicht Trump nicht unähnlich, unüberlegt drauf los plappert, oftmals gar nicht so genau weiß, was er sagt, anschließend über die Aufregung verwundert ist und seine Chronies tagelang mit Schadensbegrenzung beschäftigt sind.

Man muss Trump und Merz ignorieren.

Man kann Trump und Merz nicht ignorieren.

Aber wieso müssen Nachrichtenmagazine und Newssender eigentlich seit Jahrzehnten immer und immer wieder die völlig irrelevanten Appelle der internationalen Kleriker-Elite multiplizieren? Die Gebete und Ansprachen zur Beendigung von Hunger und Krieg, kommen zu den Feiertagen buchstäblich so sicher, wie das „Amen in der Kirche“ und sind ebenso sinnlos. Die beklagten Kriege und Hungersnöte sind fast immer wesentlich von Anhängern der Christlichen Kirchen, ja, sogar von ihren ausgesprochenen Protegés, wie Putin und Trump, verursacht. Die beklagten Kriege und Hungersnöte werden niemals durch Papst-Worte beendet.

[…] Schon in seiner Predigt hatte er das Thema Tod, Gewalt und Kriege angesprochen - auch seine Osterbotschaft war ein einziger Appell für den Frieden:

    Wer Waffen in der Hand hält, lege sie nieder. Wer die Macht hat, Kriege zu beginnen, entscheide sich für den Frieden. Nicht für einen Frieden, der mit Gewalt erzwungen wird, sondern durch Dialog. Nicht mit dem Willen, den anderen zu beherrschen, sondern ihm zu begegnen.

    Papst Leo XIV. […]

Der Papst sprach in seiner Osterbotschaft auch von der Kraft der Liebe, die der Menschheit Frieden bringe - und gewaltfrei sei. "Wir sind gerade dabei, uns an die Gewalt zu gewöhnen, wir finden uns damit ab und werden gleichgültig", so Leo. "Gleichgültig gegenüber dem Tod Tausender Menschen. Gleichgültig gegenüber den Folgen von Hass und Spaltung, welche die Konflikte nach sich ziehen. Gleichgültig gegenüber den wirtschaftlichen und sozialen Folgen, die sie verursachen und die wir doch alle spüren."  [….]

(Tagesschau, 05.04.2026)

Wo liegt der Nachrichtenwert, Tagesschau?

Was hätte Prevost denn sonst sagen sollen? „Krieg finde ich ganz geil, bombardiert mal ordentlich weiter, Putin, Trump und Netanjahu!“

Welche Wirkung haben Prevosts Sätze wohl auf Trump? Wird er selbstkritisch in sich gehen und zugeben, sich furchtbar geirrt zu haben, weil der Papst ihm ins Gewissen geredet hat?

Lasst es einfach, Nachrichtensender.  Oster- und Weihnachtsappelle der Religioten sind irrelevant und verlogen.

Meldet sie erst wieder, wenn der Papst das kirchliche Multimilliardenvermögen auflöst und an die Welthungerhilfe überweist. Wenn der Papst die widerlichen katholischen Hetzer und Kriegstreiber der GOP (Vance, Bannon, Gingrich uvam) exkommuniziert und die Trump-affinen Bischöfe absetzt.

Waffen segnen, Militärseelsorger stellen ist die Kernkompetenz der katholischen Kirche, Kardinal Marx!

[….] Der Münchner Kardinal Reinhard Marx hat den Missbrauch religiöser Sprache zur Rechtfertigung von Krieg und Gewalt scharf verurteilt. In seiner Predigt am Ostersonntag kritisierte der Erzbischof insbesondere Äußerungen von US-Verteidigungsminister Pete Hegseth (der sich selbst Kriegsminister nennt).

Es sei eine »schamlose Gotteslästerung«, wenn dafür gebetet werde, dass im Kontext eines Krieges – etwa in Iran – jede Kugel ihr Ziel treffe, sagte Marx in München. Religion dürfe nicht instrumentalisiert werden, um Gewalt zu legitimieren.

Zugleich wandte sich der Kardinal gegen entsprechende Aussagen aus Russland. Auch die Bezeichnung des Angriffskriegs gegen die Ukraine als »heiliger Krieg« durch den Moskauer Patriarchen Kirill I. kritisierte Marx deutlich. Der Geistliche mahnte, religiöse Überzeugungen dürften niemals zur Rechtfertigung von Krieg missbraucht werden. [….]

(SPON, 05.04.2026)

„Gott will es“ stand auf den Koppelschlössern der deutschen Nazi-Soldaten. Kardinal Bertram ließ ein offizielles Totenrequiem für den Selbstmörder  und Katholiken Hitler halten.

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