Samstag, 12. April 2014

Toleranz



Zum Ärger der Studenten der Rheinischen Friedrich-Wilhelms-Universität Bonn veröffentlichte der Inhaber des Lehrstuhls für Öffentliches Recht, Prof. Dr. Christian Hillgruber einen Artikel in der Frankfurter Allgemeinen Zeitung, in dem er gewissermaßen für Toleranz der Intoleranz warb.
Ja, es sei richtig, daß Homosexuelle für ihre Rechte gekämpft hätten und diese nun auch erhielten, aber diejenigen, die das falsch fänden, dürften nicht pauschal als „homophob“ diffamiert werden und sollten auch ihre Meinung frei aussprechen dürfen.
Die Homo-Lobby sei inzwischen Mehrheitsmeinung und drohe die Minderheit der Homo-Kritiker mundtot zu machen. Es sei das Recht und die Freiheit der Schwulenfeinde so zu denken und sich so zu äußern.

Es drängt sich das umgekehrte Tu-Quoque-Argument auf. Würde Hillgruber auch so argumentieren, wenn jemand öffentlich forderte Juden oder Schwarzen dieselben Rechte wie weißen Christen zu entziehen?

Die Gegenrede hatte unter anderem David Berger schon vor einem Jahr öffentlich formuliert, als er dafür warb „Homohasser“ nicht mehr in Talkshows einzuladen.
Ein nicht vom Tisch zu wischendes Kernargument lautet, öffentliche Homophobie mache diese Haltung wieder hoffähig und ermuntere einige Menschen dazu gewalttätig zu werden. Das konnte man 2013 in Frankreich erleben.

Seitdem die Gegner der Eheöffnung sprachlich deutlich aufgerüstet haben, andauernd demonstrieren und ihr Anliegen in Talkshows und Nachrichtensendungen bringen, sind die homophoben Übergriffe dort um mehr als 30 Prozent angestiegen. Homo-Aktivisten konstatieren einen direkten Zusammenhang zwischen der aggressiven Sprache der Gleichstellungsgegner und der Zunahme auch körperlicher Gewalt gegen Homosexuelle. Dass der Erzbischof von Paris jüngst davon sprach, dass die Öffnung der Ehe für Schwule und Lesben zu einer "gewalttätigen Gesellschaft" führe, vervollständigt dieses Bild noch auf ganz delikate Weise.

Genau da endet die Freiheit des einzelnen – wenn sie andere physisch schädigt.

In dieser Debatte ist eigentlich alles gesagt, so daß ich nicht auf weitere Aspekte eingehen will.

Prof. Hillgrubers Argumentation ist aber nicht in Bausch und Bogen abzulehnen.
Denn tatsächlich gibt es de-facto-Einschränkungen der Meinungsfreiheit, die NICHT zu akzeptieren sind.

Als Nichtjurist finde ich alle Paragraphen, die sich mit der Einschränkung der Meinungsfreiheit befassen, sehr problematisch.

Es gibt Menschen, wie den Christen des Tages Nr. 62, Robert Spaemann, die den Krüppelparagraphen 166 StGB sogar noch verschärfen wollen. Die Argumentation nachzuvollziehen gelingt aber nur, wenn man sich vorher einer Lobotomie unterzogen hat.

Wenn ich Prof. Hillgruber richtig verstehe, beklagt er aber eine gesellschaftliche, beziehungsweise „zeitgeistige“ Lust am Tabuisieren und strebt keine Gesetzesänderungen an.

Ob man behaupten dürfen soll, den Holocaust habe es nie gegeben, Schwule dürften keinen Sex praktizieren oder Gott ist doof, ist tatsächlich keine ganz simple Frage.

Ich frage mich allerdings weshalb sich die Tabuisierungsdiskussion immer um dieselben Punkte dreht.
Denn es gibt in unserer Gesellschaft zweifellos noch viel mehr verdrängte Themen, die öffentlich nicht besprochen werden.

Da gibt es beispielsweise die entsetzlich grausame Tatsache, daß Deutschland tausende unschuldige Menschen überfallartig von ihren Familien separiert und in Abschiebehaft zwischen Kriminellen hält. Ein menschenrechtswidriger Skandal erster Güte, der gelegentlich noch ein i-Tüpfelchen aufgesetzt bekommt, indem beispielsweise bayerische RK-Mitarbeiter zu deportierende Kinder außerdem noch verhöhnen.

Es gibt auch politische Tabus, die in stiller Übereinkunft eingehalten werden.
Die Parteien drücken sich beispielsweise darum endlich zu regeln wer darüber entscheidet, ob ein von Terroristen entführtes Flugzeug, welches auf ein deutsches Kernkraftwerk zusteuert, abgeschossen werden darf.

Schäuble und Co weigern sich auch die dringend gebotene Einkommenssteuerreform (Stichworte „kalte Progression“ und Schlechterstellung von Arbeitseinkommen gegenüber Kapitaleinkünften) anzufassen und das höchst ungerechte Mehrwertsteuerchaos wird einfach von den Bundestagsparteien totgeschwiegen.
Niemand denkt daran etwas zu unternehmen, daß 7-8 Millionen funktionelle Analphabeten in den Deutschland lesen und schreiben lernen.
Auch die Millionen menschenunwürdig „gehaltenen“ Pflegebedürftigen wissen sicher, daß sie aus Berlin keine Hilfe erwarten dürfen.

Es gibt aber auch publizistische Tabus. Das konnte jeder erleben, der einen Medienshitstorm erntete, weil er versuchte sich in Putins Krimpolitik hineinzudenken.
Die deutsche veröffentlichte Meinung ist einheitlich gegen Putin und für die faschistoid durchsetzen antirussischen Politiker der Kiewer Übergangsregierung.

Es gibt aber auch Tabus in meiner unmittelbaren gesellschaftlichen Umgebung, die mich in den Wahnsinn treiben.
So gibt es beispielsweise ein großes Patrizierhaus, in dem ich regelmäßig zu tun habe. Keine der Wohnungen ist kleiner als 250 m2 und vor der Tür stehen Oberklasse- und Sportwagen.
Dort wohnen unter anderem zwei junge Familien, die das Treppenhaus mit Myriaden von Kinderkarren, Rollern, Bobbycars etc vollstellen. Das bringt die anderen Bewohner zur Weißglut, weil man kaum noch durchkommt und keiner einsehen kann, daß man bei einer solchen Wohnungsgröße seine Kinderwagen nicht INNEN unterbringen kann.
Aber man legt sich nicht mit jungen Müttern an, weil es tabuisiert ist, eine Äußerung zu tun, die auch nur im entferntesten Sinne als kinderfeindlich eingestuft werden könnte.
Ich selbst bin von dem Kinderspielplatz gegenüber meiner Wohnung leidgeprüft. Eigentlich sind alle in meinem Haus von der Lärmbelästigung regelrecht mürbe, aber niemand traut sich einzuschreiten, weil man sofort den geballten Hass der Berufsmütter auf sich zöge. Vermutlich wäre morgen die „MoPo“ da, würde einen abphotographieren und dann als „hier wohnen die Kinderhasser“ an den öffentlichen Pranger stellen.
Überhaupt ist Ärger mit jungen Müttern und Familien ein tabuisiertes Thema.
Eine Freundin von mir hat vor einigen Jahren als Experiment die Wahlkampfveranstaltungen von SPD, CDU, FDP und Grünen besucht. Alle versprachen Familien und Kinder finanziell besser zu stellen.
Sie stellte dann immer die Frage, wer eigentlich gedenke für sie als Single steuerliche Verbesserungen einzuführen. Immerhin sitzt man als Einzelhaushalt auf erheblich höheren Kosten pro Person als jede Familie und muß dazu noch Schulen, Kitas und Unis mitfinanzieren; also Leistungen, die man selbst nie in Anspruch nimmt.
Aber für das Klientel gibt es keine Partei. Auch das ist tabuisiert. Niemand möchte etwas für Singles tun. Singles werden höchstens bedauert. Als arme unglückliche Leute, die keinen Partner abbekommen. Daß jemand gerne und freiwillig so lebt, ist ein fremder Gedanke in der Öffentlichkeit.

Und dann mein meistgehasstes Tabu: Hunde in der Stadt.
Hunde kacken mir unter den Schuh, bewerfen mich mit ihren allergenen Haaren und sabbern meine Rockschöße voll.
Ca 50.000 Hundebisse werden jedes Jahr in Deutschland den Versicherungen gemeldet. Die Dunkelziffer ist sicherlich um ein Vielfaches höher.

Zugegeben, wann immer ich einen Hund, der kläffend in einen 4-Quadratmeterkiosk gezerrt wurde, in dem ich auch gerade verweilte, freundlich bat doch bitte draußen zu warten, reagierte er durchaus wohlwollend.
Das kann man aber nicht von seinen Frauchen/Herrchen sagen.
Wenn die auch nur die leiseste Kritik an ihrem Viech wittern, wechseln sie in den Furien-Modus und tun so, als ob man gerade einen Völkermord angekündigt hätte.

Hundebesitzer sind so von sich überzeugt, daß sie noch nicht mal Satire ertragen und mit sprungbereiter Feindschaft auf jeden Witz reagieren.

Die jetzt vorliegende Zeitschrift „Kot und Köter“ zeigt deutlich wie Hundebesitzer ticken.

Im August 1992 beantragte der Hamburger Journalist Wulf Beleites – nach Vorgesprächen mit einigen Kollegen – Titelschutz für das Zeitschriften-Projekt Kot & Köter. Keiner der Beteiligten hat zu dem Zeitpunkt geahnt, dass allein die Option auf ein mögliches Anti-Hunde-Periodikum derart heftige Reaktionen auslösen würde. Gleich nach Erscheinen der formal korrekten Titelschutzanzeige meldeten sich zahlreiche Vertreter aller Medien, um Näheres über das ungewöhnliche „Kampfblatt“ in Erfahrung zu bringen, so dass die erste improvisierte Redaktionskonferenz fast zwangsläufig vor laufender Kamera stattfand.
Die Resonanz auf die umfangreiche Berichterstattung keinen Platz für Zwischentöne, sondern kannte nur zwei Positionen: Auf der einen Seite gab es den erwarteten Aufschrei der Hundehalter, welcher in einer kuriosen Steckbriefaktionen gipfelte – „Diese Herren haben neue Kochrezepte auch für Ihren Hund!“.
Auf der anderen Seite meldete sich eine nicht minder große Gruppe von Sympathisanten, die sich ebenfalls nicht länger mit der Phrase „Der tut nichts!“ abspeisen lassen wollten.

Dabei ist die mehr oder weniger vorhandene Witzigkeit der Artikel fast irrelevant. Viel interessanter sind die Hassreaktionen, die das hervorruft.

Prügel-Drohung gegen „Hundehasser“
Das Thema Hund schürt Emotionen. Von grenzenloser Liebe für die süßen kleinen Wauwis – bis hin zu Hass auf die kackenden und beißenden Köter. Der Hamburger Journalist Wulf Beleites (66) musste also wissen, worauf er sich einlässt. Noch bevor er am Freitag seine Hundefeinde-Zeitschrift „Kot & Köter“ in der Schanze vorstellte, hagelte es angeblich Prügel-Drohungen.
„Satirisch, bissig, realistisch“ wolle man sein, sagt Beleites. Übertreiben wolle man, „weil nur mit Übertreibung die Realität sichtbar wird, die Missstände aufgezeichnet werden“. Entsprechend bizarr die Themen des ersten Heftes. Ein Autor schreibt über seinen Ekel vor der Rasse Mops. Ein anderer erklärt das „Nuttenpudel-Phänomen“: Pudel als klassisches Accessoire für Prostituierte. […]
Das finden manche lustig, sie gratulieren und wünschen viel Erfolg. Andere sind auf Zinne. „Ich bekomme auch Drohungen von Leuten, die sich durch die Zeitschrift angegriffen fühlen“, sagte Beleites. „Trinkst bald aus der Schnabeltasse“, schrieb angeblich einer, „Schade, dass du so weit weg wohnst von mir, ich wäre dich zu gern mit meinen beiden Hunden besuchen gekommen und hätte die erst mal schön in den Garten oder in deine Wohnung scheißen lassen“ ein anderer.

Prof Hillgruber, bitte schreiten Sie sofort ein. Ich fühle mich in meiner Freiheit eingeschränkt Stadthundehalter nicht zu mögen!!!









Freitag, 11. April 2014

Das war nix.


So wie ich kein Gefühl mehr dafür habe wann eigentlich Schulferien sind, bekomme ich auch den Beginn oder das Ende von Semesterferien kaum noch mit.
Eigenartig, wenn man bedenkt wie sehr diese Daten früher einmal den Lebensrhythmus bestimmt haben.

Vor einigen Tagen unterhielt ich mich mit jemanden, der gerade anfing zu studieren; dabei wurde mir klar, daß ich buchstäblich im vorherigen Jahrtausend an der Uni war.
Endlose Stunden Rumgewühle und Suchen in zerfledderten Heftchen in der Fakultätsbibliothek. Und zu Hause dann nächtelang Protokolle geschrieben – mit der Hand.
Einen PC hatte ich noch nicht und daß es eines Tages so etwas wie eine „Googesuche“ geben könnte, war weit außerhalb des Vorstellbaren.

Nach meinem Vordiplom hatte ich neben den drei Hauptfächern die Wahl zwischen „BC“ und „TMC“.
Selbstverständlich belegte ich Biochemie; wer will schon dieses verfahrenstechnische Zeug bei der „technischen und makromolekularen Chemie“ haben?
Testweise hatte ich da immerhin mal reingehört und erinnere mich noch an meine erste TMC-Vorlesung, als es darum ging eine Milchverpackung wieder zu verwerten. Die berühmten Tetra-Paks, bzw Tetra-Briks, von denen jährlich fast 100 Milliarden Stück hergestellt werden, sind ein chemischer Alptraum.
Ein Verbundstoff, der aus mehreren Schichten Kunststoff, Aluminium, Kunststoff, Papier, Kunststoff besteht.
Man bekommt den Mist technisch nicht mehr auseinander – es sei denn, man wendet so viel Energie auf, daß es absolut unökologisch und unökonomisch wird.
Ich erinnere noch gut, wie sich der Professor darüber aufregte, solche Art Abfall mit Grünen Punkten zu versehen und als ökologisch zu bewerben – ganz so, als ob man sie einfach einschmelzen und wiederverwerten könnte.
Schon damals; Altglassammeln und Kompostieren waren noch ganz neu; hielt man im meiner Uni das Recylingsystem in Deutschland für eine rein pädagogische Maßnahme. Die Verbraucher trennen zwar ordentlich nach Weiß-, Grün- und Braunglas, auch wenn anschließend alles wieder zusammengeworfen wird.
Man dürfe das dem einfachen Bürger aber nicht sagen, denn sonst erlahme sein ökologischer Eifer sofort wieder.
Andere Baustellen damals in meinem Fachbereich waren das „Sonderforschungsprojekt ZISCH“ (Zentrale Immission Schwermetalle in die Nordsee. Es ging um die berühmt-berüchtigte Dünnsäureverklappung) und die elenden FCKWs, also die Fluor-Chlor-Kohlenwasserstoff-Treibgase in den Haarspraydosen, die das Ozonloch schufen.
Kaum zu glauben, aber die großen ökologischen Kampagnen von Greenpeace und Co können durchaus wirken. Heute wird nicht mehr industrielle Schwefelsäure einfach ins Meer gepumpt (jedenfalls nicht legal) und die Sprays, die man heute im Supermarkt kauft, sind entweder Pumpsprays, oder sie funktionieren mit Treibgasen, die nicht die physiologisch katastrophalen Halogenid-Kohlenstoff-Doppelbindung aufweisen – die kriegen menschliche Enzyme nämlich nicht mehr zerlegt. Deswegen sind Lindan (γ-Hexachlorcyclohexan, wirkt gegen Filzläuse), Hexachlorbenzol (Fungizid = „Pflanzenschutzmittel“), DDT (Dichlordiphenyltrichlorethan, Insektizid) oder „Dioxin“ (das Sevesogift, also polychloriertes Dibenzodioxin = 2,3,7,8-Tetrachlordibenzodioxin) so problematisch. Unsere Physiologie wird mit der künstlich geschaffenen C-Cl-Bindung nicht fertig und kann ein solches Molekül nicht abbauen.
Erstaunlich; der Homo Demens lernt manchmal doch dazu.
Ganz so sorglos werden diese Gifte nicht mehr produziert und verwendet.

Keinerlei Entwarnung gibt es bei den Milliarden Terta-Briks, die fröhlich weiter produziert werden, obwohl wir seit 1990 das „Duale System Deutschland“ (der Grüne Punkt) haben.
Ich wohne in einem Mietshaus, vor dem EINE große Mülltonne steht. So wie vor jedem Hauseingang meiner Straße.
Dabei wohne ich nicht irgendwo auf dem Land hinter Buxtehude, sondern mitten im Zentrum einer Millionenstadt.
Es gibt hier immer noch keine Gelben Tonnen und schon gar keine Altpapier- oder Altglastonnen.
Das konnte in der kurzen Zeit seit 1990 noch nicht realisiert werden. Ganz so schnell geht es eben nicht bei der Hamburger Stadtreinigung.
Dennoch zahle ich aber jedes Jahr ungefähr 50 Euro an die „Duales System Deutschland GmbH“ – seit 1991 also etwa 1.200 Euro, ohne daß ich je eine gelbe Tonne benutzt hätte.
Das System ist allerdings ohnehin komplett gescheitert. Auch wenn es bei mir so eine gelbe Mülltonne gäbe, wäre damit nicht der Umwelt geholfen.
Klaus Töpfers Baby ist eine Missgeburt.

23 Jahre nach seiner Gründung steckt das System in einer schweren Krise. Das hat mehrere Gründe. Auf immerhin einen können sich auch fast alle Beteiligten in der Debatte einigen: Immer mehr Unternehmen nutzen Schlupflöcher in der Verpackungsverordnung aus und drücken sich so um die Kosten für die gesetzlich vorgeschriebenen Entsorgung. Sie lizenzieren zu wenig ihrer Verpackungen für duale Systeme und geben stattdessen an, die Verpackungen selbst im Laden zurückzunehmen. Doch größtenteils landen diese dann daheim bei den Käufern in den Gelben Tonnen oder Säcken, weil es für die Kunden so natürlich bedeutend bequemer ist.
Nach Angaben des DSD betrifft dies jede zweite Verpackung. Der Geschäftsführende Gesellschafter, Michael Wiener, spricht daher von Trittbrettfahrern, die das System zerstörten. Bußgelder sind dennoch die Ausnahme - den für die Kontrollen zuständigen Bundesländern fehlt der Überblick in dem komplexen System.
[…] Es werden nicht weniger Verpackungen produziert - im Gegenteil. Mit 202 Kilogramm sei die Verpackungsmenge pro Kopf und Jahr in Deutschland die zweithöchste in Europa (nach Luxemburg), heißt es in einem neuen Gutachten im Auftrag des Verbandes kommunaler Unternehmen (VKU). Kunststoffverpackungen hätten in den vergangenen Jahren um 25 Prozent zugenommen. Offenbar legt der Kunde doch großen Wert auf aufwändige Verpackungen. Ebenso dürfte der Trend zu kleineren Portionen für Singlehaushalte den Verpackungsboom befeuert haben.




Donnerstag, 10. April 2014

Rant – Teil I


Ein prominenter FDP-Politiker, den ich nicht unnötig ehren möchte, indem ich seinen Namen erwähne, sagte vor einigen Jahren mal in einer Talkshow, Deutschland habe nicht das Problem, daß es zu wenig Kinder gebe, sondern daß die falschen Leute Kinder bekämen.
Die obligatorische alleinerziehende Mutter ohne Schulabschluß und mit fünf Kindern von fünf verschiedenen Männern war ebenfalls in der Runde zugegen und empörte sich gar sehr.
Ob er etwa entscheiden wolle, wer Kinder haben darf. Das erinnere aber an ganz dunkle Zeiten. Außerdem liebe sie ihre Kinder und tue alles für sie.

Diese moralische Debatte, wer „darf“, wer „soll“ Kinder haben, kann man nicht gewinnen.

Wir leben nun einmal mit dem Grundkonsens, daß alle Menschen die gleichen Rechte haben.
So selbstverständlich wie man das Poppen und das anschließende Gebären bei Windsor-Prinzen bejubelt, darf Chantalle aus Berlin-Neukölln auch fremde Penisse in ihre Vagina einführen und dann Leibesfrüchte ausbrüten.

Argumentiert man biologistisch dagegen, ist man auf Sarrazin-Niveau und verkennt, daß bekanntlich auch sehr Arme gelegentlich etwas aus sich machen. Gerd Schröders Mutter war Putzfrau und sein Vater Hilfsarbeiter auf dem Rummel.

Demographen argumentieren an dieser Stelle ökonomisch.
Wenn bildungsferne Menschen ohne sozialversicherungspflichtigen Job jung selbst Kinder bekommen, geraten sie in eine Transfer-Spirale.
So werden dann in immer schnellerer Generationsfolge reine HartzIV-Familien generiert, die dem Staat nur zur Last fallen.
Die Argumentation hinkt aber. Natürlich.
Es stimmt zwar, daß in keinem Land der Erde die Bildung und der berufliche Erfolg so sehr vom Portemonnaie der Eltern abhängen wie in Deutschland.
Aber das ist kein individuelles Versagen der weniger Begüterten, sondern ein Staatsversagen. Ein Demokratieversagen sogar – denn alle Studien zeigen, daß Transferempfänger nicht nur bildungsferner als wohlhabendere Altersgenossen sind, nein, sie gehen auch nicht wählen und befördern damit die Nicht-Vertretung ihrer Anliegen in den Parlamenten.
Es läge aber umso mehr am Staat durch Betreuung, frühkindliche Förderung und ein gerechtes und finanziell gut ausgestattetes Schulwesen zu schaffen, welches ALLEN Kindern die gleichen Chancen bietet.
Bekanntlich steuern die Regierungen unter Merkel in die entgegengesetzte Richtung. Durch Studiengebühren und Herdprämie werden Arme regelrecht aus dem Bildungssystem herausgedrängt.
In den endlosen Schavan-Jahren wurde alles liegengelassen und ein Grundstock von 10% funktionalen Analphabeten in Deutschland generiert.
Klassisches Politikversagen, das der Urnenpöbel mit Rekordzustimmungswerten für Merkel und auch Schavan persönlich (2013 hatte sie im Wahlkreis Ulm ihre bestes Stimmenergebnis!) honoriert.

That said, möchte ich aber schon noch anschließen, daß die jungen alleinerziehenden Mütter NERVEN!
Ich kann sie nicht ausstehen.
Gerade heute drängelte sich so ein untersetztes Hipster-Muttertier an der Käsetheke vor und ließ die empörten Wartenden wissen „sie sehen doch, daß ich zwei weinende Kinder dabei habe!“

Richtig unverschämt wird es, wenn Mütter, die noch nie in ihrem Leben einen Euro verdient haben, aber schon im Teenageralter mehrere Gören vorweisen können dann auch noch triumphierend erklären, sie täten schließlich der Gesellschaft einen Gefallen, indem sie dafür sorgen, daß jemand später die Renten bezahle.
Das empfinde ich als richtiggehend unverschämt, denn gegenwärtig bin ich es als Kinderloser, der die Schulen, Unis, Kitas, Kindergeldschecks etc durch meinen höheren Steuersatz bezahlt.
Man kann natürlich argumentieren, daß das auch so sein muß. Wer soll denn sonst die Bildung bezahlen?
Es ist aber lächerlich, die Argumentation einfach umzudrehen, indem man behauptet man sei als Geldempfänger eigentlich ein (zukünftiger) Gelbgeber.

Hinzu kommt; das ist jedenfalls meine subjektive Sicht, daß alleinerziehende Mütter eine zunehmenden Mitteilungsdrang haben und in allen sozialen Netzwerken nach Aufmerksamkeit und Belobigungen heischen.
Als ob nicht zu allen Zeiten Frauen Kinder bekommen hätten. Und da gab es sicherlich Zeiten, die weitaus ungemütlicher waren.
Meine Oma hat von insgesamt fünf Kindern zwei in Kriegen verloren. Einen Sohn im Alter von 10 Monaten 1918, weil sie in den Kriegswirren keine Medikamente auftreiben konnte und einen zweiten Sohn 1944  im Alter von 20 Jahren.
Das war hart. Und das war in ihrer Generation nicht selten.

Wieso kommen Mütter, die selbst in den 1980ern und 1990ern geboren wurden auf die Idee, sie hätten es schwerer als ihre Vorgängergenerationen?
Und hat sie irgendjemand gezwungen Mütter zu werden?

Facebook-Schnipsel von heute:

 Michelle K. 19, hat schon zwei Kinder, am 09.04.14:
Ich hab mir jetzt eine Auszeit von meiner Beziehung genomem der ganze stress macht mir sehr zu Schafen ich kann einfach nicht mehr . !!!! Das hab ich getan . den ich bin heute echt fasst umgekippt. Mir war schlecht und Panik hatte ich auch . weis halt nur nicht wie es jetzt weiter gehen soll Ich muss ja auch auf das baby achgebben. bin anfang 3 monat Ich bin einfach nur traurig und verzfeifelt. die ewigen Streitereien ich kann das nicht . mein freunt nimmt keine Rücksicht brüllt mich an hat nur scheiss Ich hanbs ihm gestern gesagt . und heute das selbe ne ging nicht mehr . er fragte mich vorhin ob es aus ist . ähmm was heißt Auszeit richtig beziehungspause Seine Frage wie lange . meine Antwort keine Ahnung. Ich kann und will ihn nicht sehen er soll sich Überlegen was ihm wichtig ist was er will und er soll sich Gedanken machen wie es weiter gehen soll.
das ist er so wie so nicht er hat nie schuld immer ich Das baby wahr echt nicht geplant . aber gut nun ist es halt passiert . und ich glaube langsam das er damit total über fordert ist . ich wahr es auch dachte echt an abtreibung aber nein ich wollte es haben weil ich mir sage das kleine kann nichts dafür ich ziehe es auch zur not alleine gros An mir soll es nicht liegen ich liebe ihn so wie er ist aber so wie er mich in der letzten Zeit behandelt ne no go. Und da fragt er mich noch warum ich nicht mehr zu ihm komme und ihn küsse oder warum wir keinen sex mehr haben . usw Und ich werde nicht bei ihm bleiben wegen dem Kind den Fehler mach ich nicht …..

Und so geht es dann weiter. Es liegt mir fern, die persönlichen Umstände dieser Dame zu be- oder verurteilen. Aber es erstaunt mich doch, daß sie sich einbildet etwas FÜR das zukünftige Kind zu tun. Dabei wäre es wohl gerade für das Kind, welches mit einer verarmten und völlig überforderten Mutter in wirren sozialen Verhältnissen aufwachsen muß, besser wenn es nicht geboren würde.

Zweites Beispiel:

Janette, 26, am 09.04,14:
Ich kann nicht mehr!!!! Es ist 7.25 und ich habe schon ein valium,eine flasche sekt und ein redbull intus...plus die medikamente...ich mag nicht mehr und weiss nicht weiter....in die klinik kann ich nicht habe 2 kinder und 3 hunde....mir ist sowiso nicht mehr zu helfen will nur noch weg...leg mich jetzt hin  Meine kidds sind 5,5j und 4j und in der klinik war ich vor einem jahr....ich halte das nicht nochmals aus...hatte heute gespräch und es geht nun etwas besser....wurde verarztet und muss den rausch ausschlafen

Poppen, saufen, rauchen. Das geht aber immer noch.
(Hach ist das schön, mal so richtig politisch unkorrekt und nicht repräsentativ zu sein!)

Tatsache ist aber, daß Kinder immer mehr zur sozialen Absicherung bei immer jüngeren Frauen werden, die anders keine Chance auf ein geregeltes Einkommen haben.
In der Tat sind die Aussichten für unqualifizierte Teenager zumindest in einigen Gegenden absolut miserabel.
Allein 80.000 Jugendliche Schulabgänger ohne Abschluß produziert Deutschland jedes Jahr. Dazu kommen noch ungezählte Teenies mit Hauptschulabschluß, mit dem man natürlich auch so gut wie keinen Job findet.
Und wenn, dann ist es ein so gering bezahlter Job (beispielsweise in der Pflegebranche), so daß man sicher weiß, daß man sich sein Leben lang nie den geringsten Luxus leisten können wird.
Dann lieber ein paar Blagen ausbrüten und man wird so schnell nicht mehr gefragt, bzw muß sich so schnell nicht mehr Gedanken über die eigene Zukunft machen. Man ist ja Mutter.

In Ostdeutschland häufen sich Schwangerschaften bei Teenagern
[….] Dass in Sachen Babybäuche Ost und West immer noch nicht zusammengewachsen sind, legt jedenfalls eine Analyse des Bundesinstituts für Bevölkerungsforschung (BiB) nahe: Im Osten bekommen doppelt so viele Teenager Babys wie im Westen.
In Ostdeutschland stellten die Forscher seit Mitte der 1990er-Jahre einen Anstieg von Teenager-Schwangerschaften fest. Von 1996 bis 2010 ist dort die Zahl der Geburten pro 1000 Frauen zwischen 15 und 19 Jahren gewachsen – von acht auf stattliche 13,9. Im gleichen Zeitraum sank die Geburtenziffer in Westdeutschland von zehn auf sechs Babys von Frauen in dieser Altersgruppe. [….] Wenn Kinder Kinder kriegen, liegt das nicht nur an mangelhafter Aufklärung. Den rasanten Anstieg im Osten kann sich Dorbritz nur so erklären: „Es lag an fehlenden Zukunftsaussichten.“ Beim BiB vermutet man, dass schlechtere Chancen auf eine gute Ausbildung in den neuen Ländern junge Frauen verstärkt zum Kinderkriegen bewogen haben. „Wer auf dem Arbeitsmarkt weniger Möglichkeiten sieht, Fuß zu fassen, wählt den Rückzugsraum Familie.“ Jürgen Dorbritz nennt das eine „Flucht in die Mutterschaft“ mangels anderer Perspektiven.
(Ulrike Heidenreich, SZ vom 10.04.2014)

Mittwoch, 9. April 2014

Junger Dreck



Das ist natürlich eine erbärmliche Situation mit einer großen Koalition, deren einer Partner zwar nicht besonders groß ist, die aber durch die Besonderheiten des deutschen Wahlrechtes 80% der Bundestagssitze innehat.

Eine gewaltige Mehrheit beansprucht eben auch fast die gesamte Redezeit.
In einer einstündigen Debatte dürfen Grüne und Linke je acht Minuten reden.
Die Regierungskoalition bekommt 44 Minuten, um sich selbst zu loben.
Und das passierte heute bei der ersten Generaldebatte auch ausführlich.
Redner von CSU, CDU und SPD saßen bräsig zusammen auf der Regierungsbank und versicherten sich gegenseitig wie fabelhaft die Regierung wäre.

Die supertollste Koalition seit der Wiedervereinigung
Die Regierung findet sich toll, die Opposition tut sich schwer - von Streitkultur keine Spur. Die Generaldebatte im Bundestag wird in Zeiten der Großen Koalition zur Show der Selbstbeweihräucherung.
Wolfgang Schäuble ist toll, weil er keine Schulden mehr machen will. Supergeil. Sigmar Gabriel ist auch toll, weil er sich so für die Energiewende einsetzt. Sehr, sehr geil. Thomas de Maizière und Heiko Maas sind natürlich ebenso gute Minister, weil sie die Sache mit dem Doppelpass regeln. Geil, echt super. Große Koalition - supergeil.
Es ist kein Kabarett, die Generaldebatte an diesem Mittwoch im Bundestag erinnert tatsächlich an den irren YouTube-Hit von Friedrich Liechtenstein. Die Redner von Union und SPD überschütten sich und ihre Minister in der Generaldebatte mit Lob. Die Mini-Opposition aus Grünen und Linken versucht noch, dagegen zu halten, scheitert aber kläglich. Was früher mal unter der Überschrift "Schlagabtausch" oder "Redeschlacht" lief, verkommt in Zeiten der schwarz-roten Übermacht zur Selbstbeweihräucherungsorgie - und die fällt noch nicht einmal besonders leidenschaftlich aus.    [….]

Die Sozenspitze läßt es sich zwar öffentlich gut gehen, hat dafür aber das Problem mit der naturquerulantischen Basis.
Die ist immer unzufrieden und macht es der Parteispitze nie leicht.
Eine SPD in Regierungsverantwortung ist also immer gleichzeitig auch ein Stück Opposition in sich.

Ein völlig anderes Bild bietet sich beim CDU-Nachwuchs. Das sind Naturjasager, denen es um Anpassung geht.
Typen wie der ewige JU-Chef Mißfelder werden schon in der praktischen Zäpfchenform geboren. Die lassen sich widerstandslos in jeden Mastdarm einführen.
Das eigentliche politische Geschäft bei der Union besteht in „Klappehalten“ und „der Führung applaudieren“.

Jüngere CDU’ler, die auch mal über die Stränge schlagen wollen, werden aber nie aufmüpfig gegenüber den Mächtigen, den Entscheidern, den Eltern oder der Obrigkeit, wie es Linke gerne tun, sondern ein JU’ler in Wallung tritt auf Schwächere ein.
Da wird gegen Minderheiten gehetzt und es darf auch gern recht braun zugehen.

Beispiele:

Skandal um den Kreischef der Jungen Union Nord Alexander Weiß. Gegen den 22-jährigen Jungpolitiker wird wegen ausländerfeindlicher Äußerungen ermittelt. "Niggerschlampe" soll der Jurastudent eine südländisch aussehende Kommilitonin beschimpft haben. Zudem, so die Vorwürfe, soll Weiß "Nicht-Arier" als "eine Schande für das Juristentum" bezeichnet haben.
Die Äußerungen sollen während eines Juristentreffens in Hamburg gemacht worden sein. Die Staatsanwaltschaft ermittelt nun wegen Beleidigung. CDU-Geschäftsführer Gregor Jaecke will die Vorwürfe klären: "Wir werden in der kommenden Woche mit allen Beteiligten den Sachverhalt prüfen."

In Hamburg haben wir gleich mehrere Jungpolitiker dieses Kalibers zu bieten. Zum Beispiel den folgenden Bürgerschaftsabgeordneten.

Mit Nikolaus Haufler hat die Hamburger CDU auch einen kleinen Frank Schäffler.
Haufler (* 1984 in Tscheljabinsk, Ural, Nachfahre Krim-Deutscher) sitzt in der Hamburger Bürgerschaft und hat wie so viele Hamburger CDU’ler der jüngsten Generation einen starken Hang ins Bräunliche.

[…] Für den aktiven CDU-Funktionär kann es gar nicht braun genug sein. Im Internetportal "StudiVZ" ist der Jungpolitiker unter anderem Mitglied in den Gruppen "Gegen Inländerfeindlichkeit durch Ausländer" und "Nach Frankreich fahr ich nur auf Ketten" - eine Anspielung auf den Einmarsch der Nazis im Zweiten Weltkrieg.

Nikolaus Haufler gibt auf seinem Facebook-Profil spannende Interessengebiete an.

Junge Union Bremen, CDU/CSU-Bundestagsfraktion, CDU, Kristina Schröder, CSU, Junge Union Thüringen, Wolfgang Schäuble, Bild, RCDS - Hochschulgruppe der HU Berlin, Junge Union Magdeburg, Junge Union Südwestfalen, Hermann Gröhe, Gegen die Jagd auf Karl-Theodor zu Guttenberg, CDU Altona / Elbvororte, CDU Kreisverband Hamburg-Mitte, CDU Lurup - Osdorfer Born, CDU Hamburg, Thalia Theater, Junge Union Bezirksverband Elbe-Weser, Konrad-Adenauer-Stiftung, Christoph Ahlhaus, Junge Union Eimsbüttel/Hoheluft-West, CDU Nordrhein-Westfalen, CDU Winterhude, Junge Union Greifswald, Peter Ramsauer, Karl-Theodor zu Guttenberg, Ludwig Erhard, Helmut Kohl, Angela Merkel, Junge Union Rheinland-Pfalz, Junge Union Hessen, Junge Union Bayern, Junge Union Schleswig-Holstein, Schüler Union Hamburg, Junge Union Hamburg, Junge Union Baden-Württemberg, Junge Union Mecklenburg-Vorpommern, Junge Union Sachsen & Niederschlesien, Junge Union NRW, Junge Union Eimsbüttel, Junge Union Altona/Elbvororte, Junge Union Deutschlands.
(facebook.com/haufler)

Das nenne ich mal ein breit gefächertes Spektrum des Denkens eines 26-Jährigen!

Ein ungeheuer sympathischer Mensch ist auch der CDU-Bundestagsabgeordnete Frank Steffel, der 2013 sein Direktmandat IN BERLIN (sic!) haushoch mit 45 % gewonnen hat und nun als Obmann des Sportausschusses, sowie als Mitglied des mächtigen Finanzausschusses wirkt.

Frank Steffel, Jahrgang 1966, ist ein wandelndes Klischee.
Keiner verkörpert den Westberliner kleinbürgerlichen Spießer-Klüngel besser als der CDU-Vielfach-Funktionär, der schon mit 16 in die Partei Diepgens und Landowskys eintrat.

Von Papi erbte er eine Teppichverleger-Firma und fühlte sich allein dadurch seinen Mitbürgern überlegen.
Linke, Migranten, Künstler - kurzum die ganze Berliner alternative Szene hasste er schon immer wie die Pest und drückte dies auch in seiner eigenen Sprache aus:

Die Süddeutschen Zeitung vom 23. August 2001 berichtete als Erste darüber, er habe in seiner Zeit bei der Jungen Union Schwarze „Bimbos“ und Türken „Kanaken“ genannt.
Behinderte waren für ihn „Mongos“ und eine Lehrerin, die diese Ausdrücke bemängelte, bezeichnete Jung-Steffel als „Kommunistenschlampe“.

Die Kritik an seinen Manieren konnte er nicht verstehen und erklärte Michel Friedman:

„Einem Jugendlichen rutscht sowas schon mal raus!“

Im Intrigantengestrüpp der Berliner CDU hangelte er sich 2001 zum Bürgermeisterkandidat empor und forderte Klaus Wowereit heraus.

Ganz aktuell zeigen auch die Berliner JU’ler von 2014 was sie unter CHRISTLICHEM MENSCHENBILD verstehen.
Und nein, die Parteien sind eben nicht alle gleich.
So etwas passiert beim Grünen, Linken und beim SPD-Nachwuchs NICHT.
(bei den Piraten und FDP’lern leider schon…)

Junge Union jubelt vor Trümmern des Flüchtlingscamps am Berliner Oranienplatz
Nach 17 Monaten wurde am Dienstag ein Protestcamp am Berliner Oranienplatz geräumt. Asylbewerber aus ganz Deutschland hatten dort seit 2012 gegen die schwierigen Lebensbedingungen von Flüchtlingen in Deutschland protestiert. [….]
Eine neue Eskalationsstufe in Sachen Instinktlosigkeit bewies dagegen die Junge Union Berlin, die am Dienstag eine Pressemitteilung auf ihrer Homepage veröffentlichte. Ein Bild zeigt zwei CDU-Nachwuchspolitiker, die vor den Trümmern der Flüchtlingsbaracken ein Poster halten, auf dem „Danke Frank!“ steht. Gemeint ist damit Innensenator Frank Henkel (CDU), der das Camp schon gern früher geräumt hätte und die Polizeiaktion angeordnet hat.
„Heute ist ein guter Tag für unsere Stadt“, schreibt der Berliner JU-Vorsitzende Christoph Brzezinski in dem Text. „Dem Innensenator ist es zu verdanken, dass der Staat sich nicht hat erpressen lassen und es deshalb in relativ kurzer Zeit zu einem einvernehmlichen Ergebnis der Gespräche gekommen ist. [….].“
Das Ansinnen der Asylbewerber wird in der Pressemitteilung mit keinem Wort erwähnt. Statt Mitgefühl für notleidende Menschen nur Freude über Trümmer. Politik auf christlicher Wertebasis könnte auch anders aussehen.

Frau Merkel kann stolz sein auf ihre Partei!