Montag, 18. Mai 2026

Das eigene Grab graben

Die CDUCSU beeindruckt uns täglich mehr mit ihrer Erkenntnisresistenz. Sie tut alles dafür, die AfD zu stärken. Die Zusammenhänge sind seit Jahren bekannt, werden seit Jahren publiziert, sogar von der eigenen Konrad-Adenauer-Stiftung bestätigt.

[…..] Der Extremismus-Forscher Gideon Botsch sieht eine massiv steigende Offenheit der Wähler für die AfD – obwohl die Partei nach seiner Ansicht immer rechtsextremer wird.

„Wir gehen davon aus, dass die Bereitschaft, die AfD zu wählen, massiv gestiegen ist und das Stigma, was mit der AfD-Wahl verbunden sein mag, deutlich geschmolzen ist“, sagte Botsch der Deutschen Presse-Agentur. Der Politikwissenschaftler leitet die Emil Julius Gumbel Forschungsstelle Antisemitismus und Rechtsextremismus am Moses-Mendelssohn-Zentrum in Potsdam. In jüngsten Umfragen erreichte die AfD bundesweit in der Sonntagsfrage 29 Prozent.

Die AfD hat nach Einschätzung des Forschers auch durch eine schärfere Migrationspolitik mehr Anhänger bekommen. „Wir haben die AfD in Brandenburg schon lange mit einer Stammwählerschaft von bis zu einem Viertel der Bevölkerung taxiert“, sagte Botsch. „Besonders seit etwa 2023 hat die AfD ihre Klientel deutlich ausweiten können. Das hängt mit der Bundespolitik zusammen, mit dem deutlichen Versuch, die AfD rechts zu überflügeln seitens der Unionsparteien.“  [….]

(Tagesspiegel, 18.05.2026)

Ich traue Spahn, Linnemann, Merz, Dobrindt und Söder wirklich sehr viel Dummheit zu. Aber; auch wenn ich ungern in den verschwörungstheoretischen Bereich steche; können diese Männer wirklich derart verblödet sein, diese eindeutigen Befunde, die Korrelationen zu den demoskopischen Daten, nicht zu begreifen?


Ist der Fritzekanzler tatsächlich so unterbelichtet, nicht zu verstehen, wie man in den vergleichsweise liberal regierten Bundesländern Hamburg (AfD 7,5%), Bremen (AfD nicht in der Bürgerschaft) und Schleswig-Holstein (AfD nicht im Landtag) die A-Faschisten minimiert, während sie bei den besonders migrantenfeindlichen und stramm rechten CDU-Landesverbänden immer stärker werden?

Wie weit kann die kognitive Dissonanz der Union gehen? Ist eine bewußte Strategie, die auf schwarzbraune Koalitionen zielt, nicht wahrscheinlicher?

Mit der Merz-Regierung und einem Wahlvolk, welches seine Unzufriedenheit nur ausdrücken kann, indem es immer mehr in Richtung 1933 marschiert, sich rechtsradikalisiert und dystopischen Untergangs-Rache-Phantasien nachgeht, muss man sich tatsächlich bei den bevorstehenden Landtagswahlen auf das Schlimmste einstellen.

Nach der immerwährenden CDU-Skandalkette der Wegner-Regierung, liegt in den aktuellsten Umfragen zur Berliner Abgeordnetenhauswahl am 20.09.2026 die CDU auf Platz 1 und die AfD auf Platz 2!

Am selben Tag wird der Landtag von Mecklenburg-Vorpommern gewählt. Hier liegen die Nazis unangefochten auf Platz 1, neun Prozentpunkte vor der SPD auf Platz 2.

Die größte Katastrophe wird aber schon zwei Wochen vorher, am 06.09., in Sachsen-Anhalt eintreten, wo die Nazis unmittelbar vor der absoluten Sitzmehrheit im Landtag gehandelt werden. Grüne, BSW und FDP schaffen es demnach nicht ins Parlament, die SPD nur ganz knapp. Die AfD ist so stark, wie alle anderen Parteien zusammen.

Der Magdeburger CDU-Ministerpräsident Sven Schulze bemüht sich unterdessen intensiv, die AfD weiter zu stärken, indem er ihre Hetze gegen die Ärmsten und Schwächsten übernimmt.

Die Machtübernahme der Nazis in einem Ost-Bundesland ist also bedauerlicherweise ein sehr realistisches Szenario. Angesichts der Prahlereien der rechtsradikalen Möchtegern-Regenten, kann ich nur dazu raten, das Bundesland des Grauens zu verlassen. Liebe Migranten in Sachsen-Anhalt, liebe Queere, liebe Linke, liebe Bürgerrechtler, kommt in die westdeutschen Bundesländer! Die große Mehrheit Eurer Mitbürger will eine gesichert rechtsextreme Partei wählen!

Unter dem faschistischen Regenten Ulrich Siegmund droht ein düsteres gruseliges Szenario des Abstiegs.

Natürlich hoffe ich auch noch, das Nazi-Desaster bei der Landtagswahl abzuwenden. Aber es wäre fahrlässig, keinen Plan B in der Tasche zu haben. Man sollte lieber zu den ersten, als zu den letzten gehören, die aus dem Bundesland fliehen.

[….] Noch sind es rund vier Monate bis zu den Landtagswahlen in Sachsen-Anhalt und Mecklenburg-Vorpommern. Doch in der AfD wird offenbar bereits jetzt eifrig an Plänen gearbeitet, die beiden Bundesländer im Falle einer Machtübernahme grundlegend auf rechts zu drehen. [….] In Sachsen-Anhalt erörtert die vom dortigen Verfassungsschutz als gesichert rechtsextrem eingestufte Partei bereits die mögliche personelle Neubesetzung des Regierungs- und Verwaltungsapparats. AfD-Spitzenkandidat Ulrich Siegmund will in der Landesverwaltung nach eigenen Angaben 150 bis 200 Posten neu besetzen. [….] Bei den anderen Parteien sorgen die immer offensiver vorgetragenen Überlegungen der AfD zur Machtübernahme dennoch für große Sorge. »Jedem muss klar sein, was droht, wenn die AfD an die Macht kommt«, warnt der Parlamentarische Geschäftsführer der SPD im Bundestag, Dirk Wiese, im SPIEGEL.

»Einen solch unverhohlenen Zugriff auf den Staatsapparat hat es hierzulande seit dem Ende der Naziherrschaft nicht mehr gegeben«, so der SPD-Politiker mit Blick auf die AfD-Pläne für die zahlreichen Neubesetzungen im sachsen-anhaltischen Verwaltungsapparat. »Die Rechtsaußen-AfD um Siegmund will Behörden willkürlich im Lichte ihrer Vetternwirtschaft umbauen.«

Auch das geplante »Regierungsprogramm« der AfD in Mecklenburg-Vorpommern lehnt Wiese strikt ab. »Dem Wähler wird irgendwas versprochen, einfache Lösungen, möglichst radikal, nicht finanzierbar, egal, ob es möglich ist oder nicht«, so Wiese. Der Partei gehe es um Stimmungen und nicht um Inhalte. »Wer die AfD wählt, hat davon am Ende nichts – außer mehr kremlnahe Verfassungsfeinde in seinem Parlament, bei denen dann Freunde und Verwandte im Büro versorgt werden.« [….]

(Felix Keßler, 17.05.2026)

Wie enthemmt und völlig der Realität entrückt, die Wiedergänger des braunen Horrors sind, zeigt ihre Attacke auf Migranten in der Pflegebranche.
 

[….] In Umfragen liegt die in Sachsen-Anhalt als gesichert rechtsextrem geltende AfD vor der Landtagswahl bei knapp 40 Prozent. Nun steht ihr Wahlprogramm fest.  [….] Die Wirtschaft in Sachsen-Anhalt solle auf "kulturfremde Fachkräfte" verzichten, stattdessen solle es ein "Rückkehrprogramm für ausgewanderte deutsche Fachkräfte" geben.

Sachsen-Anhalt hat mit einem Durchschnittsalter von 48 Jahren die älteste Bevölkerung in Deutschland. Deshalb sei die Wirtschaft in hohem Maß auf Zuwanderung angewiesen, entgegnet Reint Gropp, Wirtschaftsforscher und Präsident vom Institut für Wirtschaftsforschung Halle (IWH): "Es ist ein Fehler, sich aus irgendeinem Grund auf nur Deutsche im Ausland zu konzentrieren." [….]

(ZDF, 12.04.2026)

Die Katastrophe in ländlichen Regionen, insbesondere im Gesundheitssektor, ist damit vorprogrammiert. Die Sachsen-Anhaltiner sind älter und damit auch kränker und pflegebedürftiger, als die Bürger anderer Bundesländer.

Ohne Pflegekräfte, Krankenschwestern und Ärzte werden sich die Friedhöfe schnell füllen. Die Wirtschaft wird kollabieren, weil Unternehmen ihre Investitionen in Sachsen-Anhalt stornieren. Sie werden das schon aus Imagegründen tun, aber sie müssen es auch, weil es keine Arbeitskräfte mehr geben wird. Die AfD-Wähler sind alt und/oder schlecht gebildet. Die Jungen und Fähigen werden das Land verlassen. Selbst wenn Siegmund einsehen sollte, auf welchem Holzweg er sich damit befindet, migrantische Pflegekräfte und Ärzte aus dem Bundesland zu treiben; wenn er die Rückkehr dunkelhäutiger und muslimischer Mitarbeiter in die Pflegeheime und Krankenhäuser erlaubte, käme keiner mehr.  Schon jetzt wollen migrantische Fachkräfte nicht in Ostdeutschland arbeiten.

Wenigstens die Hotelbranche, in der traditionell Menschen aus vielen verschiedenen Ländern arbeiten, wäre von dem Problem „Fachkräftemangel unter der AfD-Regierung Siegmund“ verschont, weil der Tourismus ohnehin komplett zusammenbräche.

Bedauerlicherweise könnte eine AfD-Landesregierung auch im Bund erheblichen Schaden anrichten. Bedauerlicherweise würde sie auch das Leben der Landeskinder, die nicht rechtsextrem wählen, ruinieren.

Man kann sich das also wirklich nicht wünschen. Aber das Glück im Unglück könnte der massive ökonomische Niedergang sein, der VIELLEICHT eines Tages die AfD-Wähler des Septembers 2026, wie jetzt einige MAGA-Wähler aus dem November 2024 erkennen läßt, wie dumm und destruktiv ihre Wahlentscheidung war.

Darauf zu hoffen, könnte aber enttäuscht werden, da Nazi-Wähler völlig der Realität entkoppelt denken. Sie werden sich mutmaßlich noch mehr als Opfer fühlen, angetrieben von der Landesregierung, die ihr Scheitern allen anderen in die Schuhe schieben wird.

Nazis sind zu Einsicht unfähig. Nazi brauchen erst den totalen Untergang. Selbst anschließend treten sie noch besserwisserisch, arrogant und faktenblind auf. Hermann Göring blühte bei seinem Nürnberger Prozess regelrecht auf, Rudolf Heß wurde zur Spandauer Ikone und Albert Speer, 1966 in Freiheit entlassen, führte anschließend ein Leben in großem Wohlstand, als gefragter Interview-Partner.

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