Dienstag, 24. Februar 2026

Doubling Down

Zu den Hauptcharakteristika eines echten Trump-Politikers gehören das permanente Lügen, erhebliche kriminelle Energie und die Fähigkeit des „Doubling Down.“

Der Begriff kommt aus dem Black Jack und bedeutet eigentlich, das Risiko zu verdoppeln.

Im Trumpismus veränderte sich die Bedeutung und wird nun verwendet, wenn sich jemand katastrophal blamiert hat und durch weitere Äußerungen/Taten seine Situation noch dramatisch verschlimmert.

Donald Trump selbst ist natürlich der König dieser Disziplin.

Ein gutes Beispiel dafür sind seine Behauptungen über die Senkung der Medikamentenpreise, die er um mehr als 100% drücken will.

Das ist an sich schon doppelt peinlich, weil eine Preissenkung von 100% bedeutet, sein Produkt umsonst abzugeben. Schon das wäre ökonomisch unmöglich.

Darüber hinaus illustriert Trump aber auch, simple Mathematik nicht zu verstehen.

Eine ungeheuerliche Peinlichkeit für ein selbsternanntes Business-Genie. Die einzig verbliebene Option, nach so einer globalen Maximal-Blamage, wäre es, sich ein tiefes Loch zu graben und darin für immer zu verschwinden. Eigentlich.

Aber Trump reagiert auch hier mit doubling down, indem er nun komplett absurde Prozent-Zahlen um sich wirft, damit auch wirklich jeder versteht, daß er ein Vollidiot ist, der nicht den geringsten Schimmer von Prozentrechnung hat.

Oder die Peinlichkeit der Olympischen Spiele. Erst inszeniert sich Trump mit einem AI-Video, als hätte er persönlich das Eishockey Finale gegen Kanada gewonnen. Dann war da noch die unfassbare Peinlichkeit seines FBI-Direktors Kash Patel, der sich komplett enthemmt saufend mit dem Männerteam in der Kabine feiern lässt. 

Was tut Trump? Er doubled down, indem er auch noch das Frauen-Team beleidigt.

[….] Wie Trump und sein FBI-Chef den Olympiasieg entwerten [….] Am Dienstag findet in Washington die State of the Union statt – die jährliche Grundsatzrede von US-Präsident Donald Trump zur Lage der Nation im Kongress – und Trump hat die US-Mannschaft eingeladen. Werden die US-Helden dort erscheinen? Auch das ist derzeit nicht klar.

In den sozialen Medien kursiert ein Video aus der Kabine der Olympiasieger nach deren Finalerfolg gegen Kanada, in dem zu sehen ist, wie Trump per Handy zugeschaltet ist, seine Glückwünsche zum Ausdruck bringt und die Einladung zur State of the Union ausspricht. Zudem waren Videos und Bilder zu sehen, wie FBI-Direktor Kash Patel mit den NHL-Profis in der Kabine feierte.

In den USA muss die Mannschaft viel Kritik einstecken. Für Patels Anwesenheit, der behauptet hat, von der Mannschaft eingeladen worden zu sein, aber vor allem, weil die Spieler einem misogynen Kommentar Trumps nichts entgegensetzten. Es würde ein Amtsenthebungsverfahren gegen ihn geben, wenn er die Frauenmannschaft nicht auch einladen würde. Haha, sehr lustig. Aber wer will es den Spielern in dem Moment des Triumphs verdenken, nichts erwidert zu haben? [….]  Das Finale verlief über weite Strecken sehr fair, die Stimmung auf den Rängen war knisternd. Die Jubelszenen unmittelbar nach der Schlusssirene zeigen, wie wichtig den Profis dieser Sieg war. [….] Mittlerweile wird fast nur noch über die Kabinenparty, das Telefonat mit Trump, das Lachen der Spieler und eine mögliche Reise ins Weiße Haus diskutiert, wie der Instagram-Account des Team USA  zeigt. [….]

(Markus Krämer, 24.02.2026)

Trumps nepotistische kriminelle Cronies, wie Charles Kushner, einer seiner Botschafter aus der Hölle, vermochte es innerhalb weniger Monate als Botschafter in Frankreich, nicht nur mehrfach von der Regierung einbestellt zu werden, sondern sich zur Persona Non Grata zu machen.

[….] Der US-Botschafter in Paris, Charles Kushner, ist nicht zu einer Vorladung im französischen Außenministerium erschienen. »Angesichts dieses offensichtlichen Unverständnisses für die grundlegenden Erwartungen an einen Botschafter« habe der französische Außenminister Jean-Noël Barrot darum gebeten, dass Kushner »keinen direkten Zugang mehr zu Mitgliedern der französischen Regierung erhält«, erklärte das französische Außenministerium. [….]

(SPON, 23.02.2026)

Ein US-Botschafter, dem der Zugang zur französischen Regierung blockiert wird. Das muss man erst mal schaffen.

Das permanente Doubling Down der Trump-Mannschaft flutet die Nachrichtenwelt mit so viel Scheiße, daß niemand mehr in der Lage ist, alles journalistisch aufzuarbeiten.

[….] „Es ist nicht die Aufgabe eines Botschafters, Unruhe in die nationale Politik zu bringen“, erklärte [Belgiens Regierungschef Bart] De Wever. White hat in den vergangenen Wochen eine schwere diplomatische Krise zwischen den USA und Belgien ausgelöst. [….] Die Verwerfungen begannen damit, dass Botschafter White der belgischen Justiz Antisemitismus vorwarf. [….]  

Das Ermittlungsverfahren wurde von einem Antwerpener Rabbi angestoßen, also aus der jüdischen Gemeinde heraus. Das hinderte White nicht daran, von einer „lächerlichen und antisemitischen Strafverfolgung“ zu sprechen. Er forderte auf sozialen Netzwerken den belgischen Staat auf, das Verfahren sofort einzustellen. Er tat das in Großbuchstaben, wie auch sein Chef Donald Trump gerne schreibt. Den belgischen Gesundheitsminister kritisierte White im Übrigen als Trump-Feind und außerdem als unhöflich.

Wie es in solchen Fällen diplomatische Gepflogenheit ist, bestellte das belgische Außenministerium den US-Botschafter ein. White wurde aufgefordert, den belgischen Staat und dessen Institutionen zu respektieren. In früheren Zeiten hätte sich ein Diplomat danach erst einmal ruhig verhalten. Aber in Zeiten von Donald Trump verstehen sich Botschafter offensichtlich als politische Aktivisten ihres Chefs und benehmen sich entsprechend.Die Lage eskalierte vergangene Woche, als Botschafter White auf Conner Rousseau losging, den Chef der flämischen Sozialdemokraten.  Rousseau hatte auf den sozialen Netzwerken geschrieben, das Vorgehen der Trump-Regierung gegen Flüchtlinge erinnere ihn immer mehr an die Hitler-Zeit. White forderte den jungen Sozialdemokraten ultimativ auf, sich zu entschuldigen. Und als der sich weigerte, verkündete der Botschafter: Rousseau dürfe fortan nicht mehr die USA besuchen. Er habe ein Einreiseverbot erwirkt. [….]

Belgien ist nicht das einzige Land in Europa, das sich gerade mit dieser speziellen Form der Trump-Diplomatie konfrontiert sieht. Einen schrillen diplomatischen Kasus leistet sich die US-Regierung auch in Frankreich. Ihr Botschafter in Paris, Charles Kushner, verärgerte die Franzosen [….] Frankreichs Außenminister Jean-Noël Barrot verbat sich daraufhin „jede Instrumentalisierung des Dramas für politische Zwecke“. Man habe keine Lektionen zu politischer Gewalt nötig – „schon gar nicht von der reaktionären Internationalen“. [….]  Barrot berief Kushner für ein klärendes Gespräch ein, doch der Botschafter versetzte den Minister. Nun darf er zur Strafe keinen Kontakt mit Mitgliedern der Regierung haben.

Der 71-jährige Immobilienmilliardär Charles Kushner, Vater von Trumps Schwiegersohn Jared Kushner, hatte sich schon im vergangenen Sommer, kaum war er nach Paris gezogen, mit Frankreich angelegt. Er warf Macron vor, zu wenig gegen Antisemitismus im Land zu tun. Auch damals ignorierte er die Vorladung des Quai d’Orsay, des französischen Außenministeriums.

In Frankreich akzeptiert man die moralischen Unterweisungen Kushners auch deshalb nicht, weil er nur dank einer Begnadigung durch Trump überhaupt Botschafter werden konnte. Kushner saß einmal vierzehn Monate lang im Gefängnis. [….]

(SZ, 24.02.2026)

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