Das Thema soll der sicherste Gag-Lieferant bei Satire- und Comedy-Shows sein: Der alltägliche Wahnsinn bei der Deutschen Bahn. Witze darüber funktionieren so gut, weil das Thema so alt ist, daß schon wegen der offenkundigen Unabänderlichkeit des Desasters, jeder Zuschauer und Zuhörer sofort getriggert wird.
Ein zweiter Grund ist, daß enorm viele Menschen auf die Bahn angewiesen sind und somit das Thema nicht abstrakt, sondern sehr konkret empfunden wird.
Wer über SozialMedia-Accounts verfügt, kann den täglichen myriadenfachen Klagen über Pannen und Unpünktlichkeit gar nicht entrinnen.
Da ist zu der kleinen Minderheit der Bürger gehöre, die nie Bahn fahren, habe ich mich bisher nicht am konkreten Bahn-Bashing beteiligt, weise aber durchaus auf die Verantwortlichen hin. Das ist in erster Linie die CSU.
[….] Ein verheerendes Erbe [….] Das Maut-Desaster ist nicht der einzige Flurschaden, den Verkehrsminister von der CSU angerichtet haben. In Sachen Deutschen Bahn und digitale Infrastruktur dürfte der volkswirtschaftliche Schaden noch höher sein. [….] Mag die Vorstellung, ranghohe Mandatsträger für politische Fehlentscheidungen in finanziellen Regress nehmen zu können, auch allerlei sinistre Phantasien beflügeln (Merkel wegen Nord Stream?) [….] Unter diesem Aspekt dürfte dem FDP-Politiker Wissing schon jetzt ein kleiner Coup gelungen sein. Denn gut zwei Monate vor der Landtagswahl in Bayern lenkt er den Blick nicht nur auf den finanziellen Schaden, den der CSU-Mann Andreas Scheuer mit dem Mautprojekt angerichtet hat.
Überdies hat Wissing von der CSU zwei weitere heikle Dossiers geerbt: Seit 2009 trugen Ramsauer, Dobrindt und Co. die politische Verantwortung für die Deutsche Bahn, seit 2013 auch noch für die digitale Infrastruktur. Die volkswirtschaftlichen Schäden, die durch die Vernachlässigung dieser Aufgaben entstanden sind und entstehen, dürften die 243 Millionen Euro Schadenersatz als die sprichwörtlichen Peanuts erscheinen lassen. [….]
(Daniel Deckers, FAZ, 31.07.2023)
(….) Es ist natürlich keine neue Erkenntnis, daß wir Bahn-, Infrastruktur- und Digitalisierungsdesaster – die drei ganz großen Bremsklötze Deutschlands - fast ausschließlich der CSU zu verdanken haben, die mit Ramsauer, Dobrindt und Scheuer 12 Jahre am Stück eine groteske Realsatire aufführten. Die drei Dummies werden in zukünftigen Politologie-Lehrbüchern als Negativbeispiele für Generationen von Studenten dienen:
· Wie sieht die schlimmstmögliche Regierungsarbeit aus?
· Wie schafft man es, schon während seiner Amtszeit, so ein Versagerclown-Image aufzubauen, daß Satiresendungen wie die Heute-Show nur ein Scheuer-Bild einblenden müssen, um das Publikum zu Lachstürmen zu veranlassen?
· Welche katastrophalen Folgen ergeben sich aus der CSU-Bundesminister-Simulation auch noch Jahrzehnte nach ihrem Ausscheiden aus dem Amt?
Die CSU-Bundesminister werden einst das für die Politik sein, was Thomas Middelhoff, Madeleine Schickedanz und Anton Schlecker für die Wirtschaftsgeschichte sind: Sich selbst maßlos überschätzende Dummbatze, die im Alleingang gesunde Multimilliardenkonzerne in den Ruin führen. (….)
(Rechtsradikal, unfähig, gefährlich, 31.07.2023)
(…..) Der damalige CSU-Generalsekretär Otto Wiesheu säuft sich zu bis Oberkante Unterkiefer, steigt ins Auto, fährt am 29.10.1983 einen Mann TOT* und verletzt eine weitere Person lebensgefährlich, begeht Fahrerflucht und wird dann nicht nur NICHT eingesperrt, sondern wird von Stoiber zum Verkehrsminister ernannt.
VERKEHRSMINISTER - ausgerechnet!
Ein kleiner Klaps mit DM 20.000 Geldstrafe reicht wohl für einen CSU-Granden.
Stattdessen gab es reichliche Ehrungen; u.a. mit dem Bundesverdienstkreuz und
dem Bayerischen Verdienstorden.
Er erhielt 1997 den Deutschen Mittelstandpreis.
Das ist tatsächlich alles Realität – stammt also nicht aus dem Postillon.
Mehr als zwölf Jahre lang war er Superminister für Wirtschaft, Infrastruktur,
Verkehr und Technologie.
Am 1. Januar 2006 stieg der CSU-Killer weiter auf - schließlich werden Christsoziale von ihren Spezis gerne
mit fett dotierten Pöstchen zum Ende ihrer Laufbahn bedacht.
So sitzt Wiesheu nun als Bahn-Vorstand kuschelnderweise neben Mehdorn und muß
mit mageren 1,65 Mio Euro im Jahr = € 138.000 monatlich
zurechtkommen.
Fünf Jahre, das sind also sichere 8,25 Millionen Euro
Grundgehalt, die der für die Konzernsicherheit zuständige Vorstand in Ruhe
erschlummern wollte.
Im Zuge des Mehdorn-Debakels flog Wiesheu dann doch zum 31. Mai 2009 aus der
netten Vorstandsposition. Die Annahme,
dass sich der so oft gescheiterte Millionen-Scheffler nun mit 65 Jahren aus dem
öffentlichen Leben zurückzieht, war falsch.
Er hat ja schließlich genügend Freunde in den Regierungsparteien, die ihn als
„Unternehmer-Versteher“ schätzen.
Die armen Unternehmen aber auch - sie fühlen sich offenbar von Westerbrüderle
und Co noch unzureichend gefördert. Wiesheu
ist neuer Präsident des Wirtschaftsbeirats
der Union. Gewählt
wurde er bereits im Juli - einstimmig.
Die SZ erklärte das am 27.11.09 einleuchtend:
Die CSU braucht Wiesheu jetzt wieder. Wirtschaftspolitisch soll er ein Vakuum füllen, das nach seinem Weggang aus Bayern entstanden ist und spätestens seit Bildung der neuen Bundesregierung nicht mehr ignoriert werden kann. Weder in München noch in Berlin stellt die CSU den Wirtschaftsminister. Nach dem Debakel bei der Landtagswahl 2008 hatte die CSU in Bayern des Ressort an die FDP abgeben müssen. Das war schmerzlich, schließlich hat die CSU ihr Selbstbewusstsein immer auch aus der Wirtschaftskraft des Freistaats gezogen…… Für Erwin Huber, den wirtschaftspolitischen Sprecher der CSU im Landtag und ehemaligen Wirtschaftsminister, ist Wiesheu dafür der richtige Mann. "Er ist ein erfahrener Politiker und ein erfolgreicher Manager."
(Auf die Füße fallen 30.11.2009)
Es fällt mir schwer, Mitleid für die Bahnkunden zu
empfinden, da die totale Unfähigkeit der Bahnoberen von den C-Parteien nun seit
über 20 Jahren bekannt ist und sie dennoch tumb immer wieder in die Regierung
gewählt werden.
Das hätte nicht sein müssen. Mann könnte auch eine rotgrüne Bundesregierung ins
Amt schicken, die eben nicht am Rockzipfel der Fossillobby einseitig den
Verbrenner-Individualverkehr fördert und die Bahn verkommen lässt. Aber der
Urnenpöbel entscheidet stets anders.
Und so werden wir auch weiter mit einer Verkehrspolitik mit Patrick Schnieder, Katherina Reiche und Friedrich Merz an der Spitze leben. Einer Verkehrspolitik, die Bahnfahrer in den Wahnsinn treibt.
Das Projekt Stuttgart 21 wurde 1994 von der CDU-Regierung in Baden Württemberg der Öffentlichkeit vorgestellt. Nur 16 Jahre später, im Februar 2010 begann man zu bauen. Es waren unglaubliche neun Jahre Bauzeit eingeplant, bis 2019 der hochmoderne neue unterirdische Bahnhof in Betrieb genommen werden sollte.
[….] Die Inbetriebnahme von Stuttgart 21 wird sich wieder um mehrere Jahre verschieben. Das haben SWR-Recherchen ergeben. "Die komplette Inbetriebnahme wird nicht vor 2030 sein, ganz vielleicht eine Teileröffnung im Tiefbahnhof schon 2029" berichten mehrere Insider dem SWR.
Dass die größte Baustelle Deutschlands noch mehrere Jahre in der Stuttgarter Innenstadt bleiben wird, hat der SWR aus Kreisen der Projektpartner, der Bahnindustrie und dem Bahnkonzern bestätigt bekommen. Gründe dafür sind abgebautes Personal bei den beteiligten Firmen, deutlich längere Testläufe, fehlendes Abnahmepersonal sowie fehlerhaft und falsch verbaute technische Anlagen. [….]
ELF JAHRE Verzug. Mindestens. Der Fritzekanzler, der derzeit in China für Deutschland wirbt, erzählt Xi besser nicht, was seine C-Parteifreunde bei deutschen Großbauprojekten anrichten. Und ich stelle mir besser nicht vor, was ein chinesischer Planungsverantwortlicher erleben würde, wenn er Präsident Xi erklären müsste, die Fertigstellung eines neuen Bahnhofs dauere auch nur ELF WOCHEN länger.
Die CDUCSU-kontrollierte Deutsche Bahn ist die Apotheose der deutschen General-Unfähigkeit. Denn der eigentliche Bahn-Witz ist natürlich die Vermeidbarkeit der Probleme. Es ist wie mit Digitalisierung, stabiler Mobiltelefonnetze, Bildung, Infrastruktur, Wärmepumpen und eben auch der Bahn: Unsere Nachbarn können das alle!
Die Bahn in Dänemark, Frankreich und der Schweiz funktioniert. Sobald man gen Belgien, Holland oder Polen die Grenzen überschreitet, hat man stabiles Highspeed-Internet. Es ist spezifisch deutsche konservative Unfähigkeit, die uns im globalen Vergleich immer mehr zurück wirft. Das Knowhow für moderne zukunftsfähige Wärmepumpentechnik wird aktiv mit viel Aufwand aus dem Land getrieben, um mit 100 Jahre uralten Öltanks zu heizen.
Die Elektromobilität wird garstig aus dem Land getrieben, um auf 100 Jahre alte Verbrennermotoren zu setzen. Das ist CDUCSU-Politik, die der Urnenpöbel wählt.
[…] Wie dramatisch der Chinaschock ist, zeigte am Dienstag eine Untersuchung des arbeitgebernahen Instituts der deutschen Wirtschaft (IW): Danach sind die Ausfuhren der deutschen Autoindustrie nach China im Jahr 2025 gegenüber dem Vorjahr um rund ein Drittel eingebrochen. Im Vergleich zum Höchststand im Jahr 2022 brach das Geschäft mit Pkws und Autoteilen sogar um mehr als die Hälfte auf 14 Milliarden Euro ein. [….]
Wohlverdient, deutsche Wähler! Das bekommt man eben, wenn man C-Leute zu Energie-, Wirtschafts- und Verkehrsministern macht.
Die täglichen Trottelleien der Deutschen Bundesbahn sind die perfekte Metapher für unsere Generalverblödung.
[…] Es sind bittere Tage für Pendler zwischen Hamburg und Berlin. Die Schnellfahrstrecke zwischen den beiden größten deutschen Städten bleibt mehrere Wochen länger gesperrt als ursprünglich geplant. Wie lange, weiß die Deutsche Bahn (DB) selbst noch nicht. Und nun zeigt sich, dass Bahnkunden dort nach der großen Sanierung nicht etwa schneller unterwegs sind als vorher – sondern langsamer.
Seit vielen Jahren beträgt die schnellste Verbindung auf der Strecke 103 Minuten. Unmittelbar vor der mindestens 2,2 Milliarden Euro teuren Korridorsanierung erhöhte die Bahn die Fahrzeit 2025 dann um zwei Minuten. Und nun, nach Abschluss der Bauarbeiten, kommen noch einmal zwei Minuten obendrauf. Der schnellste ICE legt die Strecke künftig in 107 Minuten zurück. Die Bahn hatte diese Zahlen ursprünglich dementiert, auf Nachfrage der Süddeutschen Zeitung dann aber eingeräumt. Nun wirken vier Minuten mehr Fahrzeit zunächst einmal nicht dramatisch. Betrachtet man die Historie der Strecke, all die Milliarden, die über die Jahre hineingeflossen sind, und die Höchstgeschwindigkeit, die dort möglich wäre, reiben sich Bahn-Experten jedoch die Augen. Unter dem früheren Bahn-Chef Hartmut Mehdorn war die Strecke Anfang der 2000er für 650 Millionen Euro von 160 auf 230 Kilometer pro Stunde ausgebaut worden. Das große Versprechen: Hamburg–Berlin in 90 Minuten. […]
Und selbst Mitarbeiter der Deutschen Bahn halten es für einen Fehler, die Fahrzeit immer weiter zu erhöhen. „Wir bleiben massiv hinter unseren eigenen Ansprüchen zurück“, sagt einer, der aus Sorge vor Konsequenzen anonym bleiben will. „Nur weil wir den Fahrplan gerade nicht im Griff haben, können wir doch nicht immer mehr Reserven einplanen“, so der Mitarbeiter weiter, auch wenn das die Pünktlichkeit vielleicht minimal verbessere. […]
Xi lacht sich schlapp über uns. Den Sauerländer Deppen, der ihm just am Tisch versicherte wie sehr sehr sehr er „chinesisches Essen“ liebe, das es natürlich gar nicht gibt und nur in der Sauerländer Kleinstadtvorstellung als „Schweinefleisch süßsauer“ vorkommt, muss China wirklich nicht ernst nehmen.





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