Donnerstag, 7. Mai 2020

Immer noch zu wenig Tote zur Erkenntnis?


Virologen, Medizinhistoriker, Seuchenexperten sind schon ein bißchen sehr genervt, wenn Donald Trump, das stabile Genie, immer wieder öffentlich erklärt mit Corona habe nun wirklich niemand rechnen können.
Frank Snowden, Professor für Medizingeschichte an der amerikanischen Yale University, kennt das schon.

[……] SPIEGEL: Herr Professor Snowden, Sie haben vor Jahren gewarnt: Sars, die Vogel- und die Schweinegrippe seien nur Vorboten von etwas Größerem, einer schweren Pandemie. Dachten Sie da schon an einen Erreger wie Sars-CoV-2?
Snowden: Oh ja. Und natürlich habe nicht nur ich eine Pandemie mit einem per Tröpfcheninfektion übertragenen Virus befürchtet. Virologen und Epidemiologen auf der ganzen Welt haben immer wieder davor gewarnt. Ich frage mich wirklich: Wie blind kann man eigentlich sein? Wenn Donald Trump jetzt fragt, wer das denn hätte wissen können, dann kann ich nur antworten: jeder!
SPIEGEL: Warum wurde die Botschaft nicht gehört?
Snowden: Leider teilen Menschen, die vor etwas warnen, oft das Schicksal der Seherin Kassandra. Anthony Fauci, der Direktor des National Institute of Allergy and Infectious Diseases in den USA, hat das Problem 2006 ganz einfach erklärt: Wenn man in der Karibik lebt, dann sagen einem die Wissenschaftler, dass irgendwann ein Hurrikan kommen wird. Sie können nichts sagen über die Stärke des Sturms und wann er kommt. Aber natürlich muss man sich darauf vorbereiten - genauso verhält es sich mit einer Pandemie. Aber was haben wir gemacht? Nach kurzen Phasen der Angst - nach Sars und der Vogelgrippe - hatten wir die Gefahr einfach vergessen. Deshalb gibt es jetzt keine gemeinsame Pandemiepolitik der Europäischen Union, deshalb hat die Weltgesundheitsorganisation zu wenig Geld, deshalb haben wir in vielen Ländern nicht genug Reservekapazitäten in den Krankenhäusern. […..]
(Spiegel Nr. 18, s.104, 25.04.2020)

Weshalb die USA viel stärker als alle anderen Nationen unter Corona leiden, ist vollkommen klar: Ihr Präsident ist der größte Vollidiot, der je regierte.
Der berühmte international bekannte Epidemiologe Prof Larry Brilliant warnt seit 2006 dringlich vor genau so etwas wie Corona und erklärt eindrücklich weshalb der Sars-CoV-2 in den USA weit effektiver tötet als in allen anderen Nationen.

[……] SPIEGEL: Inzwischen ist die offizielle Zahl der Neuinfektionen in China drastisch gesunken, während in Nordamerika die Pandemie weiter wütet. Warum sind die USA so stark betroffen?
Brilliant: Aufgrund von Inkompetenz. Die US-Regierung hat zu Beginn der Pandemie sechs Wochen lang kostbare Zeit verschenkt, weil sie nicht genügend Tests zur Verfügung stellte. Die Seuchenschutzbehörde hat wirklich versagt. Wir haben hier – ob versehentlich oder durch Absicht – viele Corona-Fälle erst gar nicht entdeckt. Das führte dazu, dass Ärzte ihre Patienten nicht vernünftig behandeln konnten und auch die Kontaktpersonen von Infizierten nicht aufgespürt wurden, um die Verbreitung einzudämmen. Je später man in eine Pandemie eingreift, umso schlechter.
"Wir brauchen zuverlässige, kostenlose Tests, für alle, die einen benötigen. Dann kann man jedes Land wieder öffnen."
SPIEGEL: US-Präsident Donald Trump wird für seinen Umgang mit der Seuche zu Recht scharf kritisiert. Aber wäre nicht jede US-Regierung mit einer Krise dieser Größenordnung überfordert gewesen?
Brilliant: Ich bin kein Republikaner, würde aber sagen, dass George W. Bush hervorragende Arbeit in der Vorbereitung einer solchen Katastrophe geleistet hat. Er ließ Pandemiepläne erarbeiten, er hat auch einen Ausschuss ins Leben gerufen, der den Präsidenten in Fragen von Biowaffen und Biosicherheit berät, und den ich eine Zeit lang leitete. Bushs Nachfolger Barack Obama schuf den Job eines nationalen Ebola-Beauftragten und stellte der Seuchenschutzbehörde mehr Mittel zur Verfügung. Trump dagegen hat sich für all das nicht interessiert. Er hat nichts von dem gelesen, was ihm seine Vorgänger hinterließen. Er hat viele der Instrumente und Mechanismen zurückgefahren, die uns gegen eine Pandemie schützen sollten. […..]

ODER, wie Trump es ausdrückte:

[…..] REPORTER: Mr. President, the other day you said that you were not responsible for the testing shortfall. Very simple question; does the buck stop with you? And on a scale of 1 to 10, how would you rate your response to this crisis?
PRESIDENT DONALD J. TRUMP: I'd rate it a 10. I think we've done a great job. And it started with the fact that we kept a very highly infected country, despite all of the--even the professionals saying no, it's too early to do that, we were very, very early with respect to China. And we would have a whole different situation in this country if we didn't do that. I would rate it a very, very--I would rate ourselves and--and the professionals--I think the professionals have done a fantastic job.
[….]


Wir wissen inzwischen alle sehr genau was passiert, wenn der gemeingefährliche Soziopath im Weißen Haus etwas so unfassbar Dummes und Bösartiges von sich gibt, daß man erschöpft jeden Kubikmillimeter Atemluft aus den Lungen stößt, zurücksinkt und ächzend seufzt: Nun hat er aber wirklich das allerunterste Tiefgeschoss der Hölle erreicht, rock bottom, schlimmer kann es einfach nicht mehr werden:
Er unterbietet sich noch einmal selbst.

[…..] Donald Trump hat es wieder einmal geschafft. Wenn man sich überlegt, was das Absurdeste wäre, das er tun oder sagen könnte, und dabei wirklich übertreibt, gelingt es ihm trotzdem fast immer, noch einen draufzulegen. Am Dienstag ist er nach Arizona geflogen, um eine Maskenfabrik zu besichtigen. In dieser Fabrik hingen überall Schilder, die auf die unbedingte Maskenpflicht hinwiesen. Trump trug natürlich keine Maske. Obwohl er vorher gesagt hatte, er werde eine tragen, falls es sich um eine "Maskenumgebung" handele.
Er nutzte den Besuch dann in erster Linie, um seine politischen Gegner zu beschimpfen. Der Höhepunkt des Bizarren aber war erst erreicht, als während seiner Begehung der Fabrik das Lied "Live and let die" aus den Lautsprechern ertönte, übersetzt: "Leben und sterben lassen". Zugegeben, Trump hatte vermutlich keinen Einfluss auf die Musik, aber die Szenerie war jetzt erst perfekt: Trump tigerte maskenlos und schimpfend durch die Fabrik, während der Soundtrack seines Krisenmanagements erklang. Es war surreal.
Mit normalen Maßstäben war diese Präsidentschaft noch nie zu fassen. Doch in der Corona-Krise ist sie vollends in eine andere Dimension eingetreten. Es ist eine Sache, in relativ ruhigen Zeiten einen pathologisch narzisstischen, streitsüchtigen, einfältigen und im Grunde zutiefst unsicheren Mann an der Spitze der Vereinigten Staaten von Amerika zu wissen. Es ist eine vollkommen andere Sache, diesen Mann in der bisher größten Krise des Jahrhunderts am Werk zu sehen. […..] Wenn man sich überlegt, wie das schlechteste Krisenmanagement aussehen könnte und dabei wirklich übertreibt - Donald Trump ist es auch in diesem Fall gelungen, noch einen draufzulegen. An der Spitze Amerikas steht in der schwierigsten Zeit der schlechteste Präsident. […..]

Werfen wir noch mal einen Blick auf die neuesten Zahlen.


1,3 Millionen infizierte US-Bürger und gut 76.000 Tote.
Man rechnet weiterhin mit täglich etwa 3.000 Toten. Durch Trumps Inkompetenz sterben also alle 24 Stunden so viele US-Amerikaner wie am 11.September 2001. Die Wirtschaft befindet sich im freien Fall, weit über 30 Millionen Amerikaner haben sich arbeitslos gemeldet; viele von ihnen verlieren ihre Krankenversicherung und ihr Obdach.


Müsste nun nicht endlich der Turning Point erreicht sein, an dem auch die 62 Millionen Trump-Wähler und FOX-News erkennen, daß IQ45 völlig unabhängig vom Unterhaltungsfaktor eine enorme Bedrohung für die Staaten darstellt und auch keinen Fall wiedergewählt werden darf?


Muss dieser Typ die Wahlen am 03.11.2020 nicht haushoch verlieren?
Au contraire, mon cher, nein, er hat nach wie vor gute Chancen auf eine zweite Amtszeit, weil weite Teile Amerikas vollkommen von Fakten entkoppelt sind, immer noch nicht glauben, daß Corona überhaupt existiert und so von ihrem blanken Hass auf andere Amerikaner zerfressen sind, daß sie den debilen Orang immer noch anbeten.

[…..] Die jüngste Umfrage des angesehenen Gallup-Instituts sieht Trump wieder im Aufwind. 49 Prozent der Befragten sind mit dem Präsidenten zufrieden, 47 Prozent sind unzufrieden. Zur vorherigen Umfrage von Mitte April ist das eine Verbesserung um sechs Prozentpunkte.
Ein Trump-Triumph bei der Wahl ist also durchaus noch möglich. Eine ähnliche Dynamik könnte Trump bei der wirtschaftlichen Entwicklung helfen. Wenn die nun geplanten Lockerungsmaßnahmen in einigen Bundesstaaten bis zum November zu einer leichten Verbesserung am Arbeitsmarkt führen, könnte Trump für sich in Anspruch nehmen, dass er es war, der den "Turnaround" geschafft hat. Sein wichtigstes Argument für die Wiederwahl wäre dann, dass nur unter seiner Führung eine weitere wirtschaftliche Genesung möglich sei. Am Ende könnte eine überraschend deutliche Mehrheit der Amerikaner so tatsächlich für ihn stimmen. […..]

Die bisher angerichtete Katastrophe reicht offenbar immer noch nicht aus.
Es muss wohl wirklich erst Millionen Tote geben und eine ökonomisch vollkommen zerstörte Nation bis auch die gehirngelähmten FOX-Viewer verstehen, welche biblische Plage IQ45 ist.


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