Dienstag, 16. Mai 2017

Ausländerkriminalität

Ich bin Ausländer.

Wenn mir kalt ist, drehe ich die Heizung auf. Oder ich öffne den mit viel mehr als zum Leben notwenigen Klamotten gefüllten Kleiderschrank und nehme irgendwas zum Überziehen raus. Ich könnte mich auch ins Bett legen und eine weiche Bettdecke über mich ziehen.
Habe ich Hunger, kann ich zum Kühlschrank gehen und mir etwas zubereiten. Oder ich gehe in eins der Restaurants in der Nachbarschaft und wenn ich dazu auch keine Lust habe, kann ich unter Dutzenden Lieferdiensten aussuchen, die mir binnen einer halben Stunde das bringen worauf ich Appetit habe.
Geht mir das Geld aus, muß ich nur 100 m zum nächsten Automaten gehen und ziehe dort Neues heraus. Ja, das Bankkonto könnte leer sein, aber auch in dem Fall bliebe mir die Möglichkeit das Konto zu überziehen. Zur Not geht man in die Filiale und bittet um einen Kredit.
Vermisse ich meine Verwandten in Amerika, kann ich sie jederzeit anrufen und so lange mit ihnen sprechen wie ich will. Auch wenn ich sie besuchen wollte, wäre das unkompliziert. Eine halbe Stunde fährt man zum Flughafen; die Flüge gehen mehrfach täglich.

Würde ich eins meiner Bedürfnisse angesichts der beschriebenen Optionen erfüllen, indem ich jemand das Portemonnaie stehle oder irgendwo einbreche, wäre das nicht nur kriminell, sondern auch höchst unmoralisch, weil ich anderen schade und es dafür keine Entschuldigung gäbe.

Gegen Gesetze zu verstoßen, ist kriminell, aber nach meiner subjektiven Ansicht nicht immer unmoralisch. Das betrifft Gesetzesverstöße, bei denen ich keinem Dritten schade, indem ich einen Joint rauche oder Gott lästere. Man kann durch Gesetzesverstöße auch Menschen helfen, regelrecht moralisch dazu gezwungen sein (Stichwort Sterbehilfe).

Das bisher gesagt gilt auch für Deutsche, aber zusätzlich habe ich noch einen ganzen Katalog von möglichen Verstößen gegen spezielle nur Ausländer betreffende Regelungen, die mich kriminell machen könnten. Zum Beispiel gibt es das Aufenthaltsgesetz, Kapitel 9 - Straf- und Bußgeldvorschriften (§§ 95 - 98), mit empfindlichen Strafen.       Es gibt das Ausländerbeschäftigungsgesetz, § 28 AuslBG Strafbestimmungen und jede Menge mehr Urteile bezüglich des Ausländergesetzes.

Kriminalität von Migranten und „Biodeutschen“ kann man zwar vergleichen, aber man müßte die spezifischen Bestimmungen herausrechnen, gegen die ein Deutscher gar nicht verstoßen kann, weil sie für ihn nicht gelten.

Problematisch an solchen Vergleichen ist außerdem der soziale Status. Je weniger finanzielle Mittel man hat, desto größer die Wahrscheinlichkeit kriminell zu werden. Das gilt natürlich insbesondere für die Hunderttausenden Wartenden, über deren Aufenthaltsstatus nicht entschieden ist und die weder eine Arbeitserlaubnis haben, noch Niederlassungsfreiheit genießen.
Noch schlimmer trifft es diejenigen Migranten, die aus purer Not „untergetaucht“ sind und gar keinen Aufenthaltstitel haben und daher auch keinerlei legale Beschäftigung nachgehen können.

Wer solchen Menschen in Not hilft, macht sich selbst schon strafbar.

[…..] Pfarrer zum Verhör geladen. Flüchtlinge mit besonders schwierigem Schicksal suchen im Angesicht von Abschiebung den Schutz der Kirchen. In Bayern aber eröffnen Staatsanwaltschaften immer häufiger Ermittlungsverfahren gegen Pfarrer und Pastoralreferenten wegen angeblicher Beihilfe zum illegalen Aufenthalt. Das kritisierte die Opposition heute im Landtag. […..]

Was also tun, wenn man als 15-Jähriger Afghane oder 16-Jähriger Iraker in Athen strandet, dessen Eltern entweder bei einem IS-Anschlag weggesprengt wurden, oder hungernd mit sieben kleineren Kindern in Kandahar sitzen und man deren einzige Hoffnung ist?

Nach zwei Jahren „Flüchtlingskrise“ befindet sich das Management der EU immer noch im Chaos. Die minderjährigen unbegleiteten Flüchtlinge in Griechenland schlüpfen durch alle Maschen. Es gibt keine ausreichende Betreuung.

Wie so oft sind die bereits geborenen Kinder den christlichen Regierungschefs offenbar herzlich egal.
Schließlich exportieren wir auch lieber Waffen, als die 10.000 bis 20.000 jeden Tag verhungernden Kinder zu ernähren.

Das gibt es auch in der EU.
Für die Jungs im Athener Viktoria-Park heißt es, entweder verhungern oder Prostitution. Sollen sie sich doch von griechischen Geronten vögeln lassen – Hauptsache sie kommen nicht hierher und versauen Merkels CDU die Wahlchancen. Denn der deutsche Michel will nicht noch mehr von solchen Kindern aufnehmen.

Bundeskanzlerin: "Ich betreibe Politik auf Basis christlicher Werte"

HH Abla: Kommen Sie nur als Bundeskanzlerin zum Kirchentag oder auch als Christin und Protestantin?

Merkel: So trenne ich das nicht. Ich betreibe Politik auf der Basis meines christlichen Menschenbildes. Mein Glaube vermittelt mir Maßstäbe für meine Entscheidungen, nicht nur für die privaten. […]

HH Abla: Welches war Ihr bisher eindrucksvollstes Kirchentags-Erlebnis?

Merkel: Ich besuche seit vielen Jahren Kirchentage, die Faszination kann ich nicht auf ein einziges Erlebnis beschränken. Mich beeindruckt immer wieder, mit welcher Ernsthaftigkeit und Freude Menschen bei Kirchentagen diskutieren und beten. […]
Uns ist die Schöpfung anvertraut. Wir müssen uns deshalb immer wieder fragen, wie wir mit ihr umgehen dürfen, umgehen müssen. Unsere Verpflichtung ist es, die Schönheit und den Reichtum der Erde und damit auch die Lebensgrundlagen der gesamten Menschheit langfristig zu bewahren. Wir selbst sind aber auch Geschöpfe Gottes. Das heißt, wir führen ein Leben in Gemeinschaft, in gegenseitiger Verantwortung füreinander. […]  Für mich - wie gesagt - ist das christliche Menschenbild Grundlage meines politischen Handelns, insbesondere wenn es um den Schutz des menschlichen Lebens geht, ob am Anfang oder am Ende.

Übersetzt in die Praxis von 2017 bedeutet dies, daß sich Myriaden minderjährige Flüchtlinge in Europa prostituieren müssen, daß Zehntausende Kinder von ihren Eltern getrennt werden, weil Christen-Merkel aktiv Familien kaputt macht.

Ist Mohammed aus Afghanistan in einer griechischen Winternacht kalt, muß er frieren. Hat er kein Geld, wird ihm keiner etwas geben.
Will er essen, muß er mit alten Daddys vögeln.
Er ist das perfekte Opfer, weil er sich als Illegaler nirgendwo beschweren kann.

[….] Er ist 17 Jah­re alt, aus Af­gha­nis­tan, sei­ne El­tern hat er bei ei­nem An­schlag ver­lo­ren, […..]  Und so rollt Mo­ham­mad sich nun jede Nacht in ei­ner Ecke des Vik­to­ria-Plat­zes un­ter ei­ner De­cke zu­sam­men. Sei­nen ein­zi­gen Be­sitz hält er dann an sich ge­presst: ei­nen gel­ben Um­schlag, dar­in sei­ne Registrierungspapiere. Er hat im No­vem­ber 2016 auf Les­bos Asyl be­an­tragt. Das Da­tum für sein In­ter­view bei der Asyl­be­hör­de: 4. Ja­nu­ar 2018. [….]
 Die Prostituti­on boomt, weil das Sys­tem ver­sagt. Weil Grie­chen­land nicht die Mit­tel hat, um die min­der­jäh­ri­gen Flücht­lin­ge zu be­treu­en. Weil Cha­os herrscht bei der Ab­ar­bei­tung der Asyl­an­trä­ge und weil die eine Be­hör­de nicht weiß, was die andere tut. Und weil, auch das ge­hört dazu, die Jun­gen den Miss­brauch an­zei­gen müss­ten, da­mit ei­ner ih­rer Kun­den ver­folgt wer­den könn­te.
"Ich muss durchhalten, bis ich genug Geld habe, und dann wird dieser Albtraum zu Ende sein."
Mehr als 6500 Be­rich­te über Miss­brauch, se­xu­el­le Aus­beu­tung und an­de­re Ar­ten von Überg­rif­fen auf min­der­jäh­ri­ge Flücht­lin­ge sind seit An­fang 2016 bei Chris­tos Hom­bas ein­ge­gan­gen, der für Ekka ar­bei­tet, eine Agen­tur des Sozialministeriums. [….]
(DER SPIEGEL, 13.05.2017)

Leider bin ich zunehmend isoliert mit meiner Ansicht, daß wir als EU moralisch dazu verpflichtet sind alle diese Kinder aufzunehmen, adäquat zu versorgen und auch ihre Eltern, soweit sie noch leben, dazu zu holen.

AfD und CSU betreiben Hetze gegen die Illegalen, obwohl es nicht nur humanitär geboten wäre ihnen zu helfen, sondern auch der deutschen Wirtschaft hülfe.
Merkels CDU ist ebenfalls längst auf „Schotten dicht!“ umgeschwenkt; ihr CDU-Innenminister verbreitet aufwiegelnde Lügen über Heimatvertriebene.
FDP-Führer Christian Lindner befindet sich längst auf braunen Kurs, macht ebenfalls Stimmung gegen Ausländer. Lindner redet so rechts, daß ihn sowohl Jürgen Trittin, als auch Peter Tauber mit dem rechtspopulistischen Alexander Gauland verglichen.
Bei den Linken ist es Sahra Wagenknecht, die mit Sprüchen wider des nicht existenten Gastrechtes xenophobe Stimmung macht.
Auch bei den Grünen ist es neben Palmer und Kretschmann der Parteichef Cem Özdemir selbst, der sich zumindest ausländerunfreundlich präsentiert.
Da bleibt schließlich nur noch meine Partei, die SPD, die gerade so ein Arschvoll bekommen hat, als NRW stramm nach rechts rückte – 16 Landtagssitze für die AfD und trotzdem reicht es noch in dem einst roten Land für eine schwarzgelbe absolute Mehrheit!
Was tut die SPD also jetzt? Wird auch ein bißchen ausländerfeindlich.

[….] SPD will straffällige Ausländer „unverzüglich abschieben“ […..]

Nun ist es soweit, es gibt keine Parlamentspartei mehr, die meine Meinung teilt.

Montag, 15. Mai 2017

Das kommt von sowas - Teil II



Das Schlimme an den rechten Hetzern/Politikern/Präsidenten; sie schaffen die Voraussetzungen für Gewalt aller Art.

Durch die Anti-LGBTI-Kampagne des Front National und der katholischen Kirche in Frankreich 2013 fühlten sich signifikant mehr Dumpf-Franzosen ermutigt Schwule zu mobben und zu schlagen.

Wozu katholische Schwulenhetze führt, haben wir 2013 in Frankreich erlebt. 
In unserem traditionell eher homophilen Nachbarland hatten sich die homophoben Übergriffe verdreifacht, seit die liebe RKK des allseits so geschätzten Papst Franz sich so massiv in die französische Gesetzgebung einmischte.
Und auch in Hamburg geschah letzte Woche das Unvorstellbare: Mehrere gewalttätige Übergriffe auf Schwule im Zuge des CSDs. Zwei Opfer liegen immer noch im Krankenhaus.

Vom deutschen BND und seinen Schwesterorganisationen ist diesbezüglich allerdings rein gar nichts zu erwarten. Ihre Blindheit auf den rechten Augen stellten sie eindrucksvoll unter Beweis.

Durch die ständige antimuslimische und menschenfeindliche Hetze der AfD im Jahr 2015, als CDU, CSU und FDP ungeniert auf den Zug aufsprangen, wurden Tausende Widerlinge ermutigt ihre Xenophobie auf ein praktisches Level zu promovieren.

[…..] Im vergangenen Jahr hat es in Deutschland mehr als 3500 Angriffe auf Flüchtlinge und Flüchtlingsunterkünfte gegeben. Dabei wurden 560 Menschen verletzt, unter ihnen 43 Kinder. Das berichten die Zeitungen der Funke-Mediengruppe und berufen sich auf eine Antwort des Bundesinnenministeriums auf eine Parlamentsanfrage.
Demnach gab es 2545 Angriffe auf Flüchtlinge außerhalb ihrer Unterkünfte. Hinzu kamen 988 Angriffe auf Flüchtlingsheime - das waren geringfügig weniger als im Vorjahr (1031 Angriffe). Zudem wurden 217 Mal Hilfsorganisationen oder freiwillige Asyl-Helfer attackiert. […..]

Ob der endgültig zum rechtsradikalen Verschwörungstheoretiker mutierte David Berger mit seinen Hassblogs selbst zum Baseballschläger oder Molotowcocktail greifen würde, vermag ich nicht zu beurteilen.
Aber sofern seine eigenen Angaben über die Klickzahlen stimmen – angeblich wählen über 1,5 Millionen Menschen monatlich seinen PP-Blog an – ist es irrelevant, ob der von Hass zerfressene Tradi-Katholik die Grenze zur physischen Gewalt überschreitet, da es vermutlich unter seinen Lesern  einen Bodensatz gibt, für den Bergers Worte die Tropfen sind, die das braune Fass überlaufen lassen.


Kurz vor der NRW-Landtagswahl durfte sich auf Bergers Blog die wirre Verschwörer-Netzfrau Ines Laufer („Fisch und Fleisch“) austoben und befand:

[…..] „Die AfD ist die einzige wirksame(!) Projektionsfläche, auf der wir unsere Ablehnung der von den Regierungsparteien zugelassenen, ungeregelten, tödlichen Masseneinwanderung [ist das nicht nah an Volksverhetzung? – T.] signalisieren und artikulieren können.“"
[…..]
"Dialog eines alten Mannes mit seinem Enkel in einer Moschee im Jahr 2035, irgendwo in Deutschland:
„Opa, warum hast du damals wieder CDU gewählt, obwohl doch bekannt war, dass 500 Millionen Afrikaner auf gepackten Koffern saßen?
 - Das verstehst Du nicht, Kevin-Abdullah. Damals war es wichtiger, Björn Höcke zu verhindern. Und jetzt bete.“ […..]
(PP-Blog, 11.05.2017 – absichtlich nicht verlinkt)

Auch wenn 99% der Berger-Fans bei solchen Texten passiv bleiben mögen, so kann es doch eine Minderheit geben, die nun „zur Tat schreitet.

Ich halte es ebenso für schwer vorstellbar, daß Nigel Farage oder Boris Johnson jemals selbst einen Migranten verprügelt haben.

Nach dem Brexit-Votum Briten machen Jagd auf Polen
[…] Neid, Wut, Hass, Rassismus: Nach dem Brexit zeigt Großbritanniens Gesellschaft ihre hässlichste Fratze. Rechtsextreme, aber auch stinknormale Bürger hetzen gegen Ausländer und Menschen mit ausländischen Wurzeln, machen teils regelrecht Jagd auf sie – ganz speziell auf Polen.
Mehr als 750.000 Menschen kamen seit dem EU-Beitritt des Landes 2004 auf die Insel, um zu arbeiten, eine bescheidene Existenz aufzubauen. Jetzt sind sie Ziel ausländerfeindlicher Angriffe. So giftete Nigel Farage, Chef der rechtsextremen UKIP-Partei, im Brexit-Wahlkampf gegen Polen, andere Ausländer und Muslime. Seit dem Entscheid über das EU-Aus der Briten geht seine Saat und die Hetze anderer Ausländerfeinde auf. Hunderte teils schwere Übergriffe gegen Zuwanderer wurden bisher registriert.
[…] Die britische Polizei bestätigte, dass seit  Donnerstag die rassistischen Übergriffe um 57 Prozent zunahmen. […]

Der von den Evangelikalen als frommer Christ gepriesene Donald Trump erreichte schon vor der Wahl diesen Effekt. Seine fortgesetzten fremdenfeindlichen Attacken zeigten überall im Land Wirkung.

[….] Gerade mal eine Woche nach dem Wahlsieg Donald Trumps berichten NGOs und Aktivisten von einer erschreckenden Zunahme der Hasskriminalität in den USA. 437 Fälle sammelte das Southern Poverty Law Center (SPCL) allein in den ersten fünf Tagen nach der Wahl. Das ist allerdings bloß die Fortsetzung dessen, was fast zwei Jahre Wahlkampf in den USA bereits angeschoben haben.
Am Sonntag veröffentlichte dann das FBI eine Statistik, wonach die Zahl der Fälle von Hasskriminalität gegen Muslime in den USA im Jahr 2015 um 67 Prozent im Vergleich zum Vorjahr angestiegen ist. Erfasst wurden 257 antimuslimische Übergriffe im Jahr 2015 (im Vergleich zu 154 im Vorjahr) – das ist der höchste Wert, der seit den Anschlägen auf das World Trade Center im Jahr 2001 erhoben wurde. Genauso stieg die Zahl der Übergriffe auf jüdische, schwarze und LGBT-Menschen. Was all diese Gruppen gemeinsam haben? Sie gehören zu jenen, gegen die Trump immer wieder gewettert hat.
Und Experten führen die Übergriffe auch konkret auf Trumps Rhetorik zurück. Auf das, was er gesagt hat. Also etwa auf seine Forderungen, Moscheen zu überwachen, Muslimen die Einreise in die USA zu verweigern und eine Datenbank mit allen muslimischen US-Bürger zu erstellen. […..]

Insofern ist es leider nicht so, daß man rechts blinkende CSUler, Trump, AfD-Typen oder David Berger einfach so reden lassen kann.
Bannon, Pence, Trump und Co im Weißen Haus zu wissen, ermutigt die bösen Kräfte des Landes. Amerika verändert sich.

[…..] Texas Moving To Ban Jews, Muslims, and Gays from Adopting
Texas parents looking to adopt may soon be banned by private and state-funded agencies that object to people who are Muslim, Jewish, single, gay, or interfaith couples, under a proposal from the Republican-controlled legislature, according to a report by the Associated Press.
Similar laws have been passed in five states allowing adoption organizations the ability to refuse gay parents or members of certain religions the right to adopt. The difference is the Texas rule extends the allowable discrimination to state-funded agencies.
[…..]     “This would allow adopting agencies to turn away qualified, loving parents who are perhaps perfect in every way because the agency has a difference in religious belief. It goes against the best interest of the child.” said the Human Rights Campaign senior legislative counsel, Catherine Oakley.
 “The bill also blatantly violates the Constitution.” […..]

Sonntag, 14. Mai 2017

Schönes Wetter draußen.



Dumdidumdidum, lalalala, war irgendwas los heute?
Es ist doch nichts vorgefallen, das einen irgendwie bewegen müßte, oder?


Ach ja. Und weil heute so ein fröhlicher und unbeschwerter Tag war, dachte ich mal wieder darüber nach auszuwandern.

Fragt sich nur wohin.

Vor einen halben Jahr hatte ich meine Aufmerksamkeit auf die Outer Banks von North Carolina, OBX konzentriert.

Das ist diese dreihundert Meilen lange superschmale Inselkette im Atlantik vor Northcarolina.
An den schmalen Stellen sind die OBX nur um die 150 m breit. Das hätte den Vorteil, daß man mit etwas Glück ein Grundstück finden könnte, bei dem man kaum Nachbarn hat, weil im Osten (Atlantik) und Westen (Sound) Meer ist. Frische Brise ist garantiert (= ideal für mich Allergiker) und da alle auf die grandiose Aussicht scharf sind, haben die Häuser dort oft einen „umgekehrten Grundriss“, so daß man unten Bad, Küche, etc einbaut und das Wohnzimmer ganz nach oben rutscht. Üblicherweise haben die Einfamilienhäuser dort drei oder mehr Stockwerke. Wäre auch perfekt für mich. Ich würde ganz oben thronen und selbst wenn mal Leute dort rumlatschen, würden sie mich nicht sehen.
Zudem sind die Grundstücke an der Sound-Seite relativ geschützt vor Sturmfluten und die Preise sind natürlich nicht so hoch wie in anderen begehrten Küstenregionen (Florida oder Kalifornien zB).
Als ich den Plan einem Freund in den USA erzählte, lief er allerdings leicht grün an und schnappte nach Luft. Er war in NC aufs College gegangen und befand der gesamte Staat sei vollkommen  von „christian cunts“ durchseucht. Nur Fundis da.
OK, das ist nicht so ideal.

Vielleicht doch lieber Alaska?
Das ist immerhin die Heimat meiner ersten erwachsenen Lieblingsserie Northern Exposure, der ersten hochqualitativen Dramaserie mit sich stetig entwickelnden Charakteren, die gedreht von 1990-1995 noch vor den unübertroffenen Sopranos entstand.
Das ist klimatisch noch besser für mich. Natürlich ist das auch ein konservativer US-Staat, aber dort sind sie Individualisten gewöhnt. Viele Alaskaner legen äußersten Wert auf Abgeschiedenheit und wollen sich nichts vorschreiben lassen.
Die Grundstückspreise dort sind noch niedriger und an den Millionen Seen gibt es unberührte Natur der schönsten Art – nämlich einsame Natur. Menschenfrei.
Meine Sorge ist aber, daß ich dort als Vegetarier Probleme bekomme. Die Menschen in Alaska fressen jeden Tag mindestens einen Zentner Lachs und Elch pro Person und scheinen dementsprechend auch kaum etwas anderes zu tun außer angeln und Elche abzuknallen.
Und die bugs. Im Sommer kann man scheinbar aufgrund all der stehenden Gewässer die Hand vor Augen kaum sehen, weil die Mücken so dicht an dicht rumschwirren.
Ein bißchen weiter südlich, Seattle im Bundesstaat Washington zB, gefiele es mir politisch besser und aufgrund all der linksliberalen Hipser in Portland, könnte ich dort auch perfekt ernährt werden.
Die vorgelagerten Pazifik-Inseln wie zB Orcas-Island sind unübertroffen schön. Insbesondere gibt es dort die legendären Baumbestände aus riesigen roten Zedern und Mammutbäumen.
Blöd ist nur, daß andere das auch schon bemerkt haben und man daher ein großes Grundstück (erforderlich, um keine Nachbarn zu haben) erst nach dem Lotto-Hauptgewinn bezahlen kann.

Zivilisierter wäre natürlich Kanada.
Im 2016er Wahlkampf warb Nova Scotia schon gezielt um Immigranten.
Die Halbinsel Nova Scotia (wir befinden uns wieder an der Ostküste), die sich größentechnisch zwischen Belgien und Österreich einordnen läßt, verfügt bisher nur über 900.000 Bewohner.
Allerdings bin ich bloß USAner und kein Kanadier. So wie sich Trump benimmt, wird der Migrationsdruck gen Kanada vermutlich noch stark zunehmen.
Kanada ist für seine liberalen Einwanderungsgesetze bekannt, aber das Punktesystem bevorzugt natürlich diejenigen, die sie gebrauchen können.
 Und was will Justin Trudeau mit einen geriatrischen US-expat anfangen?
Auswandern für Geronten geht immer nur gut, wenn man reich ist.

Könnte ich vielleicht nach Island? Ist nicht EU, recht liberal, prima Klima für mich.
Vermutlich müßte ich dafür aber auch eine Isländerin heiraten und wo finde ich die? Gibt doch nur so wenige. Außerdem wird Island inzwischen von Touristen überlaufen. Verhungern müßte ich ebenfalls, weil die Leute da nur giftigen, vergammelten Hákarl (aus fermentiertem Grönlandhai) und im heißen Boden geschmorte alte Hammel fressen. Ich will nicht.


Also wohin bloß?

Ich kann nur hoffen, daß mich die Außerirdischen bald abholen.

NRW kommt jedenfalls auch nicht mehr in Frage.


Samstag, 13. Mai 2017

Britenfrust

Zweifellos bestehen alle menschlichen Volksgruppen und Nationalitäten hauptsächlich aus Widerlingen; so ist Homo Sapiens nun einmal.
Es ist daher absurd und ungerecht einzelne Völker zu lobpreisen und andere zu verdammen.
Aber wer ist schon fair und objektiv?
Natürlich stecke auch ich voller Vorurteile, hege Zu- und Abneigungen aufgrund willkürlicher subjektiver Kriterien.
Sehe ich einen Dreizentner-Texaner mit Cowboyhut und Schlangenlederstiefeln oder einen Glatzkopf mit schwerem sächsischem Akzent, erwarte ich, daß der irgendwas höchst Unsympathisches von sich gibt.
Dabei gibt es gelegentlich positive Überraschungen, wenn sich so einer als „nett“ herausstellt.
Umgekehrt ist es aber schlimmer, weil Enttäuschung hinzukommt.
Kommen aus einer Volksgruppe, die man bisher mit positiven Vorurteilen bedacht hatte, rechtsradikale Töne, bin ich ernsthaft deprimiert.

Ich liebe Dänen und Holländer – umso gräßlicher, wenn gerade die rechtspopulistisch wählen.

Insbesondere hege ich seit Dekaden eine große Vorliebe für die britischen Nationen.
Ich mag das Spleenige, die Popkultur, die angelsächsische Musik, das lustige Königshaus und natürlich erst recht den englischen Hang zur Exzentrik.

Wieso müssen also ausgerechnet die Briten so einen europafeindlichen Mist wie den Brexit anzetteln?
Rhetorische Frage; man kennt die Gründe: Miserable Berichterstattung, extrem tendenziöse Boulevardmedien, radikale-unverschämte Lügen der Brexiteers und enormes Phlegma der jüngeren Hälfte der Briten.

Nur wenige Tage nach der Abstimmung bedauerte Queen Elisabeths Volk schon die Entscheidung, räumte ein sich gar nicht mit den Konsequenzen beschäftigt zu haben.

Im vergangenen Jahr gab sich allerdings die neue britische Regierung große Mühe sich von ihrer unangenehmsten Seite zu präsentieren. Ungeniertes Einschleimen bei Donald Trump, unfaire Behandlung der europäischen Freunde und unerhörte Drohungen mit Erpressung.
Und was machen die englischen Wähler daraus, die am 08.06.2017 ein neues Parlament wählen? Sie werden mutmaßlich den Tories eine riesige Mehrheit bescheren. Die Konservativen führen mit 15-20 Prozentpunkten vor Labour.

Dabei sieht die britische Zukunft unter Tory-Führung düsterer aus, denn je.
Über 100 Milliarden Euro muß England womöglich an die EU zahlen.

[….] Bislang war die Rede von 60 Milliarden Euro. Diese Summe könnte Großbritannien beim Verlassen der Europäischen Union in Rechnung gestellt werden, hieß es stets. Premierministerin Theresa May lehnt das kategorisch ab, ihre Regierung werde "keine gewaltigen Summen an die EU zahlen".
Die "Financial Times" berichtet nun, die Forderung an Großbritannien könne noch deutlich höher ausfallen. Demnach sei in Brüssel die Rede von über 100 Milliarden Euro. Die höhere Summe gehe vor allem auf Deutschland und Frankreich zurück, heißt es in dem Bericht weiter. Die EU-Verhandlungsführer hätten ihre ersten, ursprünglichen Kalkulationen als Reaktion auf Anfragen von mehreren EU-Mitgliedsländern überarbeitet und dabei die maximalen Forderungen erstellt.
Bei den Zahlungen geht es um die Schlussrechnung für Großbritannien zu Verpflichtungen nach über 40 Jahren EU-Mitgliedschaft. Dazu zählen Haushaltsverpflichtungen, Zusagen gegenüber EU-Institutionen sowie Pensionskosten für Beamte und etliches mehr. [….]

Das ist, absolut betrachtet, ohnehin eine gewaltige Summe.
Sie ist relativ aber sogar noch schlimmer, da wie erwartet die britische Wirtschaft schon jetzt aufgrund ihres europhoben Kurses schrumpft.

[….] Schlechte Nachrichten für Großbritanniens Wirtschaft: Die Firmen im Vereinigten Königreich haben im März deutlich weniger produziert - und das bereits den dritten Monat in Folge. [….] In der Industrie fiel der Rückgang mit 0,6 Prozent ebenfalls überraschend stark aus. Fachleute hatten dort eigentlich keine Veränderung des Produktionsvolumens erwartet. Aus anderen Daten ging zudem hervor, dass sich das britische Handelsdefizit stärker ausgeweitet hat, als angenommen. [….]

Dabei ist Großbritannien noch EU-Mitglied; die Wirtschaft dürfte noch deutlich mehr schrumpfen, wenn der Austritt vollzogen wird. Schon jetzt setzt eine große Flucht der internationalen Unternehmen ein.


[….] BaFin rechnet mit Umzug vieler Londoner Banken nach Frankfurt
Zahlreiche Londoner Banken werden nach Einschätzung der Finanzaufsicht BaFin wegen des Brexit Geschäfte nach Deutschland verlagern.
Deutlich mehr als 20 in Großbritannien ansässige Banken haben inzwischen wegen des Brexits bei der deutschen Finanzaufsicht BaFin vorgesprochen. Eine zweistellige Zahl habe bisher signalisiert, dass sie sich für den Standort Frankfurt interessiere, sagte der Chef der Bankenaufsicht, Raimund Röseler. Viele Geldhäuser würden die Anträge auf eine Banklizenz in Deutschland vorbereiten und vermutlich im zweiten Halbjahr einreichen.
[….] Viele deutsche und französische Politiker fordern, dass auch die Abwicklung von Derivategeschäften in Euro von London auf den Kontinent verlagert werden muss. […]

Der britische Außenminister Johnson verbreitet unterdessen flotte Ideen zum Thema wer die 12-stelligen Kosten übernehmen könnte, die in der Hauptsache Johnson selbst verursacht hat: Die anderen EU-Nationen!

Kann man sich nicht ausdenken.

[…..]  Der Streit zwischen der EU und Großbritannien über die Kosten des Brexits verschärft sich zusehends. Außenminister Johnson hat nun einen neuen Vorschlag vorgelegt. Brüssel solle die gesamten Kosten übernehmen - und dafür nennt er Gründe.
[…..] Brüssel will Vermögenswerte wie EU-Gebäude bei den Scheidungskosten nicht verrechnen. Die Begründung: Sie gehören der EU als Rechtsperson, die bestehen bleibt. "EU-Kommissionspräsident Jean-Claude Juncker denkt, dass es das Hotel California ist, wo man auschecken kann, aber man kann niemals gehen. Er hat unrecht", sagte Johnson in Anspielung auf einen Eagles-Song. [….]