Freitag, 16. Februar 2018

Frau, gläubig, rechts

Angeregt von Oberclowns Frage denke ich mal wieder darüber nach was eigentlich links und was rechts ist.
Oftmals denke ich so radikal pragmatisch, daß ich sehr linke politische Ansichten nur noch als Hilfe für die politische Rechte ansehe.
Wer wie die französischen Sozialisten unter François Hollande 95% Vermögenssteuer fordert, überzieht vermutlich und bekommt so viel Widerstand, daß an Ende gar keine Vermögenssteuer eingeführt wird.
Was nützen radikale Maximalforderungen, wenn man damit machtlos in der Opposition sitzt? Ist es nicht besser kompromissbereit zu sein und „der Wirtschaft“ entgegen zu kommen, so daß man wenigstens ein paar linke Wünsche durchsetzen kann?
In den USA ist das Elend besonders groß, da die Demokraten für meinen Geschmack viel zu rechts sind.
Ich wünsche mir demokratische Kandidaten, die klar als Atheisten auftreten, die nicht pathetisch von „greatest country of all“ sprechen, die es wagen das Militär radikal zu beschneiden, Waffen verbieten, das Homeschooling abschaffen und eine allgemeine Kranken- und Rentenversicherungspflicht einführen.
Allerdings wird so eine Person nicht die geringste Chance haben überhaupt als Kandidat nominiert zu werden.
Rep. Joe Kennedy (D-MA) wird auch vom USA-pathos erfasst, beendet seine Rede mit „god bless America!“. Für mich ist das blanke Idiotie. Aber so muss man eben reden, wenn man überhaupt Chancen in der amerikanischen Politik haben will.
Wer weiß schon, ob Hillary Clinton oder Barack Obama wirklich an Jesus glauben.
Sie sind beide recht intelligent, also spricht einiges dafür, daß sie den christlichen Unsinn nicht glauben. Aber es ist eben intelligent nicht zuzugeben, daß man Atheist ist, wenn man zum US-Präsident gewählt werden möchte.

Ein bißchen mit Wirtschaftslobbyisten zu kungeln, ein wenig auf konservative Christen zuzugehen, muss in Amerika also nicht bedeuten nicht links zu sein. Das kann auch ein Ausweis von Klugheit sein.

In Deutschland sind wir ein wenig weiter.
Der überzeugte Atheist Gerhard Schröder wurde zweimal zum Bundeskanzler gewählt; sein Vizekanzler Joschka Fischer brachte es als ebenso überzeugter Atheist zum beliebtesten deutschen Politiker.
Für deutsche Verhältnisse war die rotgrüne Bundesregierung allerdings nicht besonders links, auch wenn nie linkere Parteien eine Koalition auf Bundesebene bildeten.
Aber Schröder gab sich als „Genosse der Bosse“, hatte ein Ohr für die Autoindustrie und sein „schwarzer Scheriff“ Otto Schily drückte so knallharte Sicherheitsgesetze durch, daß Beckstein ihn kaum noch überfordern konnte.
Das pure Grauen für liberale Bürgerrechtler und Jusos.
Ich bin aber immer noch überzeugt, daß nach 9/11 ohne Schily 2002 Edmund Stoiber Bundeskanzler geworden wäre.
Also war es letztendlich doch links, daß Schily rechts war.

Aber mal Taktik beiseite; was unterscheidet links und rechts?
Früher galt einmal, Linke strebten nach Veränderungen, wollten Verbote niederreißen, während Rechte (=Konservative) das Bestehende zementieren wollten.
Inzwischen müssen aber Konservative manchmal sehr modern sein, radikal auf wirtschaftliche Innovationen setzen, weil das ihrer Meinung nach erforderlich ist, um den Wohlstand zu erhalten. Umgekehrt setzen Linke auf Bestehendes, wenn sie beispielsweise im Sinne des Umweltschutzes technologische Möglichkeiten verbieten und das Wachstum zügeln. Andererseits sind „linke Techniken“ wie regenerative Energien heute größere ökonomische Faktoren, als die „rechten Lieblinge“ wie Verbrennungsmotoren und Atomkraftwerke.
Da verschwimmt einiges, wenn man Links und Rechts wirtschaftlich definieren möchte.

Für mich ist der Unterschied zwischen links und rechts die generelle Stoßrichtung.
Links kämpft für die Schwachen, Rechts kämpft für die Starken.
Das gilt nicht nur politisch, sondern beispielsweise auch für den Terrorismus.
Rechte Terroristen ermorden die Schwächsten der Gesellschaft, rechte Hetzer pöbeln gegen Minderheiten: Schwule, Flüchtlinge, Behinderte, Obdachlose.
Linke Terroristen legen sich mit den Stärksten der Gesellschaft an, dem Militär, Bankdirektoren, Toppolitiker.

Von einer linken Partei wie der SPD erwarte ich, daß sie sich im Zweifelsfall immer für die Schwächsten einsetzt und mit ihnen gegen die Mächtigsten kämpft.

Was qualifiziert Andrea Nahles nun dazu innerhalb der SPD als links angesehen zu werden?
Nun, sie hat einiges dafür getan als Ikone des sehr linken Gewissens der SPD wahrgenommen zu werden.

Sie gründete 2000 das Forum Demokratische Linke 21, den Nachfolgeverein, des „Frankfurter Kreises“, der sie Linken in der SPD bündeln sollte und blieb acht Jahre DL21-Vorsitzende.
2014 trat sie aus, weil sie als Ministerin im Sinne der Arbeitgeber großzügige Ausnahmen beim Mindestlohn zuließ.
Heute kämpft das DL 21 gegen die einstige Vorsitzende und argumentiert scharf gegen die neue Groko.

Nahles war (ist?) Mitglied der Denkfabrik in der SPD-Bundestagsfraktion, die sich als Forum für junge und linke SPD-Abgeordnete versteht.

[….] Die DENKFABRIK existiert seit Sommer 2004. Wir – Abgeordnete und MitarbeiterInnen – haben sie ins Leben gerufen, weil wir einen Raum schaffen wollten, in dem Sozialdemokratinnen und Sozialdemokraten ungeschminkt und abseits der Schnelligkeit von Tagespolitik diskutieren können. Wir verstehen die DENKFABRIK als kreativen Impulsgeber innerhalb der SPD und sehen uns in einer besonderen Verantwortung, unseren Beitrag zur Stärkung des sozialdemokratischen Profils und zur Zukunftsfähigkeit der SPD zu leisten. [….] Vielfältig sind unsere Vorstellungen darüber, wie unsere Gesellschaft einmal aussehen könnte und vor allem auch, welche politischen Werte uns bewegen. Darüber diskutieren wir auch gemeinsam mit Politikerinnen und Politikern der Grünen, der SPD sowie der Linken. Resultate dieses #r2g Diskurses stellen wir regelmäßig vor. Wir sehen viele programmatische Überschneidungen. [….]

Dort soll Nahles wegen ihrer Abneigung gegenüber den Linken inzwischen ausgetreten sein. Diese Information konnte ich aber nicht verifizieren bisher.

Nahles war bis vor wenigen Wochen ebenfalls Mitglied der PL, der Gegenspielerin der Seeheimer.

[….] Die Parlamentarische Linke (PL) ist ein Zusammenschluss von sozialdemokratischen Bundestagsabgeordneten. Unser Ziel ist es, Diskussionen anzustoßen, politische Ideen zu entwickeln und ihre Umsetzung voranzutreiben – innerhalb der SPD-Bundestagsfraktion und auch darüber hinaus. Dabei eint uns unsere Zugehörigkeit zur SPD-Linken und das damit verbundene Eintreten für Freiheit, Gleichheit und gesellschaftlichen Fortschritt. Mit über 70 Mitgliedern ist die Parlamentarische Linke der größte Zusammenschluss innerhalb der SPD-Bundestagsfraktion. [….]

Am 13.01.2018 verkündete Nahles zum Entsetzen ihrer PL-Freunde ihre dortige Mitgliedschaft ruhen zu lassen.

Überrascht gewesen sind sie vermutlich nicht. Nahles ist recht CSU-affin geworden in ihrer Zeit als Ministerin.

[…] Sie hat, zumal als Arbeitsministerin, mitunter einen klaren Blick für die Wirklichkeit an den Tag gelegt - gemessen an dem Umstand, dass sie einst aus dem linken Juso-Verband kam, der sich gerne in Nischenthemen einrichtet. Es war ausgerechnet Nahles, die vor zwei Jahren dem Kabinett einen Gesetzentwurf vorlegte, der bestimmt, dass EU-Ausländer erst dann Sozialleistungen bekommen können, wenn sie fünf Jahre in Deutschland gearbeitet haben. Das Gesetz der damaligen Großen Koalition war eine Botschaft an EU-Neulinge wie Rumänien und Bulgarien, von wo eine Einwanderung in die deutschen Sozialsysteme beobachtet wurde.
Nahles reagierte damals - unausgesprochen auch unter dem Eindruck des vorherigen Flüchtlingsandrangs - auf das Abschmelzen der Kernklientel der SPD, der klassischen Industriearbeiter. Diese Gruppe misstraut einem liberalen Migrationskurs, flüchtet sich in die Wahlabstinenz oder wendet sich gleich der rechtspopulistischen AfD zu. Der "rechte" Kurs der "linken" Nahles wurde damals von vielen nur am Rande wahrgenommen, zeigt aber, wie unideologisch sie agieren kann. [….]

Schließlich galt Nahles natürlich wegen ihres Buches „Frau, gläubig, links. Was mir wichtig ist. Pattloch Verlag, München 2009, ISBN 978-3-629-02239-4“ als links.

Sehr eigenartig. Als Vertreterin einer stramm konservativen und bis heute rein patriarchalischen Organisation wie der RKK, die in den letzten 1500 Jahren massiv jeden gesellschaftlichen Fortschritt bekämpfte, kann man meines Erachtens nicht links sein.
Die RKK ist die Beharrungsorganisation schlechthin. Sie ist das große Instrument der Mächtigen.
Zu ihrem Engagement für den homophoben und misogynen Papst spricht auch eine andere nicht gerade linke Eigenschaft der Andrea Nahles.
Sie kann ausgesprochen biestig werden, wenn ihre Machtambitionen durchkreuzt werden.

[….] Von der Männerwelt in ihrer Partei lernte sie als Juso-Chefin in den Neunzigerjahren, worauf es ankommt - auf Bündnisse, auf einen Kreis von Vertrauten, auf Absprachen, auf Berechenbarkeit. Wer Nahles erlebt hat, weiß, dass sie sehr unangenehm werden kann, wenn ihr Vertrauen missbraucht wird. Diese Härte ist im politischen Überlebenskampf notwendig. [……]

Donnerstag, 15. Februar 2018

Wer nicht hören will…


Die USA sind auch im Jahr 2018 so tödlich, wie gewöhnlich.
Gewöhnlich im mehrfachen Sinne – wir sind es gewohnt.


[…..] Nach dem tödlichen Angriff auf eine Schule in Parkland, Florida, herrscht in den USA Entsetzen - nicht nur, weil ein 19-jähriger Ex-Schüler 17 Menschen erschossen hat. Sondern auch, weil sich Fälle dieser Art an Schulen in den USA häufen. Als Nikolas Cruz in Parkland um sich schoss, war das Jahr 2018 gerade einmal 45 Tage alt.
In diesen knapp sieben Wochen gab es - die Tat in Parkland inbegriffen - 18 "School Shootings" in den USA, wie die "Washington Post" unter Berufung auf "Everytown for Gun Safety" berichtet. Die Organisation setzt sich für strengere Waffengesetze ein. [….]


Wie mich das Geheule aus CNN und Co nervt. Nun sind zwei Dutzend Kinder erschossen worden, mal wieder, die Fernsehsender zeigen die Bilder all der kleinen Toten und sind ganz fürchterlich betroffen.

Huhuhu, und schon beginnt die etwas abgeklärtere Fraktion mit Schuldzuweisungen und Statistiken.


So ist das liebe Floridaner, wenn man bei den letzten Präsidentschaftswahlen 29 von 29 Wahlmänner für Trump losschickt; also den Mann, der sich brüstet Amerikas größter Waffenfreund zu sein.

Trump erwähnte heute die Waffengesetze gar nicht, hält den Schützen einfach für verrückt. Thema durch.
Für ihn und seine Wähler sind Muslime und  Dunkelhäutige die Gefahr, die mit Mauern abgewehrt werden muss, obwohl die mit Abstand tödlichste Gefahr von christlichen, weißen, nicht verrückten Männern droht.

[….]SZ: Frau Roshdi, in Florida wurden bei einem Amoklauf an der Stoneman Douglas High School 17 Menschen getötet. Der Täter ist auch dieses Mal ein Mann. Warum sind es so häufig Männer, die Amokläufe begehen?

Karoline Roshdi: Männer - und bei Amokläufen an Schulen sind das immerhin 95 Prozent der Täter - verfolgen dabei ein einfaches Muster: Sie holen sich ihre Männlichkeit zurück. Sie fühlen sich von Lehrern oder Mitschülern zurückgewiesen und kehren dann an den Ort zurück, an dem sie diesen Missstand erlebt haben. Um sich zu rächen. Nach dem Motto "Jetzt zeige ich es allen" wollen sie in eine Art Galerie der Märtyrer gelangen.

SZ: Das klingt sehr archaisch.

Karoline Roshdi: Ist es auch. Der Modus der Gewalt kommt tatsächlich von den menschlichen Ursprüngen, als vor allem Männer ausgezogen sind, um zu jagen.

SZ: Funktioniert das: Die Logik aus der Zeit von Jägern und Sammlern ins Jetzt zu holen?

Karoline Roshdi: Sehen Sie sich die Gewalt von Amokläufern doch an: Sie ist zielgerichtet, geplant, kühl und empathielos - wie auf der Jagd.

SZ: Das Bild vom durchgedrehten Amokläufer trifft also nicht zu?

Karoline Roshdi: Nein, diese Personen gehen bewusst einen Weg zur Gewalt. Am Anfang steht der Missstand, die Kränkung. Und diese Kränkung kompensieren sie durch Rachefantasien und machen andere für ihr Leiden verantwortlich. Wir wissen bei Amokläufern aus Deutschland, dass sie ihre Taten teilweise über mehrere Jahre lang planen. [….]



So ist das liebe Floridaner, wenn man bei den letzten Präsidentschaftswahlen den NRA-Toplobbyisten Marco Rubio als Senator nach Washington schickt; also den Mann, der mit vielen Millionen direkt von der Waffenlobby finanziert wird.

Sen. Marco Rubio Took $3.3M In NRA Blood Money, Says Now Is Not The Time To Talk About Gun Control.  Mediaite reports:
    To absolutely no one’s surprise, Florida Senator Marco Rubio thinks gun control isn’t necessarily the answer to stopping the school shooting that killed at least 17 people in Parkland, Florida. Fox News’ Pete Doocy asked Rubio if he thought it was appropriate to be discussing gun control after the events.
    “It’s not, only because people don’t know how this happened,” Rubio said. [….]


Februar 2018


So läuft das bei der GOP


Wenn die bösen Linken nun die NRA anprangern, empfinden das die Christen und Waffennarren als kaltherzig. Sie beten lieber für die Opfer.


Die Amerikaner haben viele Jahre Zeit gehabt sich die Mehrheiten zu wählen, die AR-15-Gewehre strenger kontrollieren würden.
Aber sie tun es eben nicht.


Daher wird es auch munter so weitergehen wie 2018.

[…..] Seit dem Amoklauf an der High School von Columbine, Colorado, im April 1999 haben mehr als 150 000 US-Schüler von mindestens 170 Grund- oder weiterführenden Schulen eine Schießerei auf ihrem Schulgelände erlebt, rechnete die Washington Post aus. Dutzende Suizide, Unfälle und Angriffe nach Schulschluss, in denen Kinder Schusswaffengebrauch erlebten, seien nicht mitgezählt.
Der New York Times zufolge gab es in den vergangenen vier Jahren jeden Monat durchschnittlich sieben Zwischenfälle mit Schusswaffen an Schulen und Universitäten. Bei den dieser Berechnung zugrundeliegenden 273 Schießereien seien landesweit 439 Menschen von einer Kugel getroffen worden, 121 davon tödlich. [….]



[….] US-Waffenlobby fordert Verbot von Schulen
Parkland, Fairfax (dpo) - Nach dem jüngsten Amoklauf an einer Schule im US-Bundesstaat Florida mit 17 Toten könnten schon bald erste politische Konsequenzen folgen. Um derartige Unglücke künftig zu verhindern, hat die US-Waffenlobby NRA (National Rifle Association) ein landesweites Verbot von Schulen gefordert.
"Nach einer Tragödie wie in Parkland gibt es immer hysterische Stimmen, die Waffen regulieren oder gar verbieten wollen", erklärt NRA-Chef Wayne LaPierre. "Doch unseren Erhebungen zufolge sind nicht Waffen die Hauptursache von Schulmassakern, sondern Schulen." [….]

Mittwoch, 14. Februar 2018

Begegnung mit Gott.



Die katholische Konzeption „Jesus“ ist nicht völlig überzeugend.
Nichts geschieht ohne Gottes Willen, alles ist vorbestimmt.
Gott sieht alles und stets geschieht alles nach seinem Plan.

Wenn aber ohnehin schon alles feststeht, wozu soll man dann beten?
Das würde bedeuten, daß Jesus bestechlich ist.
Wenn ein dreijähriger Junge an Leukämie leidet, oder ein dreijähriges Mädchen sich mit Mukoviszidose quält, weiß Gott das offenbar, weil auch das nach seinem Willen geschieht.
Da er allmächtig ist, könnte er zweifellos das Kleinkind von den Schmerzen befreien und gesund machen.
Nach katholischer Auffassung muss man aber für das Kind beten.
Gebete spielen dabei offensichtlich eine quantitative Rolle.
Wenn nur die Eltern beten, reicht Gott das nicht. Ein paar Hundert Gebete der Eltern bringen ihn nicht dazu einzuschreiten.
Für solche Fälle gibt es Gebetsaufrufe. Wirkt eine ganze Gemeinde mit, können Myriaden Gebete für so ein krankes Kind zusammen kommen.
Reicht auch das nicht, kann beispielsweise der Papst vor einem Millionenpublikum für bestimmte Gebetsanliegen aufrufen. Die Masse macht’s offenbar. Läßt sich Gott nicht von 1.000 Gebeten dazu überreden ein Kind zu heilen, tun es vielleicht 10 Millionen Gebete.
Ginge es bei Gebeten nicht um Quantität, sondern nur um Qualität, würde das Kirchenoberhaupt ja nicht öffentlich zu Massengebeten aufrufen.
Andererseits nützen auch Massengebete, selbst wenn sie in richtig großen Massen kommen, weil beispielsweise Weihnachten ist und gleich eine Milliarde Katholiken für Frieden in Syrien beten, nichts.
Es verhungern schließlich weiterhin jeden Tag 10.000 bis 20.000 Kinder auf der Welt elendig an Hunger.
Scheinbar lässt sich Gott doch nicht durch Gebete bestechen.
Warum sollte er auch, wenn er ohnehin schon alles geplant und festgelegt hat?
Überhaupt neigt Gott nicht dazu im Diesseits einzugreifen.
Bewirkt er Wunder, also beispielsweise vom Vatikan bei Heiligsprechungen offiziell anerkannte Wunder, handelt es sich stets um Vorgänge, die im Bereich des natürlich Möglichen liegen.
Wunderheiligungen geschehen nur bei Krankheiten, bei denen es eine Wahrscheinlichkeit >0 für eine Spontanremission gibt.
Krankheiten, deren Heilungswahrscheinlichkeit auf natürlichem Wege gleich Null ist, heilt Gott nie.
Noch nie ist ein Amputierter durch Fürbitte eines katholischen Heiligen „geheilt“ worden. Nie ist ein Bein nachgewachsen, nie erschienen auf wundersame Weise abgeschnittene Ohren oder Nasen.

Um dennoch das Gebetsgeschäft aufrecht zu erhalten und die gewaltigen Kirchenspenden und Steuern einzutreiben, verlegen sich die Katholiken auf die Wirksamkeit der Gebete nach dem Tod.
Die Kirche hat nämlich die Macht Seelen zu retten. Das ist der sogenannte „Kirchenschatz“; nämlich das Blut Jesu.
Das Christus-Hämoglobin ist so wirkmächtig, daß bereits ein einziger Tropfen ausreicht, um alle Menschenseelen zu retten.
Jesu ist aber nicht nach dem ersten Blutstropfen, den er beim Annageln von sich gab wieder vom Kreuz gestiegen, sondern blutete komplett aus, hinterließ also vermutlich an die vier Liter (damals waren die Menschen ja viel kleiner; Jesus ging mir höchstens bis zum Bauchnabel!) der Kirche.
Wenn also das Beten auch offensichtlich nichts nützt, so sind finanzielle Zuwendungen an die Mutter Kirche durchaus sinnvoll, da Ratzi und Franzl immer noch auf den vier Litern Jesublut sitzen, von dem schon ein Tropfen reicht, um die humanoide Gesamtbevölkerung eines Planeten in den Himmel zu schicken.

Und nein, ich denke mir das nicht aus. Das wurde bar eines Zweifels als Dogma im Jahr 1343 durch die Jubiläumsbulle "Unigenitus Dei Filius" des unfehlbaren Papstes Clemens VI. festgestellt. Damit legt er die drei Grundsteine des Ablasshandels: Christi Verdienste sind überreich; den Schatz der Verdienste hat Christus seiner Kirche anvertraut; mit diesem Schatz der Verdienste Christi vereinen sich die Verdienste der Heiligen.

Der einziggeborene Gottessohn, der uns von Gott her geworden ist: Weisheit, Gerechtigkeit, Heiligung und Erlösung (l Kor i, 30), ist nicht mit dem Blut von Böcken und Rindern, sondern durch sein eigenes Blut ein für allemal in das Allerheiligste eingetreten und hat für alle Ewigkeit Erlösung erwirkt (Hebr 9,12); denn nicht mit vergänglichem Gold und Silber, sondern mit seinem eigenen kostbaren Blut, als dem Blut des Lammes ohne Makel und Fehl, hat er uns losgekauft (1 Petr 1,18 f). Am Altar des Kreuzes hat er, unschuldig geopfert, nicht etwa nur einen Tropfen Blut - das hätte wegen der Vereinigung mit dem (göttlichen) Wort zur Erlösung des ganzen Menschengeschlechts genügt -, sondern im Übermaß gleichsam Ströme dieses Blutes vergossen, so dass von der Fußsohle bis zum Scheitel des Hauptes nichts Heiles mehr an ihm gefunden wurde (Jes 1,6). Wenn nun dieses erbarmungsvolle Blutvergießen nicht unnütz, sinnlos und überflüssig sein sollte, wie groß ist dann der Schatz, den er der streitenden Kirche erwarb. Seine Söhne wollte der gute Vater reich machen, auf dass die Menschen einen unermesslichen Schatz besäßen, und wer ihn gebrauchte, der sollte der göttlichen Freundschaft teilhaftig sein.“
(Clemens VI)

Da die Kirche also auf enormen Vermögenswerten sitzt, kann sie zweifelsfrei auch bestimmen wer in den Himmel kommt, wessen Seele also vor dem Fegefeuer gerettet wird.
Nicht die Seelen von bösartigen Atheisten oder Geschiedenen. Das ist ja wohl klar.
Nicht in den Himmel kommen auch Frauen, die Frauen lieben.
Und natürlich habe ich als Ungetaufter keine Chance darauf dereinst mit Ratzi, TVE und Mixa auf Wolke Sieben umher zu schweben, auf daß wir die nächsten 100 Trillionen Jahre gemeinsam im weißen Nachthemd Harfe spielen.
Zu schade.

Priester, die gern Kinder vergewaltigen, kommen hingegen in den Himmel.
Das ist ja auch halb so wild.


OK, das ist vielleicht ein wenig satirisch überzeichnet, aber nachdem die Australische Regierung nachwies, wie über die letzten 50 Jahre Zehntausende Kinder von australischen Geistlichen sexuell missbraucht wurden und die Kirche das wußte, vertuschte und somit förderte, erklärt uns diese Woche Down Unders hochrangiger Katholik Denis Hart, der Erzbischof von Melbourne, was es mit dem Kinderficken auf sich hat:
Es ist nur eine „Begegnung mit Gott“.

Ja, das ist schon ein toller Typ, der Hart.

Er würde lieber in den Knast gehen, als einen Kinderfickerpriester verraten, so der Top-Fromme.

[….] Melbourne archbishop says he'd rather go to jail than report child abuse heard in confession
Denis Hart says ‘communication with God is of a higher order’ after child sex abuse inquiry calls for failure to report to become a criminal offence. [….]

Papst Franziskus findet den Mann so klasse, daß er ihn beförderte und am 28. Oktober 2016 zum Mitglied der Kongregation für den Gottesdienst und die Sakramentenordnung ernannte.

Warum auch nicht Kinderficken, wenn ohnehin alles vorbestimmt ist und der Vatikan durch seinen Blutschatz nahezu unendliche Mittel hat, um Pädophile in Soutanen in den Himmel zu schicken?

[….] One of the highest-ranking officials in the Catholic Church says sexually abused children can experience “a spiritual encounter with God through the priest” while being molested.
Australia’s most powerful clergy, Archbishop of Melbourne Denis Hart, says the Catholic practice of confession is satisfactory for dealing with pedophilia in the church as it helps priests absolve “their own guilt” after sexually abusing children. [….]

Das ist doch wirklich eine hervorragende Religion, die sich die zukünftige SPD-Chefin Nahles da ausgesucht hat.
Und wer als Kind gefickt wird, kann gewissermaßen auch noch dankbar sein für diese „spirituelle Begegnung mit Gott durch einen Priester“.