Sonntag, 11. Dezember 2016

Für Deppen klingt es gut



Die Forderung homöopathische Methoden ins Medizinstudium aufzunehmen, ist genauso sinnlos, wie der Vorschlag im Astrophysik-Studium auch Astrologie zu lehren.

Homöopathie ist reiner Unsinn. Sie mit einem seriösen Studium zu adeln ist also nicht nur unredlich, sondern fachlich unmöglich.
Homöopathie ist irrational und insofern prinzipiell nicht mit an Fakten orientierten wissenschaftlichen Methoden zu behandeln.

Ähnliches gibt es auch in der Theologie. Dort widersprechen viele Dogmen historischen Fakten.
Es müssen also Dinge geglaubt werden, die schlicht unwahr sind.
Wer also rein wissenschaftlich arbeitet, kann ein Theologiestudium nicht abschließen.

Natürlich kann man auch nicht das Erstellen von Horoskopen seriös lehren, weil das purer Humbug ist.
Dennoch gibt es in fast allen Zeitungen Horoskope.
Der Mensch ist nun mal dumm und will gern an Unsinniges glauben.
Selbst wenn man es sich nicht selbst eingestehen will, so etwas ernst zu nehmen, neigt man dazu doch mal ein Horoskop zu lesen. „Aus Spaß“.

Den Leichtgläubigen und Esoterikwilligen kann man es wie bei der Homöopathie leicht machen, indem man ihnen etwas ihren Erwartungen Entsprechendes suggeriert, oder eben beim Sternzeichenhoroskop in der BILD-Zeitung so vage formuliert, daß die Prognosen auf fast alle zutreffen.
Die Kommunikationswissenschaftlerin Katja Furthmann erklärt es.

[….] Da gibt es viele Tricks: Formulierungen wie "Eine Entscheidung, eine Veränderung steht an, Sie werden Vorteil erlangen" sind Rahmen, die alle Situationen abdecken können. Auch legt man sich nicht auf einen Bereich fest, man sagt also nicht: "Sie werden Glück in der Liebe haben", sondern besser "In Liebe, Beruf und Gesundheit geht es bergauf". In irgendeinem Bereich trifft das dann zu.
[….] Für den einen ist das nächste Woche, dem anderen passiert es im nächsten Jahr. Auch hier kann man nie das Gegenteil beweisen.
[….] Häufig werden auch Gegensätze formuliert: "Sie sollten weniger grübeln und mehr Tatendrang beweisen". Dadurch entstehen Skalen der Befindlichkeit, auf denen jeder Leser seine eigene Position findet. Auch Gegensätze werden gern verwendet, etwa der Rat, dass man Chancen und Karrieremöglichkeiten nutzen, aktiv sein, Vorgesetzten Forderungen stellen soll. Andererseits soll man Geduld haben, bei Konflikten abwarten, alles prüfen, Zurückhaltung zeigen. [….]
[….] Die sprachlichen Elemente besitzen ein Allgemeinheitspotenzial, die der Einzelne für sich interpretiert, das heißt: Es kommt auf den Leser an, wie weit ein Horoskop zutrifft. Psychologische Untersuchungen haben festgestellt, dass man sich in den Eigenschaften wiederfindet, wenn man daran glaubt. [….]

Eine intellektuelle Stufe höher gibt es ein ähnliches Phänomen in der Psychologie.
Liest man als interessierter Laie Definitionen psychischer Krankheitsbilder, ist man stets geneigt entweder sich selbst, oder doch einen Bekannten darin zu erkennen.
Ursächlich dafür sind die vielen allgemein geläufigen Begriffe wie „Neurose“ oder „Psychopath“, die man selbst verwendet, ohne aber wirklich die wissenschaftliche Definition dafür zu kennen.

Die Erfahrung machte ich das erste mal, als ich in der 11. Klasse Fritz Riemanns Psycho-Klassiker „Grundformen der Angst“ von 1961 lesen sollte.

Zunächst war ich nicht sehr interessiert an dem Thema; einer Aufteilung der Menschen in vier Charaktertypen, die jeweils durch eine Grundangst definiert wurden.
Schizoide, depressive, zwanghafte oder hysterische Persönlichkeiten:

Die schizoiden Persönlichkeiten
Die Hauptangst des Schizoiden ist die Angst vor der Selbsthingabe und dem Ich-Verlust (im Sinne eines Charakterverlustes). Er ist ichbezogen, strebt nach Individuation und meidet zu starke Nähe und Bindung. Sein Gegensatz ist der Depressive.

Die depressiven Persönlichkeiten
Die Hauptangst des Depressiven ist die Angst vor Selbstwerdung, Eigenständigkeit und der daraus resultierenden Einsamkeit. Er sucht die Abhängigkeit von anderen und meidet Selbstständigkeit. Er ist der Gegentyp zum Schizoiden.

Die zwanghaften Persönlichkeiten
Die Hauptangst des Zwanghaften ist die Angst vor Wandlung, Risiko und Vergänglichkeit. Er ist ausgerichtet auf Wahrung von Tradition und Sitten, strebt nach Beständigkeit und Dauer und ist somit der Gegentyp zum Hysterischen.

Die hysterischen Persönlichkeiten
Die Hauptangst des Hysterischen ist die Angst vor Notwendigkeit, Endgültigkeit und begrenzter Freiheit. Dieser Typ strebt nach Freiheit, Wandel und Risiko und ist der Gegensatz zur zwanghaften Persönlichkeit.
(Wiki)

Nach dem Lesen des ersten Kapitels war ich Feuer und Flamme.
Die Beschreibung der schizoiden Persönlichkeit entsprach zu 100% mir.
Noch nie hatte ich eine so treffende Definition meiner eigenen Psyche gelesen.
Ich war also schizoid.

Es erschien mir völlig überflüssig noch weiter zu lesen, da ich schon so gut getroffen war. Wieso also noch den „depressiven Typen“ lesen, der laut Definition das diametrale Gegenteil des Schizioden war?

Meine Lehrerin verlangte aber das ganze Buch zu lesen und dann kam auch erst die eigentliche Überraschung des Buches:
Riemanns Depressiver Typ, also das Gegenteil von mir, war erneut eine 100%ige Beschreibung meiner selbst.

Als 15-Jähriger bog ich mir die Bedeutungen der Begriffe „schizoid“ und „depressiv“ offenbar so zurecht, daß sie immer genau passten.

So ist das mit der Psychologie als Wissenschaft: Man überlasse sie nicht Laien zur Selbstdiagnose.

Aber es klingt eben immer so gut.

Prof Otto Kernberg, 88, der vermutlich weltweit größte Experte für Narzisstische Persönlichkeitsstörungen spricht nicht über Patienten, die er nicht persönlich untersucht hat.
Und hat er jemand untersucht, spricht er schon wegen der Schweigepflicht nicht mehr über ihn.
Kernberg spricht also öffentlich über gar keine lebenden Menschen psychoanalytische Urteile.
Sehr seriös.
Aber wenn es um Tote und theoretische Definitionen geht, drängt sich Donald Trump so extrem auf, daß man als Laie einfach nicht widerstehen kann.
Das trifft so gut. Trump muss genau diese Art Störung haben.

[….] Über die Psyche toter Politiker spricht Kernberg. Hitler habe, genau wie Stalin, eine narzisstische Persönlichkeitsstörung gehabt, und zwar eine bösartige, maligner Narzissmus ist der Fachbegriff. Bei ihnen paare sich das Gefühl der eigenen Großartigkeit mit schwerer Aggression, einer paranoiden Grundeinstellung und antisozialem Verhalten; Personen mit dieser Kombination wollten nicht nur geliebt werden, sondern auch die totale Unterwerfung. Das stelle die Grenze des Therapierbaren dar, sagt Kernberg, es sei gerade noch behandelbar. Ganz kurz der Gedanke, was alles hätte verhindert werden können, hätte Hitler nur einen guten Therapeuten gehabt. [….]

Donald Trump und „maligner Narzissmus“ – das passt wie die Faust auf’s Auge!

Samstag, 10. Dezember 2016

Wie es hier so läuft – Teil XI



Als Sozi hat man es nicht leicht – es sei denn man lebt in Hamburg und konzentriert sich nur auf die Landespolitik.
In anderen Stadtstaaten ist die SPD-Regierungsfraktion schon mit der Aufstellung einer Liste heillos überfordert.

Trotz Anleitung stimmte ein Sozialdemokrat falsch ab. Der Fehler kostet die SPD eine Stimme bei der Wahl des Bundespräsidenten. Statt Thierse darf nun die Grüne Monika Herrmann wählen. [….]

Olaf Scholz hat einen Lauf. Es klappt alles wie am Schnürchen.


Die LINKE kümmert sich um die wirklich wichtigen Dinge.
An einem Spielzeugauto eines Kinderkarussells auf einem Weihnachtsmarkt hatten die Blitzbirnen ein gemaltes Kennzeichen des Hans Hennecke aus dem Jahr 1988 entdeckt: „HH 88“ und zeigten den Karussellbetreiber wegen der Verwendung von Nazi-Symbolik an.

Es sind über 50 Außenminister und 13.500 Polizisten zum OSZE-Gipfel in der Stadt und die Linke bekriegt sich mit einem kleinen Holzkarussell auf dem Eimsbüttler Osterstraßenfest.

Die CDU versucht unterdessen ihre Kandidatenliste für die Bundestagswahl zu erstellen.

Zur Erinnerung:
Die letzten großen Wahlpleiten der CDU kann man alle unter der Überschrift „Die CDU kann nicht Großstadt“ subsummieren. Dumpfe Sprüche und Altmännerträumer aus den 1950ern kommen eben nicht an bei der modernen Großstädterin.
Bei den letzten Landtagswahlen in den drei Stadtstaaten kam die CDU in Bremen auf 22,4% (Mai 2015), in Berlin auf 17,6% (September 2016) und in Hamburg auf 15,9% (Februar 2015) – man bewegt sich in Richtung Einstelligkeit.

Hamburgs CDU-Chef Roland Heintze verfiel nun auf eine geniale Idee, wie er das Frauenproblem der Großstadt-Union lösen konnte:
Er verbannte einfach rigoros alle Frauen aus der Parteispitze und führt nun einen reinen CDU-Männerverband. Kein einziger Posten geht noch an Frauen; das gilt für alle sieben Kreisschefs, alle sieben Fraktionsvorsitzenden in den Bezirken, die Landes- und die Bundesebene der Hamburger CDU!

Der Aufstand der Frauen in der CDU ist gescheitert: Auf den aussichtsreichen Listenplätzen für die Bundestagswahl tummeln sich nur Männer – ebenso wie in allen anderen Spitzenpositionen auf Bezirks- und Kreisebene! Landeschef Roland Heintze (43) scheint das wenig zu kümmern.
Der Vorgang ist in Zeiten von Gleichberechtigung und Frauenquote einmalig: Da wird das ausdrückliche Parteienstatut, nach dem mindestens einer von drei Listenplätzen mit einer Frau besetzt werden soll, ignoriert. Da wird die darauffolgende heftige Kritik der Frauen als parteischädigend bewertet. Und da wird auf zukünftige Aufstellungsverfahren vertröstet. Die CDU in Hamburg hat ein echtes Frauenproblem. […]

CDU-Landesliste für die Bundestagswahl:
Platz 1) Marcus Weinberg
Platz 2) Rüdiger Kruse
Platz 3) Christoph de Vries
Platz 4) Christoph Ploß

CDU-Landesfraktionschef:
André Trepoll

CDU-Landeschef:
Roland Heintze

CDU-Kreischefs:
HH-Altona: Marcus Weinberg
HH-Eimsbüttlel: Rüdiger Kruse
HH-Mitte: Christoph de Vries
HH-Harburg: Ralf-Dieter Fischer
HH-Bergedorf: Dennis Gladiator
HH-Nord: Christoph Ploß
HH-Wandsbek: Karl-Heinz Warnholz

CDU Bezirksfraktionschefs:
HH-Altona: Uwe Szczesny
HH-Eimsbüttlel: Rüdiger Kuhn
HH-Mitte: Gunther Böttcher
HH-Harburg: Ralf-Dieter Fischer
HH-Bergedorf: Sven Nortzel
HH-Nord: Andreas Schott
HH-Wandsbek: Eckard Graage

Die Frauenquote wird in der CDU traditionell kritisch gesehen.
Aber wenn man auch noch im 21. Jahrhundert so konsequent in einer angeblichen Volkspartei alle Frauen von der Teilhabe ausschließt, sollte man vielleicht doch mal über eine verbindliche Quote nachdenken.

Die Landesliste für die Bundestagswahl wurde übrigens nicht etwa von einem Parteitag bestimmt, sondern von einem ominösen „17ner Ausschuss“, den der rein männliche Parteivorstand eingesetzt hatte.
Die ehemalige Hamburger Wissenschaftssenatorin Gundelach, letzte Frau der Hamburger CDU mit einer wichtigen Funktion, wurde demonstrativ gestrichen.

[….] Die Noch-Bundestagsabgeordnete Herlind Gundelach war zugunsten eines Mannes von Platz drei auf den wohl chancenlosen fünften Platz degradiert worden [….] Die Bürgerschaftsabgeordnete Birgit Stöver sagte: "Es kann nicht sein, dass wir im 21. Jahrhundert Frauen ausschließen. Wir verfallen offenbar wieder in Echternach'sche Zeiten, in Hinderzimmern wird entschieden, wer ein Mandat erhalten darf." Es stelle sich die Frage, ob nicht die Parteiführung mit dieser Männerliste der CDU schade und sie für manche unwählbar mache. Die Bürgerschaftsabgeordnete Karin Prien sprach von einer "Fehleinschätzung des Landesvorsitzenden", und sagte: "Ihr hättet wissen müssen, dass das ein Erdbeben gibt." [….]
(HH Abla, 08.12.2016)

Man wollte nichts riskieren und ließ die CDUU-Frauen gar nicht erst mitabstimmen.

"Dieser Abend war der negative Höhepunkt meiner jahrzehntelangen Mitarbeit in der CDU", sagte die Bundestagsabgeordnete Herlind Gundelach[….] Gundelach kritisierte am Freitag vor allem Parteichef Heintze. Es sei unanständig, dass dieser am Donnerstagabend als erstes die Frauen attackiert habe und sich dann, statt neutral zu sein [….] Dass Heintze vor der Kampfabstimmung noch einmal für de Vries geworben habe, zeige, dass es Absprachen der Männer gegeben habe. Zudem habe die Parteiführung mit "Verfahrenstricks" eine Aussprache darüber verhindert, dass Frauen in der Hamburger CDU benachteiligt würden und die Partei gegen das Statut verstoße. Auch in der Bundes-CDU fragten sich mittlerweile viele, was in Hamburg los sei, so Gundelach. [….]

Ich freue mich, wenn konservative Organisationen sich lächerlich machen und mir damit die Arbeit abnehmen.

[….] Die Hamburger CDU hat offenbar keine Lust, diese Stadt irgendwann mal wieder zu regieren. Anders lässt sich die Vorstellung nicht deuten, die die Partei bei der Aufstellung ihrer Landesliste für die Bundestagswahl gegeben hat. Wie zu Zeiten des früheren Parteichefs Jürgen Echternach kungeln da fast reine Männerrunden in Hinterzimmern die wichtigsten Chefposten und nun auch die aussichtsreichen Bundestagskandidaturen untereinander aus.
Kreis-Chefs machen auf offener Bühne Altherrenwitze und verhöhnen Frauen als weinerlich, die mehr Beteiligung fordern. Achselzuckend ignoriert die Parteiführung das Bundesstatut, nach dem jeder dritte Kandidat weiblich sein soll. Stattdessen geht der Parteichef offen auf Frauen los, die sich erdreisten, angemessene Beteiligung zu fordern. [….]
(Hamburger Abendblatt, 10.12.16)

Das Problem mit der Hamburger CDU läßt sich ganz einfach lösen, indem alle Frauen austreten und auch nie mehr die Partei wählen.

Freitag, 9. Dezember 2016

Das Gift des Hasses sickert in alle Ritzen


Hurra, es gibt ein Leben ohne Facebook.
Das erlebe ich gerade, weil mein Account gesperrt wurde, nachdem ich in einem Meme Trump und Pence als „Assholes“ dargestellt hatte.
Willkommen im gräßlichen Todesjahr 2016 – in dem Rassismus fröhlich wuchert, aber man bestraft wird, wenn man Rassismus „Rassismus“ nennt.

Auf dem Titelbild sieht man Das Konterfei David Bowies neben Frauke Petry.
Wie sadistisch muß ein Gott sein, der Bowie elendig an Krebs krepieren läßt, während Petry gesund und munter ist?

Und heute auch noch Hildegard Hamm-Brücher. Wieder eine von den wirklich Guten, die abgereist ist.
Henning Voscherau tot, aber Trump fit wie ein Turnschuh.
Roger Willemsen hinüber, aber Thomas Strobl vital und aktiv.

Wenn es schon Gott dieses Jahr so sehr gefällt Musiker und Politiker auszuknocken, sollte er wirklich etwas menschenfreundlicher auswählen.
Es wäre vielleicht unmoralisch dem Herrn Personalvorschläge zu machen; daher will ich keine Namen nennen. Aber da wartet zum Beispiel noch so ein dicker alter Oggersheimer und auch bei den sogenannten „Musikern“ könnte ich einige blonde, deutsche Träller-Barbies nennen, die niemand vermisste.

Ich kann es immer noch nicht glauben, was 2016 gebracht hat.
Statt konsequent weiter gegen Diskriminierungen vorzugehen, schaffte es Homo Demens den größten Rassistenschreihals zum mächtigsten Mann der Welt zu machen.

Trumps Hetze zeigt Wirkung
Eine neue Statistik des FBI zeigt: Die Zahl von Hassverbrechen gegenüber Muslimen steigt schon seit zwei Jahren. Im Vorwahlkampfjahr 2015 war der Anstieg besonders dramatisch.
Die Zahlen des FBI untermauern die These, dass Trumps aggressive Rhetorik in der Gesellschaft konkrete Folgen hat.
Nach der Veröffentlichung der Statistik machen Politiker und Menschenrechtler den zukünftigen US-Präsidenten Donald Trump für die steigende Zahl von Hassverbrechen in den Vereinigten Staaten verantwortlich. […..]

Das kann man gar nicht unterschätzen wie gefährlich so ein von Hass getriebener völlig ahnungsloser postpotenter Rüpel ist.

Mit wenigen Tweets ruiniert der Mann den (verbliebenen) Frieden in der Welt.


Noch nicht mal die Option, sich vier Jahre zu verkriechen und erst zur Präsidentschaftswahl 2020 wieder aufzutauchen, bietet sich an.
Mit hoher Wahrscheinlichkeit werden Trump und seine mindestens ebenso fanatisch hassende und lügende Mannschaft aus bigotten Milliardären das politische und gesellschaftliche Klima der USA derart ruinieren, daß kein späterer Präsident das wieder richten kann. Jedenfalls nicht innerhalb einer Amtszeit.
Ich vermute jetzt schon, daß Historiker das Jahr 2016 einst als Wendepunkt ansehen werden und späterer Schulgenerationen vor der Aufgabe sitzen werden in Prüfungen und Klausuren zu erklären, wie das geschehen konnte.

Mit dem Wissen, was Trump und andere Populisten alles ausgelöst haben, wird es nämlich noch viel schwerer sein das zu kapieren.

Man wird sich seine Pöbelvideos ansehen und dann wie deutsche Schüler der 1970er, 1980er und 1990er Jahre bei alten Wochenschaubilder der Kreisch-Tiraden Adolfs Hitlers rätseln wie so eine Karikatur von Mann mit grotesker Gestikulation und abstoßender Programmatik ernsthaft gewählt werden konnte.
  
[…..]  Bei Donald Trump kommt man mit dem Fact-Checken gar nicht mehr hinterher. Der Mann, der doch eigentlich im höchsten Amt des Landes als Vorbild dienen sollte, lügt wie gedruckt. Vorletzte Woche brüstete er sich damit, er habe eine Ford-Fabrik gerettet, was aber gar nicht stimmte. Diese Woche log er, drei Millionen Wähler hätten illegal für Hillary gewählt. Vor der Wahl gab er damit an, Frauen sexuell zu belästigen. Bei vielen Veranstaltungen rief er dazu auf, Andersdenkende nicht ungeschoren davon kommen zu lassen. […..]
»Die Ergebnisse unserer Studien, wie Betrug akzeptabel wird, sind erschüttern, denn sie zeigen, dass wir kein unabhängiges moralisches Barometer besitzen«, erklärt mir Ariely im Interview. »Wenn Menschen um uns herum unmoralisch handeln, denken wir, das sei der richtige Weg. Denn wenn wir versuchen zu verstehen, was richtiges und was falsches Verhalten ist, dann schauen wir auf die Leute um uns herum, und sie helfen uns, unser Verständnis von richtig und falsch zu formen. In diesem Fall führt die Tatsache, dass Trump so herausragt, dazu, dass sein Verhalten und seine Worte in dramatischer Weise verändert, was wir akzeptabel und inakzeptabel finden.« Trump lügt also nicht nur und hetzt gegen Minderheiten, sondern erteilt damit auch Millionen seiner Anhänger eine Lizenz zum Lügen, Betrügen und Hassen.
»Man kann sich zum Beispiel Rassismus anschauen und beobachten, was die Leute akzeptabel finden, online zu posten. Man könnte sagen, was gerade passiert ist, dass die Leute schon immer Eiferer waren und Trump es ihnen nun ermöglicht, ihre Meinung laut auszudrücken. Aber ich glaube, was gerade stattfindet, ist schlimmer: Die Menschen sind nicht notwendigerweise alle Eiferer und Hasser, sondern der Eindruck ›Das ist das richtige Verhalten‹ verändert Menschen zutiefst.«
Die Folgen sehen Amerikaner nun im ganzen Land: Allein in diesem November ist die Zahl der Hass-Delikte in Amerika auf das Fünffache gestiegen. Das Southern Poverty Law Center zählte 867 »Hate Crimes« in den ersten zehn Tagen nach der Wahl, und das waren nur die tätlichen Übergriffe; die Online-Drohungen zählen sie gar nicht, und von den Übergriffen wird ohnehin nur ein Bruchteil aktenkundig.
Die Zahl der Übergriffe ist so verstörend wie der Hass, der hinter ihnen steckt, und es ist klar, dass sich die Bullys von Trumps Hassreden ermutigt fühlen, weil sie ihre Übergriffe mit seinem Namen rechtfertigen. […..]

Donnerstag, 8. Dezember 2016

Rassismus pur



Der CDU fällt nach 12 Jahren an der Regierung nichts anderes ein, als die braune AfD-Pest zu imitieren.
Ökonomisch, sozial, ökologisch, zukunftsorientiert hat man nichts zu bieten, also wird gegen Ausländer Stimmung gemacht – während die ausländerfeindliche Stimmung schon so sehr hochkocht, daß es jeden Tag mehrere rechtsradikale Übergriffe auf Flüchtlinge gibt.

Im Gegensatz zu dem was die SPD billig postet, ist das durchaus christlich.

 
Schließlich ist Religion per Definition exkludierend. Christentum bedeutet „Wir sind besser als die“, wir haben Recht, die haben Unrecht, daher dürfen wir auch die anderen schlechter behandeln. Des Lo Vult.





Entsprechend stimmig ist auch der vom aktuellen CDU-Top-Widerling Thomas Strobl initiierte und auf dem Parteitag mehrheitliche beschlossene Plan aus der Doppelstaatsbürgerschaft auszutreten.

Mit ihren Beschlüssen zur Flüchtlings- und Integrationspolitik ist die CDU beim Koalitionspartner SPD, aber auch bei den Grünen auf scharfe Kritik gestoßen. Für heftigen Widerspruch sorgte vor allem der Beschluss der Parteitagsdelegierten, die 2014 eingeführte doppelte Staatsbürgerschaft für in Deutschland geborene Kinder ausländischer Eltern wieder aufheben zu wollen.
[….] Zufrieden mit dem Doppelpass-Beschluss der CDU zeigte sich die AfD. "Wir werden jedes Ansinnen und jede Bestrebung, die doppelte Staatsbürgerschaft abzuschaffen, unterstützen. Ganz egal von wem es kommt", erklärte AfD-Vize Alexander Gauland. "Der Vorstoß von der CDU-Parteibasis ist vernünftig."

Bemerkenswert ist der besondere amoralische Rassismus, der den CDU/CSU/AFNPD-Plänen zugrunde liegt.
Geht es nämlich um hellhäutige „Doppelstaatler“ sind Strobl und Co durchaus toleranter.
Sie wollen nur keine Dunkelhäutigen in die „deutsche Rasse“ einkreuzen. Kein Türken- oder „Negerblut“.

Ingo Zamperoni hielt bei seiner gestrigen Tagesthemen-Moderation seinen deutschen Reisepass und seinen italienischen Personalausweis in die Kamera.

Zamperoni hat noch Glück gehabt mit seiner deutschen Mutter. Die kann ich zwar auch vorweisen, aber ich wurde zu einer Zeit geboren, als Mütter noch komplett irrelevant waren für die Staatsbürgerschaft und bin und bleibe daher Ausländer.

Der mutmaßlich nächste Alterspräsident des Bundestages findet die Angelegenheit auch etwas merkwürdig und fragte nach.

 Gute und böse Doppelstaatler
Kommentar von Hans-Christian Ströbele zum Bundesparteitagsbeschluss der CDU zur Doppelten Staatsbürgerschaft und Wiedereinführung der Optionspflicht: Droht nach dem CDU-Beschluss nun auch den Millionen Deutschen mit einer zusätzlichen ausländischen Staatsbürgerschaft Ungemach?
Nach der Antwort der Bundesregierung auf meine parlamentarische Frage vom August 2016 leben aus den Herkunftsländern USA 69287, England 35562, Russland 567477, Polen 687813 Deutsche mit zusätzlicher Staatsbürgerschaft in Deutschland. Niemand hat bisher daran Anstoß genommen. Unüberwindliche Loyalitätskonflikte sind auch bei diesen nicht bekannt geworden. Anstatt diese Erfahrungen zu nutzen und Doppelstaatlichkeit bei allen zu respektieren, scheint es darauf anzukommen, aus welchem Herkunftsland die Menschen kommen, also auf die Unterscheidung von guter und schlechter Doppelstaatlichkeit.

Was für ein schlechter Witz.


Zu allem Übel klappt der Rechtsruck der CDU auch noch. Der Urnenpöbel ist begeistert; die demoskopischen Zahlen gehen deutlich um mehrere Prozentpunkte hoch.