Ob in der Realität oder der Satire mehr Irrsinn liegt, ist im Trumpistischen Zeitalter schwer auszumachen.
Die Trumpanzees verstehen es inzwischen spielend, jede noch so überzeichnete Karikatur, an Gemeinheit, Idiotie und Perfidie zu übertreffen.
Als Doppelstaatler wider Willen war ich daher ganz froh, als ich gestern Trumps Hetze gegen Amerikaner mit weiteren Staatsbürgerschaften gewahr wurde.
Für mich ist es nahezu unmöglich, den US-Pass loszuwerden. Sollte Trump den per Dekret einkassieren, weil ich auch Deutscher bin, wäre das eine riesige Erleichterung. Aber wenn ich mich schon einmal über irgendetwas Trumpeskes freue, ist ausgerechnet das nicht wahr. Der Rant gegen Dual Citizenship stammt ausnahmsweise nicht von ihm.
Dabei war das noch nicht mal so irre, wie seine Aussagen zu seinem Zollchaos.
Dem irren Zerstörer muss man alles zutrauen.
Natürlich gibt es auch in Deutschland viel Wahnsinn. Aber eine Geschichte, die ich heute selbst auf Social Media postete, stieß dann doch auf puren Unglauben.
Aber „Netzlehrer“ stellte den Sachverhalt korrekt dar.
[….] Ein Grundschüler in Sachsen findet die AfD doof und zeigte das auch mit einem „Fck AfD“ Gekritzel in einem privaten Heft. Jetzt ist er einer Hetzjagd ausgesetzt, weil er ein durchgestrichenes Hakenkreuz in sein Kritzelheft gezeichnet hat.
Die Chemnitzer Familie Yılmaz ist stabil antifaschistisch. Die Großmutter engagiert sich bei den „Omas gegen Rechts“. Auch die Mutter Karin vermittelt ihrem Sohn, „dass das dreckige rechte Gedankengut falsch ist“, wie sie sagt. Regelmäßig gehen die Familienmitglieder zu Demonstrationen gegen Rechts in Europas Kulturhauptstadt 2025. Chemnitz ist seit Jahren immer wieder Aufmarschort von Rechtsradikalen: von Pegida über AfD bis zur rechtsextremen Kleinpartei Freie Sachsen.
Insofern ist es nur passend, dass der zehnjährige Sohn Ahmet (*alle Namen geändert) vor ein paar Tagen sein persönliches Kritzelheft in der Schule serienweise mit Wutparolen gegen die rechtsextreme AfD versah. Fähnchen mit der Aufschrift „FCK AFD“, Slogans wie „AFD ist Scheise“, dazu ein gezeichnetes Kackhäufchen. Oder auch wahlweise „Fuck u AFD“ oder „Fick die AFD“. Dazu noch ein Herzchen für Mama, „Love grun“, „Ich hase Schule“ – was Kindern im vorpubertären Alter halt zuweilen durch den Kopf geht und dann in persönlichen Aufzeichnungen landet.
Und dann noch – und jetzt wird es ernst für Ahmet – ein Hakenkreuz. Der Zehnjährige hat es durchgestrichen. Es soll dem Viertklässler trotzdem zum Verhängnis werden. Denn als die Mutter Ende vergangener Woche zum ohnehin verabredeten Elterngespräch in die Jan-Amos-Comenius-Grundschule kam, hatte die Schulleiterin Yevhenyia Goldhahn ihre Strafmaßnahme gegen Familie Yılmaz schon ausgedruckt vor sich: „Ordnungsmaßnahme gemäß § 39 Abs. 2 Ziffer 2 des Schulgesetzes Sachsen (SchG)“ gegen Ahmet Yılmaz, stand im Betreff. Angehört wurden Eltern und Schüler zuvor nicht.
Gleich mehrere Sanktionen gibt es nun gegen den Zehnjährigen: einen formellen „schriftlichen Verweis“. Drei Wochen zwangsweise Versetzung in eine Parallelklasse. Dazu die Androhung, dass Ahmet auch von der Schule fliegen könnte: „Bei dem nächsten Vergehen kann (…) in eine andere Schule strafversetzt werden.“ [….]
Opposition gegen Nazis, Antifaschismus und Engagement gegen die rechtsextremistische AfD werden in Kretschmerstan also hart sanktioniert. Da wird schon an Zehnjährigen ein Exempel statuiert.
Der Failed State Sachsen erreicht auf der Realsatire-Skala Werte, wie man sie sonst nur aus Mar A Lago kennt. Der Fall schlägt inzwischen hohe Wellen. Sachsens CDU-Schulministerin zog inzwischen zwar den Verweis zurück. Entschuldigen mag sich aber niemand.
[….] Nach heftigen öffentlichen Protesten nehmen sächsische Schulbehörden „Erziehungs- und Ordnungsmaßnahmen“ gegen einen Grundschüler zurück, der sich gegen die rechtsextreme AfD positioniert hatte. [….] Neben dem Tadel gab es weitere Maßnahmen: Ahmet wurde befristet für drei Wochen in eine Parallelklasse versetzt. Zudem drohte man ihm die Strafversetzung in eine andere Schule an.
Sachsens Kultusminister Conrad Clemens (CDU) teilte der taz am Freitagnachmittag mit: „Dem Chemnitzer Schüler, der ein durchgestrichenes Hakenkreuz in sein Heft gemalt hat, wurde Unrecht getan. Nach einem Gespräch aller Beteiligten werden die Ordnungsmaßnahmen durch die Schule zurückgenommen. Klar ist: So etwas darf sich nicht wiederholen.“
Nur wenige Stunden zuvor war Ahmets Mutter in Chemnitz mit drei Vertreter:innen des Landesschulamtes zusammengekommen. Diese hätten bei der Konferenz zwar angekündigt, die Maßnahme juristisch prüfen zu wollen. Aber weder hätten sich die Behördenvertreter:innen bei dieser Gelegenheit für den Verweis entschuldigt, noch zogen sie ihn zurück. Das berichtete die Aktivistin Jennifer Follmann der taz, die die Mutter in der Auseinandersetzung unterstützt hatte. Sie war bei dem Treffen am Freitag zugegen. Zur Begründung hätten die Vertreter:innen des Schulamts demnach erklärt, man wisse nicht, „was dazu gemalt oder weggestrichen wurde“. [….] Weder die Leiterin der Jan-Amos-Comenius-Grundschule, Yevhenyia Goldhahn, noch die Klassenlehrerin von Ahmet nahmen trotz Einladung an dem Gespräch teil. Beide ließen sich entschuldigen.
Das Schulamt sei in der Beratung laut Follmann auch nicht auf den von der Mutter geäußerten Vorwurf eingegangen, wonach ein anderer Schüler der Chemnitzer Grundschule erst kurz zuvor Hakenkreuze im Schulgebäude gezeichnet haben soll, die aber nicht durchgestrichen gewesen seien. Dieser Schulkamerad Ahmets sei ohne Bestrafung davongekommen. Die Schule ließ eine bereits am Montag gestellte Anfrage der taz zu beiden Vorgängen unbeantwortet. Zu Beginn der Beratung hatte das Landesschulamt versucht, die Mutter zur Unterzeichnung einer Verschwiegenheitserklärung zu dem Vorgang zu bewegen. Diese lehnte das jedoch ab. [….]
Es kursiert ja schon länger der Gedanke, ob man Putin, zur Bremsung seines Westexpansionsdranges, nicht freiwillig Sachen und Thüringen abtreten sollte.
Für mich klang das bisher nach einem Win-Win-Plan. Putin bekommt mehr Territorium und wir sind die Problembundesländer los.
Aber so langsam frage ich mich, ob Putin solche Leute tatsächlich haben will. Vielleicht müssen wir draufzahlen, damit der Sachsen überhaupt nimmt.