Freitag, 9. Januar 2026

Im Visier der Nazis

Mein Facebook- und Parteifreund Alfonso Pantisano, 51, sticht unter den Berliner Landespolitikern besonders hervor, weil er nicht nur hochvernünftig und überzeugend seine Arbeit macht, sondern dabei auch noch einer der sympathischsten Menschen des öffentlichen Lebens ist.

Das trifft übrigens auch für seinen noch prominenteren Bruder zu. Der Architekt Luigi Pantisano, 46, ist stellvertretender Fraktionsvorsitzender der LINKEn im Bundestag.

Beide Jungs wurden in Schwaben geboren, wuchsen teilweise in Kalabrien auf, sind extrem polyglott, waren immer politisch engagiert.

Der Ältere, Alfonso, war persönlicher Referent der Berliner Senatorin für Inneres Iris Spranger (SPD) und später in der gleichen Position für Saskia Esken tätig. Er wurde aber bundesweit bekannt als queerer Aktivist; unter anderem seit 2019 im Vorstand des LSVD.

Seit zweieinhalb Jahren sitzt er als „Ansprechperson Queeres Berlin“ auf einer Referentenstelle in der Senatsverwaltung für Arbeit, Soziales, Gleichstellung, Integration, Vielfalt und Antidiskriminierung von Cansel Kiziltepe (SPD).

Der Begriff „Queer“ in Kombination mit einem migrantischen Namen, triggert die deutschen Nazis zur Weißglut.  Ob Nius, David Berger oder AfD – sie alle kübeln von Hass erfüllt, Dreck über Pantisano aus. Da er ein hochanständiger Mensch ist, der sich nichts zu Schulden kommen lässt, denkt sich das ultrarechte verschwörungstheorie-affine Pack perfide Lügen aus. Besonders einfallsreich sind braunen Drecksschleudern nicht: Brigitte Macron und Michelle Obama wurden Penisse angedichtet, um ihre Ehemänner zu desavouieren und bei Schwulen kommt unweigerlich die Pädophilie-Keule. Fritze Merz machte es vor.

Der Fall der im Jahr 2023 wegen Verbreitung kinderpornografischer Schriften verurteilten und somit tief gestürzten Berliner Dragqueen Jurassica Parka, bot den willkommenen Anlass, da Parka als Moderatorin und Botschafterin für mehrere Landes-Events tätig war. Die rechtsextreme Müllfabrik Julian Reichelt schob das flugs Pantisano in die Schuhe; eine reine Erfindung. Dieser wehrte sich juristisch und gewann.

[….] Erneute Niederlage für "Nius": Der Chefredakteur des rechten Hetzportals, Julian Reichelt, darf eine Falschbehauptung über den Queerbeauftragten des Landes Berlin, Alfonso Pantisano, unter Androhung von Ordnungsmitteln nicht wiederholen. In einem Post auf der Plattform X hatte Reichelt behauptet, ein wegen Besitzes kinderpornografischer Schriften verurteilter Mann, der öffentlich als Drag-Künstlerin in Erscheinung getreten war, sei "u.a. vom Queer-Beauftragten Alfonso Pantisano" finanziert worden. Nach einem Beschluss des Oberlandesgerichts Frankfurt am Main vom 30. Dezember 2025 (PDF) ist ihm dies nun untersagt. Pantisano habe glaubhaft gemacht, dass die Behauptung unwahr ist, sie sei jedenfalls nicht erweislich wahr.

Die "Kieztouren" mit Jurassica Parka erhielten keine Landesmittel

Hintergrund der Behauptung waren sogenannte "Kieztouren" durch den Berliner Regenbogenkiez, bei denen unter anderem der vorbestrafte Mario O. unter dem Künstlernamen Jurassica Parka als Dragqueen auftrat. Diese Touren wurden zeitlich im Umfeld des staatlich geförderten Magnus-Hirschfeld-Gedenktages angeboten. Es handelte sich jedoch nicht um offizielle Veranstaltungen des Gedenktages, vielmehr wurden sie privat organisiert und von den Teilnehmenden selbst bezahlt.  [….]

(QUEER.de, 04.01.2025)

Das staatszersetzende Faschoportal wird von Julia Klöckners CDU-Freund Frank Gotthardt so großzügig finanziert, daß Reichelt einen Affentanz aufführen kann und nach Belieben gegen Gerichtsurteile vergeht.

[…]  Ich habe Jurassica Parka weder finanziert noch mitfinanziert!

Daher hier kurz diese kleine juristische Geschichte, denn es geht eigentlich um etwas Größeres. Wir erleben gerade, wie gezielte Desinformation versucht, Realität zu verschieben - und das nicht zufällig, sondern ganz systematisch. Fake News greifen nicht nur einzelne Menschen an, sie greifen Vertrauen an: in Institutionen, in Verfahren und in die Demokratie selbst.

Gerichte sind kein Ersatz für gesellschaftliche Debatten - das ist uns allen klar. Aber sie sind ein Ort, an dem Wahrheit nicht relativiert werden kann. Dort zählen nicht Lautstärke, sondern Beweise und auch nicht Empörung, sondern Fakten.

Dass es sich lohnt, diesen Weg zu gehen – auch wenn er anstrengend ist, auch wenn er persönlich kostet –, zeigt dieser Fall. Nicht, weil jemand „gewinnt“. Sondern weil dringend Grenzen gezogen werden. Das Kostenrisiko war hoch - wenn ich verloren hätte, hätte ich zwei ganze Monatslöhne investieren müssen.

Mein Dank gilt meinem Rechtsanwalt Dr. Jasper Prigge und seiner Medienkanzlei in Düsseldorf. Die Kanzlei vertritt öffentliche Akteure in presserechtlichen Auseinandersetzungen und ist auf die strategische Durchsetzung und Abwehr von Unterlassungs- und Gegendarstellungsansprüchen spezialisiert. Diese juristische Präzision ist kein Selbstzweck, sondern sie ist ein Schutzmechanismus für die demokratische Öffentlichkeit.

Und genau darum geht es hier: Um die Wahrheit. [….]

(Alfonso Pantisano, 06.01.2026)

Über mehrere Instanzen holen sich Reichelt und Gotthart blutige Nasen. Sie wissen natürlich, daß sie nicht gewinnen können, weil sie lügen. Aber darum geht es nicht. Sie halten die Angelegenheit am Kochen; wohlwissend, daß in ihrer kotbraunen Medienblase, völlig unabhängig vom Wahrheitsgehalt, etwas an dem unschuldigen Pantisano hängen bleiben wird.

[…] Nächste Schlappe für Julian Reichelt gegen Pantisano – Beschwerde abgeschmettert: Julian Reichelt vom Rechtsportal Nius verliert vor dem Frankfurter Oberlandesgericht gegen den Queer-Beauftragten Alfonso Pantisano. Reichelt reicht Beschwerde ein.

Update, 9. Januar: Julian Reichelt vom Rechtsportal Nius will die Schlappe vor dem Oberlandesgericht Frankfurt wohl nicht auf sich sitzen lassen. Daher legte er Beschwerde gegen den Beschluss vom 8. Dezember ein und hat auch die Kosten des Beschwerdeverfahrens zu tragen: „Die Rechtsbeschwerde wird nicht zugelassen“, heißt es in dem Beschluss, der der Frankfurter Rundschau vorliegt. Die Voraussetzungen für die „Verhängung der Ordnungsmittel“ seien zur Zeit der Zuwiderhandlung bereits am 18. November 2025 erfüllt gewesen.

Angemerkt wird auch, dass Reichelt trotz Beschluss des Landgerichts die besagten Postings auf X „noch mindestens sechs Tage online zum Abruf bereitgehalten“ habe. Die Höhe des Ordnungsgeldes sei „nicht zu beanstanden“. Zu berücksichtigen sei „der vorstehend dargelegte Verschuldensgrad sowie die unbestritten guten wirtschaftlichen Verhältnisse“ von Reichelt „aufgrund seines Verdienstes als Geschäftsführer und Chefredakteur eines Medienunternehmens“. [….]

(Katja Thorwarth, FR, 05.01.2026)

Die Gefahr, die von diesen CDU-Drecksschleudern für die Demokratie ausgeht, kann man gar nicht unterschätzen. Es spricht Bände, daß CSU- und CDU-Prominente (Söder, Ploß, Spahn, Klöckner, Amthor) diesen Pseudo-News-Abschaum hofieren.

[….] Das Oberlandesgericht Frankfurt hat die Beschwerde von Julian Reichelt gegen das verhängte Ordnungsgeld abgewiesen. Damit ist klar: Die Missachtung von Gerichtsentscheidungen und fortgesetzte Diffamierung von Menschen bleiben nicht folgenlos.

Der Fall zeigt zugleich, wie gefährlich das Fake-News-System von Julian Reichelt ist. Es wirkt wie Gift für unsere Gesellschaft, vernebelt Fakten, lähmt eigenständiges und klares Denken und untergräbt demokratische Klarheit - genau davor müssen wir unsere Demokratie schützen.

Die klare Botschaft ist: Auch lautstarke Meinungsmacher stehen nicht über dem Recht. Wer diffamiert, verliert - notfalls vor Gericht. Denn der Rechtsstaat ist keine Meinung. Er gilt. Für alle. Auch für Julian Reichelt.[….]

(Alfonso Pantisano, 09.01.2026)

Heute knöpfte sich Reichelt mit seinem Multimillionen-CDU-Mann Gotthart im Rücken, das nächste Opfer vor: Gemeinsam mit Putins Berliner Prawda und dem rechtsextremen Schwurbel-Anwalt Joachim Steinhöfel wollen sie Daniel Günther zu Fall bringen, da dieser es gewagt hatte, sich bei Markus Lanz für ein AfD-Verbotsverfahren auszusprechen.

[….] Daniel Günther und die Zensur: Wird Schleswig-Holsteins Ministerpräsident zur Gefahr für Demokratie?

Günther plädiert bei Lanz für Medienzensur. Der CDU-Politiker will soziale Medien verbieten und Pressefreiheit beschränken. Ab wann wird so ein Politiker selbst zur Gefahr?  […]

(Berlinskaya Prawda, 08.01.2026)

Springers/Döpfners WELT hetzt fleißig mit.

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