Sonntag, 9. November 2014

Weltereignis.



In jeder Generation gibt es nur ein Handvoll Weltmedienereignisse, die sich so ins kollektive Bewußtsein eingravieren, daß sich jeder daran erinnert wo er an dem Tag war.

In den letzten Einhundert Jahren waren es das Attentat von Sarajevo vom 28. Juni 1914, der Waffenstillstand von Compiègne am 11. November 1918, der „schwarze Freitag“ am 25. Oktober 1929, die „Reichskristallnacht am 09.November 1938, der Weltkriegsausbruch am 01. September 1939, das Kriegsende am 08.Mai 1945, die Krönung Elisabeth II. am 02. Juni 1953, das Kennedy-Attentat am 22. November 1963 und die Mondlandung  21. Juli 1969.
Es folgten die Maueröffnung am 09. November 1989 und schließlich der 09. September 2001.

Während ich den allerletzten Termin außerordentlich genau erinnere, muß ich zu meiner Schande gestehen, daß mein 09.11.89 von den aktuellen und bekannten Bildern überdeckt wird.
Was ich an dem Tag tat weiß ich nicht mehr.
Dabei gibt es durchaus politische Ereignisse, die ich sehr bewußt erinnere.
Ich saß am gemütlichen Montag, den 03.Oktober 1988 mit einer Freundin im Café Cocteau unweit der Reeperbahn in der Wohlwillstraße und soff Vodca, als der Wirt die Musik runterdrehte und durchsagte, daß soeben Franz Josef Strauß an seinem Erbrochenen erstickt sei und sich nun bei den „Barmherzigen Brüdern“ befände.
Darauf wurde erst einmal angestoßen.
Donnerstag, den 17. Januar 1991 war ich gerade aus Berlin kommend direkt zu einer privaten Party in der Talstraße, ebenfalls direkt an der Reeperbahn, aufgeschlagen, als die Musik ausging und wir erfuhren, daß soeben „Desert Storm“ begonnen hätte. Das war zwar nicht wirklich überraschend, aber doch so empörend, daß ein Kumpel und ich für ein Taxi zusammenlegten und mitsamt meiner dreckigen Klamotten, die ich noch aus Berlin dabei hatte, zum US-Konsulat fuhren.
Es war mitten in der Nacht und wir wurden schon 50m davor von der Polizei abgedrängt. Es trafen laufend mehr Demonstranten ein, die vergeblich ihren Protest vorbringen wollten.
Irgendwann zückte ich meinen US-Pass, hielt ihn den nächsten Polizisten ins Gesicht und sagte ihm auf Englisch, daß ich sofort meinen Konsul sprechen müsse. Bizarrerweise klappte das sogar. Die wütenden Leute um mich herum hörten sogar kurz auf zu skandieren, als ich durch die Absperrung auf das Gelände des US-Generalkonsulates geführt wurde.
Man brachte mich bis zu einem Nebeneingang, in dem ein Vertreter des Generalkonsuls auf mich wartete. Ich sagte ihm, daß ich hiermit offiziell gegen die US-Kriegspolitik George Bushs protestieren wolle und wurde zurück gebracht. Eine Aktion von 120 Sekunden und total sinnlos.

Man wird ja älter. Als der ohne Mehrheit ins Amt gekommene Junior-Bush am  20. März 2003 den nächsten illegalen Angriffskrieg begann, hatte ich schon die ganze Vergeblichkeit persönlichen Protestes verinnerlicht.
Dabei war der europaweite Protest gegen den GWB-Irakkrieg enorm; die Demonstrationen waren viel gewaltiger als die von 1991 gegen Papa Bush.
Weltpolitischen Einfluss erlangt man aber nicht auf der Straße.
Einflussreicher war da schon das emanzipierte Wählerverhalten, das trotz der allgegenwärtigen Warnungen vor dem „rot-grünen Chaos“ Gerd Schröder und Joschka Fischer ins Amt gebracht hatte.
Beide hatten sich zum Ärger Angela Merkels frühzeitig gegen den Krieg ausgesprochen. Während die CDU-Chefin schleimspurziehend auf den Knien nach Washington rutschte und mit ihrem bellizistischen Beraterling Friedberg Pflüger erklärte, daß Deutschland unter ihrer Führung an GWBs Seite in den Irak zöge, verkündete der ebenfalls Irakkriegsbegeisterte Wolfgang Schäuble, daß selbst ein Schröder es nicht wagen könne Deutschland so total zu isolieren, um an Ende im UN-Sicherheitsrat allein mit Syrien gegen 13 andere Nationen zu stehen.
Was für eine Fehleinschätzung.
In den Monaten vor dem März 2003 verließ Joschka Fischer kaum noch den Regierungsairbus und klapperte alle anderen 14 Mitgliedsstaaten des UN Security Councils ab. Er versuchte alles, drohte, warnte, lockte.

Die christlichste aller christlichen Regierungen im Weißen Haus, weigerte sich mit der gewählten deutschen Regierung zu sprechen und empfing stattdessen Angela Merkel und Roland Koch als ihre wahren Freunde.

Schäuble und andere CDU-Außenpolitiker wie Pflüger haben sich bis heute nicht davon distanziert, daß sie das US-Junktim an Saddam – entweder Du rückst die Massenvernichtungswaffen raus, oder es gibt Krieg – unterstützten!
Das war mal eine tolle Alternative für jemanden, der schlicht und ergreifend die Wahrheit sagte, daß er nämlich keine Massenvernichtungswaffen hatte!
(„Nun kann sich ein Mann wie Schäuble wohl nicht vorstellen, daß auch mal jemand die Wahrheit sagt“ – Volker Pispers)

Zur Wehrkundetagung in München Januar 2003 kursierte ein George W. Bush-Unterstützerbrief der zehn europäischen USA-Unterstützer, als Außenminister Fischer Donald Rumsfeld entgegen schleuderte „Excuse me Sir I am not convinced“.

Da bebte sie wieder, die in einen Hosenanzug gezwängte uckermärkische Empörung.

Merkel, Christian Schmidt und Pflüger, die ebenfalls im Auditorium anwesend waren, erhoben sich und schleimten Rumsfeld mit Tränen in den Augen an, daß Deutschland selbstverständlich die USA militärisch unterstützen würde, wenn die CDU die Wahl (2002) gewonnen hätte.
(Ich habe die Übertragung auf Phoenix damals live gesehen).

Fischers Erfolg war erstaunlich, denn er zog nicht nur die beiden Vetoländer Russland und Frankreich auf die deutsche Seite, sondern betrieb mit Dominique de Villepin und  Igor Iwanow sogar de facto den Hauptwiderstand gegen Washington.
Sie setzten Amerika mit Memoranden so stark unter Druck, daß Merkels und Schäubles Voraussagen gegenstandslos wurden und GWB schließlich eine geballte Mehrheit der Welt gegenüberstand.
Washington versuchte alles, ging sogar so weit, daß Amerika zu einer der größten Blamagen aller Zeiten hingerissen wurde.
Unter dem persönlichen Vorsitz Joschka Fischers, trat der US-Außenminister Powell am 05.02.2003 im Sicherheitsrat auf und bereitete seiner Nation eine kaum wieder gut zu machende Schmach, indem er log, daß sich die Balken bogen.

Iraks Diktator Saddam Hussein sei im Besitz von Massenvernichtungswaffen, behauptete US-Außenminister Colin Powell am 5. Februar 2003 vor dem UN-Sicherheitsrat. Seine Rede war der Auftakt zum wenig später beginnenden Irakkrieg. Doch Powells vermeintliche Beweise entpuppten sich als falsch.

"Saddam Hussein besitzt chemische Waffen; Saddam Hussein hat solche Waffen eingesetzt."

"Saddam Hussein und sein Regime verschleiern ihre Bemühungen, mehr Massenvernichtungswaffen zu produzieren."

"Saddam Hussein ist entschlossen, an eine Atombombe zu kommen."

Am 5. Februar 2003 blickte die Welt gebannt nach New York - auf den Sicherheitsrat der Vereinten Nationen - und auf den amerikanischen Außenminister Colin Powell in der ungewohnten Rolle eines Chefanklägers beim Schlussplädoyer. Powell führte Satellitenaufnahmen, aufgefangene Funksprüche und grafische Darstellungen vor; er hielt eine Phiole mit einem weißen Pulver hoch, um zu demonstrieren, mit welch geringen Mengen von Anthrax-Sporen man zig Tausende umbringen könnte. Mit all dem plädierte Colin Powell auf den militärischen Sturz des irakischen Diktators Saddam Hussein.

"Saddam Hussein und sein Regime schrecken vor nichts zurück, solange sie nicht gestoppt werden."

Es war eine große Schau - und eine ebenso große Tragödie. Im UNO-Sicherheitsrat hätten nur die USA, Großbritannien, Spanien und Bulgarien für den gewaltsamen Regimewechsel im Irak gestimmt, die Mehrheit hätte dagegen votiert. So griffen die USA, Großbritannien und einige andere Staaten den Irak schließlich ohne ein Mandat des Sicherheitsrates an. Doch sie wurden nicht allerorts, wie erwartet, als Befreier begrüßt. Viereinhalbtausend amerikanische Soldaten und ungezählte Iraker verloren bei der Intervention ihr Leben. Millionen Menschen in vielen Ländern protestierten gegen den Angriff; Europas Staatenlenker waren gespalten. Vor den Vereinten Nationen setzte Colin Powell seine Glaubwürdigkeit für einen dubiosen Krieg aufs Spiel.

Das war echte Weltpolitik, die mich schwer beeindruckte.

Und der 09.11.1989?
Wie inzwischen auch Helmut Kohl unumwunden erklärt, brach die DDR nicht wegen der tapferen, friedlichen Freiheitskämpfer zusammen, die jetzt rund um die Uhr bejubelt werden.
In Wahrheit war das Land einfach total pleite und hatte zudem auch noch den großen Bruder Moskau verloren.
Dort saß längst der Reformer Gorbatschow, der den Ostberliner Steinzeit-Herrschern ins Stammbuch schrieb: „Wer zu spät kommt, den bestraft das Leben!“

Vielleicht wäre die DDR schon eher zusammengebrochen; wenn nicht in den 1980er Jahren konservative Urgesteine wie Franz Josef Strauß aktiv die Lebenszeit des sozialistischen Ostdeutschlands mit Milliardenkrediten verlängert hätten.
Man stelle sich vor, daß ein SPD-Ministerpräsident nach Ostberlin gereist wäre und dort die SED-Führung mit Milliarden gepimpt hätte!
Dann wären Kohl und Co aber ausgerastet!

In den späten 1980ern bröckelte es in Polen, Ungarn und Tschechien erheblich mehr als in der DDR. Ich reiste 1987 durch Jugoslawien, Rumänien und Ungarn. Dort erlebte ich den sprichwörtlichen „Gulasch-Kommunismus“. Die Menschen nahmen sich einfach die Freiheiten, die für die devoteren Ostdeutschen nicht in Frage kamen. Rumänien war nach meinem Eindruck damals zu repressiv. Dort konnte man die Securitate wirklich jede Minute fühlen.
Und auch in Polen gab es mit dem Sicherheitsdienst Służba Bezpieczeństwa (SB), eine „Staatssicherheit“ mit Myriaden festen Angestellten und fast 100.000 inoffiziellen Mitgliedern. Allerdings waren die Polen offenbar viel querulantischer veranlagt als ihre sozialistischen braven Nachbarn im Westen.
Die legendäre Solidarność hatte schon eine Dekade bevor irgendwelche DDR-Montagsdemonstranten in Wallung kamen das Land durchgerüttelt.

Ich erinnere mich jedenfalls erst wieder an den 10.11.89. Das war ein Freitag, an dem ich ein wichtiges Kolloquium an der Uni hatte und morgens auf dem Weg dorthin kaum fassen konnte, wie Hamburg roch.
 Zweitakter-Auspuffgase überall; der typischer Straßenduft, den ich aus Ostberlin kannte.
Und nun waren all die Trabbis scheinbar in Hamburg und kurvten hupend umher.
Mein Labortag ging damals bis 18.00 Uhr und ich mußte mich sputen, um noch bei „COMET“ nebenan ein paar lebenswichtige flüssige Utensilien für das Wochenende zu kaufen. Es war die schwarzgelbe Regierungszeit, als im Banngriff der Kirchen starrste Ladenöffnungszeiten galten. Um 18.30 Uhr hatte alles zu zu sein.
Der Comet hinter den Chemischen Instituten war damals allerdings nie besonders frequentiert. Umso mehr staunte ich, als ich die Schlangen an den Kassen sah.
Nachdem ich dort ebenfalls lange gewartet hatte, drängelte sich ein vollbepackter Einkaufswagen direkt nach vorn vor eine ältere Dame, die zwar nichts sagte, aber sich doch hörbar verärgert über das rüpelhafte unhanseatische Verhalten räusperte.
„Was denn, was denn?“ schallte es ihr da in sächsisch entgegen: „Wir haben Jahrzehnte lang gewartet. Nun seid ihr mal dran!“
Das war meine erste Begegnung mit der deutschen Einheit.

Samstag, 8. November 2014

Merkels Händchen – Teil II



Es gehört zum politischen Allgemeinwissen, daß Merkels Erfolg auf ihrer Nichtfestnagelbarkeit beruht.
Sie bezieht öffentlich fast nie Positionen und in den seltenen Fällen, in denen sie es doch tut – „Mit mir wird es keine Maut geben!“ – gilt das „Merkelsche Gesetz“; es wird also das Gegenteil ihrer Ankündigung eintreten.

Seit Thomas Oppermann das Merkelsche Gesetz postulierte, stiegen ihre Popularitätswerte kontinuierlich an und kratzen gegenwärtig an der 80%-Marke.

Sie beläßt es bei vagen Ankündigungen, wolkigem Gewaber und einigen konkreten Aktionen, die sie für die Zukunft „ausschließe.“

Merkel treibt planlos vor sich hin - durch ihren aberwitzigen ZickZack- und Hinhaltekurs hat sie die Eurorettungsaktion zigfach verteuert. 
Ihr abstruses Spardiktat würgt die Konjunkturen diverser Nationen ab.
 So ein Rezept hätte sie nie für Deutschland gewollt. Hier reagierte sie 2008/2009 völlig gegenteilig auf die Krise; nämlich mit gewaltigen Ausgaben-Orgien, zwei dicken Konjunkturpakten und Geldrauswurfmaßnahmen wie der Abwrackprämie.


Die Chaotisierung der europäischen Finanzarchitektur durch Wolfgang Schäuble und Angela Merkel folgt einer Grundregel, die SPD-Fraktionsgeschäftsführer Oppermann sehr schön auf den Punkt brachte, nachdem der eben noch endgültig auf maximal 218 Milliarden Euro begrenzte Haftungsrahmen von Merkel doch auf 280 Milliarden
aufgeblasen wurde.

Wieder einmal, so Oppermann, komme das "Merkel'sche Gesetz" zur Anwendung: Je vehementer die Kanzlerin etwas ausschließt, desto sicherer ist, dass es später doch eintritt. Der Ärger der Genossen erscheint verständlich, denn es ist beileibe nicht das erste Mal, dass Merkel in der Schuldenkrise eine Position revidiert. Im Gegenteil: Die meisten Bundesbürger haben angesichts des Hü und Hott längst den Überblick verloren. Sie registrieren nur noch, dass die Summen, für die sie einstehen sollen, immer astronomischer werden und dass mittlerweile halb Europa auf ihre Kosten zu leben scheint. Wut, Frust und Missverständnisse haben ein Maß erreicht, das geeignet ist, die Demokratie in ihren Grundfesten zu erschüttern.    Die Hauptschuld daran trägt die Kanzlerin, der es nicht gelingt, mit den Bürgern so zu kommunizieren, wie es die Schwere der Krise von ihr verlangt. Keine Fernsehansprache, keine Rede zur Lage der Nation, stattdessen Gemauschel in Hinterzimmern nebst anschließender Kurskorrektur.

Griechenlandumschuldung, Wehrpflicht, Atomkraft, Mehrwertsteuer, Gesundheitsreform - wohin man auch blickt; man kann sich stets darauf verlassen, daß das was die Kanzlerin als absolut alternativlos einnordet doch nicht kommt, sondern eher das Gegenteil dessen angepeilt wird.

Es ist tatsächlich weise was Merkel tut. Denn offenbar ist sie sich ihrer Defizite bewußt.
Sie kann nicht strategisch denken und verzichtet folgerichtig vollständig auf langfristige Planungen. Ihrem eigenen Machterhalt wird alles untergeordnet.
Wie es letztendlich doch zu Entscheidungen kommt, wissen wir mittlerweile genau.
 Mit Millionen aus Steuerzahlermitteln läßt die Bundeskanzlerin vom Bundespresseamt mehrmals wöchentlich exklusiv für sie Meinungsumfragen durchführen und sagt anschließend das, was die Demoskopen ihr aufschreiben.

Ein anderes Merkel-Defizit, das ihr ebenfalls klar zu sein scheint, ist das völlige Fehlen von Menschenkenntnis.
Zu Recht hat es Merkels Ausspruch „xy hat mein vollstes Vertrauen“ in den allgemeinen deutschen Metaphern-Schatz geschafft.

Franz Josef Jung, Karl-Theodor zu Guttenberg, Christian Wulff, Annette Schavan, Hans Peter Friedrich und sogar Papst Benedict XVI. vertraute sie öffentlich, kurz bevor diese abtreten mußten.

Ihr geht sämtliche Empathie ab und so kommt es immer wieder zu katastrophalen Bock->Gärtner-Entscheidungen, wenn sie einen Posten besetzen muß.

Mit traumwandlerischer Sicherheit schafft sie es immer wieder den denkbar schlechtesten und ungeeignetsten Kandidaten zu finden.
Merkel greift schlafwandlerisch sicher ins Klo, wenn sie Personalpolitik betreibt.

Da waren zunächst ihre legendären offiziellen Regierungsberater.

Motto: Wie man den Bock zum Gärtner macht.

Merkels offizieller „KLIMASCHUTZBEAUFTRAGTER DER BUNDESREGIERUNG“ ist der Chef des Energiekonzerns Vattenfall (Krümmel und andere Katastrophen) Lars Göran Josefsson.

Zum allgemeinen Wirtschaftsberater erkor sie HEINRICH VON PIERER!
Mr. Korruption, der seinen Konzern beinahe an die Wand fuhr und die Handy-Fertigung in Deutschland abschaffte.

Der von Merkel berufene Berater für Afrika bei ihrem G8-Gipfel ist niemand anders als Daimler-Chryslers Ex-Boss Jürgen Schrempp gewesen.
Dieser weltgrößte Wirtschaftsversager, der die größte Menge Kapital aller Zeiten vernichtet hat, mit allen seinen Fusionsstrategien KOMPLETT scheiterte, Hunderttausende Arbeitsplätze vernichtete und Nepotismus betrieb (sein Bruder ist Daimler-Manager in Italien.)

Der CDU-Klimabeauftragte der CDU-Vorsitzenden ist Ole von Beust, der die Hamburger Elektrizitätswerke gegen den Willen der Hamburger an Vattenfall verscheuerte und den Bau der weltweit größten CO2- Drecksschleuder in Hamburg-Moorburg anschob.

Legendär ihre innerparteilichen Fehlgriffe - die von Merkel ausgesuchten Generalsekretäre Polenz, Meyer und Pofalla entwickelten sich allesamt zu Satireopfern, die die Partei demobilisierten und schnell wieder abgelöst werden mußten.

Wir erinnern uns gerne an den Oktober 2000 als der hoffnungslos überforderte Generalsekretär Polenz nach nur sechs Monaten die Brocken hinwarf und sein Nachfolger Laurenz Meyer verkündete, daß sich Merkel einen "zweiten Fehlgriff nicht leisten“ könne.
Nach wenigen Wochen - die berühmten Schröder-Verbrecher-Fahndungsplakate stellte er im Januar 2001 vor, erwies sich auch Meyer als Missgriff.

Den wichtigsten Job des Jahres 2009, Chef des Arbeits-Ministeriums mit dem mit Abstand größten Etat, gab sie dem Mann, der bisher am schwersten debakuliert hatte - Franz Josef Jung.

Er hielt wenige Wochen durch, bevor ihn seine vorangegangenen Lügen und zum Rücktritt zwangen.

Den mit Abstand wichtigsten internationalen Job vergab Merkel an den braunen Oettinger aus BW, der noch schneller als Laurenz Meyer bewies was für ein Missgriff er war - noch vor Amtsantritt machte er sich mit unfassbar peinlichen Englisch-Simulationen zum Gespött von ganz Europa.

Edi Stoiber schob Merkel einst ebenfalls in die EU ab - dort sollte der König der Akten für Entbürokratisierung sorgen.
Kein Wunder, daß sich Europas Bürokratie seitdem vervielfacht hat.

Bei der Bewältigung der Bankenkrise setzte sie auf Josef Ackermann - der Mann, der über einen 10 Milliarden-Euro Kreditsicherungsfonds herrschte und es schaffte die Banken komplett aus der Haftung zu nehmen und dafür hunderte Milliarden, die seine Banker-Kollegen verzockt hatten dem Steuerzahler aufs Auge zu drücken.

Merkels neuester Streich ist Erich Vad, 53, Leiter der legendären „Gruppe 22“ und damit ihr oberster militärischer Berater im Kanzleramt mit Zuständigkeit für den Bundessicherheitsrat und Kundus-Untersuchungsausschuss.
Vad ist Oberst, wäre aber gerne General.
Das wollten alle Oberste gerne werden, die auf dem Sessel der „Gruppe 22“ im direkten Umfeld des Bundeskanzlers saßen.
Was aber weder Kohl noch Schröder durchzusetzen vermochten, schaffte nun Merkel - auf ihre persönliche Intervention wurde Vad zum General befördert und sagte dafür zu an ihrer Seite zu bleiben.

Und wie soll es anders sein, wenn Merkel einen Posten an wichtigen Schaltstellen der Macht vergibt?
Sofort macht dieser sich lächerlich und zeigt, daß er ungeeignet ist.
Von Vad wußte man das zwar schon vorher, da nur Stunden nach der Tanklaster-Katastrophe von Kundus Emails über die hohen zivilen Opferzahlen an das Kanzleramt gingen.

Aber er zeigte der CDU-Mann publikumswirksam seinen ultrarechten Charakter, indem er bei mehreren rechtsaußen stehenden Gruppen und Medien referierte und veröffentlichte.

Entsprechend jubelt auch das zur „Jungen Freiheit“ gehörende rechtsextreme Blog Sezession, (Eigenwerbung „den wahren, guten und schönen Rechten ein Tagebuch“). […]

Viele weitere dramatische personelle Fehlentscheidungen sind geradezu Legende. Zu nennen sind die misogyne Frauenministerin Kristina Schröder, die fachfremde Foto-Uschi auf der Hardthöhe, BDI-Lobbyist Röttgen im Umweltministerium, der fachpolitische Laienprediger Gröhe als Gesundheitsminister und von ihren Bundespräsidenten Köhler und Wulff, die beide den Bettel hinwarfen will ich freundlicherweise gar nicht erst anfangen.

Die folgenschwerste Bock->Gärtner-Entscheidung der Kanzlerin dürfte allerdings die Ernennung Jean-Claude Junckers zum EU-Kommissionschef sein.
Geradezu mustergültig hatte der finanzpolitische Parasit als Luxemburgischer Regierungschef Großkonzerne aus aller Welt von der Finanzierung der Staatshaushalte ausgeschlossen.
Juncker ist damit einer der Hauptverursacher der sogenannten Euro-Krise, die keine Krise der Währung, sondern eine Haushaltskrise der Mitgliedsstaaten ist.

Junckers Glaubwürdigkeit implodiert
Der EU-Kommissionspräsident soll nach den Luxemburg-Leaks ein Problem lösen, das er als Premier zuvor verursacht hat. Wie soll das gehen? Juncker hat sein wichtigstes Kapital verspielt.
In den letzten Tagen des Europa-Wahlkampfes wurde Jean-Claude Juncker eingeholt von zwei Themen, die ihn in einer langen Politikerkarriere immer wieder belastet haben: der verworrenen Geheimdienstaffäre in Luxemburg, die mittelbar zu seiner Abwahl als Premier geführt hatte; und dem Charakter seines Landes als Steuer- und Finanzoase. Luxemburgs wichtigstes Produkt, von Juncker und seinen Kabinetten kreiert, war Sicherheit - finanzielle Sicherheit für Guthaben, Firmen und Investoren.. […]  Heute zeugt das Verhalten des dafür lange Zeit zuständigen Ministerpräsidenten Juncker geradezu von Schizophrenie. Der Mann, der bei seiner Kandidatur für das Amt des EU-Kommissionschefs als Sozialmahner durch Europa zog, hat maßgeblich dafür gesorgt, dass den europäischen Regierungen durch massive Steuerungerechtigkeit im gemeinsamen Wirtschaftsraum Milliarden entzogen wurden. Geld, das Staaten zustand - und damit ihren Bürgern -, verschwand in Luxemburg, weil es dort zu deutlich günstigeren Konditionen geparkt, verwaltet und wieder eingesetzt werden konnte. […]

Ganz toll Merkel!
Da hat sie wieder ein echtes Händchen bewiesen, als sie Juncker zum „EU-Chef“ erkor. Die superreichen Konzerne lassen bestimmt immer noch die Sektkorken knallen angesichts der Berliner Botschaft, daß alle Steuerschlupflöcher für sie geöffnet werden.


Freitag, 7. November 2014

Der Christ des Tages – Teil LXXXI



Je rechter und religiöser jemand ist, desto mehr begeistert er sich für Verschwörungstheorien.
Das muß irgendwas mit Denkfaulheit und niedrigem IQ zu tun haben, daß solche Leute für das Wirken von Illuminaten und Freimaurern empfänglich sind.

Das menschliche Hirn ist zu beeindruckenden Fehlleistungen fähig. Eine meine Nachbarinnen erzählte mir einst, daß wir uns bald gar keine Mieten mehr leisten könnten, weil die Wohnungen nur noch an Ausländer vergeben würden.
Ausländer würden nämlich immer bevorzugt; das habe sie schon so oft beim Arzt erlebt. Die Auslänger kämen immer vor ihr dran, weil die ja alle Erste-Klasse-Versicherungen vom Staat bezahlt bekämen.
Bei so einer Gelegenheit oute ich mich natürlich und sagte, daß ich noch nie eine der sagenhaften Staatsleistungen bekommen hätte, die Ausländern angeblich zuteilwerden.
Die Dame erschüttert das aber kein bißchen in ihrer Gewissheit. Jedes Mal, wenn wir uns treffen, erzählt sie mir neue Details, die ihre Überzeugung bestätigen. Ausländer würden in Deutschland prinzipiell umsonst operiert, bekämen immer Einzelzimmer im Krankenhaus, dürften kostenlos Bus fahren und würden auch im Strafrecht deutlich bevorzugt.

Ich stelle mir vor, daß sie mit dieser Erwartungshaltung in die Welt blickt und wenn sie in irgendeiner TV-Serie irgendeinen Dunkelhäutigen sieht, der irgendeine Form von guter Behandlung genießt, festigt das ihr Weltbild noch mehr.
Diese Weltsicht ist offenbar extrem selektiv; die vielen Informationen, die ihrer These widersprechen, blendet sie offensichtlich völlig aus.

Sie ist damit eine Sekundär-Verschwörungstheoretikerin, die nämlich existierende Gerüchte aufgreift, weiterspinnt und bestätigt.

Mehr Comedy-Potential haben allerdings Primär-Verschwörungstheoretiker, die sich wie amerikanische Evangelikale und Teebeutler ihren Unsinn selbst ausdenken.

Obama hat Ebola nach Amerika gebracht, weil er die weiße Rasse hasst.
Auf die Idee muß man erst mal kommen.

Der Christ des Tages Nr 81 ist der New Yorker Pfarrer James David Manning, der als Chef der ATLAH ("All The Land Anointed Holy") die Atlah Worldwide Missionary Church leitet.
Die Botschaft der christlichen Nächstenliebe versteht Manning sehr gut, daher  betreibt er so schöne Websites wie den „Obama Hate Club“ oder „Boycott the Dunghead Media Demagogues.
Der 67-Jährige Manning wurde als Baptist in North Carolina geboren. Nach einigen Aushilfsjobs schlug er sich in den späten 1960ern nach NY durch und begann eine Karriere als Einbrecher. 1974 wurde er verurteilt, saß fast vier Jahre im Gefängnis („for burglary, robbery, larceny, criminal possession of a weapon, and other charges“), in dem er 1978 Pastor wurde.
Später studierte er, bereiste Südamerika, sowie West- und Südafrika und wurde Rassist. Die Durchmischung der Rassen gefällt dem Afroamerikaner gar nicht und daher kann er insbesondere Obama nicht leiden. Dessen Mutter sei bloß „white Trash“ verkündete er im Wahljahr 2008:

It is common knowledge that African men, coming from the continent of Africa—especially for the first time—do diligently seek out white women to have sexual intercourse with. Generally the most noble of white society choose not to intercourse sexually with these men. So it's usually the trashier ones who make their determinations that they're going to have sex.

Wenn man die Beschilderung seiner Kirchen in Harlem ansieht, könnte man fast vermuten, daß der Mann leichte Vorbehalte gegen den US-Präsidenten und sogar auch gegen Schwule haben könnte. Möglicherweise sehe ich das aber auch zu streng.








Seine Anhänger informiert Manning vorzugsweise selbst über sein Videoportal „The Manning Report“ (Description: „All Jesus, All The Time!“).

Dort erfährt man wichtige Wahrheiten.
Erst durch Mannings Video habe ich erkannt, daß die Starbucks-Kaffee-Shops Ebola verbreitet haben und daß die Schwulen deswegen so gern dort „Café Latte“ trinken, weil der mit Sperma versetzt wird.

“Starbucks is a place where these types frequent and a lot of body fluids are exchanged there. But the thing that I was not aware of is that there has been information that has been released… what Starbucks was doing, is they were taking specimens of male semen, and they were putting it in the blends of their lattes. Now, this is the absolute truth."
(Pfarrer James David Manning)

Das ist alles bewiesen!