Montag, 5. Januar 2026

Fritzes Fans

Man staunt, aber es gibt sie noch: Menschen, die den Fritzekanzler so richtig toll finden.

[….] Eingangs hatte der 85-Jährige nicht mit lobenden Worten für Friedrich Merz gespart. „Er ist einer der besten Bundeskanzler nach Konrad Adenauer.“ Der Gründer der Steakhaus-Kette „Block House“ erwähnte die Senkung der Mehrwertsteuer in der Gastronomie, die Abschwächung des Lieferkettengesetzes und die Abkehr vom Verbrenner-Aus im Jahre 2035. Die Entscheidungen der EU seien ein Werk von Friedrich Merz. Dieser sei „ein Geschenk für unser Deutschland“.  […..]

(MoPo, 05.01.2025)

Eugen Block, AfD-Wähler, Dunkelkatholiban, ultrakonservativer Multimillionär, mit der mutmaßlich hochkriminellen Tochter, wirft sich für das personifizierte AfD-Förderprogramm Merz ins Zeug.

Da ist natürlich auch die AfD selbst, die sich bei Merz bedankt, weil er zuverlässig ihre Zahlen verbessert. Heute stehen die Nazis bei GMS schon drei Prozentpunkte vor der CDUCSU.

[….]  Stattdessen scheint der Plan jedenfalls in Merz’ Parteizentrale weiterhin zu sein, die Themen der Rechtsextremen immer wieder auf die Agenda zu setzen. Zum Beispiel, indem man auf spektakuläre Kriminalfälle bewusst mit einer Debatte über Migration antwortet. Und jedes Mal, wenn diese Methode der AfD nicht „Wind aus den Segeln nimmt“, sondern sie im Gegenteil beflügelt, guckt man verdutzt. [….]

(Ronen Steinke, 30.12.2025)

Da ist auch die xenophobe, regierungsunfähige Schwesterpartei in Bayern, die Merzens Einknicken vor Bibi und Trump, sowie seine Ausländerfeindlichkeit, feiert.

"Der Innenminister kümmert sich nur um sein Dauerbrenner-Thema Migration, als ob wir keine anderen Probleme zu lösen hätten. Er unternimmt nichts für den Schutz kritischer Infrastruktur. Jetzt sieht man, dass das KRITIS-Dachgesetz, das wir immer gefordert haben, nichts Abstraktes ist."

(Felix #Banaszak, 05.01.2026)

Da ist natürlich auch Trump, der so einen willigen Hinternküsser wie Merz schätzt.

Die Drohung Medwedews, des Vizevorsitzenden des nationalen Sicherheitsrats in Moskau, Merz zu entführen, verurteilt die Bundesregierung auf das Schärfste, die durchgeführte Entführung Maduros, will sie nicht verurteilen.

Blamabler geht es nicht.

Da sind natürlich die anderen großen Autokraten der Welt, die den windelweichen Kriecher Merz heute gern haben.

[….] [Regierungssprecher] Hille wiederholt die immer gleichen Formulierungen: Dass Maduros Wahl gefälscht sei, und die Bundesrepublik seine Regierung nicht anerkenne. Dass Maduro das Land diktatorisch geführt habe, skrupellos foltern ließ und in den Drogenhandel verstrickt sei. „Dementsprechend ist der völkerrechtliche Sachverhalt sehr komplex“, sagt Hille ganz ähnlich wie der Kanzler. [….] Aus den demokratischen Oppositionsparteien kommt daran heftige Kritik. „Völkerrechtlich ist die Lage überhaupt nicht komplex“, sagt Grünen-Chef Felix Banaszak am Nachmittag während einer Pressekonferenz in seiner Parteizentrale. Für die entsprechenden Behauptungen der Bundesregierung habe er kein Verständnis, er empfinde sie im Gegenteil als „gefährlich“: An neuen Drohungen der US-Regierung gegen Kuba, Kolumbien und Dänemark sehe man, dass „windelweiche Reaktionen“ Donald Trump ermutigt hätten, „jetzt noch weitere Staaten ins Visier zu nehmen“.

Mit Blick auf die Ansprüche, die Trump auf das zu Dänemark gehörende Grönland erhebt, sagt Banaszak weiter, er erwarte vom Kanzler ein Zeichen der Unterstützung gegenüber den Dänen. [….]

Um Grönland sorgt sich auch der Linken-Vorsitzende. „Nach Venezuela könnte Grönland kommen“, warnt er. Allein schon deswegen brauche es eine klare Antwort der EU auf die US-Intervention in Venezuela. Ansonsten, so auch van Akens Befürchtung, würde sich die US-Regierung „ermuntert fühlen, genauso weiterzumachen“. Zudem brauche es schnell einen Plan der EU für die zu Dänemark gehörige Nordatlantikinsel, „damit Trump sich das nicht wirklich einfach so unter den Nagel reißt, wie er es jetzt angekündigt hat“.

Noch schärfer als die Grünen kritisieren die Linken, deren Bundestagsfraktion inzwischen eine Sondersitzung des Auswärtigen Ausschusses beantragt hat, den Kanzler. Wenn Merz behaupte, das sei alles so „komplex“ und ließe sich nicht so schnell bewerten, „dann ist das gelogen“, sagt van Aken. „Der Mann ist Jurist, der weiß genau, dass es einen Völkerrechtsbruch gibt“, empört sich der Linken-Chef. Bei aller berechtigten Kritik an der Regierung Maduro, sei völlig klar, dass niemand ein anderes Land überfallen dürfe, um einen Präsidenten und dessen Ehefrau zu entführen. [….]

(Taz, 05.01.2026)

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