Freitag, 27. September 2013

Haltet Euch da raus!



Noch einmal:
Als Atheist will ich nicht die Kirche verbieten und auch niemanden zwangsweise von seinem Glauben abbringen. Das steht mir gar nicht zu. Wer glauben will und damit glücklich ist, soll das gerne tun.

Wenn allerdings ein Topgeistlicher wie der Kinderfickerfreund Kurienerzbischof Müller beim Lügen und Heucheln erwischt wird und daraufhin die Kirchenaustrittszahlen in seinem Bistum explodieren, gefällt mir das sehr.
Religion macht die Menschen unfrei, intolerant und denkfaul. Daher ist es grundsätzlich zu begrüßen, wenn möglichst viele Menschen diesem Verein den Rücken kehren.
Ich möchte lediglich, daß der Verfassungsauftrag erfüllt wird und somit Kirche und Staat getrennt werden. Schluß mit der Flut der Kirchenprivilegien und der demonstrativen Ächtung und Nichtberücksichtigung der Atheisten – obwohl wir bereits eine relative Mehrheit in diesem Land bilden.
Ob die Kirche aber ihren Mitglieder verbietet Sex zu haben, Kondome zu benutzen, denjenigen zu heiraten, den sie lieben oder auch nackt zu duschen, ist mir zunächst einmal egal.
Wenn das nur die Kirchenmitglieder betrifft und diese FREIWILLIG in der Kirche sind, sollen sie sich gerne danach richten.
Mir missfällt es nur, daß die Religioten dieses Landes in ihrem Wahn alleinseligmachend zu sein auch die Regeln für die Konfessionslosen bestimmen wollen.


Dabei wäre die Lösung für all die Probleme so einfach.


Jedes Mitglied der Kirche darf dann keine Schwangerschaftsunterbrechungen durchführen, darf nicht masturbieren, darf nicht in homosexuellen Partnerschaften leben, darf keine Patientenverfügungen aufsetzen, darf keinesfalls die PID nutzen und muß auch auf durch Gentechnik gewonnene Medikamente gegen Parkinson, Krebs und MS verzichten. Und jedes Kirchenmitglied soll natürlich mit allen Mitteln unter Aufbietung aller erdenklichen Qualen so lange wie nur irgend möglich am Leben gehalten werden. Jedem Mitglied der Kirche ist es streng verboten jedwede Form des Suizids in Betracht zu ziehen.


Gesetze würden natürlich weiterhin für ALLE Deutschen gelten - lediglich die angesprochenen gesetzlichen Einschränkungen der Freiheit, die ausschließlich religiös begründet sind, würden in ihrem Geltungsbereich auf die Kirchenmitglieder beschränkt.

Immerhin gibt es heute schon solche Zonen eingeschränkten Rechts, wenn es um die Arbeitnehmerrechte der kirchlichen Angestellten geht.
Ein Chirurg in einem katholischen Krankenhaus kann gefeuert werden, wenn er sich scheiden läßt und mit einer anderen Frau zusammen lebt.
Als Kirchenmitglied hat er also eingeschränkte Rechte.
Diese Einschränkung sollte konsequent ausgeweitet werden auf Verhütung, Homoehe, PID und Co.

Christen und Atheisten kämen sich nicht mehr in die Quere und vor allem wäre endlich der Gesetzgeber aus der Schusslinie!

Wenn ein Atheist gegen passive Sterbehilfe oder Stammzellenforschung ist, könnte er in eine Kirche eintreten.
Umgekehrt könnte eine christliche Schwangere, die sich das Recht zur Abtreibung nehmen will, aus der Kirche austreten.

Die Rechte wären individualisiert, Kirchen und Parteien und Politik müßten keine Stellvertreterkriege mehr führen.

Die augenblickliche Situation ist hingegen höchst unbefriedigend.

 Die Hauptkampflinien des Jahres 2013 sind immer noch die rechtlich gleichgestellte Homo-Ehe, die steuerliche Gleichstellung, die sogenannte Homo-Adoption und die Lust am straffreien Verstümmeln von Kinderpenissen.
Aber auch an anderen Stellschrauben versuchen die organisierten Christen immer noch den Ungläubigen Vorschriften zu machen.
Eine der widerlichsten kirchlich-staatlichen Bevormundungen betrifft das Intimste, das es überhaupt gibt – nämlich das eigene Leben!
Selbstbestimmt über das Ende desselben zu entscheiden, verhindern die von Religionen beeinflussten Parlamentarier. Man ist in den meisten Fällen zur Todesfolter unter grausamen Schmerzen und entwürdigenden Bedingungen gezwungen. Die Kirchen wollen es so. Über 90% der Menschen sterben in Krankenhäusern, ohne daß man dem Leiden selbst ein Ende setzen darf.
Aber selbst nach dem Tod greift noch die Kirche ein – sie verteidigt das Bestattermonopol und den Friedhofszwang. Man darf noch nicht mal mit seinem toten Körper machen was man will. Für die Kirchen ist das eine Frage des Geldes. Ihnen gehören die meisten Freudhöfe und dort können sie reichlich Gebühren abkassieren. Die eine Million Euro „Kirchensteuern“, die die Kirchen PRO STUNDE kassieren, reichen ihnen nicht.
Nun droht aber Ungemach aus dem rotgrün regierten Bremen, das seine Bürger als mündig ansieht.

In Deutschland ist das Bestattungsrecht Sache der Länder. Die Befürworter der Novelle haben durchgesetzt, dass Angehörige die Urne mit der Asche eines Verstorbenen in Zukunft für zwei Jahre zu Hause aufbewahren dürfen. Erst dann müsste sie in einer Grabstätte beigesetzt werden, die zuvor reserviert und nachgewiesen werden muss. Bisher ist es nur in Nordrhein-Westfalen möglich, dass die Asche eines Verstorbenen den Angehörigen ausgehändigt wird, wenn sie beigesetzt wird. Eine Kontrolle gibt es allerdings nicht.
Mit der Bremer Novelle wird das aus dem Jahr 1934 stammende deutsche Feuerbestattungsgesetz zumindest teilweise ausgehebelt.

Erwachsene Menschen, die frei über ihre eigenen Angelegenheiten bestimmen?
So geht es aber nicht, zürnt die um ihre Pfründe fürchtenden evangelische Kirche und brüllt Zeter und Mordio.
Die geplante Lockerung des Bestattungsrechts in Bremen stößt in der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) auf Kritik. Dies fördere eine Tendenz zur Privatisierung von Religion und verdränge Trauer aus der Öffentlichkeit, sagte Vizepräsident Thies Gundlach vom EKD-Kirchenamt in Hannover am Donnerstag dem epd. […]  Das gehe zu weit, sagte Gundlach, der die Hauptabteilung Kirchliche Handlungsfelder und Bildung in der EKD-Zentrale leitet. Der Theologe argumentierte, im Zuge der Liberalisierung des Bestattungsrechtes gebe es bereits eine Vielfalt an Beisetzungsformen. Eine würdige Bestattungskultur sei ein "Grundanliegen der Christenheit".
Verdammt noch mal, Gundlach!
Die Zeiten, daß Kirchen die Bestattungen von Selbstmördern verbieten konnten, sind vorbei. Das Mittelalter ist vorbei. Jedes Kirchenmitglied kann seinen toten Körper solange beweihräuchern, aufbahren und bebeten lassen wie es will.
Halt‘ Dich aber aus meinen Angelegenheiten raus!
Was ich mit meiner eigenen Asche tue, geht Dich nichts an!

Kommentare:

  1. Ist doch klar, dass die Pfaffen dagegen anrennen. Je mehr man ihnen die Möglichkeit zur Selbstdarstellung nimmt, desto unbedeutender werden sie. Auf diese hinterhältige Art und Weise - nämlich über geselschaftliche Zeremonien - hat man sich seinen Status und damit die Bedeutung erschlichen, die mit der Abschaffung solcher Vorschriften, nun zur Disposition stehen.

    An Geburt (Taufe), Kommunion (Initiation), Eheschließung (Vergemeinschaftung) und Tod (Beerdigung), will sie nicht nur teilhaben. Sie verfügt dabei über uns, je nachdem, welches religiöse Umfeld uns vereinnahmt hat. Das ist so selbstverständlich für uns geworden, dass wir nichts mehr infrage stellen. Warum z.b. gibt es ein Wort zum Sonntag? Warum gibt es keine vergleichbare Sendung von und für Moslems oder Juden? Warum berichtet man ausführlich über christliche Ereignisse und Feiertage, spart aber die anderer Religionen aus? Grund ist die religiöse Prägung durch unsere Kultur. Und die erwächst eigentlich nur aus der Gewohnheit. Nur selten wählt jemand seinen 'Glauben' selbst. Er wird ihm angetragen, aufgenötigt oder befohlen.

    Ich begrüße den Schritt in Bremen sehr. Ich würde mir mehr Initiative dahingehend wünschen. Ich toleriere es auch nicht, dass man Kinder mit diesem Massenwahn belästigt und sich gegenseitig in der Wahnvorstellung bestätigt, es gäbe einen Gott. Glaube ist nichts anderes als eine Geistesstörung bzw. Krankheit. Von der kann man Religiöse nur heilen, indem man sie therapiert und vor Priestern und Religion schützt. Erst dann kann sich ein eigener Glaube, ein eigenes Bild von unserem Dasein bilden, den ich dann auch tolerieren könnte. Sowas braucht Jahrzehnte und kann nicht vermittelt werden, wie es die Priester behaupten. Mit dieser Behauptung will man ja doch nur religiösen Unterricht rechtfertigen, mit dem man die Kinder der Gemeinde missioniert und sich selbst wieder als Leitfigur inszenieren kann.

    Wäre Religion für irgendwas gut, würden die Pfaffen auch die Finger von den Kindern lassen. Religion ist Aberglaube, der Menschen das Gehirn so sehr verdreht, dass sie mit sich und ihrer Umwelt nicht mehr klarkommen. Darum sind ja von der Kinderfickerseuche so viele Priester befallen. So sehe ich das. Glaubensgemeinschaften verhalten sie wie Irrenanstalten, in der psychisch Kranke die Leitung übernommen haben. Heilung kann es nur geben, wenn wir die Stationen schließen und die Patienten befreien.

    AntwortenLöschen
  2. @ Tammox,

    "Dies fördere eine Tendenz zur Privatisierung von Religion und verdränge Trauer aus der Öffentlichkeit, .... [...] ... Das gehe zu weit, ..."
    Glaube ist Privatsache! Die profitorientierte, kommerzialisierte Privatisierung des Glaubens unterliegt in Gaenze der Religionisierung durch die Kirchen.
    Auch Trauer ist Privatsache und keine oeffentliche Angelegenheit .... womit auch dies der Kirche natuerlich nicht recht sein kann, wenn dadurch kein Profit abspringt, welchen man diesbezueglich, so wie auch alles Andere, erzwingt.

    Gruss
    Jake

    PS. Du hast sicherlich schon von diesem Schwachsinn gehoert: http://jakester-express.blogspot.com/2013/09/what-fuck.html
    Dagegen sollten jetzt echte Atheisten Sturm laufen!!

    AntwortenLöschen
  3. Das eigentliche Problem sehe ich darin, daß bei so vielen Anlässen die Anwesenheit der Kirchen nach wie vor gar nicht in Frage gestellt wird.

    Da ist es schon erstaunlich wenn, wie letztes Jahr, aus einmal diese Vorhautsache überhaupt mal in den Medien diskutiert wird. Aber bis 2012 ist ja offenbar in ganz Deutschland überhaupt niemanden eingefallen, daß es irgendwie schlecht sein könnte Säuglingen am Schwanz rumzuschneiden.
    Über die Bestattungsgesetze ärgere ich mich schon lange.
    Daß sich da überhaupt so ganz ganz langsam was bewegt, liegt nach meiner Vermutung an den amerikanischen TV-Serien.
    Da wurden die Leute mal drauf gestoßen, daß man das auch ganz anders machen kann.
    Hinzu kommt natürlich, daß Beerdigungen hier so irre teuer sind.


    Aber wenn ich mir Samstags im Hamburger Abendblatt die Obituaries angucke (sind hier immer rund vier Seiten), dann stelle ich immer wieder fest, daß die meisten Leute eben NICHT vorher darüber nachdenken. Die Sprüche in den Todesanzeigen sind immer die gleichen.
    Jeden Sa sind da fünf Bonnhöfer-Sprüche und fünf mal Antoine de Saint-Exupéry und dann natürlich noch ein paar mal „Wenn die Kraft zu Ende geht ist Erlösung Gnade“.
    Also genau das, was die Beerdigungsunternehmer in ihren Büchlein vorschlagen.

    Ich kann ndas gar nicht begreifen, daß die Leute sich da so in ein Korsett stecken lassen.
    Vor anderthalb Jahren mußte ich mal selbst eine Todesanzeige aufgeben und hab echt einen guten Spruch ausgedacht. Da haben mich dann alle angesprochen und gesagt wie toll es war mal was anderes zu lesen.

    Ja….GEHT ES NOCH?
    Wenigstens DAS steht ja wohl jedem frei! Warum denken sich die anderen nicht auch was Individuelleres aus?

    Antwort:
    Weil der Mensch an sich eine träge, unselbstständige denkfaule Kreatur ist, die ganz gerne gegängelt wird.

    Da können eben irgendwelche EKD-Funktionäre und Parlamentsreligioten wie Nahles und Thierse ordentlich plappern und es wird gar nicht hinterfragt.

    Diese Sprüche von den Kirchenfuzzis und der CDU finde ich absolut SKANDALÖS* – aber dazu habe ich heute NICHTS in der Presse gefunden. Das regt gar keinen auf.

    *„Oppositionspolitiker Claas Rohmeyer (CDU) sagte, die Urne auf dem Kaminsims verletze die Totenruhe und damit die Menschenwürde. Die Bremische Evangelische Kirche reagierte auf die Lockerung des Friedhofszwanges mit scharfer Kritik. "Das hat für mich nichts mit Würde zu tun", sagte ihr Friedhofsexperte Bernd Kuschnerus. Niemand wisse, was in den betreffenden zwei Jahren mit der Urne geschehe. Überdies könne manchen Hinterbliebenen bei einem Umzug oder Familienstreitigkeiten die Urne vorenthalten werden, fügte der leitende Theologe hinzu. "Dann gibt es keinen Ort für ihre Trauer." Kuschnerus zweifelt, dass die Behörden die Beisetzung der Urne nach Ablauf der vorgesehenen Frist wirksam überprüfen können, damit sie nicht auf dem Müll landet. Auch Bremens katholischer Propst Martin Schomaker sieht "enorme verwaltungsrechtliche Probleme" bei der Kontrolle, dass "würdevoll mit der Urne umgegangen und sie nicht irgendwo entsorgt wird".
    Die Arschkrampen sollen MIR nichts von Würde erzählen und wie ICH zu trauern habe.
    Was für eine UNVERSCHÄMTHEIT!!!!!!!!!!!!!

    Und diese Kirchenatheisten in England….
    Alle gaga.

    LGT

    AntwortenLöschen
  4. Profitabler "Friedhofszwang" um profitable "Totenruhe und damit die Menschenwürde" nicht zu "verletzen" ... Profitabler "Friedhofexperte" sagt "null Wuerde", wenn "Niemand" weis, was 2(profitlose)Jahre mit Urne/Asche geschieht. ... die Urne/Asche kann auch, als "Ort der Trauer"(scheisse, auch profitlos) "vorenthalten" werden ... und ansonsten koenne man gar nicht richtig profitabel "überprüfen können" ob Urne/Asche ueberhaupt beigesetzt oder gar vermuellt wird(beides tragisch profitlos) ... und da gibts dann "enorme verwaltungsrechtliche Probleme" um die "Kontrolle" des profitabel/"würdevollen" Urne/Asche-Umgang zu sichern.

    Sorry, dass ich das nochmal wiederhole, aber diese profitorientierte Heuchlerei mit der Ausbeutung heftigst emotional kaputter Menschen ist eine der groessten Sauereien ueberhaupt.
    In America laueft das folgendermassen:) http://www.youtube.com/watch?v=vKjBFsyYC0g
    Epilog: http://www.youtube.com/watch?v=_4ezPvzKe5M

    Was diesbezueglich in Deutschland abgeht ist fuerwahr eine ausserordentliche UNVERSCHÄMTHEIT!!!!!!!!!!!!!

    Gruss
    Jake

    PS. Was geschieht eigentlich, wenn zB. nach 2 Jahren Urne/Asche nicht 'zurueckgegeben wird?? ..

    Pranger, Folter, Verbrennung???

    AntwortenLöschen

Feedback an Tammox