Sonntag, 18. März 2012

Den Jüngsten gehört die Zukunft.


Wenn sich Kirchenfürsten zusammenrotten, geht es zu wie in den Bejas beim Sumo:
 Die unangenehmsten Jobs werden stets an die Jüngsten delegiert.

So muß beispielsweise nach einer erfolgten Wahl eines Papstes an dessen Gehänge gegrabbelt werden - nicht, daß sich wieder eine Frau ins Heilige Konklave einschleicht.
Um sich diesbezüglich keines Risikos auszusetzen, führten die Katholiken bei der Papstwahl ein ausgefeiltes Penisprüfverfahren ein; den Kotstuhl!!
„Der nach unten hin offene Sedes stercoraria. Auf dem Möbel mit dem irreführenden Namen mußten die neugewählten Päpste Platz nehmen und sich dann vom jüngsten Mitglied des Kardinal-Kollegiums unter die Soutane greifen lassen - um sicherzustellen, daß es sich bei dem zukünftigen Pontifex wirklich um einen Mann handelte. Fand der Gottesmann, wonach er suchte, sprach er die Worte: „Habet testes“ (er hat Hoden).Worauf die Kardinäle antworteten: „Deo gratias“ (dem Herrn sei Dank).
Dabei wäre der skurrile Greiftest - den die katholische Kirche wider besseres Wissen und alle Beweise heute leugnet - bei den meisten Päpsten überflüssig gewesen. Denn fast alle hatten schon vor ihrer Wahl bewiesen, daß sie Testes-Träger waren.“
(Der Spiegel 11/97)

"Das Weib ist ein minderwertiges Wesen, das von Gott nicht nach seinem Ebenbilde geschaffen wurde. Es entspricht der natürlichen Ordnung, daß die Frauen den Männern dienen."
(Kirchenvater Augustinus, hl., 354-430)
Die zweifelhafte Ehre Ratzingers Nachfolger am Zipfel zu ziehen, fällt nach derzeitigem Stand Kardinal Woelki von Berlin zu; er ist der jüngste Purpur-Kleidchen-Träger weltweit.

Auf der Ebene des deutschen Episkopats sieht es nicht anders aus. 

Nachdem dieser unangenehme Pater Mertens im Januar 2010 die Omertà gebrochen hatte und die Bischöfe nicht länger ihre „ich weiß von nichts“-Strategie der Opfereinschüchterung fahren konnten, mußte einer her, der sich den kinderfickenden Priestern widmet. 
Und so wurde im Februar 2010 der Trierer Bischof Stephan Ackermann zum Beauftragten der katholischen Kirche für sexuellen Missbrauch ernannt. 
Eine sehr zweifelhafte Ehre; schließlich ist der Kindesmissbrauch gerade in der katholischen Kirche systemimmanent.
Der damals gerade erst 46-Jährige Ackermann hatte nun also einen Job zu erledigen, der ähnlich sinnvoll ist wie der des Enthaltsamkeitsbeauftragten im Swingerclub, oder dem des Millionärssteuerlobbyisten in der FDP.

Es galt nun die alten Methoden weiterzuführen (Opfer einschüchtern, Täter schützen, Taten verheimlichen, möglichst billig aus der Sache rauskommen), dabei aber stets Betroffenheit zu heucheln und zu lügen, daß sich nun aber wirklich alles ändern werde.

Ackermanns Kollegen hatten die Freiheit sich ihre perfiden Strategien selbst aussuchen zu können. (Regensburg beispielsweise veröffentlicht bis heute keine Fallakten, gibt keine Auskünfte. Müller beschimpft stattdessen die Medien. Freiburg versucht sich raus zu winden und erklärt stets zufälligerweise gerade nichts mit den Kinderfickern zu tun gehabt zu haben. Hildesheim taucht ganz unter und schickt einen neuen Weihbischof vor, Essen verkündet, daß die Schwulen schließlich die Sünder wären und München zeigt mit dem Finger stets auf andere (zum Beispiel Ettal und Augsburg), um selbst die schmutzige Wäsche im Keller lassen zu können.

 Trier hat da weniger Auswahl. 
Als offizielles Aufklärer-Bistum muß es eine Vorreiterrolle bei der Transparenz übernehmen. Seine Botschaft lautet unmissverständlich „NULL TOLERANZ BEI PÄDOPHILIE!“

Eigentlich.

Uneigentlich spielt Ackermann nur für die Öffentlichkeit den Aufklärer, vertuscht und verschweigt die Kinderficker unter seinen Priestern.
 Mindestens sieben Priester, die schon durch pädosexuelle Übergriffe auffällig wurden, beschäftigt Ackermann immer noch. 

In seinem Bistum sind mindestens sieben als pädophil aufgefallene Pfarrer im Einsatz, darunter ein Geistlicher, der als Lehrer in einem Internat sexuelle Beziehungen zu einem seiner Schüler unterhalten haben soll, und zwei wegen des Besitzes von Kinderpornografie verurteilte Priester.
Das Bistum möchte die genaue Zahl der Priester, die im "eingeschränkten Einsatz unter Auflagen" tätig sind, derzeit nicht preisgeben. Kirchenmitarbeiter und Opfer kritisieren die Zustände als unhaltbar. "Bischof Ackermann lässt ehemalige und potentielle Täter weiter Seelsorger sein", so Thomas Schnitzler von der Opferinitiative "MissBiT". Das Risiko, dem er Kinder aussetze, sei "absolut nicht vertretbar".  
Ein 72-jähriger Pfarrer, der als Seelsorger in einem Krankenhaus arbeitet, gab gegenüber dem SPIEGEL zu, immer wieder versetzt worden zu sein. Dabei sehe er seine Pädophilie selbst als riskant an: "Es ist wie eine Sucht, eine Schizophrenie", bei der er "ganze Teile des Bewusstseins" ausschalte. Seine Vorgesetzten hätten es zwar gut mit ihm gemeint. Die Perspektive sei aber "einseitig nicht auf die Opfer, sondern auf die Interessen der Kirche gerichtet" gewesen.

Die Zustände im Bistum Trier erinnern dabei eher an einen Psychothriller.

Im Februar 2010 […] erhielt der damalige Pfarrer der Köllerbacher Herz-Jesu-Gemeinde, Guido Johannes Ittmann, einen Anruf vom Bistum, in dem ihm mitgeteilt wurde, dass es auch im Bereich seiner Gemeinde Hinweise auf Missbrauch gebe. Man wolle die Sache aber "aus dem Bistum heraushalten".
[…] In einer "Fallbeschreibung" von Ittmann für die Kripo, die der SZ vorliegt, schreibt dieser, der damals zuständige Völklinger Dechant Klaus Leist habe die Vorwürfe als bloße "Gerüchte" abgetan, wodurch in beiden Gemeinden rasch der Unmut gegen ihn und [Pater] Gorges gewachsen sei. Leist, der jetzt als Pfarrer in St. Wendel tätig ist, habe Gorges als psychisch krank hingestellt. […]
Ittmann erhielt ab November 2010 nach eigenen Angaben "Briefe mit beleidigendem Inhalt und eindeutigem Bezug zu den Missbrauchsfällen in der Martinsgemeinde". Es folgten anonyme Drohbriefe. Irgendwann fand der Pfarrer vor der Wohnungstür einen Müllsack mit Tierkadavern. Als der Sprecher des Pfarrgemeinderats, Alois Himbert, einmal nach dem Gottesdienst ins Weihwasserbecken griff, hielt er eine tote Fledermaus in der Hand.  Es dauerte nicht lange, da gingen in der Gemeinde Gerüchte um, Ittmann habe sich bei seiner früheren Tätigkeit in der Jugendseelsorge in Berlin etwas zu Schulden kommen lassen. Gerüchte, die das Bistum erst über ein halbes Jahr später auf Anfrage von Mitgliedern der Laiengremien zurückweisen sollte. Ittmann wirft Leist vor, diese Behauptung selbst gestreut zu haben. In der Nacht auf Ostersonntag 2011 verließ Ittmann nach weiteren Drohbriefen fluchtartig die Gemeinde und begab sich in ärztliche Behandlung.

Der Oberhirte sieht es locker: 
Mögen doch seine Trierer Pfarrer tun und lassen was sie wollen; auf ein paar Kinderseelen kommt es dabei nicht an - in Ackermanns Bistum hält man zu ihnen; den TÄTERN:

Da gibt es einen Geistlichen, der als Lehrer eines Internats an der Saar über Jahre sexuelle Beziehungen zu einem seiner Schüler unterhalten haben soll und nun Gemeindepfarrer im Bistum ist. Zwei seiner Mitbrüder, die als Besitzer von Kinderpornografie verurteilt wurden, wirken als Gottesmänner in Krankenhäusern. Ein weiterer Kollege durfte Ende vorigen Jahres schon wieder Messen lesen, obwohl er erst im März 2011 suspendiert worden war - mehrere inzwischen verjährte Missbrauchsfälle gehen auf sein Konto.
Der Umgang mit problematischen Pfarrern ist in vielen Fällen ähnlich: Die mutmaßlichen Täter werden wegen sexueller Übergriffe angezeigt oder zur Selbstanzeige bewogen. Anschließend bekommen sie eine Bewährungsstrafe. Danach dürfen sie wieder zurück in den kirchlichen Dienst.
[…]   Beispiel W.: Der heute 48-jährige Pfarrer hatte sich vor einigen Jahren an mehreren Minderjährigen vergriffen. "Wir holten unsere Kinder nach einem Betwochenende ab", erinnert sich ein Vater. "Sie sollten im Missionshaus auf die Kommunion vorbereitet werden." Sein neunjähriger Sohn war verstört, zögerlich erzählte er, dass er sich die Hose habe ausziehen müssen. Pfarrer W. habe von ihm und anderen Kindern verlangt: "Alles runter!" Dann habe er sie über sein Knie gelegt und aufs nackte Gesäß geschlagen. "Wut und Scham der Kinder waren immens", sagt der Vater.
W. wurde zu einer Geldstrafe verurteilt, durfte trotzdem in einer anderen Gemeinde weiterarbeiten. […] Heute ist er Pfarrer einer Klinik im Saarland, wo Kinder als Patienten und Besucher anzutreffen sind. "Man kommt gegen den Vertuschungswillen der Kirche nicht an", sagt der Vater des von W. misshandelten Jungen resigniert. (Spiegel 19.03.12)

Und das sind die Methoden, die der Vorzeige Antimissbrauchs-Bischof anwendet.

Wer heute immer noch seine Kinder in katholischen Einrichtungen betreuen läßt, sollte wegen Fahrlässigkeit belangt werden!

Samstag, 17. März 2012

It’s the economy, stupid!



In erstaunlich vielen Wirtschaftsredaktionen herrscht immer noch ein primitives Schwarz-Weiß-Bild vor. 
CDU = gut für „die Wirtschaft“ und SPD = "wirtschaftsfeindliche Umverteiler".

Auf welche praktischen Erfahrungen sich diese Erkenntnisse beziehen, ist mir nicht klar. 
Es war die CDU, welche sich nach 1945 die „SOZIALE Marktwirtschaft“ auf die Fahnen geschrieben hatte. 
In den 1970ern hatten wir einen SPD-Kanzler Helmut Schmidt, der ganz sicher eine Menge von Wirtschaft verstand und sich nicht scheute in der Krise den Bürgern einiges zuzumuten („autofreier Sonntag“, etc). Die Steuersätze wurden dann vom CDU-Kanzler Kohl auf nie erreichte Höhen geschraubt. 
Auch die ach so „wirtschaftsfeindlichen“ Lohnnebenkosten stiegen in der Kohl-Zeit rasant an. 
Und während drei Dekaden war das Wirtschaftsministerium durchgehend mit FDP-Leuten besetzt. 

Das endete erst 1998 mit Rot/Grün und unter Schröder wurden die Steuern drastisch GESENKT.

Welche Stellschrauben man anziehen muß, um „die Wirtschaft“ anzukurbeln, ist offenbar weit komplizierter, als es die Umverteiler-Epigonen denken.

Inzwischen hat sich auch herumgesprochen, daß Wirtschaftswachstum allein nicht ausreicht. Wachstum auf Kosten einer zerstörten Umwelt oder massenhaft pauperisierten Arbeitern, die ins Elend abgleiten, geht nicht lange gut.

Umverteiler der primitivsten Kategorie gibt es heute eigentlich nur noch in der FDP und der Linken.
 Erstere meinen alles würde gut, wenn man „die Reichen“ weitgehend aus der Solidarität entließe und ihnen durch Steuergeschenke die Portemonnaies noch mehr auffülle.

 Letztere sehen zwar korrekterweise, daß die Lücke zwischen arm und reich rasant immer größer wird, glauben aber (teilweise) es sei damit getan den Millionären ihre Millionen wegzunehmen. 

Der französische Präsidentschaftskandidat François Hollande schlug Ende Februar eine Abgabe von 75 Prozent auf Jahreseinkommen von mehr als einer Million Euro vor. Es dauerte nicht lange bis der frankophile Lafontaine auf den Zug aufsprang. Nun gruseln sich die rechten Blätter.

Oskar Lafontaine, Fraktionschef der Linken im Saarland, würde die Millionäre in Deutschland gern richtig zur Kasse bitten. Er sprach sich dafür aus, dass die sehr Reichen bis zu 75 Prozent Einkommenssteuer zahlen sollten. „Jeder, der mehr als eine Million Euro verdient, sollte sehr stark besteuert werden“, sagte Lafontaine.

Ich hingegen fände es ganz schön, wenn Steuergerechtigkeit herrschte.
 Es ist nicht fair, daß die Krankenschwester und der Nachtwächter automatisch Steuern und Sozialabgaben abgezogen bekommen, während beispielsweise Immobilienbesitzer mit dem hundertfachen Einkommen sich künstlich so arm rechnen, daß sie gar keine Steuern zahlen und sich zudem auch noch den Solidarsystemen entziehen, indem sie privat krankenversichert sind und auch keine Rentenbeiträge zahlen.

Übrigens ist auch Millionär nicht gleich Millionär.
 Wäre es nicht längst an der Zeit Steuersätze nicht nur nach der absoluten Höhe des Einkommens zu staffeln, sondern nach der Art des Einkommens?

Ich fände es beispielsweise gerechtfertigt, daß ein Unternehmer sehr wenig Steuern zahlt, wenn er viele Arbeitsplätze schafft, Lehrlinge ausbildet und seine Angestellten mindestens tariflich bezahlt.  Ein anderer Unternehmer mit der gleichen Bilanzsumme, der aber mit Finanzderivaten spekuliert und gar keine Arbeitsplätze schafft, sollte viel höher besteuert werden.

Wirtschaftspolitik kann also mehr oder weniger intelligent gemacht werden - wie es schon der viel gescholtene Gerd Schröder vor seiner Kanzlerschaft feststellte.

Dabei halte ich es für NICHT intelligent, wenn man wie die FDP einfach die Maximalforderungen der Arbeitgeberlobby erfüllt.
Lobbys haben keineswegs das Wohl des gesamten Staates im Auge.

Gerade die Industrielobby der Konzerne ist dabei oft so realitätsblind, daß sie hartnäckig über Dekaden Wahnideen frönt, die sich längst als Humbug herausgestellt haben.

Stichworte sind „Fusionitis“ und „Privatisierungen“, die immer noch als Allheilmittel gepriesen wurden, als längst klar war, daß sie in 75% der Fälle schief gehen.

Gewaltige Summen sind verbrannt worden, um die Folgen dieser Gaga-Ideologie wieder einigermaßen zu lindern. Allein Daimler-Benz soll mehr als 60 Milliarden Euro dabei verprasst haben Chrysler und Mitsubishi wieder loszuwerden, die eben noch im Größenwahn aufgekauft wurden.

Unzählige Bürgermeister geben Unsummen dafür aus einmal privatisierte Versorgungsunternehmen zurück zu kaufen. Der Ausverkauf der Hamburger Krankenhäuser an Asklepios unter dem CDU-Senat ist so ein abschreckendes Beispiel. 

Dieser CDU-Senat war es auch, der mit dem Argument die Privatwirtschaft verstünde mehr von Atomenergie die Hamburger Elektrizitätswerke HEW (zu denen das AKW Krümmel gehörte) an den schwedischen Atomkonzern Vattenfall verscheuerte. 
Das war ja mal eine ganz tolle Idee.
 Bis heute werden monatlich neue Beweise dafür geliefert, daß Vattenfall als Betreiber vollkommen unverantwortlich agiert und der inzwischen gewählte SPD-Senat muß sich damit abmühen, wenigstens einen Teil der Stromnetze zurück zu kaufen. 

Übertroffen wurde diese Giga-Dämlichkeit nur noch von der Baden-Württembergischen CDU, die 2010 unter verfassungswidrigen Umständen für das Land 46,5 Prozent der EnBW-Anteile vom französischen Konzern EdF kaufte. 
Nun sitzt Herr Kretschmann da, muß für das geliehenen Geld (Kaufpreis fünf Milliarden Euro) Zinsen zahlen und hat dafür einen tief in den roten Zahlen steckenden Dinosaurier ohne Zukunft an der Hacke.

Wirtschaft ist nicht das was die großen Verbände gerne hätten. 

Die meisten Mittelständler und Familienunternehmer bekommen Ausschlag und Tobsuchtsanfälle, wenn sie die sharholder-value-Raffgier der Pharma-, Finanz- und Energie-Konzerne kommentieren sollen.

Wirtschaft ist nicht nur das was Herr Ackermann der Merkel bei intimen Geburtstagsfeiern im Kanzleramt zuflüstert.

Aber selbst die Großsprecher der Konzerne sind inzwischen so entsetzt über SchwarzGelb, daß sie sich nicht scheuen Klartext zu reden.
Zuletzt geschah das gestern am Rande der Handwerksmesse in München beim traditionellen 'Kanzler-Spitzengespräch mit der Wirtschaft.' Die Herren sind not amused.

Diesmal sparten die Wirtschaftsvertreter schon im Vorfeld nicht mit harscher Kritik. Auch im dritten Jahr Schwarz-Gelb lägen 'im Prinzip die alten Probleme alle noch auf dem Tisch', man habe sich deutlich mehr erwartet, wetterte Hans-Peter Keitel, Präsident des Bundesverbandes der Deutschen Industrie (BDI). Der Präsident des Deutschen Industrie- und Handelskammertages (DIHK), Hans Heinrich Driftmann, kritisierte, bei der Energiewende, 'wurstele jeder vor sich hin', er forderte die Kanzlerin auf, eine Koordinationsstelle für die Energiewende zu schaffen. Handwerkspräsident Otto Dentaler wollte mehr Tempo von der Bundesregierung, sonst werde Deutschlands Energiewende 'zur Lachnummer'. Und auch Arbeitgeberpräsident Dieter Hundt ist für Attacken auf die Politik bekannt. Die Reformpolitik gehe nicht weit genug.     Angela Merkel lächelt alle diese Vorwürfe an diesem sonnigen Freitag in München einfach weg. Nach dem Spitzentreffen wird sie auf die Kritik angesprochen. Sie kontert: 'Also ich bin mit der Wirtschaft zufrieden.'
(SZ 17.03.12)

Wirtschaft findet auch ganz konkret auf der Bundesländer-Ebene statt. 
Hier wird nicht von Steuersätzen gefaselt, sondern die Landesregierung muß zusehen, daß sie die heimische Wirtschaft zum Wohle aller unterstützt.

Das gelingt mal weniger gut - dafür stehen die CDU-Regierungen Mappus, Diepgen und Beust.
Mal aber sehr gut. Kurioserweise war der langjährige Berliner Wirtschaftssenator Harald Wolf von der LINKEN bei der Wirtschaft sehr geschätzt - weil er kompetent war.


Sehr zufrieden ist die Hamburger Wirtschaft mit dem SPD-Senat, wie eine Studie der Wirtschaftsprüfungs- und Beratungsgesellschaft Ernst & Young unter bundesweit 3000 Firmen ergab.

Hamburgs Mittelstand ist mit dem Senat deutlich zufriedener als noch vor einem Jahr. 89 Prozent der Firmen loben die Mittelstandspolitik der Stadt. 39 Prozent der Hamburger Firmen sind sogar uneingeschränkt zufrieden. Das sind doppelt so viele wie im Vorjahr und auch mehr als im Bundesdurchschnitt (30 Prozent). Mit diesem Ergebnis rutscht die Hansestadt im Vergleich zu den anderen Bundesländern nach Rang elf im Vorjahr jetzt auf den zweiten Platz bei der Zufriedenheit des Mittelstands. […]
 78 Prozent der befragten Firmen finden [die Bildungspolitik der SPD] gut oder sehr gut. Vor einem Jahr waren es nur 68 Prozent. Auch an der Förderpolitik des Senats gibt es offenbar wenig auszusetzen. 78 Prozent der Mittelständler sind damit zufrieden und damit zehn Prozent mehr als vor einem Jahr.

Wenn schon eine absolute Sozi-Regierung von allen Bundesländern die zweitbeste Wirtschaftspolitikbewertung bekommt, fragt sich, wer die Nummer eins ist.

Nun, der Spitzenreiter ist ganz eindeutig. Von einer Landesregierung sind die Mittelständler geradezu aus dem Häuschen vor Glück.

 Der Mittelstand in Baden-Württemberg stellt der grün-roten Regierung einer Studie zufolge ein überragend gutes Zeugnis aus. Das Rückgrat der Wirtschaft im Südwesten ist mit den aktuellen politischen Rahmenbedingungen so zufrieden wie in keinem anderen Bundesland. Das geht aus einer repräsentativen Studie der Stuttgarter Prüfungs- und Beratungsgesellschaft Ernst & Young hervor. Demnach ernten Ministerpräsident Winfried Kretschmann (Grüne) und seine Koalition Traumnoten und schaffen im Vergleich zur beendeten Ägide von Schwarz-Gelb mit Stefan Mappus (CDU) an der Spitze teils große Sprünge.
[…] In der im Januar erhobenen Analyse stößt Baden-Württemberg sogar den Musterschüler Bayern vom Thron, wo das konservative Bündnis aus CSU und FDP regiert. Die für die Studie von Ernst & Young beauftragten Marktforscher fragten bei rund 400 repräsentativ ausgewählten Südwest-Mittelständlern fünf Kategorien ab. Bei der Förder- und Mittelstandspolitik sowie bei der Infrastrukturpolitik belegt das «Ländle» Rang eins. Bei den Themen regionale Rahmenbedingungen und Bildungspolitik ist es im Vergleich der 16 Länder der zweite Platz.
Man könnte inzwischen also durchaus sagen, daß die Einladung der Bayerischen Landesregierung an Baden-Württembergische Unternehmen ob der zu befürchtenden Grün-Roten Wirtschaftsfeindlichen Politik ins Nachbarland überzusiedeln etwas fehl am Platze war…..

Freitag, 16. März 2012

Interpretation der Heiligen Schrift

"Pfarrer brauchen mehr Zeit für Bibellektüre"
(Ex-Bischöfin Maria Jepsen)

„Eltern sollen aus Bibel vorlesen“
(Ex-Bischöfin Margot Käßmann)


Die beiden ehemaligen norddeutschen Bischöfinnen sind gewissermaßen mediale Antipoden. 
Während Frau Jepsen durchaus eine angenehme, persönlich eher unaufdringliche Person ist, die hauptsächlich hinter den Kulissen wirkte, ist Frau Käßmann mediengeiler als 1000 Casting-Show-Kandidaten zusammen. 
Bei jeder noch so persönlichen Angelegenheit (Klimakterium, Ehekrach, Erkrankungen,..) rast Käßmann als erstes zur BILD-Zeitung, um ihre Unterwäsche möglichst öffentlich zu waschen. 
Undenkbar hingegen, daß Jepsen sich vor die Kameras drängeln würde, um die Öffentlichkeit von ihrem Nietnagel zu berichten.

Dafür ist Jepsen auch so gut wie vergessen und Käßmann everybodys darling, deren Namen sofort fällt, wenn es um öffentliche Pöstchen geht.

Gemeinsam ist ihnen beiden aber die geistige Inselverarmung, die sie zu Religioten macht.
Da redet man eben auch viel Unsinn.
Allerdings gehe ich mit den beiden ausgemusterten Oberhirtinnen darin konform, daß man mehr Bibel lesen sollte.
 Natürlich nur, wenn man über 18 ist.

Eine intensive Beschäftigung mit „Gottes Wort“ führt bei geistig normal Entwickelten unweigerlich zu Atheismus.

Praktischerweise kann man aus der Bibel aber auch je nach Bedarf alles und auch das diametrale Gegenteil herauslesen.

 So waren in der katholischen Kirche - gestützt auf die Bibel, die fordert, daß Bischöfe verheiratet sein MÜSSEN - tausend Jahre lang Priester auch Ehemänner.
 Als aber die Kirche immer reicher wurde und befürchtete Priester mit großer Kinderschar würden kirchlichen Besitz aus der Kirche hinaus vererben, las man kurzerhand das Gegenteil aus der gleichen Bibel. 
Nun mußten auf einmal Priester ehelos sein.

Inzwischen sind wir diverse Schismen weiter, haben außer Ratzinger noch eine Handvoll weiterer Päpste und zudem eine unüberschaubare Zahl weiterer Christlicher Kirchen, die alle ihrer eigenen Interpretation von „Gottes Wort“ frönen.

 Mal sind Schwule akzeptiert und werden Bischöfe, mal werden schon schwule Atheisten verflucht und verdammt.

 Mal hagelt es Kirchenstrafen, wenn nur darüber nachgedacht wird, daß auch eine Frau Priesterin werden könnte, mal steigen Bischöfinnen zu landesweiten Kirchenchefs auf.

Aber auch innerhalb derselben Kirchen ändern sich die unveränderlichen Dogmen natürlich mit dem Zeitgeist. 
So kämpften die Mormonen einst erbittert für die Polygamie und vertreten jetzt streng die Monogamie.
1954 forderte die deutsche evangelische Kirche, an einer »gewissen Entscheidungsbefugnis« des Vaters gegenüber der Mutter müsse »festgehalten werden«
Diesen Satz würde Frau Käßmann, die stets erklärt, sie halte am christlichen Leitbild der Ehe fest und sich dennoch im Jahr 2007 scheiden ließ, sicherlich nicht mehr unterschreiben.

Die Römisch-katholische Kirche hängt sklavisch an Zölibat und Misogynie (nur die Kombination aus beiden sorgt für stetigen Nachwuchs schwuler Priesteramtskandidaten) und läßt daher das Projekt Ökumene mit den fortschrittlicheren protestantischen Kirchen gegen die Wand fahren. 
Stattdessen bemüht sich Ratzi um Ökumene mit den erheblich konservativeren Christlichen-orthodoxen Kirchen, obwohl dort Priester und Diakone verheiratet sein dürfen.

Es gibt übrigens auch verheiratete katholische Priester - und zwar diejenigen, die vorher Anglikaner oder Protestanten waren und als verheiratete Geweihte konvertiert sind. In den Fällen erlaubt dann Ratzinger das, was partout nicht erlaubt sein darf.

Den rechten, deutschnationalen Katholiken, die sich stets darum sorgen das deutsche Volk (immerhin das bei weitem Zahlreichste in der EU!) stünde kurz vorm Aussterben, empfehle ich ökumenische Kontakte zu den Christen der Sekte Ziona Ka Pa, die zwar noch deutlichen Nachholbedarf bei der Missionierung hat, dafür aber mit riesigen Reproduktionsraten beeindruckt. 

Indien ist ohnehin das Christenreservoir der Zukunft. 
Viele aussterbende Klöster aus dem deutschen Sprachraum, füllen ihre Zellen schon mit indischen Mönchen und Nonnen auf.

Ziona Chana ist das geistige Oberhaupt der christlichen Sekte Ziona Ka Pa, was »Vater« bedeutet. Gegründet wurde die Glaubensgemeinschaft 1942 von Chanas Vater und dessen Bruder. Die Mitglieder leben weitgehend isoliert von der Außenwelt in dem Dorf Baktawng im indischen Bundesstaat Mizoram. Sie glauben daran, dass die Rückkehr Christi kurz bevorsteht und dass das Sektenoberhaupt regelmäßig mit Gott spricht. Polygamie ist erlaubt – tatsächlich hat aber in Baktawng außer Ziona Chana nur ein anderer Mann ebenfalls mehrere Frauen: sein ältester Sohn.

Das geistige Oberhaupt der gut 4000 Anhänger seiner christlichen Kirche lebt nur mit seiner eigenen Familie in knapp 100 Zimmern zusammen. 
Das ist weniger als der Papst hat, aber vor allem auch weniger Raum PRO PERSON, denn Zionas engste Familie besteht aus 181 Personen.
 Zu den 94 Kindern und 39 Frauen kommen 14 Schwiegertöchter und 33 Enkel.
 Im Gegensatz zu seinem Kollegen J.R. im Petersdom, hat sich Ziona die Anrede „Vater“ redlich verdient.

The sect called Ziona Ka pa or 'Father', believes in Kum sang rorel or the rule of one thousand years by Christ on earth as foretold in the Bible s Revelation chapter 20 and that they would be ruling the world with Christ soon.

Die Regeln der Ziona Ka Pa würden so manchen GOPer und CSU'ler erheblich das Leben vereinfachen.
Wären aber andererseits ein Problem für den Finanzminister, der das Kindergeld zusammenkratzen muß.

Wie so oft bei polygamen Gesellschaften gestaltet sich das Zusammenleben für die Frauen erstaunlich angenehm.  („Meine Frauen sind wie Schwestern zueinander, da gibt es nie Streit. Sie wissen, dass das meine Gefühle verletzen würde.“) 
Sie teilen sich die Arbeit und müssen auch nicht so oft ihren ehelichen Pflichten nachkommen. („Jeden Morgen bestimmen meine älteren Ehefrauen, wer am Tag was machen muss, wer also kocht, wer putzt, wer abspült. Und so wird‘s dann gemacht.“)

Nur beim Zählen der Kinder herrscht offenbar etwas Verwirrung, denn es existierten Berichte mit sehr unterschiedlichen Zahlen.
 Laut vaphual.net hatte der potente Sektenchef schon vor zwei Jahren 109 leibliche Kinder.

 Amazing but true! A family of 180 members in Mizoram makes one complete village and perhaps the largest family in the world. Welcome to Baktawng, 90 km north of state capital Aizawl, for a taste of incredible India.    In the quiet Mizo hamlet, 64-year-old patriarch Ziona presides over 180 members, including his scores of wives and over a hundred children. Ziona, who married 50 times and fathered 109 children, is the self-styled chief of Baktawng, a village ringed by verdant hills.   “Yes, Ziona heads the village. His family could be the largest family in the world,” said Mizoram Home Minister Tawanluia.     The “villagers” said Guinness Book of World Records officials recently tried to put Ziona into their records for getting married the highest number of women. But the effort went in vain because he refused to pose for a photograph.

Beim Poppen wird übrigens  - ganz christlich - kein Samen verschwendet, da Ziona Chana stets seine jüngsten Frauen bevorzugt.

 Er stellt allerdings klar, daß Sex selbstverständlich nicht seine Antriebsfeder ist.

Eines muss ich hier klarstellen: Ich heirate nicht allein, um Sex zu haben. Meine Frauen schlafen in großen Sälen, die jüngste am nähesten bei mir, die älteste am weitesten weg. Wenn ich mit einer Frau intim werden will, frage ich tagsüber meine älteste Frau, und die wiederum fragt dann die jüngeren. Sie sagt ihnen, dass ich die Nacht mit ihnen verbringen will – und im Normalfall sagen sie Ja. Wenn nicht, respektiere ich das. Ganz allein schlafe ich aber fast nie.

Wie praktisch…..

Donnerstag, 15. März 2012

Auf dem Land leben.



Einige mögen Berge, einige mögen lieber Meer.
Ich finde, das eine schließt das andere nicht aus - würde aber für mich selbst immer einen Wohnort in Küstennähe bevorzugen, weil der Blick auf das Meer grundsätzlich das Gefühl der Beengung nimmt.

Mag es auch noch so ein kleines Nest sein; man ist immerhin irgendwie mit dem Rest der Welt verbunden.
 Blöd sind allerdings die elende Fischfresserei und die unweigerlich auftauchenden Urlauber, die sich bei Temperaturen über 15°C sofort entblättern und ihre welken Körper ins Wasser halten. 

In den Bergen hat es dafür den unerträglichen Skitourismus samt Anziehungskraft auf Schickimicki-Touristen, Après-Ski-Klischees, gerne mal latent verblödete Inzest-tolerierende Ureinwohner und weit verbreitet konservativ-religiöse Grundeinstellungen.

Ideal ist das alles nicht.

Die kleine, 27.000 Einwohner zählende Stadt Nordenham stelle ich mir aber durchaus liebenswert vor. Sie gehört in die Region Oldenburg, liegt also an der Wesermarsch und somit am „richtigen“ Meer, der Nordsee. 
Nichts gegen die deutsche Alternative, die Ostsee, aber irgendwie schockt das da nicht so richtig. 
Es gibt keine Gezeiten und riecht auch noch nicht mal richtig nach Meer, weil der Salzgehalt so gering ist.

Nordenham aber klebt genau gegenüber von Bremerhaven im Marschland. Also ganz günstig gelegen. Küste, schön ruhig, aber Bremen ist immer in Reichweite, wenn man mal was aus der Zivilisation braucht.

Da es in Nordenham noch sehr viele Industriearbeitsplätze gibt, ist die politische Landschaft eher links gefärbt - mit ein paar Ausrutschern nach ganz rechts. 
Der zur Zeit glücklicherweise tote NPD-Großszampano Jürgen Rieger stammt aus dem Nordenhamer Stadtteil Blexen.

Bei den Bürgermeisterwahlen von 2008 gewann mit fast 60% der Sozi Hans Francksen und auch im Stadtrat dominiert die SPD deutlich mit 17 Sitzen vor der CDU mit 9 Sitzen und den Grünen mit 4 Sitzen.
 Ähnlich wie in der roten Hochburg Hamburg, gab es aber auch mal einen CDU-Ausrutscher.
 Mit den zu erwartenden Resultaten:

Der 2003 gewählte Vorgänger Dr. Georg Raffetseder (CDU) wurde am 19. Juli 2007 vom Landgericht Oldenburg wegen versuchter Erpressung und Bestechlichkeit zu einer Freiheitsstrafe von 15 Monaten auf zwei Jahre Bewährung verurteilt. Im Zuge dieser Vorgänge wurde er im April 2007 suspendiert und am 14. Oktober 2007 bei einem Bürgerentscheid mit 93,6 % der Stimmen (bei 46 % Wahlbeteiligung) abgewählt, noch bevor sein Revisionsantrag beim Bundesgerichtshof (Az.: 3 StR 480/07) schließlich abgelehnt wurde.
Ebenfalls typisch für die Küste:
 Mäßiger Kirchgang. Wenig Katholiken, diverse Evangelisch-lutherische Kirchengemeinden.
Auch dort geht alles seinen ganz üblichen gemächlichen Gang:

Wie geht das? In unserer Kirche normalerweise so: wir werden als Kinder getauft, bekommen Patinnen und Paten an die Seite gestellt, die uns mit dem christlichen Glauben bekannt machen, dann folgt mit Beginn der siebten Klasse der Konfirmandenunterricht und mit 14 die Konfirmation.
Es geht aber auch anders. Manchmal kommen Erwachsene zu uns und möchten getauft werden. Nun haben einige Erwachsene angefragt, die getauft sind aber sich nachträglich konfirmieren lassen möchten.
Woher bekommen sie Orientierung, ohne Paten und Konfirmandenunterricht? Wir bieten für diese Gruppe von Erwachsenen, die sich taufen oder konfirmieren lassen möchten ab Mai Glaubenskurse für Erwachsene an. Alle Pastorinnen und Pastoren aus Nordenham und Blexen werden je eine Einheit übernehmen.

Wer sich erst als Erwachsener zu Taufe und Konfirmation durchringt, muß aber auf einen besonderen kirchenmusikalischen Service verzichten, der nur Kinder vorbehalten ist; nämlich das Durchgefickt-werden.

In der Nordenhamer Kirchengemeinde Blexen war es ein 45-jähriger Kirchenmusiker, der in den letzten drei Jahren mindestens 20 Mal kleine Jungs vergewaltigt hat.

Ein Mann, der sooooo nett war; "ein lieber Kerl einfach"!

Die Staatsanwaltschaft Oldenburg hat ein Ermittlungsverfahren gegen den Mann eingeleitet. In mindestens 20 Fällen soll sich der Mann an drei Jungen vergangenen haben. Nach Angaben der Staatsanwaltschaft hat er die Taten gestanden, die ihm vorgeworfen werden. "Wir sind alle völlig fassungslos", sagte Gemeindepastor Hartwig Dede. Der 45-Jährige sei sehr engagiert gewesen. "Ein lieber Kerl einfach", so zumindest dachte Dede über den Mann, bis die Eltern Anzeige bei der Polizei erstatteten und die Ermittlungen am Montag begannen. Zuvor habe es keinerlei Anhaltspunkte für einen Verdacht gegeben, sagte Dede.
 […] Erst im vergangenen Oktober war in der oldenburgischen Kirche ein ehemaliger Küster aus Wilhelmshaven wegen sexuellen Missbrauchs zu einer Haftstrafe von vier Jahren verurteilt worden. Oberkirchenrätin Annette-Christine Lenk sicherte den Opfern über die Polizei die Hilfe der Kirchengemeinde und des Oberkirchenrates zu.
Im Gegensatz zu Atheisten und Konfessionslosen können sich Berufsreligioten immer noch nicht vorstellen, daß sowas überhaupt vorkommt und sind total überrascht.

"Bis gestern war er für mich ein Mitarbeiter, wie man ihn sich nur wünschen kann", sagte der sichtlich bewegte Pastor. Die Gemeinde stehe unter Schock. Es habe zuvor keinerlei Anhaltspunkte für einen Verdacht gegeben. "So etwas haben wir uns von ihm nie, nie vorstellen können."
(Welt 14.03.2012)

Mittwoch, 14. März 2012

Is‘ ja nichts, wenn man doof ist.


Rückgrat und Standhaftigkeit zu demonstrieren ist eine Obsession der FDP, da sie zu Recht stets als „Umfallerpartei“ gilt. 
Und damit hängt es auch zusammen, daß die FDP bundesweit bei zwei Prozent rumkrebst - zu laut hatte sie immer von den Steuersenkungen, dem einfacheren, niedrigeren und gerechteren Steuersystem getönt - nur um dann in der Regierung auf ganzer Linie umzufallen.
 Nichts davon kommt mit der Mega-FDP von 14,6%. 
Dafür hatte sich aber die FDP strikt gegen Mindestlöhne, gegen einen Griechenland-Schuldenschnitt  und für den Ausbau der Kernenergie eingesetzt. In allen drei Fällen macht die FDP-Bundesregierung das Gegenteil des Versprochenen.

Im größten Bundesland NRW hat die FDP auch dementsprechend einen ihrer größten Deppen als Fraktionschef eingesetzt
Herr Papke ist seit zwei Jahren dabei die rot-grüne Minderheits-Landesregierung in Bausch und Bogen zu verdammen, sie aber dennoch zu unterstützen, damit es nicht zu Neuwahlen kommt

Im Sommer 2010 noch sagte Gerhard Papke, der Fraktionschef der FDP im Düsseldorfer Landtag, die regierende Minderheitsregierung könne sich 'das Porto sparen' für ihre 'Koalition der Einladungen' - so nannte Ministerpräsidentin Hannelore Kraft das Ringen um wechselnde Mehrheiten.
Ein gutes Jahr später sieht es so aus, als sei Papke bereit, die Briefmarken persönlich anzufeuchten. Es ist ein recht abrupter Kurswechsel, den die FDP in Nordrhein-Westfalen vollzieht, von der angekündigten Totalopposition hin zur freundlichen Unterstützung der rot-grünen Minderheitsregierung. 'Wenn Norbert Römer mich zu einer Tasse Kaffee einlädt, dann nehme ich das gerne an', sagte Papke am Montag. Und so saßen er und der SPD-Fraktionschef Römer in der vergangenen Woche zusammen und plauderten über anstehende Entscheidungen im Landtag. 'Ein sehr gutes Gespräch' sei das gewesen, fand Papke hinterher. Und: Er könne sich gut vorstellen, in Zukunft Rot-Grün hier und da zu einer Mehrheit zu verhelfen.
(Bernd Dörries in der SZ vom 11.10.11)
Auch andere Personen in der FDP beweisen, dass sie für nichts außer ihren eigenen Interessen stehen und dass ihre Aussagen kaum die Halbwertszeit von Polonium (0,3 μs) besitzen.
(Lutz Hausstein 10.10.11)

Die pure Angst macht es möglich, daß Schreihals Papke, der Rot und Grün einst wüst verteufelte, von 'Umweltpädagogik in Wurmkompost-Kisten' (Grünes Programm) und „Finanzpolitik ähnlich einer Bananenrepublik" (SPD-Politik) sprach, nun zum Schmusepolitiker mutiert.

Als Fundamentalopposition wollte Schwarz-Gelb die rot-grüne Minderheitsregierung in NRW quälen. Erst fiel die CDU um, nun die FDP – aus Angst vor Neuwahlen.
[…] Ebenso wie die CDU hatte auch die FDP jegliche Zusammenarbeit mit der Minderheitsregierung abgelehnt: "Diesem spätsozialistischen Feldversuch wird die FDP mit allem Nachdruck als wirksame Opposition entgegentreten. Wir sind nicht die Reserveeinheit für ein brandgefährliches Regierungsexperiment mit kommunistischen Verfassungsgegnern." So hatte es Papke im Juli 2010 angekündigt.
(Britta Beeger, Zeit, 11.10.11)

Aber was schert einen Papke sein dummes Geschwätz von gestern.

Ein Jahr später klingt er so:
"Unser Selbstverständnis ist das einer klaren, aber konstruktiven Opposition."
(PK Papke 10.10.11)
Im März 2012 wollte Pappkopf Papke das Dilemma gleichzeitig für und gegen Rot/Grün zu agitieren ganz besonders geschickt lösen:

Von Existenzängsten getrieben, hatte sich deren Fraktionsvorsitzender Gerhard Papke ein vermeintlich pfiffiges Prozedere ausgedacht: Bei der zweiten Lesung sollte seine Fraktion zwar noch gegen die Einzelpläne des Etats stimmen. Aber nur, um anschließend bis Ende März in Verhandlungen der Regierung ein paar Einsparungen abzutrotzen und letztlich in der entscheidenden dritten Lesung den Gesamthaushalt passieren zu lassen. So hätte die FDP Neuwahlen geschickt verhindern und sich gleichzeitig als Sparkommissar in Szene setzen können.
 […] Leider hatten die Politstrategen einen rechtlichen Haken nicht bedacht: Findet ein Einzelplan in der zweiten Lesung keine Mehrheit, gilt der gesamte Haushalt als abgelehnt. Die dritte Lesung wäre dann Makulatur. Am Dienstag informierte die Landtagsverwaltung die Fraktionen über diesen Fall, den es in Nordrhein-Westfalen zuvor noch nie gegeben hatte. Damit stand vor allem die FDP in der Sackgasse. Sie hatte sich schwer verzockt. Ohne Gesichtsverlust konnte sie nicht mehr den Rückweg antreten.
So kann es gehen, wenn Sandkastenstrategen versuchen echte Politiker zu imitieren.
 Neuwahlen am 06.05. (zusammen mit der Wahl in Schleswig-Holstein) oder 13.05. sind anberaumt und die sinnlose Losertruppe der FDP wird mit aller höchster Wahrscheinlichkeit aus dem Landtag gefegt werden.

Die heutige ARD-Deutschlandtrend-Blitzumfrage bestätigt das Bild, das schon lange für NRW stabil ist:
Die Wähler bevorzugen SPD-Vizechefin Hannelore Kraft gegenüber CDU-Vizechef Röttgen mit überdeutlichen Abstand: 57%:26%

Die Sonntagsfrage sieht ganz eindeutig nach rotgrün aus: 


Statt gar keiner Landtagswahl, wird es also im Jahr 2012 gleich drei vorgezogenen Landtagswahlen geben - in Saarbrücken und Düsseldorf ganz direkt durch die Doofheit der FDP verursacht und im Kiel immerhin indirekt durch die FDP, da sich die dortige schwarzgelbe Landesregierung auf kein verfassungsgemäßes Wahlrecht einigen konnte.

Nun könnte 2012 doch noch zum Superwahljahr werden: Drei Wahlen stehen an. Im Saarland, in Schleswig-Holstein und nun auch noch in NRW. Für die Berliner Koalition heißt das nichts Gutes: Nach dem derzeitigen Stand in den Umfragen droht FDP und CDU eine beispiellose Niederlagenserie in den Ländern. Natürlich kann es immer auch anders kommen. Aber es sieht ganz so aus, dass Sigmar Gabriel und Jürgen Trittin wohl bald vor Kraft kaum mehr laufen können.

Ich muß zugeben, daß mich das Ausmaß der politischen Totalverblödung der FDP-Knallköppe durchaus immer wieder verblüfft.

Der Bundesparteichef scheint offensichtlich seinen Verstand völlig verloren zu haben, wie seine erratischen Kanzlerinnen-Frosch-Vergleiche und das infantile Gauck-Geprahle zuletzt zeigten.

Sollte die FDP in den nächsten acht Wochen aus drei weiteren Landtagen fliegen - und danach sieht es absolut aus - wird im Thomas Dehler-Haus eine Nacht der langen Messer anbrechen, die angesichts des Geschicks der handelnden Personen in kollektiven Politselbstmord enden wird.

Wenn wir Glück haben, könnten wir doch noch deutlich vor dem Herbst 2013 von der unsäglichen schwarzgelben Merkel-Regierung befreit werden.

Dienstag, 13. März 2012

Es werde Licht!



Wir, also „wir“, die Atheisten, die sich tagtäglich mit kirchenpolitischen Fragen auseinandersetzen, die Carsten Frerks „Finanzen und Vermögen der Kirchen in Deutschland“ (Alibri 2002) und das „Violettbuch Kirchenfinanzen“ (Alibri 2010) gelesen haben; wir kirchenkritischen Menschen, die Michael Schmidt-Salomons Veröffentlichungen verfolgen, die IBKA-Mitglieder sind, die den gbs-newsletter abonniert haben, die für den hpd spenden; wir, die selber denken können und Fragen stellen; WIR wissen einigermaßen gut Bescheid über die grundlegenden Absurditäten der finanziellen Verflechtungen und Staat und Kirche.

Wir haben aber alle die Berichte von Panorama und Monitor im Gedächtnis, in denen kirchliche Justiziare und kirchenpolitische Sprecher der Parlamentsfraktionen nach den Zahlungen an die Kirche gefragt werden und alle mußten passen.
Schon die Frage gilt als irgendwie ungehörig. Als ob man etwas Amoralisches und Asoziales erfragen würde. Hat sich doch in den Köpfen des Otto Normalverbrauchers fest eingestanzt, daß Kirchen grundsätzlich völlig selbstlos sind und von ihren Kirchensteuern lauter soziale Wohltaten finanzieren.
Selbst die meisten Ungläubigen loben die Kirchen für ihr soziales Engagement.

Daß viele kirchliche Krankenhäuser und Kindergärten bis zu 100% staatlich finanziert sind, ist absolutes Elitenwissen, das trotz Mantra-artiger Wiederholung nicht ins Bewußtsein der breiten Bevölkerung vordringt.

Ja, doch, seit 2010 ist die Aufmerksamkeit für Kinderfickereien der katholischen Geistlichen größer geworden, aber abgesehen davon werden wir doch immer wieder mit einem erstaunten „was hast du bloß gegen die Kirche? Die tun doch so viel Gutes!“ konfrontiert.

Auf solche Fragen könnte ich stundenlang antworten, starte aber gewohnheitsmäßig damit, daß ich es mir als Atheisten nicht gefällt die Bischofsgehälter von bis zu 13.000 Euro im Monat bezahlen zu müssen.
Ich bin immer wieder erstaunt darüber wie unbekannt diese schlichte Tatsache ist - ganz selbstverständlich nehmen alle, die sich nicht extrem für das Thema interessieren an, daß die Gehälter aus der „Kirchensteuer“ (die nichts anderes als ein Mitgliedsbeitrag ist, für den der Staat als Inkassounternehmen auftritt) aufgebracht werden.

Man weiß schon allgemein, daß der Vatikan die Lehrbefugnis für katholische Theologieprofessoren entziehen kann, daß die Ortsbischöfe die Missio Canonica aberkennen können und damit einem Religionslehrer kaltstellen können.
 Daß aber in beiden Fällen, also der katholischen Hochschulausbildung und dem schulischen Religionsunterricht die Gehälter vom Staat bezahlt werden, ist schon weniger bekannt.

Nur wenn zufällig mal ein einzelner Fall in die Öffentlichkeit gerät, wie zum Beispiel die Abberufung des offensichtlich in seiner Schule sehr beliebten Religionslehrers David Berger durch den höchst unbeliebten und antidemokratisch installierten Kölner Erzbischof Meisner, ist die Empörung groß. 

Wieso hat der Kardinal die alleinige Entscheidungsbefugnis über solche Dinge - obwohl es um einen staatlich bezahlten Lehrer an einer staatlichen Schule geht und sowohl Schülerschaft, als auch Elternvertreter und Lehrerkollegium Berger unbedingt behalten wollen?

Willkommen in der Realität!

 So sind die Regeln. Wenn sich niemand dafür interessiert und sich die Leute mit einem achselzuckenden „die Kirchen tun so viel Gutes“ zufrieden geben, wird sich auch nichts ändern.

Ich bin fest davon überzeugt, daß die öffentliche Meinung über die Kirchen dramatisch verfallen würde, wenn die Bürger wenigstens wüßten auf wie viele staatliche Angelegenheiten die Kirchen Einfluß nehmen (indem sie beispielsweise in Bundestags-Ethikkommissionen und Rundfunkräten hocken) und auf welch mannigfache Art und Weise Kirchen Geld vom Staat abziehen.

Die Macht das zu verändern, so wie es schon die Weimarer Reichsverfassung und nun auch das Grundgesetz gebietet, hätten die Parlamentarier, die aber fast alle vor der Macht der Kirche zittern und inaktiv bleiben.
Sie werden erst durch massiven Druck der Wähler aktiv werden.

In diesem Sinne finde ich es äußert begrüßenswert, wenn nach dem totalen Abdriftender FDP und der SPD in die Religiotie (CDU, CSU und Grüne sind ohnehin stramm auf Kirchenkurs) wenigstens einige Linke-Landesverbände in die Puschen kommen.

Der Held des Tages ist Ralf Michalowsky, kirchenpolitischer Sprecher der Fraktion DIE LINKE in NRW, dessen Kleine Anfragen nie richtig beantwortet wurden und der deswegen zu stärkerem Geschütz greift.

Mit einer Großen Anfrage will die Fraktion DIE LINKE im Landtag Licht in die undurchsichtigen Finanzverflechtungen von christlichen Kirchen und Land NRW bringen. „Die in diesem Komplex herrschende Intransparenz war für mich die Hauptmotivation, mich mit diesem Thema näher zu beschäftigen“, erklärt der kirchenpolitische Sprecher der Fraktion, Ralf Michalowsky. Die großen Kirchen erklärten zwar gern unisono, dass sie viel Geld in den Sozialbereich steckten, verschwiegen aber gern, dass dieses Geld zum größten Teil aus dem Steueraufkommen komme, kritisiert Michalowsky. „Wie viel das Land den Kirchen auf den unterschiedlichen Wegen zukommen lässt, kann man aber nirgendwo einsehen.“
[…]
 Auf die bisher vier von Michalowsky gestellten Kleinen Anfragen zur Kirchenfinanzierung hatte die Landesregierung eher ausweichend geantwortet. „Das wird ihr bei unserer Großen Anfrage nicht gelingen“, so Michalowsky. „Diesmal muss die Regierung ganz klar Farbe bekennen.“

Sehr löblich, liebe Linke. 
Zu dem Schritt könnte sich die SPD mit Nahles und Thierse nie durchringen.

Montag, 12. März 2012

Der gottlose Osten



Zu den großen Rätseln der aktuellen schwarzgelben Politik gehört die Herdprämie.
 Eine absolut kontraproduktive, grundfalsche und teure Maßnahme, welche sämtliche Experten in die Verzweiflung treibt.

Die Idee Eltern aus prekären Verhältnissen eine „Bildungsfernhalteprämie“ zu zahlen, damit sie bloß nicht ihre Kinder frühzeitig etwas lernen lassen, ist derartig geisteskrank, daß man noch nicht mal in FDP und CDU Befürworter findet. 

Beschreitet man diesen Weg erst einmal, müßte man auch über eine Schulabbrecher-Belohnungszahlung nachdenken. 
Oder einen Steuernachlass für Eltern, deren Kinder vom Gymnasium auf die Hauptschule wechseln. 
Außerdem sollten Universitäts-Meidungsgutscheine ausgeteilt werden. 
Und wer sich freiwillig arte, Phönix und 3Sat abklemmen läßt und dafür nur noch RTL-II guckt, würde einen größeren Steuerfreibetrag erhalten. 
Natürlich müßten Bücher mit einer Strafsteuer versehen werden.
Mehr gaga geht nicht.

Und das alles wegen der Bayern? 

Das Betreuungsgeld kommt, die CSU hat sich durchgesetzt. Familienministerin Kristina Schröder (CDU) hat vergangene Woche einen Gesetzentwurf noch vor Ostern versprochen, selbst die FDP hat den Widerstand aufgegeben, gegen 'Herz und Verstand', wie Fraktionschef Rainer Brüderle betont. Endlich kann die CSU in Berlin wieder einen Erfolg feiern.
(Corinna Nohn, SZ, 12.03.12)

Aber müßte es nicht auch in der CSU Frauen geben, die ihren Kopf nicht nur als Hutständer benutzen?
Die Antwort ist „jein“. Als Stammel-Edes Idee neu war, hatten sogar CSU’lerinnen den richtigen Instinkt.

'Ich halte nichts vom Betreuungsgeld', sagte 2007 die seinerzeit 29-jährige Bundestagsabgeordnete Dorothee Bär, als der damalige Parteichef Edmund Stoiber das Betreuungsgeld in der großen Koalition durchgesetzt hatte - getreu der Logik: kein Krippenausbau ohne Kompensation für Eltern, die ihr Kind selbst betreuen. Damals war auch Christine Haderthauer, Mutter und Rechtsanwältin, skeptisch. Ilse Glos, Ehefrau des früheren Wirtschaftsministers, sagte: 'eine Schnapsidee der CSU-Männer'.
(Corinna Nohn, SZ, 12.03.12)

Inzwischen sind alle CSU-Frauen umgekippt und feiern sich für den „Erfolg“ die Herdprämie durchgesetzt zu haben.

Warum ist das so?

Insbesondere die westdeutschen, schwarz regierten Bundesländer lassen die Eltern im Stich. 
Statt der von Ex-Familienministerin für 2013 vorgegebenen Kitaplatz-Quote von 35%, schaffen die Bundesländer derzeit noch nicht mal 20%.
 Dabei liegen die meisten Ost-Länder sogar über 50%.
Die C-Parteien haben es nicht so mit Familienpolitik.

"Bund, Länder und Kommunen müssen aufhören, sich wechselseitig den Schwarzen Peter zuzuschieben", sagte GEW-Vorstand Norbert Hocke. Statt "Milliarden für das unsinnige Betreuungsgeld zu verschleudern" solle der Bund dieses Geld für den Krippenausbau zusätzlich bereitstellen, verlangte Hocke. Ein Sprecher des Bundesfamilienministeriums appellierte an die Länder, stärker auf die vom Bund bereitgestellten Gelder zurückzugreifen. Es sei offenkundig, dass das "Tempo des Ausbaus eher abgenommen als zugenommen habe".

Während in Ostdeutschland fast jeder Familie mit Betreuungsbedarf (51 Prozent) auch ein Platz angeboten werden kann (die Betreuungsquote beträgt 48 Prozent), ist in Westdeutschland der Bedarf an Plätzen mehr als doppelt so hoch (37 Prozent der Familien), als die Betreuungsquote derzeit hergibt (17 Prozent). In Ostdeutschland werden also fast dreimal so viele Kleinkinder betreut wie in Westdeutschland.

Ein ganz ähnliches Bild ergibt sich bei den Plätzen in Ganztagesschulen:
Sachsen 72%, Hamburg 42%, Thüringen 53%, …., Saarland 16%, letzter Platz Bayern 8%.

Da kommt ein uraltes Familienbild der Katholiken durch.
 Frauen sollen nicht berufstätig sein und der Staat hat sich aus der Kindererziehung rauszuhalten. 

Ungeachtet des Geschreis, wenn wieder mal eine kleine tote Chantal oder Jaqueline vertrocknet auf dem Balkon gefunden wird, wollen CDU’ler und CSU’ler staatlichen Stellen nur äußerst widerwillig größere Kontrollbefugnisse geben.

Arm in Arm mit den katholischen Bischöfen wird gegen Horte und Kinderkrippen agitiert. 
Das euphemistische Wort „Kita“ erinnert einen echten Katholen immer noch an „DDR“ und da war bekanntlich alles schlecht. Frauen hatten Jobs und Kinder wurden staatlich und ohne kirchliche Einflüsse erzogen.

Die Herdprämien-CSU’ler haben sogar in gewisser Weise recht. 

Tatsächlich sind bis heute die weniger kirchlichen Einflüsse auf die Kindererziehung deutlich zu bemerken.

Während sich ein braver Bayer wie Papst-Bruder Georg Ratzinger noch im Unterricht mit Kindern so abmühte diese regelmäßig so zu verprügeln, daß ihm im Eifer des Popo-Versohlens schon mal das Gebiss rausflog, haben die luschigen DDR-Eltern ihre Kinder körperlich erheblich weniger gezüchtigt.

Der Präfekt der Schule brachte in seinen Privatzimmern den Schülern Analverkehr bei und Chorleiter „Schorsch“ rockerte unten bei den Sängern mit seinen Aggressionen rum.

Er „wurde von ehemaligen Domspatzen als "extrem cholerisch und jähzornig" erlebt. So habe Ratzinger noch Ende der achtziger Jahre bei Chorproben erzürnt Stühle in die Männerstimmen hineingeworfen. Einmal habe sich der Domkapellherr so erregt, dass ihm sogar das Gebiss herausgefallen sei.“

 Sie kannten eben die Bibel nicht so gut.

Psalm 118, 18: Der HERR züchtigt mich wohl; aber er gibt mich dem Tode nicht preis.
Sprüche 13, 24: Wer seine Rute schont, der hasst seinen Sohn; wer ihn aber liebhat, der züchtigt ihn bald.

Sprüche 22, 15: Torheit steckt dem Knaben im Herzen; aber die Rute der Zucht wird sie fern von ihm treiben.

Sprüche 23, 13+14: Lass nicht ab den Knaben zu züchtigen; denn wenn du ihn mit der Rute haust, so wird man ihn nicht töten. Du haust ihn mit der Rute; aber du errettest seine Seele vom Tode.

Titus 2, 11+12: Denn es ist erschienen die heilsame Gnade Gottes allen Menschen und züchtigt uns, dass wir sollen verleugnen das ungöttliche Wesen und die weltlichen Lüste, und züchtig, gerecht und gottselig leben in dieser Welt.

Hebräer 12, 6-9: Denn welchen der HERR liebhat, den züchtigt er; und stäupt einen jeglichen Sohn, den er aufnimmt. So ihr die Züchtigung erduldet, so erbietet sich euch Gott als Kindern; denn wo ist ein Sohn, den der Vater nicht züchtigt? Seid ihr aber ohne Züchtigung, welcher sind alle teilhaftig geworden, so seid ihr Bastarde und nicht Kinder. Und so wir haben unsre leiblichen Väter zu Züchtigern gehabt und sie gescheut, sollten wir denn nicht viel mehr untertan sein dem Vater der Geister, dass wir leben?

Christliche Erziehung hat stets gewalttätig zu sein. 
So erklärt es beispielsweise Wilfried Plock, christlicher Prediger auf seinen Vortragsreisen durch christliche Gemeinden in ganz Deutschland.

"Es gibt einen extra von Gott gepolsterten Platz mit vier Buchstaben: P-O-P-O. Da kann man Kinder unter Umständen hinschlagen, auch mit einer Rute." Das erklärt Wilfried Plock in einem Vortrag. Er berichtet, wie er einmal seine Kinder bestraft habe, nachdem sie Süßigkeiten aus einer fremden Wohnung gestohlen hätten: "Es war klar. Der Sohn bekommt zehn Schläge mit dem Stock auf den Po und die Tochter fünf. Und das haben wir gemacht und das hat beiden wehgetan. Das soll wehtun!"

Viele deutsche Eltern richten sich nach diesen Ratschlägen, wie eine aktuelle Forsa-Umfrage ergab.
 Der unchristliche Osten mit seiner laschen Vergangenheit hinkt allerdings deutlich hinterher.

In einer repräsentativen Studie gaben 40 Prozent der befragten Eltern in Deutschland zu, ihren Kindern einen "Klaps auf den Po" zu verpassen. Daneben greifen sie auch zu subtilen, nicht weniger schädlichen Maßnahmen. […] Interessant sind die Unterschiede zwischen alten und neuen Bundesländern: Während im Westen 42 Prozent der Eltern einen "Klaps auf den Po" verteilten, waren es im Osten nur 32 Prozent. Ostdeutsche Eltern wurden der Studie zufolge in ihrer eigenen Kindheit seltener geschlagen als westdeutsche.
Die gottlosen Ossis!