Samstag, 23. Juli 2022

Porsche-Politiker im Pech

Scheuer, von der Leyen, de Maizère und Spahn haben die politische Kultur des Rücktritts wahrlich ruiniert, indem sie trotz dreistester Lügen, strukturellen Versagens und sinnloser Verschwendung von Milliarden Steuerzahlergeldes schamlos an ihren Sesseln klebten. Die Zeiten des Rudolf Seiters sind ewig her.

Anne Spiegel, die grüne Bundesministerin für Familie, Senioren, Frauen und Jugend sah auch nicht ein, daß sie sich zu viel geleistet hatte. Vielleicht auch, weil ihre Verfehlungen in Relationen zu den Skandalen der oben genannten CDUCSU-Minister nur Petitessen waren. Allerdings gibt es bei SPD und Grünen noch moralische Maßstäbe in den Parteizentralen und so wurde Spiegel am 25.04.2022 eben doch gegangen.

Beim dritten Ampel-Mitglied, der FDP, wurde diese Form der politischen Hygiene 1982 abgeschafft. Seither versteht man sich im Thomas-Dehler-Haus ausschließlich als Lobbyhure, die politische Gefälligkeiten gegen Cash erweist.

Den Übergang vom einst am Gemeinwohl orientierten Vollprogramm zum reinen Pay-Programm, das nur noch Partikularinteressen bedient, haben FDP, CDU und CSU inzwischen abgeschlossen.  Gegen eine kleine Aufwendung vom Hotelbesitzer Baron Finck („rechts vom Gustl steht nur noch Dschingis Khan“) an die FDP, genehmigte man großzügig Milliardensteuervorteile für Hoteliers.
Milliardär Finck, der auch ein großer Immobilienmogul ist - ihm gehören unter anderem die Clair Immobilien Deutschland GmbH und die Mercantor Verwaltungs GmbH - hatte sich mit Spenden an die CSU (2,4 Millionen Euro seit 2000) auch Freundlichkeiten für die Immobilienwirtschaft erkauft.

Thorsten Denkler:
Ganz im Sinne des Immobilienmoguls dürfte sein, dass die Koalition etwa so genannte Real Estate Investment Trusts (REITs) stärken will. Im Koalitionsvertrag heißt es dazu, hier seien "überflüssige Hemmschwellen für den deutschen Markt abzubauen". Das entspricht ziemlich genau einer Forderung des Immobilien Verbandes Deutschland (IVB). "Schnellstmöglich sollten Reits eingeführt werden, damit den Anlegern eine international konkurrenzfähige Form der indirekten Immobilienanlage auch in Deutschland zur Verfügung steht", heißt es in einem Verbandspapier. Reits sollen dabei "möglichst wenig reguliert werden".
Im Klartext: Geldgeber sollen leichter als bisher auch mit Wohnimmobilien zocken dürfen.
Und es gab noch mehr Grund zu jubeln für die Immobilienwirtschaft.
"Im Bereich des Mietrechts greift der Koalitionsvertrag alle Forderungen von Haus & Grund Deutschland auf und übernimmt sie", frohlockte der Hauseigentümerverband in einer Stellungnahme zum Koalitionsvertrag.
Wichtigster Punkt: das Ende der "asymmetrischen Kündigungsfristen". In Zukunft sollen für Mieter und Vermieter gleich lange Kündigungsfristen gelten. So können ungewollte Mieter schneller vor die Tür gesetzt werden. Ausgehebelt werden soll auch das Recht auf Mietminderung, etwa während einer Gebäudesanierung.


12 weitere Lobbyforderungen - 1:1 umgesetzt von den Pay-Policy-Parteien der schwarzgelben Regierung - listet allein die SZ auf.

Die Pharmalobby machte sich ihren Hauptverband FDP so gefügig,
daß drei Monate nach Regierungsantritt tatsächlich Deutschlands oberster Pharmakontrolleur Sawicki geschasst wurde.
Seine am Patientenwohl orientierte Position war zu wenig Pharma-freundlich.
Der private Krankenversicherung DKV räumt FDP-Mitgliedern Sonderrabatte ein und schon bekommt einer der wichtigsten PKV-Lobbyisten, Christian Weber, einen Job in zentraler Stelle des FDP-geführten Gesundheitsministeriums.

Großzügige Spenden der Energiekonzerne an die CDU und FDP und was zu erwarten war, passierte umgehend:

Es ist das vorläufige Ende des Atomausstiegs: Bei einem Treffen mit den Energiekonzernen im Kanzleramt hat sich die Bundesregierung nach SPIEGEL-Informationen darauf festgelegt, vorerst alle 17 deutschen Atommeiler am Netz zu halten. Auch die Uraltmeiler Neckarwestheim 1 und Biblis A, die nach dem rot-grünen Atomkonsens bald abgeschaltet werden müssten, sollen so lange weiterbetrieben werden, bis sich die schwarz-gelbe Regierung auf ein neues Energiekonzept verständigt hat.
(SPON)

Die Atommafia kann DANK FDP und CDU und CSU mit einem gigantischen Geldberg rechnen:

Die Landesbank Baden-Württemberg (LBBW) rechnet damit, dass die vier großen Energieversorger bei einer Laufzeitverlängerung um 25 Jahre und einem Strompreis von 80 Euro pro Megawattstunde gut 233 Milliarden Euro einstreichen würden. ..... Das Bremer Energie-Institut kommt auf ähnliche Summen: Je nachdem, wie viele Jahre die Meiler zusätzlich laufen und wie hoch der Strompreis steht, wären Gewinne von bis zu 339 Milliarden Euro möglich.

Die 200 - 300 Milliarden Euro werden übrigens nicht frisch gedruckt, sondern aus den Portemonnaies der Steuerzahler von Schwarz-Gelb in die Konzernkassen gelenkt.
Noch nicht eingerechnet sind die anfallenden Unsummen durch Atommüll, die ebenfalls der Steuerzahler trägt - Dank Merkel.
Etwas eleganter hat es die Solarindustrie gemacht, indem sie schon vor der Regierungsbeteiligung der FDP einen Solar-feindlichen Passus aus dem Parteiprogramm heraus kauften.
Die notorisch zukunftsfeindlichen „Liberalen“ hatten eine Reduzierung der Fördermittel für Photovoltaikanlagen um 30 Prozent gefordert.
Das passte der Firma Solarworld natürlich gar nicht und so veranstaltete sie im September 2009 unmittelbar vor der Bundestagswahl eine FDP-Spendengala, an der auch Voodoo-Economic Hermann Otto Prinz Solms, sowie Mövenpick-Parteichef Westerwelle teilnahmen. Solms, im Nebenjob auch FDP-Schatzmeister konnte frohlockend eine "Rekordsumme" verbuchen.
Die Ausgaben von Solarworld haben sich gelohnt - im K.O.alitionsvertrag verschwand die unerfreuliche Kürzung der Fördermittel für Photovoltaikanlagen; plötzlich strich die FDP den Passus und setzte stattdessen die Formulierung "Dialog mit der Solarbranche" durch.
Wahlkampfversprechen à la FDP - nach der Wahl sind sie sofort vergessen und es wird das Gegenteil getan - insbesondere, wenn jemand dafür bezahlt.

SPON nennt ein weiteres Beispiel:
Nur wenige Tage nach der Bundestagswahl haben außerdem die BMW-Großaktionäre Johanna Quandt und ihre Kinder Stefan Quandt und Susanne Klatten der CDU am 1. Oktober je 150.000 Euro gespendet. Bevor die Zahlungen am 17. November 2009 vom Bundestag veröffentlicht wurden, hatten Union und FDP einen neuen Rabatt bei der Besteuerung von Jahreswagen für Mitarbeiter und einen weiteren Steuerrabatt für die Privatnutzung von Firmenwagen vereinbart.

(Pay Politik Teil II, 06.10.2012)

Die FDP gibt sich als Geldlobbyisten erfreulich ideologiefrei, tritt für jeden ein, der sie bezahlt. Mal gegen die Solarenergie, mal für die Solarenergie.

Sie würde sich mutmaßlich ebenso für Hartz-Empfänger und Umweltschutz engagieren, wenn diese reich genug wären, um die FDP zu bezahlen.

dieses eine Kriterium gilt für die FDP immer: Sie ist die Partei der Besserverdienenden und tut nur etwas für Menschen mit viel Geld.

       [….] Lindner gegen Verlängerung des 9-Euro-Tickets

Ende August ist Schluss mit dem 9-Euro-Ticket - doch was kommt danach? Finanzminister Lindner hat nun klargestellt: Aus dem Bundeshaushalt wird es keine Gelder für eine Verlängerung des Angebots geben. Bundesfinanzminister Christian Lindner lehnt eine weitere Finanzierung des 9-Euro-Tickets oder eines Nachfolgeangebots ab. "Das 9-Euro-Ticket ist eine befristete Maßnahme, genau wie der Tankrabatt", sagte der FDP-Chef den Zeitungen der Funke Mediengruppe. "Deshalb sind im Bundeshaushalt weder eine Fortsetzung des Tankrabatts noch Mittel für eine Anschlussregelung für das 9-Euro-Ticket vorgesehen."  […]

(Tagesschau, 23.07.2022)

Der aktuelle Fall #PorscheGate zeigt in Reinkultur, wie Porschefan Lindner als devoter Laufbursche für den Porsche-Chef Blume springt und gleichzeitig eiskalt alle Maßnahmen zum Wohne der weniger Verdienenden abblockt.

Wie sich die FDP von den ultrareichen Familien Porsche und Piëch kaufen lässt, ist so offensichtlich, daß ich mich gar nicht erst bemühe eigene Worte dazu zu finden.

Nachrichten alle aus dieser Woche:

- Lindner will Gas- und Ölbohrung in der Nordsee

- Lindner will Pendlerpauschale erhöhen

- Lindner will Sanktionen beim Bürgergeld

- Lindner lehnt Klimaabgabe bei Verbrenner ab

- Lindner kuschelt mit Porsche-Chef

(Ingwar Pero,  22. Juli 2022)

Erst wirft @c_lindner einer Handvoll Mineralölkonzernen DREI MILLIARDEN EURO Steuergeld in den Rachen. Jetzt kommt raus, er stand während Koalitionsverhandlungen im Lobbyisten-Dauerkontakt mit dem Porsche-Chef. Werft diese ekelhafte 6%-Partei aus der Bundesregierung. #PorscheGate

(Sebastian Hornschild, 22.07.2022)

[….] Das nennt man wohl einen Fauxpas. Während die »Bild«-Zeitung dem Vorwurf enger Absprachen zwischen Porsche und Finanzminister Christian Lindner (FDP) nachging, erhielt sie nach eigenen Angaben eine fehlgeleitete SMS, der Absender: ein Porsche-Sprecher. Gedachter Empfänger: der Sprecher Lindners. Inhalt: eine Absprache, wie man auf die »Mauschel-Vorwürfe« reagieren solle.

Von einer »verräterischen SMS« schrieb  das Blatt am Samstag auf seiner Titelseite und fragte: »Ist das Lindners Porsche-Gate?«

Laut der ZDF-Satiresendung »Die Anstalt« soll der just am Freitag an die Spitze des Volkswagen-Konzerns beförderte  Porsche-Chef Oliver Blume auf einer Betriebsversammlung mit seinem Einfluss auf die Bundesregierung angegeben haben . Porsche habe erreicht, dass die auch von dem FDP-Chef als Alternative zu Elektroautos favorisierten E-Fuels  in den Koalitionsvertrag der Ampelkoalition einflossen. Der entscheidende Satz: »Der Christian Lindner hat mich in den letzten Tagen fast stündlich auf dem Laufenden gehalten«.[….] Fragen dürften sich aber vor allem an den Finanzminister richten, der schließlich nicht den Interessen einer Aktiengesellschaft verpflichtet ist, sondern dem Wohl des deutschen Volkes. [….]

(SPON, 23.07.2022)

Kein #Tempolimit = freut Porschefahrer

#eFuels = wünscht sich Porsche

#Tankrabatt = hilft insbesondere Porschefahrern

#eAuto-Subventionen streichen = stört Porsche nicht

Das müssen beflügelnde Telefonate gewesen sein.

#LindnerRücktritt #PorscheGate

(Union Watch, 22.07.2022)

Freitag, 22. Juli 2022

Mächtige kirchliche Arbeitnehmer

Noch mal mein Dank an die Römisch-katholische Kirche in Deutschland, die sich nach ihrer gestrigen hochwirksamen Mitgliedervertreibungs-Aktion heute erneut bemühte, sich besonders abstoßend zu präsentieren.

Die katholische Hebamme Sandra Eltzner arbeitete ab 1994 volle 20 Jahre im katholischen Dortmunder St. Johannes-Hospital, war anschließend fünf Jahre selbstständig und fing vor drei Jahren wieder an, im Johannes-Hospital zu arbeiten. Dann begann der Ärger.

[….] Allerdings war Eltzner in der Zwischenzeit aus der katholischen Kirche ausgetreten. Grund war für sie die Flut an Missbrauchsfällen in der Kirche. Sie habe sich als Hebamme schließlich dem Kinderschutz verschrieben.

[….] Erst nach einigen Tagen kamen Nachfragen, ob sie nicht wieder in die Kirche eintreten könne. Doch Eltzner lehnte unter Verweis auf die aus ihrer Sicht unzureichende Aufklärung der kirchlichen Missbrauchsfälle ab. Deshalb kündigte das Krankenhaus Eltzner noch in der Probezeit. [….] Doch das Landesarbeitsgericht (LAG) Hamm erklärte im September 2020 die Kündigung der Hebamme für rechtmäßig. Es sei eine „berufliche Anforderung“ an Hebammen in einem katholischen Krankenhaus, dass sie nicht aus der Kirche ausgetreten sind. Während Mitarbeiter:innen, die noch nie Mitglied der katholischen Kirche waren, dieser tendenziell „gleichgültig“ gegenüberstehen, lehne eine Hebamme, die aus der katholischen Kirche austritt, diese ausdrücklich ab. Auch „berechtigte Kritik an Misständen“ könne den Kirchenaustritt nicht rechtfertigen, so das LAG Hamm.  Bei einer Hebamme bestehe vielmehr die Gefahr, dass sie ihre Kontakte zu den werdenden Müttern nutzt, um sich „kirchenfeindlich oder jedenfalls kritisch“ zu äußern. Sie könne so Frauen „im Sinne von Ansichten beeinflussen, die mit dem kirchlichen Ethos nicht vereinbar sind“ – vor allem zum Mißbrauchsskandal, der immer noch Gegenstand öffentlicher Diskussion sei. [….] Richter Koch stellt auch André Plessner, dem Anwalt des Hospitals, eine Frage: „Traut das Hospital der Klägerin wirklich nicht zu, im Sinne der Nächstenliebe zu arbeiten?“ Plessners Antwort: „Natürlich ist die Klägerin zur Nächstenliebe fähig, aber eben nicht zur Nächstenliebe im Sinne der katholischen Glaubenslehre“. [….]

(Christian Rath, 21.07.2022)

Durch das antihumanistische Kirchenarbeitsrecht, das es den Kirchen erlaubt ihre Mitarbeiter zu demütigen und zu diskriminieren, fühlten sich die Katholiban sicher, gewannen die ersten Instanzen.

Aber Eltzner klagte weiter, inzwischen liegt der Fall vorm EuGH.

Damit schafft es die RKK, dieser für sie extrem schädlichen PR maximale Aufmerksamkeit zuzuführen. Auch wenn die Hebamme verlieren sollte, berichten doch die Medien über diesen Fall und der fromme Billionenkonzern steht in noch schlechterem Licht da. Gewinnt sie, wird es genauso unangenehm für die Kirchen, weil in dem Fall Atheisten, Hindus, Juden, Muslime, die von katholischen Trägern nicht eingestellt werden – obwohl der Staat die Kosten übernimmt – drängen könnten, ebenfalls einen Job zu bekommen. Oder noch schlimmer, unter den 500.000 kirchlichen Arbeitnehmern, die bisher nur aus Angst um ihren Job Kirchensteuern bezahlen, könnten Zigtausende ebenfalls austreten.

Die Katholiken haben sich in eine Triple-No-Win-Situation manövriert.

Bisher konnten die Kirchen Juden oder Muslime als Angestellte blockieren, sowie geschiedene oder gar queere christliche Mitarbeiter drangsalieren, weil es einerseits Arbeitslosigkeit und andererseits Monopolsituationen gab.

(….) Läßt sich ein katholischer Chefarzt scheiden, kann die Kirche ihn feuern. Outet sich seine Kollegin als lesbisch, fliegt sie ebenso. Noch abartiger: Kirchen stellen in der Regel nur Kirchenmitglieder ein.  Bei der Personalpolitik heißt es also „Juden unerwünscht.“ Natürlich auch „Muslime unerwünscht und Atheisten unerwünscht!“

 In kirchlichen Einrichtungen gilt das Betriebsverfassungsgesetz (BetrVG) nicht. In § 118, Absatz 2 heißt es, dass das Gesetz „auf Religionsgemeinschaften und ihre karitativen und erzieherischen Einrichtungen unbeschadet deren Rechtsform“ keine Anwendung findet. Die Kirchen praktizieren ein eigenes kirchliches Arbeitsrecht, das in wichtigen Punkten vom allgemeinen Arbeitsrecht abweicht und mit mehreren Grundrechten kollidiert.  Für die über eine Million Beschäftigten in kirchlichen Einrichtungen, vor allem von Caritas und Diakonie, hat dies in zweierlei Hinsicht weitreichende Folgen.   Zum einen gilt dort eine besondere Loyalitätspflicht, die sich nicht nur auf das Verhalten am Arbeitsplatz erstreckt, sondern bis ins Privatleben der Beschäftigten reicht. Das bedeutet zunächst, dass Konfessionslose und Angehörige nichtchristlicher Religionsgemeinschaften in diesen Einrichtungen generell keine Anstellung finden.

[…] Zum anderen müssen die Beschäftigten auf grundlegende Arbeitnehmerrechte verzichten. In kirchlichen Einrichtungen wird der sog. Dritte Weg praktiziert. […]  Der Dritte Weg kennt […] kein Streikrecht, auch ein Betriebsrat ist nicht vorgesehen.

[…]  Das kirchliche Arbeitsrecht hat zur Folge, dass in Sozialeinrichtungen wie Krankenhäusern oder Sozialstationen, die völlig oder weitestgehend aus öffentlichen Mitteln bezahlt werden, die Grundrechte nicht uneingeschränkt gelten. Insbesondere das Recht auf Religions- und Weltanschauungsfreiheit ist weitestgehend außer Kraft gesetzt. Dies führt zum Phänomen der „Zwangskonfessionalisierung“ […]  Diese Sonderstellung kirchlicher Sozialeinrichtungen ist Ergebnis intensiver Lobbyarbeit der Kirchen. Sie widerspricht jedoch dem Geist des Grundgesetzes ebenso wie dem den europäische Antidiskriminierungsrichtlinien. […]  

(Gerdia.de)

Angesichts des dieser Tage wieder extrem medial präsenten Fachkräftemangel in der Pflegebranche ist es ein Skandal größten Ausmaßes auf kirchliche Träger zu setzen.

Null Prozent Finanzierung durch die Kirche, aber 100 Prozent Hoheit über die private Lebensführung der dort Beschäftigten! Das dürfe wohl nicht sein! […]  Kirchliche Krankenhäuser werden nicht etwa aus der Kirchensteuer finanziert – wie die meisten Menschen glauben. Die Investitionen zahlt der Staat nach dem Krankenhausfinanzierungsgesetz, die laufenden Kosten der Behandlung werden durch Beiträge der Versicherten über die Krankenkassen oder Zusatzbeiträge bezahlt. Damit ist es völlig unvereinbar, dass einer vergewaltigten Frau die Hilfe verweigert wird. […]  Die Eingriffe der Kirchen und ihrer Einrichtungen wie Caritas und Diakonie in die private Lebensführung ihrer rund 1,3 Millionen Beschäftigten passen nicht in die moderne Demokratie. Sie verstoßen auch gegen Grund- und Menschenrechte: Zum Beispiel gegen den Gleichheitsgrundsatz nach Artikel 3 Grundgesetz, wie das Bundesarbeitsgericht im Falle der Kündigung eines Chefarztes in einem katholischen Krankenhaus wegen Wiederverheiratung als Geschiedener entschieden hat.  Oder die Diskriminierung Homosexueller. Oder sie verstoßen gegen das Recht auf Streik nach Artikel 9 GG, wie mehrere Landesarbeitsgerichte und das Bundesarbeitsgericht entschieden haben.

Oder gegen die Menschenrechtskonvention, so der Europäische Gerichtshof für Menschenrechte in Straßburg, als einem Organisten nach 14 Jahren untadeliger Arbeit wegen Ehebruch gekündigt wurde. Dieser Mann musste sich 13 Jahre lang durch 7 (!) Instanzen quälen, bevor er Recht bekam. Und dann der dauernde Verstoß gegen die Glaubensfreiheit nach Art. 4 GG, wenn zum Beispiel Krankenschwestern oder Pfleger in kirchlichen Krankenhäusern aus der Kirche austreten und dann gekündigt werden. Oder als Konfessionslose oder Muslime erst gar nicht hineinkommen. […]  Es ist doch geradezu absurd, dass bei den Kirchen für das ganze Personal inklusive Putzfrau, technisches Personal, Laborkräfte wichtige arbeitsrechtliche Schutzrechte und Mitbestimmung ausgeschlossen sind. Und wenn – wie zum Beispiel im Rheinland – weit über die Hälfte der Krankenhäuser kirchlich sind, dann führt das eben dazu, dass bei der Berufsberatung eine Mitarbeiterin jungen Muslimen, die sich für eine Ausbildung im pflegerischen Bereich interessieren, davon abrät, weil sie in der Gegend hier keine Arbeitsstelle finden würden!!

[…]  In vielen Gegenden finden Sie überhaupt keine nichtkonfessionellen bzw. städtischen Kindergärten. Mein Mann und ich haben das selbst erlebt, dass unsere Kinder im katholischen Kindergarten in Königswinter nicht aufgenommen wurden, weil wir und die Kinder nicht in der Kirche waren. Das ist nun wirklich toll: Mit meinen Lohn- und Einkommensteuerzahlungen als Konfessionsfreie bezahlt die Stadt den katholischen Kindergarten fast oder ganz komplett mit der Folge, dass man danach seiner Kinder nicht hineinbekommt.

[…]  Den Kirchen ist es gelungen, diesen Irrglauben zu verbreiten. Dabei steht fest, dass die Kirchensteuer nur zu einem Bruchteil von unter 5 % für soziale Zwecke ausgegeben wird. Der frühere Caritasdirektor und Finanzdirektor der Erzdiözese Köln, Norbert Feldhoff, hat schon vor Jahren darauf hingewiesen, dass die Kirche die Kirchensteuer nicht benötigt, um die Sozialarbeit zu finanzieren. […] 

(Ingrid Matthäus-Maier 28.03.2013)

Soziale Einrichtungen unter kirchlicher Trägerschaft sind in Wahrheit natürlich nicht billiger für den Staat, wenn man die rund 20 Milliarden Euro jährlich dagegen verrechnet, die uns allen durch die  Steuerfreiheit der Kirchen verloren gehen. RKK und EKD zahlen keine Körperschaftssteuer, Gewerbesteuer oder Umsatzsteuer. Es fallen keine Schenkungssteuern und Erbschaftssteuern an, wenn man die Kirche als Begünstigten einsetzt. Spenden an die Kirchen gehen auch zu Lasten des Steuerzahlers, da sie bei Einkommens-/Körperschaftssteuer steuermindernd berücksichtigt werden.  (….)

(Impudenz des Monats Januar 2018, 01.02.2018)

Angesichts des drastischen millionenfachen Fachkräftemangels in Deutschland, wird es aber Zeit für die kirchlichen Mitarbeiter, den Spieß umzudrehen und sich nicht mehr mit jahrelangen Rechtsstreitereien gegen Kündigungen zu wehren, sondern ihrerseits zu kündigen.

Die Kirchen haben wie so viele Arbeitgeber, die jetzt unter Umsatzeinbußen leiden, noch nicht verstanden, daß die Merz-Lindnerische Lehre, nach der Personalkosten immer der Faktor sind, den man drücken kann, der Weg in die Sackgasse ist.

Eine Firma ist nur so gut wie ihre Mitarbeiter. Ein Chef, der zufriedene, gut bezahlte und hoch motivierte Mitarbeiter hat, sieht darin sein größtes Kapital.

Ein Kapital nicht nur im moralischen Sinne, sondern tatsächlich auch in finanzieller Hinsicht. So eine Firma ist konkurrenzfähiger, als eine, in der lauter Stellen nicht besetzt sind, die verbliebenen Leute sich bereits in innerer Immigration befinden und nur noch das Allernötigste tun, ohne ihre Ideen einfließen zu lassen.

Also liebe christlichen Lehrer, Krankenschwestern, Chirurginnen, Hebammen, Kindergärtner: Kündigt und sucht Euch einen Job bei einem säkularen Arbeitgeber, bei dem Tarif- und Arbeitsrecht gelten.

Mal sehen, wie energisch die Kirchen noch auf ihr eigenes Arbeitsrecht beharren, wenn ihre Betriebe zusammenbrechen, weil nur noch die Hälfte der Stellen besetzt sind.

Donnerstag, 21. Juli 2022

Danke Franz!

Na schön, dann sind der Kirche in Deutschland eben eine halbe Million Katholiken innerhalb eines Jahres verloren gegangen.

Das ist aber kein Grund zur Verzweiflung für die deutschen Bischöfe, denn etwas viel wichtigeres als die doofen Schäfchen bleibt und vermehrt sich: Das schöne Geld!

Bei der Frage „Mammon oder Menschen“ dürfte jedem klar sein, was der reichsten Organisation der Welt und aller Zeiten wichtiger ist! Marxens bayerisches Erzbistum allein erwirtschaftete einen Überschuss von 17 Millionen Euro.

[….] Der katholischen Kirche laufen die Schäfchen in Scharen davon - und das nicht erst seit der Veröffentlichung des Münchner Missbrauchsgutachtens im Januar. Auch die wirtschaftlichen Folgen der Pandemie und des Ukraine-Kriegs gehen an ihr nicht spurlos vorüber. Und trotzdem: Gegen alle Erwartungen hat die Erzdiözese München und Freising im Haushaltsjahr 2021 einen Überschuss erwirtschaftet. Statt der zunächst befürchteten zwölf Millionen Euro Miese, stehen nun unterm Strich 17 Millionen Euro auf der Guthaben-Seite. [….]  Insgesamt hat die Erzdiözese im vergangenen Jahr 884 Millionen Euro (2020: 864 Millionen) eingenommen. 130 Millionen davon stammen aus öffentlichen Zuschüssen, allein 63 Millionen überweist der Staat für den Betrieb von kirchlichen Schulen, 13 Millionen für den Religionsunterricht an staatlichen Schulen.  [….] Die Bilanzsumme lag Ende 2021 bei rund 3,75 Milliarden Euro, 30 Millionen mehr als noch im Jahr zuvor. Das Vermögen der Erzdiözese, eine der reichsten im ganzen Land, umfasst Sachanlagen im Wert von 1,47 Milliarden Euro. Den Löwenanteil mit 1,1 Milliarden Euro machen dabei Grundstücke aus, bebaute und unbebaute. Die Kirche besitzt zudem Finanzanlagen, diese seien allerdings um gut 50 Millionen Euro gesunken auf nun 1,39 Milliarden. [….]

(Andrea Schlaier, 21.07.2022)

Auch wenn es sicherlich überflüssig ist das extra zu erwähnen: Nein, die 17 Millionen Euro werden selbstverständlich nicht augenblicklich an die Welthungerhilfe überwiesen. „Selber fressen, macht fett“ lautet das kuriale Motto.

Die 15.000 bis 20.000 Kinder, die jeden Tag elendig verhungern, sind aus verschiedenen Gründen irrelevant für die RKK Bayern. Die leben schließlich überwiegend in Ostafrika oder dem Jemen. Da gelten Ausschlußkriterien: Dunkle Hautfarbe, arm, Muslime, bereits Geboren oder alles zusammen.

Für die RKK sind die einzig relevanten Kinder weiß, christlich, aus wohlhabenden Staaten und ungeboren.

Hunderttausende Katholiken treten jedes Jahr aus der RKK Deutschland aus, weil Bätzings Personal für sie entweder keine Bedeutung hat, oder regelrecht abstoßend wirkt. Aber der Rubel rollt üppiger denn je, da immer noch 20 Millionen Menschen ihre Beiträge an die Kinderfi**erorganisation überweisen. Selbst diejenigen, die lautstark mit ihren Bischöfen hadern und sich bei der katholischen Landjugend, Maria 2.0, Synodaler Weg, Kirche von unten engagieren, zahlen.

Das deutsche Episkopat entwickelte über die Jahrzehnte eine perfekte Methode, um die nervösen Schäfchen bei der Stange zu halten. Sie werden zum Dialog ermuntert, bekommen auf Kirchentagen Raum, sich auszusprechen, manch ein Bischof unterstützt sogar ein paar Reformideen in homöopathischen Dosen – immer mit dem Hinweis darauf, daß eine 2.000 Jahre alte Organisation Zeit brauche und Veränderungen nicht über Nacht passierten.

So werden die Naivlinge an der Basis perfekt eingelullt, während sie sich ehrenamtlich engagieren, unentgeltlich die Gemeindearbeit verrichten und auch noch als bischöfliches Feigenblatt für all die Nörgler dienen, die wirklich austreten wollen. Es handelt sich dabei immerhin um die Kernkompetenz der Uralt-Organisation Kirche: Das Volk ruhig halten, während man abkassiert.

Reformorientierte Basis-Katholiken oder Schizophreniker wie die um Anerkennung buhlenden Schwulen der HUK sind glücklicherweise noch verdummter als der durchschnittliche Urnenpöbel. Sie merken nicht, wie sie missbraucht und vom Klerus ausgelacht werden. Es muss nur einer von weltweit 400.000 Priestern auf einem CSD mitlaufen und schon berichtet die gesamte deutsche Presse.  Die armen HUK-Trottel schöpfen sofort wieder Hoffnung.

Dabei gehen 399.999 Priester eben nicht zum CSD. Der Reformwilligen an der Basis produzieren aber immer mehr heiße Luft, fabulieren von verheirateten oder gar weiblichen Priestern, stellen sich eine Segnung von gleichgeschlechtlichen Paaren vor und orakeln von lesbischen Krankenschwestern, die nicht sofort gefeuert werden.

Aber immer wenn die Basis-Blase zu prall zu werden droht, kommt der Giftstachel aus Rom und bringt alles zum Platzen.

[….] In einer offiziellen Erklärung hat der Vatikan den deutschen Katholiken weitgehende Reformen im Alleingang verboten. »Der ›Synodale Weg‹ in Deutschland ist nicht befugt, die Bischöfe und die Gläubigen zur Annahme neuer Formen der Leitung und neuer Ausrichtungen der Lehre und der Moral zu verpflichten«, stellte der Heilige Stuhl in einer am Donnerstag veröffentlichten Erklärung klar. »Es wäre nicht zulässig, in den Diözesen vor einer auf Ebene der Universalkirche abgestimmten Übereinkunft neue amtliche Strukturen oder Lehren einzuführen, welche eine Verletzung der kirchlichen Gemeinschaft und eine Bedrohung der Einheit der Kirche darstellen würden.« [….]

(SPON, 21.07.2022)

Unglaublich; selbst in meiner linken und atheistischen Social-Media-Blase werden solche Meldungen mit Enttäuschung kommentiert.

Es sei ein Rückschlag oder gar ein Affront für die Gläubigen.

Nein, ich habe keinerlei Mitleid mit Katholiban, die nach der Vertuschung des sexuellen Missbrauchs an Myriaden Kindern weltweit immer noch zu ihrer bigotten antihumanistischen homophoben misogynen Kriminalorganisation halten. Eine Organisation, die in den USA ausdrücklich Joe Biden verdammt, ihn nicht mehr zur Kommunion zulässt und voll hinter Donald Trump – wie auch so ziemlich allen anderen rechtsradikalen Massenmördern und Diktatoren - steht. Gut, wenn die schwafelnden Bischöfe Farbe bekennen.

[….] Der Augsburger Bischof Bertram Meier hat das Verbot des Vatikans von weitgehenden Reformen deutscher Katholiken im Alleingang begrüßt. "Ich finde es gut", teilte er in einer ersten Reaktion mit, "dass der Heilige Stuhl sich zu dieser Erklärung entschlossen hat.  [….]

(dpa-Newskanal, 21.07.2022)

Deswegen bin ich Bergoglio immerhin dankbar, wenn er aus Rom den frommen Basis-Laien ab und zu ein Messer in den Rücken rammt. Sonst lernen sie es nie. Es gibt keine Reform der Kirche. Die Kirche muss a) enteignet werden, b) gehören die Bischöfe auf die Anklagebank und c) sollten alle Mitglieder austreten.

[….] Rumms. Mit Wucht hat der Vatikan dem deutschen Synodalen Weg ein Stoppschild in den Weg gestellt. Während katholische Laien und Kleriker bereits die nächste Synodalversammlung Anfang September vorbereiten, sagt der Heilige Stuhl: Egal, was ihr beschließt, ihr seid dazu nicht befugt. [….] Am Sonntag reist der Papst nach Kanada und will sich dort für den tausendfachen Missbrauch an indigenen Kindern entschuldigen. Die katholische Kirche hat wirklich Probleme genug, aber mit diesem Gebaren erstickt der Vatikan auch noch den letzten Rest an Engagement seiner Gläubigen.  [….]

(Annette Zoch, 21.07.2022)

Mittwoch, 20. Juli 2022

Alarmstufe Braun

Wenn man als ostdeutscher CDUler1a mit bekannt xenophober Geschichte2b etwas vorschlägt2 und sofort gleichermaßen von Vogelschiss Gauland3, sowie Sahra Sarrazin gelobt4 wird, hat man vermutlich genau das gesagt, was man gemeint5 hat. 

1a:


Heute kann es keinen anderen geben als CDU-Rechtsaußen Michael Kretschmer, der mit 27 Jahren Bundestagsabgeordneter wurde und zwei Jahre später, 2004, zum General der Sachsen-CDU berufen, seinen Landesverband stets nach ganz rechts, bis ins Braune, wo es richtig wehtut trieb.

Der Görlitzer ist ein 100%iges Gewächs seiner Partei, des rechtesten CDU-Verbandes der Welt.

 Mit 14 Jahren trat er in die Christlich-Demokratische Jugend ein, stieg mit 18 zum Landesvorstand der Jungen Union auf, wurde mit 20 außerdem Landesschatzmeister der JU und als 28-Jähriger ebenfalls in den CDU-Vorstand des Landes berufen.

 Ganz, ganz kurz schien er den Bogen überspannt zu haben, als er bei der Bundestagswahl  am 24.09.2017 aus dem Parlament flog, weil er so lange wie die AfD klang, daß die Sachsen seines Wahlkreises völlig logisch und folgerichtig diesmal gleich das Original wählten. Kretschmers Wahlkreis 157, Löbau-Zittau – Görlitz – Niesky, der Östlichste Sachsens, ging an den gleichaltrigen Maler Tino Chrupalla von der AfD. Kretschmer mußte einen der höchsten Verluste in der Geschichte der Bundestagswahlen hinnehmen. Nach 49,6% bei der Bundestagswahl 2013  verlor er sagenhafte 18,2 Prozentpunkte, während Chrupalla aus dem Stand 32,4 holte und an der Impudenz des Monats August 2018 vorbei zog. Durch diese Superklatsche verlor er Amt und Einkommen; war für vier Wochen Frührentner mit 42.

Aber dann trat Sachsens Ministerpräsident Tillich zurück und kam auf den glorreichen Gedanken, der größte Wahlverlierer und politische Totalversager wäre der geeignete Nachfolger für ihn.

1b:

(…..) Der Partei-Erneuerer soll also ein abgewählter Rechtsaußen sein, der gruseliges Anti-Ausländer-Vokabular propagiert.
Immer wenn es in den letzten Jahren richtig widerlich braun wurde am rechten CDU-Rand, mischte der designierte Sachsen-MP Kretschmer mit.

 

 Die sächsische Union will in der Debatte über den Umgang mit Flüchtlingen und Asylrecht mit »klaren Positionen« punkten. Eine davon: CDU-Generalsekretär Michael Kretschmer warf den Landesregierungen in Thüringen und Schleswig-Holstein vor, mit dem dort praktizierten Abschiebestopp in den Wintermonaten einen »Rechtsbruch« zu begehen, »der die Aufnahmebereitschaft gefährdet«. Für die Union stehe fest, dass die Ausweisungsverfahren beschleunigt werden und Menschen ohne Rechtsanspruch Deutschland wieder verlassen müssten, gibt die Nachrichtenagentur dpa Kretschmer wieder.

(ND 27.12.14)

 

(…..) Da die CSU also gerade wieder einmal nichts Sinnvolles zu tun hat, besinnt sie dich auf das einzige, das ihr in den letzten Jahren wirklich gelungen ist: Als xenophobe Rechtsaußen Ressentiments gegen alle Ausländer zu schüren und damit die AfD stark zu machen.

Gerade gibt es einen neuen Vorstoß als Wahlhelfer der Nazis.

CSU und Sachsen-CDU leckten devot den von Frauke Petry hingekotzten Begriff des „Völkischen“ auf.

 

[….] CSU und Sachsen-CDU preisen "Heimat und Patriotismus" als "Kraftquelle"   Vertreter von Sachsen-CDU und CSU stellen einen "Aufruf zu einer Leit- und Rahmenkultur" vor.

[….]  Drei Seiten ist das Papier lang. Nach dem Wunsch der Autoren soll es der Auftakt für eine neue Leitkultur-Debatte in Deutschland sein. Verfasst haben es Bundestagsvizepräsident Johannes Singhammer (CSU), der Generalsekretär der Sachsen-CDU, Michael Kretschmer, Sachsens Landtagspräsident Matthias Rößler (CDU), der Chef der CSU-Grundsatzkommission, Markus Blume, sowie der Vizepräsident des Bayerischen Landtags, Reinhold Bocklet (CSU). [….] Die Autoren preisen "Heimat und Patriotismus" als "Kraftquelle" der Gesellschaft. [….] Eigentlich hat die Sachsen-CDU derzeit drängendere Probleme als eine neue Leitkultur-Debatte - die sächsische Bundestagsabgeordnete Bettina Kudla steht gerade wegen ihres Umvolkungs-Tweets in der Kritik. Und Kudlas Kollegin Veronika Bellmann hat mit der Bemerkung, die CDU dürfe Koalitionen mit der AfD nicht ausschließen, für erheblichen Unmut gesorgt. [….]

 (Robert Roßmann, SZ vom 01.10.2016)  (….)

(Impudenz des Monats August 2018, 01.09.2019)

2:

[….] Sachsens Ministerpräsident Michael Kretschmer steht nach seinen jüngsten Äußerungen zum Ukraine-Krieg parteiübergreifend in der Kritik. Kretschmer hatte am Dienstag gesagt, man müsse anerkennen, dass der Krieg die gesamte Welt und Europa in besonderem Maße ins Chaos stürze, deshalb müsse Deutschland "dafür eintreten, dass dieser Krieg eingefroren wird". Er sei zudem der festen Überzeugung, dass man weiterhin Rohstofflieferungen aus Russland brauche.  "Gott sei Dank ist dieser Mann nicht verantwortlich für unsere Außenpolitik", sagte FDP-Generalsekretär Bijan Djir-Sarai dazu der Bild-Zeitung. Kretschmer habe "offensichtlich bis zum heutigen Tag nicht verstanden, wie gefährlich Russland ist und wie wichtig die Unterstützung für die Ukraine".  [….]

(Iris Mayer, 20.07.2022)

3:

[….] „Die Sanktionen schaden uns mehr als den Russen, die Öl und Gas – sogar mit Aufschlag – einfach an andere verkaufen. Während wir Energiemangel, Wirtschaftseinbruch, Pleiten, Arbeitslosigkeit und noch mehr Inflation entgegensehen“, erklärt Gauland im Interview mit der Wochenzeitung Junge Freiheit. Er betrachte den Krieg in der Ukraine als „geostrategischen Konflikt zwischen den USA und Rußland – während im Hintergrund China lauert.“ Die Ukraine verteidige dabei ihre Freiheit, „aber nicht ‚die‘ oder gar unsere Freiheit“, so Gauland: „Wenn Präsident Selenskyj das dennoch unablässig behauptet, dann nicht weil es wahr ist, sondern weil er Waffen will.“  Nach dem Ende der Sowjetunion habe es der Westen versäumt, in Europa eine neue Ordnung zu errichten, die die Russen integriert. „Stattdessen wurde einfach weitergemacht wie zuvor und zudem Rußland durch die Nato-Osterweiterung zur Verlierer-Nation degradiert“, betont Gauland, der auch Mitglied des Auswärtigen Ausschusses ist. [….]

(PP, 20.07.2022)

4:

[….] Kretschmers Vorschlag zum Ukrainekrieg: Unterstützung von Sahra Wagenknecht, CSU geht auf Distanz.  »Kretschmer hat in diesem Punkt recht«, sagte etwa die Linken-Politikerin Sahra Wagenknecht der Nachrichtenagentur dpa. »Russische Rohstoffe und vor allem die relativ billige russische Energie sind Existenzbedingungen für eine wettbewerbsfähige deutsche Industrie, auf die wir nicht verzichten können.« Der Wirtschaftskrieg ruiniere Deutschland, »während er Putin kaum schadet und das Sterben in der Ukraine nicht beendet«, sagte Wagenknecht weiter. [….] AfD-Chef Tino Chrupalla erklärte, Kretschmer schwenke in dieser Frage auf die Linie der AfD ein: »Nur so kann er seine Partei zu den Landtagswahlen 2024 fähig zu einer Koalition mit uns machen.« Auch Chrupalla forderte, der Krieg müsse durch Diplomatie beendet werden. »Sonst nimmt das Sanktionsregime mit seinen katastrophalen Folgen für unseren Wohlstand doch niemals ein Ende.«  [….]

(SPON, 20.07.2022)

5:

[….] Sachsens Ministerpräsident Michael Kretschmer will den Krieg in der Ukraine "einfrieren", legt aber seit Wochen selbst ein Feuer nach dem anderen. Egal, ob es um Ölembargo, Waffenlieferungen oder Energiewende geht, der stellvertretende CDU-Chef tritt als Anwalt des gefühlten sächsischen Volkswillens auf. Dabei geht seine Forderung an der Wirklichkeit komplett vorbei: Verhandlungen sind unmöglich, wenn der Angreifer nicht reden, sondern bombardieren will. Kretschmers Argument aber, der Ukraine-Krieg müsse deswegen schleunigst enden, weil er Europa und die deutsche Wirtschaft in besonderem Maße ins Chaos stürzt, ist perfide. Nicht der völkerrechtswidrige Überfall ist demnach das Problem, nicht Tausende tote Männer, Frauen und Kinder, zerbombte Städte und zerstörte Ernten in der Ukraine, sondern erst die Tatsache, dass dies auch Konsequenzen in Dresden und Dortmund hat. […..]

(Iris Mayer, SZ. 20.07.2022)

[….]  Tatsächlich versuchte sich Kretschmer schon öfter als Außenpolitiker, wenn es um das Thema Russland ging. 2019 etwa zettelte er eine Diskussion über die Beendigung der Russlandsanktionen an . [….]  Kretschmer steht mit seiner Kontaktpflege nach Moskau auch in der Tradition seines Vorgängers. Der frühere Ministerpräsident Stanislaw Tillich hatte einen guten Draht nach Moskau. Zuletzt hatte die »Sächsische Zeitung« über die wirtschaftlichen Verbindungen der sächsischen CDU nach Russland berichtet, die seit Jahrzehnten bestehen. Laut Medienbericht gab es über Jahre eine enge Verquickung der Landespartei mit dem Gashandelskonzern VNG in Sachsen, der wiederum verbandelt ist mit dem russischen Staatskonzern Gazprom.  Tillich hatte für Putin im Jahr 2009 auch unter Protest von DDR-Bürgerrechtlern im Zuge einer Ordensverleihung eine Laudatio in der Dresdner Semperoper gehalten. [….] 

(Timo Lehmann, 20.07.2022)

Dienstag, 19. Juli 2022

Auch welcher Seite steht die FDP?

Markus Söder ist ein Hetzer und Lügner der ganz alten Schule, weil er wider besseres Wissen behauptet, mehr Minderheitenrechte (Homoehe, Streichung des §219a, erleichterte Namensänderung für Trans-Menschen, Cannabis-Legalisierung) würden anderen etwas wegnehmen und sie unter Zwang setzen.

Das ist natürlich alles hanebüchener Schwachsinn, den der fromme Bayer von sich gibt. Keine Hetero-Ehe ist bedroht oder weniger wertvoll, wenn auch ein Homo-Paar heiratet. Keine schwangere Christin wird zur Abtreibung gezwungen und niemand, der dazu keine Lust hat, wird gezwungen privat zu gendern. Kein bayerischer Biergartenbesucher wird mit Gewalt dazu gebracht, seine Maß gegen eine Bong zu tauschen.

[…] „Markus Söder, haben Sie das wirklich nötig? Ist das Ihr Niveau?“, fragt etwa der bayerische FDP-Landeschef Martin Hagen nach einem Söder-Interview mit der „Bild am Sonntag“. Dort beklagte der CSU-Chef, dass die Ampel als einzige Gemeinsamkeit eine „Umerziehung der Deutschen“ betreiben wolle. „Die gesellschaftliche Zeitenwende richtet sich gegen die Mehrheit der Normalbürger“, so Söder. „Es geht immer um Zwang statt um Freiheit.“ Es sei ebenso falsch, Gendern „zwanghaft zu verordnen“ wie etwa „staatliche Vorgaben zur Ernährung zu machen“ oder aber „Drogen wie Cannabis freizugeben“.  Hagens klare Antwort: „Markus Söder lügt. Die Ampel verordnet weder Gendern noch eine bestimmte Ernährungsweise. Das einzige, was stimmt: Ja, die Ampel legalisiert Cannabis. Das ist aber der Gegenteil von Zwang.“ [….]

(MoPo, 19.07.2022)

Es ist gut zu hören, daß sich auch der FDP-Justizminister der rechtsradikalen Hetze aus Bayern widersetzt. Allerdings gibt es auch keine Möglichkeit Söders verschwörungstheoretisches Raunen zu rechtfertigen. Er klingt nämlich genau wie die nach ganz Rechtsaußen zu Aldebaranern, Covioten, Reichsbürgern und Pegioten verlorenen gegangene PP-Drecksschleuder Vera Lengsfeld, die heute auf David Bergers antisemitischen Hetzblog gegen die Ampel wütet:

[….] Dem Familienministerium, in dem die Ministerin schon ausgetauscht werden musste, kommt eine Schlüsselrolle zu. Es geht um die Abschaffung der Familie. Das war bisher ein Projekt der Diktaturen, deswegen findet man im Koalitionsvertrag ein Lippenbekenntnis zur Familie, ohne dies näher zu definieren. Der Pferdefuß kommt mit dem Wort „Verantwortungsgemeinschaft“ mehrerer erwachsener Personen, die wie eine Familie behandelt werden soll. Da kann man auch gut die muslimische Mehrehe oder Kinderehe unterbringen, die bei uns noch aus guten Gründen verboten sind. [….] Jahrzehntelang ist ein erheblicher Teil der Grünen der Meinung gewesen, Deutschland sei nicht mehr als „ein mieses Stück Scheiße“. Die Bürger, die dieses Land all die Jahre am Laufen gehalten und zuletzt im Ahrtal bewiesen haben, dass sie im Gegensatz zu staatlichen Institutionen noch handlungsfähig sind, haben das hingenommen. Nun wird dem „miesen Stück Scheiße“ der Gnadenschuss verpasst und wir müssen sagen, wir sind dabei gewesen. Hinterher soll keiner behaupten, er hätte den Zusammenbruch, auf den mit aller Macht zugesteuert wird, nicht kommen sehen können. Das kann man schon an der Auswahl der Ministerien erkennen, die von den Grünen reklamiert wurden. Alle Ämter, die für die große Transformation unverzichtbar sind, haben die Grünen in der Hand, bis auf eins.  [….]

(Lengsfeld via PP, 19.07.2022)

Angesichts so eines bösartigen Framings, das nur darauf ausgerichtet ist, Hass und Gewalt zu schüren, bleibt demokratischen Politikern keine Wahl. Sie müssen das scharf zurückweisen.

Allerdings wird diese Hetze unter dem Dach der Parteien von Merz und Söder offensichtlich geduldet. Die CDU prüft zwar inzwischen das überfällige Parteiausschlussverfahren gegen die zutiefst bösartige


Schwurblerin Angelika Barbe. Aber was ist mit Hans-Georg Maaßen und Vera Lengsfeld?

Leider ist auch die FDP eben nicht willens sich von ihrem braunen Rand zu trennen.

(….) Rechtsaußen und Dunkelkatholik Thomas Kemmerich, vom 5. Februar bis zum 4. März 2020 der sechste Ministerpräsident des Freistaates Thüringen, ist bis heute FDP Landeschef in Thüringen, zeigte auf Covidioten-Demonstrationen ganz offen seine politische Verwandtschaft zur faschistischen AfD Thüringens. AfD-Freund Christian Lindner stört es nicht.

In der Baden Württembergischen FDP dominiert mit Hans-Ulrich Rülke, dem stellvertretenden Landesvorsitzender und Fraktionsvorsitzenden der FDP/DVP Landtagsfraktion ebenfalls ein stramm-rechter „AfD-Klon“ (CDU-Sozialverband).  (….)

(Kemmerich 2.0, 28.06.2022)

Auch in Hamburg können wir mit diesen Braun-Gelben dienen, die der Versuchung nicht widerstehen können, gegen Transmenschen zu hetzten.

[….] Während seine Partei in der Ampel-Koalition auf Bundesebene am Selbstbestimmungsgesetz arbeitet, mit dem das Leben für trans- und intergeschlechtliche Menschen verbessert und das Transsexuellengesetz abgelöst werden soll, schreibt FDP-Mann Wieland Schinnenburg in Hamburg transfeindliche Facebook-Postings.

Der ehemalige Bundestagsabgeordnete und FDP-Hamburg-Chef, der heute in der Bezirksversammlung Hamburg-Nord sitzt, postete auf Facebook den Spruch: „Wir leben in einer Welt, in der Kinder keine Indianer darstellen dürfen, aber erwachsene Männer eine Frau.“ Dazu zeigte er noch ein Foto der Bundestagsabgeordneten Tessa Ganserer (Grüne), die eine von zwei trans*Frauen im Bundestag ist.  […]

(MoPo, 16.07.2022)

Montag, 18. Juli 2022

Nymphomanie und ihre schlimmen Folgen.

Bei einer derart Penis-fixierten Ideologie wie dem Christentum, orientiert sich die Morallehre natürlich auch am Gemächt.

Die Ethnologie-Professorin Susanne Schröter erklärt:

[….] Geschlechterauffassungen sind historisch gewachsen und verändern sich permanent – das Zweigeschlechter-Modell existiert auch bei uns erst seit etwa 300 Jahren. Zuvor gab es andere Vorstellungen, wie Körper beschaffen sind. [….] Es dominierte – zumindest im Gelehrtendiskurs – das Eingeschlechts-Modell. Es besagt, dass Frauen körperlich nichts anderes sind als minderwertige Kopien von Männern, mit (ins Innere verlagerten) verkümmerten männlichen Geschlechtsorganen. [….]  Wegen der fehlenden inneren Hitze bei den Frauen, so die Vorstellung, hätten sich die Organe nach innen gestülpt. Auch wurde spekuliert, dass Männer menstruieren – indem sie Hämorrhoiden ausbilden. [….] Einige Gelehrte führten die biologische Andersartigkeit der Frau als Beweis für ihre angeblich mindere Intelligenz an, darunter etwa Paul Julius Möbius mit seinem Buch »Über den physiologischen Schwachsinn des Weibes« (1900).  [….]

(Prof Schröter, SPON, 18.07.2022)

Wer gar keinen Penis hat, ist eben minderwertig. So wird es in der mit vielen Milliarden hochsubventioniertes katholischen Kirche bis heute gelehrt. Wer keinen Penis hat, kann nicht Priester, oder gar Bischof werden.

Alle Weltreligionen und archaische Kulturen lehren uns eins über Frauen: Sie sind minderwertig, schwach, unselbstständig, wurden aus einem männlichen Abfallprodukt geschaffen, sollen sich unterordnen und gehorchen, devot die ihnen zugedachten Aufgaben annehmen.

Das ist schließlich der natürlich Gang der Dinge, also gottgewollt.

(…..) Die Ansichten der bedeutendsten christlichen Kirchenlehrer sprechen eindeutig nicht dafür, daß Weibsbilder Führungsrollen übernehmen sollten.

"...der Gang, wie sich die göttliche Lehre verbreitet: Von Gott zu Christus, von Christus in den Mann und von diesem in das Weib hinab. Umgekehrt verbreitet sich die teuflische Lehre: Sie kommt zuerst in das Weib, denn dies besitzt weniger Unterscheidungsvermögen."
(Alexander von Hales, 1185-1245, Lehrer des Thomas von Aquin)

"Das Weib ist ein minderwertiges Wesen, das von Gott nicht nach seinem Ebenbilde geschaffen wurde. Es entspricht der natürlichen Ordnung, daß die Frauen den Männern dienen."

(Kirchenvater Augustinus, hl., 354-430)

"...wer mag alle leichtfertigen und abergläubischen Dinge erzählen, welche die Weiber treiben...es ist ihnen von der Mutter Eva angeboren, daß sie sich äffen und trügen lassen."
(Martin Luther)

"Der wesentliche Wert der Frau liegt in ihrer Gebärfähigkeit und in ihrem hauswirtschaftlichen Nutzen. Die Frau ist ein Mißgriff der Natur... mit ihrem Feuchtigkeits-Überschuß und ihrer Untertemperatur körperlich und geistig minderwertiger...eine Art verstümmelter, verfehlter, mißlungener Mann...die volle Verwirklichung der menschlichen Art ist nur der Mann."
(Thomas von Aquin, hl., Kirchenlehrer, 1225-1274)

Offensichtlich ist das „Christliche Menschenbild“ soweit eindeutig. Jesus preist die Sklaverei, fordert von den Sklaven sich unterzuordnen und die RKK lässt bis heute Frauen wegen ihrer Minderwertigkeit nicht das geringste geistliche Amt übernehmen. (….)

(Warum man Weihnachte nicht in die Kirche gehen sollte, 18.12.2017)

Um mächtig zu sein, muss man aber nicht nur überhaupt erst mal einen Penis haben. Es spielt aber auch eine große Rolle, was man damit anfängt. Einfach damit rumspielen oder außerhalb einer katholischen Ehe damit hantieren, geht nicht, denn das ist eine Todsünde und führt direkt in die Hölle.

Noch schlimmer ist es, wenn so ein Penis in die falschen Öffnungen gesteckt wird – oral oder anal oder gar in einen Mann.

Das sieht Jesus gar nicht gern und es bleibt ihm nichts anderes übrig, als zur Strafe Erdbeben, Tornados oder Überschwemmungen zu schicken.

[….] Gott habe die Italiener mit dem Erdbeben für die jüngst beschlossene Legalisierung von homosexuellen Lebenspartnerschaften strafen wollen, so ein Mitarbeiter des Radiosenders, Pater Giovanni Cavalcoli. [….]

(ORF, 05.11.2016)

[….] Brian Tamaki of destiny Church has claimed to his followers that earthquakes are caused by sins such as people being gay. Quoting the Bible, he says when the earth convulses it is talking to God. Of Christchurch and its disastrous earthquakes six years ago he says that city did anything but live up to its name, being 'a haven for those who were absolutely anti-Christ in every way.” He said in a sermon recorded last Sunday that it was the “representative from that city who first put in motion gay marriage in this country in 2003,” an apparent reference to the support of then-Labour MP for Christchurch Central, Tim Barnett's highly public support for the ultimately successful Civil Unions bill In a blog posted after the sermon he wrote: "No other sin in the whole of the bible has any connection to earthquakes, floods and volcanic eruptions, but sexual perversions alone. [….]

(NZ Daily News, 16.11.2016)

Was soll Gott auch sonst tun, nachdem er schon mit der „Schwulenpest Aids“ eine präzisiere Waffen eingesetzt hatte und die Penisse dennoch weiterhin in die falschen Öffnungen gestülpt wurden?

[….] In der Schweiz wurde ein erster Patient mit Aids im Juni 1982 dem Bun­des­amt für Ge­sund­heit (BAG) gemeldet.  Zu diesem Zeit­punkt er­schie­nen erste Mel­dun­gen in allen Medien und be­rich­te­ten von einer neuen, un­be­kann­ten, töd­li­chen Krank­heit, die haupt­säch­lich schwule Männer befalle. Darum wurde sie "Schwu­len­seu­che" genannt. Vorerst trat sie in gewissen Teilen der USA (Ka­li­for­ni­en, Hawaii, New York) auf. Viele Leute in Amerika und bald auch in Europa nannten sie "Strafe Gottes für sündiges Tun der Be­trof­fe­nen".   [….]

(Ernst Ostertag, August 2007)

Das Konzept Krankheiten als Strafe für falsche Penisverwendung zu schicken, wurde vom lieben Gott schon vor langer Zeit entwickelt, als es ihm zu mühsam wurde, wie in Sodom und Gomorrha oder bei der Sintflut (fast) alle Menschen auszurotten. Eine der highest ranking catholics of all times, die heilige Hildegard von Bingen (1098 -1179) Benediktinerin, Äbtissin, Universalgelehrte, erkannte diese Zusammenhänge schon vor 900 Jahren und so erhob folgerichtig der unfehlbare Papst Benedikt XVI.

Am 7. Oktober 2012 die heilige Hildegard zur Kirchenlehrerin (Doctor Ecclesiae universalis), auf daß die in der gesamten Welt verehrt werden möge.  Hildegard kannte sich halt aus und konnte auch eine der größten Geißeln des Mittelalters erklären: Lepra.

Menschen mit „Aussatz“ wurden in den guten alten Zeiten, als die Kirche auch weltlich das Sagen hatte, mit Pestschnäbeln versehen und aus der Stadt gejagt, damit so woanders sterben.  Wer Glück hatte, durfte in einem Siechenhaus dem Ende entgegendämmern, wenn er streng sexuell enthaltsam lebte, denn schließlich hatte die Wollust ihn erst krank gemacht.

[…] Diese Texte künden von strengen, fast klösterlichen Regeln, denen sich die Bewohner unterwerfen mussten. Wer nicht mehrmals am Tage betete und an den Gottesdiensten teilnahm, musste Strafe zahlen, wer sich »unkeusch« verhielt, ebenfalls. Lange hielt sich ein wohl vor allem auf die Mystikerin Hildegard von Bingen zurück­gehendes Gerücht, dass Lepra eine göttliche Strafe für einen unnatürlich gesteigerten Sexualtrieb sei. Auch das könnte ein Grund dafür gewesen sein, warum sich viele Regel­werke der »Leprosorien« ausführlich mit dem Thema Unzucht befassten. [….]

(SPIEGEL, 23.04.2022, s.108)

Sonntag, 17. Juli 2022

Hilfe durch Frömmigkeit.

Der arme Markus Söder. So lange war er der starke Mann unter den Ministerpräsidenten, dominierte die Corona-Phase. In der CDUCSU ging nichts mehr ohne ihn, er war der Liebling der Basis, die Kanzlerkandidatur wirkte wie eine Selbstverständlichkeit und die Wahl zum Bundeskanzler wäre nur noch Formsache gewesen – angesichts der am Boden liegenden SPD. Zudem hatte der fromme Markus, der ganz Bayern mit Kruzifixen überzog, auch noch Gott auf seiner Seite; schließlich ist Olaf Scholz Atheist.

Was konnte da noch schiefgehen?

Blöderweise: Alles.

Armin Laschet schnappte ihm die Kandidatur vor der Nase weg, die Union verlor die Bundestagswahl krachend, die CSU schnitt besonders schwach ab, Sozis und Grüne regieren das Land, es gibt keine CSU-Minister mehr, die ungeniert alle Fördermittel nach Bayern schieben und zu allem Übel ist noch nicht einmal Söders Wiederwahl zum bayerischen Ministerpräsidenten sicher.

[….] Der bayerische Ministerpräsident lässt gerade kein Bierfass unangezapft, kein Grußwort ungehalten, denn er übt für eine neue Rolle: Er muss sich und sein Amt verteidigen.  […]

(SZ, 15.07.2022)

Aber es ist wie verhext. Obwohl die Bundesregierung dem bayerischen Ministerpräsidenten mit dem G7-Gipfel auf der Elmau nahezu unendliche Möglichkeiten gab, sich in Szene zu setzen, blieb nur in Erinnerung, wie der verquollene Nürnberger schlecht angezogen, sein eigenes Gemächt nicht unter Kontrolle hatte und deshalb in den USA ausgelacht wurde.

Söders bayerische Klamotten waren vor den Regierungschefs der Welt so peinlich, daß Söders Tochter ihn verteidigen musste. Ich weiß nicht, ob es die eheliche Tochter war, oder eins von den Bälgern, welches der rollige Maggus beim Ehebrechen zeugte.

Noch jämmerlicher waren die bayerischen Fressalien, die der offensichtlich heillos überforderte Söder den Staatspräsidenten in Rucksäcken überreichte – inklusive Schafkopfkarten.

[…] Kaum hatten die G7-Teilnehmer einen Fuß auf den Boden des Münchner Flughafen gesetzt, wurden sie bereits mit einem bayerischen Potpourri aus Lederhosen, Trachtenjankern und Dirndln begrüßt. Gebirgsschützen und Trachtler salutierten dem US-Präsidenten Joe Biden, der die Begrüßung vor den laufenden Kameras der Weltpresse mit einem strahlenden Lächeln aufnahm.  Nun will Markus Söder offenbar sicherstellen, dass die mächtigsten Männer der Welt das Bundesland Bayern auch dann nicht vergessen, wenn sie wieder abreisen. „Solche Bayern-Rücksäcke gehen auf Weltreise: Alle Teilnehmer des G7-Gipfels bekommen einen Rucksack voller bayerischer Spezialitäten von uns“, schrieb der bayerische Ministerpräsident am Montag auf Twitter und verriet auch etwas zum Inhalt. „Für Lebensmittel sind wir weltberühmt. Drin sind Wurst, Käse, Süßigkeiten und Schafkopf-Karten. […]

(Merkur, 28.06.2022)

Nach dieser Tour de Blamage besann sich der lange MP wieder auf seine Kernkompetenzen: Geheuchelte Frömmigkeit. Rechter Populismus. Lügen.

Der Mann, der ganz Bayern mit Kruzifixen zwangschristianisierte, beklagt sich nun über angeblichen Genderzwang.

Die einzige Gemeinsamkeit der #Ampel ist ihr Wunsch nach Umerziehung. Die gesellschaftliche Zeitenwende richtet sich gegen die Mehrheit der Normalbürger. Es geht immer um Zwang statt um Freiheit. Es ist falsch, Gendern zu verordnen und staatliche Vorgaben zur Ernährung zu machen.

(Markus Söder,17.07.2022)

Markus Söder lügt. Die Ampel verordnet weder Gendern noch eine bestimmte Ernährungsweise. Das einzige, was stimmt: Ja, die Ampel legalisiert Cannabis. Das ist aber das Gegenteil von Zwang. @Markus_Soeder, haben Sie das wirklich nötig? Ist das Ihr Niveau?

(Martin Hagen, 17.07.2022)

#Söder lügt!

Es gibt kein #Zwang zum #Gendern!

Es gibt keine #Ernährungsvorgaben!

Es gibt keine Pflicht zu #kiffen!

Wenn man keine Argumente hat, dann bekämpft man #Windmühlen und nennt es #Umerziehung!

(Eduardt Storberg, 17.07.2022)

Nach so viel Gegenwind, wanzt sich der Linksträger im Janker lieber wieder an die Kirchen heran, kuschelt mit den Kinderfi**ern und zeigt seine ganze Verzweiflung, indem er den Profigläubigen passivaggressiv droht. Ohne ihn, den frommen Markus, könnten sie ihre Privilegien – also ihre üppig sprudelnden Geldquellen – verlieren.

[….] Demonstrativ zeigt sich der Ministerpräsident beim Jahresempfang des Erzbistums München und Freising. [….] Markus Söder wäre nicht Markus Söder, wenn es ihm an diesem Abend nicht auch um Wirkung ginge. "Das Kommen ist ein Statement, es ist ein Bekenntnis, es ist Wertschätzung, und es ist ein Dankeschön", sagt er gleich zu Beginn seines viertelstündigen Grußwortes beim Jahresempfang des Erzbistums München und Freising, und gegen Ende flicht er noch in seine Rede ein: "An Fronleichnam bin ich auch bewusst mitgegangen, um ein Zeichen zu setzen." Seht her, hier bin ich, soll das wohl heißen, der Landesvater steht an der Seite der Kirche. [….] "Ich bekenne mich ausdrücklich zur Institution Kirche", so Söder, "aber jedem muss klar sein, wenn die Mitgliederzahlen so weitergehen, werden diejenigen, die eine grundlegend andere Auffassung haben, besondere Stellungen und Privilegien infrage stellen und thematisieren, ob all dies noch zeitgemäß ist, ob man das nicht ändern muss." [….]

(SZ, 13.07.2022)

Durch seinen heißen Draht zum lieben Gott, weiß Söder auch, wieso es bei der FDP in den Umfragen steil bergab geht: Lindners Kirchenaustritt mit 18 Jahren!

 [….] Christian Lindner und Franca Lehfeldt feierten auf Sylt eine pompöse Hochzeit inklusive kirchlicher Trauung – dabei sind Berichten zufolge weder der Finanzminister noch die Journalistin Mitglieder einer Kirche. Bayerns Ministerpräsident Markus Söder stichelt deshalb gegen Linder: Söder findet, die Hochzeit sei ein guter Anlass, sich zum Glauben zu bekennen.  »Offenkundig hat die Trauung in der Kirche beiden sehr gefallen«, sagte Söder der »Bild am Sonntag«. »Vielleicht ist das ein guter Moment, wieder in die Kirche einzutreten«, fügte der CSU-Chef hinzu. »Das wäre ein großartiges Signal für den Glauben in diesen Zeiten.  [….]

(SPON, 17.07.2022)

Markus Söder hat ganz offensichtlich die Kontrolle verloren und erträgt nicht, wie ihm die Macht peu à peu immer  mehr entgleitet. Zu Lindners großer Sylt-Sause mit Ministern, Kanzler, Laschet und Merz wurde der Bayern-Chef gar nicht erst eingeladen. Welch eine Schmach.

Daher ist er in Sphären weit jenseits der Realität abgedriftet und verkündet, nicht für die Kanzlerkandidatur 2025 zur Verfügung zu stehen – als ob irgendjemand sich so etwas Absurdes wünschen würde.

[….] Kann man auf etwas verzichten, das einem gar keiner angetragen hat? Der CSU-Vorsitzende kann, natürlich. Und ebenso natürlich: Der "Verzicht" ist eine Unverschämtheit gegenüber zwei CDU-Ministerpräsidenten.  [….] Aktuelle Meldungen, wonach sich Söder bezüglich der K-Frage soeben "aus dem Rennen" genommen habe, klingen jedenfalls ein bisschen so, als würde sich Armin Laschet freiwillig aus dem Rennen um den CDU-Ehrenvorsitz nehmen. Mit seinen Aussagen im ARD-Sommerinterview hat sich Markus Söder einer Debatte entzogen, die es noch gar nicht gab - zumindest bis zum Zeitpunkt dieser Aussagen. Nicht nur angesichts der Weltlage, der täglichen Frontberichte, der deutschen Heizungsangst und des auf unschöne Weise wieder interessanter werdenden Inzidenzwertes wären CDU und CSU regelrecht verrückt, wenn sie jetzt anfingen, über ihre Binnenmachtfrage im Bundestagswahljahr 2025 zu diskutieren. Aber genau das hat Söder getan. Seine Verzichtserklärung ist eine nicht einmal unzulänglich getarnte Spitze gegen CDU-Chef Friedrich Merz. Sie ist aber auch eine Unverschämtheit gegenüber den frisch wiedergewählten CDU-Ministerpräsidenten Hendrik Wüst und Daniel Günther, die nun von Söder hochoffiziell gegen Merz in Stellung gebracht wurden. [….] Zumindest in der Kunst des vergifteten Lobs gehört er weiterhin bundesweit zur Spitze. [….]

(Boris Herrmann, 11.07.2022)