Donnerstag, 15. März 2012

Auf dem Land leben.



Einige mögen Berge, einige mögen lieber Meer.
Ich finde, das eine schließt das andere nicht aus - würde aber für mich selbst immer einen Wohnort in Küstennähe bevorzugen, weil der Blick auf das Meer grundsätzlich das Gefühl der Beengung nimmt.

Mag es auch noch so ein kleines Nest sein; man ist immerhin irgendwie mit dem Rest der Welt verbunden.
 Blöd sind allerdings die elende Fischfresserei und die unweigerlich auftauchenden Urlauber, die sich bei Temperaturen über 15°C sofort entblättern und ihre welken Körper ins Wasser halten. 

In den Bergen hat es dafür den unerträglichen Skitourismus samt Anziehungskraft auf Schickimicki-Touristen, Après-Ski-Klischees, gerne mal latent verblödete Inzest-tolerierende Ureinwohner und weit verbreitet konservativ-religiöse Grundeinstellungen.

Ideal ist das alles nicht.

Die kleine, 27.000 Einwohner zählende Stadt Nordenham stelle ich mir aber durchaus liebenswert vor. Sie gehört in die Region Oldenburg, liegt also an der Wesermarsch und somit am „richtigen“ Meer, der Nordsee. 
Nichts gegen die deutsche Alternative, die Ostsee, aber irgendwie schockt das da nicht so richtig. 
Es gibt keine Gezeiten und riecht auch noch nicht mal richtig nach Meer, weil der Salzgehalt so gering ist.

Nordenham aber klebt genau gegenüber von Bremerhaven im Marschland. Also ganz günstig gelegen. Küste, schön ruhig, aber Bremen ist immer in Reichweite, wenn man mal was aus der Zivilisation braucht.

Da es in Nordenham noch sehr viele Industriearbeitsplätze gibt, ist die politische Landschaft eher links gefärbt - mit ein paar Ausrutschern nach ganz rechts. 
Der zur Zeit glücklicherweise tote NPD-Großszampano Jürgen Rieger stammt aus dem Nordenhamer Stadtteil Blexen.

Bei den Bürgermeisterwahlen von 2008 gewann mit fast 60% der Sozi Hans Francksen und auch im Stadtrat dominiert die SPD deutlich mit 17 Sitzen vor der CDU mit 9 Sitzen und den Grünen mit 4 Sitzen.
 Ähnlich wie in der roten Hochburg Hamburg, gab es aber auch mal einen CDU-Ausrutscher.
 Mit den zu erwartenden Resultaten:

Der 2003 gewählte Vorgänger Dr. Georg Raffetseder (CDU) wurde am 19. Juli 2007 vom Landgericht Oldenburg wegen versuchter Erpressung und Bestechlichkeit zu einer Freiheitsstrafe von 15 Monaten auf zwei Jahre Bewährung verurteilt. Im Zuge dieser Vorgänge wurde er im April 2007 suspendiert und am 14. Oktober 2007 bei einem Bürgerentscheid mit 93,6 % der Stimmen (bei 46 % Wahlbeteiligung) abgewählt, noch bevor sein Revisionsantrag beim Bundesgerichtshof (Az.: 3 StR 480/07) schließlich abgelehnt wurde.
Ebenfalls typisch für die Küste:
 Mäßiger Kirchgang. Wenig Katholiken, diverse Evangelisch-lutherische Kirchengemeinden.
Auch dort geht alles seinen ganz üblichen gemächlichen Gang:

Wie geht das? In unserer Kirche normalerweise so: wir werden als Kinder getauft, bekommen Patinnen und Paten an die Seite gestellt, die uns mit dem christlichen Glauben bekannt machen, dann folgt mit Beginn der siebten Klasse der Konfirmandenunterricht und mit 14 die Konfirmation.
Es geht aber auch anders. Manchmal kommen Erwachsene zu uns und möchten getauft werden. Nun haben einige Erwachsene angefragt, die getauft sind aber sich nachträglich konfirmieren lassen möchten.
Woher bekommen sie Orientierung, ohne Paten und Konfirmandenunterricht? Wir bieten für diese Gruppe von Erwachsenen, die sich taufen oder konfirmieren lassen möchten ab Mai Glaubenskurse für Erwachsene an. Alle Pastorinnen und Pastoren aus Nordenham und Blexen werden je eine Einheit übernehmen.

Wer sich erst als Erwachsener zu Taufe und Konfirmation durchringt, muß aber auf einen besonderen kirchenmusikalischen Service verzichten, der nur Kinder vorbehalten ist; nämlich das Durchgefickt-werden.

In der Nordenhamer Kirchengemeinde Blexen war es ein 45-jähriger Kirchenmusiker, der in den letzten drei Jahren mindestens 20 Mal kleine Jungs vergewaltigt hat.

Ein Mann, der sooooo nett war; "ein lieber Kerl einfach"!

Die Staatsanwaltschaft Oldenburg hat ein Ermittlungsverfahren gegen den Mann eingeleitet. In mindestens 20 Fällen soll sich der Mann an drei Jungen vergangenen haben. Nach Angaben der Staatsanwaltschaft hat er die Taten gestanden, die ihm vorgeworfen werden. "Wir sind alle völlig fassungslos", sagte Gemeindepastor Hartwig Dede. Der 45-Jährige sei sehr engagiert gewesen. "Ein lieber Kerl einfach", so zumindest dachte Dede über den Mann, bis die Eltern Anzeige bei der Polizei erstatteten und die Ermittlungen am Montag begannen. Zuvor habe es keinerlei Anhaltspunkte für einen Verdacht gegeben, sagte Dede.
 […] Erst im vergangenen Oktober war in der oldenburgischen Kirche ein ehemaliger Küster aus Wilhelmshaven wegen sexuellen Missbrauchs zu einer Haftstrafe von vier Jahren verurteilt worden. Oberkirchenrätin Annette-Christine Lenk sicherte den Opfern über die Polizei die Hilfe der Kirchengemeinde und des Oberkirchenrates zu.
Im Gegensatz zu Atheisten und Konfessionslosen können sich Berufsreligioten immer noch nicht vorstellen, daß sowas überhaupt vorkommt und sind total überrascht.

"Bis gestern war er für mich ein Mitarbeiter, wie man ihn sich nur wünschen kann", sagte der sichtlich bewegte Pastor. Die Gemeinde stehe unter Schock. Es habe zuvor keinerlei Anhaltspunkte für einen Verdacht gegeben. "So etwas haben wir uns von ihm nie, nie vorstellen können."
(Welt 14.03.2012)

Mittwoch, 14. März 2012

Is‘ ja nichts, wenn man doof ist.


Rückgrat und Standhaftigkeit zu demonstrieren ist eine Obsession der FDP, da sie zu Recht stets als „Umfallerpartei“ gilt. 
Und damit hängt es auch zusammen, daß die FDP bundesweit bei zwei Prozent rumkrebst - zu laut hatte sie immer von den Steuersenkungen, dem einfacheren, niedrigeren und gerechteren Steuersystem getönt - nur um dann in der Regierung auf ganzer Linie umzufallen.
 Nichts davon kommt mit der Mega-FDP von 14,6%. 
Dafür hatte sich aber die FDP strikt gegen Mindestlöhne, gegen einen Griechenland-Schuldenschnitt  und für den Ausbau der Kernenergie eingesetzt. In allen drei Fällen macht die FDP-Bundesregierung das Gegenteil des Versprochenen.

Im größten Bundesland NRW hat die FDP auch dementsprechend einen ihrer größten Deppen als Fraktionschef eingesetzt
Herr Papke ist seit zwei Jahren dabei die rot-grüne Minderheits-Landesregierung in Bausch und Bogen zu verdammen, sie aber dennoch zu unterstützen, damit es nicht zu Neuwahlen kommt

Im Sommer 2010 noch sagte Gerhard Papke, der Fraktionschef der FDP im Düsseldorfer Landtag, die regierende Minderheitsregierung könne sich 'das Porto sparen' für ihre 'Koalition der Einladungen' - so nannte Ministerpräsidentin Hannelore Kraft das Ringen um wechselnde Mehrheiten.
Ein gutes Jahr später sieht es so aus, als sei Papke bereit, die Briefmarken persönlich anzufeuchten. Es ist ein recht abrupter Kurswechsel, den die FDP in Nordrhein-Westfalen vollzieht, von der angekündigten Totalopposition hin zur freundlichen Unterstützung der rot-grünen Minderheitsregierung. 'Wenn Norbert Römer mich zu einer Tasse Kaffee einlädt, dann nehme ich das gerne an', sagte Papke am Montag. Und so saßen er und der SPD-Fraktionschef Römer in der vergangenen Woche zusammen und plauderten über anstehende Entscheidungen im Landtag. 'Ein sehr gutes Gespräch' sei das gewesen, fand Papke hinterher. Und: Er könne sich gut vorstellen, in Zukunft Rot-Grün hier und da zu einer Mehrheit zu verhelfen.
(Bernd Dörries in der SZ vom 11.10.11)
Auch andere Personen in der FDP beweisen, dass sie für nichts außer ihren eigenen Interessen stehen und dass ihre Aussagen kaum die Halbwertszeit von Polonium (0,3 μs) besitzen.
(Lutz Hausstein 10.10.11)

Die pure Angst macht es möglich, daß Schreihals Papke, der Rot und Grün einst wüst verteufelte, von 'Umweltpädagogik in Wurmkompost-Kisten' (Grünes Programm) und „Finanzpolitik ähnlich einer Bananenrepublik" (SPD-Politik) sprach, nun zum Schmusepolitiker mutiert.

Als Fundamentalopposition wollte Schwarz-Gelb die rot-grüne Minderheitsregierung in NRW quälen. Erst fiel die CDU um, nun die FDP – aus Angst vor Neuwahlen.
[…] Ebenso wie die CDU hatte auch die FDP jegliche Zusammenarbeit mit der Minderheitsregierung abgelehnt: "Diesem spätsozialistischen Feldversuch wird die FDP mit allem Nachdruck als wirksame Opposition entgegentreten. Wir sind nicht die Reserveeinheit für ein brandgefährliches Regierungsexperiment mit kommunistischen Verfassungsgegnern." So hatte es Papke im Juli 2010 angekündigt.
(Britta Beeger, Zeit, 11.10.11)

Aber was schert einen Papke sein dummes Geschwätz von gestern.

Ein Jahr später klingt er so:
"Unser Selbstverständnis ist das einer klaren, aber konstruktiven Opposition."
(PK Papke 10.10.11)
Im März 2012 wollte Pappkopf Papke das Dilemma gleichzeitig für und gegen Rot/Grün zu agitieren ganz besonders geschickt lösen:

Von Existenzängsten getrieben, hatte sich deren Fraktionsvorsitzender Gerhard Papke ein vermeintlich pfiffiges Prozedere ausgedacht: Bei der zweiten Lesung sollte seine Fraktion zwar noch gegen die Einzelpläne des Etats stimmen. Aber nur, um anschließend bis Ende März in Verhandlungen der Regierung ein paar Einsparungen abzutrotzen und letztlich in der entscheidenden dritten Lesung den Gesamthaushalt passieren zu lassen. So hätte die FDP Neuwahlen geschickt verhindern und sich gleichzeitig als Sparkommissar in Szene setzen können.
 […] Leider hatten die Politstrategen einen rechtlichen Haken nicht bedacht: Findet ein Einzelplan in der zweiten Lesung keine Mehrheit, gilt der gesamte Haushalt als abgelehnt. Die dritte Lesung wäre dann Makulatur. Am Dienstag informierte die Landtagsverwaltung die Fraktionen über diesen Fall, den es in Nordrhein-Westfalen zuvor noch nie gegeben hatte. Damit stand vor allem die FDP in der Sackgasse. Sie hatte sich schwer verzockt. Ohne Gesichtsverlust konnte sie nicht mehr den Rückweg antreten.
So kann es gehen, wenn Sandkastenstrategen versuchen echte Politiker zu imitieren.
 Neuwahlen am 06.05. (zusammen mit der Wahl in Schleswig-Holstein) oder 13.05. sind anberaumt und die sinnlose Losertruppe der FDP wird mit aller höchster Wahrscheinlichkeit aus dem Landtag gefegt werden.

Die heutige ARD-Deutschlandtrend-Blitzumfrage bestätigt das Bild, das schon lange für NRW stabil ist:
Die Wähler bevorzugen SPD-Vizechefin Hannelore Kraft gegenüber CDU-Vizechef Röttgen mit überdeutlichen Abstand: 57%:26%

Die Sonntagsfrage sieht ganz eindeutig nach rotgrün aus: 


Statt gar keiner Landtagswahl, wird es also im Jahr 2012 gleich drei vorgezogenen Landtagswahlen geben - in Saarbrücken und Düsseldorf ganz direkt durch die Doofheit der FDP verursacht und im Kiel immerhin indirekt durch die FDP, da sich die dortige schwarzgelbe Landesregierung auf kein verfassungsgemäßes Wahlrecht einigen konnte.

Nun könnte 2012 doch noch zum Superwahljahr werden: Drei Wahlen stehen an. Im Saarland, in Schleswig-Holstein und nun auch noch in NRW. Für die Berliner Koalition heißt das nichts Gutes: Nach dem derzeitigen Stand in den Umfragen droht FDP und CDU eine beispiellose Niederlagenserie in den Ländern. Natürlich kann es immer auch anders kommen. Aber es sieht ganz so aus, dass Sigmar Gabriel und Jürgen Trittin wohl bald vor Kraft kaum mehr laufen können.

Ich muß zugeben, daß mich das Ausmaß der politischen Totalverblödung der FDP-Knallköppe durchaus immer wieder verblüfft.

Der Bundesparteichef scheint offensichtlich seinen Verstand völlig verloren zu haben, wie seine erratischen Kanzlerinnen-Frosch-Vergleiche und das infantile Gauck-Geprahle zuletzt zeigten.

Sollte die FDP in den nächsten acht Wochen aus drei weiteren Landtagen fliegen - und danach sieht es absolut aus - wird im Thomas Dehler-Haus eine Nacht der langen Messer anbrechen, die angesichts des Geschicks der handelnden Personen in kollektiven Politselbstmord enden wird.

Wenn wir Glück haben, könnten wir doch noch deutlich vor dem Herbst 2013 von der unsäglichen schwarzgelben Merkel-Regierung befreit werden.

Dienstag, 13. März 2012

Es werde Licht!



Wir, also „wir“, die Atheisten, die sich tagtäglich mit kirchenpolitischen Fragen auseinandersetzen, die Carsten Frerks „Finanzen und Vermögen der Kirchen in Deutschland“ (Alibri 2002) und das „Violettbuch Kirchenfinanzen“ (Alibri 2010) gelesen haben; wir kirchenkritischen Menschen, die Michael Schmidt-Salomons Veröffentlichungen verfolgen, die IBKA-Mitglieder sind, die den gbs-newsletter abonniert haben, die für den hpd spenden; wir, die selber denken können und Fragen stellen; WIR wissen einigermaßen gut Bescheid über die grundlegenden Absurditäten der finanziellen Verflechtungen und Staat und Kirche.

Wir haben aber alle die Berichte von Panorama und Monitor im Gedächtnis, in denen kirchliche Justiziare und kirchenpolitische Sprecher der Parlamentsfraktionen nach den Zahlungen an die Kirche gefragt werden und alle mußten passen.
Schon die Frage gilt als irgendwie ungehörig. Als ob man etwas Amoralisches und Asoziales erfragen würde. Hat sich doch in den Köpfen des Otto Normalverbrauchers fest eingestanzt, daß Kirchen grundsätzlich völlig selbstlos sind und von ihren Kirchensteuern lauter soziale Wohltaten finanzieren.
Selbst die meisten Ungläubigen loben die Kirchen für ihr soziales Engagement.

Daß viele kirchliche Krankenhäuser und Kindergärten bis zu 100% staatlich finanziert sind, ist absolutes Elitenwissen, das trotz Mantra-artiger Wiederholung nicht ins Bewußtsein der breiten Bevölkerung vordringt.

Ja, doch, seit 2010 ist die Aufmerksamkeit für Kinderfickereien der katholischen Geistlichen größer geworden, aber abgesehen davon werden wir doch immer wieder mit einem erstaunten „was hast du bloß gegen die Kirche? Die tun doch so viel Gutes!“ konfrontiert.

Auf solche Fragen könnte ich stundenlang antworten, starte aber gewohnheitsmäßig damit, daß ich es mir als Atheisten nicht gefällt die Bischofsgehälter von bis zu 13.000 Euro im Monat bezahlen zu müssen.
Ich bin immer wieder erstaunt darüber wie unbekannt diese schlichte Tatsache ist - ganz selbstverständlich nehmen alle, die sich nicht extrem für das Thema interessieren an, daß die Gehälter aus der „Kirchensteuer“ (die nichts anderes als ein Mitgliedsbeitrag ist, für den der Staat als Inkassounternehmen auftritt) aufgebracht werden.

Man weiß schon allgemein, daß der Vatikan die Lehrbefugnis für katholische Theologieprofessoren entziehen kann, daß die Ortsbischöfe die Missio Canonica aberkennen können und damit einem Religionslehrer kaltstellen können.
 Daß aber in beiden Fällen, also der katholischen Hochschulausbildung und dem schulischen Religionsunterricht die Gehälter vom Staat bezahlt werden, ist schon weniger bekannt.

Nur wenn zufällig mal ein einzelner Fall in die Öffentlichkeit gerät, wie zum Beispiel die Abberufung des offensichtlich in seiner Schule sehr beliebten Religionslehrers David Berger durch den höchst unbeliebten und antidemokratisch installierten Kölner Erzbischof Meisner, ist die Empörung groß. 

Wieso hat der Kardinal die alleinige Entscheidungsbefugnis über solche Dinge - obwohl es um einen staatlich bezahlten Lehrer an einer staatlichen Schule geht und sowohl Schülerschaft, als auch Elternvertreter und Lehrerkollegium Berger unbedingt behalten wollen?

Willkommen in der Realität!

 So sind die Regeln. Wenn sich niemand dafür interessiert und sich die Leute mit einem achselzuckenden „die Kirchen tun so viel Gutes“ zufrieden geben, wird sich auch nichts ändern.

Ich bin fest davon überzeugt, daß die öffentliche Meinung über die Kirchen dramatisch verfallen würde, wenn die Bürger wenigstens wüßten auf wie viele staatliche Angelegenheiten die Kirchen Einfluß nehmen (indem sie beispielsweise in Bundestags-Ethikkommissionen und Rundfunkräten hocken) und auf welch mannigfache Art und Weise Kirchen Geld vom Staat abziehen.

Die Macht das zu verändern, so wie es schon die Weimarer Reichsverfassung und nun auch das Grundgesetz gebietet, hätten die Parlamentarier, die aber fast alle vor der Macht der Kirche zittern und inaktiv bleiben.
Sie werden erst durch massiven Druck der Wähler aktiv werden.

In diesem Sinne finde ich es äußert begrüßenswert, wenn nach dem totalen Abdriftender FDP und der SPD in die Religiotie (CDU, CSU und Grüne sind ohnehin stramm auf Kirchenkurs) wenigstens einige Linke-Landesverbände in die Puschen kommen.

Der Held des Tages ist Ralf Michalowsky, kirchenpolitischer Sprecher der Fraktion DIE LINKE in NRW, dessen Kleine Anfragen nie richtig beantwortet wurden und der deswegen zu stärkerem Geschütz greift.

Mit einer Großen Anfrage will die Fraktion DIE LINKE im Landtag Licht in die undurchsichtigen Finanzverflechtungen von christlichen Kirchen und Land NRW bringen. „Die in diesem Komplex herrschende Intransparenz war für mich die Hauptmotivation, mich mit diesem Thema näher zu beschäftigen“, erklärt der kirchenpolitische Sprecher der Fraktion, Ralf Michalowsky. Die großen Kirchen erklärten zwar gern unisono, dass sie viel Geld in den Sozialbereich steckten, verschwiegen aber gern, dass dieses Geld zum größten Teil aus dem Steueraufkommen komme, kritisiert Michalowsky. „Wie viel das Land den Kirchen auf den unterschiedlichen Wegen zukommen lässt, kann man aber nirgendwo einsehen.“
[…]
 Auf die bisher vier von Michalowsky gestellten Kleinen Anfragen zur Kirchenfinanzierung hatte die Landesregierung eher ausweichend geantwortet. „Das wird ihr bei unserer Großen Anfrage nicht gelingen“, so Michalowsky. „Diesmal muss die Regierung ganz klar Farbe bekennen.“

Sehr löblich, liebe Linke. 
Zu dem Schritt könnte sich die SPD mit Nahles und Thierse nie durchringen.

Montag, 12. März 2012

Der gottlose Osten



Zu den großen Rätseln der aktuellen schwarzgelben Politik gehört die Herdprämie.
 Eine absolut kontraproduktive, grundfalsche und teure Maßnahme, welche sämtliche Experten in die Verzweiflung treibt.

Die Idee Eltern aus prekären Verhältnissen eine „Bildungsfernhalteprämie“ zu zahlen, damit sie bloß nicht ihre Kinder frühzeitig etwas lernen lassen, ist derartig geisteskrank, daß man noch nicht mal in FDP und CDU Befürworter findet. 

Beschreitet man diesen Weg erst einmal, müßte man auch über eine Schulabbrecher-Belohnungszahlung nachdenken. 
Oder einen Steuernachlass für Eltern, deren Kinder vom Gymnasium auf die Hauptschule wechseln. 
Außerdem sollten Universitäts-Meidungsgutscheine ausgeteilt werden. 
Und wer sich freiwillig arte, Phönix und 3Sat abklemmen läßt und dafür nur noch RTL-II guckt, würde einen größeren Steuerfreibetrag erhalten. 
Natürlich müßten Bücher mit einer Strafsteuer versehen werden.
Mehr gaga geht nicht.

Und das alles wegen der Bayern? 

Das Betreuungsgeld kommt, die CSU hat sich durchgesetzt. Familienministerin Kristina Schröder (CDU) hat vergangene Woche einen Gesetzentwurf noch vor Ostern versprochen, selbst die FDP hat den Widerstand aufgegeben, gegen 'Herz und Verstand', wie Fraktionschef Rainer Brüderle betont. Endlich kann die CSU in Berlin wieder einen Erfolg feiern.
(Corinna Nohn, SZ, 12.03.12)

Aber müßte es nicht auch in der CSU Frauen geben, die ihren Kopf nicht nur als Hutständer benutzen?
Die Antwort ist „jein“. Als Stammel-Edes Idee neu war, hatten sogar CSU’lerinnen den richtigen Instinkt.

'Ich halte nichts vom Betreuungsgeld', sagte 2007 die seinerzeit 29-jährige Bundestagsabgeordnete Dorothee Bär, als der damalige Parteichef Edmund Stoiber das Betreuungsgeld in der großen Koalition durchgesetzt hatte - getreu der Logik: kein Krippenausbau ohne Kompensation für Eltern, die ihr Kind selbst betreuen. Damals war auch Christine Haderthauer, Mutter und Rechtsanwältin, skeptisch. Ilse Glos, Ehefrau des früheren Wirtschaftsministers, sagte: 'eine Schnapsidee der CSU-Männer'.
(Corinna Nohn, SZ, 12.03.12)

Inzwischen sind alle CSU-Frauen umgekippt und feiern sich für den „Erfolg“ die Herdprämie durchgesetzt zu haben.

Warum ist das so?

Insbesondere die westdeutschen, schwarz regierten Bundesländer lassen die Eltern im Stich. 
Statt der von Ex-Familienministerin für 2013 vorgegebenen Kitaplatz-Quote von 35%, schaffen die Bundesländer derzeit noch nicht mal 20%.
 Dabei liegen die meisten Ost-Länder sogar über 50%.
Die C-Parteien haben es nicht so mit Familienpolitik.

"Bund, Länder und Kommunen müssen aufhören, sich wechselseitig den Schwarzen Peter zuzuschieben", sagte GEW-Vorstand Norbert Hocke. Statt "Milliarden für das unsinnige Betreuungsgeld zu verschleudern" solle der Bund dieses Geld für den Krippenausbau zusätzlich bereitstellen, verlangte Hocke. Ein Sprecher des Bundesfamilienministeriums appellierte an die Länder, stärker auf die vom Bund bereitgestellten Gelder zurückzugreifen. Es sei offenkundig, dass das "Tempo des Ausbaus eher abgenommen als zugenommen habe".

Während in Ostdeutschland fast jeder Familie mit Betreuungsbedarf (51 Prozent) auch ein Platz angeboten werden kann (die Betreuungsquote beträgt 48 Prozent), ist in Westdeutschland der Bedarf an Plätzen mehr als doppelt so hoch (37 Prozent der Familien), als die Betreuungsquote derzeit hergibt (17 Prozent). In Ostdeutschland werden also fast dreimal so viele Kleinkinder betreut wie in Westdeutschland.

Ein ganz ähnliches Bild ergibt sich bei den Plätzen in Ganztagesschulen:
Sachsen 72%, Hamburg 42%, Thüringen 53%, …., Saarland 16%, letzter Platz Bayern 8%.

Da kommt ein uraltes Familienbild der Katholiken durch.
 Frauen sollen nicht berufstätig sein und der Staat hat sich aus der Kindererziehung rauszuhalten. 

Ungeachtet des Geschreis, wenn wieder mal eine kleine tote Chantal oder Jaqueline vertrocknet auf dem Balkon gefunden wird, wollen CDU’ler und CSU’ler staatlichen Stellen nur äußerst widerwillig größere Kontrollbefugnisse geben.

Arm in Arm mit den katholischen Bischöfen wird gegen Horte und Kinderkrippen agitiert. 
Das euphemistische Wort „Kita“ erinnert einen echten Katholen immer noch an „DDR“ und da war bekanntlich alles schlecht. Frauen hatten Jobs und Kinder wurden staatlich und ohne kirchliche Einflüsse erzogen.

Die Herdprämien-CSU’ler haben sogar in gewisser Weise recht. 

Tatsächlich sind bis heute die weniger kirchlichen Einflüsse auf die Kindererziehung deutlich zu bemerken.

Während sich ein braver Bayer wie Papst-Bruder Georg Ratzinger noch im Unterricht mit Kindern so abmühte diese regelmäßig so zu verprügeln, daß ihm im Eifer des Popo-Versohlens schon mal das Gebiss rausflog, haben die luschigen DDR-Eltern ihre Kinder körperlich erheblich weniger gezüchtigt.

Der Präfekt der Schule brachte in seinen Privatzimmern den Schülern Analverkehr bei und Chorleiter „Schorsch“ rockerte unten bei den Sängern mit seinen Aggressionen rum.

Er „wurde von ehemaligen Domspatzen als "extrem cholerisch und jähzornig" erlebt. So habe Ratzinger noch Ende der achtziger Jahre bei Chorproben erzürnt Stühle in die Männerstimmen hineingeworfen. Einmal habe sich der Domkapellherr so erregt, dass ihm sogar das Gebiss herausgefallen sei.“

 Sie kannten eben die Bibel nicht so gut.

Psalm 118, 18: Der HERR züchtigt mich wohl; aber er gibt mich dem Tode nicht preis.
Sprüche 13, 24: Wer seine Rute schont, der hasst seinen Sohn; wer ihn aber liebhat, der züchtigt ihn bald.

Sprüche 22, 15: Torheit steckt dem Knaben im Herzen; aber die Rute der Zucht wird sie fern von ihm treiben.

Sprüche 23, 13+14: Lass nicht ab den Knaben zu züchtigen; denn wenn du ihn mit der Rute haust, so wird man ihn nicht töten. Du haust ihn mit der Rute; aber du errettest seine Seele vom Tode.

Titus 2, 11+12: Denn es ist erschienen die heilsame Gnade Gottes allen Menschen und züchtigt uns, dass wir sollen verleugnen das ungöttliche Wesen und die weltlichen Lüste, und züchtig, gerecht und gottselig leben in dieser Welt.

Hebräer 12, 6-9: Denn welchen der HERR liebhat, den züchtigt er; und stäupt einen jeglichen Sohn, den er aufnimmt. So ihr die Züchtigung erduldet, so erbietet sich euch Gott als Kindern; denn wo ist ein Sohn, den der Vater nicht züchtigt? Seid ihr aber ohne Züchtigung, welcher sind alle teilhaftig geworden, so seid ihr Bastarde und nicht Kinder. Und so wir haben unsre leiblichen Väter zu Züchtigern gehabt und sie gescheut, sollten wir denn nicht viel mehr untertan sein dem Vater der Geister, dass wir leben?

Christliche Erziehung hat stets gewalttätig zu sein. 
So erklärt es beispielsweise Wilfried Plock, christlicher Prediger auf seinen Vortragsreisen durch christliche Gemeinden in ganz Deutschland.

"Es gibt einen extra von Gott gepolsterten Platz mit vier Buchstaben: P-O-P-O. Da kann man Kinder unter Umständen hinschlagen, auch mit einer Rute." Das erklärt Wilfried Plock in einem Vortrag. Er berichtet, wie er einmal seine Kinder bestraft habe, nachdem sie Süßigkeiten aus einer fremden Wohnung gestohlen hätten: "Es war klar. Der Sohn bekommt zehn Schläge mit dem Stock auf den Po und die Tochter fünf. Und das haben wir gemacht und das hat beiden wehgetan. Das soll wehtun!"

Viele deutsche Eltern richten sich nach diesen Ratschlägen, wie eine aktuelle Forsa-Umfrage ergab.
 Der unchristliche Osten mit seiner laschen Vergangenheit hinkt allerdings deutlich hinterher.

In einer repräsentativen Studie gaben 40 Prozent der befragten Eltern in Deutschland zu, ihren Kindern einen "Klaps auf den Po" zu verpassen. Daneben greifen sie auch zu subtilen, nicht weniger schädlichen Maßnahmen. […] Interessant sind die Unterschiede zwischen alten und neuen Bundesländern: Während im Westen 42 Prozent der Eltern einen "Klaps auf den Po" verteilten, waren es im Osten nur 32 Prozent. Ostdeutsche Eltern wurden der Studie zufolge in ihrer eigenen Kindheit seltener geschlagen als westdeutsche.
Die gottlosen Ossis!

Sonntag, 11. März 2012

Der Christ des Tages Teil LVIII



Beginnen wir mit einem kleinen Rätsel.
Wer hat die folgenden Programmpunkte formuliert?
Brights, MSS, IBKA?

Kirchen und weltanschauliche Gemeinschaften entscheiden über ihre Angelegenheiten unabhängig von staatlichen Einflüssen. Das erfordert, dass der Staat seine verbliebenen Einflussmöglichkeiten (insbesondere die Mitwirkung an der regionalen Gliederung der Kirchen, die Forderung des bischöflichen Treueeides auf die Verfassung, den Einfluss auf die Besetzung kirchlicher Ämter) aufgibt.
Der Status einer Körperschaft des öffentlichen Rechts ist für religiös und weltanschaulich gebundene Gruppen wie die Kirchen nicht geeignet, da diese ihre Aufgaben nicht aus staatlichem Auftrag herleiten.
[…]
Kirchen und weltanschauliche Gemeinschaften regeln die Mitgliedschaft im Rahmen der Religionsfreiheit nach eigenem Recht. Der Austritt erfolgt durch Willenserklärung gegenüber den Kirchen und weltanschaulichen Gemeinschaften.
[…]  
Niemand ist verpflichtet, seine religiöse Überzeugung zu offenbaren. Diesem Verfassungsgrundsatz ist überall, insbesondere im Personenstandsrecht und im öffentlichen Dienst, Geltung zu verschaffen.
Die bisherige Kirchensteuer ist durch ein kircheneigenes Beitragssystem zu ersetzen.
[…]
Der Verfassungsgrundsatz der weltanschaulich-religiösen Neutralität des Staates ist auf Länderverfassungen und Gesetze, Regeln und Gebräuche im öffentlichen Bereich anzuwenden. Die Glaubensüberzeugungen einzelner Gruppen dürfen nicht für alle verbindlich gemacht werden. Auf sakrale Formen und Symbole ist im Bereich staatlicher Institutionen wie Gerichten und öffentlichen Schulen zu verzichten. Die Eidesformel ist neutral zu fassen; dem Eidesleistenden muss es freistehen, den Eid durch einen Zusatz im Sinne seiner Weltanschauung zu ergänzen.
[…]
Die bestehenden Staatsverträge mit den Kirchen (Kirchenverträge und Konkordate) sind wegen ihres Sonderrechtscharakters kein geeignetes Mittel, die Beziehungen zwischen Kirche und Staat zu regeln.
[…]
Die auf Gesetz, Vertrag oder besonderen Rechtstiteln beruhenden Staatsleistungen an die Kirchen sind abzulösen. (Wie es Artikel 140 GG und Artikel 138 Abs. 1 WRV vorsehen.)
Soweit Kirchen und Religionsgemeinschaften gegenüber anderen gemeinnützigen Institutionen steuer- und gebührenrechtliche Sondervorteile besitzen, sind diese aufzuheben.
[…]
Bildung, Krankenpflege und soziale Versorgung sind öffentliche Aufgaben.

Na, wer errät es?

Man glaubt es heute kaum, aber diese Forderungen stammen von der FDP - allerdings sind sie fast 40 Jahre alt!


Bis 2004 schleppte man diese geradezu säkularen Thesen mit - aber mit Guido Westerwelles Machtübernahme, der stramm antisozialen, markthörigen und industrielobbyistischen Stoßrichtung, wurden auch die freiheitlichen Ansichten zur Religion über Bord geworfen. 
Es vollzog sich ein dramatischer Schwenk in die rechte und religiöse Ecke, wie wir es aktuell auch wieder bei den US-Republikanern erleben.

Auf der FDP-Homepage findet man heute ein Grundsatzinterview mit Guido Westerwelle, in dem er für die Freiburger Thesen nur noch Verachtung erkennen lässt. 
Von einem Ende der exorbitanten Staatsleistungen an die Kirchen oder gar dem Ende des staatlichen Inkasso-Services für die Kirchen, der ihnen jährlich neun Milliarden Euro beschert, ist keine Rede mehr.

 Frage: In den Siebzigern hat die FDP das Papier verabschiedet: Freie Kirche im freien Staat. Das hatte eine sehr laizistische Stoßrichtung. Das hat sich mittlerweile komplett geändert. Warum?

WESTERWELLE: Es mag so sein, dass sich mancher gesellschaftliche Konflikt überlebt hat. Ich persönlich glaube jedenfalls nicht, dass der Unterschied zwischen religiös gebundenen Menschen und anderen, die eher glaubensfern sind, heute die zentrale Rolle spielt.

Frage: Halten Sie in diesem Zusammenhang die Kirchensteuer für ein Zukunftsmodell?

WESTERWELLE: Wir wollen ein neues, faires Steuersystem bei der Lohn- und Einkommensteuer und wir halten es für eine unglaubliche Entgleisung, dass bei der Erbschaftsteuer Geschwister wie Fremde behandelt werden. Da wollen wir ran, das hat Vorrang.

Auch im letzten offiziellen FDP-Parteivorstandsbeschluss vom 10.12.2007 ist jede Kirchenkritik und jedes Bestreben zur Entkoppelung von Kirche und Staat (wie es unser Grundgesetz vorsieht!) verschwunden.

Der neue FDP-Chef Philip Rösler ist selbst tief gläubig und hat als überzeugter Katholik sogar einen Sitz im Zentralrat der Katholiken in Deutschland.
 Er ist gewissermaßen die inkarnierte Antithese zur liberalen FDP von 1974.

So wie der FDP auch andere bürgerliche Freiheiten (es fing an mit dem Lauschangriff) egal sind, will sie an der zementierten Privilegierung der Kirchen, ihren Diskriminierungs-Sonderrechten und der Flutung mit Steuergeldern festhalten.

Die FDP empfindet heute den rechtslastigen Pfarrer Joachim Gauck als „typischen Vertreter der Liberalen“ - trotz oder gerade wegen seiner faktenblinden Allergie gegen soziale und menschenrechtliche Umtriebe einiger Vertreter der westdeutschen protestantischen Kirche.
 
Joachim Gauck, […] hat wieder einmal seine Freude am Schnüffeln und Denunzieren herausgelassen.  […] Mit ihrer »Linkslastigkeit« hätten sie »bei ihren Besuchen in der DDR den Glaubensgeschwistern weismachen« wollen, »sie litten im Kapitalismus unter schlimmeren Zuständen«, und sie hätten »den Begriff Freiheit negativ besetzt«.

LINKSLASTIGKEIT?

In jenen [50er und 60er] Jahren fing der Mehrheitsprotestantismus nach den Worten des damaligen Ratspräsidenten der Evangelischen Kirche in Deutschland, Otto Dibelius, »dort wieder an, wo er 1933 aufhören mußte«, und verbreitete nun weiterhin seinen Antikommunismus, seine menschenfeindliche Sexualmoral, seine Frauenverachtung (1954 forderte die Kirche, an einer »gewissen Entscheidungsbefugnis« des Vaters gegenüber der Mutter müsse »festgehalten werden«) und schließlich seinen herkömmlichen Militarismus, der kurz zuvor noch »in großer Übereinstimmung mit der nationalsozialistischen Partei- und Staatsführung« den deutschen Eroberungs- und Vernichtungskrieg, besonders nach dem Überfall auf die Sowjetunion 1941, »mitgetragen und durchgestanden« hatte (so Günter Brakelmann in »Kirche und Krieg«, 1979).

Für all diese Aktivitäten eignete sich vorzüglich das schon 1949 geschaffene System der »Kirchenpartnerschaften«, wonach jede Landeskirche in Ostdeutschland eine westdeutsche Landeskirche als »Partnerkirche« erhielt, zum Beispiel die Landeskirche Sachsens die hannoversche und die Landeskirche Mecklenburgs, in der Gauck ab 1967 seinen Dienst tat, die bayerische. […] Insgesamt erbrachte der »Bruderdienst« 243 Millionen Mark.

Der antikommunistische Kirchenkampf erreichte 1959 in der »Obrigkeitsschrift« des langjährigen Ratsvorsitzenden Dibelius seine höchste Vollendung. Darin kam der Verfasser zu der Einsicht, er brauche die Verkehrsregeln in der »Sowjetzone« nicht zu beachten, weil die »Obrigkeit« dort, anders als das Nazi-Regime und alle früheren »Obrigkeiten«, nicht »gottgewollt« nach Kapitel 13 des Paulus-Briefs an die Römer sei. […]
 Mit [Gaucks] Kritik in Frankfurt zeigt er der evangelischen Kirche die Richtung an, in die sie wohl gehen soll: Zurück in die 50er Jahre! Zurück zur Restauration! Zurück zur Rechtslastigkeit der Kirche! Enttarnt endlich auch alle »linkslastigen westdeutschen Theologen« und stellt sie vor das Jüngste Gericht!

Damit komme ich zum Christen des Tages Nr. 58.

Es handelt sich um einen Pfarrer, der nebenher auch FDP-Bundestagsabgeordneter ist und zur Gruppe der 42 engagierten Christen der Fraktion gehört. 

Christ des Tages LVIII ist Pascal Kober, geb. 1971, Theologe aus Baden-Württemberg. 
Der Pfarrer vom Neckar ist auch Gründungsmitglied und Theologischer Berater der Christlichen Liberalen – Christen bei den Freien Demokraten Baden-Württemberg.
(Karl-Hermann Flach wird in seinem Grab rotieren.)


Auslöser für diesen Berufswunsch waren die Erfahrungen im Religionsunterricht der Oberstufe, in dem wir gelernt haben, die Dinge nicht einfach hinzunehmen, sondern sie zu hinterfragen und eigene Antworten zu formulieren. Mit Begeisterung habe ich damals im Unterricht die (Auszüge aus der) Schrift von der „Freiheit eines Christenmenschen“ von Martin Luther verschlungen, die wir behandelt haben. Vielleicht ist ja damals mit der Lektüre von Luthers „Freiheitsschrift“ schon ein Grundstein für mein späteres politisches Engagement bei der FDP gelegt worden.

Die FDP, die rigoros Spekulanten vor Börsenumsatzsteuer schützt und Steuergeschenke an die Reichsten weiterreicht, während Westerwelle wider die „spätrömische Dekadenz“ des Prekariats hetzt, empfindet Kober als besonders „sozial kompetent“:

Die FDP redet nicht nur von sozialer Verantwortung und instrumentalisiert sie auch nicht für ihre eigenen Zwecke. Sie macht sich ideenreich und tatkräftig an die Lösung. Dabei verletzt sie nicht die Würde der Betroffenen und gibt das Ideal einer freien Gesellschaft nicht auf. Leitbild der FDP – Sozialpolitik ist die Befähigung zu Eigenverantwortung, zu Teilhabe an der Gesellschaft und zu einem solidarischen Miteinander. Liberale Sozialpolitik begnügt sich nicht damit, die Schwächen Betroffener zu verwalten und materiell auszugleichen, sondern sie will an den Ursachen ansetzen und an den Stärken der Menschen anknüpfen.

Wie die FDP den Armen helfen will, indem sie den Reichsten Geld zuscheffelt, erklärte der Christ des Tages 58 letzten Donnerstag in der ZEIT.

DIE ZEIT: Herr Kober, wann haben Sie zum letzten Mal gebetet?
Pascal Kober: Heute Nacht. Ich bete jeden Tag.
[…] Natürlich freue ich mich darüber, dass Jochim Gauck Präsident wird.
ZEIT: Warum wollte die FDP einen Pfarrer für dieses Amt?
Kober: Pfarrer wird nur jemand, der die Menschen liebt. [sic!!! - ob das die von Priestern vergewaltigten Jungs auch so sehen? - T. ] Das gilt auch für Joachim Gauck.
[…]
ZEIT: Herr Kober, […] Gibt es zu viele Reiche in Deutschland?
Kober: Nein. Das Entscheidende für mich als Christ ist der Umgang mit dem Reichtum, nicht der Reichtum an sich.
ZEIT: »Ihr sollt euch nicht Schätze sammeln auf Erden, da sie die Motten und der Rost fressen«, steht im Matthäus-Evangelium. Tun aber nicht viele Reiche genau das – sie sammeln Schätze, hocken darauf wie Dagobert Duck und geben nichts ab?
Kober: Wenn jemand tatsächlich zweckfrei Besitz anhäuft – dann entsteht Reichtum, wie er im Neuen Testament kritisiert wird. Man soll ihn in den Dienst einer sinnvollen Sache stellen.
ZEIT: In Deutschland gibt es massenhaft Reiche, die das nicht tun. Wie bekehrt man sie?
Kober: Ich muss ihnen die Augen für die Not der anderen öffnen und dabei wegkommen von einer Zeigefingerpolitik, die suggeriert, dass immer jemand anderes in der Verantwortung steht, meistens der Staat, die Wirtschaft oder die Reichen.
[…]
Schon Martin Luther hat festgestellt, dass es nicht sinnvoll ist, wenn der Reiche sein ganzes Vermögen hergibt und am Ende selbst nichts mehr hat.
ZEIT: Warum?
Kober: Dann habe ich ja einen neuen Armen.
[…]
Kober: Unser Wohlstand ist darauf gegründet, dass Menschen unternehmerische Ideen umsetzen. Wir möchten sie ermutigen, ihre Begabungen und finanziellen Mittel dazu einzusetzen, Arbeitsplätze und gute Produkte zu schaffen.
[…]
ZEIT: Ist Gott ein Liberaler?
Kober: […] Gott hat in jeden Menschen etwas hineingelegt, das ich gerne entdecken würde. Deshalb bin ich Liberaler. Je mehr das Leben reguliert und standardisiert ist, desto weniger gibt es zu entdecken. Institutionen werden individuellen Problemen immer nur oberflächlich gerecht. Am Ende steht eine Entsolidarisierung. Die einen kümmern sich weniger, und die anderen werden zu wenig gefordert, selbst etwas aus ihrem Leben zu machen. Ich glaube übrigens, dass Joachim Gauck ähnlich denkt. Ich habe mit ihm leider nie darüber gesprochen. Aber so verstehe ich seine Warnung, dass der Sozialstaat zu Passivität verleiten kann.
ZEIT: Wollen Sie allen Ernstes behaupten, dass die FDP christliche Nächstenliebe propagiert?
Kober: Jedenfalls finde ich es naheliegend, in einer Partei zu sein, die die persönliche Verantwortung für den Nächsten und sich selbst in den Mittelpunkt stellt.
Quelle: DIE ZEIT, 8.3.2012 Nr. 11

Kobers Weltsicht zu kommentieren erscheint mir unnötig. 

Das zu beurteilen dürfte jedem leicht fallen.

Samstag, 10. März 2012

Frauen.


Das waren noch Zeiten, als man Themen wie Frauen, Familie und Alte als „Gedöns“ an der aller untersten Stelle der Tagesordnung parken konnte.

Hier und da ein paar kosmetische Verbesserungen, ab und zu etwas mehr Kindergeld, hin und wieder ein Altenheim besichtigen - so schien es im Familienministerium in der Post-§-218-Zeit  zuzugehen.
Die Ministerposten waren vor allem wichtig, um Proporz zu wahren. 
Da konnte man eine Ostdeutsche, ein Junge, eine Hessin, oder was auch sonst immer gerade noch zur Ausgewogenheit fehlte, einsetzen.
Frauenministerinnen betrachteten ihr Ministerium entweder als Karriere-Sprungbrett, um möglichst bald ein „richtiges“ Ministerium zu ergattern (Merkel, von der Leyen), oder aber sie verschwanden alsbald in der Versenkung, ohne vermisst zu werden (Renate Schmidt, Hannelore Rönsch, Claudia Nolte, Ursula Lehr, Christine Bergmann).

Das Ministerium mit dem langen Namen  - Bundesministerium für Gesundheit, Familie, Senioren, Frauen und Jugend - hatte einen weiteren Vorteil.
 Muß ein Kanzler besonders viele Stellen aus Proporzgründen vergeben, kann man es zerschlagen und gleich zwei nörgelnde Landesverbände beglücken. Kohl machte nach der Übernahme der DDR gleich drei Ministerien draus. Gesundheit, sowie das Bundesministerium für Familie und Senioren und das Bundesministerium für Frauen und Jugend.   
Seit 1994 sind die beiden letzteren mal wieder zusammengefasst und nennen sich Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend.

Blöd nur, daß sich mittlerweile herausgestellt hat, daß es Folgen hat, wenn man irgendwelche Deppinnen auf dem Posten parkt. 

Die Senioren vermehren sich wie die Fliegen, die Jugendlichen scheren sich die Haare und rennen mit Baseball-Schlägern herum, die Wirtschaft sucht händeringend nach qualifizierten Schulabgängern, Akademiker weigern sich zu gebären, christliche Erzieher poppen in Kinderheimen alles was bei drei nicht auf dem Baum ist, Migranten lernen kein Deutsch mehr und zu allem Überfluss nörgelt auch noch Brüssel wegen Diskriminierungen herum.

Und dann sind da die Frauen selbst, die so ganz langsam mal doch so viel verdienen möchten wie ihre Schniedelwutz-Kollegen.
 Aber Deutschland hinkt gnadenlos hinterher - bis zu 25% weniger bekommen Frauen für die gleiche Arbeit eines Mannes.
Vor zehn Jahren einigte man sich mit den DAX-Konzernen, die gerade mal drei Prozent Frauen in ihren Vorständen beschäftigten, daß sich die 97%ige Männer-Dominanz ändern müsse, sonst könne man gesetzliche Quoten einführen.
Im Jahr 2011 sind es nun immer noch genau die drei Prozent Frauen in den Industrievorständen, so daß sogar weibliche CDU-Größen nach den Instrumenten der Grünen aus den 1980er Jahren schreien.

Erstmals in der Parlamentsgeschichte wurde von der schwarz-gelben Bundesregierung ein Gleichstellungsbericht vorgelegt. Er kommt zum ernüchternden Schluss, dass neun Jahre freiwillige Vereinbarungen in der Wirtschaft zu keiner grundlegenden Veränderung der „Geschlechterverteilung in Führungspositionen“ geführt hat. Zudem sei eine gleichberechtigte Teilhabe von Frauen trotz des „Umbruchs im Erwerbssystem“ nicht realisiert worden, wird kritisiert.
Vor diesem Hintergrund kündigten Sozialdemokraten einen eigenen Gesetzentwurf für eine verbindliche Frauenquote an. Sie soll absehbar bei 40 Prozent liegen.

Es nützt nur nichts. 
Der Koalitionspartner FDP ist eine reine Männerpartei und die CDU wird zwar von einer Art Frau befehligt - aber die interessiert das Thema genauso wenig wie die aktuelle Ministerin; die braune Hessin Schröder, die als Kind in einen Kessel mit Kohl-Autogrammkarten gefallen war und seit dem eine anhaltende Vorliebe für semikriminelle Patriarchen pflegt.

Kristina Schröder, die erst als Ministerin Kristina Köhler heiratete und ganz selbstverständlich devot den Nachnamen ihres Gatten annahm, ist so eine Art Guido der CDU. 
Was sie anpackt misslingt - und zwar gründlich.

Ob Frauenquote, Betreuungsgeld oder die aufkeimenden Debatten um die Kürzung des Elterngeldes - Schröder kämpft an allen Fronten wie keine andere Ministerin im Kabinett. Und macht dabei auch eine schlechte Figur wie keine andere. Statt Akzente zu setzen, verzettelt sich die 34-Jährige in Nischenthemen.
Dabei mangelt es an Profilierungsthemen wahrlich nicht. Die Frauenquote etwa. Doch Schröder findet mit ihrem Vorschlag zur Selbstverpflichtung der Wirtschaft vor allem bei den Männern in der Union Unterstützung. Die Frauen halten von Schröders Plänen herzlich wenig. Allen voran Arbeitsministerin Ursula von der Leyen (CDU).
"Frau Merkel hat den Unternehmen deutlich gemacht, dass sie sich das noch eine Weile anschaut", sagt sie. "Und wenn sich nicht wirklich dramatisch etwas ändert, wird sie wohl reagieren müssen", so von der Leyen, die keine Gelegenheit auslässt, gegen ihre Nachfolgerin zu keilen. "Das ist sicherlich keine lustige Erfahrung für Schröder", sagt eine Koalitionspolitikerin über den Machtkampf zwischen den Frauen.

Das Kabinettsküken kann von Glück reden, daß unter Merkel die Qualitätsstandards für Regierungsmitglieder so geschliffen wurden, daß auch Lügner, Betrüger, Fälscher, Lobbyisten und eigentlich jeder, der an die Intelligenz eines Schimpansen heranreicht auf höchsten Posten ausharren kann.
Unter einem Kanzler, den es auch nur einen Funken interessieren würde was seine Minister erreichen, wäre Kristina Schröder schon längst wegen absoluter Unfähigkeit gefeuert worden.

Es ist Weltfrauentag, auch in Berlin. Erste Rednerin im Bundestag ist Schröder. Die Ministerin hat kaum angefangen, da schlägt ihr aus dem Plenum bereits Gelächter und Häme entgegen. Nach sieben Minuten ist ihr Auftritt schon vorbei.
'Was war denn das jetzt, das kann doch nicht wahr sein', rufen ihr Oppositionsfrauen hinterher. Im tunesischen Parlament war Schröder von den weiblichen Abgeordneten bewundert worden: 'Sie ist so jung und hat es so weit gebracht.' In Deutschland ist Schröder das Gespött der Feministinnen. Sie habe die Hoffnung aufgegeben, dass sich 'Schröder noch in eine patente Politikerin verwandeln könnte', sagt Dagmar Ziegler, die Rednerin der SPD an diesem Tag. Und Renate Künast macht sich über 'die bemerkenswert schlechte Rede der Ministerin' lustig.
Schröder hatte von ihren Gesprächen mit Bloggerinnen, Frauenrechtlerinnen und weiblichen Abgeordneten in Tunesien berichtet, von den Nöten der Frauen der arabischen Revolution. Alles interessant. Die Antwort auf die entscheidenden Fragen aber blieb sie schuldig: Warum sitzen in Deutschlands Chefetagen fast nur Männer? Und was gedenkt die Frauenministerin dagegen zu tun?
Kristina Schröder, das ist inzwischen nur noch die Frauenministerin, die gegen die Frauenquote ist. Die Christdemokratin hält derlei Eingriffe in die freie Wirtschaft für ordnungspolitisch falsch und verfassungsrechtlich bedenklich.
(SZ  09. März 2012)

Kristina Schröder zum Weltfrauentag sprechen zu lassen ist ungefähr so sinnvoll wie eine Einladung Rick Santorums zur Gay-Pride-Parade.
Bzw schlimmer, denn das Thema interessiert sie schlicht und ergreifend nicht.

Man kann es unsensibel oder instinktlos nennen, aber im Grunde bleibt sich Kristina Schröder (CDU) treu. Zum Weltfrauentag am 8. März ehrt die Familien- und Frauenministerin die „Spitzenväter des Jahres“.
Für den 8. März seien „keine Veranstaltungen und Pressetermine der Ministerin vorgesehen“, bestätigt die Pressestelle des Ministeriums am Donnerstag. In Erscheinung tritt die Ministerin am Weltfrauentag nur bei der Ehrung der „Spitzenväter des Jahres“, für die sie die Schirmherrschaft übernommen hat.
Der Preis für die Spitzenväter wird von der Großbäckerei Mestemacher – Betreiber der lifestyle bakery –  aus Gütersloh gestiftet und ist mit 5.000 Euro dotiert.
Beim Berliner Frauenpreis dagegen werden nur 2.600 Euro Preisgeld vergeben. Ausgezeichnet werden zwei Väter, die in Zeiten des „Modernisierungsstaus bei der Männeremanzipation“ durch die Übernahme von Verantwortung für ihre Kinder glänzen und ihren Frauen Karriere ermöglichen und damit „traditionelle Rollenerwartungen verändern“.
„Ein bisschen Modernisierung statt Emanzipation“, so könnte man die Politik Schröders insgesamt beschreiben. Dafür steht zum Beispiel das für 2013 geplante und als „Herdprämie“ bekannt gewordene Betreuungsgeld für Familien die ihre Kinder zuhause erziehen, oder die freiwillige Flexiquote statt einer verbindlichen Quote für den Anteil von Frauen in Spitzenpositionen. Gerade die Herdprämie sei eine Rolle rückwärts, so die KritikerInnen Schröders.

Schlimmer als Schröder Desinteresse an Frauenfragen ist aber ihre angebräunte Grundeinstellung, die sie nicht nur inaktiv im Kampf gegen rechte Gewalt macht, sondern auch noch den Initiativen, die sich gegen Neonazi-Jugendliche engagieren, Knüppel zwischen die Beine wirft. Wer sich keinem Gesinnungstest unterzieht, bekommt kein Geld mehr aus ihrem Ministerium.

Die von Schröder eingeplanten zwei Millionen Euro könnten den Initiativen entzogen werden, befürchtet Anetta Kahane, Vorsitzende der in Berlin ansässigen Amadeu-Antonio-Stiftung. Wichtiger sei, gerade auf lokaler Ebene das oft schwierige Engagement gegen Rechtsextremismus finanziell zu stärken. 

Sie kürzt den Initiativen vor Ort die Mittel und fabuliert stattdessen vage von einem noch einzurichtenden „Kompetenzzentrum Rechts“ (BIK). Eine neue Behörde also, für die Schröder zwei Millionen Euro spendiert und die bestenfalls völlig redundant ist . 
Gibt es doch schon jede Menge andere solche Stellen, zuletzt richtete Minister Friedrich das Gemeinsame Abwehrzentrum gegen Rechtsextremismus (GAR) im Bundesinnenministerium ein.
Was Schröders neue Privatbehörde eigentlich tun soll und wann man damit rechnen darf, daß die Arbeit begonnen wird, kann noch nicht mal ihr eigener Staatssekretär beantworten.

Um Klarheit zu bekommen, welche Aufgaben das BIK im Einzelnen übernehmen wird, haben verschiedene Abgeordnete schriftliche Anfragen an die Bundesregierung gestellt. Nach Aussage des Parlamentarischen Staatssekretärs bei der Bundesfamilienministerin, Herman Kues, auf die Anfrage des Grünen Sven-Christian Kindler, versteht sich das Kompetenzzentrum als „eine Plattform zum Transfer methodischer Expertisen, Ansätze und Zugänge vor allen Dingen mit Blick auf die präventiv-pädagogische Arbeit mit rechtsextremistisch orientierten Jugendlichen“. Zu diesem Zweck solle das BIK vorhandenes Wissen aufbereiten und generieren, Kompetenzen stärken, Qualitätsstandards entwickeln, Beratungsarbeit anstoßen und Öffentlichkeit herstellen.

Wie schön, wenn es mal so richtig konkret wird in Schröders Ministerium.

 Irgendwann einmal soll es also „eine Plattform zum Transfer methodischer Expertisen, Ansätze und Zugänge vor allen Dingen mit Blick auf die präventiv-pädagogische Arbeit mit rechtsextremistisch orientierten Jugendlichen“ geben.