Montag, 12. August 2024

Die unerklärliche gelbe Todessehnsucht

So kann man sich irren: Als FDP-Chef Westerwelle 2002 im quietschegelben Guidomobil durch den Bundestagswahlkampf zog, mit Kumpel Möllemann antisemitische Kampagnen lancierte, mit den geistig Unterbelichteten im RTL2-BigBrother-Container hockte und sich auf das einzige Thema „Steuersenkungen für Superreiche“ fokussierte, dachte ich, „die Partei der Besserverdienenden“ wäre am politischen Tiefpunkt angekommen.



Aber damals, vor rund einem Vierteljahrhundert, begeisterte Gaga-Guido eine Post-Popper-Witzfigur, die mit Kuhkrawatte 16-Jährig in die FDP eintrat, 2000 im Alter von 21 Jahren in den NRW-Landtag einzog, 2004 Landesgeneralsekretär wurde und 2009 als größter Guido-Fan ein Bundestagsmandat bekam, sowie als neuer FDP-Bundesgeneralsekretär eifrig dabei half, das 15%-Rekordergebnis in der praktischen Regierungsarbeit der schwarzgelben Koalition auf unter 5% bei der folgenden Bundestagswahl 2013 zu drücken. Direkt von der Regierungsbank ins Parlamentarische Aus.

Die eigene Partei durch peinliche Desavouierung aus den Landtagen und dem Bundestag zu treiben, kristallisierte sich inzwischen als Superpower des raffgierigen Porsche-Fans heraus.

Heute blamieren die Regierungsmitglieder Stark-Watzinger, Lindner, Buschmann und Wissing die FDP genauso effektiv, wie es vor 15 Jahren Rösler, Bahr, Westerwelle und Brüderle vermochten.

Es gibt aber auch gravierende Unterschiede, weil die Welt heute wesentlich gefährlicher ist und Lindner zusätzlich zur Westerwelleschen Doofheit, eine nie dagewesene Destruktivität in das Kabinett bringt. Es genügt ihm nicht mehr, Partei und Regierung zu Fall zu bringen. Er will unbedingt die EU und am liebsten die globale Menschheit mit in den Abgrund reißen.

Mit satanischer Lust am Chaos, talibanisieren die FDP-Minister EU-Entscheidungen auf allen Ebenen. Dabei zerstören sich nicht nur Deutschlands Ruf in Brüssel, schaden der Europäischen Bevölkerung, sondern diskreditieren den gesamten demokratischen Nationenblock.

Das eigentliche Kernthema „Steuersenkungen“ musste Lindner ausgerechnet als Finanzminister fallen lassen. Der arme Irre hatte sich das zweitmächtigste Regierungsamt in dem durchaus zutreffenden Glauben geschnappt, damit die gesamte politische Richtung der Ampel bestimmen zu können. Nicht bedacht hatte er dabei allerdings, daß durch seinen Posten auch zwangsläufig enthüllt wurde, nicht die geringste Ahnung von Finanzpolitik zu haben, generell politisch unfähig zu sein und sich jeder Ökonom fassungslos die Augen reibt, wenn der FDP-Chef gegen jeden Sachverstand entscheidet.

Die Leerstellen in der Finanz- und Wirtschaftspolitik, überkompensiert der neue Signature-Move der Hepatitisgelben: Radikale Klimafeindlichkeit.

[….] Hitze ist teuer, also macht endlich mehr Schulden: fürs Klima

Der grüne Umbau von Wirtschaft und Alltagsleben kostet. Sehr viel Geld sogar. Aber mal andersherum gefragt: Wie viel kostet das Nichtstun? 38 000 000 000 000 Dollar – pro Jahr wohlgemerkt.

Dies ist ein Sommer der Rekorde. In Deutschland bringen Gewitter zwar zwischendurch immer mal wieder Erleichterung, aber die Welt als Ganzes ist heiß. Zu heiß. In Athen schloss die Akropolis, damit keine Touristen den Hitzetod sterben. Im amerikanischen Death Valley schmolz einem Belgier die Fußsohle weg, weil er bei mehr als 50 Grad seinen Flipflop verloren hatte. Der Rettungshubschrauber konnte nicht landen, die Luft war wegen der Hitze zu dünn. Und trotz aller Rekorde wird dieser Sommer kühler sein als alle oder fast alle Sommer der Zukunft. Was uns jetzt unerträglich erscheint, wird bald Normalität. Schuld ist eindeutig – der Klimawandel. Die Politiker der Welt sollten diese Hitze, die ja auch sie am eigenen Leib spüren, als infernalische letzte Warnung verstehen: Es eilt. Klimaschutz, koste er, was er wolle, ist die wichtigste und dringendste politische Aufgabe unserer Zeit.

Stichwort Kosten, dies ist auch der Sommer, in dem der Klimawandel eine Rechnung schickt. Auf der werden mehrere Milliarden Euro stehen, denn Hitze ist teuer. Die Volkswirtschaft verliert, weil Menschen krank werden und behandelt werden müssen und weil sie weniger oder schlechter arbeiten. Weil Ernten ausbleiben und Flüsse austrocknen, die man als Transportwege braucht. Weil Straßen neu geteert werden müssen und Klimaanlagen Strom fressen. Hinzu kommen Überschwemmungen, Waldbrände und Hagelstürme, wegen der die Amerikaner inzwischen nicht mehr nur von global warming, sondern von global weirding sprechen, weil die Wetterphänomene immer seltsamer werden. Nach jedem Desaster muss man aufräumen. Das kostet. Selbst wenn die CO₂-Emissionen von heute an drastisch gesenkt würden, schrumpft die Weltwirtschaft wegen des Klimawandels bis 2050 um fast ein Fünftel, so besagt es eine neue Studie des Potsdam-Instituts für Klimafolgenforschung. Die volkswirtschaftlichen Schäden des Klimawandels: gigantische 38 000 000 000 000 Dollar. Pro Jahr wohlgemerkt. Damit sind diese sechsmal höher als die Kosten, die anfallen, um die Erderwärmung auf zwei Grad zu begrenzen. [….]

Die Bundesregierung hat die Dringlichkeit entweder bisher nicht erkannt, oder sie schafft es nicht, ihre Erkenntnisse in Politik umzusetzen. Mit der Schuldenbremse spart sie das Klima kaputt. Überall fehlt das Geld: Deutschland ist längst nicht mehr Vorreiter in Sachen erneuerbare Energien. Die Deutsche Bahn ist eine Lachnummer im Ausland. Es fehlen Elektroautos und die Ladeinfrastruktur. Der Umbau von Wirtschaft und Gesellschaft wird ohne Investitionen des Staates nicht funktionieren. Wenn man die Schuldenbremse nicht abschafft, dann wird man sich anderweitig behelfen müssen, mit einem Sondervermögen oder Krediten für Klimainvestitionen etwa. [….]

(Kathrin Werner, 12.08.2024)

Hitze ist nicht nur aberwitzig teuer, sondern sehr konkret tödlich.

[….]  Mehr als 47.000 Hitzetote in Europa

Auch in Deutschland gab es 2023 Tausende Todesfälle wegen hoher Hitze. Es starben deswegen bereits mehr als durch den Straßenverkehr […..]  Das Jahr 2023 war laut dem EU-Klimabericht eines der heißesten seit Beginn der Wetteraufzeichnungen. Mit zunehmend gravierenden Folgen, wie eine Studie des „Barcelona Institute for Global Health“ zeigt: Demnach gab es im vergangenen Jahr 47.690 hitzebedingte Todesfälle in Europa – wobei „Europa“ hier nicht die Europäische Union bedeutet, sondern 35 geographisch europäische Länder.

Für die im Fachblatt Nature Medicine veröffentlichte Studie verwendeten die Forschenden die Mortalitätsdaten des Europäischen Statistikamtes. Deren Auswertung ergab, dass Griechenland mit 393 Todesfällen pro eine Million Einwohner die höchste hitzebedingte Sterberate in Europa hatte. Bulgarien (229), Italien (209) und Spanien (175) folgen. In Deutschland lag diese Rate bei 76 Todesfällen pro eine Million Einwohner.  […..]

(Nick Reimer, 12.08.2024)

Die gelbe Pest scheint geradezu besessen von der Idee zu sein, den Hitzekollaps zu forcieren.

Kategorisch weigert sich Verkehrsminister Wissing die Klimaziele für sein Haus umzusetzen und setzt wider jede Vernunft auf mehr Verbrennungsmotoren, mehr Emissionen, mehr Klimaschaden.

[….] Man kann Bundesverkehrsminister Volker Wissing ja viel vorwerfen. [….]  Eine Sache aber kann man dem FDP-Politiker gewiss nicht anhängen: dass er Deutschlands Autobesitzer vernachlässigt.

Unermüdlich erinnert er die EU-Kommission daran, dass Verbrenner auch nach 2035 noch zugelassen werden sollten, sofern sie mit E-Fuels fahren; besorgt schreibt er einen Brief an Ursula von der Leyen, in dem er vor der „Außerbetriebsetzung“ von Millionen Dieselfahrzeugen warnt. Auch ist es nicht so, als hätten Autofahrer in diesem Land keine Lobby. Und trotzdem fühlt sich die FDP-Spitze bemüßigt, einen Fünf-Punkte-Plan für eine bessere „Politik für das Auto“ aufzustellen – im Alleingang, ohne das Verkehrsministerium.

Dass die Experten in Wissings Haus an dem Papier nicht mitgewirkt haben, zeigen die Inhalte überdeutlich. Sie ergeben wenig Sinn. Begleitetes Fahren ab 16, damit Jugendliche früher mobil sind? Ein Bekenntnis zur Formel 1, weil sie den Tourismus stärkt? [….]

(Vivien Timmler, 12.08.2024)

Was Guidos einfältige Epigonen derzeit aufführen, ergibt auch in keinem Paralleluniversum politischen Sinn. Es lässt sich nur hochdebiler Todeskult verstehen.

[….]  Ist das die Rettung für den deutschen Einzelhandel? In einem neuen Modellversuch will die FDP das Konzept der menschenfreien Innenstadt erforschen lassen. Dazu soll das Zentrum einer deutschen Großstadt maximal auf Autos zugeschnitten werden – Fußgänger müssen draußen bleiben.

"Stellen Sie sich das nur einmal vor", schwärmt FDP-Politiker Horst Mordmax "Straßen, Parkplätze, Autos, wohin man auch schaut! Keine störenden Menschen, keine unnötige Begrünung. Nur Blech und Asphalt."

Das Konzept der Liberalen sieht vor, dass sämtliche Läden in der menschenfreien Innenstadt über einen Drive-In-Schalter verfügen. Wohnhäuser sind mit Tiefgaragen ausgestattet. Öffentliche Verkehrsmittel, Bürgersteige und Fahrradwege existieren nicht. So soll gewährleistet sein, dass niemand im öffentlichen Raum je seinen Pkw verlassen muss – oder kann. "Nach unseren Berechnungen müssten wegen der besseren Erreichbarkeit aller Geschäfte die Umsätze im Einzelhandel vor Ort um mindestens 700 Prozent steigen", so Mordmax. "Im Modellversuch wollen wir das nun nachweisen." Derzeit werde noch nach einer Stadt gesucht, die das zweijährige Experiment wagen soll.  [….]

(dpo, 12.08.2024)

Ein Segen, wenn die FDP wirklich eine reine Satirepartei/Spaßpartei wäre.

Unglücklicherweise sind die Hepatitisgelben bitterer Ernst, die ihre radikale Menschenfeindlichkeit in praktische Politik umsetzen. Sie lieben es, auf Schwächeren – in ihrem perfiden Jargon „Geringverdiener“ – herum zu trampeln.

[…..] „Mehr Autos in die Städte“: Die FDP mutiert zur Satire-Partei

583 Autos pro 1000 Einwohner gibt es in Deutschland. Und wenn es nach der FDP geht, ist das nicht genug. Die Partei hat ein „Pro-Auto-Programm“ ausgeheckt, garantiert frei von grünen Lastenrad-Muttis, Zweirad-Pendlern, Fußgängern und anderen aufmüpfigen Randgruppen, die sich der Freiheit in Form der omnipräsenten Blechlawine in den Weg stellen. Meine Güte, muss diese angeblich liberale Partei verzweifelt sein, wenn sie sich solch einen Murks ausdenkt.

Nun muss man Christian Lindners hemdsärmeliger Truppe zugutehalten, dass sie wirklich ums Überleben kämpft. Da kommt man schon mal auf komische Ideen. Und die potenzielle Zielgruppe ist groß: Selbst im rot-grün-versifften Hamburg gibt es ja 813.000 Pkw, die irgendwem gehören. All diese anständigen Autofahrer, da ist sich die FDP sicher, werden von einer dunklen Macht gegängelt und bedrängt: den Grünen.

„Wir brauchen keine Anti-Auto-Politik“, trötet daher Generalsekretär Bijan Djir-Sarai munter drauflos. [….] Klingt wie AfD oder Satire, ist aber ernst gemeint. [….]

(Mathis Neuburger, 12.08.2024)

Sonntag, 11. August 2024

This is a fun game

Wie lange hält der Hype, fragen sich natürlich alle politischen Beobachter des US-Wahlkampfes.

Bisher macht Kamala Harris alles richtig, setzt auf fähige Wahlkampfmanager und suchte mit Tim Walz einen runnig mate aus, der begeistert.

Schneller als selbst die optimistischsten Demokraten erwarteten, drehen sich die Umfragen, die seit Jahren stetig einen Trump-Sieg befürchten ließen.

[….]  Umfragen sehen Harris in drei Swing States vorn

Die demokratische US-Präsidentschaftskandidatin Kamala Harris liegt laut Umfragen der New York Times und des Siena College in drei der umkämpften Bundesstaaten vier Prozentpunkte vor ihrem Rivalen Donald Trump. Laut den Erhebungen liegt Harris in Wisconsin, Pennsylvania und Michigan bei jeweils 50 Prozent bei den wahrscheinlichen Wählern. Trump käme demnach in allen drei Bundesstaaten auf jeweils 46 Prozent.

Seit US-Präsident Joe Biden am 21. Juli seine Kandidatur für eine weitere Amtszeit zurückgezogen hat, und die Kampagne der Demokraten mit Harris neuen Schwung bekommen. Gleichwohl zeichnet sich aber weiter ein enges Rennen zwischen Harris und Trump ab.

Die Unterstützung der US-Regierung um Biden für das Vorgehen Israels im Gazastreifen hatte in den Bundesstaaten zu Protesten und Widerstand geführt. Das galt vor allem in Michigan für einige liberale, muslimisch-amerikanische und arabisch-amerikanische Gruppen. Etwa 200 000 Menschen in Wisconsin, Pennsylvania und Michigan waren nicht bereit, Biden bei den Vorwahlen der Demokraten zu unterstützen, und begründeten dies mit der Gaza-Politik. Harris hat sich in der Öffentlichkeit zu den Menschenrechten für die Palästinenser bekannt und den Tonfall der Demokraten geändert, auch wenn sie keine wesentlichen politischen Unterschiede zu Biden bei dem Thema erkennen ließ. [……]

(SZ, 11.08.2024)

Natürlich, der Harris-Vorsprung liegt immer noch innerhalb der Fehlertoleranz. Außerdem schnitt Trump 2016 und 2020 deutlich besser als die Umfragen ab. Am 05.11.2024 könnte die orange Vollkatastrophe also immer noch mit einiger Wahrscheinlichkeit eintreten. Aber der Trend, das Momentum liegt jetzt, anders als vor vier Wochen, eindeutig auf der Seite der Demokraten.

[….] Die vergangenen sechs Wochen waren wohl die erstaunlichsten, die das an Überraschungen selten arme US-Wahlkampftheater in den letzten Jahrzehnten hervorgebracht hat. Seit jenem 27. Juni, an dem Joe Biden in der TV-Debatte mit Donald Trump aller Welt bestätigte, was die Republikaner*innen immer behauptet und die Wähler*innen befürchtet hatten – dass er nämlich körperlich und mental definitiv nicht mehr in der Lage ist, erneut als Präsident anzutreten –, sind die US-Demokrat*innen einmal durch die Hölle gegangen.

Wochenlang erklärte Biden, er bleibe im Rennen, egal was komme, egal wie die Medien ihn abschrieben, egal wer ihn dazu aufforderte, beiseitezutreten. Die Partei schien sich ihrem Schicksal zu ergeben, im November deutlich und vernichtend geschlagen zu werden. Und dann kam die Wende.

Am 21. Juli trat Joe Biden von der Kandidatur zurück und sprach sich für seine Vizepräsidentin Kamala Harris aus. In Windeseile fand sie nahezu einhellige Unterstützung aller wichtigen Stimmen, niemand schickte sich an, gegen sie anzutreten. Die Partei sah die Chance zur Kehrtwende, die sich durch Bidens Abgang bot, verstand, dass jetzt rasch Einigkeit und Aufbruch signalisiert werden musste, und ergriff die Gelegenheit.

In nur zwei Wochen wandelte sich die Stimmung von Depression zu Euphorie. Zum ersten Mal im gesamten Wahljahr bewegten sich die Umfragewerte in Richtung der Demokrat*innen. Die Spenden flossen wieder – und gleich in Rekordhöhe.

Und selbst wenn hinter den Kulissen heftig über die Auswahl des Running Mate, des Vizepräsidentschaftskandidaten, gepokert wurde, reihten sich alle ein, als in der vergangenen Woche dann Minnesotas Gouverneur Tim Walz benannt wurde und sich vor einer begeisterten Menge in Philadelphia der nationalen Öffentlichkeit vorstellte.  […..]

(Bernd Pickert, 10.08.2024)

Allenthalben geht nun die Angst um, wie lange der Honeymoon hält. Wann wird den US-amerikanischen Wählern wieder einfallen, daß sie bis vor drei Wochen Kamala Harris noch weniger als Joe Biden mochten? Daß sie sich für Trump erwärmten, weil ihnen Inflation, Lebensmittel- und Benzinpreise, sowie die Situation an der Grenze zu Mexiko, so gar nicht gefielen. Alles Politprobleme, für die Biden UND Harris stehen.

Insbesondere aus Deutschland wird pikiert angemahnt, es fehle ein klares politisches Harris-Programm. Da wären nur inhaltliche Leerstellen, die sie nun schnell füllen müsse, um das Momentum auf ihrer Seite zu behalten.

[…..] Aufheiterung leistet Kamala Harris zweifellos, ihr häufiges herzhaftes Lachen etwa kommt im Publikum gut an. Sehr an der Oberfläche ist sie hingegen bisher bei ihrem politischen Programm geblieben. Sie versprach unter anderem, das Recht auf Abtreibung wieder einzuführen, die Sozialversicherungen zu sichern, Medikamentenkosten zu senken und Studentenschulden abzubauen sowie vermögende Amerikaner stärker zu besteuern. Detaillierte Vorschläge hat sie nach 2020 allerdings nicht mehr vorgelegt. Da wird sie noch nachlegen müssen.   [….]

(Fabian Fellmann, 08.08.2024)

Meines Erachtens sind diese Unkenrufe, ob des angeblich fehlenden politischen Harris-Programmes unsinnig. Denn wenn es tatsächlich signifikant viele Wähler gäbe, die sich nach politischen Inhalten und nicht nach Personen, Sympathien und Stimmungen entscheiden, wäre Trump niemals in die Nähe politischer Macht gekommen.

Dann hätte Joe Biden nicht von der Kandidatur zurücktreten müssen, sondern die eindrucksvolle politische Biden/Harris-Bilanz stünde für sich. Die irre Lügenshow des senilen orangen Clowns könnte niemanden dazu verleiten, die Republikaner zu wählen.

Inhalte braucht es nicht, in einem Land der hetzenden Miesepeter und Schwarzmaler, in dem Trumps bösartiger Rassismus ganz allein neun Jahre lang sämtliche Medienleute beschäftigt.

Das fundamental Neue ist tatsächlich die veränderte STIMMUNG, die Harris und Walz nicht hätten allein drehen können. Dazu trug wesentlich der tiefe Frust der Doublehater über Joe Biden bei. Erst die Erleichterung über seinen Abgang, macht das Volk wieder fröhlich.

Trump läutete eine Dekade des Frusts und der Dystopie ein, auf die Demokraten mit angebrachten Ernst und drastischen Warnungen reagierten. Trump zog die Stimmung im Land, auf dem Kontinent und auf der ganzen Welt in den Keller hinab.

Denn seine Dummheit verhindert es Humor zu entwickeln. Komik erfordert Intelligenz. Darin gleicht der Psychopath DonOLD Trump seinem braunen deutschen Homunculus David Berger.

Es ist wie mit der ekelhaften toten Qualle am Strand.  Man weiß schon vorher, daß sie ekelhaft ist, muß aber einem inneren Drang folgend doch geradewegs dahin gehen, um sie genau anzusehen.  So geht es mir mit „Philosophia Perennis“ und weiche jedes Mal angewidert zurück.

Denn das ist der große Unterschied zwischen David Bergers Blog und Kreuznet:

 Beide waren ungefähr gleich rechtsextrem und schäbig, aber die Kreuzler frönten einer gewissen Lust am Formulieren, kreierten Neologismen und sorgten so dafür, daß man sie bei allem Ärger auch herzlich auslachen konnte.

Berger hingegen ist vollkommen humorlos.

(…..) Die Unterschiede zwischen der im Dezember 2012 gestorbenen katholischen Traditionalisten Website Kreuznet und ihrer heutigen Entsprechung Philosophia Perennis (PP, Pipi, Phobosophie Phimosis, Phimoseblog) bestehen in der konkreten politischen Einflussnahme und im Humor.

Die unverkennbar Süddeutsch/Österreichisch/Schweizerischen Kreuznet-Macher blieben im Verborgenen. Bis heute weiß man nicht wie viele Autoren es gab und wer sie waren. Sicher ist aber, daß sie allesamt einer tiefen Faszination für den homosexuellen Analverkehr frönten und über eine groteske Form des Humors verfügten. Immer neue und abstrusere pseudo-vereinfachte Beschimpfungen ließen sie sich einfallen. Ob es ihre Absicht war, oder nicht; zumindest unfreiwillig zogen sie damit auch ein Publikum an, das der Wortschöpfungs-Komik frönte. Einige Kreuznet-Neologismen sind bis heute unvergessen: Gomorrhisten = Homoperverse = Kotstecher (Schwule), Urinduscher (David Berger), Bundestagsschwuchtel (Volker Beck), Blut- und Homopartei (CDU), Gummi-Isolatoren (Kondome), Brechreiz-Turnübungen (schwuler Sex).

  Ein homo-gestörter Kölner Religionslehrer dreht vor antikirchlichen Revolvermagazinen durch. […] Der in den Sodomismus abgestürzte Ex-Thomist David Berger trägt seine Homo-Seuchenhaut weiterhin zum Markt.
In der morgigen Ausgabe des antikatholischen Kirchenkampf-Magazins ‘Spiegel’ wird der Homo-Gestörte seine widernatürlichen Phantasien auf die Kirche projizieren.
[…] Der Gomorrhist – der im Erzbistum Köln als Religionslehrer wütet – sagt erneut, daß er mit einem anderen Widernatürlichen homosexuelle Brechreiz-Turnübungen durchführt.
(Kreuznet 21.11.10)

Der alte Mann ist vor dem Druck zusammengeklappt.
[…] Dafür wird Benedikt XVI. als Kondom-Papst in die Geschichte eingehen. Papst Benedikt XVI. hat den „ausnahmsweisen“ Gebrauch von Gummi-Isolatoren für männliche Geschlechtsorgane gerechtfertigt.
Damit hat er in der dekadenten Konzilskirche einen bisher unvorstellbaren Dammbruch provoziert.
Die vom Papst mit viel Wenn und Aber legitimierten Kondome werden für die Masturbation zu zweit verwendet. Dabei wird der menschliche Geschlechtsakt simuliert. Seine törichten Thesen äußerte der Heilige Vater in dem Interviewbuch „Licht der Welt“ mit dem Münchner Publizisten Peter Seewald (56).
(Kreuznet 20.11.10)

Anders als Trump, als Vance, als Berger, sind Harris und Walz zu Humor und Selbstironie fähig.

Das Lachen macht wirklich den Unterschied.

[…..] Am Morgen danach erwachen die Amerikaner also in einem Land, das sich irgendwie schon wieder ganz anders anfühlt. Es scheint plötzlich nicht nur möglich zu sein, dass die Demokraten diese Wahl im November gewinnen und Donald Trump besiegen. Auf einmal sieht es sogar so aus, als könnte das alles ein großer Spaß werden. Tim Walz heißt der Mann, der das zu verantworten hat.

Als Walz am Dienstagabend in Philadelphia die Bühne betrat, für seinen ersten großen Auftritt als neuer Vizepräsidentschaftskandidat von Kamala Harris, da wirkte er in seinem gediegenen dunklen Anzug noch ein wenig verkleidet. Diejenigen, die Walz bislang überhaupt kannten, kennen ihn als Gouverneur von Minnesota, als „small town guy“, als Football-Coach, als netten Patrioten von nebenan. Im Liacouras Center, einer Mehrzweckhalle in Philadelphia, in der mehr als 10 000 Menschen auf seine ersten Worte warteten – und Millionen draußen vor den Bildschirmen –, blickte er einem Publikum entgegen, das von einem lauten Optimismus erfüllt war. Von einer Heiterkeit, wie sie in der amerikanischen Politik zumindest auf demokratischer Seite seit den ersten großen Reden von Barack Obama im Jahr 2008 nicht mehr zu spüren war. Als Walz dann ans Mikrofon trat, sagte er in Richtung Harris: „Thank you for bringing back the joy.“ Danke, dass du die Freude zurückgebracht hast. In die Demokratische Partei. In den Wahlkampf. Ins Land. Zumindest in die Hälfte.

Die Wirkung, die dieser Satz an diesem Abend in der Halle entfaltete, lässt sich auch am nächsten Tag noch spüren. Einige Medien schreiben von der „Walz-Mania“, andere vom „Walzmentum“. Noch sind die Wortspiele etwas holprig, aber das ändert wenig an der Tatsache, dass etwas im Gange zu sein scheint in den USA.   […..]

(SZ, 07.08.2024)

Statt düsterer Trump-Dystopie einfach nur gute Laune zu verbreiten, wäre keine Politik, monieren nun so viele.

Aber das stimmt nicht. Denn weder ist es einfach, gegen die 75 Millionen-Köpfe starke Hass-Masse Trumps Spaß zu verbreiten, noch ist es unpolitisch.

Dieses Gefühl könnte vielmehr entscheidet sein in diesem Wahlkampf und damit nicht nur die US- sondern die Weltpolitik ganz wesentlich bestimmen.

[….] Freude kann anstrengend sein. Seit Stunden sind sie schon auf den Beinen, tanzen, singen, jubeln in den Rängen, bis unters Dach. Der New Yorker DJ D-Nice, der sich im Parkett aufgebaut hat, lässt nicht locker mit seinem Mix aus Oldies, Hip-Hop und Latin-Pop. Doch als die ersten Vorredner auftreten, eine Abfolge von Lokalpolitikern, sinken die Gäste auf ihre Sitze. Kurze Verschnaufpause, bis gleich, zur Hauptattraktion.

Schließlich erscheint Tim Walz, der quirlige Gouverneur von Minnesota und seit vier Tagen die Nummer zwei der US-Demokraten  im Rennen ums Weiße Haus. Auch er versteht sich eigentlich als Vorprogramm, als »running mate« und Hype-Man für Vizepräsidentin Kamala Harris. Doch Walz ist längst selbst ein Star. Wie ein Kind hüpft der 60-Jährige zum Rednerpult, streckt die Arme hoch, klatscht, lacht, reißt die Augen auf. Als könne der frühere Lehrer und Footballcoach den Anblick kaum glauben: Mehr als 14.000 kreischende Menschen füllen fast die gesamte Sportarena und halten bunte Schilder hoch. »Coach Walz!«

»Wow!«, ruft er. Als sie ihn endlich zu Wort kommen lassen, macht er Witze über die Hitze, über Donald Trump und die »weirden« Republikaner, beschwört strahlend die »Verheißung von Amerika«, hält kurz inne, um Hilfe zu rufen für eine Frau im Publikum, die einen Schwächeanfall erlitten hat, und kündigt dann seine Chefin Kamala Harris an – mit einem Satz, aus dem die ganze Euphorie dieser Tage sprudelt: »Sie hat die Freude an unserer Politik zurückgebracht!«

Freude – »joy!«, wie sie hier immer wieder rufen: Das ist das alte Wundermittel des neuen Polit-Duos, das diesen US-Präsidentschaftswahlkampf elektrisiert und umgekrempelt hat. Jahrelang hatten sich die Demokraten in bitterem Widerstand gegen den Bulldozer Trump verzehrt, waren in Kulturkriegen, Chaos und Zank versunken, in kollektive Depression versunken wegen ihres schwachen Kandidaten Joe Biden. Doch nach dessen Abtritt scheinen sie plötzlich zu sich zurückgefunden zu haben. Spaß, Witz, Vergnügen: Politik geht auch anders.

Während sich Trump in düsteren, immer absurderen Endzeittiraden verhaspelt, dominiert bei den Massenkundgebungen von Harris und Walz erbauliches Glücksgefühl. Pennsylvania, Wisconsin, Michigan, Arizona und, als Finale dieser Swing-State-Blitztournee, Las Vegas, Nevada: Es waren nicht nur die bisher größten solchen Events der Demokraten (in Arizona brachen sie mit 20.000 Menschen einen örtlichen Rekord), sondern auch die fröhlichsten.  [….]

(Marc Pitzke, 11.08.2024)


Samstag, 10. August 2024

Schüsse ins Ossi-Knie

Das Frappierende an den Ossis ist nicht, daß sie mit ihrer Anfälligkeit für Rechtspopulismus ganz Deutschland schaden, sondern insbesondere sich selbst in den Abgrund stürzen.

Seit vielen Jahren staunen wir, wie ausgerechnet die Bundesländer, die Städte, die Landkreise mit den niedrigsten Migrantenanteilen, die größte Xenophobie entwickeln. Wie die Gegenden, in denen keine Juden leben, die antisemitischste Bevölkerung haben.

(….)  Der Sachverständigenrat Deutscher Stiftungen für Integration und Migration (SVR Integrationsbarometer 2018) ist im Gegensatz zu Will/Plasberg/Maischberger-Sendungen ebenfalls ein seriöser Informant.

[….] Das Zusammenleben in der Einwanderungsgesellschaft wird überwiegend positiv wahrgenommen.

Diese Bewertung ist erstaunlich stabil – sofern kulturelle Vielfalt im Alltag erfahren wird. Eingetrübt hat sich das Integrationsklima in den Jahren 2016 und 2017 dort, wo der Integrationsalltag nicht persönlich erlebt werden konnte. In den Einschätzungen zeigt sich ein deutlicher Unterschied zwischen Ost und West. Auch dieser lässt sich weitgehend durch die Häufigkeit des Kontakts erklären.

[….] Die Haltungen zu Flüchtlingen sind weitestgehend positiv. Die meisten Befragten (mit wie ohne Migrationshintergrund) sind im Grundsatz weiterhin dafür, Flüchtlinge aufzunehmen. [….] Für die Unterbringung und Verteilung der Flüchtlinge sind die Kommunen zuständig. Ihre Arbeit in diesem Bereich wird überwiegend positiv beurteilt.

[….] Die Haltungen zu Flüchtlingen sind überwiegend positiv. In allen Herkunftsgruppen geht die Mehrheit davon aus, dass Flüchtlinge Deutschland kulturell wie wirtschaftlich bereichern. Entsprechend meint nur ein kleiner Teil der Befragten, dass Flüchtlinge den Wohlstand in Deutschland bedrohen. [….]

(SVR Migration 2018)

Es ist wie beim Antisemitismus, der auch in völliger Abwesenheit von Juden blüht: Dort wo es wenig bis keine Migranten gibt, also insbesondere in den ostdeutschen Bundesländern, werden sie sehr skeptisch gesehen.

In den Bundesländern mit den höchsten Migrantenateilen – also insbesondere in Hamburg mit über einem Drittel Migrantenstämmigen – werden Zuwanderer als Bereicherung empfunden, weil mehr Eingeborene persönliche Kontakte haben.

In Hamburg hatte die AfD das schwächste Wahlergebnis aller Bundesländer bei der Bundestagswahl, in Sachsen das Höchste.  Hamburg hat durch seine 1500 Jahre zurückreichende Stellung als Hafenstadt, die sich als „Tor zur Welt“ empfindet traditionell eine besonders „ausländerfreundliche“ Gesinnung. Hier wurden schon Sprachen aus allen Ländern gesprochen, als Berlin und München noch tiefe kontinentale Provinz ohne Kontakte zur Außenwelt waren.

Jeder Hamburger hat Kollegen aus dem Ausland, kennt iranische Hausärzte, türkische Chirurgen, portugiesische Gemüsehändler, Ghanaische Krankenschwestern. Insbesondere aber Branchen, deren Mitarbeiter körperlich arbeiten müssen, sind dringend auf neue Zuwanderer angewiesen, weil die „alten Hamburger“, zu denen eben auch ein Drittel Migranten gehören, in der Bildungsfalle stecken. Zwei Drittel der Hamburger Jugendlichen machen Abitur, über die Hälfte strebt ein Studium an. Dieser Erfolg sozialdemokratischer Bildungs- und Schulpolitik hat aber eine Kehrseite: Die Abiturienten interessieren sich immer weniger für die Berufe und Firmen ihrer Väter und Mütter, sofern die mit langen Arbeitszeiten, wenig Gehalt oder körperlicher Anstrengung verbunden sind.

[…..] Nun mag man bedauern, dass es immer weniger Fliesenleger, Maurer und Fuger mit deutschem Pass gibt. Doch die Schuld daran tragen nicht die Beschäftigten aus dem Ausland. Die Wahrheit ist: Immer weniger Deutsche wollen körperlich arbeiten. Das ist eine Folge des stetig steigenden Bildungsniveaus einhergehend mit höheren Abiturquoten.

Wer Abi hat, der möchte studieren oder zumindest im geheizten Büro arbeiten. Hände schmutzig machen? Rückenschmerzen in Kauf nehmen? Nein danke! Übrigens ist das kein Phänomen, welches sich auf den Bau beschränken lässt. Altenheime finden keine deutschen Pflegekräfte mehr, Landwirte suchen vergebens nach Spargelstechern aus der Region, Paketdienste greifen schon lange auf Subunternehmen aus Osteuropa zurück.

Die Liste ließe sich schnell verlängern. Der Einsatz von Arbeitskräften aus anderen Ländern ist folglich keine Gefahr für Deutschland. Im Gegenteil. Er stellt eine Notwendigkeit dar, wollen wir unseren Wohlstand und die Qualität des Sozialstaates langfristig sichern.

 (Oliver Schade, FUNKE Mediengruppe, 20.10.18)

Die Dame in meiner Straße, die in den 1960ern den winzigen Kiosk ihrer Mutter weiterführte, dort 50 Jahre lang sechs Tage die Woche jeweils 12 Stunden bediente, war insofern erfolgreich, daß ihre beiden Kinder studieren konnten.  Aber den kleinen Zeitschriftenshop muss sie jetzt schließen. Das ist ihren Kindern zu anstrengend. Und genauso ergeht es dem Schlachter, dem Gemüsemann, der Friseurin und dem Maurer.

Hier helfen Zuwanderer nicht nur aus, sondern sie tragen entscheidend zur Wirtschaftsleistung bei, indem sie selbst auch wieder aufsteigen.

Daher ist das Prokopfeinkommen in Hamburg auch das Höchste aller Bundesländer. Nicht trotz, sondern wegen des hohen Migrantenanteils.

Fremdenfeindlichkeit, Pegida und AfD schaden der deutschen Wirtschaft. Erst machen sie den Tourismus kaputt, dann schrecken sie Investoren ab und schließlich legen sie alle Dienstleistungsbranchen lahm.

Der Bauboom Hamburgs hingegen wird getragen von den Menschen, die Gauland, Seehofer, Söder und Dobrindt rauswerfen wollen. (….)

(Refugees welcome, 20.10.2018)

Ich bin grundsätzlich für offene Grenzen und halte, aus dem Zufall der Geburt abgeleitete Privilegien für generell inhuman. Niemand hat irgendetwas, auf das man stolz sein könnte, dafür geleistet, wo und von wem er geboren wurde. Daher steht ihm auch nicht das Recht zu, anderen weniger Glücklichen etwas zu verweigern.

Darüber hinaus gibt es aus mehreren Gründen weitere höhere moralische Pflichten gerade für Deutschland, Migranten willkommen zu heißen. Da ist die kriegerische Holokaust-Vergangenheit, aus der wir die Notwendigkeit von Asylrecht gelernt haben sollten. Da sind außerdem die einst so viel zitierten „Fluchtursachen“. Es ist nämlich deutsche Agrar-, Export- und Klimapolitik, die andere Menschen auf anderen Kontinenten erst zur Flucht zwingt.

Aber bekanntlich erreicht man mit moralischen und humanistischen Ansätzen gar nichts in der deutschen Diskussion um Migration.

Daher betone ich weit überproportional den ökonomischen Aspekt: Ohne sehr viel mehr Migration wird Deutschland wirtschaftlich kollabieren.

Das gilt noch mehr für die Ossis“ als für Wessis, da der braune Bodensatz in Mecklenburg-Vorpommern, Brandenburg, Sachsen-Anhalt, Thüringen und Sachsen die Besten des eigenen Volkes vertreibt. Die Intelligentia geht in den Westen, Der Doofe Rest bleibt zurück.

Das intellektuell ausgedörrte Wagenknecht-Höcke-affine Ossi-Volk ist daher viel mehr als andere Bundesländer auf Investitionen und Input von außen angewiesen, als Hamburg oder NRW. Die Migrantenhasser benötigen dringlicher als alle andere mehr Migranten. Zuwanderung ist ihre Rettungsleine, die sie, verblödet, wie sie nun einmal sind, unbedingt selbst abschneiden wollen.

Die Ossis sind wie eine debile Besatzung eines Tiefseetauchboots, denen der Sauerstoff ausgeht und nun den Versorgungsschlauch zur Oberfläche kappen, weil sie glauben, ohne Luft besser zurecht zu kommen.

[…..] Im Osten geht die Zahl der deutschen Erwerbstätigen zurück

Wie sehr der Arbeitsmarkt schon jetzt auf Zuwanderung angewiesen ist, zeigt eine Auswertung des Instituts der deutschen Wirtschaft. In Zukunft wird sich das Problem noch verstärken. […..] Dass die Wirtschaft hierzulande ohne zugewanderte Arbeitskräfte nicht bestehen kann, ist schon lange absehbar. Demnächst gehen die geburtenstarken Babyboomer-Jahrgänge in Rente und es gibt zu wenig junge Menschen, um sie zu ersetzen. Wie wichtig Arbeitskräfte aus dem Ausland bereits heute für deutsche Firmen sind, zeigt eine Auswertung, die das Institut der Deutschen Wirtschaft (IW) in Köln vor einigen Tagen veröffentlicht hat. Die Ergebnisse machen deutlich, dass das Beschäftigungswachstum in Deutschland zu einem Großteil von ausländischen Arbeitskräften getragen wird – besonders in den ostdeutschen Bundesländern.  Die Anzahl der deutschen Erwerbstätigen ging im betrachteten Zeitraum zwischen 2021/22 und 2022/23 nämlich in gleich sechs Bundesländern zurück: in Sachsen-Anhalt, Thüringen, Brandenburg, Mecklenburg-Vorpommern, Sachsen und dem Saarland. Dort traten mehr Deutsche aus dem Arbeitsmarkt aus als hinzukamen. Dass es in einigen der genannten Bundesländer dennoch ein geringes Beschäftigungswachstum von bis zu einem Prozent gab, ist laut der IW-Auswertung allein auf ausländische Arbeitskräfte zurückzuführen. Bundesweit trugen zugewanderte Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer rund 86 Prozent des Beschäftigungswachstums. Einen besonders großen Anteil (62 Prozent) daran haben Menschen aus Nicht-EU-Ländern, den sogenannten Drittstaaten.

„Ausländer klauen den Deutschen nicht ihre Arbeitsplätze – wie mancher meint –, sondern tragen wesentlich zum Beschäftigungswachstum bei“, schreibt Fabian Semsarha, der IW-Experte und Co-Autor des Berichts. Die ostdeutschen Flächenbundesländer seien besonders auf Unterstützung aus dem Ausland angewiesen, da die Überalterung der Gesellschaft dort schon weiter fortgeschritten ist. […..] Obwohl ausländische Fachkräfte schon jetzt maßgeblich den Arbeitsmarkt stützen, müssten in den nächsten Jahren noch weitaus mehr Menschen hinzukommen, um die schrumpfende Zahl deutscher Erwerbstätiger auszugleichen. Schon im vergangenen Jahr gab es in Deutschland rund 570 000 unbesetzte Stellen für qualifizierte Fachkräfte. Bis 2035 könnten auf dem Arbeitsmarkt hierzulande bis zu sieben Millionen Beschäftigte fehlen.  […..]

(Laura Städtler, 08.08.2024)

Offenbar planen die Ossis am 01.09. und 22.09.2024 dem Rest Deutschland ihre total Verdummung eindrucksvoll beweisen zu wollen.

Ihnen gefällt es, sich in die eigenen Knie zu schießen.

Freitag, 9. August 2024

Die Apotheose des Ossi-Unsympathen

Die Ossis mochte ich; so kommt es mir a posteriori vor, noch nie.

Natürlich wollte ich ihnen 1989 unbedingt positiv begegnen und hatte vollstes Verständnis für Ossi-Eigenarten. Denn die völlig entgegengesetzte Sozialisation von 1945 bis 1989 war offenkundig. Meine relativ schnell entstandenen Vorurteile, schob ich auf einige rein zufällig negative persönliche Begegnungen und versuchte, diese nicht zu verallgemeinern.

Lange Zeit schleppte ich nur ein latentes Unbehagen mit mir herum, das ich ab Pegida 2014 auch verbalisierte. Aber da traute ich mich noch nicht, es einfach mal klar auszusprechen: „Ich mag die Ossis nicht!“
Aber wieso sollte man das eigentlich nicht sagen? Ein „Vorurteil“ ist ja eben kein fundiertes Urteil.
Pauschalurteile kann man schließlich nie ganz ernst nehmen; das liegt in der Natur einer „Pauschalisierung“. Ich mag auch die Bayern nicht. Die Amis auch nicht. Und die Inder finde ich besonders doof. So eine reduzierte Aussage über Millionen, Hunderte Millionen, oder im Fall der Inder, über 1,4 Milliarden Individuen zu fällen, impliziert automatisch, daß nicht jeder einzelne gemeint sein kann.

Selbstverständlich gibt es ganz tolle Amis und Bayern.

Entsprechendes gilt für positive Diskriminierung. Ich mag Hamburger, Holländer und Iraner sehr gern. Dennoch gibt es unter den drei Volksgruppen natürlich miese Typen.

Bei „den Ossis“ wollte ich aber vor ein, zwei Jahren aus meinem Herzen keine Mördergrube mehr machen und mich ganz offen vor der Welt dazu bekennen, diese Typen nicht ausstehen zu können.

Nach 33 Jahren ist auf meine persönliche Schonzeit mit „den Ossis“ vorbei.

(….) Nach den rund zwei Billionen Euro, also ZWEITAUSEND MILLIARDEN EURO, zwei Millionen Millionen Euro, die seit 1990 gen Osten flossen, reagieren immer mehr Westdeutsche empfindlich auf das Gejammer der Ex-DDRler, die sich auch noch unterstehen, zu behaupten, sie hätten es nun so schwer, daß es verständlich wäre, aus Rache völkische Faschisten zu wählen. 17 Millionen DDRler, die nie in die westdeutsche Rentenkasse eingezahlt hatten, kamen in den Genuss, auf Kosten anderer eine Alterssicherung zu erhalten, die ein Vielfaches der DDR-Mark-Kaufkraft hat und beklagen sich auch noch.

[….] Als ich das letzte Mal in Zwickau war, das Büro der damaligen Firma besuchen, schwor ich mir, nie wieder einen Fuß auf Neufünfland zu setzen, so lange ich dies irgendwie vermeiden kann. Flugzeugabstürze und Bahnevakuierungen  ausgenommen. Wie einige Kommentatoren wohl zurecht anmerken: das ist von oben herab und mag zu der Stimmung beitragen. Nur habe ich die Stimmung und Ressentiments die mir als gefühlter Vertreterin der bösen „Urban Elite“ entgegengebracht wurde jahrelang erlebt. Und geschluckt. Ausgeschluckt. Mag man mich als Wessi-Bitch oder elitist bezeichnen, gerne doch. Ich bin aus Erfahrung Ostphobikerin geworden, dazu stehe ich. Und sollte der Osten mitsamt seinem widerwärtigen „wir sind das Volk“ Gegröle auch nur in die Nähe einer Machtergreifung kommen, bin ich weg. […]  im Gegensatz zu uns hatten die DDRler die Möglichkeit, über die Wiedervereinigung zu entscheiden. Hat mich irgendwer gefragt ob ich das will? Für uns hat sich nichts verändert? Wie arrogant ist denn diese Geschichtsklitterung, wo ist denn hier die ach so oft vom Osten eingeforderte Empathie? Selbstverständlich hat sich für uns Wessis einiges geändert. Angefangen vom Soli für ein Land, das wohl den meisten meiner Generation fremder als die USA, Australien und Island war. Und zumindest mich weniger als Neufundland interessierte. Ich habe es damals angenommen, mich für die Menschen gefreut. Nicht für irgendwelche Deutsche, sondern für Menschen, die jetzt reisen konnten. Habe mich 91 durch eine DDR Tour gequält, mir das Land angeschaut. Was ich sah, war größtenteils erschreckend. Dann kam Rostock. Kohl wurde mit Ost-Stimmen zementiert. Wir zahlten weiter. Das Gejammer exponierte sich mit jeder Transferbillion. Im Westen verrottete die Infrastruktur, im Osten blühten Gewerbeparks im Nirgendwo.

Gut, dachte ich, braucht eben etwas. Die Nuller kamen, Merkel, das Geseier, die AfD, NSU, national befreite Regionen, die Bräsigkeit kam wie Mehltau übers Land.

Pegida machte mir zum ersten Mal in meinem Land wirklich Angst, zum ersten Mal war ich am überlegen, die Koffer zu packen - nicht weil ich will sondern muss.

Wir sind das Volk Geschrei vom Idioten, die keinen geraden Satz schreiben können. Thomas Brauner, der Kraft durch Freunde Kackbratzen, Björn Banane obendrauf. Passiv-aggressives Gejammer von Kolleg:innen in Sachsen, Verkäufer mit offener Swastika-Tattoo im Yormas in Zwickau. Ganze Bundesländer am Rande der faschistischen Machtübernahme, geritten von permanenter Unzufriedenheit.

Und wir mussten nichts ändern? Doch, mehr als genug. Wir hatten ein Land, das durchaus ok war, sicher nicht ohne Fehler, ich hatte genügend Grund auf die Straße zu gehen und ich tats das auch. Aber haben wir den Anschluss gesucht? Haben wir uns ungefragt an den großen Bruder gehängt, nachdem wir unser eigenes Land verkackt haben?

Nein haben wir nicht.

Und ja, schon damals wurden alle über einen Kamm geschert. Leider. Ob mit der lächerlichen Währungsunion und surrealen Kursen für Aluchips. Wer hat das wohl gezahlt? Wessen Renten hängen im Limbo wegen Rentnern die keinen Cent eingezahlt haben?

Der Osten hat Solidarität gefordert und bekommen. War aber wohl nicht genug. Die Ossis haben die DDR verkackt und jetzt wollen sie wohl auch die BRD verkacken. Brauchst nur mal die Kommentare zum grandiosen Durchmarsch und Anfang der Zeitenwende in dem gottverlassenen Kaff Sonneberg lesen.

Aber für uns hat sich nichts geändert, gell?

Genau wegen solchen Positionen wäre eine Spendenaktion zum Wiederaufbau der Zonengrenze ein umwerfender Erfolg.  [….]

(Sarah J., 25.06.2023)

Online habe ich schon viel Ost-Kritik gelesen; eins ist immer gleich: Auch die „guten Ossis“, die nie AfD gewählt haben, fühlen sich kollektiv angegriffen und nehmen ihre braunen Brüder in Schutz.

Dieser sprungbereite „ich bin beleidigt“-Modus ist mir vollkommen fremd.  (….)

(Die Ossis schaffen sich ab, 03.07.2023)

Gegenwärtig manifestieren sich die Anti-Ossis-Vorurteile nicht nur an den schockierend demokratiefeindlichen demoskopischen Daten vor den Landtagswahlen in Thüringen, Sachsen und Brandenburg, sondern auch daran, daß in allen drei Ländern die Topwahlkämpfer aller Parteien ungeniert und wider besseres Wissen die rechtspopulistischen Putin-affinen Narrative nachplappern. Sie weisen die abscheuliche Propaganda Höckes und Wagenknechts nicht kollektiv zurück, sondern kopieren sie.

[….] Das BSW gibt beim Thema Frieden schon jetzt scheinbar den Takt im Wahlkampf vor. Wagenknecht bedient mit schlichten Slogans im Osten vorhandene Sehnsüchte. „Krieg oder Frieden“, so ein BSW-Plakat. Es insinuiert, dass Frieden mit Putin möglich ist – wenn der Westen nur will.

Das Spitzenpersonal von CDU, SPD und Linkspartei im Osten, der sächsische Ministerpräsident Michael Kretschmer, Bodo Ramelow in Erfurt und der SPD-Ministerpräsident von Brandenburg Dietmar Woidke, blicken schon länger eher skeptisch auf die militärische Unterstützung der Ukraine. Doch derzeit ist die Taktung von friedenspolitischen Ideen bei ihnen auffällig hoch.

CDU-Mann Kretschmer fordert eine Volksbefragung über die 2026 geplante Stationierung von neuen US-Mittelstreckenraketen in Deutschland. Bodo Ramelow begrüßte erst die Moskauvisite des Putinfreundes Victor Orbán und fordert nun einen Nichtangriffspakt in Europa. Dietmar Woidke mahnte am Wochenende in Schwedt noch dringlicher als sonst, dass „dieser Krieg so schnell wie möglich beendet werden muss“. Der SPD-Mann erwartet, dass „die Bundesregierung alle diplomatischen Bemühungen ergreift, die möglich sind“. [….] US-Raketen in Deutschland und immer mehr Waffen für Kyjiw sind für den Wahlkampf von CDU und SPD im Osten derzeit ein toxischer Cocktail. [….] Ein paar Bürgerrechtler um Marianne Birthler und Markus Meckel werfen Wagenknecht nun vor, russische Propaganda zu verbreiten. Als russisches Militär ein Kinderkrankenhaus in Kyjiw angriff, habe Wagenknecht den Ukrainern unterstellt, zu lügen. Solche „Desinformation sei in der DDR eine wohlbekannte Praxis“ gewesen, heißt es in dem Brief. Deshalb sollten die demokratischen Parteien, vor allem an die CDU, nicht „mit derartigen Lügnerinnen und Lügnern“ regieren. [….] Ist der Hagel von Friedensbotschaften von Woidke, Ramelow und Kretschmer ein Erfolg des BSW? Gar vorauseilende Anpassung? Wagenknecht hat ja vollmundig erklärt, das BSW werde sich nur „an einer Landesregierung beteiligen, die bundespolitisch klar Position für Diplomatie und gegen Kriegsvorbereitung bezieht“. [….]

(Stefan Reincke, 06.08.2024)

Ein so klare Positionierung pro Putin gibt es eben nur im Osten.

Es schmerzt, zu sehen, wie Linke und Sozis von dem antihumanistischen Virus anstecken lassen. Aber der CDU-Ministerpräsident von Sachsen sticht klar als Widerlichster der Populisten-Ossis hervor. Michael Kretschmer vereint in seiner Person alles, das ich an den Ossis verachte. Er ist die Apotheose des Dunkelossitums. Seine abstoßende Roter-Gnom-Physiognomie unterstreicht seine charakterliche Hässlichkeit noch zusätzlich.


[…..] Sachsens Ministerpräsident Michael Kretschmer fordert auch mit Blick auf den Bundeshaushalt eine Kürzung der Waffenhilfe an die Ukraine. „Wir können nicht länger Mittel für Waffen an die Ukraine in die Hand nehmen, damit diese Waffen aufgebraucht werden und nichts bringen. Es muss alles im Verhältnis stehen“, sagte der CDU-Politiker dem Redaktionsnetzwerk Deutschland (RND). „Unterstützung ja, aber wir merken doch, dass wir an unsere Grenzen stoßen.“

Kretschmer reagierte damit auf die Frage, ob er für ein Ende der deutschen Waffenhilfe an die Ukraine sei, um Geld zu sparen. „Ich habe mich von Anfang an deutlich gegen Waffenlieferungen ausgesprochen und für diplomatische Initiativen geworben“, sagte er. „Seit zwei Jahren habe ich da eine sehr klare Meinung und ich muss leider sagen, diese hat sich in vielen Punkten bestätigt.“ Er bekräftigte, dass der Ukraine-Krieg aus seiner Sicht nicht auf dem Schlachtfeld beendet werde, sondern am Verhandlungstisch.

Der sächsische Ministerpräsident hatte im vergangenen Jahr bereits einen Waffenstillstand zwischen Russland und der Ukraine bei einem zeitweiligen ukrainischen Verzicht auf eigene Gebiete ins Gespräch gebracht - zur Empörung der Ukraine. Das Land wehrt seit Februar 2022 mit massiver westlicher Hilfe eine russische Invasion ab. Deutschland ist dabei nach den USA der zweitstärkste Einzelunterstützer.

Mit Blick auf die neu aufgeflammte Debatte über den Bundeshaushalt 2025 verwies Kretschmer auf den Etat-Zuwachs in den vergangenen Jahren. „Vor der Corona-Krise im Jahr 2019 hatten wir ein Haushaltsvolumen von 344 Milliarden. Wir sind jetzt bei 480 Milliarden und trotzdem kann die Ampel sich nicht auf den Haushalt einigen“, so der Ministerpräsident. „Das zeigt doch, dass alles außer Rand und Band geraten ist. Bürgergeld rund 50 Milliarden, Migration Dutzende Milliarden, Waffenhilfe zig Milliarden. So wird das nichts.“ […..]

(dpa, 09.08.2024)

Ich bin sicher, die Dankes-Telegramme aus dem Kreml, dem BSW und der AfD wird Kretschmer voller Stolz in seinem Arbeitszimmer aufhängen.

[…..]  Doch Kretschmers Aussagen lassen nicht nur in Sachsen die Wogen hochschlagen. Aus Berlin kommt scharfe Kritik. Besonders deutlich äußert sich Marcus Faber, FDP-Politiker und Vorsitzender des Verteidigungsausschusses im Bundestag. „Es widert mich an, wie ein Ministerpräsident den Überlebenskampf der Ukrainerinnen und Ukrainer für seinen Regionalwahlkampf benutzt“, so Faber in einer scharfen Reaktion. Für Faber steht fest: Die deutschen Waffenlieferungen sind notwendig, um der Ukraine die Möglichkeit zur Selbstverteidigung zu geben. „Das tun sie nicht aus Kriegslust, sondern weil sie nicht in einem großen Butscha leben wollen, in dem die russische Armee wahllos mordet, foltert und vergewaltigt.“  […..]

(Der Westen, 09.08.2024)

Immer noch begegnet man den Ossis nachsichtig; sie wären nun einmal nicht mit einer demokratischen Kultur aufgewachsen. Damit muss aber nach 34 Jahren mal Schluss sein. Es gibt keine Entschuldigung dafür, immer noch so dumm zu sein, diese faschistische PR nicht dechiffrieren zu können.

Das ist in etwa so, als würde ich mit über 50 Jahren immer noch in einen „Sandkuchen“ am Strand beißen und mich wundern, daß er nicht schmeckt.

Ich bin nicht so optimistisch, wie SZ-Edelfeder Kornelius.

[…..] Je näher der Wahltermin in Sachsen und Thüringen rückt, desto einfacher die Entscheidung: Es geht um die simple Frage, ob die Bürgerinnen und Bürger eine Regierung der Mitte oder der Extreme wollen – und welche Politik die neue Regierung für das jeweilige Bundesland bietet. Es geht in Sachsen und Thüringen hingegen nicht um die Frage, ob Waffen in die Ukraine geliefert werden sollen, oder ob der Krieg nun per Verhandlungen zu lösen ist.  Bedauerlicherweise vermitteln selbst die Parteien der Mitte und allen voran der sächsische Ministerpräsident Michael Kretschmer den Eindruck, dass auch eine Entscheidung über Krieg und Frieden anstehe. Das ist Humbug. Als ob es nicht Populismus genug wäre, dass die Volksverführerin Sahra Wagenknecht Tatsachen verdreht und als Hilfskraft für russische Propaganda dient, stellt jetzt auch der CDU-Ministerpräsident Forderungen auf, die mit der Realität wenig zu tun haben. Die Ukraine „verschwendet“ keine Waffen, sondern verteidigt sich mit bewundernswerter Ausdauer. Und Verhandlungen kommen deshalb nicht zustande, weil Wladimir Putin kein Interesse an Verhandlungen hat, solange er ohne nennenswerten Protest zu Hause tausend Mann am Tag in den Tod schicken kann. […..]

(Stefan Kornelius, 09.08.2024)

 

Donnerstag, 8. August 2024

Breites grünes Spektrum

Zugegeben, die Hardcore-Religiotin Katrin Göring-Eckardt triggert mich wegen ihres frömmelnden Engagements für den menschenrechtsantagonistischen Kinderfic**rverein seit jeher extrem. Ich will in keiner Weise von einer Rotrotgrünen vertreten werden, die solche Unwerte vertritt.

Aber gemäß des „wähle das kleinere Übel“-Axioms, steht gleichzeitig außer Frage, jederzeit eine Regierungskoalition mit Katrin Göring-Kirchentag gegen Varianten zu unterstützen, die CDU, CSU, BSW, AfD, FDP, FW beinhalten.

Als pluralistische Partei bieten die Grünen neben Religioten und Homöopathie-Schwurblern, schließlich auch genügend wissenschaftlich orientierte säkulare Politiker an, die ich gern in Regierungsverantwortung sehe.

Hinzu kommt ein gewisser Beschützerinstinkt, weil die Rechtspopulisten von Aiwanger über Merz und Söder und Kubicki bis Höcke derartig viel Lügenpropaganda über die Grünen ergießen, daß sie im Wahlkampf immer wieder physisch attackiert werden. Ein altes Muster: Konservative setzen auf Gewalt als Mittel der politischen Auseinandersetzung. Die alltägliche antigrüne Hetze trägt insbesondere in Ossistan so kräftige braune Früchte, daß sich Katrin Göring-Kirchentag selbst in ihrem Heimatbundesland Thüringen kaum noch sehen lassen kann.

[……] Katrin Göring-Eckardt und der Hass auf die Grünen[……] Die Menschen pöbeln, zerreißen Flyer vor ihren Augen: Beim Wahlkampf in Thüringen wird Katrin Göring-Eckardt behandelt, als habe sie sich an ihrer Heimat versündigt. Über eine Partei, die zum Feindbild geworden ist, und eine Frau, die das nicht hinnehmen will. [……] Als sie wieder auf der Straße steht, kommt ein Mann aus dem Haus. Klein, sehr kräftig. „Warum hängt ihr was an meine Türklinke?“, fragt er. „Wer hat euch reingelassen?“ Katrin Göring-Eckardt, eine der bekanntesten Grünen, Vizepräsidentin des Bundestags, blickt ihn erst mal schweigend an. Ein grüner Parteifreund aus dem Stadtrat, der sie begleitet, sagt ruhig, dass jemand die Haustür geöffnet habe.

„Ich hab’ ein Problem mit euch“, sagt der Hausbewohner. Er drückt die Brust durch und streckt die Arme leicht nach außen ab. Als wolle er sich prügeln. Plötzlich geht er zurück ins Haus, steht aber wenige Augenblicke später wieder da. Er hat die Grünen-Flyer von den Türklinken genommen. Vor den Augen Göring-Eckardts zerreißt er sie und wirft die Fetzen in die Mülltonne auf dem Gehsteig.

In diesem Augenblick hält auf der Straße ein Auto. Der Fahrer hupt, schaut Göring-Eckardt an und zeigt mit dem Daumen nach unten. [……] Katrin Göring-Eckardt ist in Thüringen eine Einheimische, aber viele hier sehen sie, und die Grünen überhaupt, wie Fremdkörper, die es abzustoßen gilt. Der politische Zustand Deutschlands und besonders des Ostens zeigt sich 2024 auch daran, wie feindselig Göring-Eckardt an manchen Orten empfangen wird in einem Bundesland, das eigentlich das ihre ist. Als sei sie nicht die heimkehrende Tochter, sondern eine, die sich an ihrer Heimat versündigt hat.

Ende April wird Göring-Eckardts Auto im brandenburgischen Lunow-Stolzenhagen blockiert. Laut ihrem Büro schlagen mehrere Personen aggressiv auf das Fahrzeug ein, erst nach 45 Minuten ermöglicht die Polizei die Weiterfahrt. Die Staatsanwaltschaft in Frankfurt (Oder) ermittelt gegen zwei Männer wegen Nötigung. [……] Auch 2015 bekam sie die Anfeindungen unmittelbar zu spüren. In einem Café sei eine Frau auf sie zugegangen, sagt sie. „Das ist für Ihre Flüchtlingspolitik“, habe die Frau gesagt. Und ihr ins Gesicht gespuckt. „Unangenehm“, sagt Göring-Eckardt.

Sie hat damals in einem Video die Hassbotschaften vorgelesen, die in den sozialen Medien gegen sie gerichtet wurden. „Grünes Dreckspack und Ami-Schlampe. Ihr gehört alle am nächsten Baum aufgehangen“, stand dort. „Es war nicht lustig, das nachzusprechen“, sagt sie. „Dass es durch meinen Mund ging, mit meiner Stimme, das hing mir anschließend nach.“

Heute ist die Stimmung im Land noch aufgebrachter, verrohter, die Extremisten noch erfolgreicher. [……] Gut sieht es ja nicht aus für die Grünen in Thüringen. Bei der Landtagswahl am 1. September könnten sie laut Umfragen an der Fünf-Prozent-Hürde scheitern, beim vergangenen Mal kamen sie gerade noch darüber. Den anderen Berliner Ampelparteien geht es kaum besser – die SPD liegt in Thüringen bei sieben, die FDP bei zwei Prozent.   […..]

(Nicolas Richter, 08.08.2024)

Während die Grünen im Osten also als linksextreme Vorschriftspartei im Dienste Washingtons konterkariert werden, kann man sie in Schwaben als klimafeindliche Industriebüttel mit Abschiebefetisch ansehen. Ministerpräsident Kretschmann hintertreibt den Ausbau erneuerbarer Energien, kämpft für klimaschädliche Verbrennermonster und gegen Migranten.

Ein aktuelles Schockbeispiel kommt aus Tettnang, der flächengrößten Stadt im Bodenseekreis in Baden-Württemberg, die als bedeutendes Hopfen- und Obstanbaugebiet gilt. Die feuchte Witterung dieses Jahres führt nun zum vermehrten Auftreten von Schalenfehlern an Äpfeln.

[….] Am stärksten verbreitet ist der Apfelschorf: Er wird von einem Pilz mit dem wissenschaftlichen Namen Venturia inaequalis verursacht und verursacht bräunliche, oft eingerissene Wundstellen an Blättern und Früchten[……] Bei sehr schorfempfindlichen Apfelsorten sind schon im Frühling olivgrüne bis braune Flecken auf den Blättern zu sehen. Die unregelmäßig geformten Flecken trocknen von der Mitte her ein und werden braun. Im weiteren Verlauf werden die Blätter wellig oder beulig, weil nur das noch gesunde Blattgewebe weiterwächst. [……] Die Äpfel besitzen ebenfalls braune, oft eingerissene Wundstellen mit eingetrocknetem, leicht eingefallenem Gewebe. Mit Schorf befallene Äpfel sind zwar problemlos genießbar, man kann sie allerdings nicht gut lagern.   […..]

(Mein schöner Garten, 07.12.2017)

 

Als Großstädter ist mir Venturia inaequalisschon seit meiner Studentenzeit wohlbekannt, weil auf Wochenmärkten immer auch „Obst mit Schalenfehlern“ angeboten wird, welches bei Menschen mit knapper Kasse sehr beliebt ist. Es schmeckt genauso gut, wird aber deutlich günstiger verkauft, weil viele Kunden makellose runde glänzende Äpfel bevorzugen.

Nach Tettnang scheint sich diese Erkenntnis nicht durchgesetzt zu haben; daher verlangt der örtliche Bauernverband nach der ganz großen chemischen Keule.

Sie sind traditionell ganz versessen auf Gifteinsatz, obwohl sie sich damit regelmäßig selbst schaden. Denn der Hopfen wird in die USA und nach Japan verkauft, die keine Fungizid-Grenzwerte kennen und den Hopfen unverschämterweise nur GANZ OHNE GIFT-GEHALT kaufen.

[…..] Die Verunreinigungen in Pflanzenschutzmitteln, welche mindestens zehn Prozent der jüngsten Tettnanger Hopfenernte marktunfähig gemacht haben, zeitigen weitere Folgen. Das Bundesamt für Verbraucherschutz (BVL) hat mit Verfügung vom 1. Juni 2012 mit Ridomil bei einem weiteren Pflanzenschutzmittel, das im Hopfenanbau angewendet wird, die Zulassung ausgesetzt. Auch dieses ist wie das schon im März vom Markt genommene „Folpan“ teilweise nicht verkehrsfähig, konkret: mit Captan belastet. Die Anwendung von Captan ist im Hopfen verboten.  Wie umfangreiche Labor-Analysen zeigen, ist bei der Herstellung des Pflanzenschutzmittels Folpan offensichtlich ein Produktionsfehler unterlaufen. Die Tettnanger Pflanzer, ursprünglich in der Schusslinie der Behörden, sind damit aus dem Schneider, „in der Haftung sind die Produktverantwortlichen“, wie Pflanzeranwalt Konrad Renz (Ravensburg) feststellt. Die Schadenregulierung gestalte sich aber nach wie vor schwierig. Nach Worten von Renz herrscht inzwischen aber eine „gewisse Zuversicht, dass die Schäden ausgeglichen werden. Wann dies jedoch konkret der Fall sein wird, ist derzeit aber nicht absehbar.“ Betroffen ist eine Menge von mindestens 150 Tonnen Aromahopfen. Detaillierte Schadensummen im Anbaugebiet Tettnang will heute noch keiner nennen. Tettnangs Pflanzergeschäftsführer Jürgen Weishaupt taxiert sie aber auf mehrere Millionen Euro. Der entstandene Image-Schaden kommt noch dazu. […….]

(Schwäbische.de, 14.06.2012)

Acht Jahre später beklagte das örtliche Landratsamt in einer Allgemeinverfügung, immer noch keine Fortschritte dabei gemacht zu haben, den Amis ihren Gift-Hopfen anzudrehen.

[…..]  Captan / Folpet – Allgemeinverfügung für 2020.

Trotz intensivster Bemühungen auf allen Ebenen des Hopfenwirtschaftsverbandes und des Hopfenpflanzerverbandes seit Sommer 2019 haben wir aktuell keinen Rückstandshöchstgehalt (RHG) für Captan in den USA, arbeiten aber weiterhin mit Hochdruck daran. Wir planen deshalb abermals wie in den Vorjahren mit einer Allgemeinverfügung im Altkreis Tettnang sowie in den Hopfenbaugemeinden in RV. Voraussetzung ist, dass ausreichend Dithianon-Produkte (Delan…) zur Verfügung stehen. Bitte die Spritzfolge im Obstbau (Captan zu Beginn) entsprechend anpassen, ausreichender Mittelbezug und sparsamer Einsatz von Delan, nach Möglichkeit keine Delan-Behandlungen im Hopfenbau.  […..]

(Landratsamt Bodenseekreis, 13.03.2020)

Im 2024er Sommer möchten die Tettnager Bauernverband den EU-weit geltenden Höchstwert für Folpet um das ZWANGZIGFACHE erhöht wissen.

Hier kommt nun das Bundeslandwirtschaftsministerium ins Spiel, welches von dem Grünen Baden-Württemberger Cem Ozdemir geführt wird, der seinen Parteifreund Winfried Kretschmann in Stuttgart beerben will. Folpet auf den Äpfeln könnte auch den Hopfen in der Gegend erreichen und ihn damit unverkäuflich machen.

Wie halten es also die Grünen mit Umweltschutz und Pestiziden?

[……]  Schon im Juli erließ deshalb das Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (BVL) eine Notfallzulassung für einen anderen Wirkstoff: Folpet. In der letzten Phase vor der Ernte sollen zumindest in dieser Region Äpfel noch damit gespritzt werden dürfen, und zwar tüchtig. „In diesem Stadium der Entwicklung des Schorfes sind mildere Maßnahmen nicht mehr möglich“, heißt es aus dem Bundeslandwirtschaftsministerium.

Dumm nur, dass ein strenger Höchstwert für Folpet-Rückstände in Äpfeln gilt: 0,3 Milligramm je Kilo; er gilt in der ganzen EU. Aber auch darauf gibt es eine Antwort, sie ist sieben Seiten lang und wird derzeit mit Ländern und Verbänden konsultiert: eine Verordnung zur vorübergehenden Anhebung des Grenzwertes auf sechs Milligramm. Das wäre Faktor 20. Ist das noch gesund? Dazu sei das Bundesamt für Risikobewertung zurate gezogen worden, heißt es im Landwirtschaftsministerium. Und das habe festgestellt, dass angesichts der Vorgaben für die Anwendung des Stoffes „ein akutes gesundheitliches Risiko für Verbraucherinnen und Verbraucher praktisch ausgeschlossen ist“.  In die gespritzten Äpfel allerdings müssen Verbraucher in Deutschland beißen, denn für den Export sind sie fortan unbrauchbar – schließlich gelten überall sonst weiter die Höchstwerte der EU. Und anwenden sollten die Obstbauern das Pilzgift auch nur, wenn die Grenzwerte wirklich noch rechtzeitig geändert werden, warnt der Pflanzenschutzdienst des Bodenseekreises. Passiert das nämlich nicht, wären behandelte Äpfel „gesetzlich nicht verkehrsfähig und müssten bei Verlassen des Betriebes vernichtet werden“.  […..]

(Michael Bauchmüller, 08.08.2024)

So geht grüner Verbraucherschutz. 100% auf Linie des Bauernverbandes gegen die Umwelt.

Mittwoch, 7. August 2024

Im braunen Sumpf

Zweimeter-Mann-Müller, *1947, erlebte schon Höhen und Tiefen. Stieg zum Bischof von Regensburg auf. Galt als unbeliebtester Bischof Europas, weil er eisern pädosexuelle Geistliche förderte und brutal gegen die Missbrauchsopfer seiner Pfaffen vorging.

Allein Wikipedia beschreibt 15 Großskandale um seine Person.

Müller war der Abschaum in Soutane, selbst seiner Brüder im Bischofsamte gruselten sich vor ihm, weil er auf persönlicher und charakterlicher Ebene spielend den Woelki-Unsympathen-Level unterschritt, so daß jeder in seiner Diözese versuchte, ihm aus dem Weg zu gehen. Ein derartig gehasster und menschlich abstoßender Mann, erregte natürlich Aufmerksamkeit in Rom. Der mächtigste Pädophilen-Beschützer der Welt persönlich schritt ein und ernannte ihn zum Leiter der Inquisitionsbehörde. Als frisch gebackener Kurienerzbischof war Gerhard Ludwig Müller ab 2012 nicht nur Präfekt der Kongregation für die Glaubenslehre, Präsident der Päpstlichen Kommission Ecclesia Dei, der Päpstlichen Bibelkommission und der Internationalen Theologenkommission, sondern gehörte zusammen mit Benedictus PP. XVI und Kardinalstaatssekretär Tarcisio Bertone zum mächtigsten Trio der 1,4 Milliarden Katholiken.

Ratzis Nachfolger Franzi wollte nach seiner Machtübernahme im März 2013 Kontinuität mit dem noch lebenden Nebenpapst demonstrieren und erhob Müller im Februar 2014 zum Kardinaldiakon mit der Titeldiakonie Sant’Agnese in Agone.

Allerdings bemerkte der argentinische Einlunger recht schnell die toxische Persönlichkeit seines Glaubenspräfekten. Entlassen konnte er ihn nicht, ohne einen Ratzi-Gänsi-Aufstand nebenan im Kloster Mater Ecclesiae zu provozieren.

Seit 2017 ging es wieder stetig bergab. Die erste fünfjährige Amtszeit als Leiter der weltweiten Inquisitionsbehörde war abgelaufen und Bergoglio dachte gar nicht daran, ihn länger als irgendwie nötig in seiner Nähe zu behalten.

Müller mutierte endgültig zum rechtsextreme, Nazi-affinen Verschwörungstheoretiker, Covidioten und radikalen Schwulenhasser.

Insbesondere seit Razi passenderweise an Müllers Geburtstag, dem 31.12.2022 starb.

[…..] Die völlig entmenschten Posen, mit denen bei der Inaugurationsfeier der Olympischen Spiele LGBT-Ideologen nicht nur das Letze Abendmahl Jesu, sondern auch ihre eigene Menschenwürde verhöhnten, knüpfen offensichtlich an die Kampagne der Jabobiner zur Entchristlichung Frankreichs an. Auf dem Zenit dieser anti-kirchlichen Raserei ließen am 10. November 1793 die Französischen Revolutionäre eine nackte Frau als Göttin Vernunft in die Pariser Kathedrale Notre Dame einziehen und auf dem Altar ihre sexuellen Perversionen demonstrieren. Blasphemische Obszönitäten gegen die Religion sind untrennbar verbunden mit der physischen und psychischen Gewalt gegen die Christgläubigen. […..] Die Woke-Ideologie im Westen hat ausdrücklich atheistische Wurzeln, ist durch und durch vom Hass auf Jesus Christus geprägt und übelster Hetze gegen die katholische Kirche zerfressen. Sie äußert sich in der Diskriminierung der Christen in gewalttätigen Worten und Handlungen bis zu den Justiz-Verbrechen gegen die Menschlichkeit, wenn z.B. durch Gerichtsbeschluss den Eltern ihre eigenen Kinder weggenommen werden, wenn diese die Verstümmelung der Genitalien ihrer Kinder nicht zulassen – alles unter dem Euphemismus „Selbstbestimmung des eigenen Geschlechts“. […..] Sie merken nicht, dass sie die Ehre Frankreichs, das als Land und Kultur alles dem Christentum verdankt, in dem Schmutz haben ziehen lassen und selbst noch in einem Anfall geistiger Umnachtung daran mitwirkten. Die Verachtung der Religion und des Gewissens führt notwendig in Psychoterror und Gewalt. […..] Die Verhöhnung des Abendmahls durch geistig entwurzelte und psychisch schwer gestörte Akteure, ihre Anstifter und Geldgeber war ein Akt des geistigenTerrorismus, der auf ihre Urheber zurückschlägt. „Die Revolution ist wie Saturn, sie frisst ihre eigenen Kinder und gebiert am Ende mit all seinem Unheil den Despotismus“ , waren die letzten Worte Pierre Verniauds, des Führer der Girondisten auf dem Schafott. […..]

(Gerhard Ludwig Kardinal Müller, 29.07.2024)

Müller mag auch in der katholischen Welt für Kopfschütteln sorgen und gilt in der Kurie als ungefähr genauso beliebt wie Fußpilz oder Mundfäule.

Aber in einem Punkt bleibt er ein klassischer Kleriker mit denselben Vorlieben, wie seine Amtsbrüder: Die Raffgier.

[….] Doch nun legt ein Bericht des US-Portals "The Pillar" nahe: Die Unstimmigkeiten könnten weniger mit Glauben zu tun gehabt haben - dafür umso mehr mit Geld.

Müller soll einen Tisch bestellt haben für mehrere Zehntausend Euro - und den alten, an dem schon Joseph Ratzinger Konferenzen geleitet haben soll, im Gegenzug an einen befreundeten, in Bayern ansässigen Möbelbauer und Antiquitätenhändler verkauft haben. Doch in dieser Geschichte geht es um mehr als die Frage, inwiefern ein Kurienkardinal über das Mobiliar seiner Behörde verfügen kann. Bereits 2015 hatte die "Bild"-Zeitung von einer Razzia im Vatikan berichtet, bei der Fahnder des Wirtschaftssekretariats im Schreibtisch von Müllers Verwaltungsleiter Monsignore Mauro Ugolini 20.000 Euro Bargeld gefunden hätten, versteckt hinter einer alten Dose für Wiener Würstchen.

Laut "The Pillar" war damals deutlich mehr Bargeld im Umlauf oder landete auf Privatkonten. Von "surrealen" Szenen ist dort zu lesen. So sollen Beamte des Glaubensdikasteriums versucht haben, Tausende Euro Bargeld in Plastiktüten aus dem Büro verschwinden zu lassen, als die Prüfer des vatikanischen Wirtschaftssekretariats kamen.

Insgesamt spricht der Bericht von Hunderttausenden Euro, die "entweder veruntreut, nicht ordnungsgemäß dokumentiert oder anderweitig nicht verbucht worden waren". Allein 200.000 Euro sollen demnach auf Kardinal Müllers Privatkonto gelandet sein. Der soll das dem Bericht zufolge mit einem "Schreibfehler" bei den Kontonummern erklärt haben.

Woher das Geld stammt, ist unklar. Der Bericht bezieht sich auf mehrere informierte Quellen, die davon ausgehen, dass es sich dabei nicht um großzügige Geldspenden handelte, sogenannte Bustarella, sondern um einen Teil der Verwaltungseinnahmen aus kanonischen Fällen, also auch aus einer Art Bearbeitungsgebühr für Fälle von klerikalem sexuellem Missbrauch von Minderjährigen oder aus kanonischen Eheschließungsfällen.  [….]

(BR, 03.08.2024)