Samstag, 1. Juli 2017

Impudenz des Monats Juni 2017



Und schon wieder einmal zeigt der Kalender eine „1“ - hohe Zeit für mich den Blödmann des Monats zu küren.

Eine wirklich gefährliche Impudenz des Monats sind die angelsächsischen rechten Hetz-Zeitungen, mit denen verglichen die BILD-Zeitung geradezu seriös wirkt.

Diese dumpfbraunen Mistmedien wollen natürlich Kasse machen und generieren daher Storys, die Aufmerksamkeit erregen.
Wenn man aber jede Seriosität fahren läßt und Falschmeldungen einseitig wider Minderheiten produziert, wenn man wie US-amerikanische ultrarechte Breitbart News, Gateway Pundit, LifeZette, Newsmax und Infowars auf Schwarze, Schwule, Linke, Arme eindrischt, bleibt das nicht folgenlos.

Leser durchleben ein braunes Brainwashing und stimmen dann für Trump oder den Brexit.
Natürlich gibt es Millionen Menschen, die das offensichtlich begrüßen.
Aber abgesehen von der moralischen Implosion, sind Trump und Brexit auch echte Gefahren für die jeweiligen Länder.

Der ökonomische und soziale Absturz ist bereits eingeleitet.
Die langfristigen Folgen werden noch Generationen beeinträchtigen.

Trump führte die USA in wenigen Monaten in die energiepolitische Steinzeit und machte seine einstmals angesehene Nation zum internationalen Paria.

Die außergewöhnlich schlecht regierten Briten haben ebenfalls einen langen steinigen Abstieg vor sich.

Ohne Not und Verstand ließ Premierministerin May neu wählen, verlor dabei die eigene absolute Mehrheit und muß nun mit einer steinzeitlichen Hasspartei koalieren.

[….] Die nordirische "Democratic Unionist Party" wird wohl Regierungspartei in Großbritannien. Sie will die permanente Teilung Irlands. Und beharrt standhaft darauf, dass sonntags niemand Sex haben darf. [….] Die Partei ist zum Beispiel gegen die gleichgeschlechtliche Ehe und gegen Abtreibung; sie steht dem Klimawandel skeptisch gegenüber und einige ihrer Mitglieder tendieren zu einer kreationistischen Weltsicht. Die DUP unterstützt zudem den Brexit.
Während der Achtzigerjahre flirtete die DUP mit verschiedenen extremen paramilitärischen Gruppierungen in Nordirland, aber grundsätzlich hat sie sich vor allem darauf konzentriert, Wahlen zu gewinnen. Ihre Vertreter sind dickköpfige Politiker, sie sind gerissen, wehrhaft und erfahren. Es gelang ihnen, ein Abkommen mit der katholischen Partei Sinn Féin zu schließen, die viele Jahre ihr ärgster Feind gewesen war und Mitglieder der IRA in ihren Reihen hatte, die Irlands Wiedervereinigung mit Bomben und Gewehrkugeln hatten herbeiführen wollen. [….]

Glückwunsch Frau May, nun lebt der Nordirlandkonflikt auch wieder auf.

Einer der schlechtesten Politiker aller Zeiten, Trump-Look-alike Boris Johnson, Held der rechten Boulevardmedien, führt Großbritannien als Außenminister wie die USA in ein Paria-Dasein. Immer wieder blamierte er sich durch unfassbare Unkenntnis ganz im Stile der Trump-Administration.
Inzwischen bringt der völlig verblödete zweitmächtigste britische Politiker gar keine vollständigen Sätze mehr raus.

[…..] So dürfte sich ein hochrangiger Politiker selten bei einem Interview blamiert haben: In einem Radiogespräch mit der BBC wurde der britische Außenminister Boris Johnson zum Regierungsprogramm von Theresa May und der Thronrede der Queen am Mittwoch in London befragt. Doch statt kompetent Auskunft zu geben, verhaspelte sich Johnson, kam ins Stottern, suchte hilflos in seinen Unterlagen und fand darin alles, nur keine Antworten.
In dem Interview fragt der Radiomoderator Eddie Mair Johnson, was die Regierung dagegen tun wolle, dass Schwarze von der Justiz diskriminiert und deutlich härter angegangen würden als Weiße. „Es gibt Maßnahmen, glaube ich, in dem Gesetzentwurf, der, glaube ich, einige von diesen Dingen behandelt“, stottert Johnson und sucht offenbar angestrengt in seinen Unterlagen. „Ich glaube, wir denken vor allem an Maßnahmen, um...-“ – Johnson seufzt laut – „...warten Sie eine Sekunde..-“ Mehr kommt nicht, das ist die Antwort des britischen Außenministers auf die Frage. […..]
(FAZ, 22.06.2017)
Die Briten haben sich mit ihrer Europafeindlichkeit so ins Abseits manövriert, daß selbst die streng unpolitische Queen bei der Parlamentseröffnung am 21.06.2017 buchstäblich Farbe bekannte – gegen ihre eigene Regierung.


Wieso aber der Hass auf die EU?

Weil die britischen rechten Medien ihn mit perfiden Fehlinformationen anstacheln.

Nachdem am 14.Juni 2017 der Grenfell Tower im Stadtteil North Kensington im Westen Londons abbrannte und es mindestens 80 Tote zu beklagen gab, nutze der „Daily Express“ das weltweite Entsetzen, um genüßlich der EU die Schuld in die Schuhe zu schieben. Die Klima-Regularien der bösen Brüsseler hätten die brennbare Außenverkleidung notwendig gemacht.

[….] Did EU regulation mean deadly cladding was used on Grenfell Tower?
[….] EU regulations set out rules for buildings’ energy consumption with Britain signed up to the 2010 Energy Performance of Buildings Directive.
Under the directive, the UK is required to report to the European Commission on progress towards national energy efficiency targets each year.
Article 24 of the directive was cemented into UK law in April 2014 and a Government report says “bringing as many residential and commercial buildings as possible up to a high level of energy performance is a priority for the UK Government”.
Cladding is often used to improve energy efficiency and it is thought there could be up to 30,000 buildings in the UK fitted with similar cladding to that used on Grenfell Tower. [….]
(Daily Express, 15.06.2017)

Das ist selbstverständlich eine perfide Lüge, aber eben auch ein perfektes Beispiel dafür wie der “Express” effektiv antieuropäische Hassgefühle schürt.
Mit solchen Medien spaziert eine verdummungswillige Bevölkerung in ihren Untergang.

[….] Die Briten haben sich in eine politische Katastrophe manövriert
Im einst vernunftbegabten Großbritannien läuft etwas gewaltig aus dem Ruder. Wie ein komplexes Unterfangen wie der Brexit ausgehandelt werden soll, ist ein Rätsel.
Großbritannien, im Juni des Jahres 2017: Regiert wird das Land von einem Sprechroboter, Maybot genannt, dem es beim Besuch des abgebrannten Hochhauses im Westen Londons gelungen ist, nicht mit Überlebenden oder freiwilligen Helfern zu reden. Diesen Montag beginnen die Verhandlungen über den Austritt aus der EU, aber niemand hat auch nur den Ansatz eines Plans. Die Regierung ist abhängig von einer Kleinpartei, die Klimawandel-Leugnern und Kreationisten eine wohlige Heimstatt bietet. Boris Johnson ist Außenminister.
Was in aller Welt ist mit diesem Land passiert? […..]
Um in kürzester Zeit von dieser komfortablen Position ins lächerliche Chaos der Gegenwart zu gelangen, bedurfte es im Wesentlichen zweierlei: zum einen des obsessiven Hasses der konservativen Rechten auf die EU, und zum anderen der Verantwortungslosigkeit von Cameron, der mit dem Referendum die Zukunft des Landes aufs Spiel setzte, um ein paar Fanatiker in seiner Partei zu befrieden. Immer klarer wird, was für eine außergewöhnlich schlechte Entscheidung das war. Dass Großbritannien zur Lachnummer Europas geworden ist, hängt direkt mit dem Votum für den Brexit zusammen.
Die Leidtragenden sind die britischen Bürger, die während der Referendums-Kampagne von den Brexit-Befürwortern systematisch belogen und von Teilen ihrer Presse verraten und für dumm verkauft wurden. Die Schamlosigkeit kennt bis heute keine Grenzen: Der Daily Express fragte allen Ernstes, ob das furchtbare Hochhaus-Feuer vielleicht damit zusammenhänge, dass das Gebäude gemäß EU-Regularien verkleidet worden sei. Es ist ein Leichtes herauszufinden, dass die Antwort auf diese Frage Nein lautet, aber indem man sie ungeprüft stellt, ist der Verdacht in der Welt: Vermutlich ist die EU auch daran schuld.
Nebenbei gesagt: Ein Land mit einer Presse, die in Teilen so demonstrativ desinteressiert an der Wahrheit ist und eine Katastrophe wie den Brand des Grenfell Tower für ihre abgeschmackte Propaganda nutzt, hat ein ernsthaftes Problem. [….]

Freitag, 30. Juni 2017

Glaubwürdigkeit und so



Nur noch sechs Tage bis Putin, Erdoğan und Trump in meiner Stadt einfallen. Ganz schön was los hier, 11 Polizeihubschrauber kreisen die ganze Nacht über mir, weil die ortsfremden Piloten üben müssen über einer dunklen fremden Stadt zu fliegen (Hamburgs Polizei hat nur zwei eigene Libellen).
Der Verkehr kommt jetzt schon zum Erliegen.

Einen G20-Gipfel in einer Stadt wie Hamburg, die keine breiten Alleen hat, auf einem Areal unmittelbar der extremsten linksautonomen Szene Deutschlands durchzuführen, ist, nun ja, nicht schlau.

Bis auf die 300 Berliner Polizisten, die öffentlich „gebumst haben“ und daher zurück geschickt wurden, sind die Beamten, die das Megatreffen schützen müssen, nicht erfreut.
Einer macht seinem Ärger in einem offenen Brief Luft.

[…..]  Ich bin Ende 30 und Polizeibeamter. Ich versehe meinen Dienst derzeit auf einem Stadtrevier im Streifendienst, vorher habe ich einige Zeit in der Bereitschaftspolizei meines Bundeslandes den Dienst versehen. Mittlerweile bin ich seit über 15 Jahren bei der Polizei.
[…..]     Der von Ihnen geplante G20 setzt all diesen Dingen jedoch die Krone auf. Allein die Kosten, die vermutlich erst nach dem Gipfel abzusehen sein werden, sind eine einzige Frechheit. Soll allein die GeSa (Gefangenensammelstelle) tatsächlich über vier Millionen Euro kosten? Ihr Ernst?
    Ich lade Sie gern ein, wenn Sie noch einen Programmpunkt zwischen teurem Essen und Konzertbesuch frei haben, mal eine Schicht im Streifendienst zu begleiten. Schauen sie sich gern Familien am Rande der Gesellschaft an, die wir in polizeilichen Einsätzen oft erleben.
    Die Menschen, die ohne Obdach auf der Straße (er)frieren, oder die, die sich beim Discounter um die Ecke eine Packung Toastbrot und Käse klauen, um den Kindern Brote für die Schule zu machen. Ist es tatsächlich ihr Ernst, solche Schicksale tagtäglich zu dulden, um an zwei Tagen Milliarden von Euro für Ihr belangloses Stelldichein zu verschwenden, die in unseren sozialen Systemen besser angelegt wären?
[…..]     Wie gut könnte man das Geld in den Pflegeeinrichtungen oder in der Flüchtlingsarbeit gebrauchen? Ich will jetzt nicht die ganz große Keule schwingen, aber bedenken sie bei Ihren teuren Gängemenüs, dass täglich durchschnittlich 40.000 Kinder in Entwicklungsländern verhungern. […..]     Eine komplette Stadt wird lahmgelegt, damit Sie, liebe Staatschefs, Ihre Partner und Freunde, drei schöne Tage in der Hansestadt Hamburg verbringen. In meiner Ausbildung habe ich mal etwas über “Erforderlichkeit” und “Verhältnismäßigkeit” gelernt, nach deren Vorhandensein polizeiliche Maßnahmen geprüft werden sollen.
[…..]     Wir wissen doch alle, dass Ihr Milliardenschwerer Ausflug keinen Konflikt der Welt entschärfen, keine Hungerkrise lösen und kein Heilmittel für eine tödliche Krankheit liefern wird. Nach diesem katastrophalen G7, auf dem nicht ein Problem wirklich angegangen wurde, von dem lediglich Nachrichten über verschärfte Töne und zu fest geschüttelte Hände geblieben sind. [….]

Für mich ist es schwer in das „Gipfel bitte nicht in Hamburg“-Lamento einzustimmen, da ich ja nun einmal selbst Hamburger bin und es doch zu sehr nach dem St. Florians-Prinzip aussähe.

Ich bin nicht grundsätzlich gegen Gipfel. Sie müssen irgendwo stattfinden. Aber natürlich kann in dieser superkurzen Zeit – 48 Stunden für 10.000 Gesprächspartner – nichts Sinnvolles daraus resultieren.

Da man aber, wieder einmal, nicht auf mich hört, ist der Hamburger G20 so wie er ist.
Einer, der brasilianische Präsident Temer, ist schon abgesprungen.
Es bleiben also nur noch rund 9.999 Teilnehmer, 30.000 Polizisten und erwartete 200.000 Gegendemonstranten.

Mit dem Beifall aller Bundestagsparteien erteilte die GroKo-Bundesregierung Erdoğan Redeverbot in Deutschland. Noch einer eingenordet.

Der Türkische Staatschef ist allerdings ein moderner Liberaler verglichen mit dem steinzeitlichen Massenhinrichter König Salman, der mal eben den Rest der Welt dazu zwingen will den Journalismus im Nahen Osten abzuschaffen und der viel zu reich ist, als daß irgendein Westler ihm widerspräche.


Aber, kein Problem, Salman ist unser Freund.

Worüber Merkel mit ihm reden will?

Stabilität, Klima, Wirtschaft, Nachhaltigkeit!

[…..] Seit Beginn der G20-Treffen im Kreis der Staats- und Regierungschefs setzt sich Deutschland dafür ein, dass der Dialog über den Klimaschutz und über die Herausforderungen einer nachhaltigen und umweltverträglichen Entwicklung fest auf der G20-Agenda etabliert ist.
Das Ziel ist, dass die G20 positive Impulse für die im UN-Rahmen laufenden Verhandlungen gibt. Auf dem G20-Gipfel in Antalya im November 2015 bekannte sich die G20 zu langfristigem Klimaschutz und Einhaltung des Zwei-Grad-Ziels als Signal für die unmittelbar bevorstehende COP21 in Paris. Sie bekräftige den Willen der G20 zum Abschluss eines ambitionierten, dauerhaften, dynamischen und rechtsverbindlichen Weltklimaabkommens. [….]

[….] Die G20 setzt sich zudem dafür ein, die wirtschaftliche Teilhabe von Frauen zu stärken. So einigte sich die G20 auf das Ziel, die Erwerbsbeteiligung von Frauen zu verbessern und den noch bestehenden Unterschied zwischen Männern und Frauen bei der Erwerbsbeteiligung bis 2025 um 25 Prozent zu verringern. [….]

Klima, Nachhaltigkeit, Teilhabe von Frauen.
Dafür setzt König Salman, der ganz allein Hamburgs prächtigstes und edelstes Hotel, das Vier Jahreszeiten, okkupiert, wirklich Zeichen.
Der Mann ist bescheiden.

[…..]  Die haben in Hamburg 400 Zimmer gemietet, davon 160 bei uns. Der König und sein innerer Zirkel werden bei uns wohnen. […..] Wir haben eine ganz normale Kalkulation durchgeführt und unsere normalen Raten berechnet - angesichts des Gipfels sind das natürlich die Höchstraten des gesetzten Preisgefüges. […..] Der König hat einen exzellent arbeitenden Reisestab. Die waren jetzt schon mehrmals im Vorfeld des Gipfels hier, haben alle Suiten und Zimmer fotografiert, Fluchtwege inspiziert und alle nötigen baulichen Veränderungen mit uns geplant. […..] Etliche der Gäste haben Sonderwünsche, etwa, was die Badezimmertechnik angeht. In der Suite des Königs montieren wir temporär Panzerglas vor die Fenster. Ein paar Wände mussten umgesetzt werden. Und für den König ist auch unsere Royal Suite im Grunde viel zu klein - der braucht große Empfangsräume. Unsere Festsäle haben in etwa das Format königlicher Wohnzimmer und werden mit Sofas und anderen Möbeln für die Zeit seines Aufenthalts zu Lounges und Wohnbereichen umgebaut. Dort wird auch der Thron stehen, den der König mitbringen wird.
[…..]  Der König bringt […..] seine eigenen Köche mit. […..]
Und da sind auch Spezialisten dabei: Leute, die nur Tee kochen, andere, die nur für das Obst zuständig sind. [….]

Salman kommt auch nicht bloß mit popeligen zwei Boeing-Jumbojets wie Donald Trump, sondern gleich mit sechs Jumbos – eben das nötigste Gepäck für zwei Tage.

Ja, Frau Merkel, wenn man die Gäste so anreisen lässt, werden die Themen „Nachhaltigkeit, Entwicklungshilfe und Klimaschutz“ umso glaubwürdiger.
Denn so geht umweltschonendes Reisen!

[….] Seit er sie hat, verreist er nicht mehr ohne: Eine goldfarbene transportable Rolltreppe ist das neueste Reise-Accessoire des saudischen Königs Salman. Das klappbare Gerät made in Germany wird auch in Hamburg zu sehen sein, wenn Seine greise Majestät (81) den Flieger verlässt. Den letzten Meter schwebt er mit einem Lift zu Boden. […..]
Außerdem traditionell im Reisegepäck: die eigenen Limousinen – zur Asienreise in diesem Februar etwa zwei Mercedes S-Klassen. Und Kamele. Auch für den Besuch beim G20-Gipfel wird der Monarch mehrere Kamele einfliegen. Platz genug ist ja, wenn man mit sechs Boeings anreist. Die Wüstenschiffe spenden die für ein saudisches Frühstück benötigte magere Milch. In der Ferne soll eben alles genauso schmecken wie daheim, da unterscheidet ein Herrscher sich nicht vom Pauschal-Touri. Darum auch 30 tiefgefrorene Lämmer, die die Hofköche in der Hotelküche des „Vier Jahreszeiten“ grillen sollen.  [….]

Donnerstag, 29. Juni 2017

Trump im Blutrausch



Leicht aussprechen kann unsereins diese konsonantenreichen polnischen Namen nicht.
Vor vier Wochen starb der legendäre US-Sicherheitspolitiker Zbigniew Kazimierz Brzeziński (1928-2017), der als Chefberater der Präsidenten Johnson und Carter so eine Art Henry Kissinger auf demokratisch war.
Als ungeheuer einflussreicher Politikwissenschaftler mischte er in der internationalen intellektuellen Szene bis zum Schluß mit, besuchte noch dieses Jahr als gefragtes Orakel die Münchner Sicherheitskonferenz.

Seinen Namen wird man so schnell nicht vergessen; unter anderem auch deswegen, weil seine Tochter Mika Brzezinski (*1967) auf MSNBC die tägliche Fernsehsendung „Morning Joe“ zusammen mit dem früheren republikanischen Politiker Joe Scarborough moderiert.

Brzezinski und Scarborough hatten schon lange vor dem Ausraster Brian Karems gegenüber der Superlügnerin Sarah Huckabee-Sanders genug von den unverschämten Hetztiraden des Weißen Hauses.


Cheflügnerin Kellyanne Conway wollten die Morning-Joe Moderatoren im Februar gar nicht mehr einladen, weil sie sowieso nie die Wahrheit sage.

‘Morning Joe’ host says Kellyanne Conway was banned because ‘everything she said was disproven’
(Cleve R. Wootson Jr., WP, February 22, 2017)

Inzwischen war Conway doch wieder in der Show und natürlich führte es zu einem weiteren Skandal, da Mika Brzezinski anschließend durchblicken ließ, Conway hasse inzwischen Trump; selbst ihre ginge das ständige Rechtfertigen der Trump-Hetztiraden und Lügen auf die Nerven. Wenn sie Trump spreche, benötige sie anschließend eine Dusche.

[…..] ‘Morning Joe’ Hosts: Conway Said She Needed a Shower After Speaking for Trump. [….]

Schwer vorstellbar, daß bei Conway Duschen noch ausreicht, aber immerhin nachvollziehbar wie sehr sie ihr Renommee-Verlust ärgern wird.

Als Sprecher für Trump muß jeder sich selbst um den letzten Funken Glaubwürdigkeit bringen und endet als tragische Witzfigur wie Sean Spicer.

Nachdem kürzlich „on air“ verkündete Trump lüge jeden Tag und zerstöre das Land – was eine zweifellos völlig zutreffende Darstellung ist. Rastete Trump mal wieder völlig aus.

 […..] Hauptziel von Trumps Verachtung wurde die Fernsehmoderatorin Mika Brzezinski, die den Präsidenten in einer Morgensendung scharf kritisiert hatte. Sie hielt ihm unter anderem vor, per Twitter über das äußere Erscheinungsbild von Menschen herzuziehen, "jeden Tag zu lügen", die Autorität seiner Mitarbeiter zu untergraben und sie als Bauernopfer zu missbrauchen.
Wenig später verunglimpfte Trump die Journalistin als die "verrückte Mika mit dem niedrigen IQ". Trump höhnte auch, Brzezinski habe vor einigen Monaten bei einem Besuch in seinem Golfclub Mar-a-Lago als Folge einer Schönheits-OP "schlimm" im Gesicht geblutet. Ihren Ko-Moderatoren und Partner Joe Scarborough beschimpfte der Präsident als "Psycho Joe". [….]


Dazu fällt mir nur das Wort ein: Fatigue.
Wäre noch irgendetwas normal in Amerika, müßte ein Präsident nach solchen Tiraden zurücktreten.
Auch in den US-Medien ist  - mal wieder – die Rede von „überschrittenen roten Linien“. Shocking assault on Brzezinski nennen es die CNN-Kollegen.
Allein, das Land ist so verkommen, daß Trump sich alles erlauben kann. Vermutlich könnte er tatsächlich in NY einem Passanten grundlos in den Kopf schießen und käme damit durch.

Für den Moment ist es natürlich amüsant zu hören, wie sich beispielsweise die Republikanerin Ana Navarro echauffiert. Der „disgusting dude“ solle aufhören zu twittern, sich nicht mehr wie ein gemeines Mädchen benehmen und sich endlich ein Hobby suchen.



Höchst erstaunlich, Kellyanne Conway gibt den Spicer und versteckt sich metaphorisch gesprochen in den Büschen.

[….] Even Kellyanne Conway has NO defense for President Trump's verbal attack on Mika Brzezinski ... because she tried every possible tactic to avoid the topic.
We got Trump's Counselor Thursday morning on Capitol Hill -- just a few hours after his brutal tweets about Mika. We barely got the question out when she launched into every pivot in her arsenal. [….]

Konsequenzen wird es weiterhin nicht geben. Trump hat weiterhin zig Millionen treue Fans, House und Senat stehen hinter ihm. Eine ganze Armada von ultrarechten Medien lobt und preist ihn weiterhin.

Der Typ, der in acht Tagen nur wenige hundert Meter von mir entfern nächtigen wird, hat in medialem Drachenblut gebadet.