Und schon wieder einmal
zeigt der Kalender eine „1“ - hohe Zeit für mich den Blödmann des Monats zu
küren.
Die Auszeichnung gewinnt
diesmal der „Ökonomische Verstand des Urnenpöbels!“
Es ist sagenhaft, in
welchem Maße sich die Masse der Wähler blenden lassen ohne auch nur mal eine
Minute das Hirn einzuschalten.
Sie glauben die
Simpel-Märchen von einer Volkswirtschaft, die wie eine „schwäbische Hausfrau“
funktioniere und bewundern Merkel dafür, daß sie den Südeuropäern das Sparen
beibringe.
Denn mit dieser
Austeritätspolitik ginge es Deutschland schließlich gut.
Die Habenichtse sollten
sich mal ein Beispiel an uns nehmen.
Solche Ansichten, wie sie
von der Bundesregierung verbreitet werden, sind allerdings dumm und falsch.
Bei nüchterner Betrachtung
zeigt sich allerdings, dass es mit unserer Vorbildfunktion nicht so weit her
ist. Obwohl die schwarz-gelbe Koalition überzeugt ist, sie könne besser mit
Geld umgehen als SPD und Grüne, hat es auch die aktuelle Regierung nicht geschafft,
die Ausgaben im Bundeshaushalt wenigstens zu stabilisieren. Im vergangenen Jahr
gab Finanzminister Wolfgang Schäuble rund 30 Milliarden Euro mehr aus als sein
Vorgänger 2008. […] Dass der Bundeshaushalt bald ausgeglichen sein könnte,
verdankt Ressortchef Schäuble vor allem dem kleinen deutschen
Wirtschaftswunder. Weil die Konjunktur sich noch immer positiv entwickelt,
legen die Einnahmen unaufhörlich zu. Die Ausgaben weniger rasch steigen zu
lassen, als die Einnahmen - von einer solchen Haushaltssanierung können die
südeuropäischen Krisenstaaten nur träumen. Ihre Finanzminister müssen ja tatsächlich
Ausgaben reduzieren.
Wie bei der
Selbsttäuschung vom Sparweltmeister hat sich in Deutschland auch der Glaube
verfestigt, wir seien ein Vorbild für harte Reformen, mit denen man die
Wirtschaft wieder auf Trab bringt. Klar, seit der Agenda 2010 ist der Druck auf
Arbeitslose höher, auch eine schlechter bezahlte Arbeit anzunehmen. Die
Rentenkassen werden durch ein niedrigeres Leistungsniveau und ein höheres Eintrittsalter
entlastet.
Viel mehr ist aber nicht
passiert. […] Wie beklagenswert die Situation inzwischen ist, hat am Mittwoch
die EU-Kommission aufgezeigt, als sie ihre Reformempfehlungen für Deutschland
veröffentlichte. Damit sich auch ja niemand angegriffen fühlt, beschreiben die
Brüsseler Beamten die Hausaufgaben an die Bundesregierung möglichst
verklausuliert.
Während die untätige
Bundesregierung ohne eigenes Zutun den Geldsegen, für den Schröder einst
abgewählt wurde, einsammelt, sieht sie in Ruhe zu wie sich die Konzerne ganz
aus der Solidargemeinschaft verabschieden, indem sie gar keine Steuern mehr
zahlen.
Es findet eine gigantische
Umverteilung von unten nach oben statt.
Dabei ist Deutschland bereits das
absolute Niedriglohnland der EURO-Gruppe.
Man staunt, daß der
Urnenpöbel das so ruhig hinnimmt, mehr noch, daß er zu 70% Merkel Kompetenz
bescheinigt und sie unbedingt als Kanzlerin behalten will.
Deutsche Konzerne sind
erfinderisch, wenn es ums Steuersparen geht. Dem Fiskus entgehen so jährlich
rund 100 Milliarden Euro, hat das DIW berechnet. In den Jahren 1992 bis 2008
stiegen die Gewinne der Unternehmen nämlich deutlich stärker als die daraus
resultierenden Einnahmen des Staates
Berlin - In der guten
alten Zeit gehörte das Genörgel der Wirtschaftsverbände über zu hohe Steuern
ebenso zum vertrauten Alltag der Bundesrepublik wie die Forderung der
Gewerkschaften nach kürzeren Arbeitszeiten oder das Dusel-Tor des FCBayern in
der Nachspielzeit. Seit einer Reihe von Jahren jedoch herrscht im
Unternehmerlager eine verdächtige Ruhe, und womöglich hat das Deutsche Institut
für Wirtschaftsforschung (DIW) in Berlin jetzt herausgefunden, warum das so
ist: Glaubt man nämlich dem jüngsten DIW-Wochenbericht, dann zahlen die
Betriebe mit einem durchschnittlichen Satz von 21 Prozent viel weniger Steuern
als gedacht - und als sie eigentlich sollten. Der tarifliche Satz liegt
jedenfalls mit knapp 30 Prozent (für Körperschaften) deutlich höher.
[…] [Der Autor der
DIW-Studie, Stefan] Bach hat sich für seine Untersuchung die Steuerstatistiken
der Jahre 1992 bis 2008 angeschaut. Neuere Zahlen liegen wegen der langwierigen
Veranlagungsverfahren nicht vor. Insgesamt legten die Unternehmensgewinne im
Beobachtungszeitraum um 140 Prozent zu. Die Einnahmen des Staats aus
Unternehmenssteuern stiegen hingegen nur um 62 Prozent. Im Ergebnis erhöhte
sich der Anteil der gesamten Betriebs- und Vermögenseinträge am
Bruttonationaleinkommen um knapp 4,3 Prozentpunkte, während der Anteil der
Arbeitseinkommen gleichzeitig um 7,3 Punkte sank. Ein Trend, der in ganz Europa
zu besichtigen ist und der vielerorts zum Unmut über die sich weiter öffnende
Einkommensschere beigetragen hat. Harsche
Kritik am Gebaren der Konzerne kommt von der Opposition. Die Firmen 'rechnen
sich künstlich arm', klagt der Chef der Grünen-Bundestagsfraktion, Jürgen
Trittin, und der rheinland-pfälzische Finanzminister Carsten Kühl (SPD)
bemängelt: 'Durch Steuergestaltung erreichen die Unternehmen eine deutlich
geringere Steuerlast, als sie eigentlich vom Gesetzgeber vorgesehen ist.'
Würden Schlupflöcher geschlossen, würden Steuererhöhungen zur
Haushaltssanierung überflüssig.
(Claus Hulverscheidt, SZ
vom 29.05.2013)
Der reale Steuersatz ist
eben extrem viel niedriger als der Nominale, weil ein Heer von Steuerberatern
im Steuergesetzdickicht, welches Schwarz-Gelb noch mehr verkompliziert hat, für
Wohlhabende reichlich Möglichkeiten findet, sich vor den eigentlichen
Steuersätzen zu drücken.
Apple, Amazon, Google oder
Microsoft sind durch Merkels wohlwollendes Nichthandeln ebenfalls in der Lage
riesige Summen der deutschen Allgemeinheit vorzuenthalten.
Sie machen mit
extrem überteuerten Produkten im Niedriglohnland Deutschland gigantische
Profite und stehlen sich aus der Solidarität. Dank Merkel und Schäuble, deren
finanzpolitischer Sachverstand vom Urnenpöbel über alle Maßen geschätzt wird.
Top Ten: Merkel legt
deutlich zu!
Platz eins der Top Ten
nimmt erneut Bundeskanzlerin Angela Merkel ein, die sich mit einem
Durchschnittswert von 2,4 (April II: 1,9) auf der Skala von +5 bis -5 deutlich
verbessert. Mit großem Abstand und ebenfalls jeweils mit Zugewinnen folgen
Wolfgang Schäuble mit 1,5 (April II: 1,2), Thomas de Maizière mit 1,2 (April
II: 1,0)
Apples Steuertricks kosten
Deutschland 245 Millionen Euro
Apple zahlt in Deutschland
nur 5 Millionen Euro Steuern. Nach Schätzungen macht der US-Konzern aber einen
Gewinn in Höhe von einer Milliarde Euro.
Der Apple-Konzern vermeidet
in Deutschland durch Steuertricks Zahlungen in dreistelliger Millionenhöhe im
Jahr. Das berichtet das ZDF-Magazin Frontal 21 in der Sendung am 28. Mai 2013
um 21 Uhr. Der US-Konzern veröffentlicht keine Geschäftszahlen für Deutschland.
Nach Schätzungen von Analysten macht Apple mit seinen in Deutschland verkauften
Produkten rund eine Milliarde Euro Gewinn.
"Wenn wir auf eine
Milliarde Euro Gewinn die 25 Prozent Unternehmenssteuer anlegen, dann kommen
wir in Deutschland auf ein Steuersoll von 250 Millionen Euro", sagt Markus
Meinzer von der Nichtregierungsorganisation Tax Justice Network. "Wenn wir
das vergleichen mit den fünf Millionen Euro, die Apple tatsächlich bezahlt hat,
sieht man, dass es hier eine Steuerlücke von 245 Millionen Euro gibt."
Apple nutzt ein komplexes Geflecht aus vielfach im Ausland angesiedelten
Briefkastenfirmen, die in den Niederlanden, Luxemburg oder auf den britischen
Jungferninseln ihren Sitz haben.
Sahra Wagenknecht:
Deutschland ist Steuerparadies für Konzerne
„Das ist Apple und Google
made in Germany. Die DAX-Konzerne sollten endlich das Gehalt von Finanzminister
Schäuble zahlen. Das ist ohnehin ihr bester Mann“, kommentiert Sahra
Wagenknecht die Studie des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW),
wonach deutsche Konzerne mit Steuertricks ihre steuerlich erfassten Profite
drücken. Die Erste stellvertretende Vorsitzende der Fraktion DIE LINKE
weiter: „Die aufaddierten
Steuersätze für deutsche Unternehmen sanken zwischen 2001 und 2008 von rund 38
auf 30 Prozent. Tatsächlich haben sie nach DIW-Berechnungen in diesem Zeitraum
nur 21 Prozent gezahlt. Die BASF-Tochter in Antwerpen zahlte 2011 nur einen
Steuersatz von 2,6 Prozent. Die deutschen Konzerne nutzen unter anderem
belgische Töchter, um ihnen gegen Zinsen Eigenkapital zu übertragen. Diese
fiktiven Zinsen können nach belgischem Recht steuerlich geltend gemacht werden.
Die Lücke zwischen den
nachgewiesenen und den steuerlich erfassten Gewinnen der deutschen Konzerne
umfasst mit über 90 Milliarden Euro fast ein Drittel des deutschen
Staatshaushaltes. Allein damit verletzt man die dumme Defizitgrenze von
Maastricht. Das Tax Justice Network stuft Deutschland völlig zu Recht in die
Top 10 der weltweiten Steueroasen ein.
DIE LINKE will europäische
Steueroasen austrocknen: Deutschland muss als führende europäische
Volkswirtschaft Druck machen. Doppelbesteuerungsabkommen, die einer
hinreichenden Besteuerung von Geldflüssen an der Quelle entgegen stehen, sind
sofort zu kündigen.“
(PM, Die Linke, 28.05.13)
Merkel sträubt sich mit
aller Macht gegen die Brüsseler Erkenntnis, daß die Spardikate an Griechenland
und Spanien kontraproduktiv sind.
Vermutlich weiß auch sie
es besser, aber sie will wiedergewählt werden und gibt dem verdummten
Urnenpöbel was er will: Härte gegenüber den „faulen Griechen“!
Gipfel der Verlogenheit.
Der EU-Plan zur
Aufweichung des Sparkurses ist weder politisch, rechtlich noch moralisch
akzeptabel - er löst nicht einmal das Problem der Krise. Die neuen
Taschenspielertricks aus Brüssel sind der Höhepunkt der Verlogenheit. Die Angst geht um in Brüssel. Nach zwei
Jahren harter internationaler Kritik gegen den wirtschaftspolitischen Sparkurs
knickt die EU-Kommission jetzt ein. Sie will von der Austerität abweichen und
auf Wachstum setzen.
Der Grund für diesen
Sinneswandel ist einfach. Man hat sich schlichtweg verrechnet. Anstatt das
Problem der zu hohen Verschuldung zu verkleinern, hat die Sparpolitik die
Schuldenquoten weiter nach oben getrieben. Dieses scheinbar so absurde Phänomen
tritt genau dann auf, wenn das Wachstum stärker fällt als die Schulden - was
überall in Südeuropa der Fall war.
Der Richtungswandel in
Brüssel wird in Deutschland mit Argwohn betrachtet.
Die Nachricht war noch
nicht mal offiziell, da lief die Berliner Empörungsmaschine schon wieder auf
vollen Touren: "Ein Aufweichen oder Abweichen von Regeln kommt für die FDP
nicht in Frage", verkündete deren Fraktionsvorsitzender Rainer Brüderle
einen Präsidiumsbeschluss. Von einem "fatalen Signal" der
EU-Kommission sprach der haushaltspolitische Sprecher der Unionsfraktion,
Norbert Barthle. "Einer Aufweichung der Schuldenregeln stimmen wir nicht
zu."
Was die Spitzenkräfte der
Regierungsparteien so in Rage bringt, ist ein Plan, den die Brüsseler
EU-Kommission in den kommenden Wochen vorstellen will. Dabei geht es um eine
Lockerung der Schuldenregeln, die im sogenannten Stabilitätspakt vereinbart
sind.
Die Impudenz des Monats
Mai 2013, nämlich der „ökonomische Verstand des Urnenpöbels“ ist sogar so
ungeheuer und vollständig verdummt, daß sie eine Kanzlerin, die jetzt jeglicher
Haushaltsdisziplin, die sie von allen anderen verlangt, zum Trotz eine
gigantische Geldrauswurf-Orgie als Wahlkampfversprechen auftischt, mit noch einmal steigenden CDU-Werten belohnt.
Mit Wahlversprechen in
Höhe von knapp 30 Milliarden Euro will Angela Merkel nach Informationen des
Handelsblatts in den Wahlkampf ziehen. Allein die Erhöhung des Grundfreibetrags
für Kinder und die Aufstockung des Kindergeldes würden Mehrausgaben in Höhe von
7,5 Milliarden Euro verursachen.
Die milliardenschweren
Wahlversprechen von CDU-Chefin Angela Merkel stoßen bei der Opposition, dem
Koalitionspartner FDP und sogar in der Union auf Kritik. Die Kanzlerin
versuche, sich den Wahlsieg am 22. September zu kaufen, sagte SPD-Fraktionsvize
Joachim Poß am Freitag. Die schwarz-gelbe Regierung habe endgültig den
"Schuldenweg" eingeschlagen, Merkel sei die
"Schuldenpäpstin". Grünen-Spitzenkandidat Jürgen Trittin monierte,
Merkel mache Versprechungen über fast 30 Milliarden Euro, "ohne auch nur
ansatzweise zu erklären, woher das Geld kommen soll". Bei der Kanzlerin
gehe offenbar die Angst vor dem Verlust der Mehrheit um. Auch die FDP ging auf
Distanz zu den Plänen. "Die einzig vernünftigen Wahlgeschenke sind stabile
Haushalte und eine stabile Währung", sagte Bundesschatzmeister Otto
Fricke. FDP-Präsidiumsmitglied Christian Lindner versprach, die Liberalen
würden als Koalitionspartner "darauf achten, dass die Erfolge beim
Schuldenabbau nicht verspielt werden."
Ehrlich gesagt bin ich
ernsthaft beeindruckt von dieser neuerlichen Chuzpe der CDU-Chefin.
Man stelle
sich vor, wie Regierungspolitiker pöbeln und zetern würden, wenn SPD oder Grüne
auch nur die Hälfte der sozialen Wohltaten ankündigten!
Aber wie sie wirklich
handelt – nämlich jahrelange massive Umverteilung von unten nach oben – ist offensichtlich.
Wähler, die sich so
willfährig verarschen lassen, daß sie ausgerechnet Merkel die Rolle der sozialen
Wohltäterin abnehmen, sind mit Argumenten nicht mehr zu überzeugen.
Da helfen nur noch
kräftige Schläge mit dem Holzhammer auf den Hinterkopf.