Und
schon wieder einmal zeigt der Kalender eine „1“ - hohe Zeit für mich den
Blödmann des Monats zu küren.
Hiermit erkläre ich die
Journaille und die Parlamentarier zu Idioten des Monats Februar 2013, weil
95% von ihnen vollkommen versagt haben.
Natürlich erwarte ich
keinesfalls, daß jeder so papstkritisch wie ich ist, aber kann man nicht auch
von den Papaphilen verlangen wenigstens nicht ganz grob die Unwahrheit zu
schreiben?
Es ist unverzeihlich, daß
geistig abgeschaltete Parlamentarier wie Frank-Walter Steinmeier pawlowsch
sabbernd um das Wort „Respekt“ kreisen, den Ratzinger verdiene.
Bundespräsident Joachim
Gauck hat sichtlich bewegt auf die Ankündigung von Papst Benedikt XVI.
reagiert, sein Pontifikat am 28. Februar zu beenden. Für die historisch höchst
seltene Entscheidung „sind großer Mut und Selbstreflexion nötig. Beides findet meinen außerordentlichen Respekt“,
sagte Gauck am Montag in Berlin. […] Der CDU-Bundesvize Volker
Bouffier nennt den angekündigten Rücktritt Papst Benedikts. XVI. eine
„historische Entscheidung, die nicht nur katholische Christen zutiefst
berührt“. Er habe großen Respekt vor
der Lebensleistung des Papstes.
[…] Rainer Brüderle, nahm
die Entscheidung von Papst Benedikt XVI. mit
Respekt auf. […] Der SPD-Fraktionsvorsitzende Frank-Walter Steinmeier hat großen Respekt vor der
Rücktrittsentscheidung von Papst Benedikt XVI. geäußert. „Papst Benedikt hat
sein Amt in einer durch vielfältige Umbrüche gekennzeichneten Zeit angetreten
und seiner Kirche mit seiner großen geistlichen und intellektuellen Autorität
Orientierung gegeben und Maßstäbe gesetzt“, sagte Steinmeier.
RESPEKT??????????????????
WOFÜR DENN BITTE???
Für seine antihumanistische Homohetze?
Für seine islamophoben Vorträge?
Für seine Reaktivierung von Holocaustleugnern?
Für
seine sofortige Einladung nach seinem Amtsantritt an Pius-Chef Felley ins
Castelgandolfo?
Für seine Förderung des faschistoiden Opus Dei?
Für seine Frauenfeindlichkeit?
Für seine Ratschläge in HIV-Hochburgen KEINE
Kondome zu benutzen?
Für seine Vertuschung Myriaden-fachen Kindermissbrauchs?
Für seine mafiöse Personalpolitik bei dem IOR?
Für
seine achtjährige Dauerverschleierung der Vatikanbankgeschäfte?
Für
seine Absage an die Ökumene?
Für seine brutale Sicht auf Geschiedene und Gemischtkonfessionelle?
Für
seine Entscheidung gleich mehrere Hundert faschistische Franco-Anhänger selig
zu sprechen?
Für
seine Fortführung der Pädophilen-anlockenden Priesterseminarstrukturen?
Für
seine seit Jahrhunderten nicht mehr gesehene persönliche Prunkentfaltung?
Für
seine ultrareaktionäre Personalpolitik, die aus dem Konklave eine Vereinigung
von homophoben Rechten gemacht hat?
Für seine bösartige Hetze gegen Atheisten?
Von
den Vollblutreligioten, die eigentlich automatisch anfangen zu lügen, wenn sie
über den Papst reden, will ich nur Nervensäge Nahles erwähnen.
SPD-Generalsekretärin
Andrea Nahles sprach von einem „herausragenden Wirken“ Papst Benedikts. „Aus
tiefster christlicher Überzeugung heraus setzt er sich für die weltweite
Achtung der Menschenrechte ein“, betonte die gläubige Katholikin. „Er suchte
die Brücken zwischen Religionen und Weltanschauungen und zwischen säkularer und
christlicher Welt.“
Noch mehr als dieser
diametral der Wahrheit widersprechende Unsinn, den Nahles von sich gibt, ärgert
mich allerdings das denkerisch schlichte Argumentationsmuster der Mainstreamjournalisten,
die zwar das Unübersehbare einräumen – nämlich Ratzingers rückwärtsgewandte
Politik, die deutsche Katholiken zutiefst enttäuschte, dafür aber reflexhaft
die Mär vom Supertheologen Ratzinger aufsagten.
OK, Benedikt habe nicht
ganz das menschfischerische Charisma Woytilas, aber dafür sei er eben der „Gelehrte
auf dem Papstthron“. Ratzinger, der ungeheuer gebildete Philosoph und Theologe,
dem wissenschaftlich niemand das Wasser reichen könne.
Aber auch das ist
mutmaßlich nur eine Schutzbehauptung, die ein Journalist ungeprüft vom anderen
abschreibt.
Wer hört denn schon so
genau hin was Ratzinger sagt?
Wer liest seine theologischen Schriften?
Ja
sicher, das Jesus-Buch ist immer ganz oben auf der Bestsellerliste, aber das
bedeutet noch lange nicht, daß es auch gelesen wird.
Ein Extrembeispiel war
sicher Ratzinger Bundestagsrede, die das gesamte Auditorium zu Standing Ovations
veranlasste und klar zeigte, daß offensichtlich keiner hingehört und verstanden
hatte.
Wer das tat, fasste sich an den Kopf und konnte die Doofheit der
Parlamentarier nicht fassen.
Dr. theol. habil. David
Berger, früher Herausgeber der Zeitschrift „Theologisches“ mit einer Professur
an der Päpstlichen Akademie des Heiligen Thomas von Aquin, kommentiert die Rede
des Papstes im Deutschen Bundestag: „Die Rede Papst Benedikts XVI. im Bundestag
hat quer durch fast alle Parteien und Medien sehr schnell großen Zuspruch
gefunden. Man zeigte sich erleichtert, dass der Papst nicht durch
antisemitische, homophobe oder frauenfeindliche Thesen aufgefallen und ganz im
akademisch-ruhigen Ton theoretischer Erwägungen geblieben ist. Auf der Basis
dieser Erleichterung blieb eine kritische Sicht auf die vom Papst in den
Mittelpunkt gestellte klassische Naturrechtslehre weithin aus oder sie wurde
gar völlig falsch als Plädoyer für die ökologische Bewegung interpretiert. Die
Rede war alles andere als das. Sie war eine große Apologie für das klassische,
vormoderne Naturrecht, das die Basis aller politischen Entscheidungen sein muss
– und zwar jenseits aller demokratischen Meinungsfindung. Dabei wurde bewusst
mit dem sehr weiten Begriff des Naturrechts gespielt, der – wie der Begriff
“Natur” auch – äußerst dehnbar ist. So ist allbekannt, dass etwa das antike
Naturrecht, das der Papst hoch leben lässt, die Sklaverei als im Naturrecht
verankert sieht. Dass diese mittelalterlich-frühneuzeitliche Naturrechtslehre,
die heute kein ernst zu nehmender Wissenschaftler mehr vertritt, für Benedikt
die wichtigste Argumentationsbasis in fast allen heiß umstrittenen Fragen ist,
hat offensichtlich keiner bemerkt: die Minderbewertung der Frau in der Kirche,
die Ächtung der Homosexuellen, die Verteufelung der künstlichen
Verhütungsmittel usw. So wird besonders im Bereich der Homosexualität vom Papst
und anderen kirchlichen Dokumenten immer wieder deren Widernatürlichkeit
unterstrichen. Die Berufung auf das Naturrecht bildet sogar die Basis nicht
mehr nur praktizierte Homosexualität, sondern sogar die Veranlagung strikt
abzulehnen: Schon die homosexuelle Veranlagung ist für den Papst etwas, was
gegen die von Gott ursprünglich gewollte Natur steht (Licht der Welt, 180).
Dass diese in staatlichen Zusammenhängen nicht mit der Bibel, sondern mit dem
Naturrecht begründet wird, macht die Sache umso gefährlicher. Denn dieses vom
Papst postulierte Naturrecht ist nicht demokratischen Abstimmungen anheim
gegeben und völlig unabhängig von religiösen Bekenntnissen. Es bindet alle
Menschen und Völker aller Zeiten vor jeder demokratischen Abstimmung. Wo ein
Staat sich nicht an diese von Benedikt favorisierte Rechtsbasis hält und z.B.
gleiche Recht für gleichgeschlechtliche Lebenspartnerschaften einführt, wird er
zur “Räuberbande” (Benedikt zitiert hier Augustinus). Das Naturrecht bildet die
ideologische Basis für den Vatikan, auf der er auf völkerrechtlichen
Konferenzen mit Staaten wie Saudi-Arabien und dem Iran eng zusammen arbeitet,
um dort einen Abbau von Frauen, Religionskritiker und Homosexuelle
diskriminierenden Gesetzen zu verhindern. Wenn man diese Zusammenhänge bedenkt,
die sich eindeutig aus dem gesamten Denken Benedikts und den Interventionen des
Vatikans in den letzten Jahren in gesellschaftlichen Fragen ergeben, ist man
sehr verwundert, wie positiv diese Rede auch von jenen aufgenommen wurde, die
seit vielen Jahren eben jene menschenverachtenden Aktionen des “Heiligen
Stuhls” hart kritisieren.“[...]
Auffällig ist jedenfalls,
daß die wenigen Journalisten und Theologen, die sich tatsächlich mit der
Theologie Ratzingers und seinen Schriften als Wissenschaftler beschäftigen zu
ganz anderen Urteilen kommen.
Da macht sich dann ganz
schnell Ernüchterung über ein unterkomplexes Weltbild mit wissenschaftlich
nicht einwandfreien Techniken breit.
Man erinnert sich auch
wieder an Ratzingers Kommilitonin Uta Ranke-Heinemann, die ihm klar überlegen
war und ihm Nachhilfe in Latein und Griechisch geben mußte.
Neue Gedanken entwickelte
Ratzinger aber wohl eher nicht, sondern drehte sich philosophisch im Kreis.
Ich glaube an Gott. Ich glaube
außerdem vernünftig zu sein. Also ist Glauben vernünftig.
Wenn Wissenschaftler zu
dem Schluß kommen die Erde könne ohne Zutun von Gott entstanden sein,
überschreiten sie ihre Kompetenz und sind unvernünftig, weil sie sonst an Gott
glauben müßten. Ein Zirkelschluss ohne Überzeugungskraft.
Auch seine Augsburger Rede
zum Islam 2006 war kein intellektueller Wurf, sondern vor allem eine
Beleidigung durch die Blume. Und so
faszinierend es war, dass sich ein Papst ohne Anspruch auf Unfehlbarkeit mit
theologischen Büchern auf dem Markt zu behaupten wagte, so ernüchternd war
meist die Lektüre etwa seines Jesus-Buches: Der Glaube an den Auferstandenen
erschloss sich da in einem Zirkelschluss nur dem Glaubenden, nicht dem
Glaubensfernen, der Rationalistin. Auch hier: Unnahbarkeit. Die große Missbrauchskrise der Katholischen
Kirche mag Benedikt XVI. persönlich betroffen gemacht und zu relativ scharfen
Worten geführt haben – aber er blieb dabei stets ein Mann des Apparates, der in
dem Skandal mehr an die Kirche dachte als an ihre Opfer. Mal davon abgesehen,
dass er als Chef der Glaubenskongregation viel früher als die meisten von den
Missbräuchen wusste. Die Einsicht in die Sprengkraft dieser Krise blieb ihm
fern.
Das Enfant Terrible der
WELT-Gruppe, Alain Posener, bemühte ich bereits zum fünfjährigen Papstjubiläum Ratzingers:
Ein weiteres Beispiel sind
die just zum fünfjährigen Pontifikatsjubiläum myriadenfach aufgewärmten
Lobeshymnen darüber, daß Ratzinger „ein Theologe auf dem Heiligen Stuhl“ sei.
Donnerschlach! Was wir als Nächstes enthüllt? Daß der Papst womöglich auch noch
Katholik ist?
Welcher Papst oder Kardinal der letzten hundert Jahre war denn NICHT
Theologieprofessor?
Machen üblicherweise habilitierte Mathematiker oder Ägyptologen im Vatikan
Karriere?
Letzte Woche bei „West.art am Sonntag“ (Ist die katholische Kirche noch zu retten?) sang Ansgar Wucherpfennig (Jesuit Professor für Exegese
des Neuen Testaments an der Philosophisch-Theologischen Hochschule Sankt
Georgen) mal wieder dieses Lied.
Der Papst könne sich sogar auf Augenhöhe mit Küng und Habermas unterhalten.
Erstaunlich; ein Papst, der etwas von Kirche versteht!
Daß Ratzinger ein wissenschaftliches Großhirn sei, wird munter
weiterverbreitet, ohne daß mal jemand genauer hinsieht.
Alan Posener hat das dann doch mal getan bei
seinen Recherchen für das Buch „Benedikts Kreuzzug. Der Angriff des Vatikans
auf die moderne Gesellschaft“ (Ullstein 2009, Preis: 18 Euro).
Das Ergebnis war erschreckend.
Ratzinger ist alles anderes als wissenschaftlich korrekt, er fälscht Zitate und
presst sich bei seinem großen Thema „Vernunft und Glaube“ Immanuel Kant auch
mal so hin, wie es ihm gerade passt.
Offenbar kommt aber kaum einer der bei Papst-Vorträgen andächtig Lauschenden
überhaupt auf die Idee mal Zitate nachzuschlagen und auf Korrektheit zu
überprüfen.
Posener schreibt drei
Jahre später wieder über den Bayern mit der Tiara.
Der große Gegner Papst
Benedikts XVI. war der Rationalismus des Westens. Beim Versuch, diesen zu
überwinden, kam es zu erheblichen Absurditäten.
[…] Nicht zufällig wurde
er als Professor in Regensburg und als Erzbischof in München zum Förderer einer
radikalen katholischen Psychosekte, der "Integrierten Gemeinde", die
wüst gegen die "Konkordatskirche" polemisierte und eine Art
urchristlichen Fundamentalismus predigte. Die Eiferer der "Integrierten
Gemeinde" und anderer "charismatischer" Organisationen wurden
auch von Papst Benedikt XVI. protegiert.
[…] [Den westlich-positivistischen
Rationalismus] zu überwinden war das Ziel jener "benedittinischen
Wende", die seine Anhänger nach der Wahl ihres Mannes zum Papst
verkündeten.[…] An Absurditäten hat es beim Versuch, den westlichen
Rationalismus zu überwinden, nicht gefehlt. Da wurde der eben erst von
Benedikts Vorgänger Johannes Paul II. rehabilitierte Galilei Galileo
kritisiert, weil er "die Büchse der Pandora geöffnet" und "Verhängnissen"
wie der Atombombe den Weg gebahnt habe. Da wurde der "Evolutionismus"
Charles Darwins kritisiert und ausgerechnet der von fundamentalistischen
Protestanten entwickelten Pseudotheorie des "Intelligent Design" das
Wort geredet. Da stellte sich der
Vatikan im Streit um die Mohammed-Karikaturen auf die Seite beleidigter und
randalierender Muslime und forderte zusammen mit sunnitischen Autoritäten ein
Verbot der "Verspottung religiöser Symbole". Da wurde mit Vertretern
des schiitischen Mullah-Regimes in Teheran eine "gemeinsame theologische
Erklärung" verabschiedet, in der behauptet wird, der Glaube könne zwar der
Vernunft gar nicht widersprechen, stehe aber im Konfliktfall denn doch
"über der Vernunft".
[…] Auch Benedikts
Jesus-Bücher, gemeinhin – meistens von Leuten, die sie nicht gelesen haben –
als Werke eines Gelehrten betrachtet, der sich zur Erholung in die Studierstube
zurückgezogen haben, sind im Gegenteil Kampfschriften. […] Für den deutschen Papst musste der Besuch in
Auschwitz eine theologische und politische Probe Bewährungsprobe darstellen.
Benedikt XVI. bestand sie nicht. Politisch stellte er sich als Sohn eines
Volkes vor, "über das eine Schar von Verbrechern … Macht gewonnen hatte,
so dass unser Volk zum Instrument ihrer Wut des Zerstörens und des Herrschens
gebraucht und missbraucht werden konnte".
Dass diese
"Schar" 1933 die stärkste politische Kraft in Deutschland war; dass
ihr von den herrschenden Klassen die Macht in die Hände gelegt wurde; dass auch
die katholische Zentrumspartei für das Ermächtigungsgesetz stimmte, das Hitler
die diktatorische Gewalt übertrug: Dazu sagte Joseph Ratzinger kein einziges
Wort.
Soweit Benedikts
politisches Versagen in Auschwitz. Sein theologisches Versagen war
gravierender. Verstieg sich doch der Papst zur Anklage gegen Gott: "Warum
hast du geschwiegen?" Als ob es nicht laut und vernehmlich von Sinai hinab
hieß und heißt: Du sollst nicht morden! Gott schwieg nicht; anders als Papst
Pius XII. Weil er aber Pius schützen wollte, klagte Benedikt Gott an.
Der beste Artikel zu
Ratzingers mehr als fragwürdiger Philosophie und seiner Angst vor den
Naturwissenschaften stammt von Markus C. Schulte von Drach und ist
glücklicherweise online.
Ich empfehle seinen Text
dringend zur Lektüre und zitiere deswegen wenige Sätze.
[…] Auf der Grundlage
seiner Glaubensgewissheit fühlte sich Ratzinger als Benedikt XVI. sogar frei,
weitere Behauptungen aufzustellen: "Nicht die Elemente des Kosmos, die
Gesetze der Materie und der Evolution herrschen letztlich über die Welt und den
Menschen, sondern ein persönlicher Gott herrscht über das All; nicht die
Gesetze der Materie und der Evolution sind die letzte Instanz, sondern Wille,
Verstand, Liebe - eine Person. Und wenn wir diese Person kennen, sie uns
kennt", erklärte der Papst in seiner Enzyklika Spe salvi 2007, "dann
ist wirklich die unerbittliche Macht der materiellen Ordnungen nicht mehr das
Letzte, dann sind wir nicht Sklaven des Alls und seiner Gesetze, dann sind wir
frei."
[…] Einen weiteren Hinweis auf die Existenz
Gottes, der nicht mit den naturwissenschaftlichen Erkenntnissen zusammenpasst,
betonte Benedikt XVI. im September 2011 bei seiner Rede im deutschen Bundestag:
Auch die moralischen und ethischen Normen gingen ihm zufolge auf den
Schöpfergott zurück. Hinweise auf Gottes Einfluss, so erklärte Benedikt XVI.,
hatte schon Paulus erkannt. Denn, so schrieb der Apostel, auch Heiden, die das
jüdische Gesetz nicht kannten, taten manchmal von Natur aus, was im Gesetz
gefordert ist. Nach Paulus zeigten sie so, dass ihnen die Forderung des
Gesetzes von Gott ins Herz geschrieben ist.
Nun kommen
Naturwissenschaftlicher, die das Sozialverhalten des Menschen untersuchen,
ebenfalls zu dem Schluss, dass Verhaltensweisen, die über verschiedene
Kulturkreise hinweg zu beobachten sind, mit der menschlichen Natur selbst zu
tun haben dürften. Diese allerdings gilt ihnen als Produkt der Evolution, als
Folge einer Reihe von Anpassungen an die Umwelt inklusive des sozialen Umfelds.
Auch Verhaltensweisen, die "moralische" Fragen betreffen, gehören
offenbar dazu.
Dieses
"positivistische Verständnis" von Vernunft lehnt Ratzinger jedoch
grundsätzlich ab. […] "Die Natur
könnte folglich Normen nur enthalten, wenn ein Wille diese Normen in sie
hineingelegt hat. Dies wiederum würde einen Schöpfergott voraussetzen, dessen
Wille in die Natur miteingegangen ist."
Und von hier war es für den Papst naheliegend, eine Lobrede auf das von
Gott kommende Naturrecht zu halten. Dem Naturrecht im Sinne des Vatikans
zufolge entstammen allerdings auch Normen wie jene, dass homosexuelle Handlungen
als Verstoß gegen das 'natürliche Sittengesetz' - also als widernatürlich -
abgelehnt werden.
Ein Lob auf Berger,
Posener, Torck und Markus C. Schulte von Drach.
Aber sie waren die ganz großen
Ausnahmen.
95% der Journaille hielten es nicht für notwendig das Gehirn
anzuschalten und brachen in infantile Lobeshymnen aus.