Freitag, 3. November 2023

FDP-Kreislauf

Es ist schon ein hepatitisgelbes Muster:

Aus der Opposition mit Maximalforderungen und rechtem Geraune Aufmerksamkeit erregen.

Mit populistischem Auftreten hohe Wahlergebnisse generieren.

Zweimal mit Lindner (2009 als Generalsekretär, 2021 als Parteichef) in die Bundesregierung eintreten, dabei erstaunt feststellen, daß man nicht nur kein geeignetes Personal hat, sondern auch in der Oppositionszeit völlig vergaß, sich irgendwelche Konzepte zu überlegen.

Hart in der Realpolitik aufschlagen.

Dabei alle FDP-Minister als Total-Stümper entlarven.

Hysterisch kreischend auf die stetig fallenden Umfrageergebnisse starren.

Wenn man sich langsam, von 15% oder 11% kommend, der 5%-Hürde annähert, kategorisch den Zusammenhang zwischen schlechter Eigenperformance und Umfrageergebnissen leugnen.

Das gelbministerliche Kollektivversagen aus den Schlagzeilen verdrängen, indem man in einen radikalen Gurkentruppe/Wildsäue-Modus verfällt, wüste Lügenstorys verbreitet, sich kesselflickerartig mit den Koalitionspartnern streitet.

Schließlich im demoskopischen APO-Bereich aufschlagen, rumheulen, daß man eigentlich sowieso nie in diese doofe Regierung wollte und lieber in der Opposition rumschmollen wolle.

[…..] Innerhalb der FDP gibt es Unzufriedenheit mit der derzeitigen Rolle als kleinstes Glied in der Ampelkoalition mit SPD und Grünen. Einzelne Parteimitglieder an der Basis drängten Parteichef Christian Lindner zuletzt sogar zu einem Austritt aus dem Dreierbündnis  . Eine Umfrage der ARD könnte den parteiinternen Gegnern der Regierungsbeteiligung nun neuen Zulauf verschaffen. Dem »Deutschlandtrend« zufolge kämen die Liberalen inzwischen nur noch auf vier Prozent der Stimmen und würden damit womöglich an der Fünfprozenthürde scheitern.  [….]

(SPON, 03.11.2023)

Auch das ist ein Déjà-vu. Schon als die FDP/CDU/CSU-Regierung (2009-2013) den Bach runter ging, warf Lindner hin und lief vor dem selbstverursachten Elend weg. Ab Dezember 2011 ließ er den Rest der „Gurkentruppe“ um Phips Rösler allein weitermachen.

[….] Die schwarz-gelbe Koalition, die 2009 an die Regierung gekommen war, stand unter keinem guten Stern: Sie war schlecht vorbereitet und erschien als Bündnis niemals wirklich harmonisch. Was auch daran lag, dass sich die stark gewordene FDP überschätzte. [….] Vor allem aber musste Schwarz-Gelb das finanz- und europapolitische Krisenmanagement fortführen. Die FDP tat sich erkennbar schwer damit, [….] Die Quittung für die magere Regierungsbilanz und die internen Streitigkeiten war das spektakuläre Ausscheiden aus dem Bundestag in der Bundestagswahl vom 22. September 2013.    [….]

(Tagesspiegel Wahlspezial 2013)

Der Schönwetter-Porschepartei fehlt es einfach an Ernsthaftigkeit, Kompetenz und Charakter für die Regierung. Wenn auch noch Krisen von außen hinzu kommen, sind die Milliardärs-Lobbyisten hoffnungslos überfordert und wollen wieder weglaufen.

Lindner ist nur deswegen noch im Amt, weil er schon so oft feige weglief und insbesondere 2017 bei seinem peinlichen Kneifen vor der Jamaika-Verantwortung ein erbärmliches Bild abgab.

Noch stemmt sich der Vierprozent-Parteichef gegen seinen erneuten Untergang, indem er sich der rechtsradikalen Stimmung anpasst und hetzerische Lügen über die Schwächsten der Gesellschaft verbreitet.

Das gefällt nicht jedem, aber den armen Idioten, die keinen Porsche fahren, gibt der Top-Lobbyist von der „Partei der Besserverdienenden“ einen weisen Ratschlag:

[…..] „Ich gehe noch weiter: Letztes Jahr habe ich von meinem eigenen Geld meine Hochzeit auf Sylt bezahlt. Und wissen Sie was? Wer ein Problem mit Porsche, Sylt oder sonst was hat: Es gibt so viele Parteien, dann kann man eine andere wählen.“

Auf die Frage von RP-Chefredakteur Moritz Döbler, ob Lindner aus heutiger Sicht die Bilder seiner Hochzeit immer noch angemessen finde, versicherte der Liberale: "Absolut. Ich werde doch nicht erlauben, dass privateste Lebensereignisse zensiert werden von irgendwelchen Medien." Die seien nicht nach Sylt eingeladen worden, über seine Hochzeit zu berichten.  [….]

(ZDF, 05.09.2023)

Vielleicht trifft Lindner hier das erste mal in seinem Leben den richtigen Ton: Wer keinen Porsche hat, wählt vermutlich wirklich eine andere Partei.

Hoffentlich. 2025 müssen die Hepatitisgelben unbedingt aus dem Bundestag verschwinden.

Donnerstag, 2. November 2023

Theologische Abwege

Bekanntlich bin ich ein Fan der meisten Bischöfinnen, weil die mit ihre debilen Einfältigkeit so zuverlässig für einen immer größeren Strom der Kirchenaustritte sorgen.

(….)  Beim intellektuellen Elend der evangelischen Theologie denkt man immer, der Bischof oder die Bischöfin, mit der man sich gerade beschäftigt, müsste nun wirklich die dümmste Person der EKD sein. Die beiden Bayern Breit-Kessler und Bedford-Strom scheinen gegenwärtig den Kampf um den Titel „weltdümmster Theologe“ (Pleonasmus!) unter sich auszumachen.

Aber da hatte ich offensichtlich zu Unrecht die gleichermaßen naiv-verblödete wie auch selbstverliebte Margot Käßmann kurz aus den Augen verloren, die mit ihrer frappierenden Peinlichkeit, sehr verdienstvoll die Menschen massenhaft aus der Kirche treibt.

In so einer Situation ist es der psychischen Gesundheit außerordentlich förderlich, bei den wenigen positiven Meldungen innezuhalten, den Moment zu genießen und Erfolge zu zelebrieren.  Gestern war so ein Tag! Die jahrelangen Bemühungen der atheistischen EKD-Hauptagenten haben sich nun ausgezahlt. Die radikal-naive BILD-Haustheologin Käßmann, ihre bayerische Bischofskollegin Gaga-GONG Breit-Keßler, sowie ihr bayerischer Oberchef  Zimmertemperatur-IQ Bedford-Strohm schafften es, in der letzten Saison über eine halbe Millionen Gläubige aus der evangelischen Kirche Deutschlands zu jagen und damit die psychologisch wichtige Marke von 20 Millionen Mitgliedern deutlich zu reißen. Applaus!

[…] EKD verliert über 500.000 Mitglieder

Die evangelische Kirche hat im vergangenen Jahr deutlich mehr Mitglieder verloren als im Pandemiejahr 2020. Demnach ging die Zahl der Kirchenmitglieder um mehr als eine halbe Million zurück, wie die Evangelische Kirche in Deutschland (EKD) am Mittwoch in Hannover mitteilte - so viele wie noch nie. [….]

(Evangelisch, 09.03.2022)

Besonders erfreulich erscheint mir die neue EKD-Ratsvorsitzende Kurschus zu sein, die nach den beeindruckenden Loser-Vorgängern Margot Käßmann (2009-2010) Nikolaus Schneider (2010 bis 2014) und Heinrich Bedford-Strohm (2014-2021) auch 2022 für Kontinuität in der trüben intellektuellen Einfältigkeit deutscher evangelischer Theologen steht.

(Danke, lieber G*tt!, 10.03.2022)

Aber die Hamburger Bischöfin Kirsten Fehrs, ist ähnlich wie die weltweit erste Bischöfin, die Hamburgerin Maria Jepsen, oder auch Werner Thissen, ehemaliger Metropolit der Norddeutschen Kirchenprovinz, eine dieser bedauerlichen Ausnahmen. Nicht doof, nicht unsympathisch und im Vergleich zu ihren Brüdern und Schwestern im Amte, geradezu von angenehmer Persönlichkeit.

Dennoch ist und bleibt sie lutherische Theologin, was schon wegen der singulären persönlichen Abartigkeit Martin Luthers und seines fanatischen Judenhasses, mehr als problematisch ist.

Ich bestaune ihre geistigen Verrenkungen, wenn es darum geht das Offensichtliche zu negieren – nämlich, daß die Bibel mit ihren tumb-debilen Regeln einer primitiven Hirtenkultur, hoffnungslos outdated ist. Ein Verein, wie die EKD, der 2023 das Produkt Bibel anbietet, kann bei der Kundenbindung nur scheitern.

Ein Buch als „Gottes Wort“ zu preisen, das Sklaverei gutheißt, Misogynie, Krieg, Gewalt gegen Kinder und Antisemitismus propagiert, muss als Marketingstrategie scheitern. Die Inhalte mögen durchaus irgendwann einmal modern gewesen sein; so wie einst Kassettenrekorder oder VHS-Videotheken die Menschen anlockten und begeisterten.

Aber 2023 kann man diese Produkte nicht mehr an den Mann bringen, muss sie aufgeben. 

Fehrs vollbringt eine doppelte Drehung, indem sie indirekt einräumt, daß ihre Religion eine altmodische und gefährliche Fehlentwicklung ist. Statt aber daraus den einzig richtigen Schluss zu ziehen, sich von der toxischen Ramschware zu trennen, preist sie gerade diese menschenfeindlichen Fehlfunktionen.

[….] Zum Reformationstag hat die deutsche Bischöfin Kirsten Fehrs dazu aufgerufen, die heiligen Schriften nicht Fanatikern zu überlassen. Terror und Rassismus müssten entschlossen bekämpft werden. [….]

(ref.ch, 31.10.2023)

Sie bewirbt ein Produkt, das offenkundig hervorragend dafür geeignet ist, von Fanatikern, Rassisten und Terroristen verwendet zu werden, mit dem Argument, es sei so schlecht, daß man es nicht entsprechend schlechten Usern überlassen dürfe.

Mit der Argumentation könnte auch ein Apotheker für Contergan werben – damit nicht nur die anderen Kinder verstümmelt geboren werden.

[….]  Religion werde häufig für Ideologien vereinnahmt, sagte die stellvertretende Ratsvorsitzende der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD). Es sei eine Erkenntnis von Martin Luther (1483-1546) gewesen, dass Staat und Kirche unterschiedliche Aufgaben hätten: «Seine Erfahrung war: Wo die Kirche politische Macht ausübt, wird die Religion zum Zwangssystem und der Staat totalitär.» Diese Erkenntnis sei besonders wichtig, wenn Religion zur Rechtfertigung für Unterdrückung oder als Brandbeschleuniger für Gewalt missbraucht werde. Fehrs wies in dem Zusammenhang auf die Rolle des Oberhaupts der russisch-orthodoxen Kirche, Patriarch Kyrill, im Ukraine-Krieg hin. Der Geistliche steht seit Kriegsbeginn fest an der Seite Putins und hat die russische Aggression theologisch legitimiert. Vor dem Hintergrund des Angriffs der Hamas auf Israel verurteilte Fehrs Antisemitismus: «Er fordert unser unmissverständliches Nein. Er ist menschenverachtend. Gottlos. Nicht zu dulden.» Gleichzeitig rief sie zum Einsatz für Demokratie mit einer Gemeinschaft auf, die sich «entschlossen gegen Rassismus und Terror stellt, wo und wie auch immer.» [….]

(ref.ch, 31.10.2023)

Die Frau tritt für ein Produkt ein, das nach ihren eigenen Worten Aggression legitimiert, als Brandbeschleuniger für Gewalt dient. Sie bezieht sich auf einen der weltgrößten Antisemiten, um mit seinen Lehren Antisemitismus zu verurteilen.

Wir irre kann man sein? Wenn schon eine Bischöfin, Luther und ihre christliche Religion als derartig anfällig für Menschenverachtung und Gewalt darstellt, kann doch nur der eine Schluss gezogen werden: Die christliche Religion gehört auf den Müllhaufen der Geschichte und nicht auch noch unterstützt!

Mittwoch, 1. November 2023

Impudenz des Monats Oktober 2023

Und schon wieder einmal zeigt der Kalender eine „1“ - hohe Zeit für mich den Blödmann des Monats zu küren.

Das war ja nur eine Frage der Zeit, bis in meiner liberalen roten Heimat mit der satten 2/3-RG-Mehrheit im Parlament auch die Schockumfragen einschlagen. Es war doch mal so schön.

(….)  [….] Wie das Landeswahlamt weiter mitteilte, schaffte die AfD den Wiedereinzug in die Bürgerschaft mit 5,3 Prozent (2015: 6,1 Prozent). Stärkste Kraft wurde die SPD von Bürgermeister Peter Tschentscher mit 39,2 Prozent (45,6). Auf Platz zwei landeten die Grünen mit 24,2 Prozent (12,3). Auf die CDU entfielen 11,2 (15,9), auf die Linke 9,1 Prozent (8,5). Das endgültige Ergebnis soll am 11. März feststehen. Die konstituierende Sitzung der neuen Bürgerschaft ist für den 18. März geplant. […..]

(NDR, 24.02.20)

Durch das zusätzliche FDP-Mandat gibt es ein Ausgleichsmandat, so daß die neue Bürgerschaft 123 statt 121 Abgeordnete haben wird.

SPD und Grüne verfügen über 87 von 123 Sitzen. Das ist eine 70,7%-Mehrheit.

Sogar SPD und Linke hätten mit 67 Sitzen eine absolute Mehrheit von 54,5% der Mandate im Parlament. Den linken Durchmarsch zeigt eindrucksvoll die Addition von SPD, Grünen und Linken, die zusammen auf 100 von 123 Mandaten kommen. Das entspricht 81,3 % der Sitze.   (….)

(Zahlen zum Genießen, 24.02.2020)

In den folgenden drei Jahren nach der letzten Bürgerschaftswahl passierte das, was man von Bürgermeister Tschentscher erwarten konnte. Hamburg kam besser als andere Bundesländer durch die Pandemie, konnte seine Spitzenstellung bei der Wirtschaftsleistung pro Kopf deutlich ausbauen und wuchs im Vergleich zu Gesamtdeutschland ökonomisch überproportional.

Auch die Bildungssituation verbesserte sich deutlich. Hamburg liegt im Bildungsmonitor auf einem Spitzenplatz, weit vor den anderen Stadtstaaten.

Ganz offensichtlich, war es eine weise Entscheidung der Hamburger, die CDU auf 11,2% zu marginalisieren und RotGrün stark zu machen.

Dennoch zeigt aber eine Trendresearch-Umfrage von gestern, einen dem Bundestrend entsprechenden Schlag in die rotgrüne Magengrube. Es gäbe zwar noch eine rotgrüne Mehrheit, aber sie scheint gewaltig geschrumpft zu sein.

[….]  Mehr als 1000 Hamburger und Hamburgerinnen wurden für die vom Abendblatt beauftragte Umfrage online befragt. Das Ergebnis: Die rot-grüne Koalition könnte bleiben, müsste aber Verluste hinnehmen. Die SPD käme auf 31 Prozent, dabei hatte sie 2020 noch 39,2 erreicht. Die Grünen würden auf 19 Prozent sinken und damit um 5,2 Prozentpunkte schlechter als bei der vergangenen Wahl abschneiden. Damit könnte der Hamburger Senat weiterhin regieren, doch die Opposition legt ordentlich zu: Die AfD würde sich der Umfrage nach sogar fast verdreifachen und von ihren 5,3 Prozent bei der vergangenen Wahl auf 14 Prozent steigen. Auch die CDU könnte sich nach der historischen Wahlschlappe 2020 (11,2 Prozent) wieder freuen und eine echte Kehrwende hinlegen. Mit 18 Prozent landet sie in der Umfrage nur knapp hinter den Grünen auf dem dritten Platz und macht dem kleineren Koalitionspartner damit ernsthaft Konkurrenz. [….]

(MoPo, 01.11.2023)

Es ist offenkundig; die Wähler lassen sich nicht von rationalen Überlegungen, sondern der rassistischen Merz/AfD/Spahn-Hetze leiten.

[…..] Was geht bloß in den Köpfen dieser Menschen vor?

1.   Die Abhängigkeit bei Öl und Gas von einem russischen Kriegsverbrecher beendet.

2.   Erneuerbare Energien massiv ausgebaut.

3.   Beschluss der Ampel zur Abschaltung von todsicheren Atomkraftwerken umgesetzt.

4.   Massive Förderungen für energiesparende Heizsysteme bei Neubauten.

Und die Umfragewerte der CXUAFD steigen…. […..]

(Darum Grün)

Die Grünen, die das Wählerverhalten beklagen, und mit Fakten dagegenhalten, verstehen nicht, daß Wut und Hetze, Stimmungen und Empörung, stärker sind als Ratio. Menschen, die einmal verärgert sind, egal ob begründet oder nicht, rächen sich durch Liebesentzug und Protestwahl an den RRG-Parteien.

Für mich unerklärlich ist es aber, wie sehr die Grünen in den Stadtstaaten, die Bedeutung der Verkehrspolitik unterschätzen. Dabei handelt es sich weniger um große Politik, sondern eigentlich nur um Verwaltung.

Wer da aber versagt, indem er viele Bürger durch Baustellen, wegfallende Parkplätze, das Abschaffen von „Brötchentasten“ oder; spezifisch Hamburgisch; das manische Abholzen von Straßenbäumen zu Gunsten von Velorouten, verärgert, wird bestraft.

Das hat schon die Grünen in Berlin aus der Regierung gekegelt und fast die Grünen in Bremen getötet. Im dritten Stadtstaat Hamburg, ist es der grüne Fanatiker Verkehrssenator Anjes Tjarks, der die Bürger durch tägliches Piesacken kontinuierlich mehr in Rage bringt.

Die Zahl der Verkehrstoten steigt unter seiner Radikal-Kur immer weiter an. Das Anwohnerparken ist ein solches Desaster, daß der Senat zurückrudern musste, um durch „Überlappungszonen“ den Zorn der Anwohner zu bremsen.

Straßenschäden, führen zu Unfällen, die nicht nötig wären.

[….]   Bis Ende März gab es bereits 23 Unfälle in Hamburg, die auf Straßenschäden zurückzuführen sind. Das ergab eine Kleine Anfrage der CDU. Sie fordert den rot-grünen Senat nun zum Handeln auf. In Hamburg stehen an 45 Straßen Schilder, die auf erhebliche Straßenschäden hinweisen - teilweise schon seit Jahren. Immer wieder kommt es wegen dieser Schäden auch zu Unfällen mit Verletzten. Während es dadurch in den vergangenen vier Jahren insgesamt zu 87 Verkehrsunfällen kam, sind es in diesem Jahr bis Ende März bereits 23 gewesen.

Der Verkehrsexperte der Hamburger CDU, Richard Seelmaecker, hat die Verkehrspolitik des Senats deshalb kritisiert. Er forderte SPD und Grüne auf, Straßen besser zu unterhalten und Schäden schneller zu beseitigen. "Das Aufstellen von Warnschildern in der ganzen Stadt ist keine Lösung, sondern ein Armutszeugnis", so Seelmaecker. [….]

(NDR, 21.05.2023)

Selbstverständlich sind das Petitessen im Vergleich zum Ukrainekrieg, Gaza, dem Klimawandel oder dem Energieumbau.

Aber die ganz großen Themen sind schwer zu fassen und  parteipolitisch schwer zuzuordnen. Wer sich aber jeden Tag über eine fehlgeplante Baustelle ärgert oder durch den Tjarks-Wahn keinen Parkplatz mehr findet, kann seinen Ärger sehr konkret an einer Person und einer Partei und einem Senat festmachen.

Durch die Tjarksschen Baummorde und Gaga-Planungen, generiert RotGrün völlig unnötig so viel Ärger auf kleinster Ebene, daß man die Wähler kaum noch zurückholen kann. Dann fällt der Schritt zu AfD und CDU leichter, auch wenn man weiß, daß sie die großen Probleme nicht lösen. Aber Berlin zeigt, wie die CDU immerhin einige Ärgernisse für Autofahrer wieder abschafft und das reicht offenkundig für eine Wahlentscheidung. Weniger Parkpoller, weniger 30Km-Zonen, Wiederzulassung von Autos in frisch eingerichteten Fußgängerzonen.

Das schadet zwar der Umwelt, wird aber als bürgerorientierte Politik verstanden.

Dienstag, 31. Oktober 2023

Evangelen ohne Scham

Vor zwei Wochen saß im „Internationalen Frühschoppen“, noch frisch unter dem Eindruck des Hamas-Gemetzels vom 07.Oktober 2023, der russische Journalist Konstantin Goldenzweig dem noch sichtlich geschockten Chefredakteur der Jüdischen Allgemeine gegenüber und berichtete, wie der Antisemitismus auch im Putin-Russland immer virulenter wird. Er selbst hatte im Juni 2015 auf der Bayerischen Elmau erlebt, wie schnell es notwendig sein kann, seine Heimat zu verlassen.

[….] Es ist Montag vergangener Woche im bayerischen Elmau, Konstantin Goldenzweig hängt mit seinem Fernsehteam etwas gelangweilt im Medienbereich des Gipfels herum. Es gibt wenig zu tun, weil Putin nicht dabei ist. G7 anstatt von G8, die Vorgeschichte ist bekannt. Am Morgen ist der letzte Beitrag gelaufen, es ging vor allem um die Proteste. G8-Gegner kommen zu Wort, die den Gipfel als Potemkinsche Dörfer kritisieren. „Der Gipfel ist umzingelt“ - steht über dem Beitrag. Goldenzweig hat seine Arbeit getan. Da spricht ihn jemand vom Sender Phoenix an – ob er nicht ein Interview geben könne über die Sichtweise der Russen auf den Gipfel. Goldenzweig sagt zu. Ein paar Minuten später steht er dann vor dieser grünen Bergwiese, im Anzug und mit dem Mikrofon in der Hand, und tut, was er nicht tun soll: Er sagt, was er wirklich denkt. Dass der russische Präsident beleidigt sei über die Nichteinladung, dass die heutige Situation in Russland mit jener in den späten 80er Jahren vergleichbar sei, einem „anderen autoritären System“, als man es sich auch nicht vorstellen konnte, dass es so schnell zusammenbrechen würde. Das Verhältnis Merkel-Putin vergleicht er mit den „pragmatischen“ Beziehungen zwischen Brandt und Breschnew. Und er spricht das offene Geheimnis über die Ukraine aus, das aber in Russland zumindest in den Medien keinen Platz haben darf: Putin habe ein großes Interesse daran, dass die Lage in der Ostukraine möglichst lange instabil bleibe, weil Moskau davon profitiere.  [….]

(Krautreporter, 17.06.2015)

Seinen Job verlor er innerhalb von 24 Stunden.

Rechts-Autokraten wie Putin, Trump oder Recep Tayyip Erdoğan nutzen Antisemitismus genauso gern aus, wie arabische Potentaten oder „Sieg Heil!“-skandierende gewählte AfD-Politiker.

Mit Antisemitismus läßt sich hervorragend Pogromstimmung erzeugen und von anderen Problemen ablenken, erklärte Goldenzweig in der Phoenix-Sendung.

Eine gute Woche vor dem Pogrom von Dagestan.

[….] Ein Mob stürmt ein Rollfeld, um ein Flugzeug zu überfallen. Randalierer schwenken Palästina-Flaggen, sie wollen Passagiere aus Israel lynchen. [….] Es war eben kein Friedensprotest auf dem Flughafen in Machatschkala in Dagestan, sondern ein antisemitischer Aufstand - den bisher übrigens niemand von offizieller Seite als antisemitisch verurteilt hat. [….]  Der Kreml hat den Aufruhr so hingebogen, wie es ihm nützt: Er hat die Schuld dem Westen zugeschoben, der nichts anderes tue, als Zwietracht zu säen in Russland, im Nahen Osten, überall. [….]  Statt Position zu beziehen nach den terroristischen Angriffen gegen Israel, versucht Putin den neuen Krieg zu nutzen.  [….]

(Silke Bigalke, SZ, 30.10.2023)

Überall auf der Welt kommt es nun vermehrt zu antisemitischen Übergriffen.

Deutsche Juden trauen sich nicht, ihre Kinder in die Schule zu schicken, Gläubige verbergen ihre Kippa, verstecken die Kette mit dem Davidstern. Das ist schon lange Realität in Deutschland. Jüdische Einrichtungen müssen massiv geschützt werden, man kann keine Synagoge betreten, ohne durch einen Metalldetektor zu gehen.

SCHANDE ÜBER DEUTSCHLAND! Diese unentschuldbare Gefährdungslage wurde in den letzten drei Wochen noch einmal deutlich verschärft. Gut 80% der antisemitischen Straftaten in Deutschland werden dem rechtsextremen Milieu rund um den AfD-Sumpf zugeschrieben. Aber nun kommt auch noch die verzweifelte Empörung arabischstämmiger Migranten hinzu, die sich völlig zu Recht über das Schicksal Unschuldiger in Gaza aufregen.

Ok was Pogromstimmung wie im 19. Jahrhundert in Dagestan. Was kommt als nächstes? Ein deutsch-französischer Befreiungskrieg? Die Erfindung der Dampfmaschine? Die Pest?

(Max Czollek @rubenmcloop, 30. Okt. 2023)

Es ist völlig legitim die Politik der Netanyahu-Regierung scharf zu kritisieren. Wenn man aber zufällig in Deutschland lebende Juden (die womöglich säkular sind oder selbst Netanyahu verachten), jüdische Schulkinder oder Kultureinrichtungen für israelische Militärpolitik in Haftung nimmt, ist das purer Antisemitismus. Antisemitismus, der wie andere Formen des gruppenbezogenen Menschenhasses niemals zu rechtfertigen ist. Mein türkischer Kioskbesitzer ist nicht für ISIS verantwortlich, ich bin als Amerikaner nicht für Trumps Hass verantwortlich und ein zufälligerweise jüdisches Kind in Deutschland ist nicht verantwortlich für die Gräuel in Gaza.

Wow Pogromstimmung in Russland ich finde langsam reicht es echt mit der Wiederholung der Geschichte lass mal lieber weitermachen und was Neues erfinden die Vergangenheit war nämlich echt scheiße #dagestan

(Max Czollek @rubenmcloop, 29. Okt. 2023)

Verantwortlich für Antisemitismus sind aber einerseits nachsichtige Justiz und nicht handelnde Politiker, sowie andererseits rechte Regierungspolitiker, die Öl ins Feuer gießen.

Wollte mir ne Caption überlegen aber mir fällt nur ein: Das ist er, das ist der Take des Ex-Antisemiten #Aiwanger zu Antisemitismus in Deutschland. Besser kann man die deutsche Selbstentlastung über den Migrationsdiskurs kaum auf den Punkt bringen. #Versöhnungstheater

(Max Czollek @rubenmcloop 31. Okt. 2023)

Die vielleicht am meisten erschütternde Aussage der letzten drei Wochen, war für mich Konstantin Goldenzweigs sachliche Feststellung, er habe sehr viele jüdische Freunde, die sich in Berlin und anderen deutschen Orten niedergelassen hätten, Schreckliches in ihren vorherigen Ländern erlebt hatten und nun sehr damit haderten, ob Deutschland die richtige Entscheidung war. Wird auch hier die Vergangenheit wiederholt, kommt es zu Pogromen, muss man wieder seine Koffer packen?

Diese Verunsicherung aller Juden weltweit, erklärt auch, wieso Israel so immanent wichtig ist. Es gibt nur diesen einen wirklich sicheren Zufluchtsort für Juden auf diesem Planeten. Die gewaltige Mehrheit aus Milliarden Christen und Muslimen ist latent immer und überall dazu willens und fähig, Juden zu verfolgen, zu quälen, zu töten. Allein 150.000 Juden aus Ägypten, die Jahrhunderte dort lebten, mussten in den letzten Jahren nach Israel übersiedeln, weil sie nicht mehr sicher waren.

Israel muss also unter allen Umständen als sicherer Hafern erhalten bleiben. Auch aus diesem Grund ist es mehrfach tragisch, wenn Israels Sicherheit so wie am 07.10.2023 erschüttert wird.

Die Deutschen haben nicht nur allen Grund wegen ihrer Vergangenheit im 20. Jahrhundert das Existenzrecht Israels zur Staatsraison zu erheben.

Es gibt aber einen zweiten Grund, weswegen gerade wir Deutschen nicht an vorderster Front des Israel-Kritik stehen sollten. Der Judenhass ist historisch religiös bestimmt. „Juden als Gottesmörder“ sind seit 2.000 Jahren ein zentrales Element des Christentums.  Die Bibel ist eine antisemitische Schrift.

    „Denn, Brüder, ihr seid Nachahmer der Gemeinden Gottes geworden, die in Judäa sind in Christus Jesus, weil auch ihr dasselbe von den eigenen Landsleuten erlitten habt, wie auch sie von den Juden, die sowohl den Herrn Jesus als auch die Propheten getötet und uns verfolgt haben und Gott nicht gefallen und allen Menschen feindlich sind, indem sie – um ihr Sündenmaß stets voll zu machen – uns wehren, zu den Nationen zu reden, damit die errettet werden; aber der Zorn ist endgültig über sie gekommen.“

– Paulus - 1 Thess 2,15-16

    „Warum versteht ihr meine Sprache nicht? Weil ihr mein Wort nicht hören könnt. Ihr seid aus dem Vater, dem Teufel, und die Begierden eures Vaters wollt ihr tun. Jener war ein Menschenmörder von Anfang an und stand nicht in der Wahrheit, weil keine Wahrheit in ihm ist. Wenn er die Lüge redet, so redet er aus seinem Eigenen, denn er ist ein Lügner und der Vater derselben. Weil ich aber die Wahrheit sage, glaubt ihr mir nicht.“

Jesus – Joh 8, 43–45

Das Christentum ist der eigentliche Ursprung des Judenhasses.

[……] Wäre die Bibel ein aktuelles Buch, das heute erstmals veröffentlicht würde, müssten sich Autor und Verleger mit aller Wahrscheinlichkeit wegen Verletzung der Rassismusnorm verantworten. Die Verantwortlichen müssten mit einer Verurteilung rechnen. Das „heilige Buch“ enthält zahlreiche Aufforderungen zu Völkermorden. Rassistische Aussagen werden aber vor allem gegen die Juden gemacht. [….] Picken wir ein paar Beispiele heraus und beginnen mit Paulus. [siehe oben] (1 Thess. 2; 14-16). Mindestens in diesem Aspekt ist die Bibel prophetisch: Auch 2000 Jahre später wirkt der Fluch noch immer nach.

Die Unreinen und Ungläubigen aus dem Judentum werden an anderer Stelle so charakterisiert: „Denn es gibt viele Ungehorsame, Schwätzer und Schwindler, besonders unter denen, die aus dem Judentum kommen. Diese Menschen muss man zum Schweigen bringen, denn aus übler Gewinnsucht zerstören sie ganze Familien mit ihren falschen Lehren … Für die Reinen ist alles rein, für die Unreinen und Ungläubigen aber ist nichts rein, sogar ihr Denken und Gewissen sind unrein. Sie beteuern, Gott zu kennen, durch ihr Tun aber verleugnen sie ihn; es sind abscheuliche und unbelehrbare Menschen, die zu nichts Gutem taugen.“ (Tit. 1; 10-16). […..]

(Hugo Stamm, 24.07.2010)

Spezifisch deutsch ist aber der extreme eliminatorische Judenhass des Martin Luthers, den die evangelische Kirche ungeniert auch im Angesicht des Hamas-Terrors und der gegenwärtigen antisemitischen Übergriffe in Deutschland am heutigen Reformationstag feiert.

"Luthers Ratschläge gegen die Juden hat Hitler genau ausgeführt."
(Karl Jaspers 1962)

Die deutschen Protestanten haben keinerlei Schamgefühl und sollten sich in Grund und Boden schämen, daß sie auch heute noch den neben Hitler größten Antisemiten der Geschichte feiern.

(…..) Martin Luther, die Ikone der Evangelen, war ein besonders blutrünstiger und kriegsgeiler Gewaltphantast. Sein rasender Judenhass inspirierte Adolf Hitler. Allerliebst aber auch seine Empfehlungen an die protestantischen Fürsten, als die leibeigenen Bauern es wagten aufzubegehren.

[….]  »Drum soll hier zuschmeißen, würgen und stechen, heimlich oder öffentlich, wer da kann, und gedenken, dass nichts Giftigeres, Schädlicheres, Teuflischeres sein kann, denn ein aufrührerischer Mensch. Gleich als wenn man einen tollen Hund totschlagen muss; schlägst du nicht, so schlägt er dich, und ein ganzes Land mit dir. […] Solch wunderliche Zeiten sind jetzt, dass ein Fürst den Himmel mit Blutvergießen verdienen kann, bass, denn andre mit Beten […] Drum, liebe Herren, loset hier, rettet hier, helft hier, erbarmet euch der armen Leute, steche, schlage, würge hier, wer da kann. Bleibst du drüber tot, wohl dir, seliglichern Tod kannst du nimmermehr überkommen. Denn du stirbst in Gehorsam göttlichen Wortes und Befehls, Röm. 13,4, und im Dienst der Liebe, deinen Nächsten zu erretten aus der Hölle und Teufelsbanden.« [….]

(Martin Luther, Wider die mörderischen und räuberischen Rotten der Bauern, Mai 1525 o.O., zitiert nach Hans Heinrich Borcherdt (Hrsg.), Martin Luther, Ausgewählte Werke, Bd.4, München 1923, S. 294ff; WA18,357-361)

Es ist der Kern monotheistischer Religionen, intolerant zu sein. Kommt wie beim Christentum auch noch die Missionierung hinzu, ist es geradezu eine Gebrauchsanweisung für Krieg. Und so war es auch in der Praxis. Im Namen des Christentums wurden unzählige Kriege geführt, Völker versklavt und Zivilisationen ausgelöscht.

[….] In seinem Buch „Die mosaische Unterscheidung oder der Preis des Monotheismus“ (2003) hat der Heidelberger Ägyptologe Jan Assmann die seither viel diskutierte These formuliert, wonach den monotheistischen Religionen insgesamt ein exklusiver Wahrheitsanspruch inhärent ist. Ihm gegenüber muss jede Abweichung als Irrtum oder Lüge erscheinen, die es – wenn nötig, gewaltsam – auszumerzen gilt.  [….] Mit Blick auf die Frage, wie solche Säkularisate heutige Formen von Gewalt prägen, kommt Buc nicht umhin, dem Christentum eine dualistische bzw. manichäistische Weltsicht zu unterstellen, wonach die Wirklichkeit in Gut und Böse unterschieden ist.

Tatsächlich wurden in der Geschichte des Christentums zur Legitimation von Gewalt vorrangig solche biblische Texte rezipiert, die dualistische Tendenzen aufweisen. Bis in die jüngste Vergangenheit wurden das Johannesevangelium und mehr noch die Offenbarung des Johannes immer wieder dahingehend beansprucht, kriegerisches Vorgehen oder Gewalt gegen politische Feinde und Andersgläubige zu rechtfertigen. Im apokalyptischen Kampf gegen den Satan oder das „Reich des Bösen“ schien – und scheint – nahezu jedes Mittel erlaubt.

Zweifellos kennt das NT eine Metaphorik des Kampfes – etwa wenn es um die Standhaftigkeit im Glauben geht. Und nicht zu bestreiten sind Tendenzen in frühchristlichen Märtyrerakten, die jeweiligen Peiniger herabzusetzen, sie bisweilen gar zu dämonisieren. [….]

(Stimmen der Zeit Heft 1/2017)

Die evangelischen Christen, die besonders treu an der Seite Adolf Hitlers standen und auch heute noch mit Bernhard Felmberg das Amt des Militärbischofs ausfüllen, können sich nur deshalb als „Friedenskraft“ inszenieren, weil sie auf 2.000 Jahre Erfahrungen mit maximaler Heuchelei zurückblicken. (….)

(Danke Käßmann, 07.03.2023)

 SCHANDE SCHANDE SCHANDE über die evangelische Kirche!

«Luther war ein Riese, er sah den Juden, wie wir ihn erst heute zu sehen beginnen.» So beschreibt Adolf Hitler sein Idol, den evangelischen Reformator Martin Luther, in einem Gespräch mit seinem Mentor Dietrich Eckart. So immens war Hitlers Bewunderung für Luther, dass die Nazis Luthers zahlreiche Dekrete gegen die Juden mit deutscher Gründlichkeit, rückhaltloser Unterstützung der christlichen Kirchen und der tatkräftigen Hilfe gütiger Christenmenschen umsetzten. «Ich tue nur, was die Kirche seit fünfzehnhundert Jahren tut, allerdings gründlicher» («Mein Kampf»).

(Baseler Zeitung, 13.03.2015)

Alle deutschen Protestanten haben am heutigen Reformationstag zu erklären, wieso sie während Raketen auf Israel niederregnen und Juden in Deutschland verfolgt werden, Martin Luther mit einem Feiertag ehren.

»Wenn ich einen Juden taufe, will ich ihn an die Elbbrücke führen, einen Stein an den Hals hängen und ihn hinabstoßen und sagen: Ich taufe dich im Namen Abrahams.«

(Martin Luther, Tischreden, Nr. 1795)

Nicht nur taugt Luther offensichtlich nicht als Vorbild für einen Feiertag, sondern Lutherbotschafterin Käßmann verbreitet ungeniert Lügen, wenn sie diesen Mann zum Vorreiter der Menschenrechte und Aufklärung hochstilisiert. Schande über die deutschen Bischöfe!

Luther ist ein glasklarer Volksverhetzer; statt ihn heute auch noch zu feiern, sollten wir uns in Grund und Boden schämen.

Daß der Katholik Adolf Hitler den Ur-Protestanten Martin Luther so grenzenlos bewunderte, liegt nicht nur an der offensichtlichen Ursache, Luthers fanatischem und eliminatorischem Antisemitismus.

Darüber hinaus zeigte Luther „dem Führer“ beispielhaft, wie man Rücksichtslosigkeit und Destruktion mit nie dagewesener Radikalität praktizierte.

Luther. Ein widerlicher Geselle, ein Verbrecher an der Menschheit. Den haben wir noch nicht richtig aufgearbeitet. Wir gehen mit Luther um, als sei er ein „Heiliger“ der evangelischen Kirche. Er war aber ein für die damalige Zeit untypisch aggressiver Antisemit, Frauen verachtend bis ins Mark und vom Denken her völlig mittelalterlich. Teufel war sein Lieblingswort. Die Gesellschaft war sehr viel weiter.

(Richard David Precht, 22.01.2016)

Hitler lernte von Luther wie man jedes Maß-Halten hinter sich läßt und Bösartigkeit in einer ganz neuen Größenordnung praktiziert. Martin Luther verfasste schon im frühen 16. Jahrhundert detaillierte Pläne zur „Endlösung der Judenfrage“. Hitler besaß die technischen und politischen Mittel Luthers genozidale Vision umzusetzen.

Montag, 30. Oktober 2023

Deutschland mit grünem Wirtschaftsminister

Im Ranking der größten Volkswirtschaften läuft alles auf ein Duell hinaus, zwischen China und dem - noch – ökonomischen Spitzenreiter USA.

Im Jahr 2022 war der Abstand noch gewaltig. Die USA liegt mit 25.500 Milliarden US-Dollar Bruttoinlandsprodukt (BIP) weit vorn; ist so stark wie China (18.100 Mrd. Dollar), Japan (4.200 Mrd. Dollar) und Indien (3.400 Mrd. Dollar) zusammen.

Aber die Dynamik der zentralistisch und ultrakapitalistisch gesteuerten Volksrepublik mit ihren 1,4 Milliarden Einwohnern ist größer, als in der saturierteren USA mit ihren 335 Millionen Bürgern. Zudem werfen sich die Amerikaner durch ihren Verfassungs- und Bildungs-politischen „decline“ selbst Steine in den Weg. Die Republikaner blockieren die Funktionsfähigkeit von Regierung und Parlament; sorgen mit Buch-Verboten und evangelikaler Verblendung für die totale Verblödung der US-Jugend, während chinesische Eltern ihre Kinder gnadenlos zu höchsten Bildungsanstrengungen trimmen.

Das Biden-Amerika leistet sich zudem den „Luxus“ des humanitären und militärischen Engagements, liefert allein der Ukraine Waffenhilfe, die höher ist als der gesamte Japanische Verteidigungsetat.

[…..]  Die Steigerung der weltweiten Verteidigungsausgaben beinhaltet auch Militärhilfe für andere Staaten, die wegen des Krieges in der Ukraine 2022 ein außergewöhnliches Ausmaß erreicht hat. Allein die Vereinigten Staaten haben der Ukraine nach einer Untersuchung des Kieler Instituts für Weltwirtschaft 47 Milliarden Dollar an Militärhilfe gewährt. Die USA sind nach wie vor die bei weitem stärkste Militärmacht der Erde. Im Jahr 2022 gab das Land nach offiziellen Zahlen 877 Milliarden Dollar für Rüstung aus, das sind 39 Prozent der weltweiten Ausgaben. Gemessen am BIP war das zwar weniger als vor zehn Jahren und viel weniger als auf dem Höhepunkt des Kalten Krieges, als das Verteidigungsbudget fast zehn Prozent des BIP betrug. Trotzdem können die USA nach wie vor, so SIPRI-Experte Nan Tian, ihre Macht wie kein anderes Land geltend machen und "diesen Einfluss in den Rest der Welt tragen". China, nach US-Angaben ein wichtiger Grund für die amerikanischen Ausgabensteigerungen, folgt mit großem Abstand und einem Verteidigungsbudget von 292 Milliarden Dollar auf Platz zwei. […..]

(Deutsche Welle, 24.04.2023)

Die beiden Flugzeugträger, die Washington vor die Küste Israels schickte, haben jeweils Betriebskosten von 2,5 Million Dollar pro Tag!

Die Gerald-R.-Ford-Klasse mit 4.500 Mann Besatzung aus den USA sind die größten Träger der Welt, kosten pro Stück rund 13 Milliarden Dollar in der Herstellung. Die Betriebskosten der vollen Dienstzeit werden bei über 123 Milliarden Dollar liegen – das entspricht dem zehnfachen Haushalt des Bundeslandes Schleswig-Holstein (rund 13 Milliarden Euro für knapp drei Millionen Menschen).

Ein Flugzeugträger kostet zehn Jahre Schleswig-Holstein. Das sind sicherlich angesichts von Not, Elend und Hunger auf der Welt, obszöne Summen für die ultimativen Schwanzvergleich-Waffensysteme.

Flugzeugträger beeindrucken nicht nur mit Feuerkraft und Größe, sie flößen auch Respekt ein, weil sie schlicht zu teuer für die allermeisten Nationen der Erde sind.  Ob sie überhaupt militärisch Sinn machen, ist umstritten, da sie durch ihre Größe enorm verwundbar sind und nur mit gewaltigem Begleitschutz manövrieren können.

In einem „richtigem Krieg“ wären die Super-Penisse der US-Admiralität vermutlich schnell versenkt.

[…..]  China führte eine Simulation durch, in dem es den US-Flugzeugträger USS Gerald R. Ford mit Hyperschallraketen zerstört. Die Übung ist ein deutliches Zeichen an die USA, dass sie sich nicht in den Taiwan-Konflikt einmischen sollen.

Demnach reichten 24 Hyperschallraketen, um den größten Flugzeugträger der Welt und die Flotte drumherum zu versenken, berichtet die South China Morning Post. Das 337 Meter lange und 78 Meter breite Kriegsschiff übertrifft mit seiner Verdrängung von 100.000 Tonnen nur knapp die sogenannte Nimitz-Klasse der US Navy. Das Schiff gilt als teuerstes Kriegsschiff aller Zeiten. Die Baukosten türmten sich aufgrund zahlreicher Rückschläge und Verzögerungen auf 13,3 Milliarden US-Dollar.  Die Simulation zeige, was passieren könne, wenn sich US-Schiffe trotz mehrfacher Warnungen weiterhin einer von China beanspruchten Insel im Südchinesischen Meer näherten, heißt es in einem Beitrag im chinesischsprachigen Journal of Test and Management Technology. Die Simulationen würden darauf hindeuten, dass die US-Flugzeugträger, die bisher als unsinkbar galten, durch eine relativ geringe Anzahl von Hyperschalltreffern "mit Sicherheit" zerstört werden könnten.

In dem Kriegsspiel wurden 24 Hyperschallraketen von 6 Orten in Südchina und der Wüste Gobi abgeschossen. Die US-Flotte bestand aus der USS Gerald R. Ford, dem Lenkwaffenkreuzer San Jacinto aus der Ticonderoga-Klasse und 4 Lenkwaffenzerstörern aus der Arleigh-Burke-Klasse.   […..] Bei insgesamt 20 Simulationen mit verschiedenen Konfigurationen konnten im Schnitt 5,6 der 6 Schiffe eliminiert werden. Bereits Ende des vergangenen Jahres präsentierte China im Staatsfernsehen ihre "Flugzeugträger-Killer" - die interkontinentalen ballistischen Raketen DF-21D, DF-26B und die neue DF-41. Während die ersten beiden Raketen eine Gefahr für US-amerikanische Flugzeugträger im Pazifik darstellen könnten, schafft es die DF-41 sogar bis auf das US-amerikanische Festland. […..]

(Future Zone, 26.05.2023)

Es braucht keine MTG oder Mike Johnson, um sich vorzustellen, wann einer amerikanischen Regierung diese Ausgaben über den Kopf steigen.

Handelt es sich bei solchen Ausgaben nicht offensichtlich um „imperial overstretch“?

Wie lange kann das angesichts grassierender Armut und Obdachlosigkeit in den USA, massiven Klima-Schäden und verfallender Infrastruktur noch so weitergehen?

Möglicherweise kann sich die USA ihren Lebensstil tatsächlich noch einige Jahrzehnte leisten. Trotz der totalen Tech-Desaster um Mark Zuckerbergs „Metaversum“, die "Google Glasses", die insolvente Kryptobörse FTX oder Elon Musks „X“, funktionieren die Bidenomics verblüffend gut. Die USA sind noch lange nicht tot.

[….] Amerika hängt uns ab [….] Ob Nahostkonflikt oder Ukrainekrieg: Es brennt vor unserer Haustür, aber ohne die USA sind wir Europäer hilflos. Die Amerikaner zeigen der Welt beeindruckend ihre Fähigkeiten – und uns unsere Unzulänglichkeit. [….] Ohne entschlossenen Beistand der Amerikaner hätte die Ukraine Russland nicht so lange widerstanden. Womöglich wären längst weitere Teile Mittelosteuropas im Visier der Kremltruppen. Im Nahen Osten versuchen die USA unterdessen, ein Übergreifen der Eskalation auf weitere Länder zu verhindern. Sie laufen mit entschiedener Militärpräsenz auf: zwei Flugzeugträger plus Begleitschiffe und Tausende Soldaten auf Militärbasen in der Region. Sie spannen einen Schutzschirm über Israel auf, womöglich auch über anderen Verbündeten am Golf.

Es ist eine beeindruckende Präsentation US-amerikanischer Fähigkeiten: militärisch, diplomatisch, auch wirtschaftlich. Denn um ein großes, technologisch hochgerüstetes Militär zu unterhalten, das seinen Kurs am »Wendepunkt« rasch ändern kann, braucht es nicht nur straffe Entscheidungsstrukturen, sondern auch erhebliches ökonomisches Potenzial.

Und wir Europäer? Sitzen da. Schauen zu. Betreiben Nabelschau, händeringend – während es vor unserer eigenen Haustür brennt. Es ist erbärmlich. Die aktuelle Unsicherheitslage führt uns Europäern schmerzlich unsere Unzulänglichkeiten vor Augen. […..] In mancher Hinsicht sollte sich Europa die USA zum Vorbild nehmen. Das mag abwegig erscheinen angesichts eines Amerikabildes, das ein großes Land als gigantische Freakshow porträtiert – geprägt von Trump-hörigen Republikanern und ihrem finsteren Vormann, bewohnt von Waffennarren, von denen immer wieder jemand Amok läuft (wie dieser Tage in Maine). Hinter dieser chaotisch anmutenden Fassade jedoch sind die USA ein Land von beeindruckender Dynamik. Inzwischen liegt die Wirtschaftsleistung pro Einwohner in den USA fast doppelt so hoch wie in der EU. […..]

(Henrik Müller, SPON, 29.10.2023)

Und wir kleinen, militärisch hilflosen Berliner Schrumpfgermanen mit unserer von 16 Jahren C-Ministern demolierten Schrott-Armee?

Zu Gerd Schröders Zeiten lag Deutschlands BIP noch klar vor China.

2000: Deutschland 1.900 Mrd $, China 1.200 Mrd $.

2005: Deutschland 2.800 Mrd $, China 2.200 Mrd $.

Dann aber folgten 16 Jahre Merkel-Tiefschlaf mit ihren CSU-Trottel-Ministern, in denen Deutschland alle Innovationen verschlief und gnadenlos abgehängt wurde.

2022: Deutschland 4.100 Mrd $, China 18.100 Mrd $.

Diese CDU-Somnumökonomie möchten der deutsche Urnenpöbel zurück. Statt moderner Green Technology, zeigen alle Umfragen eine enorme Vorliebe für die in den 1940ern entwickelte Atomkraft und völkische Ideologie. Mit Ideen aus dem letzten Jahrtausend in die Zukunft?

Noch ist es glücklicherweise nicht soweit. Noch regiert die Ampel, noch stellt ein Grüner Wirtschaftsminister die Weichen – wenn auch von der ewig gestrigen Verbrenner-affinen FDP gebremst.

[….] Allen Unkenrufen zum Trotz! Deutschland zieht an Japan vorbei, wird drittgrößte Volkswirtschaft der Welt. Die deutsche Wirtschaft ist auf dem besten Weg, Japan als drittgrößte Volkswirtschaft der Welt abzulösen, lautet die überraschende Meldung von Bloomberg am Dienstag. Dabei wird die Diskussion über den wirtschaftlichen Zustand Deutschlands seit Monaten von Schlagzeilen beherrscht, die vom "kranken Mann Europas" sprechen. Doch nach den jüngsten Prognosen des Internationalen Währungsfonds (IWF) wird das nominale Bruttoinlandsprodukt Deutschlands 2023 rund 4,43 Billionen US-Dollar betragen, verglichen mit 4,23 Billionen US-Dollar von Japan. Damit wären nur noch die Vereinigten Staaten und China größer. [….]

(Wallstreet Online, 24.10.2023)

Fortschritt gibt es immer nur unter SPD-Kanzlern.