Dienstag, 22. November 2022

Das kommt von sowas – Teil IV  

Nach dem Terroranschlag auf zwei Moscheen in Christchurch am 15. März 2019, beeindruckte mich die neuseeländische Premierministerin Jacinda Ardern über alle Maßen mit ihren einfühlsamen Auftritten, ihrer Fähigkeit Trost zu spenden und der strikten Weigerung den Namen des Attentäters auch nur ein einziges mal auszusprechen. Der rechtsextreme Terrorist hatte die Tat gefilmt und wollte international berühmt werden. Wenigstens diese Genugtuung , daß nun jeder seinen Namen kenne, verweigerte ihm die Frau der Stunde.

Natürlich wurde seine Motive international recherchiert; „man“ weiß alles über ihn. Aber ich halte mich an Arderns Vorbild und werde den Namen nicht nennen.

Die Berichterstattung sollte den Opfern und nicht den Tätern gehören. Ich erinnere mich mit Gänsehaut daran, wie CNN-Anchor Anderson Cooper nach dem Massaker in Orlando am 12. Juni 2016, mit tränenerstickter Stimme in einem längeren Segment alle im „Pulse“ getöteten 49 Menschen nacheinander vorstellte, ihnen ein Gesicht gab.

So ehrenwert diese Versuche sind, die Opfer zu würdigen und den Tätern keine Titelseiten zu bescheren, muss man doch eins konstatieren: Die US-amerikanische Gesellschaft insgesamt bringt nicht genügend Ehre und Mitgefühl auf, um die nahezu täglichen Massenmorde zu unterbinden. Die Opfer gehören oft zu Minderheiten. Queere, Schwarze, Juden, Muslime, Kinder. Teile der Gesellschaft, die US-Amerikaner offenbar als verzichtbar betrachten. Die Mehrheit lehnt sich eben nicht gegen diese Massenmorde auf, ist abgestumpft.

Ich bezweifele, daß die Republikaner immer noch so verbissen für die freie Verfügbarkeit von automatischen Waffen kämpfen würden, wenn die Opfer der Schießereien hauptsächlich alte reiche weiße Männer wären.

Viele USA-Korrespondenten verfügen inzwischen über resignierte Feuilleton-Satzbausteine, mit denen sie nach jedem großen Mass Shooting die Waffenvernarrtheit der US-Amerikaner erklären, die Abstumpfung gegenüber den jährlich 40.000 Schusswaffenopfer analysieren und prognostizieren, daß es keine Änderungen geben wird.

In der Tat ist der white domestic terrorism – fast immer sind es weiß junge christliche Männer, die ihre Landsleute umbringen – so alltäglich, daß es schon besonders abstruse Umstände erfordert, um sich überhaupt noch an einzelne Massenmorde zu erinnern.

Das Mass Shooting am 24.05.2022 an der Robb Elementary School in Uvalde, als ein 18-Jähriger Texaner 19 Kinder und zwei Lehrer ermordete, war so ein Fall, da vor der Schule über 100 schwer bewaffnete Polizisten aufliefen, die sich aber zu sehr fürchteten, um den Täter mit seiner AR15 zu stoppen und ihn daher in Ruhe sein Massaker durchführen ließen.

Die US-Amerikaner sind nicht nur abgestumpft gegenüber solcher Gewalt; es ist schlimmer; sie fördern Mass Shootings durch ihre Wahlentscheidungen. Der Texanische Gouverneur Abbott hatte mit zahlreichen Gesetzen dafür gesorgt, daß  jeder Minderjährige und jeder psychisch Angeschlagene eine AR15 bekommt. Sein demokratischer Gegenkandidat „Beto“ O’Rouke ist leidenschaftlicher Verfechter strengerer Waffengesetze, widersprach Abbott nach dem 24.05. so heftig, daß er aus dem Saal geführt werden musste.

Am 08.11.2022 gaben die Texaner Abbott eine deutliche Mehrheit und wollten Beto nicht als Gouverneur.

Nun der Mordanschlag von Colorado Springs im Club Q.

Es ist Zeit, den Namen Anderson Lee Aldrich zu nennen. Der übergewichtige weiße 22-Jährige Mörder passt nämlich schmerzhaft gut ins Muster. Der dicke Christ wurde schon zuvor für Gewalttaten angeklagt und kommt aus der entsprechenden Familie. Sein Opa ist ein MAGA-Hassfanatiker.

[….]  Aldrich’s grandfather is allegedly Randy Voepel, a Republican state lawmaker in the California State Assembly 

Voepel compared the January 6, 2021 attack on the U.S. Capitol to the Revolutionary War - Voepel lost his seat to a challenger in the midterm elections 

Aldrich’s mother, Laura Voepel told police her son threatened her with a homemade bomb and other weapons last June

Aldrich was charged with two counts of felony menacing and three counts of first-degree kidnapping, but the charges were later dropped and records sealed  [….]

(Daily Mail, 22.11.22)

Der evangelikale Soundtrack liefert die „Wir sind besser als die“-Überzeugung, der republikanische Trumpfan-Opa die Gewalttätigkeit.


Republikaner und rechte Medien zusammen schüren Hass und Hetze, um solche Typen wie Aldrich den letzten Ansporn zu geben, endlich loszulegen, endlich zu töten.

Gerade gewann mit Lauren Boebert in Colorado eine moralisch völlig verdorbene und abgrundtief bösartige Hass-Fanatikerin mit absoluter Mehrheit erneut ihren Sitz im US-Kongress. Sie tat in den letzten zwei Jahren alles dafür, um Attentäter mit Waffen auszustatten und sie auf ihre Opfer zu hetzten.

[….] 12 times that Colorado Rep. Lauren Boebert stoked anti-LGBTQ violence that led to a mass shooting

She has spent years accusing LGBTQ people of mutilating kids and threatening civilization.[….]

It’s remarkable that Boebert — who just narrowly won her re-election bid in a deep red district — would pray for queer people since she is the third most responsible person driving anti-LGBTQ hate speech on Twitter. Among her many bigoted statements, Boebert has accused LGBTQ people of “spitting in God’s face,” “butchering” children, and “perverting” the nation.

Accused LGBTQ allies of indoctrinating children.  In September 2022, she reposted an article from the far-right outlet Breitbart while praising Florida’s “Don’t Say Gay” law, which bans LGBTQ content from public school classrooms. Christina Pushaw, the press secretary of Gov. Ron DeSantis (R-Fla.), said anyone who opposes the law is a pedophile.

Saying LGBTQ civil rights threaten all Americans. Boebert said the Equality Act — a bill that would outlaw LGBTQ discrimination — is a “radical ideology… monstrosity” from “the power-hungry left” which would result in a “confused man trying to catch a peek” in girls’ locker rooms, church leaders being imprisoned for misgendering people, and kids removed from their parents for denying them gender-affirming care.  […] [….]

(LGBTQ Nation, 20.11.22)

Der Hass auf Minderheiten fällt nicht vom Himmel, die Waffen fallen nicht vom Himmel, die Attentäter kommen nicht von allein auf ihre Mordphantasien.

Die GOP, FOX, die Evangelikalen und die anderen rechten Medien heizen das Mass-Shooting-Klima an.

Und noch schlimmer: Die US-Amerikaner wählen solche Leute mit Mehrheit in den Kongress.

Statt immer „nur“ zu trauern, sollten die Opfer dazu übergehen, klar Ross und Reiter zu nennen. Die Republikaner müssen öffentlich verurteilt werden. Die Namen die geistigen Täter müssen genannt werden.





Montag, 21. November 2022

Neue christliche Traditionen  

Annette Zoch, die viel besser als ihr Vorgänger Matthias Dobrinski bei der Süddeutschen Zeitung über Kirchenthemen schreibt, weil sie auf dessen larmoyanten prokatholischen Ton verzichtet, nimmt einen Rom-kritischen Standpunkt ein.

Sie schreibt aber nicht offen atheistisch oder Glaubens-kritisch. Während ich mich, als extrem kirchenkritischer Mensch, über Bischöfe wie Woelki und abgehobene Homophobe, misogyne Vatikanische Bullen freue, weil sie den Niedergang der Kirchen fördern, schwingt bei Zoch klares Missfallen mit.

Offensichtlich hält sich nichts von den Kurienkardinälen, die sich einen Dreck um die Bedürfnisse der deutschen gläubigen Katholiken scheren.

[….] Alle seien sich aber bewusst, so heißt es dann noch salbungsvoll im Kommuniqué, "dass sie mit dem gesamten heiligen und geduldigen Gottesvolk auf dem Weg sind, auch wenn verschiedene Positionen aufeinanderstoßen". Da aber schätzt die Kurie die Lage falsch ein: wenn die überwiegende Mehrheit der Katholikinnen und Katholiken in Deutschland eines nicht mehr hat, dann dies: Geduld. […]

(Annette Zoch, SZ, 21.11.2022)

Indem sich die Kurienkardinäle kategorisch gegen Neuerungen stellen, schaffen sie automatisch Neuerungen an anderer Stelle.

So zwingen Priestermangel und Gläubigenschwund die deutschen Bistümer dazu, im großen Stil Kirchen zu entwidmen, die Gebäude zu verkaufen und so dem verbliebenen Kern der regelmäßigen Gottesdienstbesucher, einen kräftigen Tritt in den Hintern zu versetzen.

Da ich generell alte Menschen mag, tut es mir beim Zusehen Leid, wenn in den diversen TV-Dokumentationen über Kirchenschließungen, das unvermeidliche Häufchen geriatrischer Gläubiger singend und betend auf ihre Rollatoren gestützt verfolgt, wie die Abrissbirne in den Kirchenturm einschlägt.

Die armen grauen Geronten sind zu unflexibel, um sich noch zu ändern. Aber sich an einer misogynen, antidemokratischen, hochkriminellen, raffgierigen, homophoben Kinderfic**rorganisation festzukrallen, ist kein zukunftsträchtiges Konzept.

Die modernen Gottesdienste der Kirche sind Profanierungs-Riten.

Die Kerzen werden gelöscht, Messdiener räumen huldvoll den Altar ab, legen die Kerzenhalter zu Boden. Kirchliche Pfadfinder transportieren die heiligen Figuren in andere Kirchen, bleiummantelte Reliquien werden gesegnet in bischöfliche Tresore getragen und die Geistlichen sind mit allerlei kirchenrechtlichen Vorschriften beschäftigt.

[….] Das katholische Kirchenrecht differenziert zwischen der notwendigen Weihe oder Segnung einer Kirche (Kirchweihe, can. 1217 CIC) und der notwendigen Weihe eines feststehenden Altars (can. 1237 §1 CIC). Beide (can. 1238 §2 CIC) bedürfen einer gesonderten Profanierung, die ausschließlich und wirksam durch ein Dekret des Ordinarius vollzogen wird (can. 1212 CIC und can. 1222 CIC) und daher keiner liturgischen Handlung bedarf. Im Fall einer Kirche muss der Ortsbischof zuvor den Priesterrat anhören (ohne auf die Befolgung von dessen Votum verpflichtet zu sein) und die Zustimmung derer einholen, die „rechtmäßig Rechte an der Kirche beanspruchen“ (can. 1222 §2 CIC), was in Deutschland den Kirchenvorstand (nicht den Pfarrgemeinderat) oder einen Patron betrifft.  [….]

(Wiki)

Es gibt viel zu tun, denn in den letzten 30 Jahren wurden in Deutschland über 1.000 Kirchen profaniert. Tendenz schnell steigend.

Nicht nur die Kirchengebäude muss man loswerden, sondern auch Kirchenorgeln, Heiligenfiguren, Kirchenbänke, Bibeln, geschnitzte Kanzeln, Altäre und eingemauerte Reliquien fallen in den deutschsprachigen, sowie den skandinavischen  Ländern, massenhaft an. Wohin also mit all dem religiösen Tand?

Zum Glück gibt es Osteuropa! Dort sind homophobe zölibatäre Kinderfic**er in bunten Kleidern immer noch sehr populär.

Der der fromme Wuppertaler Gebraucht-Kirchenorgel-Händler Andreas Ladach macht so gute Geschäfte mit polnischen Orgelkäufern, daß er die Sprache lernte.

[….] In fast jedem Ort in Deutschland gibt es eine Kirche. Und sie bleibt immer häufiger leer. Oft werden die Gotteshäuser dann geschlossen, entweiht oder entwidmet, verkauft und sogar abgerissen. Wenn eine Kirche aufgegeben wird, erfährt es der Orgelmakler Andreas Ladach als einer der ersten. Dann kümmert er sich um den Abbau der Kirchenorgel, die er meist nach Osteuropa verkauft.  [….]

(Echtes Leben: Gotteshaus zu verkaufen, ARD, 20.11.2022)

Wird in Deutschland wieder einmal eine Kirchen zugemacht, ist er in Windeseile zur Stelle, demontiert die Orgelpfeifen und schickt sie bald mit einem hübschen Gewinn für die Gemeinde gen Osten.

Der Ukraine-Krieg ist eine feine Sache für die Gebraucht-Kircheninventar-Händler. Denn je mehr das Elend und die Armut in Osteuropa um sich greift, je autoritärer und damit kirchenaffiner die Regime werden, desto frommer werden die Bürger und pressen such nur zu gern auf ausrangierte Kirchenbänke aus Köln-Nippes oder Recklinghausen.

Problematisch sind allerdings die vielen Bibel und Gesangbücher, die in der Ukraine oder Polen durch die deutsche Sprache unnütz sind.

Dafür ließ sich der Göttinger Pfaff Harald Storz aber ein schönes Ritual einfallen.

[….] Der ehemalige Pastor Harald Storz hat in Göttingen nicht mehr gebrauchte Bibeln begraben. Die Bücher wurden nach dem Gottesdienst ohne Kreuz oder Grabstein in der Nähe der St.-Albani-Kirche beigesetzt. Vergleichbare Aktionen habe es in Deutschland bisher kaum gegeben, sagte Storz. Das Begräbnis sei angelehnt an eine jüdische Tradition. Während seiner aktiven Zeit als Pastor für die St.-Jacobi-Kirche in Göttingen seien ihm öfter alte Bibeln überlassen worden, sagte Storz. "Menschen haben die Bücher etwa bei Haushaltsauflösungen von verstorbenen Familienmitgliedern gefunden und wollten sie nicht wegwerfen", sagte Storz. Doch er habe auch nicht gewusst, was er mit den Werken hätte anfangen sollen - und sie letztlich mit einem unguten Gefühl in den Müll geworfen.  [….]

(SZ/dpa, 20.11.2022)

Abreißen, verkaufen, vergraben – diese drei Worte stehen für das christliche Leben in Deutschland 2022. I LIKE!

Sonntag, 20. November 2022

Macht’s gut und danke für den Fisch  

Wir brauchen keine Vogonen, denn die Erde soll nicht atomisiert werden, um einer Hyperraum-Umgehungsstraße Platz zu machen.

Die Erde bleibt, wo sie ist. Sie fiebert lediglich ein bißchen, um eine akute Infektion loszuwerden.

Aber es besteht große Hoffnung für den Planeten. Nach 4,5 Milliarden Jahren trat Morbus Homodemens blitzartig auf und wird genauso blitzartig wieder verschwinden, weil die toxischen Winzlinge sich mit Hingabe selbst vergiften.

Es war eben eine absolute Schnapsidee des lieben G*ttes ausgerechnet diese Wesen, damit zu betrauen, sich die Erde Untertan zu machen. Nur wenige Tausend Jahre, nachdem der Schöpfer das sagte, haben seine Kreaturen alles kaputt gemacht.

Schön blöd. Hätte er mal lieber wieder den Dinosauriern die Weltherrschaft überlassen. Die gingen hunderte Millionen Jahre pfleglich mit ihrem Lehen um und leben (als Vögel) immer noch in aller Schönheit unter uns.

Schade, daß Homo Demens bei seiner Selbstzerstörung große Teile der Flora und Fauna co-ermordet, aber bevor die Vogonen doch noch alles wegblasen, sind vermutlich noch ein paar Milliarden Jahre nach, in denen sich aus Kakerlaken, Eishaien und Skorpionen eine interessante neue Fauna entwickeln kann.

[….]  Die Europäer haben in Scharm el-Scheich weniger als nichts erreicht  [….] Ohne China gäbe es das Pariser Klimaabkommen nicht. Erst die Bereitschaft der Volksrepublik, in Zukunft auch etwas gegen die Erderwärmung zu tun, machte vor sieben Jahren den Weg frei. [….] In Scharm el-Scheich haben die Europäer erstmals versucht, China ernsthaft herauszufordern. Zumindest an dem längst überfälligen Fonds zur Bewältigung von Klimaschäden sollte das Land sich beteiligen, verlangte die EU - und das mit durchaus guten Argumenten. [….]  Doch statt die globalen Verhältnisse zurechtzurücken, holten sich die Europäer mit ihrem Vorstoß eine blutige Nase. Den Versuch war es wert, aber erreicht haben sie weniger als nichts. [….] Versuche der EU, die Verbündeten Chinas zu spalten, schlugen fehl. [….] Stattdessen ist China weiterhin in der Gesellschaft jener, denen der Schutz der Erdatmosphäre im Grunde gleichgültig ist. Staaten wie Saudi Arabien, das seinen Wohlstand auf Öl baut, oder Russland, das mit Öl- und Gaseinnahmen einen Vernichtungskrieg in Europa führt. Alle Versuche, in Scharm el-Scheich das Naheliegende zu formulieren - nämlich den unvermeidlichen Ausstieg aus fossiler Energie -, gingen deshalb ins Leere. Appelle künftiger Generationen, so etwas prallt an Autokraten ab. Und das erst recht, wenn ein Autokrat auch noch Gastgeber der Klimakonferenz ist und in dieser Funktion jeden zu lauten Aufschrei unterdrückt. [….]

(Michael Bauchmüller, 20.11.2022)

Ein promovierter Biologe und Top-Grüner ist jetzt oberster Waffenlobbyist. Mehr Klimafeindlichkeit geht nicht.

[…] Hofreiter, der sich in Kiew als »lautester Rufer nach Waffen für die Ukraine« vorstellt, fragt den Ex-Diplomaten Yaremenko, warum er glaube, dass die USA keine M1-Abrams-Panzer lieferten. Yaramenko druckst herum. Dass sei eine militärische Frage, keine politische, sagt er. […] Hofreiters Augen weiten sich. Beim Hinausgehen schnaubt er Yaremenko auf Englisch an. »Wenn ich diese Frage so beantwortet hätte wie Sie, hätte Deutschland wohl gar keine Waffen geliefert.« […]

(SPON, 20.11.2022)

Baden Württemberg, das reiche Bundesland mit den vielen Mittelständischen Betrieben, wird seit elfeinhalb Jahren Grün regiert, baut keine Windkrafträder und sabotiert systematisch die energetische Gebäudesanierung, damit bloß keine Strom- und Heizkosten gespart werden. Der Grüne Ministerpräsident Kretschmann besteht darauf Daimer zu fahren und will mehr Flüchtlinge abschieben.

Wenn das der Tatendrang im reichen gebildeten grünen BW ist, wundert es nicht, daß nebenan in Bayern Klimaschutz komplett blockiert wird.


Der Urnenpöbel will aber nicht SPD, sondern sieht in allen Umfragen Merz, Söder und die CDUCSU weit vorn.

Und wenn das der Tatendrang im reichen aufgeklärten Deutschland ist, wundert es nicht, daß Klimakonferenzen an nationalen Egoismen und Lobbyinteressen scheitern.

[…] Der Ausbau der Windenergie in Deutschland ist 2021 so langsam vorangekommen wie seit 20 Jahren nicht mehr. Die regionalen Unterschiede sind dabei groß. In einem Bundesland ging ein einziges neues Windrad in Betrieb. […] aut den Daten der Bundesnetzagentur gingen dieses Jahr (Stand 21. Dezember) deutschlandweit 460 neue Windkraftanlagen an Land in Betrieb. Das ist der niedrigste Wert seit 20 Jahren. […]  Insgesamt sind in Deutschland aktuell rund 30.000 Windräder bei der Bundesnetzagentur gemeldet. Laut der Datenanalyse des SWR stehen davon mit Abstand am meisten in Niedersachsen, nämlich 6391. Dahinter folgen Brandenburg (3927) und Nordrhein-Westfalen (3620). […] Unter den Flächenländern schneiden vor allem Bayern (1290) und Baden-Württemberg (841) schlecht ab. Bezogen auf die jeweilige Landesfläche stehen diese beiden Bundesländer mit deutlichem Abstand auf den beiden letzten Plätzen. Rein rechnerisch stehen in Bayern und Baden-Württemberg auf einem Quadratkilometer 0,02 Windräder. In Niedersachsen ist die Dichte an Windkraftanlagen sechsmal höher - in Schleswig-Holstein sogar zehnmal so hoch.   […]

(Tagesschau, 22.12.2021)

Diese Menschheit hat es einfach nicht verdient zu überleben.

Samstag, 19. November 2022

Kölner Homos  

Heute ist der letzte Tag der Ad-limina-Woche der deutschen katholischen Bischöfe im Vatikan. Es war höchste Zeit, denn der letzte gemeinsame Rom-Besuch des deutschen Episkopats fand im November 2015 statt. Eigentlich haben die Bischöfe eines Landes alle fünf Jahre in Rom zu erscheinen, um dem Heiligen Vater und den Kongregations-Präfekten Rapport zu erstatten.

Die Terminschwierigkeiten erstaunen, wenn man bedenkt, daß die deutsche RKK nicht nur (neben der US-amerikanischen) die reichste der Welt, sondern auch durch einen lebenden Papst, den Präfekten des Päpstlichen Hauses Kurienerzbischof Georg Gänswein und den ehemaligen Präfekten der Glaubenskongregation Kardinal Müller extrem gut im Vatikan vernetzt ist. Der ehemalige Chef der deutschen Bischofskonferenz (2014-2020) Reinhard Kardinal Marx, ist zudem Mitglied des siebenköpfigen Kardinalsrates; gehört also zum intimsten Kreis des Papstes. Auch Kurienbischof und Apostolischer Delegat im Päpstlichen Rat für die Neuevangelisierung Franz-Peter Tebartz-van Elst wirkt im Vatikan.

Und diese Leute bekommen zwei Jahre keinen Termin?

Der Grund ist offensichtlich: Bergoglio kann die Deutschen nicht leiden, weil er sie, genauer gesagt, zwei Drittel der Bischöfe, für verkappte Protestanten hält, die ihn mit ihrem Synodalen Weg nerven. Der Neupapst mag zwar umgänglicher, weniger homophob als der protzverliebte Altpapst sein, aber in den drei deutschen Fragen – freiwilliger Zölibat, Homo-Akzeptanz und Frauenordination - sagt er genauso kompromisslos NEIN, wie Golden Ratz. 

Schon deswegen stellt er sich hinter den Kölner Kardinal Woelki, der zwar in seiner mächtigen und reichen Meisner-Provinz (das Erzbistum Köln bildet zusammen mit den Suffraganbistümern Aachen, Essen, Limburg, Münster und Trier die Kirchenprovinz Köln, deren Metropolit der Kölner Erzbischof ist) unbeliebter als Fußpilz ist, aber andererseits das päpstliche Bollwerk gegen die Homoketzerei in Deutschland darstellt.

[….]  Die deutschen Bischöfe haben bei ihrem knapp einwöchigen Besuch im Vatikan auf eine Entscheidung von Papst Franziskus über die Zukunft des Kölner Kardinals Rainer Maria Woelki gedrängt. Der Vorsitzende der deutschen Bischofskonferenz, Bischof Georg Bätzing, sagte am Samstag in Rom: »Es wurde sehr deutlich gemacht, dass die Situation im Erzbistum Köln zunehmend unerträglich ist, sowohl für den Erzbischof wie auch für die Gläubigen.« [….]  Bätzing sagte, Franziskus wolle keine Entscheidung unter Druck treffen. Es müsse aber auch berücksichtigt werden, dass der Druck in Deutschland unerträglich werde.  [….]

(SPON, 19.11.2022)

Doof für Bätzing, daß er sich ausgerechnet einem radikal antidemokratischen, zentralistischen, absolutistischen Verein verschrieben hat, in dem der Vizegott Chef ist.

(….) Niemand eruiert, ob Franziskus eigentlich berechtigt ist, irgendetwas zu entscheiden. Der Papst kann alles, darf alles und weiß alles! So muss es sein, denn vor 152 Jahren erfand der radikal antisemitische Rekordpapst Pio Nono das Dogma der Unfehlbarkeit.

 

[….] Zehn Jahre später erliess er den «Syllabus errorum», eine Liste mit der Verurteilung von achtzig Irrtümern der modernen Zeit. Der letzte Papst-König auf dem Stuhl Petri, von seinen glühenden Verehrern Vizegott genannt, sowohl launenhaft, unberechenbar und theologisch unbedarft wie auch fromm, selbstlos und charmant, trieb die Dogmatisierung der päpstlichen Unfehlbarkeit forsch voran. [….] [….]  535 Kardinäle und Bischöfe stimmten dem Dogma zu. Nur zwei votierten dagegen. [….]

(NZZ, Josef Hochstrasser, 16.07.2020)

 

Und so verdanken wir den Stellvertretern Gottes auf Erden, den Vize-Allmächtigen und Allwissenden, sehr wichtige Erkenntnisse. Daß die Erde eine Scheibe ist. Und falls sie doch eine Kugel sein sollte, ist das Universum geozentrisch. Die Erdkugel, vor 6.000 Jahren von Gott persönlich in sieben Tagen geschaffen, ruht im Mittelpunkt des Alls, während die Sonne drumherum kreist. [….] [….] Päpste sind als Vizegötter glücklicherweise auch qualifiziert, alles zu be- und verurteilen. Insbesondere über Sex und Frauen wissen sie alles. All ihre Hirten recherchieren eifrig zum Thema. (…..)

(Klare Ansage – Teil III, 28.10.2022)

Das wäre ja noch schöner, wenn Bergoglio nach der Pfeife eines Bätzing tanzte und Woelki abservierte.

(….) Umso erfreulicher, daß Papst Franziskus mit Rainer Maria Kardinal Woelki, 66, am 11. Juli 2014 einen so wirkungsmächtigen Säkularisierungsbeschleuniger zum wichtigsten und reichsten deutschen Metropoliten machte. Als Kölner Erzbischof vermochte es Woelki, erst in Köln und dann bundesweit, die Terminvergabe für Kirchenaustrittsgesuche kollabieren zu lassen! Dank seiner Leistung unterschritten protestantische und katholische Kirche zusammen bereits 2022 die 50% Grenze und stellen nun erstmals seit vielen Jahrhunderten eine Minderheit in Deutschland.

Woelki ist mein Held und ich werde ihm für seinen Einfallsreichtum immer dankbar sein.

Langsam steigen in mir aber Sorgen um meinen Helden auf. Könnte mir nach Dyba, Mixa, TVE und Meisner etwa auch Woelki vorzeitig genommen werden?

Es spricht eigentlich wenig dafür, denn der Stellvertreter Gottes setzte ihn mit seiner unfehlbaren Weisheit nach einer kurzen Zeit des hochbezahlten Chillens (mit B11 auf Steuerzahlerkosten) am Aschermittwoch, dem 2. März 2022, wieder in seine Amtsgeschäfte ein. Ein Unfehlbarer kann nicht irren und daher wäre es schwierig für Matteo Bruni, den Direktor der Pressestelle des Heiligen Stuhls, wenige Wochen später zu erklären, Bergoglio habe da wohl Mist gebaut und nun müsse Woelki doch gehen.

Aber die braven Kölner Katholiken sind in derartiger Aufruhr gegen ihren verhassten Kardinal, daß selbst die treuesten der Treuen, Geistliche, wie Laien; jede Zusammenarbeit mit dem Kardinal verweigern.

Ein Oberhirte, der so verachtet wird, daß noch nicht mal Katholische Priester mit ihm zusammen gesehen werden wollen, ist für mich persönlich zwar äußerst amüsant, aber ich mache mir ernsthafte Sorgen, der Vatikan könnte doch noch einknicken und den Mann absägen. [….] [….] Welch ein Dilemma für den Vatikan. Köln ist nach dem Bistum Rom die zweitreichste Diözese dieses Planeten. Geldströme sind wichtig und so kann Bergoglio nicht zusehen, wie dieser Säkular-Agent die Gläubigen verjagt. Er muss Woelki abberufen, wenn er nicht ganz Deutschland dem Atheismus vorwerfen will.

Der Papst hat aber andererseits bereits entschieden, Woelki im Amt zu lassen. Würde er sich auf Druck des Fußvolkes umentscheiden, wäre das ein ungeheuerlicher Präzedenzfall, der seine umfassende Allmacht unwiederbringlich ramponierte. Wenn das Schule macht, könnten überall auf der Welt, Gläubige ihren Bischof boykottieren, bis sie einen anderen bekommen. Also kann Bergoglio Woelki gar nicht abberufen.  (…..)

(Sorge um Köln, 07.09.2022)

Erschwerend kommt hinzu, daß Woelki zwar zur Minderheitsfraktion der Ultrakonservativen im Deutschen Episkopat gehört und von jedem, der ihn persönlich kennenlernte, also insbesondere den Schäfchen seines Erzbistums, gehasst wird, wie die Pest, aber keineswegs allein da steht. Es gibt in Deutschland immer noch eine sehr mächtige, sehr reiche und exzellent vernetzte Struktur des Dunkelkatholizismus. Prälat Wilhelm Imkamp, Kurienerzbischof Gänswein, David Berger, die AfD, Gloria von Thurn und Taxis, Forum Deutscher Katholiken, Benno Schwaderlapp (Sprecher der Medieninitiative "Pontifex"), „Kirche und Leben“, Christof Haverkamp, Rudolf Voderholzer und viele andere mehr bekommen sofort Schnappatmung, wenn sie von mit Schwulenrechten konfrontiert werden.

Voller Verachtung empören sich von-Storch-Onlinemedien wie „ Die Freie Welt“ über deutsche Bischöfe, die Schwule nicht mehr kriminalisieren wollen.

[….] Der Aachener Bischof Helmut Dieser will den Papst vom Synodalen Weg überzeugen, vor allem, um Homosexualität in der Kirche salonfähig zu machen. [….]  In einem Interview mit der Deutschen Welle erklärte Dieser, dass der Papst selbst zum Mut zur Entscheidung aufgerufen habe. Das Franziskus den deutschen Synodal-Sonderweg bereits verurteilte, verschwieg Dieser allerdings. [….] Dieser beschimpfte gleichzeitig seine eigenen Kirche: Der jetzige Stand der kirchlichen Lehre zur menschlichen Sexualität sei »unterkomplex«, fabulierte er. Die katholische Kirche könne homosexuellen Menschen nicht mehr signalisieren, dass ihr Empfinden unnatürlich sei und sie deshalb enthaltsam leben müssten, erklärte er mit theologischem Halbwissen.  […]

(Sven von Storch, 16.11.2022)

Es gibt keinen anderen Verein mit einer so hohen Schwulenquote wie die katholische Kirche. Das ist in sich logisch für konservative Homos, die Frauen ablehnen. Sie finden schon im Priesterseminar ein Refugium, in dem sie ganz unter Männern leben und werden niemals gefragt, wieso sie nicht verheiratet sind. Nur in der RKK können konservative Männer den ganzen Tag in bunten Kleidern rumlaufen.

Aber das funktioniert natürlich nur so lange man maximal heuchelt, stets die Unwahrheit über das eigene Treiben sagt und nur hinter verschlossenen Türen kopuliert. Wer sich an diesen Kodex hält, wird auch von den homophobsten Bischöfen voller Fürsorge geschützt.

[….] Rainer Maria Woelki gilt als einer der queerfeindlichsten deutschen Bischöfe. Einen schwulen Pfarrer, der sich angeblich mit Wissen Woelkis anzüglich gegenüber Jugendlichen verhalten hatte, soll der Kardinal aber geschützt haben. [….] In einem Klageverfahren des Kölner Kardinals Rainer Maria Woelki gegen den Axel-Springer-Verlag und einen "Bild"-Reporter hat am Mittwoch eine Zeugin ausgesagt. Die ehemalige Sekretärin von Woelkis Vorgänger, Kardinal Joachim Meisner, sagte vor dem Kölner Landgericht, sie habe Woelki schon frühzeitig über Vorgänge rund um einen umstrittenen Düsseldorfer Pfarrer informiert.  In dem Prozess geht es um die Berichterstattung über einen Priester, den Woelki 2017 zum stellvertretenden Stadtdechanten von Düsseldorf befördert hatte. Der Kardinal wirft der "Bild"-Zeitung vor, fälschlicherweise berichtet zu haben, dass er bei der Ernennung des Pfarrers dessen Personalakte gekannt und von einer Warnung der Polizei gewusst habe. Der Priester hatte Jahre zuvor mit einem 16 Jahre alten Prostituierten Sex gehabt. [….] Die Zeugin sagte vor Gericht, sie habe [….] mit dem damaligen Weihbischof Woelki über den Düsseldorfer Pfarrer gesprochen, mit dem sie zuvor befreundet gewesen sei. Unter anderem habe sie Woelki von der Homosexualität und dem anzüglichen Verhalten des Pfarrers gegenüber Jugendlichen erzählt. So sei dieser unter anderem mit Messdienern in die Sauna gegangen, berichtete die 72-Jährige. Der Westdeutsche Rundfunk zitierte zudem aus einem Brief, dass der Pfarrer nach den Saunabesuchen mit den Messdienern gemeinsam Pornos geschaut habe. [….]

 (dpa, cw, 16.11.2022)

Was man eben so macht… als katholischer Geistlicher… hinter verschlossenen Türen. Das unterstützt und schützt Woelki voll und ganz. Hauptsache, sie sind nicht schwul.


 

Freitag, 18. November 2022

Wie hältst Du es mit Katar?

Civey fragt mich andauernd, ob ich jetzt noch Fußball gucken mag. Ob Bundesminister zur WM reisen sollten und ob ich 2022 weniger Freude, als bei der letzten Fußball-WM empfinde.

Nein natürlich nicht. Diese WM ignoriere ich genauso wie alle vorherigen Fußball-Turniere, weil Fußball einer primitiver Proletensport ist, der mich nicht die Bohne interessiert. So eine Weltmeisterschaft erspart mir viel Zeit.

(…..)  […..] Schwennicke  […..] stellt sich der übergroßen Mehrheit der deutschen Fußballfans entgegen. Er versucht nicht nur die Angelegenheit auf Normalmaß zu schrumpfen – es ist nur ein Sport; es gibt keinen Grund, daß alle Politiker und Journalisten ununterbrochen Fußballmetaphern  verwenden müssen, um sich volksnah zu zeigen – sondern zeigt den Mittelfinger.

[….] Ich finde Fußball doof. Nein, ich finde Fußball grässlich – und ungemein langweilig. Ein Reigen alter Männer steht am Rand und schreit herum, viele mehr oder weniger junge Männer rennen auf einer Wiese herum, erst alle nach links, dann Ballverlust, dann wieder nach rechts, Ballverlust, wieder nach links. [….] Dieses Spiel ist unästhetisch und ordinär. Schon der Klang, wenn der Ball getreten wird, macht mich übellaunig. Es ist ein zutiefst ordinäres Geräusch, es klingt so ähnlich wie die Schläge von Bud Spencer in den alten Prügelfilmen mit Terence Hill. Die Spieler haben keine Manieren, tun sich absichtlich weh, sind nicht nur furchtbar verschwitzt, sondern oft auch noch sehr verdreckt und vom Regen pitschenass und rotzen dauernd auf die Wiese. Manchmal sogar ins Nackenhaar eines Gegners. Das ist so unappetitlich.   Viele Spieler sehen haarsträubend lächerlich aus, obwohl sie sich unwiderstehlich finden. Bei Bayern München gibt es einen, der hat sich sein glänzendes Hemdchen wie ein Ganzkörperkondom auf den Leib schneidern lassen, dazu tippelt er mit kleinen, wichtigen Schrittchen über den Platz, was so hühnerartig aussieht, dass man sich das Lachen verkneifen muss. Der Mann ist ein Star. Für mich ist er eine Witzfigur.   Vollends peinlich wird es, wenn versucht wird, diesem primitiven Sport eine politische oder philosophische Überhöhung zu geben. Dieser Theweleitismus ist noch schlimmer als die plumpe Fußballleidenschaft, die nach schalem Bier riechend, am Wochenende grölend die Bahnabteile füllt. Das ist wenigstens authentisch und stimmig. [….]

(CICERO, 28.04.2013)

Für diese wahren Worte werde ich dem CICERO-Chef ewig dankbar sein. Er hat so Recht; als Nicht-Fußballer gewinnt man so viel schöne Lebenszeit und erspart sich all die Frustration und schlechte Laune. (…..)

(Ordinär und national, 16.05.2018)

Bei der diesjährigen WM erscheint mir die Heuchelei aber besonders arg.

Plötzlich echauffiert man sich über die Kommerzialisierung. Als ob die FIFA jemals etwas anderes, als eine zutiefst korrupte Geldmaschine wäre, die über Leichen geht, um ihren Funktionären die Taschen vollzustopfen.

Es sind auch nicht irgendwelche dubiosen internationalen Strukturen, sondern der DFB, der es auch dieses Jahr nicht wagt einen Gegenkandidaten zu FIFA-Boss Gianni Infantino aufzustellen, ist selbstverständlich genauso korrupt.

Der DFB, der seinen Spielern nicht mal eine Regenbogen-Armbinde zugesteht, ist nicht vom Himmel gefallen, sondern ein Abbild der Millionen deutschen Mitglieder, die tumb das erzkonservative homophobe Personal absegnen.

(….) Sich gegen Homophobie zu engagieren, wenn es wirklich nichts kostet und sogar opportun erscheint, ist aber nicht nur die Methode konservativer Parteien und Wirtschaftsunternehmen, sondern auch der Mehrheit der Bürger.

Nicht nur Markus Söder ist Gegner der Homoehe. Auch Angela Merkel stimmte dagegen, ihre Nachfolgerin im CDU-Parteivorsitz Kramp-Karrenbauer ebenso und insbesondere der radikal religiöse Armin Laschet mit seinem Opus Dei-Umfeld sind Feinde der LGBTIQ-Bewegung.

Laschet und Söder sind aber die liebsten Kanzlerkandidaten der Deutschen. Ihre CDUCSU führt mit Abstand die Umfragen zur Bundestagswahl an.

Wenn es Euch ernst ist mit Homorechten, dann wählt nicht CDU, CSU, AfD.

Ein weiterer ganz großer Akteur wider die Homo-Gleichstellung ist die Römisch-Katholische Kirche, die von weit über 20 Millionen Deutschen jedes Jahr mit Milliarden Euro unterstützt wird.

Wenn es Euch ernst ist mit Homorechten, dann tretet aus den Kirchen aus!

Im Moment wird die UEFA von allen Seiten für ihre servile Haltung gegenüber homophoben Diktatoren kritisiert. Der Protest gegen die UEFA mit Regenbogensymbolen ist aber für den milliardenschweren Funktionärsverein so lächerlich, daß er kurzerhand selbst sein Logo entsprechend einfärbte. Auch das kostet die UEFA nichts. Die verkrusteten Strukturen bleiben.

Wenn es Euch ernst ist mit Homorechten, dann kauft keine Tickets für Fußballspiele, boykottiert die TV-Übertragungen, gebt kein Geld für Fan-Artikel aus! All das ist nämlich nichts anderes als UEFA-Sponsoring und damit Unterstützung für die Homophoben.

Auch der Deutsche Fußball-Bund e. V. (DFB) mit sieben Millionen Mitgliedern ist als Dachverband von 26 deutschen Fußballverbänden Teil des homophoben Establishments. An der Spitze sitzen stets weit rechts stehende Unionspolitiker, die nahezu durch die Bank weg korrupt sind.

Wenn es Euch ernst ist mit Homorechten, dann tretet aus den Fußballvereinen aus.

Der DFB ist einer von 55 Mitgliedsverbänden eben dieser Union of European Football Association, UEFA, die vor Orbán und Putin kuscht.  Der CDU-Politiker Reinhard Grindel, 2002 bis 2016 weit rechts außen stehendes homophobes Mitglied des Deutschen Bundestags, ist UEFA-Vizepräsident, obwohl er so korrupt und verlogen ist, daß er 2019 vom DFB-Vorsitz zurücktreten musste.

Wenn es Euch ernst ist mit Homorechten, dann boykottiert Fußballübertragungen, verlaßt DFB-Vereine und wählt nicht CDUCSU.

Der DFB ist Teil der UEFA, die wiederum eine von sechs Kontinental-Konföderationen des Weltfußballverbandes FIFA ist.

Die FIFA dürfte in Punkto Korruption, Skrupellosigkeit und Diktaturaffinität unübertroffen sein.

Die nächsten Weltmeisterschaften vergab sie nach Katar. Dort gilt das Schariarecht. Frauen sind nicht gleichberechtigt und Schwule können von der Rechtssicherheit und Freiheit, die sie in Ungarn oder Polen genießen, nur träumen. In Katar gibt es drei Jahre Gefängnisstrafe, wenn man als Homosexueller enttarnt wird.

Wenn es Euch ernst ist mit Homorechten, dann werdet Ihr sicherlich nicht nur aus DFB-Vereinen austreten, nicht mehr CDU wählen, sondern ganz sicher auch kein einziges Spiel der WM 2022 gucken, demonstrativ jeden Fanartikel meiden, kein einziges Trikot kaufen, alle schwarzrotgoldenen Werbewimpel links liegen lassen und jede Fußballübertragung mit Einschaltquote Null quittieren. Oder sind Euch Homorechte so wenig wert, daß Ihr dafür noch nicht mal für zwei Stunden ein anderes TV-Programm einschalten würdet? (…)

(Buntwashing, 24.06.2021)

Katar ist genauso schwulenfeindlich wie immer. Das ist nicht überraschend. Das wußte die FIFA, das wußte der DfB und das wußten all die bayerischen Spieler und Funktionäre, die dort ständig hinreisen, um sich die Taschen voller Geld zu stopfen.

Social Media feiert diese Woche den Fußball-Fan Rod Stewart, der eine Gage von einer Million Dollar ausschlug, um bei der Eröffnungsfeier des antidemokratischen misogynen Staates zu singen.

Die metrosexuelle Schwulen-Ikone David Beckham bekam allerdings 150 Millionen Pfund aus Katar. Für so viel Kohle wirft man doch gern die Überzeugungen über Bord und lobpreist das Schwulenhasser-Emirat rund um die Uhr.

[….] Neben seinen zahlreichen offiziellen wie inoffiziellen Titeln ist Beckham ein sehr reicher Mann. Die »Sunday Times« schätzte das Vermögen der Beckham-Familie kürzlich auf 425 Millionen Pfund. Und damit ist noch lange nicht Schluss, denn: Beckham ist seit vergangenem Herbst auch offizieller Sportbotschafter Katars. Wie viel Geld der 47-Jährige dafür aus Doha bekommt, ist nicht genau bekannt. Berichten zufolge liegt die Summe aber bei bis zu 150 Millionen Pfund für zehn Jahre. Seit Bekanntwerden seines Engagements steht Beckham in der Kritik. Und je näher die WM rückt, desto lauter wird der Unmut. »Becks« wird unter anderem vorgeworfen, an Sportswashing teilzunehmen, also dem Versuch, das Ansehen eines Landes durch die Veranstaltung von Sport-Events und deren positiver Reputation in den Medien zu verbessern. [….]

(SPON, 18.11.2022)

Der Deutsche Bank-Lobbyist Sigmar Gabriel warf sich ebenfalls ins Zeug für Katar.

Die deutsche Arroganz gegenüber Qatar ist „zum Ko…“! Wie vergesslich sind wir eigentlich? Homosexualität war bis 1994 in D strafbar. Meine Mutter brauchte noch die Erlaubnis des Ehemanns, um zu arbeiten. „Gastarbeiter“ haben wir beschissen behandelt und miserabel untergebracht.

 (Sigmar Gabriel 29. Okt. 2022)

Gabriels Motive sind unbekannt, aber er ist Profi genug, um damit zu rechnen, daß bösartige Blogger erwähnen werden, wem eigentlich Gabriels Arbeitgeber Deutsche Bank gehört: Zu 10% dem Katarischen Staatsfonds.

Multimillionär Fritz Merz muss man nicht extra schmieren. Er ist offensichtlich von Natur aus homophob genug, um die deutschen Fußballtouristen zu ermahnen, nicht gegen Katars Schwulenpolitik zu protestieren.

[….]  Merz warnt deutsche Fans!

Friedrich Merz rät den deutschen Fußballfans, sich bei der WM in Katar an die Gesetze des Emirats zu halten. „Die WM ist ein Sportereignis und keine politische Demonstrationsveranstaltung. Letztendlich sind die Fans zu Gast in Katar, und da muss das Recht des Gastgeberlandes eingehalten werden“, sagte der CDU-Chef den Zeitungen der „Funke Mediengruppe“. [….]

(MoPo, 18.11.2022)

Sind das alles alte Hüte! Fußballfunktionäre sind korrupt, Katar und Merz sind homophob. What else is new?

Ich kann es nicht mehr hören.

Zwei Punkte zum Thema Fußball-WM gibt es aber, die in der allgemeinen Diskussion untergehen, die erwähnenswert sind.

1.)

Im Gegensatz zu dem Eindruck, den nahezu alle Zeitungen und Fernsehsender und Politiker erwecken, ist Fußball gar nicht mehr der Volkssport, für den ihn alle halten.

Mehr als zwei Drittel der Deutschen wollen sich ohnehin keine Spiele im TV ansehen.

[….]  Eine große Mehrheit der Deutschen hat nicht vor, sich die Spiele der Fußball-WM in Katar live im TV anzusehen. Das geringe Interesse hat mit dem Gastgeberland und der kritikwürdigen Menschenrechtslage im Emirat zu tun – gleichzeitig hat aber auch die Begeisterung für die Nationalmannschaft der Männer deutlich nachgelassen. Das geht aus dem Ergebnis einer aktuellen Erhebung des Onlinebefragungsunternehmens Civey für den SPIEGEL hervor. Demnach gaben 70 Prozent der Befragten an, die WM-Partien nicht live verfolgen zu wollen. [….]

(SPON, 17.11.2022)

Natürlich schreckt das konservative Emirat die Fans ein wenig ab. Aber erfreulicherweise erkennen inzwischen auch viele Deutsche, wie blöd Fußball an sich ist – egal wo Meisterschaften im Bällchentreten gerade ausgetragen werden.

77 Prozent der Deutschen haben gar kein oder weniger Interesse an Fußball.


2.)

Die hochkorrupten FIFA und DFB-Funktionäre sind deswegen so mächtig, weil sie steinreich sind. Sie sind deswegen so steinreich, weil die Fantastillionen mit Merch-Lizenzen und Übertragungsrechten verdienen. Jede Margarine, jeder Joghurt und jede Packung Lakritz, die mit dem Aufdruck  „Sponsor der Nationalmannschaft“ verkauft wird, lässt die Taschen der Fußballfunktionäre klingeln. Die Herren verdienen also ohne eine eigene Leistung zu erbringen.

[….] Die TV-Rechte für das Fußballspektakel im Wüstenstaat liegen beim Telekom-Sender Magenta TV. Die Deutsche Telekom hat sich als einziger Anbieter die Lizenzen für den vollständigen Spielplan gesichert. [….] Doch auch die beiden öffentlich-rechtlichen Sender ARD und ZDF übertragen via Sublizenzen einige Spiele der WM 2022. Immerhin 48 der 64 WM-Partien werden live gezeigt, mit inbegriffen sind natürlich alle Spiele mit deutscher Beteiligung. Insgesamt werden also 16 Spiele der Winter-WM exklusiv von Magenta TV gezeigt. Das beinhaltet einige Partien im Achtel- und Viertelfinale, sowie das Spiel um Platz drei, sofern die deutsche Nationalmannschaft nicht daran beteiligt ist.  [….]

(FR, 16.11.2022)

Wie viel Geld genau in die Taschen der FIFA floss, kann man nicht leicht ergoogeln. Gemunkelt wird, daß allein die Sub-Rechte der ARD und ZDF eine Viertelmilliarde Euro kosten. Für die Übertragungsrechte der Putin-WM 2018 zahlten die Fernsehsender bereits 218 Millionen Euro.

Die Telekom gehört immer noch zu 32% dem deutschen Staat. Da würde ich schon gern genau wissen wie viele hundert Millionen für Katarische WM-Übertragungsrechte verprasst wurden.

Und auch Tom Buhrow und sonstigen halbpopulistischen Kritikern des öffentlich-rechtlichen Rundfunks möchte ich ins Stammbuch schreiben, daß eine Viertelmilliarde Euro ein absurd hoher Preis sind für ein bißchen Bällchentreten-Übertragungsrechte, die 77% der Deutschen ohnehin nicht interessieren.

Da bleiben nämlich unsere Rundfunkgebühren hängen und nicht beim Gehalt einzelner Regionalintendanten.