Freitag, 14. Januar 2022

Humankapital

Wenn durch äußere Einflüsse ein bestimmtes Konsumverlangen entsteht, verknappt sich das Angebot und die Ware wird teurer.

Das Gute am Kapitalismus ist aber, daß die ominöse unsichtbare Hand des Marktes diese Unwucht sogleich wieder korrigiert.

Wenn eine Ware teurer ist, lohnt es sich umso mehr, sie herzustellen, also wandert das Produktionskapital dahin, fabriziert mehr von dem gewünschten Produkt, so daß das Angebot wieder größer wird und die Preise damit sinken. Bei solchen Kausalketten bekommt Christian Lindner eine Erektion, weil das in der Theorie so geil klingt.

In der Praxis kommt es blöderweise meist doch anders, als in der schönen neoliberalen Theorie. Das bemerkte der betrübte Klein-Lindi, der schon als 18-Jähriger im geliehenen Mercedes, mit Kuh-Krawatte und XXL-Anzug den Unternehmensberater gab, am eigenen Leib.

 [….] Unter dem Motto „Leistung muss sich wieder lohnen“ hatte der blutjunge Lindner nach seinem Landtagseinzug 2000 mit seinem Bekannten Hartmut Knüppel am 29.Mai 2000 die Internet-Firma „Moomax“ gegründet

Das Internet boomte und der schlaue Lindner wollte ein großes Stück vom Kuchen. 

Er brachte 30.000 Euro Eigenkapital auf  und holte sich weitere 1,2 Millionen Euro von der staatlichen Kreditanstalt für Wiederaufbau. Der Erfolg war rekordverdächtig. 

In nur 18 Monaten hatte Lindi das gesamte Kapital verbrannt.

 

[….] Das ganz dolle Team "von Informatikern, Drehbuchautoren, Psychologen, Linguisten, Journalisten und Betriebswirten" wird sich jetzt wohl was anderes suchen müssen, weil der Markt für Avatare, offen gesagt, ziemlich tot ist. [….]

(boocompany.com14.12.2001)

 

Knüppel und Lindner wurden gefeuert. Der Staat blieb auf den 1,2 Millionen Linder-Miesen sitzen, für seine Eselei blecht nun der Steuerzahler und Lindner machte Karriere in der Marktwirtschaftspartei FDP. 

[….] Lindner gründete noch die zunächst als knüppel lindner communications gmbh firmierende Unternehmensberatung Königsmacher GmbH, die er auch sofort in den Sand setzte.

 

[….] Was Parteichef Andreas Pinkwart als "Achterbahnfahrt der New Economy" beschrieb, ist für Lindner peinlich. Seine Internet-Firma Moomax GmbH ging nach 17 Monaten mit dem Neuen Markt unter. Dabei verflüchtigten sich weit über eine Million Euro öffentlicher Fördergelder. Andere Lindner-Firmen, wie die Unternehmensberatung "die Königsmacher GmbH", kamen erst gar nicht gut genug in Gang, um so viel Geld verbrennen zu können.

(SPIEGEL13.12.2004)

 

Immerhin brachte es der Porsche-fahrende Zivildienstleistende durch seine politischen Verbindungen bis zum Luftwaffen-Hauptmann der Reserve! 

[….] Die Beförderung zum Hauptmann erfolgte im September 2011 durch den Verteidigungsminister de Maiziere persönlich.

Freunde muß man haben.
Politisch war Lindner bekanntlich ähnlich erfolgreich! Unter seiner inhaltlichen Führung als FDP-Generalsekretär surrte die FDP von 15% auf 4% zurück. [….]

(Des Wahnsinns fette Beute, 08.04.2012)

Die verdammte Realität zwang Kapital-Christian immer wieder dazu, wegzurennen, wenn es ihm zu heiß wurde.

Ein Treppenwitz der Geschichte, daß dieser Mann bar auch nur eines Hauches von Regierungserfahrung, der privat nur finanzielle Totalpleiten aufweisen kann, Bundesfinanzminister wurde.

Noch bizarrer: Linder versteht sich als „Sparkommissar“, der für Schuldenbremse und „Schwarze Null“ steht – in einer Kapitalismus-kaputt-Zeit der Negativzinsen, in der man als Belohnung Geld dazu bekommt, wenn man Schulden macht und bestraft wird, wenn man Geld übrig hat.

(….)  Schon Ende 2014 war der Kern des Kapitalismus durch die Negativ-Zinsen implodiert. Den durchaus auch Marktwirtschafts-freundlichen Zentralbanken blieb angesichts der durch die Finanzspekulanten angerichteten Mega-Schuldenkrise gar nichts anderes übrig, als diese Billionen-Verluste in den Staatshaushalten wegzuinflationieren und den Markt  mit ultrabilligem Geld zu überschwemmen. Jakob Augstein brachte es damals auf die wunderbare Formel „Kapitalismus kaputt“!

[….] Kapitalismus kaputt

Die Commerzbank hat bekannt gegeben, dass sie bei "einzelnen großen Firmenkunden mit hohen Guthaben sowie bei Großkonzernen und institutionellen Anlegern" eine "Guthabengebühr" berechnen will. Was damit gemeint ist: negative Zinsen. Geld bringt kein Geld mehr. Geld kostet Geld. Das ist die Implosion des Kapitalismus. [….] Worum geht es beim Zins? Verzicht wird belohnt. Aber Buße soll tun, wer heute schon ausgeben will, was er erst morgen hat. Das Problem ist: In einer alternden Gesellschaft kippt das Gleichgewicht zwischen Angebot und Nachfrage nach Geld. Früher liehen sich junge Leute Geld, das sie später zurückzahlten. Heute sparen alte Leute für ihr längeres Leben. Die Folge ist das, was Ökonomen "säkulare Stagnation" nennen: Auf den Konten verstaubt das Geld, ungenutzt. Wie zwingt man die Leute dazu, von ihrer Sparsucht zu lassen? Negativzinsen. Die Europäische Zentralbank hat sich schon vor Monaten auf diesen Weg begeben, die Geschäftsbanken folgen jetzt langsam nach. Für Vertreter der reinen Lehre ist das Teufelszeug: "Ein negativer Marktzins ist ein Frontalangriff auf die Marktwirtschaft", hat der Volkswirt Thorsten Polleit geschrieben: "Die Idee, den Zins abzuschaffen, hatten schon die Marxisten und Nationalsozialisten. Ein negativer Marktzins würde das ,antikapitalistische' Zerstörungswerk perfektionieren." Das wäre natürlich furchtbar. [….]

(Jakob Augstein, 24.11.2014)

Während die Kanzlerin noch von der sagenhaft schwachsinnigen und falschen Metapher „der schwäbischen Hausfrau“ spricht, wissen wir heute: Sparen ist schlecht und sollte verboten werden. Die Marktwirtschaft funktioniert nicht ohne einen starken Staat, der sie einhegt, reguliert, kontrolliert.

Neu ist die Erkenntnis natürlich nicht. Die Herausgeber der ZEIT, Marion Gräfin Dönhoff und Helmut Schmidt verfassten darüber schon vor einem Vierteljahrhundert treffende und weitsichtige Analysen, die wie wir heute, nach dem Tod der beiden, wissen erschreckend real sind. Der Wahnsinn des Urnenpöbels zeigt sich darin, daß der Mann, der mit „Mehr Kapitalismus wagen“ dagegenhielt, heute als fähigster Kanzlerkandidat der CDU gilt. (….)

(Neoliberalismus kaputt, 02.08.2020)

Kapitalistisch erwartungsgemäß reagiert „der Markt“ auf Geldschwemme, den Verlust von Anlagemöglichkeiten und die Corona-Lockdowns.
Die reichen Deutschen können ihr Geld kaum noch durch Reisen, Restaurants und Revuen ausgeben, also investieren sie in ihre Immobilien. So weit, so normal. In Folge dessen wurden Baumaterialien wie Holz oder Zement irrsinnig teuer und noch dazu die Handwerker so knapp, daß man Jahre warten muss, bis einem das Traumbad eingebaut wird. Auch das entspricht noch der reinen Lehre.

Nun sollte aber die unsichtbare Hand des Marktes eingreifen.

Findige Unternehmer würden viel mehr Ziegel, Dachpappen, Eichenholz-Dielen und Trockenestrich produzieren, Handwerker viel besser verdienen, so daß die Schulabgänger in Scharen Tischler- oder Maurer-Lehren begännen.

In der echten Realität sind aber Sand und Erdöl knapp. Das Zeug wächst nicht nach und selbst bei typisch nachwachsenden Baustoffen wie Holz, grätscht die Natur hinein, indem sie mit Orkanen junge Bäume entwurzelt oder beim weltweit größten Holzproduzenten Kanada den garstigen Latschenkäfer vorbeischickt, der in kurzer Zeit Holzanbauflächen viermal so groß wie die Schweiz zerstört.

Noch trauriger versagt der Kapitalismus beim „Humankapital“ Handwerker, wie jeder weiß, der versucht einen Termin beim Klempner zu bekommen.

Alle Gewerke suchen händeringend nach Nachwuchs. Der Job ist nicht so schlecht, weil er sicher ist, man inzwischen recht gut verdient und außerdem flexibel bleibt. Ein Maler- oder Elektrikergeselle, der in Wanne-Eickel gelernt hat, kann mit dem Know How auch in St Petersburg, Oregon, Oslo oder Dubai arbeiten.

In der Praxis klappt das aber nicht, weil die bräsige Instagram-Jugend gar keinen Bock hat, sich bei einem Gas-Wasser-Scheiße-Betrieb zu bewerben. Körperliche Arbeit ist anstrengender, als auf dem Hintern zu sitzen und mit der Playstation zu daddeln. Außerdem fehlt es an gesellschaftlicher Anerkennung. Heute will die Mehrheit studieren und blickt verächtlich auf die Typen herab, die in der Baustelle die Straße teeren.

Nun will die Ampel aber nicht nur landesweit Anlagen zur Gewinnung regenerativer Energien aufstellen, sondern auch 400.000 statt knapp 300.000 Wohnungen jährlich bauen lassen. Eine hübsche Idee, aber mit welchen Materialen und welchen Architekten und welchen Handwerkern soll das passieren?

Noch schlimmer sieht es im Bereich der Medizin und Pflege aus.

Seit Jahren wird immer schriller vor dem dramatischen Personalengpass in diesen Berufen gewarnt. Unsere Gesellschaft überaltert rapide. Immer mehr Senioren werden in Heime gesteckt. Dies liegt, anders als Jorge Bergoglio behauptet, nicht nur daran, daß junge Menschen lieber Katzen halten, statt zu kopulieren, sondern ist auch ein Zeichen unseres Reichtums und unserer Freiheit.

Vor hundert Jahren lebte eine Arbeiterfamilie schon deswegen beengt zu mehreren Generationen in einer Wohnung, weil man sich niemals hätte mehrere Wohnungen leisten können. Natürlich pflegt man da die lahme Oma und demente Tante, wenn ohnehin zehn Leute in zwei Zimmern hausen.  Heute ist in den deutschen Großstädten vielfach schon die Mehrheit der Haushalte Singlehaushalte.

Bevor sie alle gestorben sind, bestand meine engere deutsche Familie aus sechs Personen in einer Stadt, die in sechs Wohnungen lebten.

Das waren insgesamt zehn Fernseher, sieben Autos, sechs Waschmaschinen, fünf Trockner, drei Geschirrspülmaschinen, fünf Mikrowellen, zehn Kühlschränke, zehn Betten, unzählige Bügelbretter, Staubsauger, Haartrockner, Badewannen, elf Schreibtische, sowie Wäsche und Geschirr für eine ganze Kompanie. Ökologisch der helle Wahnsinn.

Wenn einer dieser Singles malade wird, ist nicht nur niemand da, der einen aufs Klo bringt und den Schritt abwischt, sondern der Pflegling will das auch gar nicht, weil man sich so an seine persönliche Freiheit gewöhnt hat, daß Intimität einen ganz anderen Stellenwert bekommt. Dieser moderne Mensch wird im Alter professionell gepflegt werden müssen. Und es werden mehr. Viel mehr.

Der Markt sollte nun eigentlich als Reaktion auf die enorme Nachfrage nach Pflegekräften, dafür sorgen, daß dieses Humankapital sehr viel teurer (= wertvoller) wird. Man würde die Pflegekräfte nicht nur sonntags beklatschen, sondern sie so gut bezahlen, bis der Beruf so attraktiv wird, daß genügend junge Leute ihn ergreifen wollen.

In der Praxis klappt auch das nicht, weil wir auf Pflegekräfte herabsehen, sie eben nicht würdigen, beschissen bezahlen und schließlich auch noch durch den Wahnsinn des kirchlichen Arbeitsrechtes und der vielen Heime in kirchlicher Trägerschaft, Tarifverträge und Streiks verboten sind. Noch irrer: Es werden nur Kirchenmitglieder eingestellt, so daß muslimische Migranten oder engagierten Atheisten gar nicht erlaubt wird in einem katholischen Heim zu arbeiten.

[….]  Pflegekräfte fliehen massenhaft aus dem Job

[….]  40 Prozent der Befragten erwögen, aus dem Beruf auszusteigen, sagte Bernadette Klapper, Geschäftsführerin des Deutschen Berufsverbands für Pflegeberufe, am Donnerstag zu der gemeinsam mit dem Altenpflege-Fachverlag Vincentz Network initiierten Studie «Altenpflege im Fokus». «Das ist alarmierend. Wir brauchen eine Trendwende in der Altenpflege.» [….]  Nach Angaben des Fachverlags errechneten Experten, dass rund 500.000 Pflegekräfte bis 2030 fehlen werden. 73 Prozent der Befragten meinten, der Personalmangel habe sich in den vergangenen zwei Jahren, also mitten in der Corona-Pandemie, verschärft. 2018 sagten dies noch 71 Prozent. 68 (2018: 60) Prozent urteilten, es werde immer schwerer, eine gute Pflege zu gewährleisten. Das hänge auch damit zusammen, dass zu wenig Zeit für die Bewohnerinnen und Bewohner bleibe, meinten 67 (2018: 65) Prozent der Befragten. 56 Prozent sagten, neue Regeln zur Qualitätsprüfung sorgten für mehr Bürokratie. Die Beschäftigten trügen diese Sorgen nach Hause, denn mehr als jeder oder jede Zweite verspüre negative Auswirkungen auf das Familien- und Privatleben, ergab die Studie. Zusätzlich belasteten seit zwei Jahren die Herausforderungen und Auswirkungen der Corona-Pandemie. 96 Prozent der Befragten glaubten den Angaben zufolge nicht einmal, dass die Politik die Lage verstanden habe und bemüht sei, sie zu verbessern.  [….]

(dpa, 13.01.2022)

Humankapitalismus kaputt.

Mal sehen, wie Finanzminister Lindner das Problem mit Unternehmenssteuersenkungen und Einsparhaushalt lösen wird.




Donnerstag, 13. Januar 2022

Unterschiedliche Wahrnehmungen.

Heute hatte ich ein Business-Meeting und trug während der Besprechung auf einer Baustelle selbstverständlich meine schwarze FFP2-Maske. Die Akustik war natürlich schlecht und da ich manchmal durch die Maske nicht gut zu verstehen war, rückten einige der Anwesenden immer näher an mich ran.

„Ach, nun stellen Sie sich nicht so an. Corona ist nicht mehr als eine Grippe. Daran sterben auch 28.000 Menschen im Jahr und niemand flippt deshalb aus“, herrschte mich irgendwann der Bauleiter an.

„Als jemand, der gerade Omikron hatte und in die subakute Phase geht, muss ich dem widersprechen“, erklärte ich. Aber er fand, man sollte wegen zwei Wochen Schnupfen kein so ein Drama machen; mir ginge es doch offensichtlich wieder gut. Keine Frage, es könnte schlimmer sein, wenn ich nicht geimpft gewesen wäre. Aber viele sind nicht geimpft.

Das zweite Problem ist ein Mathematisches: Ja, bei der Omikron-Variante gibt es weniger Hospitalisierung. Ein deutlich kleinerer Anteil der Omikron-Infizierten landet auf der Intensivstation, als es bei der Delta-Variante der Fall war.

Nimmt man als stark vereinfachte Zahlen an, daß 4% der Delta-Infizierten ins Krankenhaus müssen und 0,4% sterben, klingen die Vergleichszahlen bei Omikron viel harmloser: 25% weniger Infizierte müssen ins Krankenhaus. Also nur noch 3%.  Die Krankenhausaufenthalte sind auch kürzer als bei Delta.

Was zunächst einmal erfreulich klingt, bedeutet aber nur, daß Omikron so gefährlich ist wie die Alpha-Variante. Unglücklicherweise ist Omikron aber sehr viel ansteckender.

[….] Anthony Fauci, Chefberater von Präsident Joe Biden in Sachen Coronavirus, sagte am Dienstag, dass das Virus „am Ende so ziemlich jeden finden“ werde. Besonders hart werde es die Ungeimpften treffen. Die meisten Menschen würden Covid-19 bekommen, sagte auch Janet Woodcock, amtierende Vorsitzende der nationalen Behörde für Ernährung und Medikamentenversorgung, bei einer Anhörung im Senat.  […]

(FAZ, 13.01.2022)

Hatten wir noch vor ein paar Monaten mal 10.000 neue Ansteckungen pro Tag und damit 400 Krankenhauseinweisungen eine Woche später, sind es bei Omikron nun aber fast schon 100.000 Neuinfizierte am Tag, die 3.000 Krankenhauseinweisungen mit sich bringen. Für diejenigen, die nur Klatschen und Singen in der Schule hatten: 3.000 ist mehr als 400! Omikron ist also prozentual harmloser als Delta, bringt aber absolut viel mehr Menschen ins Krankenhaus und ins Grab.

Die Omikron-Inzidenzen – also Neuansteckungen pro 100.000 Einwohner liegen in Frankreich bei 4.000. In anderen Nachbarländern sieht es ähnlich grausig aus: Dänemark 2.400, Griechenland 2.100, Schweiz 2.000, Italien 2.000, Spanien 1750, GB 1.600. Sachsen und Bayern werden nicht bei ihren augenblicklichen angenehmen 200 bleiben.

Während aber beispielsweise die Iberer und Franzosen enorm hohe Impfquoten haben und damit die schweren Verläufe minimieren, sieht es in Osteuropa, Ost- und Süddeutschland, sowie den von Republikanern regierten südöstlichen US-Staaten düster aus.

Je niedriger die Impfquote, desto tot.

Die Unterschiede in den USA sind gewaltig. Während fast jeder erwachsene Anhänger der Demokraten geimpft ist, ist es in den Bible-belt-Staaten der Trump-Fans nur etwas über die Hälfte.

[…] Im Wochendurchschnitt fangen sich in den USA gerade fünf Millionen Menschen das Coronavirus ein, berichtet die Johns-Hopkins-Universität. Tendenz steigend. An einzelnen Tagen sind es bis zu 1,4 Millionen Neuinfektionen. Die sich rasend schnell verbreitende Omikron-Variante hat für einen neuen Rekord bei Hospitalisierungen gesorgt und zwingt das Gesundheitswesen jeden Tag mehr in die Knie.  Rund 150.000 Amerikaner liegen heute in Krankenhäusern, darunter 4500 Kinder. 24.000 Menschen werden auf Intensivstationen behandelt. 90 Prozent der Neueinweisungen, meist jünger als 60 Jahre, gehen auf Ungeimpfte zurück. Epidemiologen sagen bis zu 300.000 Krankenhausfälle in wenigen Wochen voraus. […]  Zuletzt starben alle 24 Stunden etwa 1700 Menschen in den Vereinigten Staaten an den Folgen von Corona. […] Größtes Sorgenkind ist für Epidemiologen der Südosten des Landes. Republikanisch beherrschte Bundesstaaten wie Florida, Georgia, Louisiana und Mississippi haben die geringsten Impfquoten. Politisch wird dort, ein Relikt der Trump-Präsidentschaft, aktiv gegen Vorsichtsmaßnahmen wie Maskentragen agitiert. Hier ist der Anstieg bei Krankenhauseinweisungen am steilsten. In ländlichen Gebieten mit schlechter Krankenhausversorgung werden kurzfristig „katastrophale Zustände“ erwartet, heißt es bei der Gesundheitsbehörde CDC. […]

(Dirk Hautkapp, HH Abendblatt, 13.01.2022)

Die wahnsinnigen US-Republikaner weigern sich schon deswegen Masken zu tragen und sich impfen zu lassen, weil Joe Biden danach trachtet. Er will möglichst viele Amerikaner am Leben erhalten.

Offenbar klingt das in den Ohren der QTrumpliKKKans so absurd, daß sie schon deswegen die Maßnahmen zu Eindämmung der Pandemie kategorisch verweigern, weil die Demokraten es empfehlen. Ihre angebeteten republikanischen Gouverneure und Senatoren versuchen, wie Idol Trump, möglichst viele Landsleute schnell ins Grab zu bringen.

US-Präsident Biden, der ohnehin schon durch anderthalb Überläufer im US-Senat lahmgelegt ist, versucht es nun mit der Brechstange; will immer mehr Amerikaner dazu zwingen, die lebensrettende Covid-Impfung zu bekommen.

In den USA gibt es aber nicht nur eine zur Hälfte debile Bevölkerung, eine destruktive Killer-Partei und ein höchst ungerechtes, dysfunktionales, anachronistisches Wahlrecht, sondern auch eine korrupte Justiz mit hunderten ultrakonservativen unqualifizierten von Trump auf Lebenszeit ernannten Bundesrichtern.

[…..] Die US-Regierung wollte eine Vorschrift erlassen, nach der sich Angestellte von großen Unternehmen impfen oder regelmäßig testen lassen müssen. Wegen Problemen mit dem Verfahren kann sie nun nicht erlassen werden.  Der Oberste Gerichtshof der USA hat eine Corona-Vorschrift der Regierung gestoppt. Große Unternehmen sollten laut der Vorschrift ab dieser Woche dafür sorgen, dass ihre Angestellten gegen das Coronavirus geimpft sind oder sich wöchentlichen Tests unterziehen. Mehrere republikanisch regierte Bundesstaaten hatten geklagt.  Die Regelung sollte für Unternehmen mit mehr als 100 Angestellten gelten. Mehr als 80 Millionen Menschen wären in den USA davon betroffen gewesen. Auch die Pflicht, einen Mund-Nasen-Schutz zu tragen, ist mit dem Gerichtsurteil vorerst auf Eis gelegt.  [….]

(Tagesschau, 13.01.2022)

Nach diesen Zahlen, nach 116.000 Corona-Toten in Deutschland und hüben wie drüben ausgezehrten Gesundheitssystem – auch in den US haben innerhalb des letzten Jahres 20% der Krankenhaus-Angestellten gekündigt, weil sie diese chronische Überbelastung nicht mehr ertragen konnten – ist Corona nach meiner Wahrnehmung durchaus ein Problem.

Erschreckend viele Menschen nehmen die letzten beiden Jahre aber so wahr, daß sie immer noch behaupten, Corona sei bloß sowas wie ein heftiger Schnupfen.

Mittwoch, 12. Januar 2022

Alle Katholiken sind schuldig

Nach 1.000 Postings über die Verbrechen der katholischen Kirche – und was soll massenhafter weltweiter systemischer sexueller Kindesmissbrauch anderes sein als ein Verbrechen? – dürfte meine Meinung zu den letzten drei Päpsten klar sein. Wojtila, Ratzinger und Bergoglio haben durch ihr Amt, aber auch persönlich dafür gesorgt, daß Kinderfic**r gefördert, intern geschützt und vor Strafverfolgung bewahrt wurden. Sie haben gegen deren Opfer Position bezogen, den Tätern aktiv weitere Opfer zugeführt und sorg(t)en insbesondere dafür, die Strukturen der RKK; die eine unwiderstehliche Anziehungskraft auf sexuell unreife, sadistische Ephebophile haben, erhalten bleiben.

In Priesterseminaren werden Kinderfi**er in schwülstiger sexualfeindlicher Atmosphäre unter striktem Frauenausschluss und gebetsmühlenhafter Verdammung von Masturbation oder Sex zwischen zwei erwachsenen Männern, geradezu herangezüchtet.

(…..) Während es aber im Mittelalter wegen des weniger strengen Zölibats auch sehr viele Hetero-Sexorgien mit Kardinälen gab, führte die immer rabiatere Vertreibung von Frauen aus den Pfarrhäusern dazu, daß es immer mehr Schwule in den Priesterberuf zog. Den Päpsten konnte es nur Recht sein, denn abgesehen von der biblischen Misogynie – schon Jesus duldete unter seinen Jüngern keine Frauen – haben Ehefrauen im Pfarrhaus aus Vatikanischer Sicht den entscheidenden Nachteil Uteri zu besitzen. Es werden Kinder und damit auch ERBEN geboren. Das hätte auf Dauer das kirchliche Vermögen geschmälert – und die Kirchenfürsten waren durch ihre weltliche Macht, den Ablass- und Reliquienhandel sehr reich. Nur bei kinderlosen Geistlichen blieb das Geld in der Kirche.   Bis in die jüngste Zeit ist „katholischer Priester“ der Beruf der Wahl für ungeoutete Schwule. Nur als katholischer Geistlicher vermeidet man die peinlichen Fragen wieso man eigentlich keine Frau und Kinder hat und lieber „unter Brüdern“ bleibt. Besonders viele Klemmschwestern in den eigenen Reihen zu haben, ist auch heute noch von Vorteil für die Bischöfe. Sie müssen weniger Alimente für die heimlich gezeugten Kinder zahlen und verfügen zudem auch noch über Erpressungspotential gegenüber den heimlich ihre Messdiener vögelnden Soutanen-Schlawiner, um sie kirchenpolitisch auf Linie zu halten.   Diese seit Jahrhunderten effektive Strategie ist nun erstmal in Gefahr und zwar durch die gesellschaftliche Liberalisierung in den westlichen Demokratien.  In Nordamerika, Australien und Westeuropa, aber auch teilweise in Südamerika und Südafrika werden Schwule immer mehr akzeptiert.  Ein 17- oder 18-Jähriger, der in einem kleinen konservativen Dorf Bayerns oder Alabamas aufwächst, bemerkt, daß er mit Frauen wirklich nichts anfangen kann und deswegen von seinen Schulfreunden schon schräg angeguckt wird, muss nicht mehr seinen einzigen Ausweg im Priesterseminar sehen, sondern kann sich im Internet mit beliebig vielen Altersgenossen in derselben Lage vernetzen, sich outen und schließlich völlig normal weiterleben. Er wird dann vielleicht Tischler, oder Arzt oder Bauer oder Mechatroniker.

Die Folgen sind klar: Gähnenden Leere in den westlichen Priesterseminaren und hysterischer Kampf der Alt-Kleriker wider die „Ehe für Alle!“  Solange aber Homosexualität noch in genügend Ecken der Welt verdammt wird oder Kleriker aus anderen Zeiten existieren, bleibt natürlich auch der Vatikan ein Homo-Hotspot.  (….)

(Wie die Kirche verschwulte, 29.12.2019)

Typen wie Woytila, Ratzinger und Bergoglio, die ihr Leben lang systematisch entsetzliches Leid über Myriaden Kinder und ihre Familien brachten und dennoch keinerlei Reue oder Einsicht zeigen, indem sie dieses Missbrauch-fördernde System ändern, sind offensichtlich keine Ansprechpartner für die Opfer.

Wer von der kalabrischen Mafia erpresst wird, erwartet auch nicht vom 'Ndrangheta-Paten, dieser könne vielleicht von selbst auf die Idee kommen, sein lukratives Geschäftsmodell abzuschaffen.

Nicht von ungefähr sind Cosa Nostra, 'Ndrangheta, Camorra und Sacra Corona Unita allesamt streng katholische Organisationen und eng mit der RKK verquickt. Der Unterschied ist eher quantitativ: Die RKK ist deutlich stärker auf Kindesmissbrauch fixiert als die vier Mafia-Hauptstränge und sie ist natürlich auch durch ihre längere Verbrechenshistorie wesentlich reicher als Cosa Nostra, 'Ndrangheta, Camorra und Sacra Corona Unita zusammen.  Von solchen Organisationen erwarte ich keinen Sinneswandel, keine Reue, keine Einsicht.

Man kann allerdings in den ersten vier Fällen auf konsequente Strafverfolger hoffen, wie es sie beispielsweise in Nicola Gratteri, dem berühmtesten Staatsanwalt Kalabriens gibt. Aber im Falle der RKK rühren sich die Staatsanwaltschaften gar nicht erst, um den Boss der Bosse (Ratzinger) anzuklagen.

(……) Viel zu viel Aufmerksamkeit wird auch den schweren Religioten geschenkt, die sich immer noch hartnäckig für die Kindermissbrauchs-Organisation RKK einsetzen.    Niemand bei klarem Verstand würde auf Einsicht der Männer wie Müller, Ratzinger, Woelki, Heße, Marx, die sich seit Jahrzehnten bemühen Kinderfic**r zu beschützen und ihr Tun weiter ermöglichen, setzen.   Sie stehen für eine Organisation, die sich bis heute nicht den deutschen Gesetzen unterwerfen will, sondern ausschließlich auf das Kirchenrecht setzt, welches bezeichnenderweise in der Vergewaltigung von Kindern gar keinen Straftatbestand erkennt. Nur der Verstoß gegen den Zölibat wird geahndet.

[…..] Dass Kleriker zu Missbrauchstätern wurden und werden, liegt vielleicht sogar in der inneren Logik der Kirche begründet. Um das zu verstehen, hilft ein Blick ins Kirchenrecht: Kirchenrechtlich wird sexueller Missbrauch bis heute rein vom Priester her gedacht. Kirchenrechtlich gesehen verstößt ein Priester, der sich an einem Kind, Jugendlichen oder Erwachsenen vergeht, gegen das sechste Gebot: "Du sollst nicht ehebrechen." Und weil der zölibatär lebende Priester mit der katholischen Kirche verheiratet ist, betrügt er lediglich die Kirche. Die Opfer kommen als Geschädigte nicht vor, sie sind gar nicht da.  Aus diesem Grund haben Betroffene von sexuellem Missbrauch in kirchenrechtlichen Verfahren gegen Täter bis heute keinerlei Rechte. Sie können keine Akten einsehen, sie können nicht als Nebenkläger auftreten, sie sind nur Zeugen. Die katholische Kirche könnte etwas dagegen tun, sagt zum Beispiel die Theologin Doris Reisinger: Sie könnte ein Recht auf sexuelle Selbstbestimmung in ihren Rechtsnormen verankern; im weltlichen Bereich ist dies etwas völlig Selbstverständliches. Doch wenn sie das täte, müsste sie den Gläubigen auch zugestehen, über ihr Schlafzimmer selbst zu entscheiden. Hier liegt der Knackpunkt: katholische Kirche und Selbstbestimmung des Menschen - das geht offenbar nicht zusammen. […..]

(Annette Zoch, 19.03.2021)

Politikern wie Annette Schavan, Wolfgang Thierse oder Winfried Kretschmann, die sich für so ein Kindermissbrauchssystem engagieren, indem sie sogar im Zentralrat der Katholiken sitzen, kann ich nicht vertrauen. (…….)

(Unsichtbare Vernunft, 25.04.2021)

Viele Jahrzehnte konnten die hochverehrten Päpste Ratzinger und der Heilige Woytila jede Aufklärung der sexuellen Übergriffe ihrer Priester verhindern und sogar gezielt die übelsten Sextäter fördern.

Ratzinger und Bergoglio sitzen als garstige alte Kankras* durch ihre Staatsoberhaupts-Immunität geschützt im Vatikan, schicken ihre geistliche  und  Kinderpenis-affine Brut in die Welt und lassen sich nach Jahrzehnten des Kinderfic**erförderns, täglich die Füße küssen.

*  Sie war die letztgeborene Tochter von Ungoliant der Schwarzen, auch Lichtfresserin genannt.  Kankra war ein durch und durch böses Geschöpf in Spinnengestalt. Hier, in Cirith Ungol hauste sie schon seit ewigen Zeiten. Wie sie dorthin gekommen war, wird in keiner Erzählung berichtet. Sie floh wohl seinerzeit während des Kriegs des Zorns nach Osten, denn der Krieg war so heftig, dass Beleriand zerstört wurde und im Meer versank. Aber Kankra war schon vor Sauron dort, schon bevor auch nur ein Stein von Barad-dûr auf den anderen gesetzt wurde, und sie diente niemandem, außer sich selbst. Sie trank das Blut der Elben und Menschen und war nun aufgedunsen, fett und träge geworden, nach dem ewigen Brüten auf ihren Mahlzeiten, und webte Netze aus Schatten. Alle Lebewesen waren ihre Nahrung, ihr Erbrochenes war Dunkelheit.

Kankras Brut.  Ihre Brut, weitaus geringer als sie, Bastarde der armseligen Männchen, ihrer eigenen Nachkommen, die sie ausnahmslos umbrachte, sie verbreiteten sich überall, von Bergschlucht zu Bergschlucht, vom Ephel Dúath bis zu den östlichen Berggebieten, sogar bis Dol Guldur und dem Düsterwald mit seinen Festungen. Doch nicht eine / einer ihrer Nachkommen vermochte es, die Welt so übelst zu plagen wie sie es konnte und tat.

Wir wissen all das schon so lange; wofür die Päpste verantwortlich sind, daß weder Legislative, noch Exekutive oder Iudikative gedenken etwas zu unternehmen.

Es gibt keine Hoffnungen auf ein Eingreifen des Staates.

Aber nachdem die ungeheuerlichen Verbrechen der Päpste und insbesondere auch der höchsten deutschen RKK-Vertreter so öffentlich sind, darf man mit dem Finger auf jeden einzelnen Katholiken zeigen: Thierse, Nahles, Laschet, AKK, Brinkhaus, Kretschmann – IHR SEID DIE FÖRDERER; FINAZIERS UND BESCHÜTZER  der weltumspannenden Kinder**cker-Organisation. Schämt Euch!

(….)  Extrem brisant sind die Namen der moralischen Hauptschuldigen:

1.) Der Trierer Bischof Reinhard Marx (2001 bis 2008), dem ausgerechnet einer der perfidesten Kinderfi**er-Schützer Kardinal Degenhardt 1996 die Bischofsweihe spendete.  Später stieg Marx zum Erzbischof von München und Freising, Metropoliten der zugehörigen Kirchenprovinz, Kardinalpriester von San Corbiniano, Präsidenten der Kommission der Bischofskonferenzen der Europäischen Gemeinschaft (ComECE), Vorsitzenden der Deutschen Bischofskonferenz, Großprior der deutschen Statthalterei des Ritterordens vom Heiligen Grab zu Jerusalem, Mitglied des Kardinalrates und Papst-Vertrauten auf.

2.) Der seit 2009 amtierende Trierer Bischof Stefan Ackermann, der 2010 zum Missbrauchsbeauftragten der Deutschen Bischofskonferenz aufstieg.

3.) Georg Bätzing, ab 1996 Regens des Priesterseminars in Trier, ab 2012 Generalvikar des Bistums Trier, 2016 Franz-Peter Tebartz-van Elst-Nachfolger als 13. Bischof von Limburg und schließlich seit 2020 Nachfolger von Reinhard Kardinal Marx als Chef der deutschen Bischofskonferenz.

Es sind also gewissermaßen die prominentesten deutschen Top-Kleriker überhaupt, die sich die Hände im Missbrauchssumpf von Trier so unfassbar dreckig gemacht haben. (…)

(Der kriminelle Sumpf von Trier, 12.12.21)

Niemand kann mehr behaupten, nicht gewußt zu haben, welche Verbrecher er mit seinen Kirchenmitgliedsbeiträgen unterstützt.

[….] Eine Recherche des BR und Correctiv zeigt einen bisher unbekannten Missbrauchsfall. Demnach ließ die Kirche H. trotz Kenntnis seiner früheren Straftaten nicht nur unbehelligt mit Kindern arbeiten, sondern vertuschte Hinweise auf neue Übergriffe. Ein Opfer berichtet erstmals, wie er als Kind Anfang der 1990er-Jahre von Peter H. in der bayerischen Gemeinde Garching an der Alz über mehrere Jahre missbraucht wurde, obwohl der Priester zuvor von einem Gericht in Bayern wegen Kindesmissbrauchs verurteilt worden war. [….] Der Fall H. zählt zu den gravierendsten Skandalen innerhalb der katholischen Kirche: Vorwürfe wegen sexualisierter Gewalt gegen Kinder gegen den aus Gelsenkirchen stammenden Geistlichen sind seit den späten 1970er-Jahren aktenkundig. Die katholische Kirche versetzte den Pfarrer mehrfach in immer neue Gemeinden. Seiner Aufnahme im Erzbistum München-Freising stimmte 1980 auch der damalige Erzbischof und spätere Papst Joseph Ratzinger zu. [….] Die Aussagen des Opfers sind besonders brisant, da der Missbrauch stattfand, als H. unter Aufsicht eines pensionierten Weihbischofs stand. Der Bischof betreute sieben Jahre zusammen mit H. gemeinsam die Gemeinden Garching an der Alz und Engelsberg, war über die Gefährlichkeit des Priesters H. informiert, schützte aber offenbar nicht die Kinder, sondern den Täter. Im Gespräch mit BR und Correctiv sagte der Betroffene: "Das ist allen bekannt gewesen, auch in der Kirche. Diesen verurteilten und untherapierbaren Mann dann wieder in eine Gemeinde zu schicken und mit so vielen Kindern und Jugendlichen arbeiten zu lassen, das macht einen einfach nur fassungslos und ein Stück weit aggressiv." [….]

(Tagesschau, 12.01.2022)

Niemand kann mehr behaupten, angenommen zu haben, in seinem Bistum liefe es anders.

Überall gab es diese von den Kirchenfürsten tolerierten und geschützten sexuellen Verbrechen an kleinen Kindern.

Bis heute decken die Bischöfe die Sextäter.

[….] Im Erzbistum München-Freising hat ein Priester immer wieder Kinder missbraucht. Obwohl Vorgesetzte gewarnt sind, bleibt er jahrzehntelang im Amt. Selbst als er wegen sexuellen Missbrauchs in zehn Fällen verurteilt wird. Die Entscheidungen fallen in die Amtszeit von Erzbischof Joseph Ratzinger, dem späteren Papst Benedikt XVI., Erzbischof Friedrich Wetter und seinem Nachfolger Reinhard Marx. Ein Betroffener berichtet erstmals öffentlich, welchen schweren Missbrauch er über Jahre hinweg durch den pädophilen Pfarrer erleiden musste. [….]

(Kontrovers, 12.01.2022)

Mit abscheulichen Amoralisten wie Marx, Bätzing, Woelki, Heße, Ratzinger, Ackermann oder Bergoglio möchte ich mich gar nicht mehr beschäftigen. Ihre Schuld ist überwältigend klar.

Aber ich wende mich an jeden Katholiken, der in die Kirche geht und das System finanziert, so daß diese Verbrechen immer weiter gehen können.

[….]  Erzbistum München: Missbrauch unter den Augen der Bischöfe

[….] Pfarrer H. [….] ist pädophil und zum Zeitpunkt seiner Predigt in Sankt Josef ein verurteilter Sexualstraftäter, seine Bewährungszeit lief damals noch. 1986 hatte das Amtsgericht Ebersberg H. für schuldig befunden, zehn minderjährige Buben sexuell missbraucht zu haben. [….] H. konnte sich jahrzehntelang an Jungen vergehen, weil die Kirchenleitung wegsah. Statt den Pfarrer anzuzeigen oder kirchenrechtlich zu belangen, wurde er versetzt. Die BR Recherchen zeigen: Ranghohe Kirchenmänner hatten dabei vor allem das Image der Institution im Blick – und vergaßen die Opfer. [….] "Ich hab ihn nicht in Einzeltherapie, sondern Gruppentherapie gesteckt", erinnert sich der ehemalige Psychotherapeut von Pfarrer H., Dr. Werner Huth. Der heute 92-Jährige gab dem Bistum Empfehlungen ab, unter welchen Bedingungen man den stark rückfallgefährdeten H. als Seelsorger einsetzen könne. "Die erste Bedingung: Nie mehr mit Jugendlichen. Zweite Bedingung: Er darf keinen Alkohol mehr trinken. Das Dritte: Er muss einen Supervisor haben."  Eindeutige Auflagen, die von H. nicht befolgt und vom Erzbistum nicht kontrolliert wurden – weder unter Joseph Ratzinger noch seinen Nachfolgern. Nach Recherchen von BR und Correctiv feierte er in jeder Pfarrei, in die er kam, Kinder- und Jugendgottesdienste, fuhr mit zu Firmfreizeiten oder gab Religionsunterricht. Überall kam es zu Annäherungsversuchen. Der Pfarrer konnte sich weiter an Kindern vergehen. 23 Missbrauchsfälle sind bestätigt. Für die meisten wurde H. nie bestraft. Wie hoch die Dunkelziffer ist, ist nicht bekannt. [….] Weihbischof von Soden half dem pädophilen Priester die Gerüchte zu zerstreuen. Dabei hätte er einschreiten und weitere Opfer verhindern können. Auch viele Gemeindemitglieder unterstützten damals nach dem Pfarrfest den Pfarrer, weil sie dessen Lügen Glauben schenkten. [….] 2008 wurde Pfarrer H. ein letztes Mal versetzt. Kardinal Reinhard Marx schickte ihn in die Kurseelsorge nach Bad Tölz. Damals galten bereits die Leitlinien der Deutschen Bischofskonferenz, nach denen Priester, die Minderjährigen Gewalt angetan haben, nicht mehr in die Gemeindearbeit dürfen. Auch in Bad Tölz hatte Pfarrer H. Kontakt zu Kindern, bestätigt uns sein damaliger Kollege, Pastoralreferent Herbert Konrad. Er wirft den Verantwortlichen im Erzbistum vor, die Mitarbeiter H.s in der Kurseelsorge nicht informiert zu haben. Dabei hatte Herbert Konrad noch bei Domdekan Lorenz Wolf, der als Gerichtsvikar des Erzbistums über H. Bescheid wusste, nachgefragt, warum ausgerechnet in der Kurseelsorge eine Stelle aufgestockt werde.

    "Er hat gesagt, wir schicken Euch einen guten Mann. 'Guter Mann' ist, im Nachhinein betrachtet, ziemlich unpassend." Pastoralreferent Herbert Konrad. [….]

(BR, 12.01.2022)

Wenn sogar der fromme bayerische Staatssender BR unter der Aufsicht von Kruzifix-Söder, sowie das schnarchige, konservative ZDF Bescheid wissen und freimütig berichten, gibt es keine Entschuldigung mehr. Niemand kann die Augen weiter geschlossen halten und RKK-Mitglied sein.

Dienstag, 11. Januar 2022

Omikron mit zweimal BioNTech im Arm – Teil VII

Es sind nun 19 Tage seit ich das erste mal zwei Striche auf dem Covid19-AG-Test sah.

Die Quarantäne ist vor einer Woche abgelaufen, meine AG-Tests sind schon seit 9 Tagen negativ. Wie ansteckend bin ich noch?

Ganz gern wüßte ich es genauer, indem ich erneut einen PCR-Test, der auf eine wesentlich geringere Virenlast anspricht, machen lasse. Unglücklicherweise ist das de facto nicht möglich, da die Hamburger Gesundheitsämter unter dem Omikron-Flut zusammen gebrochen sind.

Der Senat warnt selbst davor, seine eigenen Inzidenz-Zahlen ernst zu nehmen, da die Gesundheitsämter gar nicht mehr in der Lage wären alle positiven Covid-Tests zu melden und somit die Inzidenz garantiert höher als die heute offiziell gemeldete 581,1(RKI) und die eigene 690,2 läge. Die Tabelle mit den Inzidenzen nach Bundesländern ist also kaum noch aussagekräftig.

[….] Nach einem Rückgang am Sonntag sind die Corona-Zahlen in Hamburg zu Beginn der neuen Woche wieder kräftig gestiegen: Am Montag sind 1898 bestätigte Corona-Neuinfektionen gemeldet worden. Das sind 1196 mehr als am Sonntag, und 916 mehr als am Montag vor einer Woche. Die Sieben-Tage-Inzidenz stieg dadurch wieder deutlich: Der Wert lag bei nun 659,7 (Vortag: 611,6; Vorwoche: 440,3) – das ist ein neuer Negativ-Rekord.  Die Behörde hatte darauf hingewiesen, dass die gemeldeten Fälle der bislang verarbeiteten Fallanzahl entsprechen. Dementsprechend müsse weiter von einer höheren Fallzahl ausgegangen werden. „Der Grund hierfür ist der schnelle Anstieg und das hohe Fallaufkommen, welches zu einer teilweise späteren Meldung von Befunden durch die Labore sowie zu einer teilweise verzögerten Bearbeitung an den übermittelnden Stellen führt“, hieß es.  [….]

(MOPO, 10.01.2022)

Den Anruf bei 116117 kann ich mir ersparen, weil man ohnehin tagelang in der Warteschleife hängt und ich zudem als Single und Selbstständiger mal wieder nur eine geringe Priorität habe.

[….]  So schwierig ist es, in Hamburg einen PCR-Test zu bekommen

Die Infektionskurve in Hamburg geht steil nach oben. Die Inzidenz liegt bereits über 600. Das Problem: Die Schnelltests schlagen nicht immer an, daher kann oft nur ein PCR-Test Aufschluss geben über eine Ansteckung. Doch wie und wo kann man einen solchen Test überhaupt durchführen lassen? Wer es über den Patientenservice 116117 versucht, muss Geduld aufbringen, wie die MOPO-Reporterin Ciljeta Bajrami erfahren musste. […]

(MoPo, 10.01.2022)

Volle drei Tage brauchte Frau Bajrami trotz heftiger akuter Krankheitssymptome, um überhaupt die Warteschleife zu überstehen.

Erwartungsgemäß habe ich vom Gesundheitsamt ebenfalls nie wieder etwas gehört, keine Instruktionen bekommen.

Aber immerhin kommen Rechnungen. Nach den 90 Euro für den PCR-Test-Einsatz kommen nun noch einmal 153 Euro für das Labor hinzu.

Aber bin ich jetzt, nach fast drei Wochen noch ansteckend?
Darüber kann ich nur theoretisch sinnieren, so lange ich noch jeden Tag brav in mein ebenfalls von niemand beachtetes Symptomtagebuch schreibe.


Die Krankheitsverläufe sind mild, wenn es sich a) um die Omikron-Variante handelt und man b) doppelt geimpft ist.

Da kann ich also wirklich froh sein. In meinem Fall war es höchst unwahrscheinlich mit Organversagen auf der Intensivstation zu landen.

Aber „milder Verlauf“ wird gern missverstanden, als ob es sich bei einer Omikron-Infektion nur um eine Art harmloser Erkältung handele.

Das ist es aber nicht.


[….] "Ganz wichtiger Punkt. Omiceon erscheint uns mitunter deshalb als milder, weil Delta eine so arge Variante war. Für Ungeimpfte könnte die Hospitalisierungsrate von Omicron höher sein als die der Alpha Variante, die Anfang 2021 aufkam. Die "Milde" kommt vor allem vom Immunschutz." [….]

(Martin Moder, 09.01.2022)

Die „subakute Krankheitsphase“ (Long Covid) beginnt vier Wochen nach der Infektion. Da kann man möglicherweise noch lange seinen Spaß haben.

[…] Zu den gesundheitlichen Langzeitfolgen von COVID-19 zählen Beeinträchtigungen der körperlichen und psychischen Gesundheit sowie Einschränkungen in der Funktionsfähigkeit und Lebensqualität. Die berichteten Symptome sind sehr unterschiedlich. Sie können einzeln oder in Kombination auftreten und unterschiedlich lange andauern. Eine einheitliche Definition eines Krankheitsbildes Long COVID gibt es bislang nicht. Zu den häufigsten gesundheitlichen Langzeitfolgen von COVID-19, die bislang in Patientenforen berichtetet oder in Studien beobachtet wurden, gehören Müdigkeit, Erschöpfung und eingeschränkte Belastbarkeit, Kopfschmerzen, Atembeschwerden, Geruchs- und Geschmacksstörungen, Muskelschwäche und -schmerzen, Konzentrations- und Gedächtnisprobleme, depressive Verstimmungen sowie Schlaf- und Angststörungen. Auch Haarausfall wird berichtet. Weitere Symptome sind Brustschmerzen sowie Herzklopfen und Herzstolpern, das heißt selbst wahrgenommene verstärkte oder beschleunigte Herzschläge oder auch Extraschläge. Herzmuskelentzündungen wurden ebenfalls beobachtet. Darüber hinaus sind Nieren- und Stoffwechselerkrankungen wie zum Beispiel Diabetes mellitus (Zuckerkrankheit) sowie Thromboembolien (Verstopfung eines Gefäßes durch ein Blutgerinnsel) nach der eigentlichen Krankheitsphase aufgetreten. [….]

(Infektionsschutz.de)


Montag, 10. Januar 2022

Verblassende Erinnerung

Das Feld der 28 demokratischen Präsidentschaftsbewerber 2020 war so riesig, daß es schwer fiel, die Übersicht zu behalten.  Meine Lieblinge waren Elisabeth Warren, Amy Klobuchar, Kamala Harris, Julián Castro, Cory Booker, Beto O’Rourke, Kirsten Gillibrand und Eric Swallwell. Leider schwächelten sie alle oder ihnen ging früh das Geld aus.

Auf keinen Fall wollte ich Bernie Sanders, dessen politische Positionen mir zwar am nächsten sind, aber ich bin sicher, daß er in den konservativen Vereinigten Staaten Schiffbruch erlitten hätte.  Als Biden unerwartet stark wurde, war ich erst entsetzt, weil ich ihn (habituell) für viel zu alt halte und befürchtete, die junge US-Bevölkerung würde nicht zur Wahl gehen.

Aber es zeigte sich andererseits, daß die meisten Amerikaner Biden vertrauten und er zumindest kaum jemand aktiv abschreckte, wie es Hillary Clinton 2016 getan hatte. Im Grunde war mir ohnehin völlig egal, wofür die einzelnen Kandidaten politisch standen, weil es für mich nur ein einziges Kriterium gab: Wer kann Trump schlagen? Den hochgefährlichen debilen Psychopathen #45 aus dem Weißen Haus zu drängen, war die eine, alles überschattende Frage.

Nachdem die Umfragen zeigten, Biden könnte Trump deutlich schlagen, arrangierte ich mich mit ihm. Es war sympathisch und klug von ihm, mit Kamala Harris diejenige zu seiner VP-Kandidatin zu machen, die ihn im Vorwahlkampf  brutal angegriffen hatte und so angenehm weniger „weißer alter Mann“ war. Damit konnte ich leben. Sollte Biden doch Trump schlagen und dann den leicht trotteligen, aber ehrlichen und sympathischen Grußonkel im Weißen Haus geben, während die hochintelligente und tatkräftige Kamala Harris die Kärrnerarbeit leistet, sich damit als seine Nachfolgerin empfiehlt. Möglicherweise müsste sie ja gar nicht bis 2024 warten, sondern könnte früher auf den Fahrersitz wechseln, wenn Opa Biden sich nach dem Zwischenwahlen auf das Altenteil zurückzieht.

Ein Jahr später sieht es etwas anders als erwartet aus.

Die Präsidentschaftswahl wurde zwar gewonnen, aber im House verloren die Demokraten überraschend deutlich jede Menge Sitze, weil es eben doch stimmt, daß die Amis sehr konservativ sind. Homorechte, Cannabisfreigabe und dann auch noch zur BLM-causa „defund the police“-Forderungen, gaben den QTrumpliKKKans fast die Mehrheit zurück.

Geronto-Joe war auch eine Überraschung und zwar zunächst im positiven Sinne. In den ersten Tagen und Wochen griff er so beherzt durch, daß man schon hoffte, er würde das Desaster des Vorgängers doch aufarbeiten können. Statt Kamala Harris glänzen zu lassen, gab er ihr allerdings die unlösbaren und vor allem undankbaren Aufgaben.

Mrs. Harris, ich verteile hier mal die Billionen-Wohltaten, sie gehen an die Südgrenze und lösen das Immigrationsproblem.

Das schaffte die VP natürlich nicht, aber viel schlimmer; sie stellte sich in der praktischen Regierungsarbeit als ineffektiv und Chaos-anfällig heraus.

[….] US-Vizepräsidentin Harris in der Krise: »Ihr Büro ist eine Shitshow« [….] Vom Zauber des Anfangs war nicht viel zu spüren, als der Präsident vor ein paar Wochen den Garten des Weißen Hauses betrat, um das Infrastrukturpaket zu unterschreiben, für das er und seine Partei so lange gekämpft hatten. Am Ende der Zeremonie drängten sich die Ehrengäste um den Präsidenten, Harris musste sich ins Bild schieben. [….] Die Szene passt zu dem Eindruck eines dysfunktionalen Weißen Hauses. Ein 79-jähriger Präsident muss dabei zusehen, wie seine innenpolitische Agenda im Kongress zerpflückt wird, während seine potenzielle Nachfolgerin in einem Strudel aus Intrigen und Personalquerelen versinkt.  Seit Monaten machen in Washington Geschichten über das Büro von Harris die Runde. Es geht dabei um eine herrische Chefin, die ihre Launen an ihren Untergebenen auslässt und Fehler immer nur bei anderen erkennt. Schon im Sommer gab es so viele Durchstechereien, dass sich Harris' Sprecherin Symone Sanders genötigt sah, die Gegner in den eigenen Reihen öffentlich als »Feiglinge«zu bezeichnen. Sie setzte einen Tweet mit Bildern einer Party ab, die Harris für ihre Angestellten geschmissen hatte. Zu sehen waren lachende Menschen. »Das Essen war toll und die Leute großartig«, schrieb Sanders. Fünf Monate später kündigte sie selbst. [….]

(SPIEGEL, 07.01.2022)

Neben der unerwartet miesen Harris-Performance, trog auch die Hoffnung im US-Senat bei einer 50:50-Sitzverteilung mit der ausschlaggebenden VP-Stimme wichtige Gesetzesvorhaben auf den Weg zu bringen.

In Wahrheit haben die alles blockierenden extrem destruktiven Republikaner 51 von 100 Stimmen, da sie mit dem formal demokratischen US-Senator Joe Manchin aus West Virginia ein U-Boot in Bidens Reihen haben. Der 73-Jährige tut alles dafür, um Biden scheitern zu lassen.

[….] Von wegen Merry Christmas. Seit Monaten versucht US-Präsident Joe Biden, das Herzstück seiner Amtszeit, das billionenschwere Sozial- und Klimapaket, durch den Kongress zu bringen – und nun droht es ausgerechnet an einem Parteifreund zu scheitern. Joe Manchin, Vertreter West Virginias im Senat, will partout nicht zustimmen, was angesichts der hauchdünnen Mehrheit für die Demokraten das Aus bedeuten würde. Das ist so, als brenne der von Biden gerade kostbar geschmückte Weihnachtsbaum ab. […]

(Tagesspiegel, 20.12.2021)

In der deutschen Berichterstattung über die USA dominieren die beiden Themen „Jahrestag der Insurrection vom 06.01.2021“ und Omikron-Katastrophe.  Der durchschnittliche Ami ist aber genervt von Lieferengpässen, hohen Energiekosten und der von den demokratischen Abgeordneten angerichteten Selbst-Blockade. Ein Senator stoppt sämtliche Gesetzespakete und lässt Biden gegen die Wand prallen.  Ausgerechnet der als „Dealmaker“ gepriesene Langzeitpolitiker Biden, lässt sich seit Monaten vorführen und demonstriert seine Macht- und Ratlosigkeit.  So hatten sich die Demokraten-Fans das nicht vorgestellt.

Die Zustimmungsraten des US-Präsidenten verharren tief im Keller; nur noch unterboten von den katastrophalen Ratings der Vizepräsidentin.

Schon jetzt machen sie demokratische Strategen kaum noch Hoffnungen für die im November dieses Jahres stattfindenden „Midterms“. Sie werden mutmaßlich die Mehrheit in beiden Kammern des Kongresses verlieren, so daß Biden schon nach zwei Jahren Amtszeit zur lame duck degeneriert und sich hilflos von den staatszersetzenden Demokratieverächtern der Trump-Partei vorführen lassen muss.

Republikanische Menschenhasser reiben sich schon die Hände bei dem Gedanken an die nächste Trump-Präsidentschaft.

Und was nun?

Die 75 Millionen fanatischen Trump-Wähler sind ohnehin nicht für demokratische Wahlkampfstrategien zu erreichen. Sie sind wie eine gewaltige extremistische Endzeit-Sekte, die ihrem orangen Psycho-Messias jubilierend in den Tod folgen – und zwar im wahrsten Sinne des Wortes: Republikanische Politik tötet Amerikaner.

Die einzige Hoffnung der Demokraten liegt darin, auf die prinzipiell wahlfaulen Nicht-Trump-Amerikaner einzuwirken, die allerdings durch die Wahlverhinderungsgesetze der republikanischen Bundesstaaten massiv gehindert werden, überhaupt ihre Stimme abzugeben.

Sie müssen daran erinnert werden, wie Trump regierte.

Fiona Hill, DIE Russland-Kennerin der US-Politik, brieft seit George W. Bush alle US-Präsidenten über Putin und Co. Wie das mit Trump lief, erzählt sie bereitwillig.

[….] SZ: Sie haben in Ihrer Zeit im Sicherheitsrat Trump im Oval Office über Russland und Putin gebrieft. Wie muss man sich das vorstellen?

Hill: Es war, ohne Witz, unmöglich. Wir haben versucht, die Informationen zu portionieren, ihm Informations-Nuggets unterzujubeln. Es ging nicht. Viele von den hochrangigen Mitarbeitern haben versucht, in die Sunday-Shows der großen Fernsehsender zu kommen oder in die Talks-Shows von Fox News, um auf diese Art mit dem Präsidenten zu sprechen. Das hat viel besser funktioniert als im Oval Office. Trump hört nur auf andere Prominente, die im Fernsehen zu sehen sind. [….] Man kann es gar nicht genug betonen. Fernsehen war so ein wichtiger Teil seines täglichen Lebens - er hat ständig ferngesehen! Oft kam es vor, dass er sich mit einem ausländischen Staatsführer traf und ihn als Erstes fragte: "Haben Sie das eben im Fernsehen gesehen?" Er gestaltete seine Diskussionen immer nach dem Fernsehprogramm, und wir wiederum mussten ständig darauf reagieren, was im Fernsehen zu sehen war. [….]

SZ: In Ihrem zweiten Treffen nannte er sie "Schätzchen" und dachte, Sie seien die Sekretärin.

Hill: Ja. Ich kam nie über "Hello, Mister President" hinaus. Ich versuchte dann so gut ich konnte, sein Umfeld mit Informationen zu versorgen. Aber ich gab es früh auf, mit ihm direkt über Russland zu sprechen, so wie ich das mit George W. Bush oder Barack Obama getan hatte. Trump war einfach nicht interessiert - und wird es auch nie sein.

SZ: Was fasziniert Trump so an Putin?

Hill: Es ist sein Stil. Putin war für Trump der ultimative Celebrity-Politiker. Mächtig, reich, führt sein Land wie seine eigene Firma - das wollte Trump auch. Putin ist sein Vorbild. [….]

(SZ, 10.01.2022)

Ich würde nicht empfehlen, dem Wahnsinnigen erneut die nuclear codes zu überlassen.