Freitag, 18. September 2020

Auf dem rechten Auge blöd – Teil II

Star-Jurist Maaßen, 57, (Kurnaz' Aufenthaltsgenehmigung sei "kraft Gesetz erloschen", weil er sich länger als sechs Monate in Guantanamo aufgehalten habe) ist nach einer endlosen Kette von Skandalen nun in sein natürliches Biotop abgewandert.

Er lebt nun in einem Sumpf aus Werteunion, AfD, Amthor, Augustus und Guttenberg.

Der deutsche Inlandsnachrichtendienst „Verfassungsschutz“; eine deutsche Bundesoberbehörde mit knapp 4.000 Mitarbeitern wird nun von Thomas Haldenwang geführt.

Das 60-jährige CDU-Mitglied Haldenwang erkennt anders als sein jüngerer Parteifreund immerhin an, daß es in Deutschland Rechtsextremismus gibt.

Ganze 300 seiner 4.000 Mitarbeiter sollen nun ein Auge auf die Gefahr von rechts haben.

Er attestierte dem faschistischen Höcke-Kalbitz-Flügel der AfD „gesichert rechtsextremistische Bestrebung“ und wird abstruser Weise ausgerechnet von den Rechtsextremisten gehasst. Ausgerechnet diejenige, die den Rechtsextremismus lieben und verbreiten wollen aber keinesfalls so genannt werden. Für PI, PP, AfD, Kubischek, Elsässer und Co bleibt Maaßen der Liebling, während sie Haldenwang als „Merkels Marionette“ verunglimpfen.

Immerhin, die Gangart änderte sich ein wenig.

Man erinnere sich zum Beispiel an die Möritz-Affäre aus dem Dezember 2019. Der CDU-Funktionär war mit Tattoos der faschistoiden Uniter aufgefallen.

(…..) Es gibt verschiedene Ansichten zum Thema Tattoo und ich finde es reichlich bizarr angesichts der üblicherweise üppig tätowierten Nazis ausgerechnet ein „Reinhäuter“ zu sein. Welche Ironie. Aber wir können uns sicher darauf einigen, daß Tattoos etwas Bleibendes sind.  Ein so deutliches Bekenntnis zum Rechtsradikalismus läßt sich mutmaßlich niemand permanent unter die Haut inken, der nicht auch die entsprechende politische Einstellung mitbringt.  Das gilt auch für den Sachsen-Anhaltinischen CDU-Funktionär Robert Möritz, der so ein Tattoo trägt.  Seine Partei versucht es in peinlicher Weise kleinzureden.

[….] Möritz habe erklärt, er trage die Sonne „aus Interesse an der keltischen Mythologie“. Das sagte der Vorsitzende seines Kreisverbandes Anhalt-Bitterfeld, Matthias Egert. Diese Aussage ist Unsinn. Es gab in der keltischen Welt kein entsprechendes Symbol. Bei der „schwarzen Sonne“ handelt es sich vielmehr um ein originäres NS-Symbol. [….]

(taz, 16.12.19)

Die „Schwarze Sonne“ auf dem Braunen dürfte kein Zufall sein, da es nicht sein einziges Bekenntnis als Nazi-Sympathisant ist.

Robert Möritz arbeitete am 01.Mai 2011 als Ordner auf einer-NPD-Demo in Halle und war bis gestern außerdem Mitglied bei den rechtsradikalen „Unitern“, für die er noch wenige Tage zuvor öffentlich warb.

[…..] 06. Dezember 2019, Nikolaustag. Auf den Straßen von Leipzig verteilt eine Gruppe Spenden an Obdachlose. Für ein Erinnerungsfoto posieren zwei Männer, einer von ihnen ist unkenntlich gemacht, bei dem anderen handelt es sich um Robert Möritz, einen Funktionär der CDU aus dem Kreisverband Anhalt-Bitterfeld. In den Händen halten die beiden eine weiße Fahne – darauf das Logo des umstrittenen Vereins Uniter. Dieser, ursprünglich in Halle gegründet und nach eigener Auskunft ein Netzwerk aus aktiven und ehemaligen Angehörigen von Sicherheitskräften, geriet in den Fokus der Öffentlichkeit, als ein Netzwerk von Chatgruppen (mit den Namen „Nord“, „Süd“, „Ost“ und „West“) aufflog, in denen sich Soldaten, Polizeibeamte, Neonazis und andere auf einen sogenannten „Tag X“ vorbereiteten. Administriert wurden die Gruppen von dem aus Halle stammenden Uniter-Chef André Schmitt. Auch der mutmaßliche Rechtsterrorist Franco Albrecht gehörte einer der Gruppen an. In der Gruppe „Nord“ gab es relativ konkrete Pläne zur Liquidation politischer Gegner*innen. Immer wieder gab es daraufhin auch Berichte über Kampftrainings, die im Rahmen von Uniter-Veranstaltungen stattfanden.   Die Fotos von der Aktion in Leipzig veröffentlicht Robert Möritz auf seinem facebook-Profil. Auf seinem Twitter-Account teilt der aktive Parteifunktionär außerdem Adventsgrüße mit den Worten „Uniter wünscht allen einen schönen ersten Advent“. Twitter-Nutzer werden darauf aufmerksam und fragen nach, inwiefern eine Uniter-Mitgliedschaft mit den Werten der CDU vereinbar ist. Seit etwa August 2018 ist Möritz Mitglied der Jungen Union, seit Oktober desselben Jahres gehört er dem Vorstand des Kreisverbands Anhalt-Bitterfeld an. Bei den Kommunalwahlen im Frühjahr 2019 trat er in Löbnitz an der Linde auf Listenplatz 1 an und erhielt auch ein Mandat im Ortschaftsrat. [….]

(LSA 11.12.2019)

Nun ja, Möritz ist ganz zweifellos Nazi und dazu auch noch aktives Mitglied der CDU. (……)

(Braune Sonne, 16.12.2019)

CDU-Mann Haldenwang reagierte ein halbes Jahr später – sehr zum Ärger der Rechtsextremen.

[….] Der Verein Uniter, der mit paramilitärischen Trainings und sektenartigen Ritualen aufgefallen ist, wird nun vom Verfassungsschutz beobachtet.   Der Verein Uniter ist nun Verdachtsfall des Verfassungsschutz. Das sagte der Präsident des Bundesamtes für Verfassungsschutzes (BfV) am Montag im Bundestag. Es gibt nun also „hinreichend gewichtige tatsächliche Anhaltspunkte“ für rechtsextremistische Bestrebungen bei der Organisation, die von dem damaligen KSK-Soldaten André S. alias „Hannibal“ gegründet wurde. „Uniter wird von uns beobachtet und wir versuchen umfassende Erkenntnisse zu generieren“, sagte Thomas Haldenwang bei der öffentlichen Anhörung der Chef der Nachrichtendienste durch das Parlamentarische Kontrollgremium. […..]

(taz, 29.06.2020)

Aber auch nach den Äußerungen des Verfassungsschutz-Präsidenten müssen sich die Uniter nicht allzu sehr sorgen.

Es ist schließlich immer noch der alte westdeutsche Verfassungsschutz, der ganz im Gegensatz zu den Mielke-Kollegen nie durch besondere ermittlerische Fähigkeiten auffiel.

Ein rechtsextremer Uniter arbeitete als Personenschützer für einen bedeutenden Amtsträger einer Bundesoberbehörde, begleitete ihn zu allen geheimen Sitzungen ohne daß irgendeine effektive Form der Überprüfung stattgefunden hätte.

Wer dieser bedeutende Amtsträger war, der sich treudoof von dem Rechtsextremen beschützen ließ und keinen Durchblick hatte wer tagtäglich mit ihm im Auto sitzt?  - Das war ein gewisser Thomas Haldenwang.

Aber woher hätte er sich mit rechtsextremen Bedrohungen auskennen sollen?

[….] Fauxpas: Verfassungsschutz-Chef beschäftigte Neonazi als Leibwächter[….] Als Chef des Verfassungsschutzes sollte man seine Mitarbeiter penibel durchleuchten. Eigentlich. Thomas Haldenwang, Präsident des Bundesamtes für Verfassungsschutz (BfV), ist laut Berliner Sicherheitskreisen allerdings eine „schwere Panne“ unterlaufen. So stellte Haldenwang den „Uniter“-Aktivisten H. als seinen Leibwächter ein. Verfassungsschutz stellt Neonazi als Leibwächter ein: Auch andere Topbeamte wurden von ihm geschützt. Mehr noch: Auch andere Topbeamte sollen von ihm geschützt worden sein. Das bestätigte ein Mitarbeiter des Bundesinnenministeriums dem „Focus“ auf Nachfrage. Heikel daran ist, dass Leibwächter durch ihre Rolle auch sensible Informationen über das Privatleben und das familiäre Umfeld der geschützten Personen bekommen. So geschehen auch bei Thomas Haldenwang. […..]

(FR, 18.09.2020)

Oooopsi.

Donnerstag, 17. September 2020

Absoluter und relativer Dreck

Gleich in meiner ersten Vorlesung über „analytische Chemie“ regte sich der Professor ganz fürchterlich auf.

Es ging um Grenzwerte beim Schadstoffausstoß industrieller Anlagen.

Statt einfach eine konkrete absolute Menge Stickoxide oder Schwefeloxid in Kilogramm anzugeben, die eine Fabrik maximal im Jahr hinauspusten dürfe, wäre es den Industrielobbyisten gelungen eine relative Maßeinheit wie „ppb“ zu etablieren.

 

[…..] Der englische Ausdruck parts per billion (ppb, zu Deutsch „Teile pro Milliarde“) steht für die Zahl 10−9 (also ein Milliardstel) und wird manchmal im Zusammenhang mit relativen Mengenangaben benutzt, also für die Angabe derjenigen Gehaltsgrößen, die Anteile sind. […..]

 

Solche Grenzwerte für Raumluft, bzw Atemluft sind sinnvoll, weil die Giftigkeit von Feinstaub oder Kohlenmonoxid von der Konzentration in einem geschlossenen System abhängt.

Gibt man aber Grenzwerte für ein Kraftwerk oder eine chemische Fertigungsanlage als Konzentration an, kann man sich das auch gleich sparen. In dem Fall können die Fabriken nämlich so viel Dreck wie sie wollen ins Abwasser leiten oder in die Luft blasen. Sie müssen nur entsprechend viel Frischwasser oder Atemluft dazu mischen, um die gerade noch erlaubte Konzentration durch Verdünnung zu erreichen.

So werden Fabrikschornsteine immer größer und dicker, weil entsprechend viel Luft dazu geblasen wird.

 

Offenbar sind wir 30 Jahre später noch nicht weiter gekommen.

 

Da liest man beispielsweise:

[….]Die geplante Novellierung der TA-Luft gibt niedrigere Grenzwerte für Kohlenwasserstoffe vor und wird bei vielen Betrieben der chemischen und pharmazeutischen Industrie Handlungsbedarf bei der Abluftreinhaltung auslösen. Mit der Ecopure RTO präsentiert Dürr auf der ACHEMA 2018 in Frankfurt die neueste Anlagengeneration zur regenerativ thermischen Abluftreinigung, mit der die strengeren Vorgaben erfüllt werden.

Kohlenwasserstoffe (VOC) fallen bei Fertigungsprozessen in der Chemie- und Pharmaindustrie kontinuierlich an. Der momentan geltende VOC-Grenzwert von 20 mg/m3 wird mit der geplanten Änderung der TA-Luft, auf Basis der Vollzugsempfehlungen OFC vom 26.3.2015, auf 5 mg/m3 abgesenkt werden. [….]

(Umweltwirtschaft, 05.06.2018)

 

Ein Grenzwert von 5mg Dreck PRO KUBIKMETER kann man mit der absolut gleichen Menge Dreck einhalten wie 20 mg/m3, indem man einfach die vierfache Menge Frischluft dazu mischt.

 

Die „Abwrackprämie“ von 2009 aus dem berühmten „Konjunkturpaket II“, als  der Staat einem 2.500 EURO dazu schenkte, wenn man sein altes Auto abgab und sich ein Neues kaufte, hieß groteskerweise „Umweltprämie“ und sollte suggerieren, man helfe dem Klimaschutz, wenn man ein moderneres Auto fahre, das weniger ppb Ruß und Feinstaub aus dem Auspuff furze.

Da stimmt aber nur, wenn das alte Auto tatsächlich für immer stillgelegt wird.

In Wahrheit werden aber alle Autos, die noch nicht totaler Schrott sind nach Afrika exportiert und fristen dann in Gambia oder Gabun ein trostloses Dasein als Taxi.

Dort können sie dann rund um die Uhr Abgase produzieren, statt wie in Deutschland die meiste Zeit still zu stehen.

Durch die Umweltprämie wurden also mehr klimaschädliche Abgase produziert.

Man sollte sie daher auch nicht so nennen, sondern korrekt als „KfZ-Lobby-Beglückungsgeld auf Steuerzahlerkosten“ bezeichnen.

 

Bei dem Versuch den Individualverkehr mit Verbrennungsmotoren weniger klimaschädlich zu gestalten, scheitert Deutschland dramatisch.

Das sieht jeder, der mit offenen Augen durch die Stadt geht: Die Autos werden immer größer und schwerer, haben immer leistungsstärkere Motoren. Jede zweite Mutter holt ihre Kita-Brut in einem SUV-Panzer ab.

Seit vielen Jahren will die EU gegen diese grotesken Monstermotoren mit ihren gewaltigen CO2-Ausstoß mit einer Strafsteuer vorgehen.

Aber jedes Mal wenn es soweit ist, marschierte die sehr gut von den deutschen Auto-Dynastien bezahlte CDU-Chefin nach Brüssel und wehrte alle Klimaschutzmaßnahmen ab.

Sie lässt sich zwar gern „Klimakanzlerin“ nennen, agiert aber diametral entgegengesetzt ausschließlich am Wohl der Multimilliardäre Porsche. Piech, Quandt und Klatten interessiert.

Dabei heißt es immer, die Autoindustrie sei nun einmal der „Motor“ Deutschlands. Das stimmt erstens sowieso schon lange nicht mehr – in der Umwelttechnik gibt es inzwischen viel mehr gut bezahlte Arbeitsplätze – und zweitens ist es natürlich unsinnig zu behaupten nur der Bau von Autos mit über 200 PS generiere Arbeitsplätze.

 

1991 kaufte ich mir einen Fiat Uno mit 70 PS. Das war der größte Motor, den der Uno damals haben konnte. Ich fragte mich wirklich, ob das nötig war und wurde schräg angeguckt. Das wäre doch deutlich übermotorisiert für so einen Kleinwagen in der Stadt.

Und in der Tat war der Wagen aufgrund seines Fliegengewichtes – es gab noch nicht all die elektronischen Spielereien und Airbags – sagenhaft flott.

Mein vorheriges Auto hatte 34 PS und so fühlte ich mich wie in einer Rakete; einmal auf das Gaspedal tippen und der rasende Italiener machte einen Satz nach vorn. Feine Sache, denn „der Klimawandel“ war mir zwar auch schon theoretisch bekannt aus der Uni, aber noch nicht so in das allgemeine Bewußtsein gesickert, daß ich meine Autokaufentscheidung davon abhängig gemacht hätte.

 

Heute gilt ein Kleinwagen mit „nur“ 70 PS als lahme Gurke, die man sich gar nicht erst anguckt.

 

Heute gibt es verschiedene neue Antriebsarten – Hybride, Plugins, Elektrisch, Wasserstoff, die wir Asiaten, Franzosen, Italienern und Amerikaner zu verdanken haben, weil die angeblich so gloriose deutsche Autoindustrie komplett den Anschluss verpasst hat, während sie bräsig ihre Toplobbyisten Merkel dafür sorgen ließ, daß sie niemals etwas ändern müssen und mit jedem Betrug unbeschadet durchkommen.

 

Das macht es sehr schwer ein neues Auto zu kaufen. Für welches System soll man sich entscheiden? Keins von ihnen ist technisch deutlich überlegen und keins ins ökologisch einwandfrei, weil die Gewinnung der Rohstoffe für die großen Autobatterien extrem umweltschädlich ist und außerdem ein elektrischer Antrieb ohnehin nicht umweltfreundlich ist, wenn man den Strom dafür aus Erdöl- oder Steinkohle-Verbrennung gewinnt.

 

Finanziell lässt sich die Angelegenheit noch viel schwerer beurteilen – zumindest für Normalverdiener, weil die die moderner betriebenen Autos sehr viel teurer sind und man sich erst durch ein Dickicht von Förderungen und Prämien kämpfen muss.

Zudem wird nun die KfZ-Steuer reformiert, um angeblich die klimaschädlichen Emissionen zu reduzieren.

 

Die SPD-Minister taten alles, um eine klimapolitische Lenkungswirkung zu erzielen, aber wenn man nur 20% der Stimmen in eine Koalition einbringt und die Wähler einen sogar noch darunter sehen, kann man sich natürlich nicht gegen die so viel stärkere Lieblingspartei der Deutschen durchsetzen.#

CDU und CSU aber, die glücklichen Empfänger von Millionenspenden auf den Häusern BMW, VW und Mercedes verließen nicht die Linie ihres Cheflobbyisten Andreas Scheuer. Der Verkehrsminister exekutiert eisern den Willen der deutschen Steinzeit-Industriellen mit ihrer Präferenz über absurd übermotorisierte Verbrenner-Autos. Die SPD biss bei der Union auf Granit.

 

[…..] Viel Lärm um fast nichts Die Reform der KfZ-Steuer ist bloße Kosmetik

Wenn sogar der ADAC mehr Entschlossenheit anmahnt, ist klar: Klimapolitisch kann sich die SPD-Umweltministerin gegen die Union nicht durchsetzen. […..] Es ist ein Kompromiss, wie er so typisch ist für diese Koalition. Umweltministerin Svenja Schulze und auch Olaf Scholz, ihr Kollege Finanzminister und SPD-Kanzlerkandidat, hätten sich durchaus mehr klimapolitische Ambition gewünscht bei der Reform der Kfz-Steuer. Doch damit konnten sich die Sozialdemokraten gegen die Union nicht durchsetzen. Die hat die Klientel der Autofahrer und -industrie fest im Blick.

So ist das, was Schwarz-Rot am Donnerstag im Bundestag beschlossen hat, nicht mehr als Kosmetik. Der Klimaaufschlag gegenüber der bisherigen Steuer ist so gering, dass für die breite Masse der Autos, die zwischen 116 und 175 Gramm CO2 pro Kilometer ausstößt, lediglich zwei bis 23 Euro mehr pro Jahr fällig werden.

Selbst beim übergroßen SUV Audi Q8 wird die Steuer nur um knapp 42 Euro steigen, beim Porsche 911 um 100 Euro. Es ist nicht gewagt, die Prognose von Umweltverbänden und Grünen zu teilen: Käufer derart teurer Autos lassen sich von solch marginalen Steuererhöhungen nicht abschrecken – zumal viele dieser Wagen auch noch auf die Firma zugelassen werden. [….]

(Tagesspiegel, 17.09.2020)

 

Hier handelt es sich um ein typisches Absurd-Beispiel einer Lenkungswirkung in verschiedene Richtungen, weil die Politik an vielen verschiedenen kleinen Schrauben dreht um das eine und gleichzeitig das Gegenteil zu fördern, statt sich vorher zu überlegen wo man hin will und nur noch in die Richtung zu drücken.

 

Das Auto, das ich jetzt fahre ist extrem umweltfreundlich. Ich habe den Wagen fast 20 Jahre. Es ist wieder ein Italiener, der flott anzieht und mit seinen 125 PS fast 14 Liter/100 km verbraucht. Es könnte etwas weniger sein, aber ich fahre nicht besonders spritsparend und der Wagen kennt keine Strecken, die länger als zehn Minuten dauern. Er wird gar nicht erst warm und ich habe inzwischen vergessen wo eigentlich der fünfte gang ist.

 

Bei 14 Litern klingeln für viele die Alarmglocken, aber aufgepasst: Das ist wieder so eine relative Größe. PRO 100 KILOMETER.

Mein Auto steht aber fast nur in der Garage und ist in knapp 20 Jahren nur gute 25.000 km gelaufen.

Bei einer Fahrleistung von 1000 km im Jahr verbrenne ich also etwa 140 Liter Benzin im Jahr. Da ich andererseits niemals fliege, niemals Schiff fahre und auch keine anderen Fahrzeuge benutze, ist mein persönlicher Jahres-CO2-Ausstoß durch Verbrennung fossiler Stoffe minimal.


Nur ein Besuch bei meiner Familie in New York würde die Bilanz verhageln.

Selbst bei einem modernen Flugzeug werden etwavier Liter Kerosin pro Passagier und 100 Flugkilometern verbraucht.

Die Entfernung Hamburg-New York beträgt 6200 Kilometer, also hin und zurück 12.400 km. Mal vier Liter Kerosin. Geteilt durch 100 Km.

Das ergibt fast 500 Liter; also 3,5 mal so viel wie ich durch Autofahren im ganzen Jahr verbrauche.

 

Das gesamte KfZ-Steueraufkommen beträgt etwa neun Milliarden Euro im Jahr.

Die Mineralölsteuer bringt etwa 41 Milliarden Euro im Jahr.

Kaufprämien, Steuervergünstigungen und umfassende Zuschüsse zur Verbesserung der Ladeinfrastruktur für E-Autos verschlingen Milliarden.

Noch mal 30 Milliarden Euro pumpt Andi Scheuer in den Straßenbau.

Statt der vielen verschiedenen Fördertöpfe und Stellschrauben, sollte man die einzig wirklich in die richtige Richtung zeigende Methode wählen – die Benzinsteuer -  und alle Förderungen und Steuern streichen.

 

Der Vorteil wäre eine klare Übersichtlichkeit.

Benzin und Diesel würden drastisch teurer, aber alle anderen KfZ-Kosten fielen weg.

 

Man bräuchte nicht mehr unterschiedliche Fahrzeugklassen zu berücksichtigen.

Ein SUV, der nur 100 km im Jahr fährt ist natürlich umweltfreundlicher als ein Fiat Panda mit dem kleinesten Motor, der einem Pendler gehört, welcher täglich zwischen Hamburg und Berlin hin und her fährt.

 

Je mehr Benzin man verbraucht – und je mehr klimaschädliche Gase man damit erzeugt – desto mehr stiege der Druck ein weniger verbrauchendes Auto zu kaufen. Ein teures E-Auto lohnte sich dann für Pendler und Taxis, während die Spinner mit einem 125-PS-Wagen, der nur in der Garage steht nicht gezwungen werden das Teil nach Afrika zu verschiffen, nur weil es schon älter ist.

 

 

 

 

Mittwoch, 16. September 2020

Der Christ des Tages Teil XCII


Die Grenzen zwischen Wahnsinn, realen politischen Taten, religiösen Ansichten und drastischer Satire verschwimmen immer mehr.
Als ich gestern die ersten deutschen Zitate von Donald Trumps forstwirtschaftlichen Erkenntnissen auf dem Bildschirm gespült bekam, habe ich tatsächlich erst auf whitehouse.gov recherchiert, ob der Irre inzwischen wirklich so tief gesunken ist. Unglaublich, nach alle den Jahren gelingt es Trump immer noch etwas dermaßen Verblödetes von sich zu geben, daß selbst ich ihm das zunächst gar nicht zutraue.

Grübeln musste ich auch als mir wieder einmal Freiherr zu Freienstein und Karlsbach begegnete, dessen Familie aber unglücklicherweise 1919 den Adelstitel verlor. Ein Schande, die der heute unter Bernhard Heinrich Freienstein firmierende Monarchist offenbar nie überwinden konnte.
Seine Bestimmung fand der Christ des Tages Nummer 92 aber darin uns minderwertige Atheisten und Protestanten über den wahren und einzigen Glauben aufzuklären.

Extra ecclesiam nulla salus; den kürzlich, also gerade mal vor 500 Jahren erfolgten Abfall vom Glauben kann Freienstein die „Protestunten“ natürlich nicht nachsehen.

  […..] Der Unterschied zwischen einer "Pfarrerstochter" und einer Nonne ist riesig. Daß im Protestantismus die "Pfarrer" heiraten dürfen, ist ein Skandal und zeigt, was für eine schlechte Religion der Protestantismus ist. Die Jungfräulichkeit ist ein unendlich hoher Wert und ist von wahren Pfarrern unbedingt zu fordern. Daß Martin Luther den Zölibat gebrochen und eine entsprungene Nonne geheiratet hat, war ein ungeheures Verbrechen und auch ein Sakrileg, weil der Priester durch die Priesterweihe ein Heiligtum wird. "Geiler Priester heiratet geile Nonne": was eine Sexklamotte unserer Tage sein könnte, ist ein herausragendes Ereignis eines Vorgangs, der sich nennt: Reformation. Die "Reformation" war und ist ein Treppenwitz der Weltgeschichte. Ihr fehlt jeglicher wirklicher Ernst, und alle ihre "Errungenschaften" sind in Wirklichkeit Albernheiten und Absurditäten. Daß die fälschlich so genannten Pfarrer im Protestantismus heiraten dürfen, ist eine Verbeugung vor der alten Geilheit Martin Luthers und ist auch ein Ausdruck dieser Geilheit. Kein Wunder, daß der Protestantismus die Sakramentalität der Ehe aufgegeben hat! Die Ehe der Protestanten hat tatsächlich nichts Heiliges. Die Unkeuschheit und die Versautheit sind wesentliche Determinanten des Protestantismus. […..]

Wie Recht er hat!
Im Gegensatz zu den „versauten“ Evangelen, gibt es im Katholizismus nur Keuschheit und Treue.
Katholiken masturbieren niemals, kein Katholik hatte je Sex außerhalb der Ehe, Homosexualität existiert nicht im Katholizismus und daher ist auch der Vatikan eine rein zölibatäre und keusche Gegend.

Der Rest der Welt muss aber vor diesen grauenvollen Todsünden gewarnt werden. Zum Glück gibt es den frommen Freienstein:

[…..] Leute, die sich Pornofilme ansehen, haben jegliche Rechte in einer Gesellschaft verloren. Der verbrecherische Deutsche Bundestag hat die satanische Pornographie "legalisiert". Aber da gibt es nichts zu legalisieren. So kommt es, daß es im verbrecherischen Internet Tausende und Abertausende Pornofilme gibt. Aber dagegen wettern die Kirchenfeinde und Atheisten nicht. Ihre Tugendhaftigkeit befindet sich im Wolkenkuckucksheim. Nicht nur im Darknet, sondern auch im normalen Internet werden auf den Pornoseiten Inzestpornos, Mißbrauchspornos, Vergewaltigungspornos und Folterpornos angeboten. Das also ist die antikirchliche, antichristliche und gottlose Welt, in der sich die Kirchenfeinde und Atheisten wohlfühlen. Ihnen allen rufe ich in unendlicher Wut zu: Eure dreckigen antikatholischen, antichristlichen, gottlosen, blasphemischen und satanischen Worte mögen Euch in Eurem dreckigen Maul verfaulen! […..]

Da spricht die göttliche Nächstenliebe aus jedem Satz! Genau so meinte es Jesus als er empfahl seine Feinde zu lieben und die andere Wange hinzuhalten.

Aber am meisten gefällt mir wie berechtigt die moralische Perspektive aus der Sicht eines überzeugten Katholiken ist. Denn nur bei katholischen Geistlichen gibt es überhaupt keinen Missbrauch. Niemals hat ein Priester eine unkeuschen Gedanken gehabt. Daher halten sie auch stets mindestens zehn Meter Abstand zu Messdienern. Das ist die blanke Furcht von den kleinen Lüstlingen unsittlich berührt zu werden.
Nur Schade, daß auch der Vatikan in den 1960ern vom Glauben abfiel.

[…..] Das “Zweite Vatikanum” war und ist ein schwer verbrecherisches und apostatisches Pseudokonzil, das von jedem Rechtgläubigen mit kahlem und unendlichem Haß gehaßt werden muß. Was das “Zweite Vatikanische Konzil” angerichtet hat, ist ein Scherbenhaufen. Das Urteil darüber kann nur ein Scherbengericht sein.” […..]

Aber glücklicherweise erkannten Piusbrüder und Sedivakantisten das Unrecht der Zweiten Vatikanums, so daß die Helden um den frommen Freienstein den Katholizismus weiter aufrechterhalten.

[…..] wissen Sie denn nicht, daß das “Deutsche Liturgische Institut e. V.” seit Jahrzehnten, seit seiner Gründung als “Liturgisches Institut e. V.” im Jahre 1947, an der Zerstörung der heiligen katholischen Liturgie arbeitet? Dieses bösartige und satanische Institut hat nichts unversucht gelassen, dieser Liturgie zu schaden und sie zu zerstören. Obwohl Papst Pius XII. (1939-1958) in seiner herrlichen Liturgie-Enzyklika “Mediator Dei” 1947 und auch sonst die Einführung der Volkssprache in die heilige Messe verurteilt und abgelehnt hat, hat das erwähnte Institut von Anfang an sich diesem Papst nicht unterworfen, von Anfang an sich geweigert, Papst Pius XII. gehorsam zu sein, und von Anfang an sich für die Einführung der Volkssprache in die heilige Messe eingesetzt. […..]. Deshalb hat es z. B. die Wiedereinführung der “Handkommunion” und der “Fürbitten” in der heiligen Messe gutgeheißen und begeistert gefeiert[…..]  Ewiger Fluch über das “Deutsche Liturgische Institut e. V.”! Was die “Liturgiereform” angerichtet hat, ist ein Scherbenhaufen. Das Urteil über sie kann daher nur ein Scherbengericht sein.”
“Der Sedisvakantismus ist nicht nur eine theologische Möglichkeit, sondern auch heilsnotwendig. Wer in der “nachkonziliaren” Zeit aufgewachsen ist und damit ein völlig falsches Bild von der katholischen Kirche vorgesetzt bekam, aber gleichzeitig rechtgläubig katholisch sein und bleiben wollte, also “Traditionalist” war, hat, als er zum ersten Mal von “Erzbischof” Marcel Lefebvre (1905-1991) und seinem Wirken hörte, diesen Mann und sein Wirken begeistert gefeiert. […..]


Wenn nur Satan nicht wäre!
Er macht es den Frommen so schwer, weil ihnen die heute die Instrumente fehlen den Belzebub zu bekämpfen. Die elenden Liberalen in den Regierungen haben alle wirksamen Mittel gegen Dämonen, Hexen und Diener des Herren der Fliegen verboten.

[….] "Der Satanismus ist das Verbrecherischste, was es gibt. Die heilige katholische Kirche hat früher mit vollem Recht die Satanisten und Hexen auf Scheiterhaufen verbrannt. Von wegen "Hexenwahn"! Die Tatsache, daß es heute Hexen und Satanisten gibt, zeigt, daß der mittelalterliche Glaube an Hexen und Satanisten durchaus richtig und keine Erfindung von irgendwelchen katholischen Fanatikern und von Inquisitoren war. Die Anbetung Satans und der übrigen Dämonen ist eine solche Ungeheuerlichkeit, daß mir die Worte fehlen. Die Hexen und Satanisten können gar nicht genug verachtet und gehaßt werden. Es lebe Gott, die allerheiligste Dreifaltigkeit, Gott der Vater, Gott der Sohn Jesus Christus und Gott der Heilige Geist! Ewiger Fluch über alle Feinde Gottes, über alle Hexen und Satanisten!" […..]

Man kann den tapferen ehemaligen Freiherren nur dafür bewundern, daß er neben seinem Kampf gegen Satan, Pornos, Evangelische, den Vatikan und Atheisten auch noch die Zeit findet uns über unkeusche, wenig gehorsame Frauen wie Hillary Clinton aufzuklären!

[……] Der Hirte in der Nachfolge des hl. Bonifatius erlebte diese immer offensichtlicher werdende Bekämpfung christlicher Positionen in nächster Nähe und warnte vor dem drohenden Staat ohne Gottʿ.
Könnte er schweigen zur Kriegserklärung gegen die Religion in der Rede der amerikanischen Präsidentschaftskandidatin Hillary Clinton Ende April 2015 in New York, in der klaren Erkenntnis, daß diese Bedrohung ihren Weg nicht nur nach Europa, sondern um die ganze Welt finden wird?  Um vielen Frauen den Zugang zur reproduktiven Gesundheitʿ zu ermöglichen, fordert die Ex-First-Lady die Änderung tiefverwurzelter kultureller Codes, religiöser Überzeugungen und struktureller Phobienʿ. (Hinter dem Begriff reproduktive Gesundheitʿ verbergen sich das Recht auf Abtreibung, Verhütungsmittel, künstliche Befruchtung und die Gender-Ideologie.)[….]

Dienstag, 15. September 2020

Der Gewöhnungseffekt ist enorm.

Vor vier Jahren hätte niemand auf der Welt sich vorstellen können, daß ein US-Präsident es überlebt nicht nur unablässig zu lügen, sondern sich dabei erstens auch kontinuierlich selbst zu widersprechen und dabei zweitens deutliche Anzeichen von Senilität zeigt, indem er dauernd Worte grotesk verballhornt.

Eine drastische Lüge, drei drastische Lügen – das fällt auf.
Aber was soll schon noch bemerkenswert sein, wenn einer bereits nachgewiesenermaßen über 20.000 mal in knapp vier Jahren gelogen hat?

Im Ragetweeting-Modus haut Trump bis zu 100 Tweets am Tag raus, die nur vor Lügen strotzen.

[…..] In what may be a new record for President Donald Trump, he made four false claims in one sentence of a tweet on Saturday.
The sentence was about Hillary Clinton, Trump's 2016 election opponent, and Andrew McCabe, the former deputy director and acting director of the FBI. […..]

Vorgestern prahlte Trump bei einer Pressekonferenz den „Schweinebucht-Preis“ der hispanischen US-Bevölkerung bekommen zu haben.
So einen Preis gibt es gar nicht; er denkt sich diesen Unsinn spontan aus.

[…..] Dabei spielt Trump in die Karten, dass die „Latinos“ traditionell als den Republikanern gewogen gelten. So sehr gewogen, dass Trump jetzt seinen „Schweinebucht-Preis“ in die Arena des öffentlichen Diskurses wirft, um nachzuweisen, wie sehr ihn die Hispanics lieben. Diesen hätten ihm, so Trump, die „Miami Cubans“ als Auszeichnung für all die großen Taten verliehen, die er der „großartigen kubanischen Bevölkerung“ der USA hat angedeihen lassen.
Eine schöne Auszeichnung, ein Nachweis der Unterstützung aus Reihen der in Florida für einen Wahlsieg kaum verzichtbaren Wählergruppe der Hispanics. Nur ein verschwindend kleines Detail lässt Donald Trump dabei unerwähnt: Es gibt gar keinen „Schweinebucht-Preis“. Die Auszeichnung ist frei erfunden. Ärgerlich für Trump, dass die Internetgemeinde solche unbedeutenden Details in unseren modernen Zeiten relativ schnell ergänzt. [….]

Die Kollegen empfinden inzwischen echte Bewunderung für die Moderatoren der FOX-Sendungen, die Trump live anruft und dann mitunter 20 oder 25 Minuten am Stück mit einem endlosen Schwall idiotische Sinnlosigkeiten eindeckt, während sie unverwandt in die Kamera starren müssen, ohne sich anmerken zu lassen was sie offensichtlich denken: ‚Jetzt hat er völlig den Verstand verloren‘.


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🤣🤣🤣 @ProjectLincoln #TrumpHidTheTruth pic.twitter.com/vtnvZ6dbAt
𝓚𝓮𝓵𝓵𝔂 (@kellabel) September 15, 2020

Wir alle; also Trump-Anhänger und Menschen mit einem IQ über Zimmertemperatur, haben inzwischen gelernt bis zu einem gewissen Grad zu ignorieren, was der bornierte Soziopath aus dem Oval Office für Unsinn faselt.
Man schaltet auf Durchzug, denkt an etwas anderes, wenn man ihn reden hört und überfliegt die Gaga-Tweets.
Es ist wie bei der Pflege einer Person, die man schon früher nicht mochte und die nun an Demenz im Endstadium leidet.
Man lässt sie plappern, tut das Nötige (wie Windeln wechseln), nimmt aber nichts mehr ernst, was der Patient von sich gibt.

Das ist aber ein gefährlicher Effekt, da der Mann einer der Mächtigsten auf diesem Planeten ist und zudem allein über den Atomkoffer verfügt.
Zudem sind weite Teile der Bevölkerung von sozialen Medien und dunklen Propaganda-Maschinen wie FOX derartig in die Verblödung gesendet, daß sie Donald Trump durchaus ernst nehmen.

Es ist also wichtig aufmerksam zu bleiben, auch wenn man nicht zufällig wie FOX-Moderator Brian Kilmeade dazu gezwungen ist, weil man live auf Sendung dabei beobachtet wird wie man IQ45 folgt.



Meistens höre ich Trump im Original, indem ich seine Auftritte in amerikanischen Newssendungen oder ausschnittsweise in Videos der sozialen Medien verfolge. Es ist das typische Trump-Paket mit dieser abstrusen vornübergebeugten Körperhaltung, der grotesken organgen Schminke mit den weißen Augenringen und dem aufgeplusterten toten Frettchen auf dem Kopf.
Dadurch bin auch ich zu einem gewissen Grad abgestumpft.
Ich stelle aber fest, daß bei einer Abwandlung der Routine der Fokus wieder stärker auf den Inhalt gelegt wird.

Das passiert, wenn man Trumps wirre Interviews oder Briefings als Transkript nachliest.
Die Webseite des Weißen Hauses veröffentlicht alles, das er öffentlich rausblubbert noch einmal als Text.
Erst wenn man es schwarz auf weiß ohne die optische Ablenkung seiner Clown-Gestalt vor sich hat, erfasst man das volle Ausmaß des Unsinns.




[…..] we’ve had tremendous support, as you know and you can see from, probably, everything, including polls.  I don’t give a lot of significance to polls, even though we’ve been getting very good polls.  We just got a very good one from Rasmussen, as you probably saw.  And we certainly got a very good one from within the Republican Party: 95 to 96 percent.
[…..] When trees fall down, after a short period of time — about 18 months — they become very dry.  They become, really, like a matchstick.  And they get up — you know, there’s no more water pouring through, and they become very, very — well, they just explode.  They can explode.
Also, leaves — when you have years of leaves — dried leaves — on the ground, it just sets it up.  It’s really a fuel for a fire.  So they have to do something about it.
They also have to do cuts.  I mean, people don’t like to do cuts, but they have to do cuts in between.  So if you do have a fire and it gets away, you’ll have a 50-yard cut in between so it won’t be able to catch to the other side.  They don’t do that.
If you go to other countries — you go to Austria, you go to Finland, you go to many different countries, and they don’t have — I was talking to a head of a major country, and he said, “We’re a forest nation.  We consider ourself a forest nation.”  This was in Europe.  I said, “That’s a beautiful term.”  He said, “We have trees that are far more explosive…” — he meant “explosive” in terms of fire — “…but we have trees that are more explosive they have in California, and we don’t have any problem because we manage our forests.”  […..] So we talk about forest management.  And I’ve been talking about it for a long time — that they have to do that.  You go to other countries, and they don’t have this problem, and they have more explosive trees — meaning they catch fire much easier.  So we have to talk about that, in addition to other things. […..] You know, if you look at other countries — you go to other countries in Europe — Austria and Finland and numerous countries — and I talk to the heads.  They’re — they’re forest nations.  They’re in forests.  And they don’t have problems like this.  And they have very explosive trees, but they don’t have problems like this. […..] So, you know, we’ll be talking about that.  It’s very important.  The management is very important.  That’s why you always have them here.  When you think of it, you see it in Europe, it doesn’t happen to — they manage — well, it doesn’t happen much.  I’ll have to be exact with you people.  You understand that. […..] But if you did manage your forest, and if you removed all of that really dry and just — it’s like — “explosive” is the only word.  You drop a cigarette on it, you come back a half hour later, and you have a forest fire.  If you don’t have that sitting there, nothing is going to burn.  Because the last thing to go are the bases of the trees because they’re soaking wet from the tree soaking up the water.  So they have to be able to do that.  If they do that, they’re going to have a much different situation. […..]

Pro-Tipp: Trumps Worte laut vorlesen.

Eine andere gute Methode des Trump-Gewöhnungseffekt zu umschiffen ist es bewußt die deutsche Übersetzung zu lesen.
Das ist ebenfalls eine so unübliche Darreichungsform, daß der Schwachsinn umso klarer wird.


Seine Behauptungen, es gäbe keinen menschengemachten Klimawandel, Bäume explodierten und viele Europäer lebten in Wald-Städten, die aber anders als im demokratisch regierten Kalifornien stets gut geharkt wären, daß sie niemals brennen würden, klingen bei FOX AND FRIENDS wie der übliche Irrsinn.



Erst in Deutsch und niedergeschrieben wird klar wie verrückt der Mann ist und wie es um ein Volk stehen muss, wenn eine Hälfte davon so etwas glaubt.

[…..] Trump: "Österreicher leben im Wald"
US-Präsident nennt Management des Waldbodens in Österreich als Positivbeispiel. In Europa könne man, anders als in Kalifornien, Brände nämlich verhindern. Donald Trump hat sich am Dienstag lobend über Österreich geäußert, dabei genaues geografisches Wissen aber vermissen lassen. Der US-Präsident sprach auf Fox News über die Waldbrände in Kalifornien und warf der dortigen demokratischen Regierung einmal mehr vor, das Management des Bodens außer Acht zu lassen. In Europa komme es viel seltener zu Waldbränden, sagte er, weil man dort mit dem dichten Grün umgehen könne. Als Beispiel nannte er auch Österreich. Man sollte sich etwa "Staaten wie Österreich ansehen, dort leben sie im Wald. Sie haben dort quasi Waldstädte", sagte er.
Trump hatte schon vorher aufhorchen lassen, als er in einem Gespräch mit dem demokratischen Gouverneur von Kalifornien, Gavin Newsom, den Klimawandel als Grund für die dramatischen Waldbrände im Westen des USA in Abrede stellte. Trump sagte, Wissenschafter, die von einer begünstigenden Wirkung des erhitzten Klimas für Feuersbrünste sprächen, würden wenig von der Sache verstehen. Er "glaube nicht, dass die Wissenschaft weiß", was wirklich passiere, sagte er. […..]