Samstag, 2. Juni 2018

Drei Bayern sind sich einig

Was war das noch mal, christliche Werte?


Ach ja, diese ekeligen rechtsradikalen Vorurteile, die von der CSU verbreitet werden.

(….)2017 läuft es nicht anders als bei den faschistischen südamerikanischen Diktaturen der 1970er, die Tausende Menschen verschwinden ließen, nicht anders als in der Franco-Diktatur, als Myriaden Kinder geraubt und verkauft wurden, nicht anders als in Deutschland 1933-1945, als sich die christlichen Kirchen um Adolf Hitler scharten.
Fast immer sind die Christen an der Seite der rechtsradikalen Diktaturen und bekämpfen Menschen und Menschenrechte.
Der raffgierige Rassist und Sexist Donald Trump wurde extrem überproportional von Christen gewählt und präsentierte bei seiner Amtseinführung einen Rekord an Geistlichen.
Millionen Familien durch Abschiebungen auseinanderreißen, alle Umweltschutzregeln aussetzen, Homosexuelle kriminalisieren, zig Millionen Menschen die Krankenversicherung nehmen, das Volk noch mehr bewaffnen?
Da freuen sich die Evangelikalen mit ihren Bibeln in der Hand und jubeln Trump zu!

Stets sucht die Kirche die Nähe zum ganz großen Geld und bemüht sich nach Kräften die Elenden noch mehr zu drangsalieren. (…..)
(Rätsel Christen, 21.01.2017)

Diejenigen, die in Deutschland am stärksten gegen Mitgefühl ankämpfen, am brutalsten die Schwächsten vertreiben und die gemeinste Familienzerstörung betreiben, indem sie systematisch Familien auseinanderreißen, also die bayerische CSU, findet für ihre radikal migrantophobe Politik jederzeit breite Wahlkampfunterstützung durch die mächtigsten Männer des Vatikans.
Wenn es brutal gegen Ausländer, Arme und Homos geht, akzeptiert das immer noch Power-Papst-Paar Ratzinger-Gänswein sogar einen Protestanten.

Drei Bayern einer Meinung


Kinderficken, Faschisten unterstützen, Hitler lobpreisen, Holocaustleugner rehabilitieren – das ist die Welt des Papstes Benedikt XVI und da versteht man sich natürlich auch mit Herrn Söder prächtig.

(…..) Ratzinger führt also die Tradition seines Vorgängers fort und ermutigt die Legionäre geradezu weiterhin Kinder zu ficken und zu quälen. Rom weiß schließlich Bescheid und hat noch nie etwas unternommen.

Im Gegenteil, mit der Rapid-Seligsprechung des größten Marcial Maciel Degollado-Fans Woytila, hat Ratzinger noch mal unterstrichen, daß er fest an der Seite der Sextäter steht und nicht an die Opfer zu denken gewillt ist.
 Sein ganzes Mitgefühl gilt nur den LC. Er ernannte nach Maciels Tod 2008 einen neuen Chef und ließ mitteilen Benedikt XVI. werde den Ordensmitgliedern "auf dem Weg der Reinigung" beistehen und sie nicht alleinlassen. (….)

Verständlich, daß der xenophobe Söder, der bei jeder Gelegenheit gegen Ausländer agitiert und dessen Partei offen den rechtsradikalen Antisemiten Victor Orban anhimmelt und umwirbt, bereitwillig Wahlkampfunterstützung auch von Bergoglio bekommt.
Auch der jüngere der beiden Päpste hat keinerlei Hemmungen CSU-Werbung zu produzieren, wenn es gegen die bösen Sozen geht, die viel weniger konsequent dafür Sorgen Arme und Verzweifelte im Mittelmeer absaufen zu lassen oder in nordafrikanischen Folterlagern schmoren zu lassen.


[….] Markus Söder trifft in Rom zwei Päpste und spürt dabei "ein großes Wohlwollen" Bayern gegenüber. Die Reise nutzt er gleich, um möglichst oft seine Botschaften für den Landtagswahlkampf zu wiederholen.
Schöner hätte sich in der Staatskanzlei niemand ausdenken können, was Monsignore Oliver Lahl gerade zu Markus Söder sagt. In der Vorhalle der wichtigsten Kirche der Christenheit, im Rücken das Standbild Karls des Großen, spricht der Priester über Kaiser Konstantin. Der war von 306 bis 337 römischer Kaiser, er ließ den Vorgängerbau des Petersdoms errichten, er habe die Christen aus der Verfolgung geführt, sagt Lahl. Konstantin machte das Kreuz zu seinem Bannerzeichen. "So wie Sie jetzt."
Das Kreuz als Bannerzeichen, das gefällt Söder, sein Grinsen wird breit: Er in der Rolle als Befreier des Christentums, das wäre was für den bayerischen Ministerpräsidenten. Ein schöneres Kompliment hätte ihm der Monsignore kaum machen können, kurz bevor er Papst Franziskus und dann dessen Vorgänger, den emeritierten Papst Benedikt XVI., treffen wird. [….]

Warum sollten sich die Päpste auch nicht mit dem evangelischen Christen Söder einig sein? In vielerlei Hinsicht tickt man völlig gleich.
So ist CSU-Parteichef Seehofer, ebenfalls ein häufiger Papst-Gast, seit Jahrzehnten der erste Bundesminister, der seine komplette Führungsriege absolut frauenfrei hält. Natürlich nominierte die CSU ausschließlich Männer als Bundesminister. Der Vatikan hält es genauso und Luther auch.

(…..) Die Ansichten der bedeutendsten christlichen Kirchenlehrer sprechen eindeutig nicht dafür, daß Weibsbilder Führungsrollen übernehmen sollten.

"...der Gang, wie sich die göttliche Lehre verbreitet: Von Gott zu Christus, von Christus in den Mann und von diesem in das Weib hinab. Umgekehrt verbreitet sich die teuflische Lehre: Sie kommt zuerst in das Weib, denn dies besitzt weniger Unterscheidungsvermögen."
(Alexander von Hales, 1185-1245, Lehrer des Thomas von Aquin)

"Das Weib ist ein minderwertiges Wesen, das von Gott nicht nach seinem Ebenbilde geschaffen wurde. Es entspricht der natürlichen Ordnung, daß die Frauen den Männern dienen."

(Kirchenvater Augustinus, hl., 354-430)

"...wer mag alle leichtfertigen und abergläubischen Dinge erzählen, welche die Weiber treiben...es ist ihnen von der Mutter Eva angeboren, daß sie sich äffen und trügen lassen."
(Martin Luther)

"Der wesentliche Wert der Frau liegt in ihrer Gebärfähigkeit und in ihrem hauswirtschaftlichen Nutzen. Die Frau ist ein Mißgriff der Natur... mit ihrem Feuchtigkeits-Überschuß und ihrer Untertemperatur körperlich und geistig minderwertiger...eine Art verstümmelter, verfehlter, mißlungener Mann...die volle Verwirklichung der menschlichen Art ist nur der Mann."
(Thomas von Aquin, hl., Kirchenlehrer, 1225-1274)


Jesus preist die Sklaverei, fordert von den Sklaven sich unterzuordnen und die RKK lässt bis heute Frauen wegen ihrer Minderwertigkeit nicht das geringste geistliche Amt übernehmen. (….)

Einer so vorbildlich misogynen Partei hälfen die beiden Päpste gern.


Söder ist ein Mann nach ihrem Geschmack. Endlich einer, der wieder zwangschristianisiert.

[…..] Kruzifix-Pflicht wirkt: Alle Bayern plötzlich wieder Christen
Preiset den Herrn! Nur wenige Stunden nach Inkrafttreten des Kruzifix-Erlasses in Bayern, der Kreuze im Eingangsbereich jeder staatlichen Behörde vorschreibt, sind alle ehemals ungläubigen Einwohner des Freistaates geschlossen zum Christentum konvertiert. Damit ist Bayern wieder komplett christlich-abendländisch geprägt.
Ob Muslime, Juden, Atheisten oder FC-Bayern-Fans – seit heute tragen sie alle nur noch Jesus in ihrem Herzen. Auf den Straßen Bayerns erschallen überall christliche Lieder, Gebete und Hosianna-Rufe.
[…..] Ähnlich geht es Renate Zerries aus München. "Mit Gott habe ich schon seit Jahrzehnten nichts mehr am Hut gehabt", so die einstige Atheistin. "Aber nachdem ich meinen Reisepass verlängern wollte und im Wartezimmer ein Kreuz an der Wand sah, spürte ich das starke Verlangen, Jesus in mein Herz zu lassen. Halleluja!" Noch im Wartezimmer bekannte Zerries alle ihre Sünden und weihte ihr Leben Gott. […..] Bayerns Ministerpräsident Markus Söder kündigte bereits an, in den kommenden Jahren ein milliardenschweres Kirchenbauprogramm aufzulegen. Seine Wiederwahl gilt als sicher, denn eine heute durchgeführte Blitzumfrage zur Landtagswahl sieht die CSU bei 100 Prozent. […..]

Freitag, 1. Juni 2018

Impudenz des Monats Mai 2018


Und schon wieder einmal zeigt der Kalender eine „1“ - hohe Zeit für mich den Blödmann des Monats zu küren.

Bill Maher hat natürlich Recht; die amerikanischen Linken machen sich mit ihrer übertriebenen politischen Korrektheit in der Ausdrucksweise vollkommen lächerlich.
Das hat junge Leute von der Urne abgeschreckt und deswegen empfanden es viele erfrischend, wenn Trump verkündete Rosie O’Donnell wäre ein „fat pig“ und Mexikaner „rapists“.

Der Gipfel der Idiotie ist die neueste PC-Variante, nämlich im Zuge der (richtigen und notwendigen) #MeToo-Debatte 30 Jahre alte Sitcoms a posteriori dafür zu verdammen, daß Frauen „Schätzchen“ genannt wurden.

 (…..) Bill Maher machte sich in seiner letzten Sendung über die Hyperpolitischcorrecten lustig, die mit der Moral von 2018 amerikanische Comedy- und Drama-Serien aus den 1980ern und 1990ern angucken, um sich herzlich zu empören.
Schlimm, schlimm, bei DALLAS wurde ständig vor der Kamera geraucht, sogar Alkohol getrunken und bei der FRIENDS wurde eine Angestellte „Darling“ genannt.


Natürlich entwickelt sich “die Moral” weiter.
Ich bin mir genauso sicher wie Bill Maher, daß wir jetzt, im zufälligen Jahr 1 der #metoo-Debatte keineswegs am Ende der moralischen Fahnenstange angekommen sind.
Sollte ich das Greisenalter erreichen, werde ich mir garantiert eine Menge „Wie konntet ihr zulassen..“-Fragen anhören. (…..)

Sieht man sich diese ahistorische Ultramoral an, bekommt man Lust gänzlich ungefiltert mit Vorurteilen um sich zu werfen, nur um zu protestieren.

Bevor ich aber Trump danke, die political correctness geschliffen zu haben, sollte man einmal kurz innehalten und sich vergegenwärtigen, daß PC nicht etwa grundsätzlich schlecht ist, sondern durchaus sinnvoll unsere Kultur verbessert.

Völlig ohne PC beleidigt man ununterbrochen andere Menschen und vergiftet das gesellschaftliche Klima erst recht.

Daher küre ich die Trumpsprache zur Impudenz des Monats Mai 2018.

Trump war nicht der erste, aber der Effektivste beim Einreißen aller verbalen Anständigkeit.
Seine weniger wichtigen, aber genauso widerlichen Epigonen in Europa machen es nach.
Ungenierter Rassismus bricht sich immer mehr Bahn, weil die Hemmungen fallen, wenn man es immer öfter hört.
Es gibt gedankenlose NS-Vergleiche, Reanimierung von Begriffen aus der Nazi-Mottenkiste: „Völkisch“ oder „Neger“ wird wieder als akzeptable Ausdrucksweise angesehen.
Die gesamte AfD-Führungsmannschaft tut inzwischen das noch vor wenigen Jahren Undenkbare – sie bringt puren Rassismus in die politische Debatte ein.
Gauland findet, Boateng sollte nicht für Deutschland Fußball spielen, weil er „Neger“ ist, Höcke orakelt über die affenartige Massenfortpflanzung der nicht arischen Flüchtlinge und gerade eben bei der AfD-Zentraldemo in Berlin, ätzte die Enkelin von Hitlers langjährigsten Minister, aus der Türkei stammende Deutsche gehörten nicht in die Nationalmannschaft.

Die Sprache allein ist schon verletzend, aber das ist nicht das Hauptproblem.
Diese Sprüche reißen Dämme ein,  laden die vielen Unentschiedenen ein auch so zu reden und auch so zu denken.
Gedanken ziehen Taten nach sich; die Zahl der rechtsradikalen Gewaltverbrechen steigt ununterbrochen. Es werden massenhaft Übergriffe auf Flüchtlingeheime gezählt.
Der gleiche Effekt in Amerika.
Die Anzahl der Hatecrimes  stieg mit Trumps Wahlsieg sprunghaft an.
Nun trauen sich die ganzen fürchterlichen Menschen wieder.
Gewalt gegen ganz normale Latinos, Schwule oder Behinderte entlädt sich spontan auf der Straße.
Hunderte Youtube-Videos belegen, wie völlig normale Amerikaner im Alltag diffamiert und angegriffen werden, weil sie spanisch sprechen oder einfach kein „kaukasischer Typ“ sind.

Also, bitte niemals die Politische Korrektheit übertrieben, um sie nicht ins Lächerliche zu ziehen.
Aber gleichzeitig darauf achten die PC zu bewahren. Sie ist der einzige Weg um den gesellschaftlichen Frieden zu schaffen.

Es ist eben richtig auch eine Roseanne Barr aus dem Programm zu werfen, wenn sie derartig klar und regelmäßig rassistisch und antisemitisch auf Twitter rumhetzt.
Sie kann das möglicherweise privat tun, aber kein privater TV-Sender ist verpflichtet so eine Frau mit vielen Millionen Dollars zu bezahlen.
Barr ist ein gutes Beispiel dafür wie die widerliche Trumpsprache das Land und die Kultur verändert, indem sie solche Furien enabled. Früher ahnte man gar nicht, wie Roseanne privat tickt, hielt sie aber aufgrund der Show für liberal und multikulti.
Nun aber traut sie sich ihre Hass ungeniert rauszuspucken.

Trump sei Dank.

Der Mann ist ein abscheulicher Rassist und um das nicht zu vergessen und sich nicht an den Zustand zu gewöhnen, muss man das immer wieder laut und deutlicher erklären und verdammen.

Dafür danke ich beispielsweise Don Lemon, der das seit zwei Jahren tut.

Donnerstag, 31. Mai 2018

Nabelschau Teil II


Das wird ja schon etwas langweilig mit der Zeit:
Trump kündigt irgendeine Ungeheuerlichkeit an und sofort gehen europäische Presse und Regierungen in den Hühnerhaufenmodus über:
Das wäre aber geradezu gefährlich, damit schade Trump doch auch Amerika und überhaupt müsse man ihn als wirklich schlechten Präsidenten ansehen.
What else is new?
Das weiß ich schon seit 2015, als er seine Kandidatur in den Ring war.
Inzwischen regiert der Mann fast anderthalb Jahre und einst geistreiche Sprüche wie

„Woran erkennt man, daß Trump lügt?
Wenn er seine Lippen bewegt.“

sind gar nicht mehr komisch, sondern nackte Realität.

Heute der nächste Streich: Strafzölle gegen europäische Produkte. Brüssel is not amused.

[….] Trump macht Ernst. [….]  Im Handelsstreit mit Europa lässt es US-Präsident Donald Trump auf eine Eskalation ankommen. Wirtschaftsminister Wilbur Ross teilte am Donnerstag mit, Stahllieferungen aus der EU, Kanada und Mexiko würden von diesem Freitag an mit Einfuhrzöllen von 25 Prozent belegt. Bei Aluminium sind es zehn Prozent. Der Schritt sei notwendig, weil die Importe die nationale Sicherheit der USA gefährdeten. [….]

Schockierend. Trump ist also doch nicht insgeheim rücksichtsvoll und besonnen, sondern setzt den Unsinn, den er per Twitter raushämmert sogar um?

Also damit konnte nun wirklich keiner rechnen. Schließlich hatte man ihm doch die Gegenargumente vorgelegt. Donnerlittchen. Und dabei sind diese Strafaktionen und Kündigungen all der internationalen Abkommen doch schlecht, schreiben die empörten Journalisten.

[….] Trump meint, er könne durch Abschottung die heimische Wirtschaft schützen. Die Geschichte hat Dutzende Male gezeigt, dass derlei Protektionismus nicht funktioniert und dem eigenen Land mehr schadet als nutzt. [….] In Deutschland werden die Auswirkungen der Stahlzölle auf Wirtschaft, Wohlstand und Arbeitsplätze zunächst kaum spürbar sein - und doch birgt Trumps Entscheidung die Gefahr, dass eine Spirale aus Sanktionen und Gegensanktionen in Gang kommt, die das Potenzial hat, den globalen Konjunkturaufschwung zu beenden. Das gilt insbesondere für den Fall, dass der Präsident seine Drohung wahr macht, auch den Import von Autos mit Strafabgaben zu belegen. Die Pkw-Industrie ist heute längst keine nationale mehr, sondern eine, die auf allen Kontinenten ihre Werke betreibt. Wie weit die Globalisierung hier gediehen ist, zeigt der Umstand, dass BMW der größte Autoexporteur der USA ist. Wer diese Lieferketten und die globale Arbeitsteilung zerstört, weil er glaubt, er könne sein Land abschotten und Jobs "nach Hause holen", wird die Welt ins Chaos stürzen. [….]

Willkommen in der Trumpwelt. Es stört ihn nicht sich pausenlos selbst in den Fuß zu schießen und wenn etwas wirklich, wirklich schlecht ist, zieht er das umso lieber durch.

Trump versteht nicht nur nichts von Deals und Business, er versteht überhaupt gar nichts.

Von dieser Erkenntnis überrascht sein können nur Menschen, die mehrere Jahre im Koma lagen, oder auf einer geheimen Mars-Langzeitmission von allen Nachrichten abgeschnitten waren.

Wir müssen also zur Kenntnis nehmen, daß wir die USA nicht ignorieren können, weil sie die mit Abstand stärkste ökonomische und militärische Macht sind.
Und wir müssen gelernt haben, daß alle Versuche der Einflussnahme auf die US-Administration total gescheitert sind. Ob man es mit Schmeicheleien (wie Macron), enthusiastischer Argumentation (wie Trudeau), beiläufiger Richtigstellungen (wie Merkel), deutlichen Drohungen (wie Kim Jong Un) oder moralischer Empörung (NGOs) versucht, ist irrelevant. Der zutiefst destruktive Trump ist unbelehrbar und frönt ausschließlich seinem Drang selbst gepriesen zu werden und die Werke anderer zu zerstören.

Damit bleibt uns nur noch genau eine Alternative:
Alle Staaten außerhalb der USA müssen sich ökonomisch und ökologisch gegen Trump verbünden.
Die Vereinigten Staaten sind zwar ein ökonomischer Gigant, aber sie sind nicht unabhängig und nicht mächtiger als alle anderen zusammen.


Klar, Deutschland exportiert mehr Industriegüter in die USA als umgekehrt. Das Ungleichgewicht in der Handelsbilanz ärgert den Egomanen von Washington.

Aber betrachtet man die IT- und Dienstleistungen sieht es genau umgekehrt aus.
Da sind die USA der große Exporteur und hängen von unserer tumben Bereitschaft ab Google, Amazon, Facebook und Apple nahezu unbesteuert und unbezollt den europäischen Markt aussaugen zu lassen.
Es ist ja ganz süß wie der haptische Herr Juncker nun an symbolische Gegenzölle auf Bourbon und Harleys erheben will – in der Hoffnung, das verschrecke die Republikaner wie Paul Ryan in deren Heimatstaaten solche Fabriken stehen.
Nur tritt Ryan gar nicht zur Wiederwahl an und der Rest der GOP hat hinreichend bewiesen, daß er unter keinen Umständen bereit ist Druck auf Trump auszuüben.
Es hilft alles nichts, nun müssen sich die „BRICS“-Staaten, Japan und die EU zusammensetzen und eine einheitliche Front gegen Washington aufbauen.

Das ist natürlich etwas schwierig, da jeder einzelne Staat seine Partikularinteressen hat und der Mega-Exporteur China beispielsweise einen Modus Vivendi mit Trump gefunden hat, indem er gezielt Ivanka besticht und dafür im Handelsstreich von ihrem Papi bekommt, was Peking will.

Jetzt ist also die hohe Kunst der internationalen Diplomatie erforderlich.
Ein geachteter wichtiger Regierungschef, möglichst der Amtsälteste, müsste sich der Angelegenheit annehmen, sein gesamtes persönliches und politisches Renommee in die Waagschale werfen und zu einer enormen Pendeldiplomatie starten. Pausenlos zwischen Moskau, Tokio, Peking, Neu Delhi, Pretoria, Brasilia, Brüssel, London, Paris und Berlin hin und herfliegen. Mit Engelszungen auf alle einreden, Interessen ausgleichen, um Mitstreiter werben, Konzepte entwickeln und geistig flexibel, sowie mutig agieren.
Putin kommt nicht in Frage, weil er von vielen nicht akzeptiert wird, Abe ist in die anderen Organisation zu wenig eingebunden, Xi hat Ivanka, May ist zu schwach, Macron zu neu.
Es wäre die Paraderolle für die deutsche Kanzlerin, die seit 13 Jahren ununterbrochen regiert, die jeder kennt und gegen die auch kein anderer Staatschef extreme Vorbehalte hat.
Deutsche Kanzler sind durchaus in der Lage solche bahnbrechenden internationalen Bündnisse zu schmieden.
Schmidt hat die gemeinsame EU-Währung, den Nato-Doppelbeschluss und die G7 geschaffen, Schröder die internationale Koalition gegen den Irakkrieg geformt.
Blöderweise haben wir aber nun Merkel als Kanzlerin und die tut in dieser Welt-Megakrise das was sie am liebsten tut: Abtauchen und so tun, als ob sie mit Politik nichts zu tun hat.
Bloß keine heißen Eisen anfassen, bloß nichts wagen. Immer schön den Kopf einziehen.
Gegenwärtig weilt sie in Portugal, Nr. 47 der Rankingliste nach dem BSP.

Die kleine Hamburger Mopo macht heute einen guten Job und zählt die totale Arbeitsverweigerung der Kanzlerin auf.

Mopo Kommentar 31.05.2018

[…..] Was macht eigentlich Angela Merkel?
In Europa und im Verhältnis zu den USA türmen sich mächtige Probleme auf. Doch die Kanzlerin schweigt
[…..] Die Welt ist aus den Fugen: Ein US-Präsident, der das westliche Bündnis in Trümmer legt. Europäische Staaten, die die Errungenschaften vergangener Jahrzehnte schleifen und damit den ganzen Kontinent an den Rand des Abgrunds zerren. Ausgerechnet in dieser Zeit, die nach Orientierung und Führungsstärke schreit, ist die Bundeskanzlerin abgetaucht.

Beispiel USA: US-Präsident Donald Trump verhängt Strafzölle gegen die früheren Bündnispartner, […..] Dass US-Konzerne wie Amazon, Facebook, Google, Apple und Co. in Europa Milliarden scheffeln, ohne angemessen Steuern zu bezahlen, erwähnt er lieber nicht.

Und was sagt Angela Merkel dazu? Sie schweigt.

Beispiel Bruch des Atomabkommens mit dem Iran: […..] Trumps Botschafter in Berlin, Richard Grenell, gerade ein paar Tage im Amt, führt sich auf wie der Statthalter einer Besatzungsmacht: Er fordert deutsche Firmen im Kommando-Ton auf, ihre Geschäfte mit dem Iran „sofort runterzufahren“.
Und die Bundeskanzlerin schweigt.

Beispiel Italien: Da schicken sich ein Polit-Clown und ein Rechtsradikaler an, das Land zu regieren. […..] Was sagt die Kanzlerin zu diesem Irrsinn? Sie schweigt.

  Beispiel CSU: Hand in Hand mit dem ungarischen Regierungschef und Europa-Feind Viktor Orbán sägt die CDU-Schwesterpartei am EU-Grundpfeiler Reisefreiheit. […..]
Die Kanzlerin schweigt.

Beispiel Polen: Beim wichtigsten EU-Partner Deutschlands im Osten schafft die PiS-Partei um Jaroslaw Kaczynski gerade die Demokratie wieder ab, die in den 80er Jahren mühsam und glücklich der sowjetischen Besatzungsmacht abgetrotzt wurde[…..]
Was Angela Merkel dazu sagt? Nichts.

Beispiel Frankreich: Seit Monaten liegen Vorschläge von Präsident Emmanuel Macron auf dem Tisch, die Wege aus Europas schwerster Krise seit Jahrzehnten weisen. […..]
Doch was macht die Kanzlerin? Sie schweigt.

Wie lautet die Überschrift übe dem Koalitionsvertrag der GroKo? „Ein neuer Aufbruch für Europa – Eine neue Dynamik für Deutschland“. Davon ist nichts zu spüren. […..]
(Hamburger Morgenpost, 31.05.2018)

So ärgerlich Trump ist, aber die Deutschen sollten sich auch mal eine andere Regierung wählen.