Donnerstag, 22. Januar 2015

Deutschland ohne Skrupel und Moral.


 NACHTRAG:

Huch wie makaber!

Da mache ich das erste mal in meinem Leben einen Witz über den Saudischen König Abdullah und vergleiche ihn mit Conchita Wurst - und ZACK, zwei Stunden später stirbt er vor Gram!

Ich wußte echt nicht, daß ich bei Allah so einen Einfluss habe!

Sorry, wenn ich gestern meine eigene offensichtlich astrologisch bedingte Durchschlagskraft geahnt hätte, wäre ich bei Gauck-, Merkel-  oder Käßmann-Verarschungen geblieben!!!!!!!!!!!!

Mea Maxima Culpa!




Tja, Raif, morgen setzt es wieder 50 Peitschenhiebe. Nummer 100-150.
Dabei sind die Aussichten die 20-wöchige Tortur zu überleben und dann die zehn Jahre Haft abzusitzen sehr gering.
Jeder einzelne Hieb führt zu entsetzlichen offen blutenden Wunden, die innerhalb einer Woche keinesfalls heilen können.

Schon am Freitag soll Badawi wieder aus seiner Gefängniszelle vor die Dschafali-Moschee in Dschidda gezerrt und ausgepeitscht werden - ungeachtet der weltweiten Proteste gegen seine Verurteilung.
Dabei geht es dem Blogger schon jetzt sehr schlecht, wie der "Guardian" unter Berufung auf Amnesty International berichtet. Demnach hat Badawi die ersten 50 Peitschenhiebe nicht gut verkraftet. "Raif hat mir gesagt, dass er seit der letzten Auspeitschung sehr große Schmerzen hat, ihm geht es gesundheitlich nicht gut", zitiert die Zeitung "Ensaf Haidar", die Ehefrau des Bloggers. Sie fürchte, dass ihr Mann die Tortur nicht ein zweites Mal durchsteht. Nur der Gefängnisarzt kann dem Bericht zufolge die Aussetzung der Peitschenhiebe veranlassen.

Ich will Angela Merkel nicht unterstellen, daß ihr Badawis Schicksal ganz egal ist, aber politisch unternehmen kann sie leider nichts, weil der Saudische König Abdullah ibn Abd al-Aziz, 90, der Hüter der heiligen Stätten Mekka und Medina, der Regierungschef und Oberbefehlshaber des saudischen Militärs leider reich ist. Und zwar scheiße reich. 


Die Saudis fördern rund 9 Millionen Barrel (> 1000 Mio Liter) Erdöl am Tag; das sind im Jahr über 500 Millionen Tonnen Öl. Eine Tonne Rohöl kostet so etwa 350 Euro. Damit liegt allein der Wert des geförderten Öls schon bei jährlichen 175 Milliarden Euro. Hinzu kommen Erdgas und sonstige Bodenschätze.

Der Staatsgründer König Abd al-Aziz ibn Saud hatte 37 Söhne; Töchter werden nicht gezählt (irrelevant). Der heutige König Abdullah mußte als 15. Sohn der achten Frau  des Abd al-Aziz ibn Saud also einige beiseite räumen, um in der Thronfolge auf Platz 1 zu rutschen.
Vielleicht erschienen ihm die Familienfeste bei seinem Vater zu unübersichtlich; er selbst ist weit weniger zeugungsfreudig und promisk. In familiärer Hinsicht ist er ist die Merkel unter den Königen.
Er hatte bisher gerade mal neun Ehefrauen, 14 Söhne und 20 Töchter. Seine Hauptfrau Prinzessin Hussa bint Trad bin Sattam asch-Schaʿlan ist die Schwester der Tante des jetzigen syrischen Präsidenten Baschar al-Assad.

Die arabische Königs-Genealogie dürfte etwas komplizierter als der durchschnittliche Familienstammbaum einer Uckermärkischen Durchschnittsprotestantin sein.


Merkel und Abdullah verstehen sich dennoch sehr gut.
Das liegt unter anderem daran, daß Merkel ihm die Waffen und die Kommunikationstechnik liefert, mit dem er seine aufmüpfigen Untertanten massakrieren kann.

BRD liefert an Saudi-Arabien Kriegsgerät zur Aufstandsbekämpfung.  […]  Nach Angaben von Menschenrechtsgruppen wurden seit 2011 hunderte Regimegegner festgenommen. Die BRD gehört zu den Lieferanten von Kriegsgerät an Saudi-Arabien, das vor allem auch zur Aufstandsbekämpfung eingesetzt werden kann.


Angela Merkel ist da ganz pragmatisch.
Sanktionen zu verhängen ist eher etwas für Kuba oder Nordkorea.
Wenn mit solchen Ländern die Handelsbeziehungen einfrieren, muß man eben auf Zigarren oder Kim-Chi verzichten, aber nicht auf viele Milliarden Dollar.
Sanktionen, die einem selbst wehtun, befürwortet die Kanzlerin nur ins Ausnahmefällen, wenn sie einen anderen Staatschef wirklich nicht leiden kann, so wie Putin.
Dann kann sie sich schon mal daran erfreuen das größte Land der Erde in den ökonomischen Ruin zu stürzen.
Aber Saudi Arabien würde sie das nie antun. Die Saudis mag sie.


Und Abdullah ibn Abd al-Aziz mag Merkel. Er unterstützt sie in Menschenrechtsangelegenheiten und lobt sie ausdrücklich.
Menschrechtspolitisch scheint man auf einer Linie zu sein.

Lob für ihre Äußerungen zu Pegida erhielt Merkel auch von der Internationalen Islamischen Organisation für Bildung, Wissenschaft und Erziehung (Isesco) mit Sitz in Rabat. Der saudische Isesco-Generaldirektor, Abdelasis Al-Tuwairi, rief alle europäischen Regierungen auf, die Verunglimpfung von Religionen zu verhindern. […]

Überhaupt verhängt „der Westen“ Sanktionen wegen Verletzungen der Menschenrechte nur dann, wenn es geopolitisch gerade in den Kram passt und die heimische Wirtschaft nicht drunter leiden muß. Menschenrechte an sich sind da zweitrangig.
 Spielten sie eine Rolle, müßte zunächst einmal jeglicher Handel mit der Todesstrafen-Nation Nr. 1, China, eingestellt werden. Und das können wir uns gar nicht leisten.

Forscher haben nachgewiesen, dass der Westen eine genaue Kosten-Nutzen-Abwägung vornimmt, bevor er Sanktionen verhängt. So wird das Ziel, Menschenrechte zu fördern, oftmals von anderen geostrategischen Interessen überlagert. Saudi-Arabien ist die größte Volkswirtschaft im arabischen Raum. Das Land importierte 2013 Waren im Wert von 153 Milliarden Dollar. Die wichtigsten Lieferstaaten sind die USA, China und Deutschland. Zudem gilt Saudi-Arabien als wichtiger Partner im Kampf gegen den "Islamischen Staat".
Diese Dominanz geostrategischer Interessen zeigte sich auch am Beispiel Ägyptens. Obwohl Präsident Hosni Mubarak das Land 30 Jahre lang undemokratisch beherrschte, ließ der Westen ihn gewähren. Ägypten galt als wichtiger Stabilitätsfaktor im Nahen Osten.


PS:

Ich überlege, ob Abdullah ibn Abd al-Aziz denselben Friseur wie Conchita Wurst hat.
Beide haben genau gleich unnatürlich nachgefärbte Kajal-schwarze Bärte.



Das kann doch kein Zufall sein!

Mittwoch, 21. Januar 2015

Bayern ohne Skrupel und Moral




Wenn man sich die Menschenrechtssituation in verschiedenen Ländern ansieht, kann es fast nicht schlimmer als im Horror-Regime von Saudi Arabien kommen.

Der Blogger Raif Badawi wird 20 Wochen lang jeden Freitag 50 Peitschenhiebe erhalten, also insgesamt 1000 Hiebe, 200.000 Euro Geldstrafe und zehn Jahre im Zuchthaus sitzen - wegen Beleidigung des Islams. Sein Anwalt, der es gewagt hatte Badawi zu vertreten, bekam gleich 30 Jahre Gefängnis.

(Raif Badawi)

Die Frau des islamkritischen Bloggers Raif Badawi, Ensaf Haidar, hat an deutsche Politiker appelliert, sich für die Freilassung ihres Mannes einzusetzen: „Ich hoffe, dass die deutsche Politik mich nicht im Stich lässt.“
Der 30-jährige Raif Badawi habe „niemanden angegriffen. Wer meint, dass Raif Religion oder Autoritäten verletzt hat, soll das beweisen“, sagte Haidar in der Talksendung Shabab Talk zum Thema „Meinungsfreiheit in Saudi-Arabien“, die am Dienstag (20.1.) in Berlin produziert und auf DW (Arabia) ausgestrahlt worden war. Sie wolle den saudischen König Abullah bitten, ihren Mann „sofort freizulassen“. Ihre drei Kinder hätten „sehr darunter gelitten, als sie in Kanada im Fernsehen gesehen haben, wie mein Mann ausgepeitscht wurde“.

Die deutsche Opposition fordert die Regierung auf aktiv zu werden, aber Merkel hat offensichtlich den Hosenanzug gestrichen voll und traut sich nicht etwas zu unternehmen.

Ich appelliere an die Bundesregierung und insbesondere an Außenminister Steinmeier, sich für den in Saudi Arabien wegen seiner Kritik an der Islam-Polizei zu 1000 Peitschenhieben und zehn Jahren Haft verurteilten Blogger Raif Badawi einzusetzen und seine unverzügliche Freilassung zu erwirken. Dieses Urteil ist bestialisch und gehört zivilisatorisch ins Mittelalter. Kein Staat dieser Welt hat das Recht, seine Bürgerinnen und Bürger Folter oder anderen grausamen, unmenschlichen oder erniedrigenden Formen der Behandlung auszusetzen. Ich sehe den Verzicht auf jede Form von Folter auch als entscheidende Voraussetzung dafür, dass die Staaten ihre moralische Autorität im Kampf gegen jede Form von Terrorismus zurückgewinnen.

Badawi ist natürlich kein Einzelfall.
Die Saudische Religionspolizei ist zu unfassbaren Grausamkeiten fähig.

Am 11. März starben 15 Mädchen, die versuchten, aus einer brennenden Schule in Mekka zu entkommen. Mitglieder der saudi-arabischen Tugendkommission hatten die Mädchen am Verlassen des Gebäudes gehindert und Rettungskräfte mit Gewalt von der Arbeit abgehalten. Der Grund: Die Mädchen trugen nicht die vorgeschriebenen "Abayas", schwarze Ganzkörper-Schleier ähnlich den in Afghanistan getragenen Burkas. Die westlichen Medien ignorierten den Vorgang weitgehend, während die arabischen Medien ungewohnt deutlich berichteten. […]

Wer zum Christentum konvertiert, wird gesteinigt, Frauen werden bei „Ehebruch“, nach Saudischen Verständnis also auch nach einer Vergewaltigung, geköpft. Schwule werden erhängt.
Nach Bagatelldelikten erfolgen Verstümmelungen.

Die Behörden schränkten die Rechte auf freie Meinungsäußerung, Vereinigungs- und Versammlungsfreiheit 2012 empfindlich ein. Andersdenkende wurden rücksichtslos unterdrückt. Regierungskritiker und politische Aktivisten befanden sich ohne Anklageerhebung in Haft oder wurden nach äußerst unfairen Gerichtsverfahren verurteilt. Frauen wurden nach wie vor durch Gesetze und im Alltag diskriminiert. Sie waren außerdem nur unzureichend vor häuslicher Gewalt und anderen Übergriffen geschützt. Ausländische Arbeitsmigranten wurden von ihren Arbeitgebern ausgebeutet und misshandelt. Gerichte verhängten Auspeitschungsstrafen, die auch vollstreckt wurden. Hunderte Menschen saßen Ende 2012 in Todeszellen, und mindestens 79 Personen wurden hingerichtet.

Während wir uns aber ganz fürchterlich über Russland aufregen, findet Saudi Arabien fast gar nicht statt. Niemals würden Gauck oder Merkel das Königshaus in Riad bepöbeln, wie sie es mit Putin machen.
Dabei sind die Saudis unbezweifelbar Financiers des international-gewalttätigen Islamismus. Im Gegensatz zu Putin.
Aber die Saudis sind eben auch reich und kaufen unsere schön Waffen, um damit ihre Opposition nieder zu machen.
Geschäft kommt für Pfarrer Gauck und Pfarrerstochter Merkel, die just wieder beklagte, das Christentum sei zu wenig bekannt, immer VOR Moral.

Politische Beziehungen
Die bilateralen Beziehungen zwischen Deutschland und Saudi-Arabien sind freundschaftlich und spannungsfrei. Sie wurden durch den Freundschaftsvertrag zwischen dem Deutschen Reich und dem Königreich Hedjaz, Najd und der zugehörigen Gebiete bereits 1929, das heißt drei Jahre vor der Proklamation des Königreichs Saudi-Arabien, formalisiert. Deutschland unterhält seit 1954 diplomatische Beziehungen zum Königreich Saudi-Arabien. Wie auch in anderen arabischen Ländern genießt Deutschland Sympathie; vielfach wird eine größere deutsche Rolle in der Weltpolitik gewünscht, insbesondere bei der Lösung des Nahost-Konflikts, aber auch anderer Regionalkonflikte.
Bundeskanzlerin Merkel reiste im Februar 2007 und im Mai 2010 nach Saudi-Arabien. König Abdallah besuchte im November 2007, Außenminister Prinz Saud al-Faisal 2008 und im Februar 2011 Deutschland. Die Beziehungen zwischen dem Deutschen Bundestag und der Beratenden Versammlung (Schurarat) haben sich in den letzten Jahren ebenfalls vertieft (Besuch einer Delegation des Schurarats in Berlin auf Einladung des Deutschen Bundestages im Mai 2011). Zuletzt besuchten der Vorsitzende des Auswärtigen Ausschusses des Deutschen Bundestages, Bundesminister a.D. Norbert Röttgen im April 2014 und der Vorsitzende des Bundestagsausschusses für Wirtschaft und Energie, Bundesminister a. D. Peter Ramsauer im Mai 2014 Saudi-Arabien.

Wirtschaftsbeziehungen
Saudi-Arabien ist dank der hohen Öleinnahmen in der Lage, deutsche Produkte und Dienstleistungen in nennenswertem Umfang einzuführen, und tut dies auch mit steigender Tendenz. 2013  betrug das bilaterale Handelsvolumen ca. 11 Mrd. Euro, etwa so viel wie im Vorjahreszeitraum.
Angesichts der auch weiterhin zu erwartenden hohen  staatlichen Investitionen in Infrastruktur, Energie- und Wasserversorgung, Bildung und Gesundheit wird Saudi-Arabien für deutsche Unternehmen ein  interessanter Markt bleiben. Saudi-Arabien bietet über die staatliche Investitionsagentur SAGIA und über die Organisation zur Ansiedlung von produzierendem Gewerbe MODON verschiedene Anreize für ausländische Firmen, im Land zu investieren und hier Arbeitsplätze zu schaffen. Auch in ausländischen Firmen und Joint Ventures wird eine bestimmte Quote der Beschäftigung saudischer Staatsangehöriger gefordert.

Noch peinlicher als die Bundesregierung in der Causa Raif Badawi verhält sich der FC Bayern, der mit Dollarzeichen in den Augen genau jetzt während Badawi ausgepeitscht wird nach Riad reist und dort Werbung für das Regime macht.
Bestgelaunt lag sich Merkels Lieblingsspieler Bastian Schweinsteiger mit seinem Trainer Pep Guardiola nach dem 4:1 im PR-Spiel gegen den Saudischen Verein Al-Hilal in den Armen. Als ob sie die 30.000 politischen Gefangenen extra demütigen wollten, amüsierten sich die Bayern-Fußballer sichtlich und lobten ihre Gastgeber wo sie nur konnten.

Es liegt keine Ehre darin, ein Testspiel in Riad durchzuführen, wenn sozusagen neben dem Stadion dem Blogger Badawi mit 1000 Peitschenhieben die Haut vom Rücken gezogen wird. Dem Verein wäre es ein Leichtes gewesen auf die Gagen zu verzichten und ein starkes Signal für Demokratie und Menschenrechte zu setzen. Es ist sehr bedauerlich, dass diese Gelegenheit ausgelassen wurde. Und wir sehen leider wieder: Im Profisport schlägt Geld jede Moral.

Aber so ist das wohl in Bayern und insbesondere im FC Bayern. Dort wo der kriminelle Honeß bejubelt wird.
 Moral und Anstand haben sich dem Mammon unterzuordnen.

Ist es vertretbar, deutsche Panzer nach Saudi-Arabien zu liefern? Mit dieser Frage schlägt sich die Politik seit Jahren herum, in ihr bündeln sich all die widerstrebenden Interessen politischen Handelns: Wirtschafts- und Sicherheitsfragen auf der einen Seite, moralische Erwägungen auf der anderen. Der FC Bayern München, Deutschlands berühmtester Fußballklub, hat am Wochenende ein Flugzeug voll mit Fußballprofis nach Saudi-Arabien geliefert: für ein lukrativ vergütetes Freundschaftsspiel in Riad gegen den Klub Al-Hilal. […]
Auch hinter der Fußball-Reise ins autokratische Königreich stehen wirtschaftliche Interessen – die des Bayern-Sponsors Volkswagen, für den es offenbar nachrangig ist, dass Frauen in Saudi-Arabien weder ins Stadion noch hinters Steuer dürfen. VW verkauft seine Autos dann eben einfach den Männern. […] Dass der Sport nicht per se moralischer ist als andere Wirtschaftszweige, hat man schon gut bei den Winterspielen in Sotschi beobachten können, wo das von dem Deutschen Thomas Bach geleitete Internationale Olympische Komitee sich Wladimir Putin zu Füßen warf – während etwa der Umweltaktivist Jewgenij Witischko zu Lagerhaft verurteilt wurde, weil er gegen das Sportfest protestiert hatte. Der Sport verdient einen Haufen Geld mit der Vermarktung des Fairplay-Gedankens, wirft ihn aber rasch über Bord, wenn es ohne Fairplay mehr zu verdienen gibt.  […] In Saudi-Arabien dürfen Juden gar nicht erst einreisen. Bei den Menschenrechten sieht es düster aus. […] Und was sagte Bayern-Trainer Pep Guardiola in Riad zu diesem Land? „Es ist eine Ehre, hier zu sein.“
[…] Die Bayern sind halt überall dabei – wo es sich lohnt.
(Claudio Catuogno, SZ vom 21.01.2015)

Dienstag, 20. Januar 2015

Ich bin beruhigt.


Der Niedergang des deutschen Protestantismus ist vermutlich unaufhaltsam.
Der Grund ist, daß es einfach keine sympathischen Führungspersönlichkeiten in der EKD gibt.
Die Laien werden von Politikern dominiert, die sich aus dem unsympathischsten Bodensatz ihrer jeweiligen Parteien rekrutieren: Volker Kauder, Hermann Gröhe, Günther Beckstein, Kathrin Göring-Kirchentag, Irmgard Schwätzer (FDP), Christoph Matschie (SPD), Kerstin Griese (SPD), Josef Philip Winkler (Grüne), Pascal Kober (FDP) oder Stefan Ruppert (FDP) sind die schlimmen Namen.

Bei den Theologen der EKD sieht es sogar noch düsterer aus: Huber, Schneider, Käßmann, Bedford-Strohm oder gar Petra Bahr heißen die Menschenschrecker, die meistens in die Talkshows geschickt werden.
Kein Wunder, daß die Gläubigen schneller aus der EKD flüchten als aus der zölibatären Kinderficker-RKK.

[….] Die Evangelische Kirche im Rheinland (EKiR) reduziert ihr geistliches Personal. Die Zahl der derzeit 1900 verbeamteten Pfarrerinnen und Pfarrer soll bis zum Jahr 2030 auf 1000 sinken.
[….] Dies beschloss die bis Freitag im rheinland-pfälzischen Bad Neuenahr tagende Landessynode der zweitgrößten Landeskirche der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD).
Damit zieht die Synode neben finanziellen auch strukturelle Konsequenzen daraus, dass die Zahl der Kirchenmitglieder aufgrund von Demografie und Kirchenaustritten sinkt. [….] Einmütig stimmte die Synode auch für eine Aufstockung der Umlage für die Pensionsversorgung der Kirchenbeamten und deren Witwen - von 22 auf 24 Prozent der frei verfügbaren Kirchensteuereinnahmen.[….]

Bei den Katholischen Kollegen hatte ich hingegen zwischenzeitlich ernsthaft Sorge, die Mitgliederzahlen könnten wieder anziehen, da 99% aller deutschen Medien eine massive Papst-Franz-Werbekampagne fahren und der Mann trotz völliger Tatenlosigkeit mit hymnischen Lobpreisungen überhäuft wird.

So ein Hype könnte eigentlich verfangen beim irrlichternden deutschen Pöbel.
Womöglich muß es aber bei der Konjunktiv-Formulierung bleiben.
So richtig zündet der Bergoglio-Funke noch nicht an der Basis.
Offenbar merkt man im niederen Katholo-Fußvolk durchaus, daß Rom sehr viel heiße Luft und schöne PR produziert, daß sich aber letztendlich doch nichts ändert.
Die Kirche sitzt auf ihren gewaltigen Milliarden-Bergen und weigert sich den Wünschen der Geschiedenen, Schwulen, ledig Poppenden oder gar Frauen entgegen zu kommen. Weiber bleiben in Franzels 1,2-Milliarden-Mann-Organisation nur zweitklassig; nicht würdig ein geistliches Amt zu bekleiden.


Wenn ich mich nicht sehr täusche, scheint außerdem bereits die Lübke-Phase des Pontifikats eingeleitet zu werden.
Bergoglio ist zwar irgendwie lustiger als der quälend öde monotonisierende Ratzinger, aber dafür haut er auch ständig irgendwas raus, bei dem sich die Zehennägel hochbiegen.


Innerhalb von 24 Stunden verkündete er zuletzt sein Verständnis für die Mordattacken auf Charlie Hebdo und schoß dann auch noch hinterher, wann er zum Faustrecht greife. Einmal in Fahrt bezichtigte er in schönster Ratzinger-Manier auch noch die Homosexuellen die Zerstörung der Familien zu bewirken.

Der Knoten zum Gaga scheint bei Gogo endgültig aufgegangen zu sein.

Als er Manila gen Rom verließ, drückte er den sechs Millionen Menschen bei seinem Mega-Abschiedsgottesdienst noch rein, sie sollten gefälligst nicht so viel ficken wie die Karnickel.
Drei Blagen pro Ehepaar wären auch genug und wie man poppt ohne immer gleich einen neuen Braten in die Röhre zu stopfen, wisse die Kirche schon lange.
Der Mann weiß Bescheid.

Das Oberhaupt der Katholiken sagte am Montag auf dem Rückflug von den Philippinen, er stehe im Einklang mit der ablehnenden Haltung der Kirche zur Verhütung. Das bedeute aber nicht, dass Christen „ein Kind nach dem anderen“ bekommen sollten. Gott habe den Menschen die Mittel gegeben, verantwortungsbewusst zu handeln. „Manche glauben - und entschuldigen Sie den Ausdruck -, um gute Katholiken zu sein, müssten sie sich wie die Karnickel vermehren“, so der Papst mit Bezug auf das Verbot von Verhütungsmitteln in der katholischen Kirche. […]

Und weil er so schön in Fahrt war, gab er auch noch ein Lekkerli für Freundin Kuby, indem er als Unfehlbarer die „Gender-Ideologie“ bei der „Hitler-Jugend“ verortete.
Also Mädels; sofort zurück an den Herd und werft Eure akademischen Pläne in den Müll.

[….] Papst Franziskus hat sich gegen ein Aufzwingen der Gender-Theorie durch westliche Geldgeber in Entwicklungsländern gewandt. Wenn finanzielle Hilfe an Bedingungen geknüpft werde, etwa die Lehre der Gender-Theorie in den Schulen, verlören diese Völker ihre Identität, sagte er bei einer Pressekonferenz während seines Rückflugs von den Philippinen nach Rom.
[….] Es gebe eine «ideologische Kolonisation» durch bestimmte Mächte, so der Papst. Sie strebten aus seiner Sicht eine völlige Gleichheit aller Kulturen an. Globalisierung sei zwar notwendig, müsse aber die Freiheit der Völker in all ihren Lebensbereichen beachten. Wörtlich sagte der Heilige Vater: ""Dasselbe haben die Diktaturen im letzten Jahrhundert gemacht. Sie sind mit ihrer Doktrin gekommen, denkt an die Hitlerjugend. Sie haben das Volk kolonisiert." [….]

Die Einschläge kommen näher.
Wird Bergoglio senil?

Gut für uns. Je mehr Unsinn er von sich gibt, desto mehr wird das Fußvolk in die Standesämter getrieben, um die Kirchenaustrittspapiere zu verlangen.

Montag, 19. Januar 2015

Fahimi mit Klartext

Was macht eigentlich ein Generalsekretär? Ist das eher ein Sekretär, oder mehr ein General?
Üblicherweise ist ein Generalsekretär ein recht hohes Tier, kurz unter dem Chef einer großen Organisation angesiedelt.
Generalsekretäre in politischen Systemen können aber auch selbst die alleinige Spitze sein; so wie die KPdSU-Generalsekretäre, der UN-Generalsekretär Ban Ki-Moon, Xi Jinping (Generalsekretär der Kommunistischen Partei Chinas), Kim Jong-un, Nguyễn Phú Trọng (Generalsekretär der Kommunistischen Partei Vietnams), Choummaly Sayasone (Generalsekretär der laotischen Revolutionären Volkspartei) oder Raúl Castro.

Bei Deutschen Parteien haben Generalsekretäre den Parteiapparat zu leiten, Wahlkämpfe zu organisieren, die Parteiprogrammatik zu entwickeln und gleichzeitig Wadenbeißer zu sein, die den politischen Gegner in die Schranken weisen und die eigenen Standpunkte pointiert dem Wähler vermitteln.
Das waren einmal sehr wichtige Posten. Natürlich können Parteigeneräle nur dann dynamisch schalten und walten, wenn der Vorsitzende stark und selbstbewußt genug ist, um nicht verdrängt zu werden.

Helmut Kohl duldete einst noch selbstständige Denker und strategische Planer wie Kurt Biedenkopf und Heiner Geißler.
Seit Merkel Chefin ist, fungieren sehr kleine Leuchten eher als Parteiverwalter: Ruprecht Polenz, Laurenz Meyer, Volker Kauder, Ronald Pofalla, Hermann Gröhe und Peter Tauber.

Es gab auch durchaus interessante und konstruktive FDP-Generäle; Karl-Hermann Flach, Günter Verheugen oder Cornelia Schmalz-Jacobsen zum Beispiel.
Aber irgendwann kamen nur noch Vollpfeifen.
 Nach der aktuellen Wahlkampfchefin Nicola Beer müssen vermutlich 99% der Deutschen erst mal googeln, weil sie so eine politische Null ist, daß noch niemand den Namen gehört hat. Aber damit passt sie ja zu ihren Vorgängern wie Werner Hoyer, Cornelia Pieper, Dirk Niebel oder Patrick Döring.

Die folgende Generalsekretär-Liste kommentiere ich lieber nicht, weil ich mich sonst strafbar mache:

Franz Josef Strauß | Josef Brunner | Heinz Lechmann | Friedrich Zimmermann | Anton Jaumann | Max Streibl | Gerold Tandler | Edmund Stoiber | Otto Wiesheu | Gerold Tandler | Erwin Huber | Bernd Protzner | Thomas Goppel | Markus Söder | Christine Haderthauer | Karl-Theodor zu Guttenberg | Alexander Dobrindt | Andreas Scheuer.

Die Sozis hatten von allen Altparteien am längsten selbst denkende, strategisch fähige Generalsekretäre. Da sind eine Menge gute Namen auf der Liste.

Hans-Jürgen Wischnewski, Holger Börner, Egon Bahr, Peter Glotz, Anke Fuchs, Günter Verheugen, Franz Müntefering und Olaf Scholz.
Aber mit Benneter und Heil zog auch in der SPD die C-Klasse in das Generalsekretärsamt, bevor es dann 2009 zum GAU kam und die frömmelnde Verwirrte Andrea Nahles vier Jahre lang die Mitglieder aus der Partei trieb.
Die heutige Arbeitsministerin hatte echt ein Händchen, das mich bis heute beeindruckt: Was sie anfasste, ritt sie sofort knietief in die Scheiße.
Man erinnere sich an ihr totales Scheitern beim versuchten Sarrazin-Parteiausschluss, ihr bockiges Verbot einer säkularen AG innerhalb der SPD oder das verblödete Wahlkampfmotto „Das wir entscheidet“ – welches sie ausgerechnet bei einer ausbeuterischen Zeitarbeitsfirma gestohlen hatte.
Schlimmer als Nahles geht einfach nicht; da kann sich die unerfahrene Nachfolgerin Yasmin Fahimi noch so große Mühe geben.
Nach über einem Jahr im Amt ist Fahimi der politisch indolenten Masse nach wie vor unbekannt und fiel höchstens durch ihre Unauffälligkeit auf. Dem demoskopischen Debakel ihrer Partei weiß die SPD-Generalsekretärin nichts entgegenzusetzen und nimmt stoisch den Schlingerkurs der Minister Nahles und Gabriel hin.

Manchmal sagt sie allerdings auch Dinge, die mutig und gut sind. Nicht, daß das in der Öffentlichkeit bemerkt worden wäre, oder daß ihre Partei daraus irgendwelche Konsequenzen gezogen hätte, aber immerhin äußerte sie unmissverständlich ihre Kritik an xenophoben Strategien der beiden Koalitionspartner CDU und CSU.
Und Xenophobie ist ja „in“.
Dieses Kultivieren der eigenen Vorurteile, diese untermenschliche Treten nach Schwächeren führt in der öffentlichen Diskussion nicht etwa zu einer automatischen Solidarisierung mit den Schwachen und Getretenen, sondern man geht voller Verständnis auf die Täter zu. Ihr Hass macht sie so sympathisch, daß vorne weg die dümmste Bischöfin der Welt, Margot Käßmann, mit den Peginsen reden will.
Wenn sie Zeit hat. Zunächst einmal muß sie ja noch mit den Taliban beten, um Afghanistan in ein Paradies umzuwandeln und anschließend plant sie bekanntlich eine Sitzblockade, um den IS niederzuringen.
Aber dann, ganz bald, wenn das erledigt ist, nimmt sie sich Pegida an.

Mit den Hassfanatikern will sie auch reden. Da werden ja nur ein paar Ausländer vertrieben oder eben in Dresden abgemurxt. Macht nichts. Aber, wenn Gott beleidigt wird, das findet sie auch doof.

Mir scheint, dass Menschen bei "Pegida"-Demonstrationen mitlaufen, die gar nicht unbedingt ausländerfeindlich sind zuallererst, sondern irgendwie unzufrieden. Und ich denke, mit diesen Menschen müssen wir in einen Dialog kommen und sagen: "Lasst euch nicht mit Neonazis ein."
 Manchmal - muss ich offen sagen - frage ich mich, warum Satiriker unbedingt religiöse Gefühle verletzen wollen. Warum, was ist das Ziel? Als Christin sage ich, wir können eigentlich keinen Blasphemieprozess führen, weil die schwerste Beleidigung Gottes selbst das Kreuz ist. Gott, gekreuzigt, leidend, am Kreuz gestorben, unter der satirisch gemeinten Unterschrift "Jesus von Nazareth, König der Juden". Schlimmer kann man Gott nicht beleidigen.

Bemerkenswerte Äußerungen der Hohlhirnigen.
Die Dummheit und Naivität ihrer Sätze ist zwar auf dem üblichen Keller-Niveau, also wenig überraschend. Aber sie zeigt hier auch ihre Hartherzigkeit und Mitleidlosigkeit, indem sie keinen Gedanken an diejenigen verschwendet, gegen die sich die Peginesen zusammenrotten. Vertriebene, in Deutschland ermordete Asylbewerber, Familien in Angst.
Mit denen will Käßmann nicht reden; aber dafür mit denen, die sie angreifen.

Ich will die Mauer zurück.

[….]  Hinter den Parolen von PEGIDA versteckt sich nichts als pure Fremdenfeindlichkeit und ordinärer Rassismus. Das werden nicht zuletzt Menschen zu spüren bekommen, die gerade den Infernos der Bürgerkriege auf dieser Welt entronnen sind. Dass die Situation in Syrien und dem Irak benutzt wird, um in Dresden Rassismus zu schüren, ist besonders absurd: Viele der hier lebenden Flüchtlinge sind der islamistischen Gewalt gerade entkommen. Wer sie zur salafistischen Gefahr erklärt, beweist neben seinem dumpfen Rassismus vor allem seine Gemeinheit. Die Initiatoren nutzen bewusst eine schon seit Jahren durch die Politik und einzelne Medien geschürte Angst vor „Überfremdung“. „Gegen Islamisierung“ ist nur eine Chiffre für „Ausländer raus.“
Dass ihr Anliegen genau so zu verstehen ist, zeigt die ganz offensichtliche Beteiligung von Neonazis an den Demonstrationen. Sie wird bewusst toleriert. Man muss es ganz klar sagen: Alle, die sich an diesen Demonstrationen beteiligen – so sehr sie auch ihre Friedfertigkeit betonen mögen – helfen mit, ein Klima der Ausgrenzung zu erzeugen. Aus den 1990er Jahren wissen wir, dass es von dort bis zu rassistischen Gewalttaten nur noch ein kleiner Schritt ist. Den Angriffen auf Flüchtlingsunterkünfte in Hoyerswerda und Rostock sowie den Brandanschlägen in Mölln und Solingen gingen verbale Angriffe voraus. Die Übergriffe und Gewalttaten finden dann statt, wenn die Mitläufer und Mitläuferinnen längst wieder zu Hause auf dem Sofa sitzen. An ihrer Mitverantwortung ändert das nichts.
Es ist fünf Jahre her, dass in Dresden Marwa El-Sherbini ermordet wurde. Auch ihr Mörder hatte die junge Frau erst verbal als „Islamistin“ und „Terroristin“ angegriffen. Noch im Gerichtssaal hetzte er und bezeichnete Muslime als „nicht beleidigungsfähig“. Heute fühlen sich durch PEGIDA wieder Menschen mit dieser Geisteshaltung zum Handeln ermutigt. Erst vor wenigen Tagen erhielt eine syrische Familie, die mit drei Kindern in Dresden lebt, einen Brief. Drohend heißt es: „Wir wollen Euch hier nicht haben. Macht Euch weg, sonst machen wir es!“ Wer sich – auch schweigend oder verbal – daran beteiligt, nach Schwächeren zu treten, ist auch an Folgen beteiligt. [….]

Was soll ich noch zu den Peginesen sagen, das noch nicht gesagt wäre und das auch nur annähernd meiner Abscheu gerecht wird?


Plapperella Käßmann hat aber so viel Verständnis. Nur eben nicht für die Opfer der peginesischen Attacken. Da ist sie auf Linie mit Teilen der CDU und CSU, mit der AfD und der sächsischen Regierung.
Pegida-Chef Bachmann, der Ausländer in seinen freundlicheren Phasen „Gelumpe“ und „Viehzeug“ nennt, ist in Sachsen so anerkannt, daß ihm die Landeszentrale für politische Bildung sogar kostenlos Räume zur Verfügung stellt. (Nein Jake, das ist kein Witz!)

In Sachsen gibt es nichts, was es nicht gibt (außer Islamisierung): Die dortige Landeszentrale für politische Bildung stellt der rechtspopulistischen PEGIDA-Bewegung Räume für eine (Lügen-)Pressekonferenz bereit.
Zur Bereitstellung von Räumen der Sächsischen Landeszentrale für politische Bildung für die Pressekonferenz der “PEGIDA” erklärt Stefan Schönfelder, Geschäftsführer von Weiterdenken – Heinrich-Böll-Stiftung Sachsen:
“Politische Bildung stärkt die Demokratie” steht als erster Satz in der Selbstbeschreibung des Auftrags der Sächsischen Landeszentrale für politische Bildung (SLpB). Diesen Auftrag haben die Landeszentrale und ihr Direktor in Bezug auf “PEGIDA” aus den Augen verloren.
Demokratie lebt von Kritikfähigkeit. Die Fähigkeit zur einer klaren Analyse und Kritik der Bewegung ist der SLpB offensichtlich verlorengegangen. Sonst wäre klar, dass “PEGIDA” keinen Dialog will, sondern einen aggressiven Monolog aufführt. Sonst wäre klar, dass die montäglichen Mitmarschierenden nicht “Sorgen und Ängste” eint, sondern die chauvinistisch und rassistisch grundierte Ablehnung einer pluralen Gesellschaft.

Erfreulich ist in dieser Angelegenheit nur Justizminister Heiko Maas, der sich immer wieder ganz klar gegen Pegida stellt und auch gegen Pegida demonstrierte. Im Gegensatz zu seiner superfrommen Kollegin Nahles, die ihr religiöses Mitgefühl offenbar nur innerhalb der RKK kultiviert und keinen Finger für die auf deutschen Straßen Drangsalierten rührt.

 […] Nun ist Khaled B. tot. Erstochen im vermeintlich sicheren Deutschland. Sein Freund Hani ist sich inzwischen "zu 99,9 Prozent sicher, dass er von Rechtsradikalen ermordet wurde".
[…] Feindlich sei das Klima in Dresden, sagt Hani, besonders im Neubaugebiet an der Johannes-Paul-Thilmann-Straße. Es habe Bedrohungen gegeben, die Afrikaner seien angespuckt worden, man habe mit Flaschen geworfen, erzählen die Mitbewohner von Khaled B.  An der Tür zur Wohnung fanden sich eines Tages zwei Hakenkreuze, mit denen die Eritreer zunächst gar nichts anfangen konnten. Sie kannten die Symbole nicht. Die Arbeiterwohlfahrt, die die Männer betreute, berichtet von Tritten gegen die Tür. Hani sagt, dies sei häufiger vorgekommen. Auch ihre Fahrräder seien geklaut worden.
[…] Der Tod von Khaled B. verunsichert nicht nur die Mitbewohner. "Wir haben im Moment keine schöne Zeit hier in Dresden", sagt Ali Moradi. "Wir", das sind Migranten, Asylbewerber und Moslems. Moradi, ein freundlicher Mann mit leichtem Akzent, hilft anderen Neuankömmlingen, sich in der Stadt und dem Behördendschungel zurechtzufinden. Er sagt: "Teilweise trauen sich Muslima nicht mehr Kopftuch zu tragen, sie bedecken ihr Haar lieber mit Wintermützen."
[…] Montag ist Pegida-Tag in Dresden. So viel wissen Vater Essam R., seine Tochter Abrar, 11, und Sohn Assid, 12. Seit einigen Wochen fehlen die Kinder deshalb montags in der Schule - überhaupt gehen sie am Wochenanfang nicht mehr vor die Tür. Die Familie mit insgesamt fünf Kindern ist 2011 aus dem libyschen Bürgerkrieg nach Deutschland geflohen. Mehr als drei Jahre wohnen sie in Dresden.
So wie jetzt haben sie ihre Stadt noch nie erlebt: "Die Leute waren früher sehr nett, haben Türen aufgehalten und geholfen, wo es geht", sagt Essam. Und jetzt? "Die Augen sind kalt geworden", sagt Tochter Abrar. "Und die Herzen", schiebt der Vater nach. Inzwischen komme die Mutter immer wieder weinend nach Hause. Fremde stellten sich vor die Tram-Türen und ließen sie mit dem Kinderwagen nicht einsteigen. Sie geht nur noch auf die Straße, um die Kleinsten in die Kita zu bringen.
[…] Im Internet bricht sich dieser Rassismus ungefiltert Bahn: Unter Medienberichten über den Tod von Khaled B. und in sozialen Netzwerken pesten mutmaßliche Pegida-Anhänger gegen den Getöteten. "Wärst du halt in Eritrea geblieben", ist noch einer der sachlicheren Kommentare. Vieles grenzt an Volksverhetzung.   Woher kommt dieser Hass? Ali Moradi vom Flüchtlingsrat glaubt: Die Landesregierung trägt eine Mitverantwortung an der vergifteten Stimmung. Im Herbst berief Innenminister Markus Ulbig (CDU) eine Sonderkommission der Polizei ein - sie soll gegen kriminelle Asylbewerber ermitteln. Populismus wie dieser sei es, der Pegida den Boden bereite, glaubt Moradi.

Fahimi hingegen ist so viel besser als Käßmann. Sie legt noch einmal vor wie Peginesen ticken und lehnt einen Dialog mit den braunen Kriminellen ab.
Richtig so!

[…] Berlin - SPD-Generalsekretärin Yasmin Fahimi sieht für die Sozialdemokraten keinen Grund, den Dialog mit den Organisatoren der Anti-Islam-Bewegung Pegida in Dresden zu suchen. "Das wäre ein falsches Zeichen, dort jetzt hinzugehen und das zu unterstützen", sagte sie vor Journalisten in Berlin.
Die sächsische Landeszentrale für politische Bildung hat solche Gesprächsforen mit Pegida-Befürwortern in Dresden initiiert. CDU-Präsidiumsmitglied Jens Spahn will daran teilnehmen, um mit den Bürgern in einen Dialog zu treten.
Sie könne das "wiederaufkeimende Verständnis für die Bewegung und ihre Anhänger" nicht nachvollziehen, sagte Fahimi. Pegida schüre Ressentiments und Hass gegen Muslime und Zuwanderer und versuche, einen Keil in die Gesellschaft zu treiben.
[…] SPD-Politikerin Fahimi kritisierte, dass die sächsische Landeszentrale für politische Bildung ihre Räume den Pegida-Organisatoren für die Pressekonferenz in Dresden zur Verfügung stellte. Das sei Ausdruck einer "besonderen Kultur, die es in Sachsen gibt". […] Fahimi machte zudem einen anonymen, an sie gerichteten Brief öffentlich, dessen Absender sich als "Pegida Magdeburg" ausgab. Sie werde darin als "Frau Ausländerdrecksau" beschimpft, sagte Fahimi. Weiter heiße es darin: "Merke dir, die Fülle solcher verschissenen Ausländer wie du, gefährden das Recht der Deutschen auf Bewahrung ihrer Identität." […]