Mittwoch, 5. Februar 2014

Franz outet sich – Teil III


Hartnäckig versuchen die Spindoktoren der deutschen Redaktionsstuben die Legende vom lieben liberalen Papst Franz zu stricken.
Es gelingt ihnen glücklicherweise immer weniger, da sich auch dieser Papst durch knallharte konservative und menschenrechtsfeindliche Aktionen outet.
Den Abschaum-Kurienerzbischof Müller als Kardinal zu kreieren, nachdem dieser wie kaum ein anderer Bischof die Opfer des sexuellen Missbrauchs demütigt  und jegliche Aufklärung zu verhindern sucht, spricht Bände über das wahre Denken des aktuellen Papstes.
Hätte der Füße-lutschende Bergoglio auch nur einen Funken Anstand und Mitgefühl würde er so einen polemischen Hetzer wie Müller sofort aus dem zweithöchsten Amt der Kurie entfernen und ihn nicht noch befördern.

Die zunehmenden menschenfeindlicheren Regeln einiger afrikanischer Länder werden von den offiziellen römisch-katholischen Hasspredigern ausdrücklich gelobt.

Die katholische Bischofskonferenz in Nigeria lobt die Regierung in höchsten Tönen, weil sie mit einem neuen Gesetz Schwule und Lesben noch gnadenloser jagen lässt als in den vergangenen Jahren.
Die Führung der römisch-katholischen Kirche in Nigeria hat die im Januar von Präsident Goodluck Jonathan unterschriebene Gesetzesverschärfung gegen Homosexuelle begrüßt. In einer Pressemitteilung erklärte die Bischofskonferenz, die verschärfte Verfolgung von Schwulen und Lesben im einwohnerstärksten Land Afrikas sei ein "richtiger Schritt in die richtige Richtung, um die Würde des Menschen zu schützen". Die Kirche lobte ausdrücklich den Präsidenten, der sich dem Druck aus dem westlichen Ausland widersetzt habe.
Das Gesetz bestraft nicht mehr "nur" gleichgeschlechtlichen Sex, sondern verbietet auch Treffen von Homosexuellen, gleichgeschlechtliche Küsse oder die simple Teilnahme an einer Verpartnerungszeremonie oder gleichgeschlechtlichen Eheschließung, egal ob diese in Nigeria oder im Ausland stattfindet. Wer gegen das Gesetz verstößt, kann mit 14 Jahren Haft bestraft werden.

Das ist die Kirche des Papst Franz im Januar 2014.

Einen erneuten Hinweis auf das wahre Wesen der Kinderficker-gnädigen Kurie geben die Reaktionen auf den UN-Bericht zum Umgang der Katholischen Kirche mit den Opfern ihrer Pädosex-Priester.
Von Demut und Einsicht keine Spur – der angeblich so träge Heilige Stuhl, der immer wieder über Jahre und Jahrzehnte die Kindervergewaltiger gewähren ließ, weil er angeblich generell nur sehr langsam arbeitet, kann andererseits von eben auf jetzt äußerst bissig werden, wenn nicht irgendwelche priesterlich penetrierten Kinder, Frauen, Schwule, Aidskranke, Geschiedenen oder Millionen in katholischen Einrichtungen verprügelte Kleinkinder gequält werden, sondern er selbst angegriffen wird.

Die Uno kritisiert die katholische Kirche für ihren Umgang mit Kindern - insbesondere Missbrauch, Vertuschung, Züchtigung. […] Die Vereinten Nationen haben dem Vatikan in ihrem aktuellen Bericht zu Kinderrechten ein schlechtes Zeugnis ausgestellt. Der Kirchenstaat sei vor allem darauf bedacht, sich selbst zu schützen - nicht aber die Kinder in seiner Obhut. Schadensbegrenzung heißt aus Sicht der katholischen Kirche demnach, Schaden von der eigenen Reputation abzuwenden.   Das Uno-Komitee für die Rechte des Kindes hält der Kirche einen weltlichen Spiegel vor. Sein Bericht leistet nicht weniger, als die Doppelmoral der Kirche zu enttarnen. Er zeigt Punkt für Punkt auf, wie die Kirche den Schutz der Schwachen versäumt und sich zur Rechtfertigung hinter Glaubensgrundsätzen verschanzt.
Auf die Veröffentlichung folgte prompt die reflexartige Reaktion aus Rom. Der Bericht, der unter anderem den Umgang der katholischen Kirche mit Homosexualität und Abtreibung anprangert, sei der Versuch eines Eingriffes in die katholische Lehre, hieß es. Tatsächlich legt der Bericht Maßstäbe an, die den katholischen Glaubensgrundsätzen widersprechen. Die Uno setzt die Kinderrechte absolut. Sie sind die Grundlage der Bewertung.   So sehr die katholische Kirche auf ihren Grundsätzen beharrt, so sehr offenbart sich, wie lebensfern einige der Überzeugungen heute anmuten. Der Report der Vereinten Nationen macht deutlich, zu welchen Mitteln die Kirche greift, um die Diskrepanz zwischen Glaubensgrundsätzen und weltlicher Realität zu kaschieren.
[Zehn Punkte prangert der Uno-Bericht an – weiterlesen….]

Wir befinden uns nicht mehr in grauer Vorzeit der antimodernistischen Päpste des frühen 20. Jahrhunderts, sondern schreiben das Jahr 2014.
Selbst der fromme Katholik, der in der SZ für Kirchenthemen zuständig ist, räumt ein, daß der Vatikan keine Milde verdient hat.

Der Bericht ist ein Dokument des Misstrauens, so etwas ist nie ganz fair. Allerdings: Die katholische Kirche hat sich dieses Misstrauen ehrlich erarbeitet - durch langes Vertuschen und Leugnen.

Papst Franziskus ist aber keinen Deut einsichtig, sondern läßt den Überbringer der
Nachricht attackieren.
Besser könnte der Vatikan nicht beweisen, daß seine Opfer immer noch lediglich sehr nachgeordnete Prioritäten haben.

David Bergers Beschreibung der durch und durch perfiden Viktimisierungskampagne der katholischen Kirche ist zutreffend.
Katholiken stilisieren sich als arme Opfer und beklagen mangelnde Religionsfreiheit, wenn sie nicht einmal mehr Homosexuelle diskriminieren dürfen.
Unter Papst Franz gehört auch das Vertuschen der eigenen Kinderfickerei zur Religionsfreiheit.

Nicht nur seine homophoben Ausfälle wie bislang, auch dass er Kindesmissbrauch jahrelang systematisch vertuscht hat (so die UN), fällt inzwischen für den Vatikan also unter sein Recht auf Religionsfreiheit ...
(David Berger auf Facebook 05.02.14)

Daß sich die UNO da einzumischen wagt, treibt die Cortisol- und Adrenalin-Werte der Kurialen auf Rekordwerte.

Der Heilige Stuhl lehnt Einmischung in die Kirchenlehre ab, wie er nach einem vernichtenden UN-Bericht erklärt. Darin wird der Vatikan unter anderem für den Missbrauch in der Kirche gerügt.
Der Vatikan hat die Kritik des UN-Ausschusses für die Rechte des Kindes am Umgang mit Missbrauchsfällen in der katholischen Kirche scharf zurückgewiesen. [….]  In dem Bericht über sexuellen Missbrauch in der Kirche heißt es, die Kirche unternehme trotz entsprechender Zusagen nach wie vor nicht genug gegen sexuellen Missbrauch von Kindern durch Geistliche und Kirchenmitarbeiter.
[….] Die UN forderten den Vatikan auf, die Empfehlungen umzusetzen und bis 2017 einen Bericht darüber abzuliefern. […]

Diese UNO aber auch! Wo kämen wir hin, wenn Religionen noch nicht mal mehr ungestraft Kinder quälen und Minderheiten diskriminieren dürften!
Auch der Bundestag hatte in der Frage der Penisverstümmelung klar zu Ungunsten des Kindeswohls entschieden und klargestellt, daß es dem Gesetzgeber völlig egal ist, wenn immer mal wieder Kinder bei Beschneidungen für immer impotent werden, den Penis verlieren oder gar sterben. Wichtiger ist den Hardcore-Religioten Thierse, Nahles und Co die sadistischen Regeln der Genesis zu befolgen – so der religionspolitische Sprecher der Grünen und mehrfach überführte Lügner Volker Beck.

Nein, Kinder zu quälen wollen die Religioten in Rom weiterhin als ihr Privileg behandeln und denken gar nicht daran darüber Auskunft zu erteilen, nur weil irgendwelche irdischen Gesetze dies vorsehen.

Scharfe Kritik von den UN: Die Katholische Kirche solle endlich Akten zu Missbrauchsfällen herausgeben. Christian Pfeiffer hat selbst vergeblich nach Akten gefragt - nun fordert der Forscher im DW-Interview Klarheit.

DW: Herr Pfeiffer, die Vereinten Nationen haben den Vatikan wegen Tausender Fälle von sexuellem Kindesmissbrauch aufgefordert, sich von überführten oder verdächtigen Priestern zu trennen. Was halten Sie von dieser Initiative der UN und wie realistisch ist es, dass sie Erfolg hat?

Christian Pfeiffer: Ich denke, die Vereinten Nationen haben recht. Wir konnten bei der von uns begonnenen und dann später abgebrochenen Forschung klar feststellen, dass in früheren Jahren, also in den 1950er, 60er, 70er Jahren offenkundig viele Priester weiter arbeiten durften mit veränderten Arbeitsinhalten. Sie wurden versetzt, aber sie wurden nicht unbedingt immer bestraft. [….]  Das mit uns angelegte Forschungsprojekt sollte sämtliche Fälle des Missbrauchs von 1945 bis zur Gegenwart analysieren. Aber dann mussten wir selber bald feststellen, dass dem schon dadurch Grenzen gesetzt waren, dass in vielen Fällen die Akten gar nicht mehr die unzerstörten ursprünglichen Inhalte hatten. Da war viel vernichtet worden und es gab leider keine Transparenz, in welchem Ausmaß uns denn überhaupt noch Akten für die Forschung zur Verfügung stehen werden, die eine lückenlose Aufklärung ermöglichen.
Als wir das dann angemahnt haben, kam die Kündigung. [….]   Wir haben nie Transparenz darüber bekommen, in welchem Ausmaß das stattgefunden hat, welche Chancen Forschungsaufklärung noch hat. Ich bin sicher, unsere Nachfolger werden das einfordern und auch erhalten und erst dann wird es möglich sein, zu sagen: Wir sind in der Lage lückenlos rückwärts aufzuklären. Erst dann ließe sich feststellen, wie viele Priester, obwohl sie eine massive Straftat begangen hatten, im Amt bleiben konnten und oft dann an einem anderen Ort, falls man sie versetzt hat, erneut Missbräuche begangen haben. [….] Niemand kann die Kirche zwingen, bestimmte Dinge zu tun oder zu unterlassen. [….]  

Da es mir schwerfällt das moralische Totalversagen der alten Männern in den bunten Kleidern zu beschreiben, klaue ich mir heute abschließend eine Bewertung von Facebook.


David Farago:
Eben in der ARD: Der Vatikan warnt die UN, sie würde übertreiben?
Meine lieben Ganzjahreskarnevalisten, Euer Versagen und Eure Verbrechen wurden durch die UN noch nicht mal deutlich genug aufgelistet! Das würde 1700 Jahre dauern! Schon im dritten Jahrhundert gab es nachweißlich Kindesmissbrauch und das ist das Gründungsjahr Eures Finanzkonzerns! Was danach bis heute von Euch verbrochen wurde, könnt ihr gerne im Lebenswerk von Karlheinz Deschner nachlesen! Seit Eurer Gründung zieht Ihr mordend und missbrauchend durch die Länder dieser Erde! Bis heute hebt Ihr Euch selbst über das Gesetz! Und das lasst Ihr Euch noch mit Milliarden öffentlicher Gelder belohnen! Schämt Euch, Ihr Verbrecher!

Dienstag, 4. Februar 2014

Konservative Personalauswahlkriterien.



Wenn parteiintern Konzepte erarbeitet werden und Arbeitsgruppen eingesetzt werden, kann es durchaus vorkommen, daß tatsächlich diejenigen, die sich am besten mit der Materie auskennen zum Zug kommen.

Müssen hingegen Ministerjobs besetzt werden, spielen Proporz und öffentliche Beliebtheit die entscheidende Rolle.

Statt eines profilierten Umweltpolitikers wie Ulrich Kelber, Ute Vogt, Michael Müller oder Ernst Ulrich Michael Freiherr von Weizsäcker nominierte die SPD die durchaus sympathische Barbara Hendricks für den Posten.
Mit Umweltthemen hatte sie sich zwar bisher noch nie beschäftigt, aber dafür kommt sie aus NRW und hatte lange auf dem ungeliebten Posten des Bundesschatzmeisters gehockt (und somit eine Belohnung verdient). Ihre wichtigste Qualifikation war es allerdings keinen Penis zu haben, da Gabriel mit Steinmeier, Maas und Oppermann schon das Männerquorum voll ausgefüllt hatte.

Das Penisproblem traf am härtesten Prof. Dr. Dr. Karl Lauterbach, den profiliertesten Gesundheitspolitiker dieser Republik.
Kein Ministerium ist so kompliziert wie das Gesundheitsministerium, weil nirgendwo ein derartiges Netzwerk aus finanziellen Interessen und fest verankerten Lobbyisten besteht. Wer weswegen und mit welche Interessen welche Strippen zieht, ist kaum noch auszumachen. Statt nun auf diesen Schleudersitz einen Mann zu setzen, der auch in anderen Parteien als derjenige anerkannt wird, der sich am allerbesten mit dem Pharma-Sumpf auskennt, bedachte Gabriel ihn nicht. Dabei gehört Lauterbach sogar dem richtigen Landesverband an. Nämlich der postengeilen NRW-Gruppe, die ob ihrer Größe und des extremen Übergewichts von Niedersachsen im SPD-Führungspersonal nach Ausgleich lechzte. Aber der blöde Penis machte es unmöglich.
Gabriel verzichtete stattdessen auf den Gesundheitsministerposten, um Hendricks ein Amt zuschieben zu können. Nun ist der fromme Hermann Gröhe Gesundheitsminister.
Er hat zwar nicht den blassesten Schimmer von der Materie, weil er sich noch nie mit Gesundheitspolitik beschäftigt hatte, aber dafür diente der Rechtsanwalt Merkel vier Jahre lang als Watschenmann, so daß er sich eine Belohnung verdient hatte.

Bei den Konservativen spielt fachliche Eignung ohnehin nie eine Rolle. Im Gegenteil, man hat das Gefühl, daß stets der am wenigsten Geeignete gesucht wird.
Man erinnert sich an Gerda Hasselfeld, die eines Tages völlig überraschend Bauministerin wurde und nach einiger Zeit den Job hinwarf, weil sie nicht die geringste Ahnung davon hatte.
Ähnlich lief es mit Michel Glos, der den Job des Wirtschaftsministers keinesfalls haben wollte und mangels Interesse und Fachwissen wie erwartet grandios scheiterte, so daß er schließlich entnervt aufgab.
Franz-Josef Jung wurde nur deswegen Sozialminister, weil Merkel ein U-Boot Roland Kochs unterbringen mußte. Jung war genau wie seine Nachfolgerin als Hessen-Agentin Schröder eine absolute Fehlbesetzung in seinem Ministerium.
Wieso der phlegmatische braune Dussel Friedrich Innenminister wurde, bleibt ebenso für alle Zeiten ein Geheimnis, wie die Berufung von der Leyens zur Kriegsministerin oder der Aufstieg des Vergewaltigers der englischen Sprache Doofbrindt zum Internetminister.

Bernd Neumann, das Bremer Fossil, welches noch mit der Schreibmaschine schreibt, wurde von der Kanzlerin zu ihrem Staatsminister für „Neue Medien“ ernannt.
Man erinnert sich an das Räsonieren des ehemaligen Merkel’schen Fachmannes über die Frage wann „das Internet voll ist“.

Großplagiator von und zu Guttenberg, der sowohl seine Dissertation, als auch Vorträge über Außenpolitik aus dem Internet zusammen kopiert hatte, ohne die Quellen zu nennen und sich um Urheberrecht zu scheren wurde gar zum „Internetbeauftragten der EU“ ernannt. Daß er auch in dieser Funktion völlig versagte und rein gar nichts erreichte, muß kaum noch erwähnt werden.

In so einer Qualifikationsaufstellung darf natürlich auch Otto Wiesheu nicht fehlen.

Endlich habe ich wieder einen Vorwand eine meiner absoluten Lieblings-Politgeschichten zu erzählen.
 Habe ich auch erst zwei Dutzend mal in diesem Blog erwähnt. Nun ist es wieder mal soweit.

Der damalige CSU-Generalsekretär Otto Wiesheu säuft sich zu bis Oberkante Unterkiefer, steigt ins Auto, fährt am 29.10.1983 eine Frau TOT und verletzt eine weitere Person lebensgefährlich, begeht Fahrerflucht und wird dann nicht nur NICHT eingesperrt, sondern wird von Stoiber zum Verkehrsminister ernannt.
VERKEHRSMINISTER - ausgerechnet!
Ein kleiner Klaps mit DM 20.000 Geldstrafe reicht wohl für einen CSU-Granden.
Stattdessen gab es reichlich Ehrungen; u.a. mit dem Bundesverdienstkreuz und dem Bayerischen Verdienstorden.
Mehr als zwölf Jahre lang war er Superminister für Wirtschaft, Infrastruktur, Verkehr und Technologie.
Am 1. Januar 2006 stieg der CSU-Killer weiter auf - schließlich werden Christsoziale von ihren Spezis gerne mit fett dotierten Pöstchen zum Ende ihrer Laufbahn bedacht.
So saß Wiesheu als Bahn-Vorstand kuschelnderweise neben Mehdorn und mußte mit mageren 1,65 Mio Euro im Jahr = € 138.000 monatlich zurecht kommen.

Lustig auch die fromme Annette Schavan, die bei ihrer Doktorarbeit schummelte und nach Entzug des Titels über gar keinen akademischen Titel mehr verfügte, weil sie einst eine Direktpromotion ohne Magisterarbeit durchgeführt hatte. Mit dieser Arbeitsauffassung stieg sie zur deutschen Wissenschaftsministerin auf und wurde gar NACH DEM AUFFLIEGEN ihres Plagiats im Oktober 2013 zum Entsetzen des Hochschulverbandes und der Unimitarbeiter in den Hochschulrat der Universität München berufen. „Schummelt, lügt und ihr werdet belohnt“ heißt nun das neue Motto der LMU.

„Die Berufung von Frau Schavan in ein bedeutendes Leitungsamt einer Exzellenzuniversität widerspricht dem akademischen Comment und ist ein Affront gegenüber den Kollegen der Universität Düsseldorf“, schreibt der Deutsche Hochschulverband (DHV) in einer Stellungnahme. Führende Positionen in der Wissenschaft könnten „nur diejenigen übernehmen, deren akademische Integrität außer Zweifel ist“.

Als treue Freundin der Kanzlerin kann sich Schavan erlauben dreist zu sein und wurde nun auch noch mit ihrem Traumposten als deutsche Vatikanbotschafterin belohnt.

Ein Extremfall von Bock-zu-Gärtner-Beförderung war die Einsetzung Gerald Hennenhöfers ausgerechnet im Bundesumweltministerium. Welche Dreistheit.

Hennenhöfer kennt Ihr nicht? Macht nichts, erklär‘ ich Euch:
Ein bißchen hatte Röttgen im Vorfeld aber doch an der Laufzeitverlängerung der Uralt-Atomkraftwerke „mitgewirkt“ indem er Wolfgang Renneberg, Atomexperte und 2005-2009 Abteilungsleiter für Reaktorsicherheit im Umweltministerium feuerte.
Er fand eine tolle Alternative für Renneberg.

Umweltminister Röttgen berief mit Gerald Hennenhöfer einen fanatischen Atomlobbyisten zum Chef für die Reaktorsicherheit.
Hennenhöfer war schon 1994 bis 1998 der engste Mitarbeiter einer gewissen Ministerin namens Merkel, als die warnenden Gutachten zu Atommüllendlagern so gefälscht wurden, daß die vollkommen ungeeignete Anlagen zur Freude der Atomlobby zu tickenden Zeitbomben auf Milliardenkosten des Steuerzahlers verkamen.
Merkels Nachfolger Jürgen Trittin tat das einzig Richtige - er feuerte Hennenhöfer auf der Stelle.
Merkels persönlicher Atomwahrheitsmanipulator fiel allerdings weich und wurde Generalbevollmächtigter für Wirtschaftspolitik beim Münchner Energiekonzern Viag, der im Jahr 2000 mit der Veba zum Stromriesen Eon verschmolz.
Als Anwalt verteidigte der Atommafiosi das Helmholtz-Zentrum München (Betreiberin des umstrittenen Versuchsendlagers Asse II) gegen Bürgerinitiativen.

Offensichtlich handelt es sich bei dieser Personalie auch schlicht und ergreifend um einen Witz - ich weiß gar nicht, was sich die Opposition so aufregt.

„Das ist fahrlässig und abenteuerlich”, giftete [...] Röttgens Vorgänger und SPD-Chef Sigmar Gabriel. Durch die Ernennung des „Lobbyisten der Atomwirtschaft” sei die „freundliche Maske” Röttgens gefallen. Grünen-Fraktionsvize Bärbel Höhn schimpfte: „Mit der Ernennung eines Atomlobbyisten zum Verantwortlichen für Reaktorsicherheit macht Röttgen den Bock zum Gärtner.” Tobias Münchmeyer, Atom-Experte bei Greenpeace, bezeichnete Hennenhöfer als „altbekannten Atom-Hardliner”. Ihn zum obersten Strahlenschützer zu machen sei, als „hätte man Manfred Kanther zum Integrationsbeauftragten der Bundesregierung ernannt”.

Bei dreisten Beförderungen darf auch der Name Otto Graf Lambsdorff nicht fehlen.

Die FDP ist die Partei, die den verurteilten Steuerhinterzieher Otto Graf Lambsdorff nachdem er vorbestraft war zum Vorsitzenden erkor.
Otto Friedrich Wilhelm Freiherr von der Wenge Graf von Lambsdorff wurde 1987 im Zusammenhang mit der Flick-Affäre wegen Steuerhinterziehung zu einer Geldstrafe verurteilt.

Von 1988 bis 1993 war er Bundesvorsitzender und seit 1993 Ehrenvorsitzender der FDP. Von 1991 bis 1994 war Lambsdorff Präsident der Liberalen Internationale. Von 1995 bis 2006 war er Vorsitzender des Vorstandes der Friedrich-Naumann-Stiftung.
(Wiki)

Daß einer der Allgemeinheit Geld stiehlt stört offenbar in schwarzgelben Kreisen wenig
Auch Roland Koch blieb im Amt. 

Unfassbar frech war auch das Wirken des mehrfachen Pleitiers und stets unseriös handelnden Andreas Wankum als CDU-Schatzmeister in Hamburg.

Heute wieder groß in allen Zeitungen:
Der windige Pleitier Andreas Wankum!
Wankum, mit dem kein Mensch ein zweites mal geschäftlich zu tun haben wollte - davon können insbesondere die geprellten Käufer von Wohnungen seiner Firma Deuteron ein Lied singen.
Der Mann mit den Freunden in der Hamburger CDU.
So schob er immer wieder Großprojekte wie den Bau der HSH Nordbank Arena und der Color Line Arena an. Natürlich ging auch dabei nicht alles mit rechten Dingen zu - Wankum betrog, manipulierte und mauschelte soviel es ging.
Unbezahlte Handwerker-Rechnungen in Höhe von mehr als 10 Millionen DM und erhebliche Baumängel führten zu Verzögerungen beim Bau und zu Mehrkosten.
Im Streit mit den schäumenden Abnehmern ging Wankum auch privat pleite.
Im Dezember 2000 hatte Andreas C. Wankum für seine Firma, die Wankum- Deuteron-Gruppe, Insolvenz angemeldet. Ein Gläubiger wollte Geld sehen - regelrecht genötigt gefühlt habe er sich, so Wankum. Der Mann erstattete Anzeige, als Wankum der Forderung nicht nachkam. Die Staatsanwaltschaft Hamburg ermittelte in zwei Fällen gegen Wankum.
Die Verfahren wurden im Jahr 2007 gemäß §170 II StPO (mangels hinreichenden Tatverdachts) endgültig eingestellt.

Obwohl der stellvertretender Ortsvorsitzender des CDU-Ortsverbands Winterhude, inzwischen schon so viele Prozesse und halbseidene Finanzaffären hinter sich hat, daß man als Wähler glatt den Überblick verliert, ist Wankum nach 2004 im Jahr 2008 erneut in die Hamburger Bürgerschaft gewählt worden.
An dem Teflon-Mann bleibt einfach nichts kleben. Die CDU und Beust halten verbissen an Wankum fest; dabei dürfte nicht gerade unerheblich die Tatsache helfen, daß er seit 1992 Schatzmeister der CDU-Nord ist und in den Jahren 1999 bis 2000 parallel Landesschatzmeister der Hamburger Christdemokraten war.

CDU-Finanzen sind bekanntlich immer ein heikles Thema und daß die Hanse-CDU sich für diesen Zweck einen in unzählige Finanzaffären verstrickten Pleitier sucht, spricht Bände.

Andere Stimmen munkeln, daß der halbseidene CDU-Mann nicht nur wegen seines Insiderwissens über die Beust-Partei sakrosankt ist, sondern auch durch sein Engagement in der jüdischen Gemeinde Beißhemmungen auslöst.

Wenn die schwarzen Kassen der CDU getarnt werden, hat man schon vorher mit dem Hinweis auf "Gelder aus jüdischen Vermächtnissen" versucht Staatsanwälten den Eifer zu nehmen.

Von Juni 2003 bis August 2007 war Andreas C. Wankum Vorsitzender der Jüdischen Gemeinde in Hamburg KdöR sowie Mitglied im Direktorium des Zentralrates der Juden in Deutschland.

Die anderen Juden seiner Gemeinde waren es schließlich, die ihn als Chef absetzten, weil er auch in der Funktion großzügig die ihm anvertrauten Gelder in die eigene Tasche wirtschaftete und sich alle weigerten noch einmal mit ihm zusammen zu arbeiten, die ihn kennen gelernt haben.

Was der halbseidene Wankum auf Landesebene darstellt wird nun der CDU-Schatzmeister auf Bundesebene.

CDU-Schatzmeister Linssen hortete Geld in Briefkastenfirma
[…] Der Bundeschatzmeister der CDU, Helmut Linssen, hat jahrelang Geld in einer Briefkastenfirma in Mittelamerika verborgen. Linssen, 71, war von 2005 bis 2010 auch nordrhein-westfälischer Finanzminister. Im August 1997 zahlte er insgesamt 829.322 Mark bei der Bank HSBC Trinkaus&Burkhardt International S.A. in Luxemburg ein. Das zeigen Recherchen des stern.
Mithilfe der Bank packte er das Geld zuerst auf einen Trust mit dem Namen "Longdown Properties Corp.", der auf den Bahamas registriert war. 2001 wurde die Briefkastenfirma auf den Bahamas geschlossen und in Panama wieder eröffnet.
Letzte Bar-Auszahlung: 141.113 Euro
Linssen schloss sein Trinkaus-Konto am 29.12.2004. Wenige Monate später wurde er Mitglied im Kompetenzteam von Jürgen Rüttgers, des CDU-Spitzenkandidaten im Landtagswahlkampf. Die letzte Auszahlung, die Linssen in Luxemburg bar entgegen nahm, betrug 141.113 Euro. Anschließend wurde der Trust in Panama geschlossen.
Die Daten von Linssens Konto, bei dem auch seine Frau und seine Tochter zeichnungsberechtigt waren, fanden sich auf der CD mit Daten der HSBC Trinkaus&Burkhardt International S.A., die das Land Nordrhein-Westfalen 2010 kaufte. […] Als der Stern Helmut Linssen vergangenen Sonntag mit seiner Briefkastenfirma und seinem Konto in Luxemburg konfrontierte, sagte der CDU-Schatzmeister zunächst: "Ich weiß nicht, wovon Sie reden." Als der stern in dem Gespräch dann jene 829.322 Mark auf dem Konto in Luxemburg erwähnte, erwiderte Linssen: "Oh Gott. Oh Gott, oh Gott. In grauer Vorzeit. Tja."
Gegen Linssen lief auch ein Strafverfahren. […]

Montag, 3. Februar 2014

Lass uns mal von Sex reden.



Da ich aus einer Familie von Spätgebärenden mit extrem langer Generationsfolge stamme, kam mir als Teenager zunächst gar nicht wirklich in den Sinn, daß man beim praktischen Geschlechtsverkehr auch Kinder zeugt.
(Zum Glück bin ich diskret und beschreibe einige persönliche Lerneffekte diesbezüglich nicht öffentlich in einem Blog)
Meine Großeltern wurden allesamt noch im 19. Jahrhundert geboren und erlebten den ERSTEN Weltkrieg als Erwachsene.
Ein Cousin, der nur eine Straße weit weg wohnt, wurde mit 59 Vater von Zwillingen. Seine Mutter, also meine Tante, war damals genau 90 und freute sich sehr über ihre ersten Enkel.
So alte Eltern und Großeltern zu haben, bringt Vor- und Nachteile mit sich.
„Alte“ Eltern gehen in der Regel nicht unvorbereitet in das Abenteuer Kind.
Die Frau meines Cousins, bei der Geburt 45 Jahre alt, ist das Paradebeispiel dafür. Wer in dem Alter das erste mal Mutter wird, ist extrem gut vorbereitet, hat mindestens 20 Bücher über Schwangerschaften gelesen, das zukünftige Kinderzimmer perfekt ausgestattet und sich sämtliche denkbare Hilfe organisiert.
Solche Kinder haben in vielerlei Hinsicht optimale Startchancen.
Die Eltern haben weniger Flausen und Kopf und lesen tatsächlich abends dem Balg vor, statt noch mal in die Diskothek zu gehen. Sie haben auch in der Regel gesichertere Lebensverhältnisse, so daß sie in einer besseren Gegend wohnen und den schöneren Kindergarten bezahlen können. Sie kennen interessantere Leute, haben gefestigtere soziale Strukturen.
Die Kehrseite ist auch offensichtlich. Man verliert die Großeltern viel früher (als ich geboren wurde, waren drei meiner Großelternteile schon tot) und wird eher mit Siechtum und Vergänglichkeit der Eltern konfrontiert.

Als meine Sandkastenfreundin mit 19 (gewollt!) Mutter wurde, war das die absurdeste Geschichte, die ich mir als Student vorstellen konnte.
Wozu das denn? Warum sich total einschränken in dem Alter?
Natürlich traten auch all meine Prognosen ein: Sie trennte sich bald von dem Erzeuger ihres Görs und bekam spätestens damit genau die enormen finanziellen Schwierigkeiten, die den Kindern Gesundheit und Chancen ruinieren – wie wir aus zahlreichen soziologischen Studien wissen.
Als ich 16 Jahre später immer noch viel zu jung war, um selbst Kinder zu wollen, erzählte mir besagte Sandkastenfreundin einmal, sie wäre immer so unausgeschlafen, weil im Nebenzimmer die ganze Nacht Lärm sei.
Naiverweise fragte ich, ob sie das nicht einfach verbieten könne.
Nein, das ginge nun wirklich nicht, wurde mir beschieden. Es sei die erste große Liebe und da könne man als Mutter nicht reinplatzen.
Erst da begriff ich, WAS da im Nebenzimmer vor sich ging und stammelte so irritiert vor mich hin, daß meine Bekannte lachend sagte „jaja, poppen kann sie wie eine Große!“.
Ich war tatsächlich irgendwie entsetzt. Muß man das dulden?
„Wie alt ist deine Tochter jetzt genau, 16?“
Wieder mußte sie lachen und warf mir schnippisch entgegen sie wissen genau, daß ich damals noch jünger gewesen wäre, als ich damit angefangen hätte und was ich denn wohl damals davon gehalten hätte, wenn mir das hätte jemand verbieten wollen.

Tatsächlich war das der wunde Punkt.
Als ich selbst Teenager war, betrachtete ich mich natürlich als sehr erwachsen und hielt mich für durchaus in der Lage selbstständige Entscheidungen zu treffen. Verbote diesbezüglich hätte ich mir gar nicht bieten lassen.
Knappe 20 Jahre später erachtete ich Teenager als Kleinkinder, die viel zu unreif sind, um irgendetwas zu entscheiden. Und daß sie schon Sex haben, ekelte mich regelrecht.

Woher kommt das eigentlich, daß man dieses hysterische Verhältnis zu Teenagern im Zusammenhang mit Sex hat?
Meine Einstellung zu Sex ist ganz simpel: Ich persönlich bin streng zölibatär, um Gott mit meiner Keuschheit zu erfreuen, aber für andere gilt:
Es ist erlaubt, was gefällt – so lange alles freiwillig geschieht.
(Freiwilligkeit schließt natürlich ein keinen Sex mit Personen zu haben, die sich in einem Abhängigkeitsverhältnis zu einem befinden und natürlich auch Minderjährige, da sie noch nicht beurteilen können, was sie wollen und Erwachsenen nicht gleichberechtigt gegenübertreten können)

Um auf der sicheren Seite zu sein, plädiere ich dafür, daß Sex generell erst ab 18, bzw besser ab 21 möglich sein dürfte.

So, oder so ähnlich denken gegenwärtig immer mehr Menschen.
Sex wird grundsätzlich als etwas potentiell Gefährliches betrachtet, von dem man Jugendliche möglichst lange fern halten muß.


Gerade verbreitet sich in den sozialen Netzwerken ein bizarres Wichs-Bekämpfungsvideo, welches den Widerstand gegen den unanständigen Onanie-Drang mit kriegerischen Metaphern heroisiert.


Hartnäckig wuchert die Vorstellung von dem verderblichen frühen Sex in den Köpfen der Moralapostel.
Das Internet macht es endgültig zur unerfüllbaren Mission die lieben Kleinen bis zu ihrem 30. Geburtstag in einer aseptisch-asexuellen Umgebung groß zu ziehen.
Der im Youporn-Zeitalter auflebende Puritanismus wird inzwischen selbst zum Gegenstand von Sexualforschung.

Bücher wie zum Beispiel "Deutschlands sexuelle Tragödie: Wenn Kinder nicht mehr lernen, was Liebe ist" der Autoren Bernd Siggelkow und Wolfgang Büscher rennen mit der These offene Türen ein, wonach Teenager Liebe, Geborgenheit und Werte verlören und stattdessen wie Drogenabhängige gefühllosen, beliebigen Sex praktizierten. [….]
Scheinbar lässt die Sexualität Heranwachsender die Öffentlichkeit zuverlässig verkrampfen. "Die zyklisch auftretenden Diskussionen über jugendsexuelle Katastrophen spiegeln eher Ängste der Erwachsenen als reale Verhältnisse bei den Jugendlichen wider", sagt Silja Matthiesen vom Institut für Sexualforschung und Forensische Psychiatrie des Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf. Selbst die Wissenschaft blickt durch einen seltsamen Filter auf das Thema. Die Forschung zeige ein nahezu obsessives Interesse dafür, in welchem Alter Jugendliche welche sexuellen Handlungen ausübten, schreibt zum Beispiel der amerikanische Jugendmediziner Dennis Fortenberry in einer Überblicksarbeit zu Pubertät und adoleszenter Sexualität im Fachmagazin Hormones and Behaviour. Betont würden dabei fast ausschließlich Risiken und Gefahren.
Der Katastrophismus erlebt ständige Revivals. "Die Angst vor den Folgen der Onanie und die Kampagnen gegen Masturbation im 18. Jahrhundert sind Vorläufer aller moralischen Paniken zur Jugendsexualität", sagt Matthiesen. […]

Albern?
Das hält aber fromme Baden-Württemberger nicht davon ab zu Hunderttausenden Petitionen zu unterschreiben, welche die Landesregierung dazu zwingen soll die Ekelthemen aus der Schule raus zu halten.

Sie befürchten offenbar, die bloße Erwähnung von Homosexualität könnte ihre Söhne schwul machen und die Töchter zu Kampflesben mutieren lassen.
Und wieder einmal gelingt es den Religioten mich zu erstaunen. Wer hätte gedacht, daß noch im Jahr 2014 binnen kürzester Zeit Hunderttausende auf so einen völligen Unsinn anspringen?

Selbst im sexuell so liberalen Frankreich gelang es jüngst den Hardcore-Religioten mit Rudolf-Gehrig’scher Energie die sozialistische Regierung einknicken zu lassen und die Homosexuellen weiterhin rechtlich schlechter zu stellen. Nach konservativer Religioten-Logik – CDU und CSU sind genauso ewig gestrig – wird nämlich die Ehe abgewertet und die Familie zerstört, wenn jemand Ehen eingehen darf und Familien gründet.

Die Massenproteste gegen die Regierungspläne zeigen Wirkung: Frankreichs Premier Jean-Marc Ayrault hat die Pläne für ein neues Familiengesetz vorerst gekippt. Die Konservativen feiern den Schritt der Regierung als ihren Sieg.
[….]  Ayraults grüner Koalitionspartner, dessen Stimmen für die Mehrheit nicht notwendig sind, erklärte, der Verzicht sei "erschreckend".
Am Sonntag waren in Paris etwa hunderttausend Menschen gegen eine in ihren Augen "familienfeindliche" Politik der regierenden Sozialisten auf die Straße gegangen. Zu den Protesten aufgerufen hatte das konservative Bündnis "Demo für alle", das bereits die treibende Kraft hinter den Massenprotesten gegen die Einführung der Homo-Ehe in Frankreich war.
[…]  Die Demonstranten hatten am Sonntag unter anderem dagegen protestiert, lesbischen Frauen ein Recht auf künstliche Befruchtung einzuräumen oder die Leihmutterschaft zu legalisieren, wie es einige sozialistische Abgeordnete wollen. Im bisherigen Entwurf für das neue Familiengesetz war dies allerdings gar nicht vorgesehen.
Geplant war vielmehr unter anderem, die rechtliche Stellung von Stiefeltern bei der Erziehung der Kinder ihrer Lebenspartner zu stärken.

Hier bäumen sich die europäischen Teebeutler noch ein letztes Mal gegen den Lauf der Zeit auf. Sie setzen sich begeistert selbst Scheuklappen auf und wollen ihre Brut vor etwas beschützten, das sie gar nicht bedroht.
Am Liebsten würde die Generation, die das Internet erschaffen hat, nun die Geister für immer von ihrer Brut fern halten.
Offenbar wünschen sie sich eine Priesterseminar-artige Atmosphäre der maximalen Heuchelei und Verlogenheit für ihre Kinder.
Wenn man es nur intensiv genug verbietet, verdrängt und verschiebt, werden ihre Kinder ohne irgendeinen Kontakt mit Sexualität oder gar Masturbation aufwachsen.
Ein erstaunlicher Fall von Kollektiv-Verdummung.
Genauso erfolgreich wird mein Kampf zum Verbot der Schwerkraft sein.
Auch wenn ich in meinem greisen Alter Sex unter Jugendlichen ebenfalls widerlich finde und damit nichts zu tun haben möchte, so befürchte ich, daß sie es trotzdem „tun“.
Und wir wissen auch wie ungeheuer erfolgreich Zensursulas Vorhaben war Internet-Pornographie zu verbieten.
Es gibt ohnehin keinerlei Hinweise darauf, daß durch Redtube und Co die Jugendlichen der Welt allesamt zu gewalttätigen Sexzombis werden, die mit 13 Jahren schon jede erdenkliche Perversion ausprobiert haben. Solche Vorstellungen brüten einfältige Bischofshirne und die Showminister des Schlages von der Leyen aus.
Mit der Realität hat das allerdings nichts zu tun! Pornoskonsum ist nicht gleichbedeutend mit seelischer Verwrackung der Kinder.

Für den Mainstream der Heranwachsenden ziehen Wissenschaftler um Lotta Löfgren-Mårtenson von der Universität Malmö in einer Studie im Journal of Sex Research ein ganz anderes Fazit: Jugendliche trennen ihr eigenes Erleben und den Inhalt von Pornografie. Auch die Online-Welt teilen Heranwachsende in zwei Welten, haben Forscher beobachtet. Jene, die sie erregend finden. Und eine abstoßende, die in Gruppen als eine Art Mutprobe angesehen wird. "Der Konsum dieser krassen Pornos ist kein sexuelles oder erotisches Ereignis, sie werden gelegentlich als spektakuläre Unterhaltung und als Witz, meistens aber als abseitige, gelegentlich auch als verstörende Erfahrung verbucht", schreibt Matthiesen. […]
Auch Zahlen aus der letzten Studie zur Jugendsexualität der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung passen nicht zur These einer triebgesteuerten, gefühllosen Jugend. Die meisten Jugendlichen erleben das erste Mal in einer Paarbeziehung, heute sogar eher als noch vor 30 Jahren. Auch das Alter, in dem Jugendliche das erste Mal Geschlechtsverkehr haben, liegt seit Jahren auf konstantem Niveau. Die Zahl der 14-Jährigen mit Koituserfahrungen ist über die Jahre demnach sogar minimal gesunken. Die Jugendlichen sind im Durchschnitt sehr gut aufgeklärt, sie wissen, was sie tun.
"Ganz unvorbereitet trifft kein Jugendlicher auf Sexualität", sagt der Sexualwissenschaftler Konrad Weller von der Hochschule Merseburg. Aber die Erwachsenen scheinen mehrheitlich genau das anzunehmen, und daraus speist sich die öffentliche Aufregung: Das Kind wird als asexuelles Wesen betrachtet und Aufklärung als plötzlich auftretende, einmalige Notwendigkeit angesehen, die dann ansteht, wenn die Biologie das Startsignal setzt. Das jedoch ist Unsinn. "Das Grundlage der individuellen Sexualität bildet sich bereits in der frühen Kindheit", sagt Matthiesen, die auch als Leiterin der Sexualpädagogischen Abteilung von Pro Familia in Hamburg arbeitet. Kinder wissen nicht, dass sich etwas Sexualität nennt, wenn sie sich selbst erforschen und sich etwas gut anfühlt. Sie machen es einfach. Vorlieben und sexuelle Orientierungen werden nicht an einen herangetragen - weder im Sexualkundeunterricht noch im Internet. Ihre Grundlagen entwickeln sich lange bevor Kinder erfahren, was Youporn sein könnte.
[….]  Statt sich nur zu sorgen, sollten Eltern lieber an einem Vertrauensverhältnis arbeiten. "Pornos zu verbieten, ist sinnlos", sagt Weller, "die Jugendlichen sollten aber wissen, dass sie zu ihren Eltern kommen können, wenn sie etwas Verstörendes gesehen haben." Frühe Aufklärung bestärke Kinder, ihre Sorgen tatsächlich zu äußern.