Freitag, 23. August 2013

Loving Christiians Teil VI



Das haben die Christen wirklich im Blut. Bei historischen Konflikten, Massakern, Staatsstreichen, Genoziden, Kriegen und Revolutionen, vermögen sie es immer auf der falschen Seite der Geschichte zu stehen. Sei es bei den faschistischen Militärdiktatoren Südamerikas, den Südstaaten-Sklavenhaltern im Amerikanischen Bürgerkrieg, bei den Nazis gegen die Rote Armee oder auch dem aus der Zeit gefallenem faschistischen Franco-Regime bis 1975.
Syriens Diktator Assad, der gerade Obama dazu bringt seinen Spruch mit der „roten Linie Giftgas“ zu verfluchen, ist nach dem Einsatz von Chemiewaffen der meistgehasste Regent der Welt. Aber er hat noch Freunde. Im Vatikan nämlich. Die Katholiken stehen noch zu  ihm.

Aus dem Vatikan kommt nur Butterweiches zu dem Schlächter in Damaskus. 
Da muß jeder gewöhnliche Priester, der es wagt mit einem protestantischen Kollegen ein Abendmahl zu feiern, mit härteren Worten aus Rom rechnen.

Der Päpstliche Nuntius in Ägypten und bei der Arabischen Liga hat in Istanbul an den Beratungen der sogenannten „Freunde Syriens“ teilgenommen. Dabei forderte Erzbischof Michael Fitzgerald, einen Ausweg aus der „Logik der Gewalt“ zu suchen. Wörtlich meinte er in seinem Statement: „Es ist nicht zu spät, um mit der Gewalt zu brechen!“  […] Der Nuntius machte deutlich, dass der Heilige Stuhl vor allem auf Diplomatie setzt: Die Syrien-Mission von Kofi Annan sei „ein Hoffnungsstrahl“, sie könne „auf Syriens langer Geschichte friedlicher Koexistenz zwischen Religionen und Völkern aufbauen“, und auch die Syrer selbst dürften dieses Erbe jetzt nicht aus dem Blick verlieren, wenn sie versuchten, „legitime Bedürfnisse zu befriedigen“.

Den Christen geht nämlich der Arsch auf Grundeis. Denn Assad ist ihr Beschützer.

Für Katholiken in Syrien gilt Codex Iuris Canonici, also der Codex des kanonischen Rechtes (= Gesetzbuch der katholischen Kirche).
Wo man schön katholisch bleiben kann, will sich die Organisation des Joesph Ratzinger nicht an einem kleinen Bürgerkrieg stören, nur weil Hunderttausende fliehen, Myriaden verletzt und Tausende abgeschlachtet werden.
Die Religionen kochen längst ihr eigenes Süppchen und massakrieren sich leidenschaftlich gegenseitig. 

Ein paar Länder weiter nordwestlich, auf dem Balkan, ist es die serbisch-orthodoxe Kirche, die sich gezielt auf die Seite der Schlächter stellt.

Inzwischen hat Serbien eine demokratisch gewählte Regierung und die mögen einige Bischöfe gar nicht. 
Sie stehen an der Seite der extremen Nationalisten.
 Elf Millionen Serben weltweit bekennen sich zur SPC (Serbisch-Orthodoxe Kirche (serbisch Српска Православна Црква/Srpska Pravoslavna Crkva, abgekürzt СПЦ/SPC)

Zwei Bischöfe haben in Serbien einen handfesten Skandal ausgelöst: Die Geistlichen drohten der Regierung in Belgrad und dem Parlament mit dem Tod, unter anderem mit einer symbolischen Totenmesse. […] Es muss ein gespenstischer Auftritt gewesen sein: Die serbischen Bischöfe Amfilohije und Atanasije lasen am Freitag bei einer Demonstration von Nationalisten in Belgrad eine Totenmesse für die Regierung und das gesamte Parlament.
Sie beließen es nicht bei dem symbolischen Akt, sondern drohten Regierungschef Ivica Dacic direkt mit einem ähnlichen Schicksal wie dem vor zehn Jahren ermordeten ersten demokratischen Ministerpräsidenten Zoran Djindjic. Am Samstag legte Amfilohije nach: "In der Regierung soll alles das absterben, was krank ist", sagte er der Zeitung "Politika".

Ganz reizend. Aber wenig überraschend, denn schon immer waren hohe Kleriker Meister im Verdrehen von historischen Fakten, Erschaffen von Mythen und logen sich die Welt so zu Recht, wie man am besten Hass und Zerstörung verursachen kann. 
Versöhnung mit ehemaligen Kriegsgegnern bekämpfen die Antagonisten der Nächstenliebe mit allen Mitteln.


Der Boss der Orthodoxen in Russland ist sich auch für keinen Superlativ zu schade, wenn es um die Schlechtigkeit von Schwulen geht.
 Ganz im Stil amerikanischer Evangelikaler und teaparty-Politikern, die „gay-marriage“ regelmäßig als Ursache von Erdbeben, Tsunamis und Hurrikans ausmachen, sieht Kirill zwei Menschen, die sich lieben:  Homosexualität führe zum Weltuntergang, befand der weise Mann, den 100 Millionen Russen anbeten.

Russisch-orthodoxer Patriarch: Homo-Ehe führt zum Weltuntergang
Der russisch-orthodoxe Patriarch Kirill hat die Einführung der Homo-Ehe in vielen Staaten als "gefährliches apokalyptisches Symptom" bezeichnet. Bei einem Gottesdienst in Moskau kritisierte er, viele Staaten hätten den - so Kirill wörtlich - "Pfad der Selbstzerstörung" eingeschlagen, weil dort eine Minderheit Gesetze durchdrücke.
Während jüngst unter anderem Frankreich, Großbritannien und mehrere US-Bundesstaaten die gleichgeschlechtliche Ehe für zulässig erklärt haben, hat das russische Parlament sogenannte "Homosexuellen-Propaganda" landesweit unter Strafe gestellt. […]


Die gleiche amoralische Position bezog die Bulgarisch-Orthodoxe Kirche. Erst an der Seite des Kommunistischen Geheimdienstes während des Warschauer Pakt-Zeit und anschließend rafften die Popen am Schwarzen Meer Reichtümer an sich.
Patriarch  Kiril von Warna und Weliki Preslaw, bürgerlich Bogomil Petrow Kowatschew ist leider zur Zeit tot, aber dazu gleich mehr.

Wie insbesondere seine russischen Kollegen, mochte Kyril am allerliebsten Geld. Es konnte ihm gar nicht opulent genug sein. Der Lebensstil des Schwarzmeer-Metropoliten ließ selbst Ratzinger bescheiden aussehen.

Man verdächtigte ihn laut Medienberichten unter anderem, im Tausch mit Ländereien der Kirche zwielichtige Geschäfte mit Immobilienhändlern betrieben zu haben. […] Durch seine damalige Zusammenarbeit mit den stalinistischen Machthabern stand er immer wieder in der Kritik. Eine Kommission konnte aufdecken, dass er einer der elf orthodoxen Bischöfe war, die mit dem bulgarischen Geheimdienst zusammenarbeitete. Ebenfalls soll es nicht einwandfrei geklärte Beziehungen zum russischen KGB (war der sowjetische In- und Auslandsgeheimdienst) gegeben haben.

Recht ungeniert raffte Kyrill Schätze zusammen und bettelte dazu sogar ostentativ katholische Kollegen an.

Eine ökumenische Geste Kardinal Christoph Schönborns hat in Bulgarien große Aufmerksamkeit gefunden: Der Wiener Erzbischof hat der Eparchie Varna eine Reliquienschatulle mit Reliquien der Apostel Andreas, Jakobus des Älteren und Bartholomäus sowie weiterer frühchristlicher Heiliger und Märtyrer geschenkt. Metropolit Kyril (Kowatschew) von Varna hatte sich im Februar auf Einladung der Stiftung "Pro Oriente" in Wien aufgehalten und dabei den Kardinal auch um eine Reliquie des Heiligen Andreas ersucht.


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Reliquiensammler Kyril

Zwar galt er unter Kennern als reformwillig, im Gegensatz zu seinen konservativen Gegenspielern wollte er die Kirche zur modernen Welt hin öffnen. Doch stieß sein mitunter extravagantes Gehabe auf scharfe Kritik. Legendär sind seine Auftritte in einer brandneuen amerikanischen Luxuslimousine des Typs Lincoln MKZ Hybrid - das ist die Marke, die auch die amerikanischen Präsidenten bevorzugen. Einmal hat er laut eines Berichts des Nachrichtenportals Novinite aus einem solchen Auto heraus an einem Festtag seine Gläubigen gesegnet. Die Karosse hat er von einem Geschäftsmann geschenkt bekommen - eine Darstellung, die in Bulgarien gleich die Frage nach mafiösen Verbindungen aufwirft.
(Klaus Brill SZ 30.07.13)

Am Ende ist der Prunk-Metropolit Bogomil Petrow Kowatschew allerdings baden gegangen.
Im Wahrsten Sinne des Wortes.

Christentum! Man muss es eben lieben.
Heute kann ich dieser illustren Liste noch ein paar Vertreter der Ukrainisch-Orthodoxen Kirchen anfügen. Sie liefern sich seit Jahren einen bizarren schismatischen Kampf, der die praktische Bedeutung der Christlichen Brüderlichkeit und Nächstenliebe sehr vorbildlich vorexerziert.

Die Ukrainisch-Orthodoxe Kirche ist in der Ukraine die historisch bedeutsamste östlich-orthodoxe Kirche. Um den Anspruch diesen Namen zu tragen streiten gegenwärtig drei Kirchen. Als zweifelsfrei kanonisch gilt in den Augen der anderen orthodoxen Kirchen zurzeit nur die dem Patriarchat von Moskau unterstehende Ukrainisch-Orthodoxe Kirche Moskauer Patriarchats.
Spätestens seit der Befreiung beziehungsweise Eroberung der Ukraine durch das russische Zarenreich gehörten die orthodoxen Gläubigen in der Ukraine der Russisch-Orthodoxen Kirche an. Vorher hatten die ukrainischen Bistümer zeitweise dem Patriarchat von Konstantinopel, zeitweise dem von Moskau unterstanden. Autonomiebestrebungen führten in den 1920er Jahren zur Abspaltung der bis heute bestehenden Ukrainischen Autokephalen Orthodoxen Kirche.
Nach der Unabhängigkeit der Ukraine 1991 spaltete sich ein Teil des ukrainischen Klerus von der Moskauer Führung ab und verlegte sein Zentrum nach Kiew. Seitdem besteht die Ukrainisch-Orthodoxe Kirche des Kiewer Patriarchats unter Führung des Metropoliten bzw. Patriarchen Filaret. Die Autonomisten, die vor allem als Exilkirche in den USA überlebt hatten, gingen eine zeitweilige Verbindung mit dem Kiewer Patriarchat ein, spalteten sich später wieder ab. Beim Moskauer Patriarchen verblieb die Ukrainisch-Orthodoxe Kirche Moskauer Patriarchats unter dem Metropoliten Wolodymyr, der der Moskauer Patriarch die Autonomie gewährte.
Faktisch bestehen heute in der Ukraine drei größere orthodoxe Kirchen (Moskauer Patriarchat, Kiewer Patriarchat, Autokephale), die um den Status der Nationalkirche konkurrieren. Hinzu kommt die sehr starken Zulauf habende unierte Ukrainisch-Katholische Kirche, eine katholische Ostkirche, die dem Papst in Rom untersteht und von einem Großerzbischof von Kiew und Halytsch geleitet wird; im Westen des Landes gibt es außerdem auch noch eine römisch-katholische Kirche des westlichen (lateinischen) Ritus, die stark polnisch beeinflusst ist.
(Sorry, aus Zeitmangel ausnahmsweise Wikipedia)

Die Ukraine ist politisch bis heute nicht eben stabil.
Seit hundert Jahren streiten sich die politischen Kräfte des Landes um den Grad der Assoziation zum mächtigen Nachbarn Russland.
Als Hitlers Wehrmacht die Ukraine überrannte, fassten das viele Nationalisten tatsächlich als „Befreiung“ von Stalins Bolschewismus auf und schlossen sich der Waffen-SS an.
Keine gute Idee.
Da die Ukraine aber in erster Linie ein OPFER Deutschlands war, hat der moderne Staat bis heute Probleme zu seinen Nazis aus den Jahren 1941-1944 Stellung zu beziehen.
Kein von Deutschland überfallenes Land, erinnert sich gerne an seine kollaborierenden Landleute. Wer mag schon Nazis und SS-Leute?
Einige zumindest schon.
Ratzinger sprach hunderte Francistische Faschisten heilig, Helmut Kohl schleppte den US-Präsidenten Reagan auf den Bittburger Friedhof, wo Waffen-SS-Angehörige beerdigt sind und auch in der Ukraine gibt es Nazi-Fans. Sie werden von der Ukrainisch-orthodoxen Kirche unterstützt. In einer grotesken Zeromonie zum 70. Jahrestag der Aufstellung der 14. Waffen-Grenadier-Division der SS im Raum (Lviv) Lemberg, fanden sich zahlreiche in Nazi-Uniformen gekleidete Ukrainer zusammen und wurden betend und Weihrauchfässchen-schwenkend von den orthodoxen Popen begleitet.

Der Präsident des World Jewish Congress (WJC) Ronald Lauder wirft orthodoxen ukrainischen Geistlichen vor, eine von rechtsextremen Gruppen betriebene „Rehabilitation der SS“ zu unterstützen.
Er sei „entsetzt“, dass ein Priester der ukrainisch-orthodoxen Kirche an einer kürzlich in der Nähe von Lviv stattgefundenen Umbettung von Toten der früheren 14. (ukrainischen) Waffen-Grenadier-Division der SS teilgenommen hätten, so der frühere US-Botschafter in Österreich Lauder. Daher habe er den Kiewer Patriarchen Filaret schriftlich aufgefordert, die Teilnahme von Priestern an solchen Veranstaltungen künftig zu stoppen.
[…]   „Ich war entsetzt, Fotos von jungen Ukrainern in Waffen-SS-Uniformen zu sehen, mit dem Hakenkreuz deutlich sichtbar auf den Stahlhelmen, und mit Gewehren Salut zu schießen“, so Lauder. Die Teilnahme eines Priesters scheine wie eine religiöse Legitimation der Rehabilitation der SS zu wirken.


Donnerstag, 22. August 2013

Geistige Giganten des Konservatismus - Teil IX


Geistige Giganten des Konservatismus – Teil IX

Es mag meiner Staatsbürgerschaft geschuldet sein, daß ich bei den idiotischsten und groteskesten Konservativen immer an die USA denke.
 Aber die GOPer und Evangelikalen in Amerika bilden auch ein unerschöpfliches Reservoir von massiver Verdummung und Schamlosigkeit.
Die Schlichtheit der fanatisierten Gedankenwelt einer Sarah Palin oder Michelle Bachman oder eines Bryan Fishers oder Tony Perkins verführt immer wieder dazu solche Leute herzlich auszulachen. Aber damit ist es bedauerlicherweise nicht erledigt. Denn diese Irren haben Macht und sprechen für Millionen andere Amerikaner, die genauso denken und genauso wählen.
Es kann durchaus passieren, daß Unterbelichtete dieses Schlages ins Weiße Haus einziehen und dann hat die ganze Welt zu leiden.

Engstirnige, gemeingefährlich konservative Menschenhasser gibt es aber selbstverständlich auch in allen anderen Nationen.
In Saudi Arabien leben 12 Millionen entrechtete Frauen aufgrund der Macht fanatisierter Konservativer in Käfighaltung.
Und auch in Russland erleben wir wie der zunehmende Einfluß der hetzerischen russisch-orthodoxen Kirche Millionen Menschen gewissermaßen zum Abschuß freigibt.
Die häßliche Fratze des destruktiven Christentums, die todgeprügelte Homosexuelle zu spüren bekommen, zeigt sich nicht nur durch die Gesichter der Popen und Patriarchen, sondern auch in höchst anstoßenden Politikern.
Eine dieser russischen moralinsauren Menschenhasserinnen küre ich hiermit zum Geistigen Giganten des Konservatismus (GGK) Nummer 9.
Es handelt sich um die ultrakonservative Juristin und Duma-Abgeordnete Jelena Misulina. Die 58-Jährige ist Vorsitzende des Komitees für Familie, Frauen und Kinder und versteht sich selbst als Inquisitorin zur Erhaltung der russischen Werte.

Die russische Parlamentarierin Jelena Misulina ist Wladimir Putins neue Topkämpferin für Moral. Sie soll wieder Ordnung und Zucht im Land sicherstellen - von der Beschneidung der Homosexuellen-Rechte über ein Fluchverbot im Internet bis hin zu einer Besteuerung von Scheidungen.

Wie es bei selbsternannten Moralexperten der ganz rechten Seite üblich ist, hetzt Misulina mit Vorliebe gegen Homosexuelle.
Nach wie vor bin ich davon überzeugt, daß Putin viel zu intelligent ist, um an den Unsinn zu glauben, daß Schwule für rapiden Bevölkerungsrückgang verantwortlich sind und durch ihre pure Sichtbarkeit schon massenhaft Jugendliche schwul machen können.
Putin, der einst unumstritten regierte, konnte vor 15 Jahren durchaus als Schöngeist und nachdenklicher Zuhörer auftreten.
Seit er aber das dritte mal zum Präsidenten gewählt wurde und mit der bizarren Medwedew-Rochade das Verbot von mehr als zwei Amtszeiten umging, bläst ihm Gegenwind ins Gesicht. Er ist gewissermaßen Opfer seines eigenen Erfolges geworden. Das zu Jelzins Zeiten unter Chaos und Kriminalität ächzende Volk erlebte in den Putin-Jahren einen gewaltigen ökonomischen Aufstieg und entdeckte seine bürgerlichen Freiheiten. Ein auf diese Art selbstbewußter gemachtes Wahlvolk erwärmt sich aber nicht mehr ganz so leicht für einen bisweilen machohaft auftretenden Präsidenten.
Putin, der einst im Schlaf seine 2/3-Mehrheiten einfuhr, mußte sich ernsthaft um seine Wiederwahl sorgen, erreichte gerade mal eben noch die absolute Mehrheit.
Der Mann braucht nun Verbündete und ging auf die stärkste gesellschaftliche Kraft zu. Die unermessliche reiche und einflussreiche orthodoxe Kirche. Rein machtpolitisch gedacht war das ein geschickter Schachzug. Mit der Unterstützung des mächtigen Patriarchen Kirill muß Putin nicht um seine politische Macht fürchten.
Dafür gibt er dem frommen Geronten im goldgewirkten Kleidchen ab und zu ein paar Häppchen in Form von homophoben Gesetzen und drakonischer Bestrafung von Blasphmie („Pussy Riot“). So bilden Putin und Kirill eine echte Symbiose.

Seit Putin im vergangen Jahr ins Präsidentenamt zurückkehrte, hat er seine bröckelnde Unterstützung in der Bevölkerung gestärkt, indem er sich der russisch-orthodoxen Kirche zuwandte und wie diese die traditionellen Werte betont.
Gegen Homo-Partnerschaften und Scheidung. Dieser Konservativismus wird als krasser Gegensatz zu dem dargestellt, was im Westen vor sich geht - nach Kreml-Lesart ein Sittenverfall, der die russische Gesellschaft bedroht.



Die Durchsetzung dieser menschenfeindlichen Politik überlässt Putin der GGK-IX.

Misulina ist Putins eisenharte Faust in der Familienpolitik und erfreut die konservativen Kleriker.



Ihr Ausschuss bereitete mehrere umstrittene Gesetze vor, vom Verbot der Adoption russischer Kinder durch US-Bürger bis zum Gesetz gegen "Schwulenpropaganda". In ihren oft ungeschickten Medienauftritten prangert sie Moralverfall an und spricht sich für immer neue Einschränkungen aus. Im Internet wird sie deshalb gnadenlos ausgelacht und beschimpft. Der Blogger und Komiker Juri Chowanski forderte, Misulinas psychische Gesundheit zu überprüfen. Knapp 63.000 Internetnutzer haben bereits seine Online-Petition unterschrieben.

Misulina steht für ein konservatives Familienbild, das von der orthodoxen Kirche in Russland unterstützt wird. Im Konzept der Familienpolitik, das unter der Leitung von Misulina entstand, steht: "Die Ehe wird ausschließlich als Union zwischen einem Mann und einer Frau verstanden…, die mit dem Ziel geschlossen wird, sich fortzupflanzen, drei und mehr Kinder zur Welt zu bringen und zu erziehen." Gleichgeschlechtliche Ehen lehnt Misulina kategorisch ab und kritisiert europäische Länder, die sie zulassen. "Ich bin mir sicher, dass die Länder, die jetzt homo- und heterosexuelle Beziehungen gleichstellen, in ein paar Jahren dagegen kämpfen werden", sagte sie im Interview mit dem russischen Fernsehsender Channel 1.

Misulina gehörte zu den Autoren des Gesetzes, das "Schwulenpropaganda" unter Minderjährigen verbietet. Ihre Aussagen, die noch nicht gesetzlich verankert wurden, gehen noch weiter. Sie sprach sich etwa dafür aus, dass gleichgeschlechtlichen Paaren Kinder entzogen werden können. Und sie schlug vor, Abtreibungen und Scheidungen zu erschweren, etwa durch die Einführung einer Sondersteuer für sich scheidende Paare. Misulina versteht sich als Gegnerin jeder Form von Unzucht. Kürzlich schloss sie nicht aus, dass russische Internetseiten mit Schimpfwörtern blockiert werden können.

(Julia Smirnova, Die Welt 19.08.13)



Wie man auch in Frankreich sehen konnte, wirkt die Hasspropaganda durchaus – wenn sie gemeinsam von Kirchen und Konservativen Parteien betrieben wird.

So wird ein Volk aufgehetzt und die Minderheiten leben gefährlicher.



Russen halten Homosexualität für Krankheit

Nach einer Umfrage des unabhängigen Lewada-Zentrums vom Mai ist die Zahl der Russen, die Homosexualität entweder als «zügellos» oder als eine «Krankheit infolge eines psychologischen Traumas» betrachten, in den vergangenen Jahren gestiegen - von 68 Prozent 1998 auf 78 Prozent in diesem Jahr. Während 2005 noch 51 Prozent der Russen gleiche Rechte für Schwule und Lesben befürwortet hätten, sei die Zahl 2013 auf 39 Prozent gesunken.

Die Intoleranz habe im vergangenen Jahr deutlich zugenommen, nachdem das Thema Homosexualität in der politischen Diskussion immer häufiger aufgetaucht sei, stellt Soziologin Maria Plotko vom Lewada-Zentrum fest. Schwulenfeindliche Propaganda falle auch deshalb leicht auf fruchtbaren Boden, weil - belegt durch Umfragen - nur wenige Russen persönlichen Kontakt zu einem Schwulen oder einer Lesbe hätten.




Über Misulina zu lachen, ist als angesichts ihrer zerstörerischen Wirkung nicht angebracht.



Mittwoch, 21. August 2013

Einer von den Guten



Die einfachste Methode Politik zu betrachten, ist das allgemeine Verdammen.
„Die sind sowieso alle korrupt/alle gleich/geldgierig/Versager.“
Für Denkfaule, die sich gar nicht erst die Mühe machen realpolitisch zu denken, ist das die perfekte Haltung.
Man fühlt sich dann so schön überlegen, ohne daß man den geringsten intellektuellen Beitrag geleistet hat.
Daher betone ich so gerne bei jeder Gelegenheit wie richtig die Agendapolitik war.
Man hätte nur den Weg weiter gehen sollen und nicht gleich bei den ersten kleinen Änderungen hysterisch CDU wählen sollen, die dann im Bundesrat mit ihrer Mehrheit jedes rotgrüne Hartzgesetz mitschreiben konnten.
Der flexiblere deutsche Arbeitsmarkt gibt Deutschland eindeutig einen Wettbewerbsvorteil.
 Die Erfinder hatten sich – verständlicherweise – einige Auswüchse nicht vorstellen können. Deswegen evaluiert man solche Megagesetze zu einem späteren Zeitpunkt und hätte das systematische Ausbeuten von Arbeitnehmer und das Verlagern der Lohnkosten vom Arbeitgeber auf den Steuerzahler stoppen müssen, indem man unter anderem einen Mindestlohn einführt.
Die abtrünnigen rotgrünen Wähler, die dann zur Linken liefen, haben dies allerdings verhindert, indem sie Angela Merkel ins Kanzleramt brachten.
So ist es nun seit acht Jahren und es hat nicht den Anschein, daß der Urnenpöbel irgendetwas daran zu ändern gedenkt.
Dabei gäbe gerade Merkels Kabinett wirklich Anlass „die Politiker“ pauschal zu verdammen.
Mit Sicherheit gab es in der Geschichte der Bundesrepublik Deutschland noch nie so viele Totalversager auf Ministerposten wie unter Merkel.
Dreiste Lügen, Faulheit, Arbeitsverweigerung und Lobbywunscherfüllung in einem Ausmaß wie nie kennzeichnen die Arbeit von allen Ministern.
Immer wieder schüttelt man sich und wähnt sich in einem Traum; es kann doch nicht angehen, daß eine jähzornige geistig minderbemittelte Gestalt wie Ronald Pofalla tatsächlich die Regierung und die Geheimdienste der viertgrößten Industrienation der Erde leitet! Es ist doch ein Ding der Unmöglichkeit, daß eine denkfaule, misogyne, ewig-gestrige Roland-Koch-Bewunderin als Familienministerin die moderne Arbeitswelt gestalten soll.
Es ist doch nicht zu fassen, daß ein eitler, an Außenpolitik gänzlich desinteressierter Geck oberster Diplomat Deutschlands ist. Es ist doch schier unglaublich, daß ein rechtslastiger Mauschler, der bis 2009 tönte das Entwicklungshilfeministerium müsse abgeschafft werden nun Entwicklungshilfeminister ist. Man kann doch einfach nicht glauben, daß die größte Wirtschaftsmacht Europas von einem fachfremden Politazubi, der lediglich die Wünsche der FDP-Parteispender erfüllt, als Wirtschaftsminister geführt wird.
Es kann doch nicht wahr sein, daß diese größte Macht Europas im Zeitalter von Terrorismus und Totalüberwachung von einem unwilligen bayerischen xenophoben Provinzler seine Verfassung schützen läßt.
Und dann Ich-hab-damit-nichts-zu-tun-Ramsauer! Und Verbraucherverarschungsministerin Aigner. Und Ich-weiß-von-nichts-und-wußte-auch-noch-nie-was-de Maizière. Und Europas Zerstörer Schäuble. Es ist ein einziges Trauerspiel.
Und was sind die Alternativen?
Die strategisch unfähige Linke, die sich im SPD-Hass ergeht und mit Kipping und Riexinger zwei Vorsitzende leistet, die auch nach anderthalb Jahren im Amt total unbekannt sind und rein gar nichts zur politischen Debatte beitragen.
Die Grünen, die sich mit Katrin Göring-Kirchentag eine fromme Theologin als Spitzenkandidatin gewählt haben, die auf Diskriminierung von kirchlichen Angestellten beharrt und „Verständnis“ dafür aufbringt, wenn Evangelen keine  Schwulen akzeptieren mögen.
Die im rechtsextremen Spektrum wuchernde AfD, die mit dumpfen Vorurteilen gegen Ausländer und Homosexuellen Stimmung machen will.
Die in der Praxis vollkommen untauglichen Piraten, die ihr spärliches Personal kaum jemals länger als ein paar Wochen einsetzen können, bis diese vor Überforderung jammernd aufgeben.
Und die Sozen blamieren sich mit Gabriels Zickzack-Kurs und der Politwitzfigur Nahles, die als Hardcore-Katholikin offensichtlich ihre Hirnzellen in Messweindämpfen abgetötet hat.
Umso mehr sehe ich mich veranlasst immer mal wieder positive Ausnahmen auch ausdrücklich zu loben. Dies habe ich immer wieder getan und beispielsweise Trittin, Struck, Steinbrück und Michael Schmidt-Salon bejubelt. Es ist viel schwerer sich hinter einen Politiker zu stellen und ihn zu verteidigen als in der bequemen Statler-and-Waldorf-Position alles und jeden in Bausch und Bogen zu verdammen.
Heute möchte ich einen meiner Facebook-Freunde in meine persönliche Polit-Ehrentribüne erheben. Es ist Henryk M. Broders Partner bei der Deutschland-Safari: Hamed Abdel-Samad.
Der 1972 in der Nähe von Gizeh geborene Literat, Philosoph, Historiker und Politologe lebt heute mit einer Fatwa auf seinen Kopf. Er und seine Familie werden mit dem Tode bedroht, weil er den ägyptischen Muslimbrüdern auf den Schlips getreten ist, indem er die gemeinsamen Wurzeln der Muslimbruderschaft und des europäischen Faschismus aufzeigte.
Der fromme Sohn eines sunnitischen Imams machte immer wieder eine neue Katharsis durch. Er lernte als Kind den Koran auswendig, wurde zwei Mal vergewaltigt, wurde als 17-Jähriger überzeugter Marxist, ging später an der Universität Kairo zu den Muslimbrüdern, wo er in Kampftechniken ausgebildet wurde und verschrieb sich aufgrund seiner nicht auszumerzenden Individualität den europäischen Philosophen und Aufklärern.
Später lehrte er in Erfurt, Braunschweig, Japan und nun wieder in Berlin. Zusammen mit Michael Schmidt-Salomon spielt er eine bedeutende Rolle in der Giordano-Bruno-Stiftung.
Adel-Samads Klugheit ist genauso bemerkenswert, wie seine analytischen Fähigkeiten.
Ich empfehle unbedingt das einstündige Interview, welches der Schweizer Journalist Frank A. Meyer vor zwei Wochen mit ihm für „Vis à Vis“ führte anzuhören.


Der ein oder andere mag noch etwas über die politische Situation des Islamismus lernen.
Ich will nur einen winzigen Nebenaspekt aus dem Interview rausgreifen; Saudi Arabien.
Hamed Abdel-Samad prangert die Heuchelei des Westens und insbesondere Deutschlands an, weil „wir“ intensiven Handel mit einem Land führen, in dem „12 Millionen Frauen in Käfighaltung leben müssen“.
Dieses Saudi-Arabien, welches die strenge wahabitische Auslegung des Islams praktiziert, in dem jede andere Religionsausübung verboten ist, in dem Frauen noch nicht mal Auto fahren dürfen, in dem es nicht einen Funken Demokratie gibt, in dem Vergewaltigungsopfer als „Ehebrecherinnen“ gesteinigt und Homosexuelle aufgehängt werden, päppelt die fromme Frau Merkel mit Panzerlieferungen auf.
Dieselbe Bundesregierung warnt bei jeder Gelegenheit vor den Gefahren des Islamismus. Einer totalitären Ideologie, die sich durch antiwestliche Stimmungen und Petrodollars speist.
Die Bundesregierung sorgt bei beiden Kraftquellen des Islamismus für Nachschub.

Chancellor Angela Merkel’s government has come under fierce criticism for its spiralling arms exports after new figures showed Germany on course to deliver record quantities of weapons and military hardware to the Gulf states despite grave doubts about their human rights records.
Federal government statistics showed that Mrs Merkel’s conservative-liberal coalition approved arms exports to the Gulf totalling €817m (£703m) in the first half of 2013. Last year, Germany exported €1.42bn of arms to the area – more than twice the figure for 2011.
The latest available statistics, covering exports in the six months to the end of June, suggest that last year’s surge in arms sales to the Gulf is set to be eclipsed this year. Qatar, a state criticised for human rights abuses, but which owns a 17 per cent stake in the German car giant Volkswagen, is earmarked to receive the bulk of shipments worth more than €635m.
“Angela Merkel shows absolutely no restraint regarding weapons exports,” complained Jan van Aken, a Left Party MP who campaigns against arms sales, “She behaves as if there had never been an Arab Spring. She is becoming the Arab despots’ favourite girlfriend,” he added. In its most recent annual report, Amnesty International lists cases of torture in Qatar and criticises its authoritarian government for showing a disregard for women’s rights and freedom of expression. Like neighbouring Saudi Arabia, Qatar sent tanks and soldiers to quash protests in Bahrain in the spring of 2011.

Diese Schwarz-gelbe Regierung ist erbärmlich und moralisch absolut verkommen.
Sie gehört abgewählt.
Wer sich dem durch Wahlenthaltung oder Stimmen für die nicht als Alternativregierung in Betracht kommenden AfD/Linke/Piraten entzieht, macht sich mitschuldig, daß tausende Tonnen Killerwerkzeugnachschub aus Deutschland in die Krisenregionen der Welt geschickt werden.

Munitionstransporte – täglich  rund 40 Tonnen Munition über den Hamburger Hafen
Mehr als 3.500 Tonnen Munition in drei Monaten, 233 Container mit beschussfähigen Patronen, 1 Container mit Raketen. Hochgerechnet sind das knapp 15.000 Tonnen Munition im Jahr. Und 240 Container.n
In der Senatsantwort auf eine Schriftliche Kleine Anfrage zu Munitionstransporten durch den Hamburger Hafen durch die Linksfraktion in der Hamburger Bürgerschaft finden sich Daten über Gefahrgüter aus dem Bereich Munition, Explosivstoffe und Waffentechnik, die in Hamburg in den vergangenen drei Monaten (13.5.- 13.8) verschifft wurden. In diesen drei Monaten allein wurden Gefahrgüter dieser Art im Umfang von mehr als 3.500 Tonnen für den Export verladen (brutto), die Netto-Explosivstoffmasse betrug 224 Tonnen. Den größten Anteil machen Patronen aus, auch Raketen wurden umgeschlagen.