Donnerstag, 21. März 2013

Nicht ganz ungeteilte Euphorie.



Man kann mir nicht vorwerfen dem neuen Stellvertreter Gottes keinen Respekt entgegen zu bringen.
 Letzten Montag habe ich mir eine neue Gouldamadine gekauft und sie Franziskus genannt.
Franziskus benimmt sich auch tatsächlich ganz päpstlich. 
Zielstrebig fliegt er stets auf den obersten Ast der Voliere und guckt souverän auf die anderen kleinen Vögel hinab.
Seine Untertanen können noch so hektisch hin und her fliegen; Franziskus thront in sich ruhend über ihnen. Ganz wie sein Namensvetter im Vatikan legt er keinen Wert auf seine Insignien als Gouldamadine, sondern trägt schlichtes graubraunes Gefieder. 
Freilich wird es nicht so bleiben; das schlichte Auftreten ist rein jugendbedingt. 
Zu welchen Farben er sich entwickelt, wird man abwarten müssen.
Ich bin sehr begeistert von Franziskus, weil er so ein unprätentiöses und doch würdevolles Auftreten hat. Es ist außerordentlich befriedigend vor der Voliere zu sitzen und sich der Kontemplation hinzugeben. 
 
Andreas Englisch, dem 1000%ig katholischen Papstbejubler von Springers Welt-Gruppe geht es mit Bergoglio ganz ähnlich.
 Auch er ist voller Glücksseligkeit, wenn er seinen Franziskus ansieht.
Im Gegensatz zu mir drückt er seine Begeisterung aber nicht still und meditativ aus, sondern schreit es so laut er kann hinaus.
Gestern saß Englisch in der ZDF-Talkrunde „Lanz“ und gab solche Bergoooooglio-Urschreie von sich, daß Lanz um Ohrstöpseln bitten mußte.

Diese 120-Dezibel-Euphorie ist mir suspekt.
Muß sich da nicht einer erst noch selbst überzeugen, wenn er es nötig hat so dermaßen die Werbetrommel zu rühren?
Englisch beläßt es auch nicht bei einer „Ich finde den Papst super!“-Botschaft, sondern überhöht Franzi noch zusätzlich, indem er die anderen Kardinäle massiv herabsetzt.
Andreas Englisch: „Bergoglio ist für die Kurie der totale Alptraum.
Kardinäle wären nämlich selbstverliebte Prasser, die ein Luxusleben mit 600er Mercedes-Dienstwagen führten und sich rund um die Uhr von Nonnen bedienen ließen. 
Zu tun hätten sie praktisch gar nichts außer hin und wieder mal eine Messe vom Papier abzulesen.

Die massive Jubelstimmung in den Medien nimmt inzwischen durchaus neurotische Züge an. Bergoglio hat noch keine einzige bedeutende Entscheidung getroffen, keinen Hinweis darauf gegeben mit welchen Personen die Kurie zukünftig besetzt sein solle und dennoch überschlagen sich die Journalisten mit Lobhudeleien.
 Bis auf wenige Ausnahmen ist die Presse gleichgeschaltet.
Wer zufällig kein papaphiler Katholiban ist, muß mit arg strapazierten Nerven zurecht kommen.
Auch atheistische Gefühle können verletzt werden

Die Berichterstattung über den neuen Papst Franziskus I. übersieht, dass diskriminierende Positionen nicht für alle selbstverständlich sind

[…] Die ungefilterte mediale Begeisterung für den Papst und die Bagatellisierung seiner Positionen als "etwas konservativ" sind für viele MedienkonsumentInnen eine Zumutung. Obwohl die Zeiten von 90 Prozent KatholikInnen in Österreich mehrere Jahrzehnte zurückliegen und der neue Papst in Österreich lediglich der Glaubensgemeinschafts-Chef von 63,2 Prozent ist, werden alle MedienkonsumentInnen in einer unerträglichen Frequenz mit Franziskus I. beschallt.

Dabei mutet der Stil der Berichterstattung fast schon liebevoll an: Kardinäle, Priester oder gläubige KatholikInnen schwärmen vor den Kameras mit einem Lächeln auf den Lippen vom "Papst der Armen", der so bescheiden stets mit dem Bus gefahren ist und der "fast schüchtern" am Abend seiner Wahl seine Schäfchen mit "Buona sera!" begrüßt hat. […]

Mag sein, dass ein Verhütungsverbot, die Dämonisierung von gleichgeschlechtlicher Liebe oder die Kontrolle über den Körper von Frauen für Päpste, Kardinäle, Bischöfe und auch für viele gläubige KatholikInnen normal sind. Für sehr viele BürgerInnen ist es das aber nicht. Das Ereignis Papst-Wahl verleitete viele Medien dazu, zu vergessen, dass nicht nur religiöse Gefühle verletzt werden können, sondern auch atheistische.
Ein Guter ist das. Einer, der auch während der Gaukmania im Sommer 2012 gegen den Strom schwamm. Einer, der das Gehirn angeschaltet läßt, wenn sich alle dem Meinungsstrom hingeben.
 Treffend stellte er ob des fortgeschrittenen Alters und all seiner stockkonservativen Positionen fest, der neue Papst sein wie der einmal ein „alter Sack.“
Der neue alte Sack, der künftig unter dem Künstlernamen Franziskus auftreten wird, hat, so ist zu hören, als er noch Jorge Bergoglio hieß und Erzbischof von Buenos Aires war, gegen die Ehe von Lesben und Schwulen („Plan des Teufels“) und die Adoption von Kindern durch gleichgeschlechtliche Paare („Kindesmissbrauch“) gekämpft. Noch früher soll er als Leiter der argentinischen Jesuiten ein enges Verhältnis zur Militärjunta (das waren jene Freaks, die auch die Falklands heimholten wollten) unterhalten haben.
Gut geschrieben.
Leider erschien dieser Artikel in der „taz“, also nur in homöopathischer Auflage, weil unterhalb der Wahrnehmungsschwelle der Masse des Urnenpöbels.
Hier helfen allerdings die völlig lernunfähigen Katholiban weiter, die offenbar auch nach der blamablen Klage Ratzis gegen die Titanic kein bißchen dazugelernt haben.
Satt zu hoffen, daß die Papstkritik von möglichst wenigen Menschen gelesen wird, machen sie ein Affentheater und verhelfen dem Yücel-Artikel zu maximaler Aufmerksamkeit indem sie sich beleidigt aufführen und pressefreiheitswidrig mit dem Zensurfinger wedeln. Mit Schaum vorm Mund verbreiten sie den Link zur taz.
Doof, doofer, Christ.
Das Zentralkomitee der deutschen Katholiken (ZdK) hat gegen Schmähungen des Papstes in der Tageszeitung "taz" protestiert. Wie die deutsche katholische Nachrichtenagentur KNA berichtet, erklärte ZdK-Präsident Alois Glück am Montagabend in Bonn, gerade von einer Zeitung, die für sich in Anspruch nehme, für Offenheit und Respekt einzutreten, erwarte er einen anderen Stil. Respekt gegenüber den Religionsgemeinschaften und den Kirchen müsse man gerade auch in einer säkularen und offenen Gesellschaft pflegen, die vom gegenseitigen Respekt vor den Überzeugungen des jeweils anderen lebt, heißt es in einem Brief Glücks an die Chefredakteurin der taz, Ines Pohl.

[…]   Glück betonte, der Artikel verletze nicht nur die Würde der angesprochenen Personen, sondern auch die Gefühle und Wertvorstellungen vieler Menschen, die in der katholischen Kirche zu Hause seien und für die der Respekt vor dem Amt des Papstes und der Person des Amtsinhabers ein wichtiger Bestandteil ihres Glaubens sei. […] Der Artikel habe nach seiner Auffassung aber mit unabhängigem und kritischem Journalismus nichts gemein.
Getroffene Hunde bellen.
Ob es Glück wohl auch schon dämmert, daß wieder ein konservativer alter Sack Papst geworden ist?

Für Bergoglio selbst gelten die Regeln des Anstands, die das ZdK von der „taz“ fordert übrigens nicht. 
Franziskus hat bereits an seinem zweiten Amtstag die Majorität der Menschen bezichtigt den Teufel anzubeten.
Während kritische Katholiken wie Heiner Geißler oder Hans Küng noch vor Begeisterung über den Jesuiten Franziskus jubeln, nordet der uns schon mal ein und erklärt mir am zweiten Tag seines Pontifikats, daß ich den Teufel anbete. Der Unfehlbare bezichtigt mich des Satanismus.
"Wer nicht zum Herrn betet, betet zum Teufel"
[…] "Wenn der Mensch nicht geht, bleibt er stehen", predigte er. "Wenn man nicht auf die Felsen baut, was passiert dann? Das, was Kindern passiert, die am Strand spielen und Sandburgen bauen. Irgendwann fällt alles ein - ohne Festigkeit. Wenn sich der Mensch nicht zu Jesus Christus bekennt, geschieht, was wir bei Leon Bloy lesen: Wer nicht zum Herrn betet, betet zum Teufel. Wer sich nicht zu Christus bekennt, gibt die Welt der Weltlichkeit des Teufels anheim."
Wie nett. 
Da haben wir ihn wieder in Reinkultur, den stinkenden Kern jeder Religion:
 „Wir sind besser als Ihr. Ihr seid Dreck und deswegen dürfen wir mit Euch machen, was wir wollen!“
Ein extrem ungezogenes und meine Gefühle beleidigendes Flegel-Verhalten.

Ich verlange eine Entschuldigung vom Papst. 

Oder zumindest eine stellvertretende Entschuldigung von Alois Glück.

Mittwoch, 20. März 2013

Auf dem rechten Auge blöd - Teil III


Zum Glück, zum Glück, zum Glück sind die Rechten meistens blöd.
Logisch eigentlich, denn wer nicht blöd ist, wird auch nicht rechts.
Viele Wähler sind zwar auch blöd, aber wenn die zu Wählenden Parlaments-Halbhirne sich so offensichtlich als geistig retardiert erweisen, wie es DVU’ler, Repse und NPD’ler gemeinhin in Landesparlamenten tun, schreckt das irgendwann auch den umnachteten Urnenpöbel ab.

Die neue Hoffnung der Salonrechten, „Alternative für Deutschland“ tölpelt offenbar auch schon rum und muß sich von den ersten Nazis trennen, die sich eingeschlichen hatten.
Beim parteipolitischen Rechtsextremismus sehe ich gar nicht so braunschwarz. 
Eine neue Partei aus dem Boden zu stampfen ist so leicht nicht. 
Da braucht es professionelle Medienarbeit und eine belastbares Grundkonzept, wie es die Grünen mit der Ökologie und die Linken mit „sozialer Gerechtigkeit“ haben.
Gänzliche Konzeptionslosigkeit wie bei den Piraten, oder ein muffiges „Wir sind gegen alles“ wie bei den Rechten trägt auf Dauer nicht.

Leider ist der Schoß aus dem dieses Gedankengut kriecht, stets fruchtbar.
Wenn es zu rechter Gewalt kommt, schwingt doch immer wieder der Gedanke mit, die Opfer hätten irgendwie auch selbst Schuld.
Wird ein aus Israel stammender Junge in Laucha verprügelt, weil der Orts-Nazi Lutz Battke die Jugendlichen aufhetzt, fragt man mit leisem Vorwurf was denn ein Jude auch in Ostdeutschland zu suchen habe.
Werden immer wieder türkische Geschäftsleute erschossen, denkt man nicht an rechtsradikale Täter,  sondern schiebt erst mal den Opfern die Schuld in die Schuhe. 
Es sind ja immerhin Türken und ist das bei denen nicht ganz normal, daß die kriminell sind und sich gegenseitig erschießen?

Da gibt es eine Grundstimmung in Teilen des Volkes, die einfach hingenommen wird.
Die Bundesregierung fühlt sich nicht gefordert etwas dagegen zu unternehmen.
Rassismus im Fußball?
 Herrgott, dann sollen die Schwarzen doch nicht Fußball spielen.
Irgendwann hatte Ikenna Onukogu genug an diesem Tag Anfang März. Von den Pöbeleien, von den Schimpfworten "Neger", "Nigger", "Affe". Mindestens eine Halbzeit lang, so beschreiben es Augenzeugen, war der dunkelhäutige Torhüter des Bezirksligisten Hertha Hamborn im Spiel bei Dostlukspor Bottrop beleidigt worden. Dann reichte es ihm - und er warf eine Plastikflasche. Die Flasche, so erinnert sich der Keeper im Gespräch mit SPIEGEL ONLINE, sei ihm zuvor mit der Aufforderung entgegengeschleudert worden, er solle sie sich "in den Arsch schieben". […]

Seit Jahren macht der DFB Front gegen rassistische Pöbeleien. Und so sollte der Vorfall aus dem Bezirksligaspiel im Ruhrgebiet tatsächlich auch Konsequenzen haben. Doch es sind unerwartete Konsequenzen, die noch für viele Diskussionen sorgen dürften. Denn der Niederrheinische Fußballverband sperrt einstweilen: Ikenna Onukogu, das Opfer.

Hamborns Präsident Christian […] Birken ist fassungslos. "Ikenna hat die ganze zweite Halbzeit über versucht, den Schiedsrichter zum Eingreifen zu bewegen. Aber der hat sich wohl nicht getraut." Warum? Birken möchte mit seiner Antwort nicht zitiert werden.[…]

Hans-Günter Drießen, der Vorsitzende der für das Spiel zuständigen Bezirksspruchkammer drei, wollte den umstrittenen Vorfall auf Anfrage von SPIEGEL ONLINE nicht kommentieren. Er werde "einen Teufel tun" und sich "zu einem laufenden Verfahren äußern".
Das ist Alltag in Deutschland.
 Man kann rassistisches uns revisionistisches Zeug grölen und niemand zieht daraus Konsequenzen.
 Das gilt für den Fußballplatz in der Regionalliga genauso wie für’s Halbdebilen-Unterhaltungsprogramm vom ZDF.
Talkshow Arnulf Baring verbreitet die wüst rechtskonservative Ansicht, die Juden seien auch Täter gewesen. Die "Celebrity-Society" kann dem nichts entgegensetzen. Nach 75 Minuten von der Talkshow "Markus Lanz" sitzt man ratlos da. Was ist erschreckender: Dass ein greiser Historiker, der in der SPD Mitglied war, in den Jahrzehnten immer konservativer wurde und nun "den Juden" auch als "Täter" verunglimpft oder, dass es einer Gesellschaft aus halbgebildeten Promis kaum mehr gelingt, dem skandalösen Auftritt von Arnulf Baring entgegenzutreten?

[…] Baring begann schon zu Anfang, von "Unsere Mütter, unsere Väter" zu schwärmen. Aus seiner Sicht sei dieser Film ein Beitrag, die Grenze von Täter- und Opfervolk endlich aufzuheben: "Ganz großartig an dem Film ist, dass man sieht, dass die ganze Teilung , von der wir seit Jahrzehnten reden, nämlich die von Opfern und Tätern, dass die nicht hinhaut. Die Opfer sind irgendwo Täter und die Täter sind irgendwo Opfer."

[…]  Er wiederholte seine These durch die Sendung mehrmals, bis hin zu diesem Satz: "Der Jude war auch Täter, um seine Haut zu retten."

Zusätzlich stellte er die biologistische These auf, die Massenvergewaltigungen an deutschen Frauen seien in die Gene der kommenden Generationen eingeflossen. […] Lamoryant und nebenbei negiert er die Hauptschuld des Deutschen Reichs für den 1. Weltkrieg  und niemand wagt es zu widersprechen.
Baring und der DFB bereiten hier den Boden für die NPD, die die so geschürten Stimmungen nur einsammeln muß.

Die braune, stinkende Ideologie wird außerdem unterstützt mit rund 20 Millionen Euro aus der Steuerzahlerkasse.
Die Regierung wird weiter hart attackiert, da sie keinen Antrag für ein NPD-Verbotsverfahren stellen will. Besonders aus den Ländern kommt Kritik: Man dürfte organisierten Rassismus nicht aus Steuermitteln finanzieren. Tatsächlich kassierte die NPD seit 2003 mehr als 20 Millionen Euro. Sie ist immer noch eine legale Partei. Unter anderem weil sich Angela Merkel wie so oft davor drückt etwas zu unternehmen. Die Bundesregierung trägt den Verbotsantrag jedenfalls nicht mit

NRW-Innenminister Ralf Jäger war einer, der in erster Reihe für einen Verbotsantrag der Bundesländer gekämpft hatte. Nun ist Jäger offenkundig sauer. Sauer auf die Bundesregierung, der er vorwirft, sie habe monatelang "laviert" und sei "herumgeeiert". Während die Länder eine "sorgfältig" zusammengestellte Materialsammlung vorgelegt hätten, habe die Regierung gezaudert und nun ein "verheerendes Signal" gegeben. Sie ducke sich weg, so Jäger.

"Als Demokraten haben wir die Pflicht, alles in unserer Macht Stehende zu tun, um die höchsten Werte unserer Verfassung zu schützen", unterstrich der SPD-Politiker. "Die NPD bereitet den Boden für braune Gewalt und schürt Hass gegen Ausländer, ihre Ideologie ist menschenverachtend und antidemokratisch. Sie gefährdet das friedliche Zusammenleben der Menschen in unserem Land." Jäger betonte, er "finde es unerträglich, dass wir diesen organisierten Rassismus aus Steuermitteln unterstützen".

Ein Argument, dass beispielsweise auch vom Zentralrat der Juden oder der Türkischen Gemeinde angeführt wird. Und tatsächlich finanziert sich die NPD seit Jahren zu einem guten Teil aus Steuergeldern.
Es ist insbesondere die FDP, die schonend-indolent mit den Braunen umgeht.
Es ist einfach nur blamabel, was sich die Bundesregierung da leistet.
Der Postillion orakelt, die FDP stoppe nur deshalb den NPD-Verbotsantrag um wenigstens eine NOCH unbeliebtere Partei als sie selbst im legalen Spektrum zu behalten.
"Rösler verharmlost die Neonazis auf unerträgliche Weise. Denn Faschismus ist keine Dummheit, sondern ein Verbrechen", kommentiert die innenpolitische Sprecherin der Fraktion DIE LINKE, Ulla Jelpke, die Aussage von FDP-Chef Philipp Rösler, seine Partei werde einem Verbotsantrag der Bundesregierung gegen die NPD nicht zustimmen, da sich 'Dummheit nicht verbieten' lasse. Jelpke weiter:

"Entscheidend für die Zustimmung zu einem NPD-Verbotsverfahren sollte sein, ob ausreichendes Beweismaterial für die verfassungswidrige Einstellung der Partei vorliegt. Natürlich würde durch ein NPD-Verbot rechtsextremes und fremdenfeindliches Gedankengut, das bis weit in die Mitte der Gesellschaft reicht, nicht automatisch verschwinden. Aber die rechte Hetze würde zumindest nicht durch Millionen Steuergelder in Form der staatlichen Parteienunterstützung subventioniert. Die Nazis könnten ihre hassgeladenen Aufmärsche nicht mehr unter dem Schutz des Parteienprivilegs durchführen. Und gegenüber der Bevölkerung würde ein klares Signal gesetzt, dass Faschismus eben keine normale Meinung unter anderen ist."
So tickt eben die schwarzgelbe Bundesregierung. Großzügig gegenüber den Rechtsradikalen und knallhart gegen die Opfer des rechten Terrors.
"Die Blockade bei den Ghettorenten ist ein Affront gegen die Überlebenden des NS-Terrors", wirft die innenpolitische Sprecherin der Fraktion DIE LINKE, Ulla Jelpke, der Bundesregierung und den Koalitionsfraktionen vor, nachdem die Koalition heute im Ausschuss für Arbeit und Soziales die Anträge der Oppositionsfraktionen zu den sogenannten Ghettorenten abgelehnt hat. Die Koalition will auch keine eigenen Initiativen entfalten. "Das Verhalten der Koalitionsparteien zeugt von unglaublicher Dreistigkeit. Sie wollen das Problem aussitzen und warten kaltschnäuzig eine biologische Lösung ab", sagt Matthias W. Birkwald, rentenpolitischer Sprecher der Fraktion.

Jelpke: "Der Bundestag hatte im Jahr 2002 einmütig beschlossen, die Ghettorenten rückwirkend ab 1997 auszuzahlen. Wegen fehlerhafter Rechtsauslegung begannen die Zahlungen aber in den allermeisten Fällen erst 2005. Wenn sich die Koalition nun der Korrektur dieses Fehlers verweigert, kündigt sie den bisherigen Konsens auf. Für viele der rund 20.000 Überlebenden bedeutet dies, dass ihnen mehrere Tausend Euro vorenthalten werden. Die Koalition begeht damit einen Diebstahl an den Überlebenden des Holocaust."

"Wir erwarten von den Abgeordneten der Regierungsfraktionen, dass sie sich morgen bei der Abstimmung im Bundestag von dieser skandalösen Verweigerungshaltung lösen und sich von ihrem Gewissen leiten lassen", so Birkwald abschließend. "Es darf nicht sein, dass der Deutsche Bundestag den letzten Überlebenden des NS-Terrors ihre Rechte verweigert."


Die Union hat heute im Ausschuss für Soziales erklärt, dass Sie bei den Ghetto-Renten nichts mehr unternehmen wird. Dazu erklären Volker Beck, Erster Parlamentarischer Geschäftsführer, und Wolfgang Strengmann-Kuhn, Sprecher für Rentenpolitik:

Es ist traurig und beschämend! Es leben heute noch knapp 20.000 Juden, deren Anträge auf eine so genannte "Ghetto-Rente" zunächst rechtswidrig abgelehnt wurden. Dieser Fehler wurde zwar korrigiert, die rückwirkende Auszahlung aber nur bis 2005 gewährt. Es war der politische Wille des Gesetzgebers, diese Renten rückwirkend bis 1997 auszuzahlen. Die Menschen werden nun um ihre rückwirkende Rente bis 1997 gebracht, weil es die Merkel-Mehrheit verhindert. Das ist skandalös und unverantwortlich vor dem Hintergrund der deutschen Vergangenheit. Der täglich kleiner werdende Empfängerkreis ist heute in hohem Alter und meist auf Pflege und Medikamente angewiesen, weshalb die rückwirkende Auszahlung der ihnen zustehenden Renten einen nicht unerheblichen Teil zur Verbesserung ihrer Lebensumstände beigetragen hätte. Wir werden deshalb morgen im Bundestag diese Debatte öffentlich führen und darüber abstimmen.

Dienstag, 19. März 2013

Auflehnung gegen die Natur



SODOM UND GOMORRHA!!!!!

Was gibt es da zu erforschen??

Wie ein Mensch zum widernatürlichen Homo-Fetischisten wird, ist ja wohl eindeutig geklärt! Kreuznet und RKK sei Dank.
Aus innewohnender Bösartigkeit ist Mensch empfänglich für dämonische Einflüsterungen. Das erzeugt Gotteshass und den Drang sich gegen die Natur und Schöpfung aufzulehnen!
Das einzig Positive an Homosexualität ist die Tatsache, daß man diese schlechte Entscheidung wieder rückgängig machen kann.
Gebete und Therapie helfen. Manchmal ist ein Exorzist notwendig.
Die besten Erfolge diesbezüglich haben Evangelikale zu verzeichnen. Deren Homo-Umerziehungsprogramme werden durchaus schon mal auf Kirchentagen mit finanzieller Unterstützung der Bundesregierung propagiert.
Das was offenbar weitgehend genetisch vorgesehen ist wie die Fähigkeit die Zunge zu rollen oder grüne Augen, wollen Christen hartnäckig umpolen und bekämpfen. Eisern stemmen sie sich gegen die Natur. 
Bei einigen Familien ist allerdings viel zu tun. 
Da kommt es geballt.
[Matthias] Seilinger, ein Kunsthistoriker aus Österreich, hat zwei homosexuelle Cousins, eine lesbische Cousine, und auch sein Bruder ist schwul. Nicht die gesamte Verwandtschaft goutierte es, als er sich zur Heterosexualität bekannte. Gegenüber der gleichgeschlechtlichen Übermacht– »4:3 in meiner Generation« – habe er sich geradezu rechtfertigen müssen. »Zwischen meinen älteren Cousins ist mir meine Heterosexualität in der Pubertät schwergefallen«, berichtet er. »Wenn die Minderheit zur Mehrheit wird, dann muss auf einmal der Hetero auf Toleranz hoffen. Ist das nicht spannend?«

Seilingers Familie illustriert eine lange bekannte Beobachtung: Homosexualität häuft sich unter Verwandten. Das bekannteste Beispiel ist eine deutsche Literatendynastie – Thomas Mann und seine Kinder Klaus, Erika und Golo. Auch Zwillingsstudien zeigen, dass die Veranlagung genetisch vermittelt wird. Indes konnte nie recht geklärt werden, welche Erbanlagen Menschen auf gleichgeschlechtliches Begehren polen.
Evangelikale kümmert das wenig. 
Sie bestehen darauf, daß Homosexuelle ihre Veranlagung loswerden sollten und bieten dazu Hilfe an. 
Der Chef eines dieser evangelischen Verbände durfte just zum 125-Jährigen Bestehen ein Glückwunschschreiben der Bundeskanzlerin, die sich ja auch scharf gegen die sogenannte „Homo-Adoption“ wehrt, entgegen nehmen.
Man müsse unterscheiden zwischen "homosexuellen Empfindungen oder Neigungen, denen Menschen mit Gottes Hilfe und Vergebung widerstehen können, und homosexueller Praxis", so [der Vorsitzende des evangelischen Gnadauer Gemeinschaftsverbandes  Michael] Diener. Vieles spreche dafür, dass "Homosexualität insgesamt nicht veranlagungsbedingt, sondern auf (frühkindliche) biographische Ursachen zurück zu führen ist". Das bedeute, "dass ein therapeutischer und seelsorgerlicher Veränderungsprozess grundsätzlich möglich ist und dass es auch an uns liegt, diese in der Öffentlichkeit aggressiv verneinte Option um der Liebe zu den betroffenen Menschen willen auch weiterhin offen zu halten und zu vertreten."

Heißt im Klartext: Merkels beglückwunschter Verband spricht sich für "Heilungs"-Angebote für Homosexuelle aus. Das wird auch an einer anderen Stelle des Textes deutlich: In der Gemeinde gehöre "der Umgang mit homosexuell empfindenden Menschen, die nicht propagandistisch ideologisch auftreten, in den Bereich der Seelsorge", so Diener weiter. "Wir sind ausgesprochen dankbar für die Arbeit, die das Weiße Kreuz auch auf diesem Gebiet leistet."

Das Weiße Kreuz ist ein Fachverband des Diakonischen Werkes zur Sexualberatung, der unter Beobachtung der "Mission Aufklärung des LSVD steht, weil er etwa zu einem Fortbildungsseminar zu "sexuellen Identitätsstörungen in der Beratung" Markus Hoffmann von der Homo-"Heiler"-Organisation Wüstenstrom eingeladen hatte. Ein Programmpunkt: "Menschen mit sex. Identitätsstörungen (Homosexualität, Pädophilie, Transsexualität) verstehen". Der nächste Punkt: "Sexuelle Identitätsstörungen und ihre Behandlungsmöglichkeiten".

Das Weiße Kreuz hat auch eine Handreichung zum Thema erarbeitet, in der Homosexuelle zunächst typologisert werden ("viele lieben wechselnde Kontakte", "einige lieben Kinder, Jugendliche oder Gleichaltrige"). Man sollte das Dokument mit all seinen Aussagen gelesen haben, vor allem die vermuteten Gründe einer Homosexualität wären fast erheiternd, hätten sie nicht so einen traurigen Hintergrund. Denn das Dokument hält fest: "Homosexuelle mit Änderungswunsch und -willen können ihre sexuelle Orientierung durch Therapie, Seelsorge oder Selbsthilfegruppen ändern."
Daß diese Fundi-Evangelen sich weit außerhalb der anerkannten Wissenschaft angesiedelt haben und von keinem seriösen Forscher ernstgenommen werden, stört die Religioten in keiner Weise. Sie haben immerhin viele Verbündete.
Da kämpft zum Beispiel der Vatikan Arm in Arm mit islamischen Fundi-Staaten und afrikanischen Despoten in der UN gegen Menschenrechtskonventionen, die endlich die Diskriminierung Homosexueller verurteilen wollen.
Franziskus und die seinen sind mindestens ein Jahrhundert hinter dem allgemeinen Erkenntnisstand hinterher.
Dabei müßten sie nur mal in einen Brockhaus sehen; der nicht gerade als Organ der unseriösen sozialistischen Umtriebe bekannt ist.
Im „Brockhaus Psychologie“ (Ausgabe 2001) heißt es dazu auf Seite 247f:
„In der Sexualforschung geht man heute davon aus, dass die homosexuelle Orientierung ebenso wie die heterosexuelle tief und unabänderlich mit der Persönlichkeit verknüpft ist. ..Die Homosexualität wird inzwischen von allen mit ihr befassten Disziplinen als ein häufig vorkommendes sexuelles Normalphänomen angesehen.“
Gleichgeschlechtlich Liebende gibt es in der Tat überall, es gab sie immer und seitdem Biologen darauf achten, fanden sie Tausende Spezies im Tierreich, die ebenfalls homosexuelles Verhalten zeigen. Vor dem Auftauchen der Abrahamitischen Diskriminierungsreligionen war Homosexualität auch unter Menschen so natürlich, daß christliche Missionare in Afrika gewaltige Anstrengungen unternehmen mußten, um einem ganzen Kontinent Hass und Homophobie zu bringen.
Es ist freilich genetisch nicht ganz so einfach, wie damals bei Gregor Mendel und seinen Bohnen. Das bedeutet aber nicht, daß man die genetischen Zusammenhänge nicht herausfinden könnte.
Eine sehr belastbare Hypothese legen drei renommierte Forscher aktuell vor.
Träfe die Hypothese der US-Amerikaner William Rice und Sergey Gavrilets sowie des Schweden Urban Friberg tatsächlich ins Schwarze, wäre eine ohnehin vorherrschende Erkenntnis über den allerletzten Zweifel erhaben: Homosexualität ist wie Heterosexualität definitiv eine angeborene, biologisch fundierte und vollständig normale Variante des Begehrens. Ebenso wenig wie Heterosexuelle haben Homosexuelle die Wahl, auf welches Geschlecht sie ihr Verlangen richten. Spätestens mit dieser Einsicht sähen sich homophobe Bewegungen und Konfessionen wohl gezwungen, ihre Ablehnung gleichgeschlechtlicher Beziehungen zu revidieren. […] Die überraschende Antwort der drei Theoretiker lautet nun: Die Neigung könnte nicht einmal durch verbrecherische Maßnahmen beseitigt werden. Homosexualität entsteht in jeder Generation aufs Neue. Nach dem Modell von Rice und seinen Kollegen wird sie aktiviert, wenn bei der Zeugung nicht nur die Erbanlagen selbst, sondern bestimmte Regelmechaniken übertragen werden, die sich erst seit Neuestem präzise erkunden lassen.

Es handelt sich dabei um epigenetische Steuerbefehle (sogenannte Epi-Marks). Diese biochemischen Markierungen auf der DNA können nicht benötigte Gene in einer Zelle gleichsam in den Tiefschlaf versetzen. Doch die Epi-Marks können zuweilen auf den Nachwuchs vererbt werden, anstatt im Vererbungsprozess gelöscht zu werden, schreiben die Forscher im Quarterly Review of Biology. Wenn der vererbte Code Gene betreffe, die an der Realisierung der Sexualität im Gehirn mitwirken, könne es zur »Diskordanz zwischen biologischem Geschlecht und sexueller Orientierung« kommen. Auf diese Weise würden Mütter ihr sexuelles Interesse an Männern auf epigenetischem Wege an ihre Kinder weitergeben. Ebenso wie die Mütter würden dann die Söhne Männer begehren. Vererbten andererseits Väter ihre sexuelle Orientierung, hätte dies Auswirkungen auf die Töchter: Sie fühlten sich, wie der Papa, zu Frauen hingezogen. Die Ursache für die Häufung in Familien, so prophezeit die Theorie, ist eine Genvariante, die oft eine unvollständige Löschung der Epi-Marks bewirkt.
Merkel, Franziskus und den Evangelikalen sind aber Fakten und Wissenschaft egal.
Sie hängen lieber alten Vorurteilen an und grenzen aus.
Mit den Evangelikalen, die fest daran glauben Schwulsein „heilen“ zu können, rücken sie weiter zusammen.
Evangelikale: „Fröhliche engagierte Christen.“

Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) ließ die rund 2.500 Teilnehmer der 117. Allianzkonferenz in Bad Blankenburg (Thüringen) grüßen. Die Botschaft überbrachte der Vorsitzende der CDU/CSU-Bundestagsfraktion, Volker Kauder. Der Politiker nahm zum zweiten Mal am Jahrestreffen der Deutschen Evangelischen Allianz teil. Nach seinem letztjährigen Besuch habe er der Kanzlerin empfohlen, sich selbst ein Bild von der evangelikalen Bewegung zu machen, berichtete Kauder in seinem Grußwort.
(Idea 05.08.12)
Kirche und Evangelikale sollen enger zusammenrücken.

Angesichts einer zunehmenden Skepsis gegenüber Religion in der Gesellschaft sollten die Volkskirche und die evangelikale Bewegung enger zusammenrücken. Dafür hat sich eine führende Repräsentantin der Evangelischen Kirche in Hessen und Nassau, Pröpstin Annegret Puttkammer (Herborn), ausgesprochen. Nach ihren Worten ist ein „Grundverdacht“ gegenüber allem spürbar, „was religiös ist“. Das habe sich zum Beispiel in der Debatte um die Beschneidung jüdischer und muslimischer Jungen gezeigt, sagte die 49-jährige Theologin am 6. Februar bei einem Besuch der Evangelischen Nachrichtenagentur idea in Wetzlar. Sie ermunterte Evangelikale, in gesellschaftspolitischen Fragen Stellung zu beziehen: „Wir dürfen uns nicht in unsere Hauskreise zurückziehen.“