Montag, 25. Februar 2013

Und die Himbeere geht an….


Also manchmal fällt bei mir der Groschen recht spät.
Ich weiß was die Oscars sind und daß einen Tag vorher die „Himbeeren“ für die schlechtesten Performances verteilt werden.
Elfmal nominiert, siebenmal abgeräumt - das "Twilight"-Finale ist der große "Gewinner" der diesjährigen Razzie Awards. Dabei erhielt "Breaking Dawn - Bis(s) zum Ende der Nacht - Teil 2" auch den Preis in der Hauptkategorie Schlechtester Film des vergangenen Jahres.

Kristen Stewart bekam die Goldene Himbeere als schlechteste Hauptdarstellerin - und zwar nicht nur für ihre Rolle als Bella Swan in der "Twilight"-Verfilmung, sondern auch für die Darstellung des Schneewittchens in "Snow White and the Huntsman". Taylor Lautner wurde für seine Nebenrolle als Werwolf Jacob Black "ausgezeichnet", Bill Condon für die schlechteste Regie. […]

Der Schauspieler Adam Sandler bekam zum zweiten Mal in Folge den Anti-Oscar in der Kategorie schlechtester Schauspieler - diesmal für "That's My Boy" (deutscher Titel: "Der Chaos-Dad"), der auch den Preis für das schlechteste Drehbuch bekam. Im vergangenen Jahr hatte Sandler bereits mit seiner Komödie "Jack und Jill" einen zweifelhaften Rekord erzielt und gleich zehn Goldene Himbeeren bekommen.
Im Gegensatz zu den Oscars, scheinen mir  die Himbeeren auch immer sehr verdient zu sein.
Was mir aber erst dieses Jahr auffiel:
Die Himbeeren, von engl. RASPBERRY, Razzi-Awards, klingen eingedeutscht aber verdammt nach RATZI-Award.
Wie passend.
So wie Ratzi der schlechteste Papst seit Julius II, dem sadistischen „Blutsäufer“ (Luther) ist, verweisen die Ratzi-Awards auf unterirdische Schauspielperformances.

Die Inszenierung des nächsten Konklave-Blockbusters läuft auch nicht eben anders.

Die Gerüchteküche brodelt so laut, daß Ratzis angeblich rein gesundheitliche Rücktrittsgründe längst nicht mehr geglaubt werden.
'Der Herr ruft mich, auf den Berg zu steigen, um mich noch mehr dem Gebet und der Meditation zu widmen' lautet die umjubelte, aber nichtssagende Erklärung für seine Flucht vor der Verantwortung.

Und dabei hatte er alles so schön ausgeheckt.
 Er würde sich einen schicken Wohnsitz im Vatikan (also außer Reichweite der weltlichen Justiz und in direkter Nähe zu seinem Nachfolger) bauen lassen, noch schnell seine Getreuen mit Pöstchen versorgen und die Konklaven-Höchstzahl von 120 Personen durch Erhebungen von Erzkonservativen voll ausnutzen.
Aber es wird nun doch etwas holperig.
Dadurch, daß die Wahlberechtigten in den Purpur-Kleidern schon drei Wochen vor der Sedivakanz vom Konklave wissen, bleibt ihnen umso mehr Zeit sich zu sortieren und Koalitionen zu schmieden. 
Das ist den bisher herrschenden Europäern gar nicht recht und so mußte Ratzi heute noch schnell die vorgeschriebene Wartezeit nach dem Tod, bzw der Abdankung des Papstes verkürzen. Nicht daß die Schwarzen oder Afrikaner noch auf dumme Ideen kommen.
Das Konklave zur Wahl des neuen Papstes kann früher beginnen. Benedikt XVI. erließ dafür ein entsprechendes Dekret. "Ich gebe dem Kardinalskollegium die Möglichkeit, den Beginn des Konklaves vorzuziehen, wenn alle Kardinäle anwesend sind."

Benedikt XVI. will das Papstamt am Donnerstagabend niederlegen. Nach den bisherigen Regeln hätte das Konklave frühestens am 15. März beginnen dürfen. Mit einer Vorverlegung will der Vatikan offenkundig sicherstellen, dass bis zu den Osterfeierlichkeiten ein neues Kirchenoberhaupt bestimmt ist.

 Das Kardinalskollegium könne den Beginn der Papst-Wahl vorziehen, sofern alle Kardinäle in Rom anwesend seien, teilte der Vatikan mit, ohne einen möglichen Termin zu nennen. Es sei wahrscheinlich, dass das Kardinalskollegium in den ersten Märztagen eine formale Entscheidung dazu treffe.
Ein weiterer Nachteil einer langen präkonklavigen Zeitspanne sind die ausführlicheren Recherchen der Presse zu den Papabili.
Einige Kardinäle der ultrakonservativen Front, die Ratzi und die Mehrheit der Kurialen durchaus gern als Papst sähen, werden schon a priori weidwund geschossen.

Der angebliche Hoffnungsträger Peter Turkson ist quasi schon diskreditiert, weil alle Welt vorgeführt bekam, daß er der Todesstrafe für Homosexuelle nicht gerade ablehnend gegenüber steht.
Und auch die Kinderfickerfreunde in den roten Roben geraten unter Druck. Ihre Schäfchen würden sie am liebsten gar nicht in die Sixtina lassen.
Im Vatikan sorgt die Initiative einer Vereinigung von US-Katholiken für Aufsehen. Sie wollen verhindern, dass der frühere Erzbischof von Los Angeles, Kardinal Roger Mahony, am Konklave teilnimmt. "Lieber Kardinal Mahony, bleiben Sie zu Hause", hieß es am Montag in einer im Internet einsehbaren Petition der Organisation Catholics United. "Ihre Verwicklung in den Missbrauchsskandal der Kirche und das vom Erzbischof von Los Angeles verhängte Verbot der Ausübung öffentlicher Ämter sollten Ihnen Hinweis darauf sein, dass sie nicht am nächsten Papstkonklave teilnehmen sollten."

In seinem Blog erklärte der US-Kardinal, er sei "gedemütigt worden". Menschen hätten ihn öffentlich angegriffen. "Ich bitte um die Gnade, die Demütigung zu ertragen, die ich jetzt erleide", schrieb der Kardinal.
Vermutlich wäre das Konklave ziemlich leer, wenn alle Geronten zu Hause blieben, die in der Vergangenheit missbrauchte und vergewaltigte Kinder im Stich gelassen, bzw sogar unter Druck gesetzt haben, damit sie schweigen.

Mahony, der nun all das Mitleid für sich selbst entwickelt, das er über Dekaden für keins von seinen Priestern vergewaltigten Opfer aufbringen konnte, wird natürlich doch nach Rom fahren.
Im Vatikan sind Kinderfickerfreunde nach wie vor genauso hoch angesehen, wie im Bundestag.
Aber dennoch dürften seine eigenen Chancen Benedikts Nachfolger zu werden, pulverisiert sein.

Unterdessen hat es schon den Dritten erwischt. 
Heute wurde der Rücktritt des bekannten Irischen Kinderfickervertuschers Kardinal O’Brian bekannt.
Auch er könnte dennoch zum Konklave reisen, da der Heilige Geist sich auch in der Hand von Päderastophilen einfindet, wenn die Stimmzettel ausgeschrieben werden.
Ein Papst O’Brian ist allerdings unwahrscheinlich. Vermutlich bleibt der ultrakonservative Brite ohnehin schmollend zu Hause.
Kardinal Keith O'Brien, einer der führenden katholischen Geistlichen in Großbritannien, ist zurückgetreten. Vier Priester hatten sich über ihn beschwert. Er habe sich "unangemessen" verhalten, heißt es. […]  Jetzt ist der 74-Jährige von seinem Amt als Erzbischof von St. Andrew's und Edinburgh zurückgetreten. Der Grund: Er soll sich "unangemessen" verhalten haben. Ein ehemaliger und drei aktive Priester aus seiner Diözese hatten sich beim Apostolischen Nuntius in Großbritannien über den Geistlichen beschwert und seine Entlassung gefordert. […] Einer der Priester war dem Bericht zufolge 20 Jahre alt und Seminarist im St. Andrew's College im schottischen Drygrange, als ihm O'Brien nach dem Nachtgebet Avancen machte. Ähnlich soll es einem anderen Geistlichen nach einem Trinkgelage in der Residenz des Erzbischofs ergangen sein.

[…]   Nur wenige Tage vor seinem Rücktritt muss sich Benedikt XVI. also erneut mit einem Problem befassen, das ihn während seines Pontifikats nicht losgelassen hat. O'Brien hat laut BBC bereits erklärt, dass er nicht wie geplant am Konklave in Rom teilnehmen wird. "Ich möchte nicht, dass sich die Medienaufmerksamkeit in Rom auf mich konzentriert, sondern auf Papst Benedikt XVI. und seinen Nachfolger", so O'Brien. […] O'Brien galt in der Vergangenheit nicht gerade als Liberaler, sein Vorstoß in Sachen Zölibat kam unerwartet. Bisher hatte er Homosexualität stets als moralisch verwerflich verdammt, sich gegen Adoptionsrechte für Schwule ausgesprochen und noch vor kurzem behauptet, die gleichgeschlechtliche Ehe sei "grotesker Irrsinn". Im vergangenen Jahr verlieh ihm die Organisation Stonewall, die Schwulen- und Lesbenrechte vertritt, dafür den Titel "Betbruder des Jahres".   […]  Die römische "Repubblica" [witterete] eine mächtige "Gay-Lobby" im Vatikan. Am 17. Dezember sollen drei mit den Vatileaks-Ermittlungen beauftragte Kardinäle dem Papst zwei Aktenbände mit fast 300 Seiten Untersuchungsergebnissen übergeben haben. Angeblich mit brisantem Inhalt. Der Zeitung zufolge enthält das Dossier Informationen zu einem geheimen, sehr einflussreichen Schwulennetzwerk im Vatikan. Dessen Mitglieder sollen wegen ihrer sexuellen Orientierung zunächst Vorteile, später allerdings auch Nachteile gehabt haben, weil Kontaktpersonen jenseits des Vatikans versucht haben sollen, sie zu erpressen.
Tja Razzi, Dein Timing ist nicht gerade optimal. 

Die große Papstwahlshow verkommt immer mehr zu einem Homothriller.

Daß Ratzis bevorzugte Oberhirten ganz gerne Seminaristen hinterhersteigen, ist so neu nicht:

Wir erinnern uns an Bischof Mixa und seine "Lustmolche" (=Kaplane und Priester)

Brisant ist vor allem ein wiedergegebener Dialog aus einem Urlaub des Bischofs, unter anderem mit einem jungen Priester.
Das Gespräch soll so verlaufen sein:

Mixa: 'Bleib hier, ich brauche deine Liebe.'

Priester: 'Ich bin doch nicht schwul.'

Mixa: 'Ich doch auch nicht.'

Priester: 'Und was war gestern Abend?'
Daraufhin habe der Bischof geantwortet, dies sei im Überschwang der Gefühle geschehen.

Er, Mixa, habe es gebeichtet. Den ganzen Urlaub über soll es immer wieder Streit gegeben haben, weil der Mann sich von Mixa bedrängt fühlte.


Sonntag, 24. Februar 2013

Rasismus


Zugegeben, von Fußball habe ich keine Ahnung. 
Aber das ist ja scheinbar auch der Grund, weswegen Fußball so ein Massenphänomen ist: Man muß nicht viel darüber wissen, um mitdiskutieren zu können. 
Anders als bei Basketball reicht es auch in der Regel, wenn man bis drei zählen kann, um sich die Ergebnisse zu merken.
Wenn man Montags zur Arbeit kommt, kann man eben mit fast jedem über das Fußballereignis von gestern Abend sprechen. 
Würde man stattdessen die Modalitäten des ESM-Rettungsschirms, oder die verschiedenen Modelle für die Finanzmarkttransaktionssteuer diskutieren wollen, scheitert es daran, daß 99% der Menschen nicht genug darüber wissen. Obwohl das wichtiger als Fußball wäre.

Aber die Welt der Rasenraser ist schön simpel.
Auf der Titelseite der HH Mopo vom Samstag prangte beispielsweise:
„Heiss auf Hannover: HSV will 3. Sieg in Serie!“
Donnerschlach.
Auch als völliger Laie wäre ich ja glatt von selbst auf die Idee gekommen, daß die Stadtmannschaft HSV gewinnen will.
Meiner Ansicht nach ist es überhaupt weit verbreitet, daß Sportler gewinnen wollen.

Das Problem an Mannschaftssportarten ist, daß das Publikum seine Sympathien nach lokalpatriotischen und nationalistischen Gesichtspunkten vergibt. Bei Individualsportarten kann man hingegen seiner Nationalität viel besser entwachsen, weil das Publikum einen Einzelcharakter geboten bekommt.
So sind im Tennis beispielsweise die vielen Osteuropäer immer im PR-Nachteil, weil die klassischen Tennisnationen Amerika, Frankreich und England sich von ihnen überrumpelt fühlen. Serben beispielsweise mag niemand, weil dabei auch noch an den jüngsten Krieg und die Gräuel und Milosovic und Mladic assoziiert werden.
Für serbische Sportmannschaften ist das bei Olympiaden durchaus ein Nachteil.
Die Nummer Eins im Herrentennis, der 25-Jährige Belgrader Novak Đoković streifte dieses Manko ab. Er ist inzwischen überall beliebt, weil er einfach ein toller Typ ist, der neben seinen Fähigkeiten als Sportler auch ein begnadeter Komödiant und Entertainer ist.
 In Hamburg hat auch jeder vergessen, daß die Klitschkos eigentlich Ukrainer sind. Sie sind solche Sympathen, daß sie einfach adoptiert wurden und bei jedem Boxkampf bejubelt werden.

Im Fußball hingegen schwingt der Nationalismus viel mehr mit.
Und unglücklicherweise kommt Nationalismus selten allein, sondern bringt meistens seine Geschwister Rassismus, Homophobie und Misogynie mit.
Bekanntlich sind Profifußballer neben Kardinälen die einzige absolut homofreie Berufsgruppe.
Für Profispieler schließen Bekenntnis und Karriere einander bislang offenbar aus; erst Mitte Februar beendete der ehemalige US-Nationalspieler Robbie Rogers, 25, seine Laufbahn im Moment des Coming-out.
(SPIEGEL, 25.02.13)
Schwulsein ist grundsätzlich OK, aber spielen kann man dann natürlich nicht mehr und muß den Sport an den Nagel hängen.
Da im Fußball gigantische Summen zu verdienen sind und weltweit Fifa- und IOC-Funktionäre Millionen in den Hintern gesteckt bekommen wollen, unternimmt man auch nichts gegen die systematische Intoleranz der „Fans“.
Fußball ist der Rückzugsbereich. Nur dort wird Intoleranz toleriert.
Das gilt im Übrigen weltweit.
Legende sind die antiafrikanischen Grölereien der Italienischen Fußballfans, die sofort in Affenlaute ausbrechen, wenn ein dunkelhäutiger Spieler den Ball bekommt.
Dem schwarzen Deutschen Kevin-Prince Boateng werden als Mannschaftsmitglied des AC Mailand schon mal Bananen zugeworfen. Rassismus ist in Italienischen Stadien so normal, daß alle Welt wie vom Donner gerührt war, als Boateng sich dies nicht mehr gefallen lassen wollte und einfach während eines Spiels ging.
Der Ghanaer Boateng, der in Berlin geboren wurde, hatte am Donnerstag in einem Freundschaftsspiel gegen den Viertligisten Pro Patria in der 26. Minute das Spielfeld verlassen, nachdem er und seine Teamkollegen von den gegnerischen Fans rassistisch beleidigt worden waren. Das gesamte Team folgte Boateng, das Spiel musste abgebrochen werden.

In Italien – ein Land, in dem Rassismus in Stadien immer noch an der Tagesordnung ist – ist die Botschaft angekommen: Die einflussreiche Sportzeitung Gazzetta dello Sport titelte "Wir alle sind Boateng" und nannte seine Handlung eine "historische Reaktion" auf die "Rassismus-Schande" im Stadion von Busto Arsizio. Der Corriere dello Sport schrieb, Milan habe dem Fußball "eine großartige Lektion" erteilt.
Übelste Zustände herrschen auch in Israel, wo der vielfache Meister Beitar Jerusalem einen gewalttätigen Fanaufstand provozierte, nachdem erstmals zwei Nicht-Juden in die Mannschaft aufgenommen wurden.
 Israel ist zwar eine Einwanderernation – aber nur Juden sind willkommen. 
Der schwerreiche russischstämmige Klub-Besitzer Arkadi Gaydamak holte den 23-jährigen Stürmer Zaur Sadajew und den 19-jährigen Abwehrspieler Dschabrai Kadijew aus Grosny – da war was los.

"Beitar bleibt für immer rein": Weil zwei muslimische Spieler beim Jerusalemer Traditionsverein Beitar anfangen wollen, laufen militante jüdische Fans Sturm. […]

Die beiden gelten als Talente, billig waren sie obendrein, und eine Verstärkung kann das Team aus Jerusalem gewiss gebrauchen. Der sechsmalige israelische Meister liegt derzeit in der Liga nur auf dem enttäuschenden siebten Platz. Doch außer dem Klub-Magnaten wollte sich kaum jemand freuen über die Neuverpflichtung. Der Grund: Die tschetschenischen Kicker sind muslimischen Glaubens und das hat es bei Beitar noch nie gegeben in 77 Jahren der Vereinsgeschichte.

[…]   Im nächsten Heimspiel schon brach die Hölle los. Auf der Tribüne wurde ein Banner entrollt mit der Aufschrift: "Beitar bleibt für immer rein", und rein heißt in diesem Fall rein jüdisch. Der Anklang an den Nazi-Terminus "judenrein" war die geschmacklose und geschichtsvergessene Beigabe zu einem Fan-Krawall, der selbst im israelischen Fußball einmalig ist.  Bei der Ankunft mussten die beiden Neulinge von der Polizei geschützt werden, Grosny wird ihnen beschaulich vorgekommen sein im Vergleich zu Jerusalem. Ein Trupp des berüchtigten Fanklubs "La Familia" lauerte den Spielern auf, bespuckte sie und bewarf ihre Autos mit Steinen. Als Höhepunkt ging am Wochenende der Vereinssitz von Beitar in Flammen auf. Es war Brandstiftung, und dem Feuer fielen nicht zuletzt auch wertvolle Trophäen und historische Trikots zum Opfer.

[...]  Fußball ist für sie oft eine Fortsetzung der Politik mit anderen Mitteln. Von den Rängen dröhnen rassistische Schlachtrufe wie "Tod den Arabern" und Verhöhnungen des Propheten Mohammed. Während bei anderen Vereinen und auch in Israels Nationalmannschaft mittlerweile Spieler aus der arabischen Minderheit, die 20 Prozent der Bevölkerung ausmacht, eine Selbstverständlichkeit sind, musste sich der Beitar-Kapitän öffentlich bei den Fans entschuldigen, als er einmal einen solchen Transfer vorschlug. Bei einem dermaßen begrenzten Horizont ist es wenig verwunderlich, wenn auch die Tschetschenen nun zu unerwünschten Arabern erklärt wurden.

In Russland sieht es nicht anders aus. 
Der Top-Club Zenit St. Petersburg geriet unter Druck seiner Fans, die prophylaktisch verlangten keine schwarzen oder schwulen Spieler zu verpflichten.

Fans des russischen Top-Clubs St. Petersburg haben für einen großen Skandal und heftige Empörung gesorgt. Sie veröffentlichten ein "Manifest für einen traditionellen Fußball", in dem sie sich gegen dunkelhäutige und homosexuelle Spieler ausgesprochen haben.  Der Club verliere seine Identität, wenn Fußballer aus anderen Regionen der Welt dort spielten, hieß es in dem Text, den der Fanclub Landskrona veröffentlichte. Ihre Forderung: Zuerst sollte Zenit slawische Spieler verpflichten, zur Not Europäer. Nur wenn man intensiv gesucht und nichts Passendes gefunden habe, könnten die Scouts "nach Südamerika fliegen", wie es in der Schrift heißt. Eine weitere Forderung ist, dass Zenit-Profis weder rauchen noch trinken dürfen.[…]

Auslöser des Manifests war offenbar ein teaminterner Streit, auf den sich die Fans beziehen. Demnach hätte sich Nationalspieler Igor Denisow beschwert, dass Hulk sehr viel mehr verdiene als die russischen Profis im Kader. Der Brasilianer war im vergangenen Sommer für geschätzte 40 Millionen Euro vom FC Porto zu Zenit gewechselt. […]   In Russland, Gastgeber der Fußball-Weltmeisterschaft 2018, gibt es im Fußball immer wieder rassistische Vorfälle. Unter anderem werden dunkelhäutige Spieler regelmäßig mit Bananen beworfen.

Das kann ja eine fröhliche Fußball-WM 2018 werden.
 Am besten man schließt Mannschaften aus Afrika a priori aus. Schon zu ihrer eigenen Sicherheit. Die korrupten Funktionäre finden da sicher eine Dreh und den Europäischen Fußballfans wird es gefallen unter Ariern zu sein.
Die Fifa wußte worauf sie sich einlässt, als sie im Jahr 2010 die WM 2018 nach Russland vergab.

In Russland wird keine zwei Wochen nach der Vergabe der WM 2018 zur Hatz auf Ausländer geblasen, es gibt Tote und Verletzte. Militante Neonazis instrumentalisieren rechtsradikale Fußballfans für ihre Zwecke. […]

Im Internet ruft die russische SS ihre Kameraden zur Schlacht um Moskau. Die "Slawjanskij Sojus", die Slawenunion - abgekürzt SS, gehört zu den berüchtigtsten rechtsradikalen Vereinigungen in Russland. Ihr Führer Dmitrij Djomuschkin posiert gern in Tarnfleck und mit Baseballschläger, er trägt ein Hakenkreuztattoo auf dem Oberarm. "Es ist Krieg", verkündet die Slawenunion in roten Lettern auf ihrer Homepage. Auf einer apokalyptisch anmutenden Fotomontage stehen links finstere Bewohner des Kaukasus, rechts jene Fußballfans, die am Samstag im Zentrum von Moskau wüteten. Zwischen den beiden Lagern liegt Moskau, das von schwarzen Rauchschwaden verhüllt wird. "Auf wessen Seite aber wirst Du stehen?" fragen die rechten Propagandisten.

Der Krieg, den Russlands Rechtsextreme ausrufen, hat in der Nacht zu Montag die nächsten Opfer gefordert: Im Süden der Stadt attackierte ein Dutzend Jugendlicher einen Mann aus Zentralasien und tötete ihn durch Messerstiche in die Milz. Im Osten feuerten Unbekannte aus einer Gaspistole sieben Mal auf einen Verkäufer aus Aserbaidschan und verletzten ihn schwer. Ein zweiter Aserbaidschaner wurde im Zentrum der Metropole niedergestochen.

[…]  Rechte Gruppierungen wie die Slawenunion machen sich jetzt den Unmut der Fans zu Nutze. Am Samstag geriet der zunächst friedliche Trauermarsch für Swiridorow außer Kontrolle. Unweit des Roten Platzes skandierten Tausende Slogans wie "Russland den Russen" und reckten den Arm zum Hitlergruß in Richtung Kreml.

Die Toleranz gegenüber dem Rassismus des Rasens ist in allen Regierungszentralen grenzenlos.

Es gibt aus keiner Partei auch nur vereinzelte Rufe dieses rassistische Mordtreiben ein für alle Mal durch ein Fußballverbot zu stoppen. Zu sehr befürchtet man vom Mob (vulgo: Wähler) abgestraft zu werden.
Elende rückratlose Schwächlinge, diese!

Samstag, 23. Februar 2013

Die geistig-politische Wende




Was waren das für große Töne, die Schwarze und Gelbe im September und Oktober 2009 spuckten!
Daß Westerwelle sich für mindestens genauso bedeutend wie Helmut Kohl hielt, passte ins Bild.
All seine Kraft und Energie hatte er darauf gesetzt Außenminister und Vizekanzler zu werden. Das war ihm auch tatsächlich gelungen.
Leider hatte er vergessen darüber nachzudenken, was es bedeutet Außenminister und Vizekanzler zu sein.

Ein halbes Jahr vor der nächsten Bundestagswahl stehen wir vor den Trümmern einer Legislatur.
Sämtliche FDP-Minister sind unbeliebter als Fußpilz und werden sogar vom eigenen Koalitionspartner leidenschaftlich verachtet.
 Die FDP-Wähler von 2009 schämen sich in Grund und Boden.
 Die CDU-regierten Bundesländer Schleswig-Holstein, Nordrhein-Westfahlen, Baden-Württemberg, Niedersachen und Hamburg gingen alle vollständig an die Opposition. Hessen wird folgen.
Politische Bilanzen lassen sich gar nicht ziehen, weil das gesamte Merkel-Kabinett außer Lobbybeglückungen und Rektum-Tauchen in Milliardären ohnehin nichts getan hat.
Alle dringenden Reformen sind auch Eis gelegt.

Was wird also bleiben von der peinlichen Episode 2009-2013?

Sie wird als „schlechteste Regierung aller Zeiten“ in die Geschichtsbücher eingehen.

Erinnern wird man sich lediglich an blöde Sprüche, Waffenexporte und einen beispiellosen Verfall der Moral (Lügen, verlorene Dr.-Titel, Rücktritte).

Auswahl:

„Mindestlohn ist DDR pur ohne Grenzen!“
(Vizekanzler Westerwelle)
"Wer dem Volk anstrengungslosen Wohlstand verspricht, lädt zu spätrömischer Dekadenz ein."

"Die deutsche Politik trägt mittlerweile Züge der Dekadenz. Auf der ganzen Welt werden die Wohlstandschancen verteilt, das Wirtschaftswachstum ist höher als bei uns. Und wir gewähren Viagra auf Sozialhilfe."
(Vizekanzler Westerwelle)

"Wenn man in Deutschland schon dafür angegriffen wird, dass derjenige, der arbeitet, mehr haben muss als derjenige, der nicht arbeitet, dann ist das geistiger Sozialismus."
(Vizekanzler Westerwelle)

"Ich habe nicht für die deutsche Einheit gekämpft, damit heute Kommunisten und Sozialisten was zu sagen haben!"
(Vizekanzler Westerwelle)

„Ich bin hier nicht als Tourist in kurzen Hosen. Das was ich sage, zählt!“
(Vizekanzler Westerwelle)

Deutsche Firmen exportieren 2012 deutlich mehr Rüstungsgüter in die Golfstaaten. […] Deutsche Unternehmen exportieren immer mehr Rüstungsgüter in die Golfregion. Der Wert der im Jahr 2012 genehmigten Ausfuhren dorthin war deutlich mehr als doppelt so hoch wie die Vorjahressumme. Auch für Ausfuhren nach Algerien wurden im vergangenen Jahr Genehmigungen mit einem deutlich höheren Wert erteilt als noch 2011.
So wurde 2012 die Ausfuhr von Rüstungsgütern in die sechs Staaten des Golf-Kooperationsrats im Wert von 1,42 Milliarden Euro genehmigt. […] Im Jahr 2011 hatte der Wert bei knapp 570 Millionen Euro gelegen. Zum Kooperationsrat gehören Bahrain, Katar, Kuwait, Oman, Saudi-Arabien und die Vereinigten Arabischen Emirate.
[…] Vor allem Rüstungsexporte nach Saudi-Arabien stehen wegen der Menschenrechtslage dort seit längerer Zeit in der Kritik. Als es vor zwei Jahren in Bahrain Proteste gegen die politische Führung gab, schickte Saudi-Arabien zudem Soldaten und Polizisten dorthin. Die Lage in Bahrain gilt noch immer als angespannt.
Saudi-Arabien ist der beste Kunde

Am Donnerstag hatte zunächst der christdemokratische Bundestagsabgeordnete Hartwig Fischer angeregt, die aus den Läden genommene Ware nicht voreilig zu vernichten. "Es handelt sich bei den in Deutschland gefundenen Artikeln um qualitativ hochwertige und nicht gesundheitsgefährdende Lebensmittel", sagte der […] Fischer fand in der Bild-Zeitung nicht nur einen willigen wie meinungsmachenden Abnehmer seines  Vorschlags - er bekommt nun auch Unterstützung von prominenter Seite.
Entwicklungsminister Dirk Niebel (FDP) sagte dem Blatt: "[…] Ich finde, da können wir hier in Deutschland nicht gute Nahrungsmittel einfach wegwerfen." […]
Angesichts solcher Aussagen möchte der gesunde Menschenverstand die sprichwörtlichen kotzenden Pferde bemühen. Was treibt einen Minister dazu, zumindest indirekt einen Vorschlag zu unterstützen, der nicht nur unpraktikabel, sondern auch sozialpolitisch höchst fragwürdig ist?
[Fataler ist], dass der ernsthaft diskutierte Vorschlag vermittelt, dass Lebensmittel, die die Politik geißelt, für sozial Benachteiligte gerade gut genug sind.

Freitag, 22. Februar 2013

Noch nie Gehörtes aus Rom.


Das ist die natürlichste Sache der Welt:
 Je mehr man sich bemüht etwas zu verstecken, etwas zu verbieten zu tabuisieren, desto interessanter wird es für die Öffentlichkeit.

Legt man erst einmal die Karten offen auf den Tisch, erlischt das Interesse.
Nie war Kiffen uninteressanter und langweiliger für holländische Jugendliche, als nach der Legalisierung.
Was hat man nicht alles über Guido Westerwelles Beziehungen orakelt. Oder über Wowereits.
Ist das aber erst einmal öffentlich dargelegt, wird auch bald die nächste Sau durchs Dorf getrieben und niemand interessiert sich mehr für das Liebesleben des Berliner Bürgermeisters.

Die Geheimniskrämerei kann aber noch ins Unermessliche gesteigert werden. Das macht der Vatikan vor. 
Nicht nur werden grundsätzlich die Entscheidungsprozesse intransparent gemacht, die Akten versiegelt und verborgen. Sogar das Bißchen, das die Öffentlichkeit erfahren kann, wird möglichst verklausuliert ausgedrückt, in Latein formuliert und hinter uralten Riten getarnt.

Die wichtigste religiöse Personalentscheidung des Planeten ist die über das Oberhaupt der größten Religionsgemeinschaft überhaupt. 1,2 Milliarden Katholiken sind betroffen, wenn ein Papst bestimmt wird und die wichtigste Regel dazu lautet:
Ihr habt dazu gar nichts zu sagen, Eure Meinung interessiert nicht.
Genau das heizt die Spekulationen an.
Die Gerüchteküche kocht.
Was geht da vor im Vatikan, wieso wollte Ratzi wirklich nicht mehr, wer zieht im Konklave die Strippen, unter welchen Einflüssen stehen die Herren Kardinäle?
Das ist völlig normal.

In den letzten Tagen allerdings wurden Theorien verbreitet, die so absurd sind, daß sich mir die Zehennägel hochbiegen.
Es soll; ich kann es vor Verblüffung zitternd gar nicht tippen; HOMOSEXUELLE im Vatikan geben!
Potzblitz! Kann man das glauben?
Also wirklich - SCHWULE im VATIKAN???? Das kann doch gar nicht sein! 
Noch nie wurde so etwas Absurdes behauptet! 
Schwule im Vatikan - pah!
Was kommt wohl als Nächstes?
Am Ende behauptet noch jemand es gäbe schwule Balletttänzer oder Modedesigner. Einfach lächerlich, diese Idee. 
Ratzinger ist das Bollwerk gegen Tuntentum und verweichlichte Männer.
Der überhaupt nicht schwule Ratzinger erkannte als Papst wer für den Missbrauch an Kinder verantwortlich ist: Die Schwulen! 
Schwul und pädophil sind laut Papst Synonyme und daher verbot er Homosexuellen den Zugang zu Priesterseminaren.
 In der Logik des überzeugten Heteros Ratzinger wird es bald keinen Kindermissbrauch mehr geben, wenn man nur die Gomorrhisten vom Priesterberuf ausschließt.

Der homophobe Papst, der bei jeder Gelegenheit die Schwulen verdammt, trägt gerne bunte Kleider, rote Schühchen und liebt aufwändige Deko.
Just zu seinem Geburtstag ließ sich der Kämpfer für die Heteros ein speziell feminines Parfum kreieren, welches nur er allein benutzen darf. 
Die weltexklusivste Parfumista Silvana Casoli, die für Könige und Milliardäre arbeitet, verriet immerhin, daß sie Linde, Eisenkraut und Gras als Hauptingredienzen für das „Parfum Pontifex Maximus“ benutzt habe. Der Fachmann staunt.
Das erste Problem ist, dass Linde ein sehr süßer Duft ist. Den würde ich eigentlich eher einer Dame empfehlen und nicht einem Herrn. Eisenkraut ist gar nicht erlaubt in einem Parfüm, das wäre das zweite Problem. Gras ist in Ordnung.
Aber Ratzi ist eine Hete durch und durch!
Der Italienische Schweinejournalismus, genauer gesagt die römische „La Repubblica“ orakelt, mit der päpstlichen Gesundheit stünde es bestens; in Wahrheit trete er zurück, weil er sich hoffnungslos in einem kurialen-Homo-Gespinst verfangen habe.
Einige hohe Prälaten seien von außen durch Laien beeinflusst worden, denen sie durch Beziehungen „weltlicher Natur“ verbunden gewesen seien, so die Zeitung. Das Wort Homosexualität sei in dem Zusammenhang gefallen. Zitiert wird jedoch lediglich eine über den Report unterrichtete Quelle mit der Behauptung, alles habe sich um die Nichtbeachtung der Gebote gedreht, wonach man nicht stehlen und keine „unreinen Handlungen“ begehen dürfe. Die Kardinäle sollen ein verborgenes Schwulen-Netzwerk ausgemacht haben, das in Rom und im Vatikan Sex-Treffen organisiert habe.
 Kurienmitglieder in dem Netzwerk seien durch ihre sexuelle Orientierung erpressbar gewesen.
Der Vatikankenner David Berger gehört offensichtlich ebenfalls zu den Verschwörern.
„Was bisher bei Katholiken weithin ein Tabu war, kann nun angesichts des Papstrücktritts nicht mehr verheimlicht werden: Homosexualität, auch die praktizierte, ist unter katholischen Klerikern überdimensional weit verbreitet.

Eingeweihte gehen davon aus, dass etwa 50 % aller katholischen Priester schwul sind. Dies gilt besonders für das Zentrum der katholischen Kirche. Während meiner Zeit als Professor der Päpstlichen Thomasakademie war ich oft in Rom und habe dort auch schwule Treffpunkte besucht: Es war am Anfang für mich geradezu schockierend, dann aber schnell eine Selbstverständlichkeit, wie viele mir bekannte Gesichter aus dem Vatikan ich dort wieder getroffen habe. Manchmal in sehr intimen Situationen: Kein Darkroom und kein Busch einer Cruising-Area war in Rom vor Prälaten sicher.

Um von ihren Vorgesetzten deswegen nicht behelligt zu werden, sind schwule Priester meistens besonders papsttreu und konservativ. Beste Voraussetzungen dafür, um im Vatikan Karriere zu machen. So kommt es, dass im Herzen des Katholizismus die Dichte schwuler Männer besonders hoch ist. […] Die strahlendsten Messgewänder sind für Eingeweihte das ergänzende Pendant zu den dunkelsten Orgienkellern. Die Hierarchie der Kirche hat vor allem deswegen solche Kraft und solchen Bestand, weil sie auf diesem Mechanismus basiert.

Dass Benedikt nicht um diese Machtkonstellationen wusste, ist unwahrscheinlich; seit frühester Jugend ist er Teil dieses Systems. Dass es jedoch solche Ausmaße und sich eigene Organisationsformen geschaffen hat, dass sein seit vielen Jahrzehnten in Rom gefochtener Kampf gegen die „widernatürliche Unzucht“ unter den Dienern in seinem Weinberg dermaßen erfolglos war, das muss wohl neu für ihn gewesen sein. Erschwerend kommt hinzu: Benedikt leidet unter einer neurotischen Angst vor Schwulen. „Abgrundtief böse“ seien solche Menschen und ihre Sexualität sei der stärkste Feind eines friedlichen Zusammenlebens in Europa, ließ er den Seinen immer bis zum Überdruss wissen. […]
Gigantische Kinderpornographie-Sammlungen, systematischer Austausch von Missbrauchsopfern, weltweites Beschützen von Pädophilen und Drangsalieren der Opfer, Mafia-Geschäfte, Kungeleien mit Faschisten und Folterregimen.
 "Tutti perversi?" - "Alle pervers?" konstatierten Italienische Medien, als im Jahr 2010 mal wieder ein Vatikanischer Callboyring aufflog, der den Pfaffen systematisch männliche Prostituierte zuführte.

Naja, daß man sich gegenseitig knackige Kaplane zum Poppen herumreicht, muß ja nicht gleich heißen, daß die Bischöfe „schwul“ sind. 
Vielleicht sind sie nur kurzfristig von einem Dämon besessen gewesen! 
Daher hat Ratzi ja auch die Teufelsaustreiber und den Exorzismus insgesamt wieder stark gemacht.
Die Schwulen sind für den Schwulenfeind nicht das Problem. Eher Vatileaks


 Daß Ratzis Kammerdiener Interna ausplaudert ist natürlich nicht schön für JR.

 Nun sitzt er mit Guido Westerwave in einem Boot, der noch einen Tag bevor die undichte Stelle beim Wikileaks-Skandal gefunden wurde kategorisch ausschloß, daß ein Mitglied der FDP der US-Informant gewesen sein könne. Und dann war es sein eigener Büroleiter.



Erstaunlich womit sich heutzutage die Kammerdiener des Papstes beschäftigen.

 Chinedu Thomas Ehiem, der vatikanische Chorsänger, organisiert für die Herren in den Soutanen neben den gesanglichen auch andere orale Freuden.
Pfaffen lieben es oral.
Ehiem vermittelt Callboys.
"Im Vergleich zu dem bin ich bloß normal ausgestattet, er hat einen unglaublichen Körper. Ab zehn Uhr hat er Zeit, er ist ein Freund von mir und tut, was ich ihm sage." Solche Mitschnitte aus Telefonaten, aus sehr delikaten Telefonaten, haben dem Vatikan einen deftigen Skandal um Sex und Prostitution beschert.
Angehende Priester wurden ebenfalls von dem Vatikanischen Chorsänger als Lustknaben an den höheren Klerus vermittelt:
Und Ehiem ist äußerst rührig: "Ich habe da einen aus Neapel, einen Kubaner, einen Deutschen, gerade aus Deutschland eingetroffen, zwei Schwarze, einen Fußballer, einen Tänzer der RAI", heißt es laut der Tageszeitung "Libero" in einem Mitschnitt. Einmal wird der Kuppler konkret und bietet einen Prostituierten an, "zwei Meter groß, 97 Kilogramm schwer, 33 Jahre alt." Auch Priester-Seminaristen sollen zu den jungen Männern gehört haben, die Ehiem an Balducci weiterreichte; in einem Gespräch jedenfalls kommt die Frage auf, wann denn der Jüngling "wieder im Seminar" sein müsse.
Als Zuhälter für schwule sexuelle Dienstleistungen im Vatikan fungierte hauptsächlich Angelo Balducci; "Gentiluomini di Sua Santità" ("Ehrenmänner Seiner Heiligkeit") des Papstes und Präsident des Obersten Rates für Öffentliche Arbeiten.

Die "Gentiluomini di Sua Santità" hatte Papst Paul VI. im Jahr 1968 statt des früheren Hofstaates eingesetzt. Um einer der 147 "Ehrenmänner Seiner Heiligkeit" zu werden, muß man ganz besondere Verdienste gegenüber dem Heiligen Stuhl erworben haben - eine Voraussetzung, die Baldulucci offensichtlich erfüllte.

Sexuelle Dienstleistungen durch junge hübsche Männer sind im Staat der Zölibatären heiß begehrt.
Sich die Stricher selbst in einer der vielen Schwulenbars rund um den Vatikan aufzugreifen, ist erstens umständlich, zweitens zeitaufreibend, drittens indiskret und viertens mitunter auch gefährlich, wie das Schicksal des adeligen Herrn Luzi beweist.

Auch Luzi, a Roman nobleman, war einer der "Ehrenmänner Seiner Heiligkeit"; ein Kollege Angelo Balduccis.
The Vatican yearbook notes that Mr. Sini Luzi began service as a Gentleman of His Holiness in April 1989, and today national newspapers published photographs of him, a smiling, bespectacled man, with Pope John Paul II, or standing in the Vatican clad in the black cutaway and decorations of his office.
Der Kammerherr des Papstes, Enrico Sini Luzi, ist 1998 in esiner Vatikanwohnung bei schwulen SM-Spielchen umgekommen.

Der in den römischen Schwulenbars stadtbekannte Papst-Freund hatte sich einen Stricher aufgegabelt und wurde dann in Reizwäsche mit einem Kerzenleuchter erschlagen gefunden – der Videorekorder mit den Homopornos lief noch.

Zu meinem Entsetzen stelle ich fest, daß es nicht das erste mal den perfiden Verleumdungsversuch gibt die frauenfreien Kleidchenträger des Kirchenstaates als „homoanfällig“ zu denunzieren!
Da muß Satan seine Hand im Spiel haben.


1.)
Eugen Drewermann sprach einmal aufgrund seiner Jahrzehnte-langen Erfahrung als Psychotherapeut davon, daß mindestens 40% der Priester schwul wären.
Die Kirche „züchtet sich ihre Schwulen regelrecht heran“.
Die Formulierung halte ich für etwas unglücklich. Ich bin der Meinung, daß es in der Regel nicht möglich ist einen Heterosexuellen auf homosexuell gewissermaßen umzuprogrammieren.
Allerdings gibt es natürlich auch Bisexuelle, Indifferente oder Experimentierfreudige, die sich durchaus in eine Richtung schubsen lassen.

2.)
In diese Richtung argumentiert auch Prof. Dr. Uta Ranke-Heinemann im Gespräch mit dem „weißen Pferd“.
Redaktion:
Welches sind Ihrer Meinung nach die Wurzeln des sexuellen Missbrauchs an Kindern durch Priester?
Ranke-Heinemann:
Durch die Begünstigung der homosexuell Veranlagten verwechselt mancher junge Mann - in aller Unschuld - seine homosexuelle Veranlagung mit göttlicher Berufung. In keinem Beruf ist der Anteil der Homosexuellen so hoch wie im katholischen Klerus - und da wiederum: je höher in der Hierarchie, desto größer der Prozentsatz. 60 % des Vatikans sind homosexuell.
Redaktion:
Wieso werden die Homosexuellen begünstigt?
Ranke-Heinemann:
Das oberste Gebot der Priestererziehung lautet, besonders seit der Mönch Luther eine Nonne geheiratet und eine riesige Priesterheiratswelle ausgelöst hatte: »Kein Skandal mit Frauen.« Je höher man in der Kirchenhierarchie steigt, desto mehr wird man handverlesen. Da werden nur Leute genommen, bei denen man in diesem Punkt sicher ist. Bischöfe müssen eigens schwören: keine Frauenpriester, keine Priesterfrauen, keine Verhütung. Daran sieht man übrigens, zu welchem Zölibats-Credo das Christentum zusammengeschrumpft ist ...
Redaktion:
Warum will die Kirche den Zölibat nicht aufgeben?
Ranke-Heinemann:
Die Homosexuellen im Vatikan würden mit Abschaffung des Zölibats ihr ideales Biotop verlieren, darum halten sie mit Zähnen und Klauen an ihm fest. Wenn nämlich jetzt plötzlich die First Lady des Papstes den Kardinälen die Schau stehlen würde, dann käme dieses frauenlose, monosexuelle Terrarium durcheinander. Bisher ist es doch so: Alle Hirten sind Männer, alle Frauen sind Schafe. Dieses klare Oben und Unten wäre gefährdet.
3.)
Die „ökumenische Arbeitsgruppe Homosexuelle und Kirche“ (HuK) e.V. schreibt 1996:
Die von Prof. Heinz angegebenen 20 % schwuler Priester ist eine durchaus realistische Zahl. Sie dürfte noch zu niedrig sein. In den USA geht man inzwischen von viel höheren Zahlen aus. Seit Jahren werden Zahlen von 20 % bis 50 % genannt. Es gibt keine Statistik. Und Rom schweigt dazu.

4.)
Jonathan Wenzel in einer Predigt von 2002:
Gemäß seriösen Untersuchungen sind allgemein in der Gesellschaft etwa 10% der Männer und Frauen wie auch der Jugendlichen homosexuell, unter uns katholischen Priestern sind nach vorsichtigen Schätzungen mindestens 20% von ihrer Persönlichkeit her homosexuell, nicht unbedingt auch in der Praxis ihres Lebens.

5.)
ZDF-Reportage 37° - Schwul vor Gottes Angesicht Priester im Konflikt (2006)
Homosexuelle aber dürfen keine Priester werden, wie der Vatikan erst jüngst wieder offiziell betont hat. Was dabei verschwiegen wird: seriösen Schätzungen zufolge sind (je nach Jahrgang und Ort) zwischen 20 und 40 Prozent aller katholischen Priester "schwul", wie heute die gängige Selbstbezeichnung lautet.
Die Kirche duldet das stillschweigend - solange die Betreffenden sich nicht outen. Tun sie es, müssen sie um ihre berufliche Existenz fürchten. Und die ist für sie, wie für ihre heterosexuellen Kollegen auch, weit mehr als ein Job: Sie ist "Berufung". Die Folge ist, dass in der "größten transnationalen Schwulenorganisation" (so ironisch ein Insider) die meisten sich verstecken und zum Doppelleben verurteilt sehen.

6.)

Auch die Therapeutin Andrea Gensel spricht im Tagesspiegel-Interview von einem 50-%igen Schwulenanteil unter Priestern.
Viele Priester empfinden die Art und Weise, wie mit dem Widerspruch zwischen Ideal der Wirklichkeit umgegangen wird, als „große Heuchelei“. Einige haben erzählt, dass es Kurse während der Ausbildung gibt, in welchen man versucht heraus zu finden, welche Priesteramtskandidaten homosexuelle Neigungen haben. Es soll die Hälfte sein. Wiederum andere haben berichtet, dass es in ihrem Priesterseminar eine eigene Gruppe gibt, in der sich die Homosexuellen treffen. Dieser Kreis nennt sich „Rosa Synode“. Das weiß jeder. Aber es wird geleugnet. Und das macht viele Priester wütend, einsam und verzweifelt.
Da es sich durchgehend um vorsichtige Schätzungen handelt, ist es sicherlich gerechtfertigt zu sagen, daß jeder zweite Priester schwul ist.
Der Anteil unter den Bischöfen ist möglicherweise noch etwas höher.

Aber Ratzi wußte davon selbstverständlich gar nichts.

Ratzinger ist ja auch selbst überhaupt und gar nicht schwul.