Sonntag, 16. Juni 2024

Das ging dieses Mal aber schnell

Es ist wie immer bei großen Fußball-Turnieren.

Ich freue mich über die gewonnene Zeit, weil ich so viele Zeitungseiten ignorieren, so viele Online-Meldungen wegscrollen und so viele TV-Berichte umschalten kann.

Dazu moniere ich ein bißchen die Kommerzheuchelei, mit der sich all die „Fans“ bedingungslos den extrem raffgierigen und korrupten Funktionärskraken (DFB, UEFA, FIFA) unterwerfen.

Und schließlich zitiere ich Schwennickes unvergessene Analyse des Bällchentreter-Phänomens.

Denn nichts finde ich idiotischer, ordinärer und nationalistischer als Fußball.

(…..)  […..] Schwennicke  […..] stellt sich der übergroßen Mehrheit der deutschen Fußballfans entgegen. Er versucht nicht nur die Angelegenheit auf Normalmaß zu schrumpfen – es ist nur ein Sport; es gibt keinen Grund, daß alle Politiker und Journalisten ununterbrochen Fußballmetaphern  verwenden müssen, um sich volksnah zu zeigen – sondern zeigt den Mittelfinger.

 [….] Ich finde Fußball doof. Nein, ich finde Fußball grässlich – und ungemein langweilig. Ein Reigen alter Männer steht am Rand und schreit herum, viele mehr oder weniger junge Männer rennen auf einer Wiese herum, erst alle nach links, dann Ballverlust, dann wieder nach rechts, Ballverlust, wieder nach links. [….] Dieses Spiel ist unästhetisch und ordinär. Schon der Klang, wenn der Ball getreten wird, macht mich übellaunig. Es ist ein zutiefst ordinäres Geräusch, es klingt so ähnlich wie die Schläge von Bud Spencer in den alten Prügelfilmen mit Terence Hill. Die Spieler haben keine Manieren, tun sich absichtlich weh, sind nicht nur furchtbar verschwitzt, sondern oft auch noch sehr verdreckt und vom Regen pitschenass und rotzen dauernd auf die Wiese. Manchmal sogar ins Nackenhaar eines Gegners. Das ist so unappetitlich.   Viele Spieler sehen haarsträubend lächerlich aus, obwohl sie sich unwiderstehlich finden. Bei Bayern München gibt es einen, der hat sich sein glänzendes Hemdchen wie ein Ganzkörperkondom auf den Leib schneidern lassen, dazu tippelt er mit kleinen, wichtigen Schrittchen über den Platz, was so hühnerartig aussieht, dass man sich das Lachen verkneifen muss. Der Mann ist ein Star. Für mich ist er eine Witzfigur.   Vollends peinlich wird es, wenn versucht wird, diesem primitiven Sport eine politische oder philosophische Überhöhung zu geben. Dieser Theweleitismus ist noch schlimmer als die plumpe Fußballleidenschaft, die nach schalem Bier riechend, am Wochenende grölend die Bahnabteile füllt. Das ist wenigstens authentisch und stimmig. [….]

(CICERO, 28.04.2013)

Für diese wahren Worte werde ich dem CICERO-Chef ewig dankbar sein. Er hat so Recht; als Nicht-Fußballer gewinnt man so viel schöne Lebenszeit und erspart sich all die Frustration und schlechte Laune. (…..)

(Ordinär und national, 16.05.2018)

Nun läuft der National-Wahn gerade mal zwei Tage in Deutschland – es folgen also noch fast vier Wochen – da muss ich mich schon aus dem Fußball-Off melden, mich also gegen meinen Willen mit dem Mist beschäftigen, weil es abseits des sportlichen Aspekts, schon nach 48 Stunden genügend rassistische, widerliche, xenophobe Übergriffe gibt, daß man alle „die Welt zu Gast in Deutschland“-Sprüche einkassieren muss und die Vorstellung von einem gemeinsamen schönen Erlebnis ad absurdum geführt wurde.

Es ist eben keine Sportart, in der Individuen betrachtet werden, sondern es geht um die Nationalität einer „MANN-schaft“. Es ist noch nie etwas Gutes herausgekommen, wenn man die Dinge durch die nationalistische Brille betrachtet und anderen Menschen seine Nationalität ins Gesicht schreit.

„Die wohlfeilste Art des Stolzes hingegen ist der Nationalstolz. Denn er verrät in dem damit Behafteten den Mangel an individuellen Eigenschaften, auf die er stolz sein könnte, indem er sonst nicht zu dem greifen würde, was er mit so vielen Millionen teilt. Wer bedeutende persönliche Vorzüge besitzt, wird vielmehr die Fehler seiner eigenen Nation, da er sie beständig vor Augen hat, am deutlichsten erkennen. Aber jeder erbärmliche Tropf, der nichts in der Welt hat, darauf er stolz sein könnte, ergreift das letzte Mittel, auf die Nation, der er gerade angehört, stolz zu sein. Hieran erholt er sich und ist nun dankbarlich bereit, alle Fehler und Torheiten, die ihr eigen sind, mit Händen und Füßen zu verteidigen.

(Arthur Schopenhauer)

Vorhin grübelte ich wie eigentlich das Antonym zu „Patriotismus“ lautet.

Ich bin nämlich so gar kein Patriot und kann für patriotische oder gar nationale Gefühle (gegenüber Deutschland ODER Amerika) einfach kein Verständnis aufbringen.

Auch das Wort „Stolz“ liegt mir nicht. Insbesondere könnte ich keinen Stolz auf eine Nation empfinden, da ich Stolz immer mit einer eigenen Leistung verbinde.

Was aber ist weniger ein eigener Verdienst als der Zufall wo man geboren wurde?

Wie nennt man aber nun Menschen, die keine Patrioten sind?

Im Zweifelsfall googlen. Eine Internetsuche spuckt folgende Begriffe aus:

Vaterlandsverräter, Fahnenflucht, Verrat, Unzufriedenheit, Untreue, Falschheit, Wankelmut, Unbeständigkeit, Perfidie, Nestbeschmutzer, „Jemand der sich ganz schnell verpissen sollte. Er mag sein Land nämlich nicht“, Landesverräter, Idiot, Zecke,..

Nun bin ich noch unpatriotischer, nachdem ich sehe welche Konnotationen aktiviert  werden, wenn man Menschen nach dem Gegenteil von Patriotismus fragt.

Das Abstoßende am Patriotismus ist also nicht nur das penetrante Sich-mit-fremden-Federn-schmücken, sondern die mehr oder weniger latent damit einhergehende Abwertung anderer Nationen, bzw der Nicht-Patrioten im eigenen Land.

Es stimmt eben, daß die Grenzen vom Patriotismus zum Nationalismus fließend sind und Letzterer ist einer der destruktivsten Ismen, den die Menschheit hervorgebracht hat.  Immer wenn die Patriotismuskarte gespielt wird, folgt etwas Ekelhaftes. (…….)

(Patriotismus – Nein Danke 06.11.2013)

Ein so großes internationales Turnier nach AfDeutschland zu holen, war eine schlechte Idee.

Wir sind keine gastfreundliche Nation und zeigen uns gegenüber Minderheiten von unserer schlechtesten Seite.

[….]  Zwei acht und zehn Jahre alte ghanaische Mädchen sind am Freitagabend im mecklenburgischen Grevesmühlen angegriffen worden. Sie waren auf dem Nachhauseweg vom Sport, als sie aus einer Gruppe von rund 20 Jugendlichen heraus attackiert wurden. Die Täter sollen der Achtjährigen ins Gesicht getreten haben, bestätigte die Polizei am Sonntag der taz. Diese geht von einem rassistisch motivierten Angriff aus.

Der Vater, der die Jugendlichen zur Rede stellte, sei ebenfalls attackiert worden. Er und seine leicht verletzte achtjährige Tochter mussten im Krankenhaus behandelt werden. Die Ermittlungen wegen gefährlicher Körperverletzung, Volksverhetzung und Beleidigung laufen und die Polizei sucht Zeug*innen.  In Grevesmühlen leben gut 10.000 Menschen. Am Wochenende war Stadtfest, das Grölen rassistischer Parolen zu dem Lied „L’Amour toujours“ offenbar inklusive, jedenfalls hat die Polizei entsprechende Anzeigen aufgenommen.  [….]

(Taz, 16.06.2024)

Die Braunen haben Oberwasser, weil die anderen Parteien kein Rückgrat haben und ihnen hinterherlaufen. Das bekommen Gäste, Migranten, ausländische Fußballfans, POCs nun mehr denn je zu spüren.

Sommermärchen? Fest der Freude? Ja, schon, aber man möge dazu bitte weiß, deutsch und hetero sein. Alle anderen sind nicht so willkommen.

Es ist der klassische Patriotismus, den Mannschaftssportarten triggern: Er exkludiert.

[…..] Der rassistische Überfall auf zwei Mädchen mit ghanaischen Wurzeln stieß auf schockierte Reaktionen. Doch überraschend kommt er keineswegs in einem Land, in dem die AfD bei der EU-Wahl auf breiter Ebene deutliche Gewinne verbuchte, wo an Fenstern und an Autos wieder stolz die schwarz-rot-goldenen Flaggen wehen. Deutschland ist diesmal Gastland bei der Fußball-Europameisterschaft. […..] Zu dem „Wir“ gehören eben nicht alle – das bekommen die Menschen mit Migrationshintergrund zweifellos bei dieser Meisterschaft wieder zu spüren. So häufen sich schon jetzt Nachrichten über rechtsextreme Vorfälle aus dem Saarland, aus Neubrandenburg, Bremen und Warnemünde. Und das sind nur die bekannt gewordenen. Volksverhetzende Parolen, Hitlergruß und der umgetextete Partyklassiker „L’amour toujours“ gehören zum Repertoire der Rassisten.

Wie bedrohlich die Lage für People of Colour oder Queere ist, haben viele noch immer nicht verstanden oder wollen es nicht wahrhaben. Rechtsextremismus, rassistische Übergriffe, rechtsextremes Gedankengut sind zunehmend en vogue. […..] Die politischen Akteure müssen von Diskriminierung bedrohte Menschen schützen. Seid nicht länger schockiert, sondern achtet aufeinander. […..]

(Adefunmi Olanigan, 16.06.2024)

Also UEFA und DFB; brecht diese jetzt schon als Schande entlarvte Funktionärs-Peinlichkeit ab!

Samstag, 15. Juni 2024

Die CDU lernt.

Die CDU analysiert ganz offenbar, wie man leicht zu besseren Wahlergebnissen kommt.

Das scheint ziemlich leicht zu sein.

Wenn man die beiden lästigen Hemmschuhe „Ehrlichkeit“ und „Verantwortung“ auszieht.

Wenn einem das Wohl und Wehe Deutschlands egal sind, wenn man nur Macht und Pfründe sammeln will, wenn man eine gewisse Freude am Untergang hat und mit so viel Sadismus gesegnet ist, daß es einen erfreut, Solidarität abzubauen, wenn man sich beim Leid der Ärmeren und Schwächeren besser fühlt, wenn man sein Glück nur im Unglück anderer findet, dann ist der rechtspopulistisch-blaune Politikansatz genau richtig. Dem Vaterland populistisch den größten Schaden zuzufügen, lautet die hocherfolgreiche AfD-Konzeption.

Insbesondere die Jung- und Erstwähler triefen derartig vor Ignoranz, daß sie eifrig ihre Kreuze dort machen, womit sie sich die eigene Zukunft vollends ruinieren.

Auch der Begeisterung für Putin und antidemokratischen Totalitarismus, dem die Jugend durch ihre Wahl von Chrupalla und Wagenknecht Ausdruck verleiht, passt sich die CDU an, indem sie die Brandmauern abreißt und Koalitionen mit den Völkischen in Aussicht stellt.

Es ist so viel leichter, zu argumentieren, wenn man, wie Linnemann, Spahn, Söder und Merz, die lästige Sachebene hinter sich läßt und stattdessen mit braunem Geraune mit NSdAP-Anklang agiert.

Zum Beispiel das chronisch unterbesetzte Berliner Landesverfassungsgericht, in dem zwei von neun Stellen ganz vakant sind und vier weitere Richter bereits 2021 ihre Amtszeit überschritten haben und nur noch weiter arbeiten, weil das Verfassungsgericht sonst komplett lahmgelegt wäre.

Die Grünen haben eine Frau vorgeschlagen, die zweifellos renommiert und qualifiziert ist für den Posten.

[….] Was braucht man, um eine gute Verfassungsrichterin zu sein? Lebensklugheit? Offenheit? Neugier? Wenn es darum geht, Grundrechte miteinander abzuwägen, klassischerweise zum Beispiel die Religionsfreiheit mit der Berufsfreiheit, wenn es um das verfassungsrechtliche Dauerbrennerthema des Kopftuchs in Schulen geht – dann reicht keine bloße Paragrafenkenntnis. Und dann wäre es vielleicht interessant, wenn sich an der Diskussion im Richterzimmer auch eine Juristin wie sie beteiligen könnte: Seda Başay-Yıldız, Mutter eines kleinen Kindes, seit vielen Jahren in Frankfurt engagiert für die Rechte von Opfern rassistischer Gewalt, 48 Jahre alt, praktizierende Muslimin. [….] Während anderenorts in Deutschland schon sorgenvoll darüber nachgedacht wird, wie eine erstarkende AfD wohl in Zukunft die Verfassungsgerichte lahmlegen könnte, zeigt Berlin: Dafür braucht es gar nicht einmal die AfD. […..]

(Ronen Steinke, 14.06.2024)

Nein, dafür braucht es nur die rechtspopulistische Berliner CDU, die der so undeutsch klingende Name Seda Başay-Yıldız derartig auf den Magen schlägt, daß sie die prominente Opferanwältin grundsätzlich blockiert. Merz könnte Weidel und Storch nicht glücklicher machen.

[….] Die CDU blockiere seit Monaten einen Personalvorschlag der Grünen. Nach Informationen der Süddeutschen Zeitung verbirgt sich hinter der knappen Meldung Seda Başay-Yıldız, die Rechtsanwältin aus Frankfurt, die als Vertreterin von NSU-Opfern bekannt geworden ist. Sie dürfte jetzt wohl mit einigem Erstaunen verfolgen, wie die Hauptstadt-CDU in ihr offenbar eine Reizfigur sieht – ungeeignet, zu der Gruppe der Verfassungsrichter hinzuzustoßen. Bisheriger Migrantenanteil dort übrigens: null. [….] „Das Klima in Deutschland wird rauer“, schrieb sie einmal in einem Gastbeitrag für die SZ. Die „Islamistenanwältin“ ist bis heute eigentlich in erster Linie Opferanwältin. So vertritt sie drei Familien von Opfern des Anschlags in Hanau, da geht es um Entschädigung und Aufklärung: „Deutschland ist und bleibt mein Land, und ich bleibe eine Deutsche.“  […..]

(Ronen Steinke, 14.06.2024)

Full Goebbels Mode geht auch die CDU in Osnabrück, die in der örtlichen Kunsthalle „Entartete Kunst“ wittert und eine Schließung der Ausstellung „Kinder, hört mal alle her“ fordert.


[….] Die Kunsthalle Osnabrück eröffnet ihr neues Jahresthema Kinder, hört mal alle her! Mit Einzelausstellungen von Julia Miorin, Sophia Süßmilch, Wilhelm Klotzek, Ji Su Kang-Gatto und Liz Magic Laser.

Es gibt Kinderbetreuung, eine Performance von Sophia Süßmilch, DJ-Sets mit dem Haus der Jugend und natürlich Getränke und Snacks! [….] Die Eröffnung wird mit DJ-Sets von DJ Coco, DJ Alex und DJ Kira aus dem Haus der Jugend begleitet.

Die Ausstellungen und Veranstaltungen des Jahresprogramms Kinder, hört mal alle her! bieten viele kindgerechte und altersübergreifende Angebote. Es werden jedoch auch gesellschaftsrelevante Inhalte (bspw. in der Ausstellung von Sophia Süßmilch) verhandelt, die starke Emotionen und Erinnerungen provozieren können, wie häusliche Gewalt, Fehlgeburten und Kinderlosigkeit. Neben den benannten Themen werden die Performerinnen nackt auftreten. Wir möchten unsere Besucher:innen transparent darüber informieren. Ein Besuch der Ausstellung und der Performance von Sophia Süßmilch kann als nicht kindergerecht eingestuft werden. Für die Performance wird eine Altersfreigabe ab 16 Jahren empfohlen. Der Besuch obliegt der eigenen und elterlichen Entscheidung. Während der Performance zur Eröffnung wird eine Kinderbetreuung in räumlicher Distanz angeboten. Zudem steht ein Awareness-Team zur Verfügung  […..]

(Kunsthalle Osnabrück)

Freie Entscheidung? Besuch obliegt der eigenen und elterlichen Entscheidung? Kunstfreiheit? GRUNDGESETZ?

Nicht mit der CDU, die sich zunächst mit einem schrillen Boykott-Aufruf begnügte.

[….] Die CDU ruft zum Boykott der neuen Ausstellung der Kunsthalle Osnabrück auf. Die Ausstellung mit dem Titel "Kinder, hört mal alle her!" stelle Werke aus, die sowohl inhaltlich als auch visuell absolut inakzeptabel seien, betont Marius Keite, Vorsitzender der CDU-Stadtratsfraktion Osnabrück. "Wir können und wollen nicht hinnehmen, dass unter dem Deckmantel der Kunst derartige groteske und verstörende Darstellungen öffentlich gezeigt werden", sagte er.  [….]

(NDR, 15.06.2024)

Aber damit waren die Anleihen an die Nazi-Kunstpolitik unter Adolf Hitler noch nicht schräge und perfide genug.

Damit auch jeder versteht, wie die Merz-Union wieder an den NSDAPigen „gesunden Volkskörper“ denkt, fordert sie ein Kunstverbot.

[….] CDU fordert Schließung von Kunstausstellung in Osnabrück

[….] Die örtliche CDU hat zu einem Boykott der Veranstaltung aufgerufen – weil die gezeigten Werke »sowohl inhaltlich als auch visuell absolut inakzeptabel« seien, sagte der Vorsitzende der CDU-Stadtratsfraktion Osnabrück, Marius Keite. [….] »Wir können und wollen nicht hinnehmen, dass unter dem Deckmantel der Kunst derartige groteske und verstörende Darstellungen öffentlich gezeigt werden«, sagte Keite. [….] Die CDU forderte die Verantwortlichen der Kunsthalle auf, die Ausstellung umgehend zu schließen. »Es ist unverständlich, wie eine solche Ausstellung überhaupt genehmigt werden konnte«, teilte die CDU-Kreisvorsitzende und Landtagsabgeordnete Verena Kämmerling mit. »Kunst darf provozieren, aber sie muss auch Verantwortung übernehmen. Hier wurde eine klare Grenze überschritten.«  […..]

(SPON, 15.06.2024)

Es gibt eine einfache Lösung; wer die Ausstellung doof findet, möge nicht hingehen.

Prinzip Homoehe nach Jim Jeffries: If you don't like gay marriage: DON'T MARRY A GAY PERSON!

Nun könnte man sich im Sinne der Osnabrücker Kunsthalle über die Doofheit der Orts-CDU freuen, die im Jahr 2024 immer noch nicht erkannt hat, was der Streisand-Effekt ist und daß sie mit ihrer schrillen Boykott/Verbot-Hysterie bundesweit hocheffektive Werbung für eine lokale Performance-Kunstausstellung macht, von der sonst nie jemand gehört hätte.

Unkenntnis des Streisand-Effektes.

(….) Als Barbra Streisand unbeabsichtigt 2003 den nach ihr benannten Effekt inventete, war möglicherweise wirklich noch nicht jedem digital immigrant klar wie der Schwarm des Internets funktioniert.  Mrs. Streisand hatte damals die die Website Pictopia.com verklagt, weil diese zwischen 12.000 anderen Bildern auch ihr Haus veröffentlicht hatte.  Nicht jeder Mensch klickt täglich auf Pictopia und selbst von denen, die es tun, macht sich kaum einer die Mühe nachzuvollziehen, wer die Besitzer der einzelnen Häuser sind.   Nachdem Streisand aber eine 50-Millionen-Dollar-Klage darüber angestrengt hatte, machte der Fall Schlagzeilen, so daß das inkriminierte Bild rasend schnell im Netz verbreitete und nun wirklich jeder wußte in welchem Haus die Kult-Sängerin und demokratische Aktivistin wohnte.  Sie erreichte also das diametrale Gegenteil dessen, was sie wollte. Die Diva lernte daraus und tat es nie wieder. (….)

(Streisand extrem, 28.03.2019)

In Wahrheit wissen Kämmerling und Keitel natürlich, daß sie mit ihrem Geschrei noch viel mehr Leute in die Ausstellung locken und das Gegenteil dessen erreichen, was sie vorgeben zu wollen: Niemand soll die Performance sehen.

Aber das ist ja das Schöne, wenn man sich von Fakten und Realität abwendet: Die praktischen Folgen ihres Handelns, sind der CDU völlig wurscht.

Ihr geht es, wie bei der Anti-EU-Hetze der AfD, darum völkische Hassgefühle anzustacheln, Vorurteile zu aktivieren, zu hetzen, antigrüne Klischees zu bedienen, von dem angeblich gefährlichen Einfluss auf die Jugend zu raunen und sich damit als braune Alternative bei der nächsten Landtagswahl zu empfehlen.

Freitag, 14. Juni 2024

Die Doofen von Chemnitz

Wähler wählen ohne Wahlkompetenz.

So kommt es, daß gerade in den strukturschwachen Teilen des Vereinigten Königreichs für den Brexit gestimmt wurde, den Englandioten aber erst viel später auffiel, selbst am meisten von den Zahlungen aus Brüssel zu profizieren.

Die Volksabstimmung war ein klassischer Fall von „Diktatur der Inkompetenz“, welche die Nation mit einem beispiellosen ökonomischen Niedergang, Altersarmut, verfallender Infrastruktur, leeren Regalen und Fachkräftemangel bezahlen muss.

Ähnlich verblödet sind die deutschen Ossis, die massiv von den Transferleistungen aus dem Westen und Brüssel profitieren, im Schnitt höhere Renten als Westbürger bekommen, ohne selbst entsprechend in die Sozialsystem eingezahlt zu haben.

Sie glauben aber hartnäckig benachteiligt zu sein, weil sie zu dumm sind, Fakten zu recherchieren und wählen dann ausgerechnet AfD und CDU, die von allen Parteien am meisten bei den Sozialleistungen streichen wollen.

Vollends debil wird es bei der Sächsischen, Mecklenburg-Vorpommerschen, Thüringer, Sachsen-Anhaltinischen und Brandenburger Vorliebe für die EU-feindliche AfD.

Ohne die ständigen Zahlungen aus Brüssel, wäre Ossistan immer noch eine Ruinenlandschaft.

MONITOR vom 13.06.2024 zeigte schockierende Vollverblödung in und um Chemnitz herum. Gepäppelt von Brüsseler Milliarden erstrahlt alles in luxuriösem Glanz, aber die wählen mit 28% die AfD, um ihre Anlehnung der EU auszudrücken.

[…..] Überall im Osten der Republik ist die AfD bei der Europawahl stärkste Kraft geworden – eine Partei, die aus ihrer Ablehnung der EU keinen Hehl macht. Und das, obwohl die ostdeutschen Bundesländer enorm von der EU profitieren. MONITOR war in Chemnitz und Umgebung unterwegs. Die Stadt hat seit der Wende über 1 Milliarde Euro an EU-Förderungen bekommen für Gebäude, Infrastruktur, Universitäten. Und Chemnitz wird Europäische Kulturhauptstadt 2025. […..]  Geht es nach vielen AfD-Politikern, sollte man die heutige EU am besten gleich ganz abschaffen, stattdessen „Deutschland zuerst!“. Dass man mit solchen Parolen in Thüringen oder Sachsen Erfolg hat, sollte eigentlich überraschen. Denn nirgendwo anders im Land profitieren die Menschen so sehr von der Europäischen Union wie im Osten der Republik. Die Wahrheit ist, ohne das Geld aus Brüssel würde vieles in den ostdeutschen Bundesländern nicht funktionieren. […..] Unterwegs in Oelsnitz im Erzgebirge - eine Kleinstadt wie viele in Sachsen. Vieles hier wurde topsaniert, neu gemacht. Möglich war das nur mit Förderungen der EU, erzählt Bürgermeister Thomas Lein. […..] Oelsnitz hat über die Jahre viele Millionen aus Brüssel bekommen. In den letzten beiden Förderperioden allein fast neun Millionen Euro. Viel Geld für die Kleinstadt im Erzgebirge. […..] Besonders stolz ist der Bürgermeister auf den alten Bahnhof. Lange vernachlässigt, heute ein Vorzeigeprojekt. Europa fördert, aber es fällt kaum auf. - Nur kleine Schilder weisen auf die EU-Förderungen hin.

Thomas Lein (SPD), Bürgermeister Oelsnitz: "Also ohne EU-Fördermittel wäre das ja gar nicht möglich gewesen. Und so hat man halt die Chance bekommen, dieses Gebäude nachhaltig zu nutzen und nicht verfallen zu lassen." Überall im Ort profitieren die Menschen von den Fördermitteln aus Brüssel. Und trotzdem ist die AfD hier bei der Europawahl stärkste Kraft geworden. 38 % für eine Partei, die die EU in ihrer jetzigen Form abschaffen will. EU-Skepsis, EU-Ablehnung, auch bei den Menschen, die mit uns reden. […..]  Das nahe gelegene Chemnitz wird 2025 sogar europäische Kulturhauptstadt. […..] Sven Schulze (SPD), Oberbürgermeister Chemnitz: "Wir haben ja ganz massiv profitiert von Städtebauförderung. Das ist Umgestaltung von Wohnquartieren, das sind Schulen, das sind Kindergärten, das ist auch die Revitalisierung unseres Umfeldes. Es ist geholfen worden, die Wirtschaft umzugestalten, einen Transformationsprozess zu ermöglichen. Das dazu geführt hat, dass wir jetzt wieder genauso viele Industriearbeitsplätze hatten wie zum Ende der DDR. […..] Tausende Projekte wurden in der Stadt mit EU-Mitteln realisiert. Es flossen Gelder für Busse, Bahnen, Häuser, Straßen, Wirtschafts- und Sozialprojekte. Zum Beispiel für die Sanierung des Verbindungstunnels unter dem Hauptbahnhof 294.000 Euro. Oder für die Fernwärme in der Zietenstraße: 960.000 Euro. Und für den Weinhold-Bau der Technischen Universität zahlte die EU sogar 32,7 Millionen Euro. Seit 2000 hat allein die Stadt Chemnitz laut Wirtschaftsministerium 914 Mio. Euro aus Brüssel bekommen. Ganz Sachsen seit der Wende sogar 21,7 Milliarden Euro. Milliarden von der EU - und doch scheint es, als spiele das alles keine Rolle hier. Letzten Sonntag.. […..] Mehr als 28 Prozent für die AfD in Chemnitz, 12 Prozent über dem Bundesdurchschnitt und stärkste Partei […..]

(WDR, 13.06.2024)

Keine neue Erkenntnis; wie auch CDU und FDP, steht insbesondere die AfD für einen totalen finanziellen und ökonomischen Niedergang Deutschlands.

Ein Austritt aus der EU, würde auf einen Schlag zwei Millionen Arbeitsplätze kosten und genau wie der Grenzschließungs/AusländerRaus-Wahn Deutschland in eine tiefe Rezession ohne Ausweg führen.

Schon jetzt wirkt Ossistan durch die extrem hohen Wahlergebnisse der Nazi-Partei um ihren völkischen Führer Bernd Höcke massiv abschreckend auf ausländische Investoren und dringend benötigte Facharbeitskräfte.

Aber auch deutsche Großunternehmer wie der Multimilliardär Reinhold Würth kündigt an, zukünftig einen Bogen um die AfD-Hochburgen zu machen.

[….] Der deutsch-österreichische Unternehmer Reinhold Würth hat nach den Zugewinnen der AfD bei der Europawahl Investitionen in Deutschland unter Vorbehalt gestellt. Sollte dieser Trend anhalten, so Würth im Deutschlandfunk, müsse man vorsichtig sein, wo und wie man investiere. Man werde in aller Ruhe analysieren, ob man das Geld nicht künftig eher in anderen Ländern einsetze, sagte Würth dem Sender.

Der als "Schraubenkönig" bekannt gewordene Unternehmer und Milliardär hatte sich bereits vor der Europawahl gegen die AfD positioniert. Im Frühjahr rief er seine Belegschaft auf, nicht die AfD zu wählen. [….] Würth begründete seinen kritischen Blick auf künftige Investitionen in Deutschland unter anderem mit Überlegungen von Politikern der AfD, Menschen mit Migrationshintergrund abzuschieben, der sogenannten "Remigration".  Der 89-Jährige, dessen Unternehmen Weltmarktführer in der Produktion und dem Vertrieb von Montage- und Befestigungsmaterial ist, schätzt, dass rund 30 Prozent seiner Belegschaft ursprünglich aus dem Ausland stammen. Würden sie wegfallen, wäre das eine "helle Katastrophe".[….] Seit Langem warnen Wirtschafts- und Konjunkturexperten vor den Folgen einer potenziellen AfD-Wirtschaftspolitik. Drohungen mit einem "Dexit", also einem Austritt Deutschlands aus der EU, einer Abkehr vom Euro und Forderungen nach "Remigration" würden dem Wirtschaftsstandort Deutschland nachhaltig und schwer schaden.  Mit Blick auf das gute Abschneider der AfD bei der Europawahl und hinsichtlich der anstehenden Landtagswahlen in Thüringen, Sachsen und in seinem Bundesland beklagte Brandenburgs Ministerpräsident Dietmar Woidke auch für die Wirtschaft eine "riesengroße Unsicherheit". [….]

(Tagesschau, 13.06.2024)

Bedauerlicherweise sind die blaunen Erbsenhirne unempfänglich für Fakten und Vernunft. Daher schießen sie sich eifrig weiter selbst in die Füße, um ihre Heimat in den Orkus zu steuern.

[….] Die AfD tritt zur EU-Wahl an, um den Euro aufzukündigen. Zurück zur Deutschen Mark, am liebsten mit Golddeckung, heißt es im Wahlprogramm. Alice Weidel hat sogar den kompletten Austritt aus der EU („Dexit“) ins Spiel gebracht.

Die Folgen wären dramatisch. Denn der Euro ist für Deutschlands Wirtschaft unterbewertet, ein Segen für die Exportwirtschaft, die deshalb einen Vorteil gegenüber der französischen oder italienischen Konkurrenz hat. Würde Deutschland wieder die Deutsche Mark einführen, würde die sofort massiv aufwerten, die Exportindustrie ihre Wettbewerbsfähigkeit und viele Menschen ihren Job verlieren.

Michael Hüther, Direktor des arbeitgebernahen Instituts der deutschen Wirtschaft in Köln (IW), rechnet mit sechs bis zehn Prozent weniger Wachstum, bis zu 500 Milliarden Euro weniger Wirtschaftsleistung und 2,2 Millionen verlorenen Arbeitsplätzen. Gerade tariflich organisierte und gut bezahlte Jobs in der Industrie würden wegbrechen. Die AfD würde ironischerweise über Nacht genau die Deindustrialisierung lostreten, die sie der Ampel schleichend vorwirft. [….]

(Maurice Höfgen, 10.02.2024)

Ja, ja, nicht alle Ossis sind so unterbelichtet. Ja, ja, auch im Westen gibt es AfD-Wähler. Aber dieses extrem wirtschaftsfeindliche, sich selbst ins Knie fickende Wahlverhalten – AfD, BSW, CDU – ist exorbitant in Ostdeutschland. Die vernünftigen, weltoffenen Parteien kommen in Ossistan nur noch auf einstellige Wahlergebnisse. Offenbar will die große Mehrheit der Ostdeutschen in einer dystopischen Slum-Welt leben, in der sie bald in Erdlöchern hausen werden und Baumwurzeln zum Annagen ausgraben. Letzte Hoffnung wird dann die Existenz als Leibeigene in einem Putinschen Protektorat sein.

Die Globalisierung wird dann die AfD-Hochburgen gnadenlos niederwalzen.

Wir im Westen können dann nur eins machen: Einen antifaschistischen Schutzwall errichten, der besser hält, als der Letzte.

[….] Nicht weit entfernt am nächsten Tag, ortsansässige Unternehmer treffen sich zu einer Krisensitzung. Sie kommen aus Chemnitz und dem Erzgebirge und haben Wirtschaftsinitiativen für mehr Fairness und Demokratie ins Leben gerufen. Das Wahlergebnis hat sie alarmiert; weil sie auf die EU angewiesen sind - und den Ruf der gesamten Region gefährdet sehen.

Uwe Bauch, Wirtschaftsinitiative für Demokratie und Vielfalt: "Nur wir alleine haben 1,400 Arbeitnehmer, wo wir die Verantwortung für haben - aus den verschiedensten Nationen." Insgesamt beschäftigen sie in ihren Betrieben Menschen aus mehr als 15 Nationen. Und sie suchen dringend weitere Fachkräfte.

Joerg G. Fieback, Fairplay Sachsen: "Die werden aus der ganzen Welt kommen müssen, aus Pakistan, aus Indien. So, was glauben Sie, wenn die nur eine Geschichte über Sachsen lesen, die in diese Richtung gehen? Dann gehen die woanders hin. Die können überall andocken. Und wir brauchen die Leute aber hier.

Uwe Bauch, Wirtschaftsinitiative für Demokratie und Vielfalt: "Also wenn dieser Rechtsruck weiter anhält … Da bin ich mir relativ sicher, dass nicht bloß mein Unternehmen, sondern viele auch Unternehmen überlegen werden, wo kann man hingehen? Weil, es ist einfach so, ohne ausländische Arbeitnehmer werden wir hier kein Wirtschaftswachstum erzeugen können, das geht einfach nicht." [….] Joerg G. Fieback, Fairplay Sachsen: "Was über viele Jahre lang Usus gewesen ist, dass man in der Businesswelt sich top neutral hält. Die Zeit ist - glaube ich - vorbei, weil in einer Zeit, wo Grundwerte an denen gerüttelt wird, dann müssen Unternehmerinnen und Unternehmer aufstehen und müssen für diese Werte einstehen."

Förderungen, Arbeitsplätze, wirtschaftlicher Aufschwung. Im Schnitt steht für jeden Bürger von Chemnitz ein dickes Plus. Auch laut einer neuen Studie der Bertelsmann-Stiftung profitiert Chemnitz wirtschaftlich wie kaum eine andere deutsche Region von der EU. Und trotzdem, fast 30 Prozent haben hier eine Partei gewählt, die mit dieser EU nichts mehr zu tun haben will. [….]

(WDR, 13.06.2024)

Donnerstag, 13. Juni 2024

Gottes Stellvertreter blickt durch

Opa Jorge verblüfft einen immer wieder.

Der Mann gehört nun 87 Jahre der größten misogynen transnationalen Schwulengemeinschaft an, war quasi sein ganzes Leben umgeben von Männern mit Kleiderfetisch, die nur mit anderen Männern zusammen sein wollen und keinesfalls mit Frauen schlafen möchten.

1969 wurde er zum katholischen Priester geweiht; trägt also selbst auch seit 55 Jahren ein Kleid und arbeitet hauptamtlich für die Homosexuellen-Magnetorganisation, die sich zugegebenermaßen, nur in zweiter Linie um die Rekrutierung frauenfeindlicher Schwuler mit Travestie-Fetisch kümmert.

Hauptamtlich geht es darum, Pädokriminellen neue Jagdgründe zu erschließen und Kindervergewaltiger vor Strafverfolgung zu schützen.

Diese Aufgabe wird für die 400.000 katholischen Priester weltweit immer schwieriger, da die Linken, Liberalen und sonstigen Ketzer immer perfidere Abwehrmechanismen entwickeln.

Organisationen, die wie Militär, Polizei, rechtsextreme Parteien, britische Jungs-Internate, Kirche oder schlagende Verbindungen als besonders homophob gelten, übten schon immer eine enorme Anziehungskraft auf Schwule aus. Das ist in sich logisch, da solche Vereine meist auch misogyn sind, man also unter den (bevorzugten) Männern bleibt und gleichzeitig die eigene Homosexualität am besten verstecken kann.

Da sich dort überproportional viele Schwule finden, findet man umso leichter Sexpartner und kann sich gleichzeitig auf deren Diskretion verlassen. Win-win-win-win. Aber auch für die Chefs homophober Vereine bringt es Vorteile closeted gays als Mitglieder zu haben, weil diese grundsätzlich erpressbar sind und daher leicht auf Linie  zu halten sind.

Ein heterosexueller Priester, der gar keine Probleme mit dem Zölibat hat, weil er sich nichts aus Sex macht, fühlt sich a priori kaum als Sünder und ist somit eine potentielle Quelle der Aufmüpfigkeit für den Bischof. Womit sollte der Oberhirte einem Hirten mit reinem Gewissen effektiv drohen? Schuldgefühle sind aber die Quintessens der Sünden-Ideologie Christentum. Ein Pfaff, der den ganzen Tag daran denkt, den Messdienern in die Hose zu greifen, kommt dadurch erst auf die richtige Betriebstemperatur in der ausgetüftelten Hierarchie der Kleriker.

Daher braucht Bergoglio Schwule. Er muss sie natürlich offiziell verdammen, darf aber nicht zu abschätzig über sie herziehen, um seine weitgehend schwule Kurienmannschaft nicht zu ärgern.

Das klappt nach all der Erfahrung im Club der Kleidchenträger immer noch nicht.

[…..] Worte von Papst Franziskus gegen die Zulassung aktiver Homosexueller zur Priesterausbildung haben in Italien eine Debatte in Medien und sozialen Netzwerken ausgelöst.

Wie die Leitmedien „La Repubblica“ und „Corriere della Sera“ sowie die TV-Nachrichten des Kanals La Sette berichteten, sprach sich der Papst vergangene Woche bei einem nicht öffentlichen Treffen mit rund 200 italienischen Bischöfen im Vatikan gegen eine Aufnahme aktiver homosexueller Männer in die Priesterseminare des Landes aus.

Zur Begründung soll er gesagt haben, dass es dort ohnehin schon „zu viel Schwuchtelei“ gebe. Der vom Papst dabei angeblich verwendete Begriff „froci“ entspricht in etwa dem deutschen Begriff „Schwuchteln“ und wird in Italien meist als abwertend empfunden; im Sprachgebrauch der Hauptstadt Rom wird er aber auch oft umgangssprachlich und nicht zwingend pejorativ verwandt.

Die Worte des Papstes wurden offenbar von einigen Teilnehmern des Bischofstreffens an Medien durchgestochen. Auch der Rom-Korrespondent der vom Jesuitenorden herausgegebenen und zumeist papstfreundlichen Zeitschrift „America“ berichtete am Montagabend unter Berufung auf Ohrenzeugen darüber. […..]

(Tagesspiegel, 28.05.2024)

Zu viel papabiler Homohass entwickelt sich im Jahr 2024, in dem die Römisch-katholische Kirche der reichen Ländern und massivem Priestermangel leidet, schnell zum Eigentor.

Denn der Teenager vom Dorf, der merkt mutmaßlich schwul zu sein und niemals eine Frau heiraten zu können, muss jetzt nicht mehr, um Peinlichkeit und strafrechtlichen Konsequenzen zu entfliehen, in den Schoß der Homopriesterseminare entschwinden. Er kann sich outen und wird selbst in Bayern nicht mehr automatisch mit Forken und Mistgabeln vom Hof gejagt. Er wird nicht ins Gefängnis gesteckt, muss sich nicht vor lebenslanger Einsamkeit fürchten, kann mittels Internet selbst dort, wo sich Fuchs und Hase Gute Nacht sagen, potentielle Partner finden und sein Leben in gesellschaftlicher Akzeptanz verbringen.

Das sind natürlich katastrophale Entwicklungen für die Kurie.

Wenn das so weiter geht, muss sie am Ende auch noch heterosexuelle Schweizer für ihre bunte Papst-Garde in den schrillen CSD-Kostümen rekrutieren. Es wäre ein Drama für die chronisch untervögelten Prälaten. Klar, es gibt ganze Heerscharen von Callboys rund um die Vatikanstadt, aber die Guten sind teuer und nicht jeder römische Geistliche ist schön oder verfügt über das Einkommen eines Kardinals.

Ein großer Konklave-Irrtum ist zu befürchten, auch wenn man den ketzerischen Gedanken kaum aufschreiben mag: Es könnte sein, daß der HeiGei 2013 versehentlich einen Heterosexuellen als Papst aussuchte.

[….] Papst Franziskus irritiert erneut mit Aussage über Homosexualität. Was ist mit dem katholischen Kirchenoberhaupt los?

Erneut sorgt ein homophober Kraftausdruck von Papst Franziskus für Irritationen in Rom. Am Dienstag war der Papst mit Priestern aus dem Salesianer-Orden in Rom zusammengekommen. Wie immer bei solchen Begegnungen beantwortet Franziskus Fragen der Anwesenden, die eigentlich nicht für die Öffentlichkeit bestimmt sind. Anwesende tragen die Antworten aber doch regelmäßig hinaus.

Nun soll erneut das Wort „Schwuchtelei“ gefallen sein, das bereits vor einigen Wochen einen Skandal auslöste. Damals kritisierte Franziskus homosexuelle Umtriebe in Priesterseminaren und entschuldigte sich später für seine Wortwahl. Jetzt soll der Papst gesagt haben: "Es liegt ein Hauch von Schwuchtelei über dem Vatikan."  [….]

(Augsburger Allgemeine, 12.06.2024)

Sicher, Bergoglio trägt auch ausschließlich Abendkleider. Aber er lässt es doch sehr an den funkelnden fancy passenden Accessoires fehlen, die sein Vorgänger Golden Ratzi so vortrefflich zu tragen pflegte.




Inzwischen frage ich mich, ob Jorge wirklich keine Schwulen mag. Dann hätte er allerdings den ganz falschen Job

[….] Papst über Homo­sexuelle: "Schickt sie zu Psychologen"

Hinter verschlossenen Türen ist Papst Franziskus offenbar noch weit mehr über "Schwuchteln" hergezogen als bislang bekannt.

Papst Franziskus hat offenbar bei einem nicht-öffentlichen Treffen mit römischen Priestern am Dienstag noch mehr homosexuellenfeindliche Aussagen getätigt als bislang bekannt. Laut dem auf den Vatikan spezialisierten italienischen Portal "Silere non possum" hat der 87-Jährige zwar erklärt, dass Homosexuelle nicht verachtet, sondern begleitet werden sollen. Gleichzeitig deutete er an, dass Schwule und Lesben pauschal psychisch krank seien: "Begleitet sie, helfen ihnen, schickt sie zu Psychologen", soll der Papst erklärt haben.   [….]

(Queer.de, 13.06.2024)

Mittwoch, 12. Juni 2024

Die Wähler mögen Putin-Zäpfchen.

 Also, ich mag Russland. Ich liebe russische Musik, die russische Literatur, die „russische Seele“.

Ich fand immer, „der Westen“ berücksichtigt viel zu wenig, welch ungeheuer bestialischen Vernichtungsfeldzug die Deutschen in den 1940ern dort anrichteten. Die Sowjetunion hatte mit 25-27 Millionen Toten die mit Abstand meisten Opfer des zweiten Weltkrieges zu beklagen. Die Rote Armee war es, die Ausschwitz und Berlin befreite. Ich fand es immer ungerecht, von welcher hohen moralischen Warte aus, Glasnost und Perestroika kleingeredet wurden, hielt es für einen schweren Fehler Barack Obamas, Russland als „Mittlere Macht“ zu verhöhnen und war stets verärgert über die EU, die schwere Missetaten der USA (Nichtanerkennung internationaler Institutionen, illegale Drohnenangriffe, Guantanamo, Abu Ghraib, Baghram, Handys befreundeter Regierungen abhören, auf Lügen beruhende Angriffskriege, Todesstrafe, Folter) achselzuckend akzeptierten, aber beispielsweise die Abschaffung der Todesstrafe in Putins Russland nicht würdigten.

Es war absolut richtig von Gerhard Schröder, im Jahr 2003 auf Moskau und Paris zu setzen, aber Abstand von den Kriegsverbrechern in Washington zu nehmen. Und ja, ich gehörte zu denjenigen, die vor einem Vierteljahrhundert sehr positiv beeindruckt vom jungen Wladimir Putin waren, der im Bundestag auf Deutsch sprach und seine Hand zur Versöhnung ausstreckte. Schröder hatte außerdem im Jahr 2005 vollkommen Recht mit der Einschätzung, er könne aus deutschem Interesse gar nicht ablehnen, als er von Moskau gebeten wurde in die Gazprom- und Nordstream-Aufsichtsräte zu kommen.

Das beschreibt aber alles die Vergangenheit. Man könnte trefflich drüber streiten, ab wann sich Putin veränderte, ob der Westen dazu beitrug, indem er Russlands geopolitische Interessen ignorierte. Ich glaube, viele, die jetzt behaupten, sie hätten Putin immer durchschaut, ihm nie getraut, lügen sich in die eigene Tasche.

Aber die Krim-Annektierung von 2014 schuf eine neue Realität.

Die Aufgabe von rechtlichen und demokratischen Prinzipien im Putin-Russland ist Realität. Die perfide Hatz auf LGBTIQs ist Realität. Die tödlichen „Unfälle“, die Regimekritiker erleiden, sind Realität. Man, der Westen, wir, ich, hätte gewarnt sein müssen, mit wem wir es inzwischen zu tun haben.

Selbst als größter Russland-Fan, kann man aber nach dem 24.02.2022 Wladimir Putins Verbrecherregime nicht mehr schönreden.

Für die Ukraine habe ich, anders als grundsätzlich für Russland, keine besonderen persönlichen Sympathien. Aber das ist völlig irrelevant. Man kann bei diesem ultrabrutalen Angriffs- und Vernichtungskrieges des großen Russlands auf die kleine Ukraine, nicht nicht Partei für das Opfer ergreifen.


 Das wäre moralisch katastrophal, würde geopolitisch Länder wie China ermutigen, sich ebenfalls kleinere Nachbarn (Taiwan!) einzuverleiben und schließlich ganz konkret auch die Nato, letztlich uns in Deutschland bedrohen.

Niemand unterstellt Olaf Scholz, leichtfertig wie Kohl oder Schröder oder Chirac kumpelige Männerfreundschaften einzugehen.

Umso wichtiger und wertvoller ist es in dieser Megakrise zu wissen, wie gut er mit dem Präsidenten der Ukraine kann.

  

[…..] Russlands unerbittlicher Angriffskrieg hat die europäische Sicherheitsarchitektur nachhaltig erschüttert. Die Ukraine kämpft um ihr Überleben, für ihr Recht auf Selbstbestimmung und Freiheit. Und Deutschland ist nach den USA dabei ihr wichtigster Unterstützer. Dass sich Scholz und Selenskyj (beziehungsweise Olaf und Wolodymyr, wie sie jetzt sagen) näherkommen, kann nur Vorteile haben. Denn der russische Präsident ist noch lange nicht am Ende. Je enger die Allianzen und Verbindungen werden, desto besser ist es.

Denn während die etwa 2000 Vertreter aus Politik, Wirtschaft und von internationalen Organisationen in der Berliner Messe über den Wiederaufbau der Ukraine nachdenken und Selenskyj im Bundestag spricht, lässt Putin die Region Charkiw bombardieren. Seit Wochen versucht die russische Armee, mit Drohnen und Raketen die Strom- und Energiezufuhr im ganzen Land zu zerstören. Es kommt bereits zu heftigen Engpässen. Selenskyj ist überzeugt, dass die Russen das Ziel haben, die Stromversorgung des ganzen Landes zu zerstören, was katastrophale Folgen hätte.

Auch deswegen sind langfristige staatliche Hilfszusagen, die beim G7-Treffen Thema sein werden, so wichtig. Aber eben auch Wiederaufbau-Konferenzen wie jetzt in Berlin. Im Mittelpunkt stehen die Vernetzung der wichtigsten Akteure, Garantien und Absicherungen, für alle, die helfen und investieren wollen in einem Land, in dem kein Frieden in Sicht ist. […..]

(Gudrun Büscher, Funke, 11.06.2024)

Putin lässt die gesamte Ukraine zerstören, hat inzwischen mehrere Hunderttausend Tote zu verantworten.

[….] Der Russland-Ukraine Krieg hat laut Zählungen des UN-Hochkommissariats für Menschenrechte (OHCHR) bis zum 31. Mai 2024 mindestens 11.126 Todesopfer in der ukrainischen Zivilbevölkerung gefordert, darunter alleine im März 2022 insgesamt 4.307 Personen. Zudem wurden aufgrund des Ukraine-Krieges bisher mindestens 21.863 verletzte Zivilist:innen vom OHCHR erfasst.

Zahlen bilden nur kleinen Teil der Opfer ab

Bei den Angaben handelt es sich um durch die UN bestätigte zivile Opfer. Das OHCHR geht davon aus, dass die tatsächliche Anzahl an Verletzten und Toten in der ukrainischen Zivilbevölkerung wesentlich höher ist. Das liegt daran, dass der Eingang von Informationen aus einigen Orten, an denen intensive Feindseligkeiten stattgefunden haben, sich verzögert und viele Berichte noch nicht bestätigt wurden. [….]

(

Wenn in dieser Situation der Präsident nach Berlin kommt, um vor dem Deutschen Parlament zu sprechen, muss jeder, der auch nur über einen rudimentären Funken Restanstand verfügt, gebannt zuhören.

Das gilt aber nicht für die Putinzäpfen vom BSW und der AfD, die just vom Wähler so gestärkt wurden, daß sie nun völlig ungeniert und offen die Position des Aggressors übernehmen.

[…..] Der AfD und der Wagenknecht-Partei reicht ein erfolgreiches Wahlergebnis, um niedrigste Instinkte zu präsentieren. Das AfD-Duo Weidel und Chrupalla nennt Wolodimir Selenskij einen Kriegs- und Bettelpräsidenten – eine nur schwer zu unterbietende Perfidie, für die man aus einem einzigen Grund dankbar sein muss: Die AfD offenbart sich – hoffentlich auch für ihre Wählerklientel – als echtes Sicherheitsrisiko für Deutschland. Diese Partei, die sich von Russland finanzieren lässt und selbst von Frankreichs Rechtsextremen als Gefahr wahrgenommen wird, betreibt eine Schuldumkehr beim Kriegsopfer Ukraine, verhöhnt Zehntausende Tote, spielt mit der Stabilität und der Bündnisverortung Deutschlands – kurzum: Die AfD gefährdet das Land.

Wie hilfreich, dass Sahra Wagenknecht mit ihrer Ich-Partei im selben Aufwasch klarmacht, was die Friedensfloskeln auf ihren Wahlplakaten zu bedeuten haben. Ihr Primitiv-Pazifismus erschöpfte sich ebenfalls im Parlamentsboykott gegen Selenskij. Wagenknecht erschien mit ihrer BSW-Truppe einfach nicht im Plenarsaal, weil auch sie über einen sensationellen niedrigen Instinkt für Botschaften aus der Tabubruch-Zone verfügt.

Es sind diese Offenbarungsmomente, die alle Überlegungen von einer taktischen Kooperation der demokratischen Parteien mit dem Wagenknecht-Bündnis ad absurdum führen. […..]

(Stefan Kornelius, 11.06.2024)



Dienstag, 11. Juni 2024

Personeller Neustart

Das nervt mich, nervt mich, nervt mich. Es gibt jetzt dieses journalistische Einheitsmeinung, Politologen würden sagen „Narrativ“, die Ampel sei am Ende.

„Ist die aktuelle Bundesregierung Ihrer Ansicht dazu in der Lage, die Herausforderungen Deutschlands zu bewältigen?“ fragt Civey online und bekommt, wie bei dieser suggestiven Fragestellung zu erwarten, ein schwer shitstormiges Meinungsbild.

Seriöser Journalismus würde aber voraussetzen, auch die enormen Erfolge der Scholz-Regierung unter schwierigsten Bedingungen zu nennen.

Seriöser Journalismus würde aber voraussetzen, dem Publikum zu erklären, daß weder Merz, noch Söder, noch Weidel, noch Wagenknecht konkrete Alternativ-Konzepte haben, sondern sich lediglich mit „Wir sind dagegen“ und absolut unfinanzierbaren Forderungen profilieren. Schwarzgelbe Voodoo-Finanzvorstellungen, die in der Realität vollkommen ausgeschlossen sind.

Neuerdings gipfelt die Realitätsverleugnung der C-Parteien darin, von Olaf Scholz nach dem Macron-Muster Neuwahlen zu fordern. Wohlwissend, daß das nicht in seiner Macht liegt und vom Grundgesetz so nicht zugelassen wird. Aber die Wähler zu belügen, sorgt für bessere Wahlergebnisse, als Ehrlichkeit.

[….] Die Christsozialen werden nicht müde, bei jedweder Gelegenheit nach Neuwahlen zu rufen. Und ignorieren dabei geflissentlich die alles entscheidende Stimme: das Grundgesetz. [….]

(Nicolas Richter, 11.06.2024)

Seriöser Journalismus würde aber voraussetzen, zu erklären, wo die alleinige Schuld an allen Ampel-Querelen liegt. Nämlich an der FDP.

Das ist auch für echte Politjunkies inzwischen kaum noch zu rekapitulieren, bei wie vielen Dutzend Themen, die FDP zutiefst destruktiv, hinterlistig und verlogen, die eigene Regierung und das eigene Land schädigt.

Seriöser Journalismus würde aber voraussetzen, zu betonen, daß der Kanzler einer 26%-Partei in einem Dreierbündnis eben nicht, wie dereinst Schröder in der Zweierkonstellation 1998, (41% SPD, 6% Grüne) mit Bastas regieren kann. Zumal Fischer, Trittin und Künast hochvernünftige konstruktive Minister waren, die sehr am Erfolg der Regierung interessiert waren, während die vier Hepatitisgelben von heute nicht nur durch extreme Unfähigkeit und Käuflichkeit auffallen, sondern aus einer neurotisch-politischen Todessehnsucht, mit Verve gegen die Regierung arbeiten.

Die von der Gelben Pest besetzten Zukunftsthemen Digitalisierung, Verkehr und Bildung werden auf so groteske Weise gegen die Wand gefahren, daß ich mich nicht wundern würde, wenn sich herausstellen sollte, daß sie wie die Wählerlieblinge von der AfD, direkt aus dem Kreml bezahlt würden, um Deutschland zu ruinieren.

Seriöser Journalismus würde aber voraussetzen, stets auf die Mehrheitsverhältnisse zu verweisen, die der Wähler erzwang. Es sind weder die SPD, noch die Grünen, die mit dieser Lindner-FDP zusammenarbeiten wollen! Herr Scholz kann sich eben nicht aussuchen, mit welchen Ministern er zusammenarbeitet. Es liegt ausschließlich am Willen des Urnenpöbels, daß im Bundestag keine Mehrheit für konsequente Klimapolitik, für die Bürgerversicherung, für Tempolimit, für Elementarschadenspflichtversicherung, für Strafbarkeit sexueller Übergriffe, für Vermögenssteuer oder für Gerechtigkeit im Bildungssystem vorhanden ist.

Grüne und SPD würden all das sofort umsetzen. Aber der Wähler hat das zu einer Minderheitenposition verdammt. Es gibt nur Kanzlermehrheiten mit AfD, FDP oder CDU, oder CSU – und alle vier blockieren die oben genannten Punkte.

Mit den hepatitesgelben Ministern kann es keine völlig sinnvolle Regierungsarbeit geben.

Seriöser Journalismus würde aber voraussetzen, darauf hinzuweisen, daß diese personelle Selbstblockade durch Wahl der AfD, CDU, CSU in einer Merz-Bundesregierung, noch schlimmer werden würde, da es in dem Fall nicht nur an Konzepten fehlt, sondern auch noch all die wirklich katastrophalen Typen, die den 16-Jährigen Reformstau erst angerichtet haben – Scheuer, Spahn, Dobrindt, AKK, Karliczek, Klöckner und Co – erneut in die Regierung einzögen.

Die einzige winzige kleine Hoffnung auf verbesserte Ampel-Arbeit besteht darin, daß wenigstens die allerschlimmsten Totalausfälle – Wissing und Stark-Watzinger – ein Einsehen haben und freiwillig zurücktreten.

[….] Aus E-Mails, die dem NDR vorliegen, geht hervor, dass Bildungsministerin Bettina Stark-Watzinger (FDP) das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) darum gebeten hat, eine Streichung der Fördermittel für kritische Hochschullehrer:innen zu prüfen. Zudem sollten straf- und dienstrechtliche Konsequenzen geprüft werden. [….] Die veröffentlichten Mails zeigen jedoch, dass eine derartige Prüfung scheiterte. Es sei kein prüffähiger Sachverhalt zu erkennen, heißt es darin. „Hochschulpolitik ist Landesangelegenheit. Fast alle Unterzeichner sind, wenn sie überhaupt angestellt sind, Landesbeamte oder im öffentlichen Dienst der Länder angestellt“, erklärt der Politikwissenschaftler Ilyas Saliba.

Naika Foroutan, Professorin für Sozialwissenschaften an der Humboldt-Universität Berlin und Mitunterzeichnerin des offenen Briefs, macht sich vor allem Sorgen darüber, was das für die Wissenschaftsförderung bedeutet: „Unsere Forschungstätigkeiten werden vor allem über Drittmittel finanziert, die oft vom BMBF kommen“, erklärt sie gegenüber der taz. „Ich frage mich jetzt, ob Projekte, die von meinem Institut oder von Kolleg:innen, die den Brief unterschrieben haben, anders bewertet oder gleich aussortiert werden.“

Verwundert sei sie zudem darüber, dass eine solch repressive Linie ausgerechnet von einer Ministerin der FDP komme, die das Wort „frei“ im Namen trägt. Etwas, das auch Saliba beschäftigt: „Zu prüfen, ob man straf-, dienst- und förderrechtlich gegen unliebsame Wissenschaftler vorgehen kann, ist eine autoritäre Praxis. Das kennen wir aus dem Nahen Osten, Nordafrika oder Ungarn, wo kritischen Wissenschaftlern eine Zukunftsperspektive der Wissenschaft verwehrt werden soll.“ü

Obwohl die Forderung gescheitert sei, könne sie schwerwiegende Folgen für die Wissenschaftsfreiheit haben, meint Saliba: „Ich denke, es ist an der Zeit für die Ministerin, einzugestehen, dass sie einen enormen Vertrauensverlust in der Wissenschaft zu verantworten hat.“ [….]

(Taz, 11.06.2024)

Wer so dramatisch beim Megazukunftsthema Bildung versagt, hat in der Bundesregierung nichts zu suchen.

Offenbar hat sich in der FDP noch nicht herumgesprochen, daß Deutschlands Wirtschaft nicht auf dem Reichtum an Bodenschätzen beruht. Wir leiden unter dramatischem Fachkräftemangel, verblödeter Jugend, Rechtsextremismus und nicht vorhandener Digitalisierung. Dagegen hilft nur Bildung, Bildung, Bildung.

Eine solche Totalversagerin wie Stark-Watzinger ist völlig untragbar als Ministerin.

[….] Stark-Watzinger muss zurücktreten

Das Bildungsministerium wollte kritischen Wissenschaftlern die Fördermittel streichen: Das ist ein Fall von Machtmissbrauch. Er liegt im autoritären Trend. Mit jedem Tag, den der Krieg in Gaza fortdauert, erscheint die deutsche „Staatsräson“ fragwürdiger. Umso verbissener kämpfen dessen Vertreter darum, sie durchzusetzen, und offenbaren dabei autoritäre und illiberale Neigungen.

Mehrere Uni-Proteste, Protestcamps und ganze Kongresse wurden mit Polizeigewalt aufgelöst. Kritische Künstler, Wissenschaftler und andere Intellektuelle aus dem Ausland wurden ausgeladen oder an der Einreise gehindert, während man hierzulande versucht, sie mit „Antisemitismusklauseln“ und anderen Mitteln auf Linie zu bringen. Deutschland gehe damit viel weiter als die USA, die ebenfalls Israel unterstützen, kritisierte der deutsch-britische Journalist und Deutschland-Experte Hans Kundnani kürzlich in einem vielbeachteten Essay im US-Debatten-Magazin Dissent.

Viele deutsche Wissenschaftler:innen sehen das ähnlich kritisch und sind deshalb besorgt. Einige von ihnen lancierten im Mai einen offenen Brief, in dem sie das Recht auf Protest an ihren Hochschulen verteidigten. [….] Doch die FDP-Wissenschaftsministerin Stark-Watzinger sah das anders: Sie unterstellte den Unterzeichnern, nicht auf dem Boden des Grundgesetzes zu stehen, und setzte sich an die Spitze einer Hetzkampagne der Bild-Zeitung gegen die Wissenschaftler. Das war schon skandalös genug. Nun stellt sich heraus, dass Stark-Watzinger die Wissenschaftler, die den offenen Brief unterschrieben haben, auch noch bestrafen wollte. In ihrem Ministerium ließ sie prüfen, ob man ihnen etwa bereits zugesagte Fördermittel wieder entziehen könnte. Das ist ein klarer Fall von Machtmissbrauch. [….] Stark-Watzinger sollte zurücktreten, um keinen weiteren Schaden anzurichten. Wer glaubt, dass solche Bestrafungspläne dem Kampf gegen Antisemitismus dienen, ist bestenfalls naiv. Sie ebnen den Weg für eine autoritäre Politik. Die AfD wird sich für diese Ideen bedanken.  [….]

(Daniel Bax, 11.06.2024)

Montag, 10. Juni 2024

Grüne abgekackt.

Natürlich bin ich entsetzt über die Uneinsichtigkeit, Manipulierbarkeit und die Borniertheit der Wähler bei der gestrigen Europawahl.

Entlang der Donau saufen die Bürger buchstäblich wegen der schwarzbraunen realitätsnegierenden Politik ab.

(…..)  Die Wähler verschließen aber fest ihre Augen vor der Realität, halten sich von Rot und Grün fern, wählen stattdessen lieber diejenigen, die mitten in den Fluten stehend, erklären: „weil jetzt ein solcher Tag ist, ändert man nicht seine Politik“ (Laschet), „Damit konnte niemand rechnen“ (Söder), „so ein Flutpolder wird ja nur höchsten alle 100 Jahre geflutet“ (Aiwanger), und „die Welt geht nun in der Tat morgen nicht unter“ (Merz). No hope fort he human race.  (…..)

(Ganz düstere Zukunft, 08.10.2024)

Und noch während sie bis zum Hals im schlammigen Wasser stehen, haben sie die Gelegenheit, verantwortungsvolleren Parteien die Macht zu übertragen; setzen aber wieder auf die Konservativen, die so offensichtlich gescheitert sind.

Stattdessen verliert die Partei, die am stärksten dafür eintritt, den Klimawandel aufzuhalten, bei steigender Wahlbeteiligung satte drei Millionen Stimmen.

Grüne 2024: 4.736.913 Stimmen, 11,9%

Grüne 2019: 7.677.071 Stimmen, 20,5%

 


[….] Bezüglich des Hochwassers zeigt sich kein klarer Effekt in den Wahlergebnissen. Betrachtet man die Veränderungen der Wahlergebnisse zur letzten Europawahl ist kein deutlicher Zusammenhang mit besonders betroffenen Gebieten zu erkennen. Zumindest nicht in einer Dimension, die über die relativ hohen allgemeinen Schwankungen hinaus geht.  […..]

(Merkur, 10.06.2024)   
 

Na klar, die fortwährende antigrüne Hetze der rechten Medien und die CDU/CSU/AfD/FW-Lügenkampagne konnte aufgrund der jahrelangen Einwirkzeit enorme Wirkung entfalten.

Aber müsste nicht aufgrund der immer astronomischen Hitzerekorde und der in immer kürzeren Abständen erfolgenden Extremwetterereignisse, nicht doch der ein oder andere Donau-Anrainer zu dem Schluß kommen, daß Klima- und Umweltschutzpolitik etwas wichtiger sind, als Söders dramatisches Anti-Gender-Geschrei?

[…..] Gerade erst wieder, nach den Überschwemmungen, eskalierte das Netz. „Nicht auszumalen, wie heftig das #Hochwasser in #Bayern sein könnte, hätte sich Markus Söder nicht so intensiv ums Gendern und Cannabis gekümmert“, schrieb jemand auf X, mehr als tausend Likes gab es dafür. Oder, auch X: „Wie hilft jetzt euer #Genderverbot gegen das #Hochwasser?“ Das eine hat zwar erst mal wenig mit dem anderen zu tun. Aber bei einigen hat die Flut an das Gefühl gerührt, dass die CSU nicht immer die richtigen Prioritäten setzt.  […..]

(SZ, 09.06.2024)

Noch mal zum Verständnis: Kein Grüner, kein Linker, kein Sozialdemokrat fordert einen Zwang zu gendern. Das entspringt ausschließlich Söders Phantasie.

Relevant ist das aber, weil die CSU/FW-Regierung mit solchen Nebenkriegs-Inszenierungen davon ablenkt, daß sie beim Klimaschutz, dem Ausbau der Erneuerbaren Energien oder der Stromtrassen durch extremes Nichtstun versagt.

Der Urnenpöbel schluckt das.

Bei mir in Hamburg waren neben den Europa-, auch Kommunalwahlen.

Die Grünen hatten 2019 in allen sieben Hamburger Bezirken absolute Rekordwerte eingefahren, konnten mehrere Bezirksamtsleiter-Posten stellen. Das sind mächtige Leute. Der Bezirk Hamburg-Wandsbek zählt beispielsweise 460.000 Einwohner und ist damit schon allein größer als Bochum, Bonn, Wuppertal, Aachen, Mainz, Chemnitz, Kiel, Bielefeld, Mannheim oder Münster.

Auch hier gab es drastische Verluste für die Grünen.

 [….]  Am Montagmorgen wurden in den 1921 Hamburger Wahllokalen die Stimmzettel für die Bezirkswahlen geöffnet – jetzt steht das vorläufige Endergebnis fest. Die Grünen sind in den Bezirken Altona, Eimsbüttel und Nord zwar erneut stärkste Kraft, allerdings mit heftigen Verlusten im Vergleich zu ihren Rekordergebnissen 2019. Überraschung: In Altona, Eimsbüttel, Harburg und Nord erreicht die kleine, europafreundliche Öko-Partei Volt (Wahlslogan: „Sei kein Arschloch – Deine Stimme gegen Rechtsextremismus“) mehr als fünf Prozent und zieht erstmals in die Bezirksversammlungen ein. Die SPD gewinnt überall leicht und erreicht in allen Hamburger Bezirken Ergebnisse von gut über 20 Prozent – wovon sie in anderen Bundesländern nur noch träumen kann. Die AfD konnte in allen Bezirken deutlich zulegen, ihren Anteil teilweise gar verdoppeln und hat den Sprung nach derzeitigem Stand in alle Bezirksversammlungen geschafft. [….] 

Bezirk Mitte

SPD 28,5 Prozent (2019: 27), Grüne: 21,1 (29,3) Linke: 14,8 (15,6), CDU: 15,6 (12,1) AfD: 10,2 (7,7) FDP: 4,8 (4,8) Übrige: 5,1

Altona

Grüne: 27,6 (35,1) SPD: 21,6 (20,4) CDU: 18 (16,6) Linke: 12,8 (14,8) AfD: 5,5 (4,4) FDP: 7,6 (6,8) Volt: 5,6

Eimsbüttel

Grüne: 29,6 (37,2) SPD: 23,4 (23,1) CDU: 19,5 (16,3) Linke: 9,1 (10,4) AfD: 6,2 (4,9) FDP: 6,1 (6,5) Volt: 5,3

Bezirk Nord

Grüne: 27,9 (35,7) SPD: 23,4 (20,8) CDU: 19,3 (17,5) AfD: 6,4 (4,6) Linke: 7,6 (9,6) FDP: 7,2 (7,7) Volt: 6,1

Wandsbek

SPD: 27,7 (26,7) CDU: 27,9 (22,2) Grüne: 19,4 (26,3) AfD: 11 (7,7) Linke: 7 (7,2) FDP: 6,9 (7)

Bergedorf

CDU: 28,6 (24,3) SPD: 26,6 (26,4) Grüne: 14,6 (21,9) AfD: 14,4 (8,5) Linke: 8,2 (10,5) FDP: 4,7 (5,5) Übrige: 2,9

Harburg

SPD: 28,3 (27,1) CDU: 22,9 (19,4) AfD: 14,4 (10,2) Grüne: 15,8 (25,8) Linke: 8,3 (9,3) FDP: 4,8 (6) Volt: 5,5 […..]

(HH Mopo, 10.06.2024)

Zwei Herzen schlagen, ach, in meiner Brust. Demokratietheoretisch, für die Zukunft und für das Klima betrachtet, finde ich es katastrophal, eine Partei, die sich so um darum sorgt, die Umwelt zu erhalten, so abzustrafen und dafür die wissenschaftsnegierenden kriminellen Nazis in die Bezirksversammlungen zu schicken.

ABER…

Aber, insbesondere, nachdem ich heute mal wieder einen Termin in der Hamburger Altstadt hatte, in einem Gebäude, das ich seit Jahrzehnten kenne und das ich über Dekaden ganz leicht erreichen konnte, was aber jetzt beim besten Willen nicht mehr möglich ist, weil der komplett verblödete Grüne Verkehrssenator ein einziges Stau- und Baustellenchaos verursacht hat, welches die Läden in ganzen Straßenzügen absterben lässt und jeden kaufkräftigen Kunden aus der Innenstadt vertreibt, kann ich nicht anders, als mich über einen Denkzettel zu freuen.

Zumal die Grünen leider unbelehrbar sind und mit rabiat kundenunfreundlicher Verkehrspolitik schon in Bremen abstürzten und in Berlin gar aus der Landesregierung flogen, weil die ideologische Bettina Jarasch, 2021 bis 2023 Bürgermeisterin von Berlin sowie Senatorin für Umwelt, Mobilität, Verbraucher- und Klimaschutz im Senat Giffey den Individualverkehr lahmlegte.

Daß man in der Bevölkerung unpopuläre Maßnahmen durchsetzen muss, ist unstreitig. Aber man muss sie erklären und darf nicht anfangen, Bürger zu piesacken, um sie zu erziehen.