Donnerstag, 12. August 2021

Der Siegerzug

Eine politische Konzeption hat er nicht, weiß keine Antworten auf die dringenden Fragen nach Klimaschutz, Afghanistan-Desaster, EU-Krise, Bildungs-Notstand, Digitalisierung oder Corona-Pandemie. Aber der FDP-Vorsitzende weiß, wie die Bundestagswahl am 26.09.2021 ausgehen wird. Die Wahl sei entscheiden, erklärt der Posterboy der Superreichen.

[….] In meinen Augen, nach meiner Erwartung hat sich bereits geklärt, wer in das Kanzleramt einziehen wird. Der Auftrag zur Regierungsbildung wird nahezu sicher an die CDU und ihren Kanzlerkandidaten Armin Laschet gehen. [….]

(Christian Lindner, 25.07.2021)

Es braucht keine Konzeption – die FDP steht demoskopisch glänzend da, darf sich wieder einmal als Kanzlermacherin fühlen. Der bisher nicht nur ahnungs-, sondern auch Amts-lose Linder, der über keinerlei Regierungserfahrung verfügt, reklamiert schon mal das zweiwichtigste Regierungsamt Deutschlands für sich – Bundesfinanzminister werde er!
Möglicherweise aber auch Bundeskanzler. Bundeskanzler Lindner. So stellt sich das der Haar-transplantierte Porsche-Fahrer vor, der in seinem bisherigen Leben immer weglief, wenn es schwierig wurde. Das geht auch ohne Expertise, ohne Konzepte.

[….] Immer noch irgendwie Pandemie. Delta voraus. Hochwasser und Gluthitze. Weltweit brennende Wälder und Radikalisierungen aller Art, von Ungarn bis Taliban. Tödliche Impfskepsis. Dazu die nationalen Klassiker Digitalisierungsdesaster, Infrastrukturmängel, Bildungselend, Rechtsextremismus, Integrationsprobleme, Wohnhohn, Pflegenotstand, Föderalschmerzen. Man kann das zwar so verdichtet für übertrieben halten oder für deutsches Klagen auf hohem Niveau. Aber eindeutig lässt sich feststellen: Die Zeiten verlangen geradezu verzweifelt nach politischen Lösungen. Nach verständlichen, einleuchtenden, kraftvollen Rezepten. Theoretisch also müsste sich die gegenwärtige Situation perfekt eignen für Wahlkämpfe. [….]

(Sascha Lobo, 11.08.2021)

Nun machen FDP-Marktliberale traditionell gern Prognosen, geben weise wirkende Ausblicke in die Zukunft. Das klingt kompetent, verliert aber ein wenig dadurch, daß sie nie eintreffen.

Mit einem zackigen „Jawohl“ begeistert sich der Reserveoffizier für seine eigenen vollständig inhaltslosen Wahlkampf-Blablas.

[….] „Ich bekenne mich dazu, dass die Betriebe, die Arbeitsplätze schaffen, eine gute Politik brauchen. Jawohl! Wer es nicht mag, der kann etwas anderes wählen.“ [….]

(C.L., 25.06.2021)

Als ob irgendeine Partei schlechte Politik für solche Betriebe verspräche!

Lindners Kumpel Laschet verwendet die gleiche Methode. Bloß nichts Konkretes sagen.

[….] "Angenommen, Sie wären jetzt Kanzlerin oder Kanzler. Wo würde denn Ihre erste Auslandsreise hingehen?" 

Annalena Baerbock: Brüssel (wegen Europa)

Olaf Scholz: Paris (wegen dt-frz. Freundschaft)

Armin Laschet: brabbel brabbel rhabarber rhabarber - keine Antwort - [….]

(L. Mayer, 12.08.2021)                      

Ob sich Lindner uns Laschets Vision von dem nahezu sicheren schwarzgelben Regierungsbündnis nach Merkel erfüllen (wahlweise als Jamaika oder „Deutschland-Koalition“) ist indes mehr als zweifelhaft.

Natürlich, die Deutschen sind konservativ und wählen meistens irgendwas mit CDU. Sie lieben Kontinuität, hassen Reformen und wollen für immer Merkel als Präsidialkanzlerin behalten.

Das gemütliche, im Trance immer wieder sein Kreuz bei der Schlafwagen-CDU machen, wird allerdings durch das immer wieder so lästige Durchbrechen der Realität gestört.

Auch wer sich so gut wie gar nicht mit der Bundestagswahl beschäftigt, stellt zwei für ihn höchst unangenehme Augenöffner bloß:

1.
Merkel tritt tatsächlich ab und wird nicht noch einmal Kanzlerin.

2.

Da man sich unangenehmerweise gegen seine Gewohnheit für jemand anders entscheiden muß, fällt der Blick auf den ihr mutmaßlich Ähnlichsten; ihren Parteifreund Laschet. Der Mann ist aber offensichtlich eine Witzfigur, der von Panne zu Panne mäandert.

Es gibt prominente Merkel-Fans, die sich öffentlich damit brüsten, sie zu wählen, obwohl sie eigentlich zum linken Lager zählen. Beispielsweise Alice Schwarzer oder Wolf Biermann oder Klaus von Dohnanyi. Sie stehen exemplarisch für viele urbane Merkelianer, die mit dem erzkatholischen Rheinländer Laschet nicht viel anfangen können.

Daher bewegen sich die Umfragen ganz langsam.

Kantar und Forsa sehen schon ein Kopf an Kopf-Rennen von Grünen, SPD und CDU am Wahltag.


[….] Der Trend ist eindeutig: Wie eine neue Hochrechnung des Postillon ergab, ist die Union nur noch sechs Wochen Laschet-Wahlkampf davon entfernt, bei der Bundestagswahl unter 10 Prozent der abgegebenen Stimmen zu holen.   "Geht man von aktuellen Umfragen aus, dann bedeutet jede Woche Laschet-Wahlkampf den Verlust von etwa 2 bis 3 Prozentpunkten", bestätigt Parteienforscherin Alina Birchholm. "Sollte Laschet also bis zur Bundestagswahl weiter so gut und engagiert Wahlkampf führen wie aktuell, werden CDU und CSU auf ein Ergebnis von etwas über acht Prozent kommen." […]

(dpo, 12.08.2021)

Die öffentliche Wahrnehmung der Möglichkeit, daß Laschets Kanzlerschaft keineswegs sicher ist, zeigt einerseits wieder einmal, was für einen Unsinn Christian Lindner von sich gibt.

Sie ist aber insbesondere wahlpsychologisch wichtig.

Gerade wenn alle drei Kandidaten wenig überzeugen und keine inhaltlichen Debatten geführt werden, so daß sich besonders viele Wähler nicht enthusiastisch für eine Partei begeistern können, wollen sie wenigstens beim Sieger ihr Kreuz gemacht haben.  Wer schon die Programme nicht kennt und die Personen nicht einschätzen kann, möchte zumindest nicht zu den Wahlverlierern gehören.

Wähler empfinden ihre Wahlentscheidung als sinnlos, wenn ihre Partei anschließend in der Opposition landet. Daher verstärken sich Trends von selbst.

Eine Partei, die seit Wochen in den Umfragen nachlässt, verliert durch die Veröffentlichung dieser Umfragen zusätzlich an Zuspruch, weil immer einige Zweifelnde ihre Finger von dem vermeidlichen Verlierer lassen.

Es ist wie mit Laienanlegern an der Börse; sie können die gehandelten Konzerne  nicht kompetent beurteilen und setzen daher ihr Geld einfach auf den, dessen Zahlen nach oben zeigen. Man will auf den Siegerzug aufspringen.

Wegen dieser Wahlpsychologie ist es für eine ständig demoskopisch sinkende Partei wie die SPD so schwer den Trend zu drehen. Umgekehrt kann eine Seriensieger-Partei wie die CDU, die schon vier Bundestagswahlen in Folge gewonnen hat, zuversichtlich sein.

Es bedarf schon besonderer Umständen, viel Missgeschick oder außerordentlichem Geschick, um Umfragetrends zu drehen.

Genau das könnte nun aber der Fall sein.

Gut möglich, daß Olaf Scholz doch am Ende die Nase vorn haben wird.

Mittwoch, 11. August 2021

Die Fehlplanung

Gerhard Schröder ist das Gegenteil von Angela Merkel.

Er geht Probleme proaktiv und strategisch an, kümmert sich intensiv um die Durchsetzung seiner Pläne. Dabei bleibt er stets pragmatisch und erklärte schon vor 15 Jahren; die Hartz-Gesetze wären nicht die Bibel; sie müßten geändert oder angepasst werden, wo sie nicht funktionierten.

Gerhard Schröder gebührt für Vieles großer Dank der Deutschen. Die Homoehe, die Zwangsarbeiterentschädigung, der Entrümpelung des Sozialsystems mit dem abstrusen Ämterhopping, die ökologische Steuerreform, der enorme internationale Ansehensgewinn Deutschlands, das Management der Flutkatastrophe, um nur einiges zu nennen.

Seine größte Leistung war mutmaßlich der Mut, sich beim Irakkrieg gegen die USA, GB und Italien zu stellen; eine internationale Koalition zu schmieden, die im UN-Sicherheitsrat auf Schröder-Linie stimmte.  Damit hielt er Deutschland aus dem blutigen Irak-Desaster heraus.

Gleichwohl unterstützte er den Einsatz von 2001 gegen die Taliban. Dafür gab es damals, am Abend des 11.09.2001 gute Gründe. Unter anderem:

[…..] Ich dachte: Wenn du jetzt in dieser Situation nicht solidarisch bist, kannst du nicht nur das deutsch-amerikanische Verhältnis vergessen. Wir würden Glaubwürdigkeit bei allen verlieren, die für unsere gemeinsame Sicherheit einstehen. Wir hätten uns international unglaublich isoliert. Die Anschläge waren etwas Kriegsähnliches, die Taliban-Regierung in Afghanistan hatte die Terroristen geschützt. Die Uno stellte damals fest, dass die Amerikaner das Recht hatten, sich zu verteidigen. In der Nato gab es Einstimmigkeit, und im Uno-Sicherheitsrat haben selbst Chinesen und Russen kein Veto eingelegt.  […..] [Dass viele der 9/11-Terroristen vorher in Deutschland lebten] hat natürlich eine Rolle gespielt, aber entscheidend war etwas anderes. In einer solchen Situation müssen Sie sich fragen, was passiert eigentlich, wenn Sie die damals übliche deutsche Position einnehmen und mit dem Hinweis auf die deutsche Geschichte erklären, wir halten uns da raus, die Drecksarbeit sollen bitte schön die anderen machen. [….]

(Gerhard Schröder, Spiegel-Interview, 30.07.2021)

Der Kriegseinsatz sollte 20 Jahre dauern, wurde immer wieder erweitert und verändert, bis am Ende de facto ein schmachvoller Abzug und sein Sieg der Taliban steht.


Aber es ging nicht immer alles schief. Anfangs, als Schröder und Fischer noch im Amt waren und sich intensiv kümmerten, gab es durchaus Erfolge.

[…..] Wir haben dann im November 2001 auf dem Petersberg bei Bonn eine große Friedenskonferenz für Afghanistan durchgeführt. Das war wesentlich Fischers Werk, er hat das sehr gut gemacht. Zum ersten Mal ist dort deutlich geworden, dass die militärische Intervention nicht reichen würde. Dass es darum ging, Afghanistan ökonomisch und politisch zu stabilisieren. Das würde lange dauern, so viel war uns klar. Keiner von uns hat geglaubt, man könne dort eine Westminster-Demokratie errichten. Aber wir müssen uns erinnern: Demokratie war nicht die Zukunft, die wir anderen aufdrückten, sondern das, was die Afghanen am Tisch von Petersberg sich wünschten. […..] Ganz so erfolglos, wie Sie es jetzt darstellen, war es nicht. Denken Sie an die vielen Schüler und vor allem Schülerinnen, die trotz widrigster Umstände innerhalb der letzten 20 Jahre in Afghanistan Bildung und Ausbildung erfahren haben, die sie unter dem Regime der Taliban nie gehabt hätten. […..]. Immerhin gab es 2004 Wahlen, und Hamid Karzai, zu jener Zeit im Westen hoch geschätzt, wurde Präsident. Aber ich will mich nicht rausreden. Von politischer Normalisierung ist man in der Tat bis heute weit entfernt. […..]

(Gerhard Schröder, Spiegel-Interview, 30.07.2021)

Von 2004 bis 2021 waren es aber noch lange Jahre voller Fehlentscheidungen.   So wie die Hartz-Gesetze längst keine Schröder-Gesetze mehr sind, sondern 16 Jahre Merkels Hartz IV, ist auch der Afghanistankrieg seit 16 Jahren Merkels Einsatz. Sie hat ihn zu verantworten.  Ab 2011 forderte Schröder öffentlich den Abzug, weil er erkannte, daß die Situation hoffnungslos wurde. Ob sich der Einsatz dennoch gelohnt hätte?

[…..] Das ist wohlfeil. Wir sitzen hier am Tisch und räsonieren im Nachhinein. In der Situation, in der wir waren, gab es keine andere Entscheidung, die vernünftig gewesen wäre. Dass wir es nicht geschafft haben, die politischen Strukturen dauerhaft zu etablieren, spricht nicht gegen die politische Entscheidung zur Intervention. Im Übrigen bin ich als Kanzler 2005 aus dem Amt geschieden. Die jetzige Regierung hat also sehr viel länger die Situation zu verantworten.  […..]

(Gerhard Schröder, Spiegel-Interview, 30.07.2021)

Sicher ist, daß Deutschland schwere Schuld auf sich geladen hat, indem es die Afghanen, die ihnen unter Lebensgefahr halfen, nun brutal im Stich lässt. Das ist unanständig und schäbig von der Merkel-Regierung.

[…..] Wir müssen diesen bürokratischen Unsinn beenden, der da gemacht wird. Man kann die Ortskräfte nicht wie normale Asylbewerber behandeln. Das wäre nicht anständig. Klar: Vielleicht kommt dann der eine oder andere nach Deutschland, der gar nicht Ortskraft war. Aber damit wird dieses Land auch noch fertig. Da sollte man großzügig sein.  […..]

(Gerhard Schröder, Spiegel-Interview, 30.07.2021)

Die christliche Kanzlerin und ihr christlicher Heimatminister sagen zwar öffentlich vage Hilfe zu, verzögern aber die Maßnahmen. Es passiert – nichts. Offenbar ist es Horst Seehofer nur Recht, wenn möglichst viele von ihnen, von den Taliban massakriert werden, bevor er sich kümmern muss.

[….] Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) hatte vor knapp drei Wochen gefordert, "dass wir hier denen, die uns sehr stark geholfen haben, auch wirklich einen Ausweg geben". So müsse darüber nachgedacht werden, Chartermaschinen zu buchen, um die verbliebenen Ortskräfte und ihre Familien auszufliegen. Aber was ist seit dieser Forderung der Kanzlerin geschehen, außer dass der Krieg in Afghanistan durch den Vormarsch der Taliban täglich brutaler wird? "Nichts", sagt Marcus Grotian, Vorsitzender des Patenschaftsnetzwerkes Afghanische Ortskräfte. […..]

(SZ, 09.08.2021)

Schande über Deutschland!

Die letzten zehn Jahre Bundeswehr in Afghanistan waren bemerkenswert erfolglos. Schon lange war das Hauptziel, die afghanischen Ortskräfte, die Armee der Kabuler Regierung so gut auszubilden und auszurüsten, daß sie nach einem NATO-Abzug allein die Sicherheit im Land garantieren könnten.

Es wurde in einziges Desaster. Kaum verschwinden Amerikaner und Deutsche, haben die Taliban leichtes Spiel.

[…] Das Tempo, mit dem die Taliban in Afghanistan nach Abzug der internationalen Truppen eine Provinzhauptstadt nach der anderen einnehmen, überrascht auch Militärexperten. "Wir sind sprachlos", sagte kürzlich ein deutscher General, der den Einsatz der internationalen Truppen über fast alle Etappen eng begleitet hat. Am Sonntag fiel Kundus in die Hände der Islamisten. Und die Offensive der Taliban dauert an.  Wie konnte es passieren, dass die afghanischen Sicherheitskräfte nach Jahren der Aufbauarbeit durch internationale Truppen nun innerhalb von wenigen Wochen kollabieren? Es war auch Deutschlands Aufgabe, die afghanische Polizei und Armee, die fortan selbst für die Sicherheit im Land verantwortlich sein sollten, in die Lage zu versetzen, dieser Verantwortung auch gerecht zu werden.[….]

(SZ, 11.08.2021)

Natürlich trägt die von den Deutschen so sehr bewunderte Merkel als Kanzlerin die politische Verantwortung für das Totalversagen. Sie hat sich nie interessiert, nie gekümmert.

Ebenso schwer wiegt ihre dramatische Fehlentscheidung gleich zweimal eine vollkommen unfähige Laiin zur Verteidigungsministerin zu machen. Es ist auch von der Leyens und Kramp-Karrenbauers Großversagen, das wir jetzt in Afghanistan sehen.

[….] Es sieht so aus, als sei Afghanistans dunkelste Vergangenheit auch seine Zukunft. Die islamistischen Taliban hatten, bevor US-Truppen sie 2001 vertrieben, eine Terrorherrschaft errichtet, geprägt von exzessiver Gewalt gegen Andersdenkende und psychotischem Frauenhass. Seit die Trump-Regierung Ende Februar 2020 den Taliban das Abkommen von Doha spendierte, das diese lediglich verpflichtete, den Abzug der Amerikaner und Verbündeten nicht zu behindern, werden die Schatten dieser Vergangenheit schnell länger. Afghanistans Menschen waren Trump vollkommen gleichgültig. Die Taliban, seitdem weitgehend sicher vor US-Luftangriffen und Spezialtruppen, gewinnen rasch an Boden. Die Regierung in Kabul wurde bei den Verhandlungen nicht einmal gefragt.   Seitdem ist der Terror mit voller Grausamkeit zurückgekehrt. Bewaffnete haben in der Universität Kabul 20 Studierende massakriert, deren Sünde: Lernen. Malalai Maiwand, eine junge Journalistin, starb in Dschalalabad bei einem Terroranschlag, ihr Verbrechen: das freie Wort. In Kabul erschossen Mörder zwei Richterinnen, als Frauen und Vertreterinnen weltlichen Rechts gleich doppelte Feindbilder für die Fanatiker. Im Dascht-e-Barchi-Hospital der Hauptstadt stürmten Bewaffnete die Geburtsstation, gingen von Bett zu Bett und feuerten auf Mütter und Neugeborene, es gab 26 Tote. Warum? Das Krankenhaus wird von internationalen Organisationen unterstützt.  Die Mörder waren Taliban oder deren Rivalen wie Terroristen des "Islamischen Staates". Und sie werden mit jeder Woche stärker.  […]

(Joachim Käppner, SZ, 10.08.2021)

Was für ein epochales Versagen „des Westens“!

In Afghanistan leben 38 Millionen Menschen. Lediglich die Rote Armee Gorbatschows war einmal kurz davor das Land tatsächlich zu befrieden. Daran wurde sie aber vom Westen gehindert, der Osama bin Laden und seine Mujaheddin mit massiver Hilfe der amerikanischen CIA aufrüstete.

Seit 1978 herrscht dort Krieg, seit 2001 kämpft dort die NATO.  In den letzten 20 Jahren gab es rund 64.000 Todesopfer der afghanischen Armee und der Sicherheitskräfte.  Seit Juni 2021 steigt die Zahl der getöteten Zivilisten stark an. Die Dunkelziffer ist unbekannt.

Afghanistan, Land der Leichen und des Leids.

Durch den Krieg versinkt das Land in bitterer Armut. Die meisten Bauern können nur durch Opiumanbau knapp überleben.

Allein die US-Kosten für die Kriege im Irak und Afghanistan belaufen sich auf rund vier Billionen Dollar. Das sind 4.000 Milliarden. 4 Millionen Millionen.

Hinzu kommen die Ausgaben der anderen beteiligten Länder.

Allein Deutschland hat vermutlich knapp 50 Milliarden Euro für den Afghanistankrieg ausgegeben.

Statt die Bundeswehr zu demolieren und demoralisieren, hätte man besser die 50 Milliarden einfach im afghanischen Volk verteilt.

Vom Baby bis zum Greis hätte jeder Afghane allein 1.300 Euro aus Deutschland bekommen.

Teilt man die amerikanischen Kosten von 4 Billionen Dollar durch 38 Millionen Afghanen und 39 Millionen Iraker, bekäme jeder einzelne Mensch dieser Länder 52.000 Dollar

Rechnet man die Kosten der anderen NATO-Nationen hinzu, kommt man vermutlich bei knapp 100.000 Dollar pro Person an.

Bei durchschnittlich 5 Kindern, wäre eine normale afghanische Familie siebenköpfig, also mit den Großeltern bereits Dollarmillionär.

2013 betrug das Durchschnittseinkommen in Afghanistan 410 US-Dollar im Jahr bzw. circa 34,17 US-Dollar im Monat, heute liegt der Nettolohn monatlich im Durchschnitt bei 180 Euro.

Die Afghanen könnten also sagenhaft reich sein. Eine Million Dollar pro Familie  entsprechen bei der dortigen Kaufkraft etwa 22 Millionen Euro in Deutschland.

Mit so prall gefüllten Taschen wären Afghanen, die nicht dort bleiben wollten, überall in der Welt willkommen.

Sogar ein rechtes sächsisches Dorf akzeptiert gern Ausländer als neue Nachbarn, wenn es sich um Millionäre handelt, die eine gewaltige Kaufkraft mitbringen.

Was hätte das für einen Wirtschaftsboom auslösen können.

Aber Homo Demens verwendete das Geld lieber dafür, um steinreiche Waffenproduzenten noch viel reicher zu machen und viele Menschen zu töten.

Dienstag, 10. August 2021

Aufwachen, RRG!

Merkel wurde schon so oft wieder gewählt, daß man sich kaum an die einzelnen Wahlen erinnern kann.

Die vom deutschen Michl adorierte 80%-Zustimmungsfrau war sie nicht immer.

Als die Schröder-Fischer-Regierung 2003/2004/2005 dramatisch von nahezu allen Medien runtergeschrieben wurde, der Jörges-STERN und der Steingart-SPIEGEL unverhohle für eine Merkel-Westerwelle-Regierung warben, wurde die FDP ziemlich nervös, da CDU/CSU soweit davon zogen, daß Merkel schon mit einer absoluten Mehrheit für ihre Kanzlerschaft rechnete.

Allerdings verfügte die SPD über einen entscheidenden Trumpf; nämlich den einzigen überzeugenden Wahlkämpfer des letzten Vierteljahrhunderts: Gerd Schröder, der sich im Gegensatz zu seiner resignierenden Partei voll ins Zeug legte und eine sensationelle Aufholjagd hinlegte. Am 18.09.2005 ging die Union mit 35,2%, dicht gefolgt von der SPD mit 34,2% durchs Ziel. Die demoskopische Dynamik war eindeutig; wäre die Wahl ein oder zwei Wochen später gewesen, hätte die SPD vorn gelegen, Schröder wäre Kanzler geblieben und Merkel hätte nach der derartig vergeigten Chance – Opposition statt absoluter Mehrheit – den Hut nehmen müssen. Damals war der Andenpakt noch so stark, daß er die ihm so verhasste Frau aus dem Osten garantiert aus der Parteispitze verdrängt hätte.

Gerd Schröder rettete seiner Partei die Regierungsbeteiligung und Deutschland sollte dafür ewig dankbar sein, da die Sozi-Minister Steinbrück (Finanzen) und Scholz (Arbeit und Soziales) die Architekten des deutschen Wunders waren – kein anderes westliches Land kam so gut durch die von GWB ausgelöste Mega-Weltfinanzkrise von 2008.

Die SPD-Minister trugen die Regierung, arbeiteten fleißig und ungewöhnlich erfolgreich, während Merkels Leute Glos, Seehofer, Jung, Schavan, von der Leyen, Schäuble allesamt überfordert waren.

Aber ohne den trommelnden Schröder war das Willy Brandt-Haus nicht in der Lage die SPD-Erfolge bekannt zu machen. Die drögen Parteipräsiden nahmen an, Wähler wären rationale, informierte, faire Wesen. Sie würden die Arbeit der SPD schon honorieren. Dazu noch der sehr fromme Christ Steinmeier als Kandidat, der die CDU freundlich verschonte. Das sollte als Konzept für die 2009er Wahl reichen. Das ging gründlich in die Hose. Minus 11,2 Prozentpunkte für die SPD, Steinmeiner erreichte gerade noch 23%. Auch Merkels CDU/CSU rutschte um einen guten Punkt auf 33,8% ab. Immerhin profitierte die Linke von der lahmen SPD, erreichte mit 11,9% ein Topergebnis, wurde eine starke Oppositionskraft.

Verrückterweise profitierte ausgerechnet die FDP mit ihrem Rekordwert von 14,6% am meisten von der guten deutschen Krisenpolitik. Sie trat mit dem Deregulierungs- und Steuersenkungswahn an, der die Weltfinanzkrise erst ausgelöst hatte.

Selten erlebte man die Dysfunktionalität so extrem. Die konzeptionslose Spaßpartei FDP tat das was zu erwarten war: Sie setzte strikt die Interessen ihrer Parteispender durch, schleuste Lobbyisten direkt in die entscheidenden Schaltstellen des Gesundheitsministeriums und richtete so viel Chaos an (die schwarzgelben Koalitionäre bezeichneten sich gegenseitig als „Wildsäue“ und „Gurkentruppe“, gelten als schlechteste Nachkriegsregierung Deutschlands), daß die FDP vom besten Ergebnis ihrer Geschichte bei der Wahl 2013 auf das Schlechteste, nämlich 4,8% stürzten. Raus aus dem Bundestag, Generalsekretär Christian Lindner war in Schimpf und Schande schon zuvor geflohen.

(Später lernten wir noch genauer, wie sehr die Flucht vor der Verantwortung, sein Wegrennen zum Kern seines Charakters gehört).

Abgeschreckt von dem Chaos, hatte der Wähler der wie immer unbeteiligt wirkenden in sich ruhenden Präsidialkanzlerin ohne politische Konzeptionen 7,7 Prozentpunkte oben drauf gepackt. Die CDUCSU erzielte 2013 Merkels bestes Ergebnis: 41,5%.

Die SPD hatte diesmal mit Peer Steinbrück einen viel besseren Kanzlerkandidaten als 2009. Er erlebte allerdings einen der unfairsten Wahlkämpfe seit Willy Brandts Zeiten. Fast die ganze Presse war gegen ihn, blies jede Kleinigkeit zu Großskandalen auf. Er trinke keinen Weine für weniger als 5 Euro die Flasche, Stinkefinger, Kein Golf als Dienstwagen. Die total debakulierende Generalsekretärin Andrea Nahles tat im WBH ihre Möglichstes, um Steinbrück zusätzlich zu schaden. Keinesfalls wollte sie ihren Intimfeind gewinnen sehen.

Daß die SPD dennoch immerhin 2,7 Prozentpunkte hinzugewann, ist dem Kandidaten allein zu verdanken. Die Linke verlor an Aufmerksamkeit und stürzte um 3,3 Prozentpunkte auf 8,6% zurück.

Es kam wieder zu einer Groko Anders als acht Jahre zuvor, waren SPD und CDUCSU aber nicht mehr auf Augenhöhe; diesmal waren die Schwarzen fast 16 Prozentpunkte stärker.

Das WBH wiederholte aber dennoch stoisch die Fehler der ersten Merkel-Groko (2005-2009), schlief gemütlich die vier Jahre bis 2017 aus, hoffte einfach, die Wähler würden diesmal aber wirklich die gute Arbeit der Sozi-Minister erkennen und das am Ende belohnen. Das musste schief gehen, da der Urnenpöbel anders als 2005, nun schon lange an Merkels politische Abwesenheit gewöhnt war und ihre wolkige Art über allem zu schweben, ohne sich um die dringenden Probleme zu kümmern, durchaus schätzte. „Keine Reformen“ ist immer noch der oberste Wunsch der Deutschen.

Am Ende der zweiten Merkel-Groko stellte die SPD auch noch den unerfahrenen überforderten Martin Schulz als Kandidaten auf, der brav die Steinmeier-Fehler wiederholte: Keine Kritik an Merkel, immer schön devot auftreten.

Er verspielte 5,2 Prozentpunkte, holte das schlechteste SPD-Ergebnis aller Zeiten: 20,5%

Seither verharrt die SPD in Dauerkrise, verschliss mehrere Vorsitzende und sank soweit in den demoskopischen Keller – bis auf 14% - daß sie nun statt Häme, eher Mitleid erfährt. Besonders schlechtes Führungspersonal – Kühnert, Esken, Walter-Borjans und Klingbeil – verschlimmerte die Lage zusätzlich.

An dieser Stelle möchte ich aber etwas Whataboutism verwenden. Merkels grandiose Aussitzfähigkeiten haben völlig verschleiert, daß die die CDU/CSU-Liste bei der Bundestagswahl 2017 noch schlimmer als die SPD verlor: 8,6 Prozentpunkte!  Mit 32,9% fuhr die Union das schlechteste Ergebnis seit 1949 ein. Dennoch leistete sich Merkel ihr personell bisher katastrophalstes Kabinett, ließ Faulpelze (Seehofer, Karliczek, Altmaier) genauso ungehindert wurschteln wie die Totalversager (Spahn, Bär, Scheuer, AKK).

Ihre enorme persönliche Popularität resultiert ausschließlich aus ihrem Bekanntheitsgrad. Ihre politische Bilanz ist ein Trümmerhaufen. Energiewende wurde verschlafen. Technologisch ist Deutschland abgehängt, die Infrastruktur zerbröselt, das lahmste Internet Europas, das Bildungssystem hoffnungslos unterfinanziert und ewiggestrig, Universitäten internationale Lachnummern.

Am schlimmsten sieht es aber international aus – nach 16 Jahren als „Führerin Europas“ liegt die EU in Scherben; die Strukturen sind überaltert, GB ist ausgetreten, global spielt die EU kaum noch eine Rolle, Osteuropas Potentaten tanzen Brüssel nach Belieben auf der Nase herum, weil Merkels Abgesandte, Kommissionspräsidentin von der Leyen, bei ihrer Wahl auf die ungarischen und polnischen Stimmen setzte und sich nun nicht traut zu widersprechen, wenn dort LGBTIs gejagt, Pressefreiheit abgeschafft und Justiz gleichgeschaltet wird.

Nach sieben Jahren Schröder erlebte die EU 2005 eine Blütezeit. Frankreich und Deutschland arbeiteten so eng zusammen, daß die Regierungschefs wechselseitig auch das andere Land vertraten. Es gab enge Konsultationen mit Warschau und Moskau, die Politik im Nahen Osten gegenüber der USA war straff abgestimmt und effektiv. Merkel hat all das in 16 Jahren kaputt gemacht. Man misstraut Deutschland in der EU, zieht nicht mehr an einem Strang, die Russland-Politik ist ein Trümmerfeld.

Merkels 80%-Zufriedenheitswerte sind nur mit der Generalverblödung des Volks zu erklären.

Ihre 2017 auf den Tiefststand von 32,9% heruntergewirtschaftete CDUCSU steht hingegen realistischer da.

Wäre am Sonntag Bundestagswahl, verlöre sie noch einmal sechs bis zehn Prozentpunkte, ginge mit 24-26 % mit einem derartig schlechten Ergebnis durchs Ziel, daß von Konrad Adenauer bis Helmut Kohl sämtliche Ex-Parteigrößen in Lichtgeschwindigkeit in ihren Gräbern rotierten.

Die beiden Volksparteien, die über Jahrzehnte 80 - 90% der Stimmen holten, werden Ende 2021 nur noch bei rund 40% liegen.

Wo sind die rund 45 freigewordenen Prozentpunkte hin; wer profitiert?
Da gibt es natürlich die AfD-Faschisten. Die inhaltsleere Posterboy-FDP von 2009 ist ebenfalls wieder zurück und wird zweistellig werden.

Die Grünen hätten das Potential stärker als CDUCSU zu werden, schrumpfen sich aber durch die fortgesetzte Unfähigkeit ihrer Spitzenkandidatin, sowie die unfassbare Trottelei ihres Wahlkampfteams auf 17-18%. Sie werden mutmaßlich noch, ob der guten Olaf-Scholz-Performance von der SPD überholt.

Besonders erstaunlich ist aber, daß bei all dem gewaltigen Groko-Frust und der so verhagelten Merkel-Bilanz eine Partei, die davon am meisten profitieren  sollte, sich sogar noch blöder als Laschet und Baerbock anstellt: Die Linke dümpelt bei blamablen 6% und könnte aus dem Bundestag fallen.

Der Grund sind eine paralysierte Parteiführung und der völkisch-nationalistische Kurs Lafontaines und Wagenknechts. Natürlich wählen Menschen aus dem RRG-Biotop eher nicht eine Partei, die wie die AfD klingt und alle drei Tage mit neuen Hetz-Äußerungen auf „skurrile Minderheiten“ eindrischt.

Es ist mir ein Rätsel wieso sich die Linke die Wagenknecht-Destruktion so lange gefallen lässt. Immerhin gibt es jetzt ein Parteiausschlussverfahren gegen sie und einen wütenden Ex-Chef.

[….]  Riexinger sagte auf der Konferenz, es sei »brandgefährlich«, dass Wagenknecht in der Öffentlichkeit verbreite, die Linke würde sich zu wenig um die soziale Frage kümmern, weil es verfangen könnte.  [….]  So vollziehe Wagenknecht eine »Verfälschung der Fakten« und deute die Geschichte um, wenn sie die prekäre Lage der unteren Gesellschaftsschichten den im Buch sogenannten »Lifestyle-Linken« anlaste, die sich nur um Antirassismus, Genderfragen und die Bekämpfung des Klimawandels kümmern würden. Tatsächlich, so Riexinger, sei die neoliberale Politik Anfang der Nullerjahre etwa von Kanzler Gerhard Schröder der Grund für soziale Verwerfungen. »Das waren keine Lifestyle-Linken.« Mit Genderfragen hätte sich Schröder nicht beschäftigt. [….]  Wahlweise nannte Riexinger bei seiner Bewertung Wagenknechts Thesen »irre«, »abenteuerlich«, einiges sei »ziemlicher Quatsch« »völlig falsch«, »ordoliberal«, »weitestgehend faktenlos«, »spießig-reaktionär« und eine »dürftige Analyse«. [….]

(SPON, 10.08.2021)

Montag, 9. August 2021

Mögen wir bald aussterben

Den Expertenbericht des Weltklimarates hätte es kaum gebraucht.

[….] Klimabericht des IPCC »Der Planet schwebt in Lebensgefahr und mit ihm seine Bewohner«  Die Klimakrise vollzieht sich viel schneller, als lange angenommen wurde, warnt die Uno in einem neuen Bericht. [….]

(SPON, 09.08.2021)

Man muss nur in einem beliebigen Land der Welt einen beliebigen Nachrichtensender anmachen. Die Welt steht in Flammen.

Überall häufen sich die Horrormeldungen über Extremtemperaturen, Brände, Überschwemmungen.

Kalifornien, Sibirien, die Türkei, Griechenland in Flammen. Im Golf von Mexiko brannte buchstäblich das Meer – ein Unterwasser-Feuerauge lodert.

Die grüne Lunge des Planeten, der Urwald Südamerikas, der unser CO2 speichert und in Sauerstoff photosynthetisiert, ist Dank des irren Brandschatzers Bolsonaro zu einem Klimaschädling geworden. Die brasilianischen Wälder produzieren durch ihre Sterben in Flammen, derzeit mehr Kohlendioxid, als Sauerstoff.

[…..] Der Amazonas-Regenwald trägt nun höchstwahrscheinlich zur Erwärmung des Planeten bei. Zu diesem Schluss kommt eine beispiellose Analyse von mehr als 30 Wissenschaftlern.  Seit Jahren äußern Forschende die Sorge, dass steigende Temperaturen, Trockenheit und Abholzung die Fähigkeit des größten Regenwaldes der Welt verringern, Kohlendioxid aus der Atmosphäre zu absorbieren und die Emissionen aus der Verbrennung fossiler Brennstoffe auszugleichen. Jüngste Studien legen sogar nahe, dass einige Teile der tropischen Landschaft bereits mehr Kohlenstoff freisetzen, als sie speichern. […..]

(National Geographic, 16.03.2021)

Die Realität wirkt wie ein schlechter Roland Emmerich-Film.

Wissenschaftlich gibt es keine Zweifel mehr, daß wir Menschen, die Gattung Homo Demens, nicht nur unseren Lebensraum final zerstören, sondern in ganz wenigen Jahren, um 2030, den Point of No Return erreicht haben werden, an dem wir unsere Lebensgrundlage nicht mehr retten können.

[….] Der neue IPCC-Bericht folgert, dass es seit mindestens 2000 Jahren keinen vergleichbaren Temperaturanstieg gegeben hat – und dass die Temperaturen heute bereits höher liegen dürften als in der wärmsten Phase des Holozäns vor 6000 Jahren. Nach Stand der Daten muss man rund 125.000 Jahre zurückgehen, bis in die Eem-Warmzeit vor der letzten Eiszeit, um global ähnlich hohe Temperaturen zu finden. [….]

(Prof. Stefan Rahmstorf, 09.08.2021)

Überbevölkerung, Gier und Dummheit der Menschen führen dazu, nicht nur sich selbst auszurotten, also eine Art auszuradieren, der man keine Träne nachweinen sollte, sondern unfreundlicherweise nahezu die gesamte Fauna und Flora des Planeten mit in den Abgrund zu reißen.

Immer noch wird Kinderkriegen von den Regierungen gefördert, obwohl die rasante Zunahme der Weltbevölkerung eindeutig die schlimmste Klimasünde ist. Wir brauchen weniger Kinder! Immer noch fliegen die Menschen mit steuerfreiem Kerosin durch die Welt und nie wurden in Deutschland so viele SUVs verkauft wie jetzt.

[….] Das Geschäft mit Geländewagen – den SUVs – läuft bei Daimler derzeit besonders gut. Die Nachfrage nach diesen Fahrzeugen ist im zweiten Quartal im Vergleich zum Vorjahr um 55 Prozent auf 246000 in die Höhe geschnellt, geht aus Daimler-Unterlagen aus der Analystenkonferenz hervor. Damit ist beinahe jedes zweite von Daimler verkaufte Fahrzeug ein SUV. In keiner anderen Modellklasse kann der Stuttgarter Autobauer derzeit solche Zuwächse vorweisen. [….]

(SN, 21.07.2021)

Die gute Nachricht ist; der Planet wird das selbstverständlich locker überstehen. Er hat noch ein paar Milliarden Jahre Lebensdauer vor sich. Genug Zeit, um nach dem fatalen Irrtum mit den Zweibeinern, noch einmal zu beginnen und nettere Spezies zu evolutionieren.

Für die Majorität der Menschen, die im Gegensatz zu mir, Kinder und Enkel haben, wäre ein Überleben ihrer Spezies allerdings wünschenswert.

Ihnen muss man zurufen, daß allerhöchster Handlungsbedarf besteht.

Tatsächlich verschlimmern wir die Klima-Lage in Deutschland. Es wird mehr Kohle verbraucht denn je.

Bei der Bundestagswahl wollen die meisten Menschen die Partei und den Kandidaten wählen, der in seinem Bundesland Klimaschutz und Windkrafträder fast unmöglich macht, der nichts anderes als ein Lobbybückling der CO2-Industrie ist.

CDU, CSU und AFDP kommen liegen in der Addition weit vor Rot-Rot-Grün, also den Parteien, die mehr Klimaschutz umsetzen würden.

Die Menschen in Deutschland wählen aber wider besseres Wissen politisch ihren eigenen Klima-Tod.

Schon kursieren Berechnungen über den rasanten Wertverlust von Immobilien in Südeuropa. In Süd- und Ostdeutschland wird es bald zu heiß sein, um dort zu leben.  Aber die Deutschen wählen nicht nur parteipolitisch gegen das Klima, sondern verhalten sich auch in ihrem täglichen Leben so.

Flugreisen, SUV, Kauf von nicht nachhaltigen Billigprodukten.

Wenn der Klimaschutz bei ihnen an die Tür klopft, werden Deutsche besonders garstig. Wir kennen das St-Florians-Prinzip schon von LGBTI-Altersheimen, KITAs und anderen sozialen Projekten. Ja, man versteht grundsätzlich, daß es so etwas geben muss, setzt aber Himmel und Hölle in Bewegung, wenn so eine Einrichtung in der eigenen Nachbarschaft entstehen soll. Der „Immobilienwert könnte schließlich sinken“ – soweit die Reichen, die durch Nichtstun immer reicher werden, weil die Immobilien von ganz allein teurer werden.

Wehe, es soll aber ein Windrad nebenan gebaut werden. Oder eine Stromtrasse, um ökologische Windenergie von den Küsten nach Bayern zu bringen!
Dann entdecken die bräsigen Wohlstandsbürger ihren Widerstandsgeist.

[….] Republik der Neinsager

Die Deutschen wollen Klima-, Verkehrs- und Energiewende. Gleichzeitig aber werden wichtige Projekte fast überall erbittert bekämpft. [….] 20 Jahre später wird wieder wütend protestiert in Nürnberg. Wieder geht es gegen die Deutsche Bahn, wieder um ein Werk für die Wartung von Zügen, wieder um Hunderte Arbeitsplätze. [….] Anders als im Sommer 2001 will die DB nichts plattmachen, sondern 400 Millionen Euro in ein weiteres Instandhaltungswerk für ICE-Züge investieren. Es sollen auch keine Stellen gestrichen werden, sondern 450 neue entstehen; tarifgebundene, gut bezahlte Facharbeiterjobs. Doch an allen neun möglichen Standorten in und um Nürnberg tobt der Widerstand. Bürgerinitiativen gehen auf die Barrikaden, und die Politiker bis hin zum bayerischen Ministerpräsidenten Markus Söder sind darüber furchtbar erschrocken. [….]  Ganz Deutschland ist im Protestmodus. [….] Auch gegen Windräder und Stromtrassen, Bahngleise und Mobilfunkmasten. [….]  Experten schätzen allein die Zahl der Bürgerinitiativen gegen Windräder bundesweit auf mehr als tausend. War solcher Widerstand vor wenigen Jahren noch vorwiegend Sache politisch linksökologisch verorteter Gruppen, verlassen heute immer mehr Gutsituierte ihre Häuser in den Wohnvierteln der Besserverdiener und gehen als Wutbürger auf die Straße. [….]  Verkehrswende ja, ICE-Werk meinetwegen, aber nicht vor meiner Haustür. [….] Im bayerischen Inntal, plagt sich die Bahn mit Gegnern einer neuen Schienentrasse herum, über die von 2038 an bis zu 400 Güterzüge rollen sollen. Sie soll Teil der neuen Nord-Süd-Verbindung samt Brenner-Basistunnel werden, die vor allem den Güterverkehr von den überlasteten Straßen auf die Schiene bringen soll. [….]  In vielen Rathäusern hat sich die Denke grundlegend geändert. "Früher hoffte man sehnlichst, dass einer kommt, viel Geld investiert, neue Jobs schafft und danach ordentlich Steuern bezahlt", sagt ein altgedienter Kommunalpolitiker. "Heute würden alle zusammenzucken, weil man weiß: Das gibt Ärger." [….]

(SZ, 09.08.2021)

No Hope For The Human Race.

Wenn Homo Demens ausstirbt, hat er es nicht besser verdient.

Sonntag, 8. August 2021

Basis-Anbiederung fatal

Klar, solche Typen wie Matt Gaetz, Louie Gohmert, Andrew Clyde, Mo Brooks, Lauren Boebert, Jim Jordan, Devin Nunes, oder Marjorie Taylor Greene sind zweifellos genauso geistesgestört wie sie bei ihren Auftritten wirken. Sie sind alle ungebildet, vielfach mit dem Gesetz in Konflikt gekommen, hatten nie beruflichen Erfolg und fanden dann als diejenigen Abgeordneten, die stets die allerschrillsten bösartigsten Lügen aussprachen, Gehör bei der rechten Basis und den Trump-Medien.

Bei 211 House-Mitgliedern und 50 Senatoren können aber nicht alle derartig debil sein. Unter 261 Menschen müssen zumindest einige wissen, daß sie lügen, der eigenen Bevölkerung schaden, die Demokratie zerstören.

Wieso machen die alle, neun Monate nach Trumps Abwahl, dieses Theater immer noch mit?

Nun, das erklärte vorgestern Bill Maher sehr schön. Es gibt keinen anderen Job, bei dem man als unqualifizierte Knalltüte so viel Privilegien und Aufmerksamkeit bekommt. Man muss nur einmal reinkommen. Durch Voter-suppression und Gerry-Mandering sind die Wahlbezirke so zugeschnitten, daß über 95% der Amtsinhaber alle zwei Jahre vom Volk tumb wieder gewählt werden. Es reicht also de facto aus, Wahldistrikts-Kandidat zu sein. Gewählt wird man sowieso.

Das Problem ist also von seiner Partei nominiert zu werden. Dafür braucht man die völlig fanatische Basis und muss den Müll öffentlich behaupten, den die extremistischsten und dümmsten Bürger tagtäglich über ihre Verschwörungs-Radiohost, FOX-Propagandisten und braune Social-Media-Gruppen konsumieren.

Diese rechts-rassistische Trump-verehrende Nazibasis lässt sich außerdem finanziell sehr gut anzapfen. Allein Donald Trump sammelte seit seiner Abwahl schon über 100 Millionen Dollar von seinen Red-Neck-Fußtruppen ein.

Ein Treppenwitz, daß die ärmsten, ungebildeten Wähler ohne Krankenversicherung, die Partei wählen, die ihnen am meisten schadet und dann auch noch 100 Millionen Dollar freiwillig an einen Milliardär spenden.

Von so viel Dummheit profitieren selbstverständlich auch all die evangelikalen Megachurch-Betreiber, die nicht nur Multimillionäre werden, sondern auch noch steuerfrei leben. Kein Wunder, daß auch andere Unternehmen auf den Zug aufspringen.

(….)  Starbucks, der in den USA dominierende Kaffee-Anbieter mit weltweit 30.000 Filialen und 30 Milliarden Dollar Umsatz, ist eigentlich eins dieser Kulturphänomene, auf die sich alle US-Amerikaner einigen können. Sie lieben Starbucks-Coffee to go.   In der Realität von 2021 wissen aber die Q-Trumplicans, daß der Konzern 1971 im notorisch liberalen Bundesstaat Washington gegründet wurde.   Das Unternehmen hat seinen Sitz und Seattle und machte immer mal wieder durch seinen Einsatz gegen Rassismus und Homophobie auf sich aufmerksam.

Als schwulenhassende Rassisten fühlen sich die GOP-Wähler inzwischen so davon abgestoßen, daß sie Starbucks boykottieren – ebenso wie viele andere Unternehmen, die sich beispielsweise mit BLM solidarisieren. In den Zwei-Staaten-USA muss eine Alternative her.

[….] Für Trump-Anhänger ist es gar nicht so leicht, einen ordentlichen Kaffee zu bekommen. Marktführer in den USA ist Starbucks, die von linken Hippies im ultraliberalen Seattle gegründete Kaffeehaus-Kette. Die gibt es praktisch überall. Nichts für Leute, die Waffen lieben, den Trumps folgen und den Sturm auf das Kapitol für ein Komplott der Antifa halten.  Aufrechten Republikanern ohne Kaffeeheimat bietet ein Unternehmen aus Salt Lake City seit einiger Zeit beides: eine feine Röstung und das gute Gefühl, mit jedem Schluck "America first" zu trinken. Schon der Name hat Feuerkraft: "Black Rifle Coffee", "Schwarzes Gewehr Kaffee". Der Kriegsveteran Evan Hafer hat das Unternehmen 2014 explizit als Pro-Militär-, Pro-Polizei- und Anti-Hipster-Marke gegründet. Was das bedeutet, zeigt sich im Online-Shop. Dort können die Kunden etwa zwischen den Kaffeesorten "Sanfter Schalldämpfer", "Kanonenboot" oder schlicht "Freiheit" wählen.  Lange Zeit gab es die Röstungen nur auf der Website des Unternehmens. Doch der politische Auftstieg von Donald Trump zum US-Präsidenten ließ auch das Unternehmen wachsen. Die Macher nutzten das. Und schalteten Anzeigen, in denen sie sich zu Trump bekannten. "Black Rifle Coffee" wurde so zum "inoffiziellen Heißgetränk" der "Make America Great Again"-Bewegung, schrieb die New York Times, zum Starbucks für Rechte. [….] Im vergangenen Sommer, auf dem Höhepunkt der "Black Lives Matter"-Proteste, erschoss der Teenager Kyle Rittenhouse zwei linke Demonstranten. Es gibt ein Bild von ihm aus dem Herbst 2020, auf dem er ein "Black Rifle Coffee"-T-Shirt trägt. Er war da gerade gegen Kaution aus der Haft entlassen worden. Nach dem Sturm auf das Kapitol am 6. Januar gingen zwei Bilder von Aufrührern um die Welt, die Baseballkappen der Kaffeemarke trugen. [….]

 (SZ, 23.07.2021) (….)

(Halb-Amerika verlässt die Realität, 23.07.2021)

Die Black Rifle Coffee Company (BRCC) ersann eine praktische Methode, um mit den Extremisten und Idioten Geld zu verdienen. Sean Hannity, die Lügen-Ikone der TV Nazis und sogar der heilige Prophet Donald Trump höchst selbst empfahlen BRCC, die daraufhin ihren Umsatz von einer Million Dollar 2016 auf rund 80 Millionen 2019 und 160 Millionen im Jahr 2020 steigern konnte. Sie ist nun der »inoffizielle Kaffee des MAGA-Universums« und schickt sich an zum politischen Statement der Rechtsaußen zu werden.

Aber wenn man sich derart auf eine bestimmte Käuferschicht fixiert, birgt das auch Nachteile. Der BRCC-Chef Hafer beging einen schweren Akt der Blasphemie, als er dieses Jahr wagte mit Journalisten der New York Times zu sprechen.

[…..] Dass die Röster überhaupt mit der verhassten Presse geredet haben, kam bei Teilen der MAGA-Basis als Kriegserklärung an. Geradezu auf Abscheu aber stößt, dass sich der 44-jährige Vorstandschef Evan Hafer, ein Irak- und Afghanistan-Veteran, von Rassismus und der rechtsextremen Bewegung Proud Boys distanzierte. »Der Rassismus kotzt mich an«, sagte Hafer dem »Times«-Reporter, das unvermeidliche F-Wort setzte die Zeitung in seinen Zitaten vornehm in Klammern. »Ich hasse rassistische, Proud-Boy-ische Leute. Ich würde sie dafür bezahlen, dass sie meinen Kundenstamm verlassen.« […..] Aus Sicht mancher Rechter ist dies der zweite und ultimative Verrat ihrer Marke. Den ersten Schock erlebten sie, als der Teenager Kyle Rittenhouse, der bei den »Black Lives Matter«-Protesten im vergangenen Jahr zwei Demonstranten erschossen haben soll, im Herbst auf Kaution aus der Haft entlassen wurde. Ein Foto zeigte Rittenhouse, der bei militanten Rechten Heldenstatus genießt, damals in einem T-Shirt mit dem Black-Rifle-Coffee-Emblem. BRCC bestritt damals jede Verbindung zu dem damals 17-Jährigen und beteuerte seine Unterstützung für das Justizsystem. [….]

(Ines Zöttel, 08.08.2021)

Hafer ließ sich soweit in den stramm rechten Sumpf ziehen, daß er nun nicht mehr die vorsichtigste Distanzierung von mordenden Nazis wagen kann, ohne Kunden zu verlieren.

Aber Absatzmärkte außerhalb der MAGA-Blase sind verschlossen. Welcher halbwegs anständige Mensch würde Black Rifle Coffee trinken?

Samstag, 7. August 2021

Besser wird’s nicht

Manche Gedanken müssen sich erst in der journalistischen Szene durchsetzen, gelten lange Zeit als sakrosankt.

Man will schließlich seriös und rational sein. Die Spinnereien bleiben Blogs, BILD und Boulevard vorbehalten.

Guttenberg ein betrügerischer Hallodri? Merz hat keine Ahnung von ökonomischen Grundbegriffen? Kohl korrupt? Wagenknecht knüpft an völkische AfD-Thesen an? Franziskus ist gar kein homofreundlicher Reformer?

Das waren solche Thesen, die schon lange existierten, als die seriöse Presse noch hartnäckig das diametral entgegengesetzte Narrativ vertrat.

Irgendwann kippte aber die schreiberliche Stimmung in den Redaktionsstuben und sie stimmten alle in diese (gar nicht so) neuen Erkenntnisse ein.  A posteriori wurde es umso deutlicher, wie falsch man viele Jahre gelegen hatte.

Eine Dekade nach Guttenbergs Sturz vom Beliebtheits-Olymp, zuckt man nur noch kurz mit den Schultern, wenn man von seinen Verstrickungen in die Wirecard- und Augustus-Skandale erfährt. Es passt ins Bild; der Mann ist charakterlich zutiefst verdorben.

Ein neuer Kipp-Punkt sind die komprimierten journalistischen

Darstellungen der diesjährigen Kanzlerkandidaten. Lange Zeit hielt man es für etwas ungehörig kritische Fragen nach Laschets dunkelkatholischem Familienhintergrund zu stellen, tat Baerbocks erste Ungeschicklichkeiten bei Nebeneinkünften und Lebenslauf als Petitessen ab.

Inzwischen sind aber die Dämme gebrochen. Erstaunt beobachte ich, wie in diesen Tagen auch die großen Zeitungen und Kommentatoren auf meine Linie einschwenken: Baerbock und Laschet sind Mist. Da hilft kein Schönreden; beide haben sicherlich nicht das Zeug dazu, Deutschland zu regieren.

[….] Diese schwachen Kandidaten haben wir nicht verdient!

Die Deutschen hadern mit dem zweitklassigen Personal fürs Kanzleramt – dabei sind die Bürger bereit für gewaltige Veränderungen. Höchste Zeit für echten Streit.   [….]

(SPIEGEL-Leitartikel, 06.08.2021)

Während Olaf Scholz die SPD eher hochzieht, erkennen CDU, CSU und Grüne, daß ihre jeweiligen Kandidaten, der Partei schaden.

[Seit seiner Wahl zum Kanzlerkandidaten] verblüfft [Laschet]  selbst jene, die immer schon wenig von ihm hielten. Unglücklicher und ungeschickter ist bislang kaum jemand in den Kampf ums mächtigste Amt der Republik gestartet – von Annalena Baerbock und Peer Steinbrück einmal abgesehen. Was Laschet dem Publikum seit seiner Nominierung bietet, erinnert eher an eine Wahlkampfparodie als an eine ernst zu nehmende Kampagne. Das hat Folgen: Laschets ohnehin schon magere Persönlichkeitswerte stürzten zuletzt weiter ab, längst zieht er auch die Umfragewerte der Union nach unten.  Sieben Wochen vor der Bundestagswahl sind die Union und ihre Nummer eins in einer so schlechten Verfassung, dass das wichtigste Ziel, das Kanzleramt zu behalten, in Gefahr gerät.  […..]

(SPON, 06.08.2021)

Während die Grünen aber in Robert Habeck eine viel bessere Alternative hätten und sich nun grämen, die falsche Kandidatin gekürt zu haben, ist die Union personell insgesamt erledigt.

Die Alten – Seehofer, Altmaier, von der Leyen, Merz, Bouffier – sind ebenso charakterlich und fachlich hoffnungslos überfordert wie die Jungen – Spahn, Amthor, Scheuer, Ploß, Bär. Den U35 hat die Union nichts zu sagen. Digitalkompetenz ist nicht vorhanden.

CDU und CSU sind nach 16 Jahren an der Macht, nach 16 Jahren Merkelschem Aussitzen, nach 16 Jahren rigoroser Unterdrückung jeder inhaltlichen Diskussion, geistig und moralisch so verzwergt, daß man ihnen keine Regierung mehr anvertrauen darf.

Söder, der ewige Brandstifter, der seit Jahren hartnäckig den Klimaschutz in Bayern blockiert, sich weigert Windräder aufstellen zu lassen, ist gesamtdeutsch nicht vermittelbar.

Friedrich Merz, Held der ost- und norddeutschen Erzkonservativen, ist die einzige Führungsfigur im Team Laschet, da sich der Opus Dei-Fanatiker weigert ein Schattenkabinett aufzustellen.

Die angebliche Wirtschaftskompetenz der millionenschweren Lobbyisten, der nie eine Wahl gewonnen und nie regiert hat, wurde inzwischen als Legende enttarnt.

Der Mann der grotesken Fehl-Prognosen kennt noch nicht einmal die Grundbegriffe. Friedrich Merz trägt nicht nur die Last mit sich, daß er sich in ökonomischen Fragen meistens irrt und groteske Fehlprognosen in die Welt setzt, daß er ein erstaunliches Talent an den Tag legt, alle Fettnäpfchen zu treffen und innerparteilich als Serienverlierer dasteht, sondern immer mehr als ewig-gestriger AfD-Opa gegen Schwule und Gendersternchen wettert.   Mit Merz stünde die CDUCSU sich nicht besser als mit Laschet da. Der Konservative mit den Privatflugzeugen ist nicht nur politisch unbedarft, sondern auch charakterlich verdorben. Er ist unfähig Empathie zu empfinden.  Den in Armut lebenden Rentnern, die öffentliche Mülleimer nach Pfandflaschen durchsuchen müssen, ätzt er entgegen, sie hätten eben ein privates Aktiendepot zur Vorsorge aufbauen müssen. 

Den Flutopfern von RP und NRW; den Angehörigen von 180 Toten attestiert er „ein zu geringes Risikobewusstsein in der Bevölkerung.“ Statt jetzt Hilfe vom Staat zu erwarten, hätten sie eben wegziehen oder sich bessere Schadensversicherungen leisten sollen. Eiskälter geht es nicht.

[…..] Es ist Aufgabe jedes Einzelnen, verantwortungs­voller Eltern, jedes Betriebes, den Umgang mit Gefahren­situationen zu üben. Das gilt von der Schule bis zum Alten­heim. Es kann jeden Tag etwas passieren. […..] Wir müssen Risiken besser einschätzen lernen.  Wir müssen nicht gleich wieder über staatliche Regulierung reden. Aber jeder sollte sich selbst fragen, ob er ausreichend versichert ist oder an der falschen Stelle spart. Das gilt für Betriebsausfall­versicherungen, die in der Corona-Krise nötig gewesen wären. Und es gilt für Elementarschadens­versicherungen, die jetzt helfen würden. [….]

(Merz, zitiert nach RND, 21.07.2021)

Bei seinem manischen Drang Menschen in Not herabzusetzen und zu beleidigen, stören Fakten nur. Merz lügt ungeniert.

Die CDU-Jünglinge Ploß, Amthor und Kuban sollten nicht annehmen, daß ihre Partei mit dem langen Sauerländer besser dastünde.

[…..] Merz provoziert Grüne mit Falschaussagen in Tweet

Friedrich Merz schaltet sich in den Bundestagswahlkampf ein und attackiert die Grünen mit zweifelhaften Methoden. Aussagen zu deren geplantem Einwanderungsministerium wies die Partei als »an den Haaren herbeigezogen« zurück.  [….]

(SPON, 07.08.21)