Donnerstag, 4. November 2021

Spectacular New Low

Joe Biden schaffte es vor genau einem Jahr immerhin, so viele Wähler wie noch nie zu motivieren, um gegen Trump zu stimmen.

Hillary Clinton hatte 2016 nur knapp drei Millionen Stimmen mehr als Trump bekommen – das reichte nach dem gloriosen US-amerikanischen Wahlrecht bekanntlich nicht, um Präsidentin zu werden.  Biden schaffte sieben Millionen Stimmen mehr als Trump und das reichte dann wenigstens auch, um den orangen Psychopathen und seine lügende korrupte Nazi-Bande aus dem Weißen Haus zu jagen.

Trump flippte dermaßen aus, daß selbst die am tiefsten in seinem Rektum sitzenden Senatoren McConnell und Graham nach dem blutigen Sturm auf den Kongress am 06.01.2021 Signale gaben, sich von ihrem hochgefährlich-debilen Anführer zu trennen. Es war das eine kleine Zeitfenster für die GOP, sich aus dem eisernen Griff des Wahnsinns zu lösen.

Bekanntlich wurde das nichts, weil die republikanische Fraktion von hochgradig debilen Trumpisten geflutet wurden. Die QAnon-Abgeordnete Marjorie Taylor Greene (MTG) kassierte dieser Tage ihre 20. Geldstrafe im Kongress, weil sie sich nach 772.000 an Covid19 gestorbenen US-Amerikanern immer noch weigert Corona als ersthafte Krankheit anzusehen und im Plenarsaal keine Maske trägt.

[…..] Die republikanische US-Abgeordnete Marjorie Taylor Greene, eine glühende Verehrerin von Ex-Präsident Donald Trump, muss einem CNN-Bericht zufolge Strafen von insgesamt 48.000 Dollar (etwa 41.400 Euro) zahlen, weil sie immer wieder das Tragen einer Schutzmaske im Kongress verweigert. […..]

(Tagesspiegel, 03.11.2021)

Der deutsche Bundestag hat dank der hartnäckig Pöstchen-affinen CSU inzwischen 200 Abgeordnete mehr als das US-House, obwohl die USA viermal so viele Einwohner wie Deutschland haben.  Bei der konstituierenden Sitzung des Bundestages gab es 23 radikale Seuchenfreunde, 100% AfD natürlich, die sich weigerten die G3-Regeln einzuhalten. Sie mußten wie mit einer virtuellen Eselsmütze auf der „Seuchentribüne“ hocken.

Im US-Parlament ist es leider nicht möglich, die Neandertaler-Abgeordneten entsprechend zu separieren, weil es einfach zu viele sind.

Allein 139 von ihnen stimmten nach dem blutigen Angriff auf das Parlament, der fünf Todesopfer forderte, dagegen den Fall überhaupt zu untersuchen und solidarisierten sich mit dem mordenden Nazi-Mob. Auch McConnell und Graham sind blitzartig wieder umgefallen, einmal in den Gleitgel-Bottich auf Mar A Lago getaucht, um erneut ihren Stammplatz tief in Trumps Mastdarm einzunehmen.

Seither wurde es jeden Tag grotesker. Die Republikaner haben erfolgreich den allerletzten Funken Restverstand abgestreift. Neben ihnen wirken die Taliban wie hochseriöse moderate Rationalisten.

Ein Highlight ereignete sich vor zwei Tagen bei einem Event in Dallas; der ewig mit der traumatischen Ermordung der Lichtgestalt John F Kennedy verbundenen Stadt.

MTGs QAnon-Gefolgsleute hatten erkannt, FFKs Sohn werde an diesem Tage von den Toten wieder auferstehen, um ihr Idol Donald Trump erneut als US-Präsident einzusetzen.

 [….]  Hunderte Anhänger der Verschwörungsbewegung QAnon haben sich in der texanischen Großstadt Dallas versammelt und vergeblich auf eine Wiederkehr des 1999 bei einem Flugzeugabsturz verstorbenen John F. Kennedy Jr. gewartet. Wie die Zeitung »Dallas Morning News« berichtet, kamen die QAnon-Anhänger am Platz Dealey Plaza zusammen – dort, wo am 22. November 1963 der Vater von JFK Jr., der damalige Präsident John F. Kennedy, ermordet worden war.  Im Internet geisterte Medienberichten zufolge die Ankündigung herum, JFK Jr. würde am Dienstag um 12.29 Uhr dort auftauchen. Das würde wiederum zu einer Rückkehr von Ex-Präsident Donald Trump ins Weiße Haus führen. [….]

(SPON, 02.11.2021)

Wären nicht weite Teile der US-Bevölkerung komplett wahnsinnig, von der Realität entkoppelt und bösartig-verblödet, müssten Joe Biden und seine Demokraten eigentlich leichtes Spiel haben.

Für Europäer ist es kaum vorstellbar, daß 139 Taylor-Greens überhaupt irgendwelche Anhänger haben.

Typen wie Bob Good oder Trumps Jünger Glenn Youngkin dürften eigentlich keine einzige Stimme bekommen und sollte direkt in die geschlossene Abteilung gebracht werden. Stattdessen übertrumpfte Glenn Youngkin bei den vorgestrigen Wahlen von Virginia den demokratischen Gouverneurskandidat Terry McAuliffe und wurde neuer Gouverneur.

[…..] Die Abstimmung in Virginia galt als erster großer Test für Joe Biden - und er hat ihn nicht bestanden. Warum der Präsident das Vertrauen einer entscheidenden Wählergruppe in nur einem Jahr verspielt hat. […..] McAuliffe hatte hingegen gehofft, dass Biden ihm helfen könnte. Aber das war ein Trugschluss. Bidens Umfragewerte sind in Virginia, ebenso wie im Rest des Landes, eingebrochen. Deutlich mehr Menschen sehen ihn negativ als positiv. Viele Amerikaner haben nicht ganz zu Unrecht den Eindruck, dass der Präsident weder die Corona-Pandemie noch die zerstrittenen Flügel seiner eigenen Partei in den Griff bekommt. Umfragen zufolge machten sich die Wähler in Virginia die größten Sorgen über die langsame wirtschaftliche Erholung und die hohe Inflation - Themen, um die sich Biden bisher nur wenig gekümmert hat. […..] Die Demokraten stehen nun vor einem Trümmerhaufen. […..] Und die Niederlage in Virginia könnte ein Vorgeschmack darauf sein, was den Demokraten bei der Kongresswahl im November 2022 blüht - der Verlust ihrer Mehrheiten im Abgeordnetenhaus und im Senat. […..] Die Republikaner hingegen triumphieren. Sie haben den von Trump mitverursachten Niedergang gestoppt. […..] Und sie haben Joe Biden im ersten großen Wahltest seit dessen Amtsantritt besiegt. […..]

(Hubert Wetzel, 03.11.2021)

Die USA sind unrettbar kaputt.

Mittwoch, 3. November 2021

Grüner Sumpf

Auf die Frage, wer der beste Regierungschef aller 16 Bundesländer ist, antworte ich natürlich ‚Peter Tschentscher‘.

Es mag etwas Lokalpatriotismus mitschwingen; als Hamburger mag ich nun mal seine zurückhaltende, ruhige, sachliche, konzentrierte Art. Tschentscher ist in der bestmöglichen Weise das diametrale Gegenteil des selbstverliebten, geltungssüchtigen Polterers Markus Söder.

Kritik an seiner Landespolitik tut mir weh.  Klar, Rot-Grün verfügt in Hamburg über eine riesige Mehrheit, da müssen die winzigen Oppositionsparteien  - das sind die kleinste CDU-Fraktion aller Bundesländer, die kleinste AfD-Fraktion aller Bundesländer, eine einzige FDP-Abgeordnete, die nur durch eine Besonderheit des Hamburger Wahlrechtes in die Bürgerschaft kam und die Linke – schon eine ordentliche Lautstärke entwickeln, um überhaupt gehört zu werden.

CDU-Fraktionschef Thering polterte heute richtig los, forderte die Entlassung mindestens einer Senatorin – in trauter Gemeinsamkeit mit AfD und FDP. Schon in der letzten Legislaturperiode war die FDP damit aufgefallen stets mit der AfD zu stimmen und landete dafür bei unter 5%.

[….] Angesichts des Personalstreits in der Justizbehörde hat die Opposition in der Hamburgischen Bürgerschaft die Entlassung von Senatorin Anna Gallina (Grüne) gefordert. Sie sei für das Amt nicht geeignet und habe keine inhaltlichen Erfolge vorzuweisen, erklärte CDU-Fraktionschef Dennis Thering am Mittwoch. Der justizpolitische Sprecher der CDU-Fraktion, Richard Seelmaecker, forderte Bürgermeister Peter Tschentscher (SPD) auf: "Entlassen Sie Frau Gallina!" Auch Rednerinnen und Redner der Linken, der AfD und der FDP schlossen sich dieser Forderung an. [….]  

(NDR, 03.11.2021)

Der Reihe nach; Andy Grotes Pimmel-Affäre war natürlich eine Peinlichkeit, aber sicherlich kein Grund, den Senator zu entlassen. Hier übertreibt CDU-Thering maßlos.

Für mich als „Tschentscher-Fan“ sind aber die CDU/FDP/AfD-Attacken auf die Senatoren Gallina und Tjarks sehr viel unangenehmer.  Sehr unangenehm sogar, weil sie zutreffend sind und ich keine Möglichkeit sehe, die beiden Grünen zu verteidigen.

[….] „Der Hamburger Senat ist außer Rand und Band. SPD und Grüne haben einen klassischen Fehlstart hingelegt. Hat Corona das zu Beginn noch überdeckt, nimmt die Zahl der Senatoren, die entweder persönlich und fachlich nicht geeignet sind, zu. Sei es Umweltsenator Jens Kerstan mit seinen politischen Alleingängen als lose Kanone an Deck, Verkehrssenator Anjes Tjarks der vor dem Stau-Chaos kapituliert, Innensenator Andy Grote mit seiner Corona-Party und Pimmelgate oder Anna Gallina, die erst gar nicht Justizsenatorin hätte werden dürfen und jetzt Ihre Staatsrätin nach Dauerstreit als alleinige Fachkraft aus der Behördenleitung rausschmeißen ließ. […..]

(D. Thering, CDU, 03.11.2021)

Anjes Tjarks hat in der Tat die Stadt in ein Verkehrschaos gestürzt, verprasst Millionen für sinnlose Projekte wie das gewaltige Fahrrad-Parkhaus in der Kellinghusenstraße, das niemand nutzt. Drei Millionen Euro gab Tjarks für ein paar Rad-Stellplätze aus und seither steht das Gebäude wegen  akuter Sinnlosigkeit leer.


 In seinem planlosen Radfahrer-Wahn setzt Tjarks auf sogenannte „Todesweichen“, also Radfahrstreifen in Mittellage (RiM), auf denen nahezu im Wochentakt Radfahrer sterben. Die CDU hat leider Recht, wenn sie Tjarks „Kapitulation vor dem Stau“ vorwirft. Wie soll man die Aussagen des ewig grinsenden Sportfanatikers anders auslegen?

[…..]  Tjarks kündigt an: Hamburg wird für Jahre zur Dauerbaustelle  […..]  Tjarks sagte dem NDR, Baustellen könnten nicht so koordiniert werden, dass es keine Staus gibt. […..]  Erst Ende August hatte der Senat auf eine Kleine Anfrage des CDU-Bürgerschaftsfraktionsvorsitzenden Dennis Thering geantwortet, dass es derzeit 715 Baustellen in der Stadt gibt. Der Senat räumte ebenfalls ein, dass nur an zwei davon im Zwei- oder Mehrschichtbetrieb gearbeitet wird. […..]  Auch Brückensanierungen würden die Stadt die nächsten 20 Jahre beschäftigen, sagte Tjarks am Mittwochabend. [….]

(MoPo, 28.10.2021)

Der drastischste Fall von Senatoren-Unfähigkeit ist sicherlich Anna Gallina; jene Jura-Laiin, gegen die schon zwei staatsanwaltliche Ermittlungsverfahren liefen (eins davon eingestellt), die aber dennoch ausgerechnet Justizsenatorin wurde.

Die Grünen wagten es nicht, ihr diesen Wunsch abzuschlagen, da sie von 2015 bis 2021 Vorsitzende von Bündnis 90/Die Grünen Hamburg und somit die mächtigste Grüne war.

Das noch laufende Ermittlungsverfahren richtet sich in erster Linie gegen Gallinas Ex-Freund und Vater ihres Kindes, Michael Osterburg, der während seiner Partnerschaft mit der Grünen-Chefin als Fraktionsvorsitzender der Grünen Bezirksfraktion in Hamburg Mitte 68.000 Euro veruntreut hatte und die privaten Hummer-Sausen des Paares mit Fraktionsgeldern bezahlte. Die nahezu wöchentlichen neuen Gallina-Skandälchen werden von den Grünen devot und still akzeptiert.

[…..]  Erst Flüchtlinge retten, dann Hummer schlemmen?   […..]  Bewirtungsanlass Flüchtlingsrettung - wird ein luxuriöses Hummer-Dinner auf Malta Hamburgs Justizsenatorin Anna Gallina (Grüne) zum Verhängnis? Die Hamburger Staatsanwaltschaft ist bei ihren Spesen-Ermittlungen gegen den Ex-Lebensgefährten der Senatorin auf Belege gestoßen, die Gallina weiter in Bedrängnis bringen können. […..]  Michael Osterburg, ehemaliger Fraktionschef der Grünen in Mitte, soll Gelder in Höhe von 67.900 Euro veruntreut haben. Inzwischen ist die Zahl der Belege, die die Staatsanwaltschaft überprüft, auf rund 4000 gestiegen. Darunter ist auch die Quittung für einen Strauß mit 40 roten Rosen, die Osterburg im Juni 2016 zwei Tage vor Gallinas 40. Geburtstag gekauft hat – und den er sich mutmaßlich von der Bezirksfraktion, also aus Steuergeldern, erstatten ließ. […..]   Besonders dreist […..]  wäre die Abrechnung eines noblen Hummer-Essens im Wert von 250 Euro im Mai 2017 auf Malta. Damals war Gallina Hamburger Grünen-Chefin und nahm an einer Rettungsmission der Sea-Eye auf dem Mittelmeer teil. Im Hafen von Malta ging sie an Bord. Nach MOPO-Informationen stellt der obligatorische Bewirtungsanlass auf dem Luxus-Beleg tatsächlich einen Bezug zum Thema Flüchtlingsrettung her. […..] 

(MoPo, 09.12.20)

Die Grüne Bürgermeisterin und größtes CDU-Fan-Girl findet es OK.

[…..] Katharina Fegebank, Zweite Bürgermeisterin, äußert sich mit einer Solidaritätsadresse für die Parteifreundin und Mit-Senatorin: „Mir ist wichtig klarzustellen: Das Ermittlungsverfahren gegen Michael Osterburg ist kein Ermittlungsverfahren gegen Anna Gallina.“ […..]

(MoPo, 09.12.20)

Im Lichte der neuesten Gallina-Affäre um ihre Stadträtin Günther, wird aber das andere Ermittlungsverfahren interessanter, weil es auf ein Muster hinweist.

Die Grüne Gallina ist offensichtlich nicht nur fachlich völlig inkompetent, sondern auf der persönlich-menschlichen Ebene derartig unangenehm, daß niemand es aushält, mit ihr zusammen zu arbeiten. Sie greift zu perfiden Mitteln weit unterhalb der Gürtellinie.  Nach der Bezirksversammlungswahl im Mai 2019 war die Grüne Fraktion in Hamburg-Mitte sehr stark geworden, wollte aber nicht mehr Gallinas Mann Michael Osterburg zum Fraktionsvorsitzenden wählen. In maximal undemokratischer Weise übte die Landeschefin nun Druck auf die neuen Abgeordneten aus, um ihrem Osterburg zu wählen. Als zwei von ihnen sich immer noch weigerten, nutzte Gallina deren migrantische Nachnahmen aus, um ihnen Islamismus zu unterstellen.

Ein so ungeheuerliches Vorgehen der Grünen Landes-Chefin, daß sich vier weitere Grüne Abgeordnete mit den beiden Angegriffenen solidarisierten. Die sechs Grüne-II Parlamentarier waren so entsetzt von ihrer eigenen Partei, daß sie geschlossen aus den Grünen austraten. Aber damit nicht genug; die sechs Ehemaligen behalten ihre Sitze und treten geschlossen in die SPD ein.

Dadurch hat die SPD-Fraktion in Hamburg-Mitte sechs Sitze mehr: Kay Dassow, Nicole Kistenbrügger, Miriam Natur, Meryem Celikkol, Shafi Sediqi und Fatih Can Karismaz. Damit ist die SPD wieder stärkste Partei, die Rest-Grünen sind Opposition. (….)

(Wie die SPD in Hamburg-Mitte deutlich zulegt, 02.10.2019)

Die Hamburger Grünen-Führung ging so schäbig vor, daß sie nun von den eigenen Mandatsträgern verklagt wird.

[….. ] Schlammschlacht in Hamburg: Ex-Grüne zeigen Grünenchefin wegen „Hexenjagd“ an. Die Schlammschlacht der Grünen im Bezirk Mitte hat jetzt ein juristisches Nachspiel. Die beiden Männer, denen von Parteikollegen vorgeworfen wurde, sie unterstützen Extremisten und Islamisten, verklagen die Grünen-Parteichefin Anna Gallina und zwei weitere wegen Rufmordes. Die Rede ist von einer „Hexenjagd“ und „Vorverurteilungen“. [….. ]  „Diese medial verbreiteten Vorwürfe zerstörten über Nacht Existenz und Zukunft von zwei jungen Menschen“, heißt es in einer Pressemitteilung. „Sobald ihre Namen gegoogelt werden, erscheinen sofort unzählige Zeitungsartikel, die sie mit der Unterstützung von Terrorgruppen oder Islamisten in Verbindung bringen.“ Die jetzt gestellte Anzeige richtet sich gegen die Landesvorsitzende Anna Gallina, gegen ihren Stellvertreter Martin Bill und gegen den Ex-Grünen-Fraktionschef in Mitte, Michael Osterburg. Der Vorwurf lautet auf Beleidigung, üble Nachrede und Verleumdung gegen Personen des politischen Lebens erstattet. [….. ] Schwere Vorwürfe werden in der Pressemitteilung gegen Michael Osterburg erhoben. Weil er seinen erhofften Listenplatz 2 zur Wahl verlor, habe er „Verschwörungstheorien“ geäußert, es habe bei den grünen Neueintritte gegeben, die von parteiinternen Gegnern organisiert worden seien. Und seiner Partnerin, der Landesvorsitzenden Gallina, sei nicht in den Sinn gekommen, „ihre Fürsorgepflichten für Parteimitglieder zu beachten.“ [….]

(Sandra Schäfer, 05.11.2019)

Die Hauptstreitlinie ist offenbar immer noch der CDU-Kurs der Hamburger Grünenführung. Massiv drängen sie darauf endlich die SPD loszuwerden und mit ihrem Lieblingspartner, der CDU ins Koalitionsbettchen zu hüpfen. Es soll endlich Schluss sein mit der sozialen SPD-Politik. Scholz hatte den sozialen Wohnungsbau massiv angekurbelt, Privatisierungen getoppt und Kitas kostenlos gestaltet. Gallina und Fegebank wollen zur neoliberalen Privatisierungs-CDU zurück.

Anschließend schwang sich Gallina zur Senatorin auf.

Ich mag die Grünen. Aber nur die in anderen Landesverbänden. (….)

(Hamburger Hausaufgaben, 16.05.20)

 [….]  Wirbel um Senatorin Kein Jura-Studium: „Justiz schlägt Hände überm Kopf zusammen“   [….] Eine Justizsenatorin, die nicht Jura studiert hat: Die Personalie Anna Gallina (36, Grüne) war der Überraschungscoup im neuen Senat – und sorgt in großen Teilen der Justiz für Unverständnis. Otmar Kury, langjähriger Präsident der Hanseatischen Rechtsanwaltskammer, fürchtet, dass fachliche Diskussionen auf Augenhöhe nicht möglich sein werden. [….] „Die Justizbehörde ist das einzige Ressort, in dem eine berufliche Qualifikation unabdingbar für die Behördenführung ist“, erklärt Otmar Kury im Gespräch mit der MOPO. Der Grund: „Von einer Justizsenatorin wird erwartet, dass sie eigene Gesetzgebungsvorhaben auf den Weg bringt. Das sind komplexe juristische Anforderungen, dazu ist eigener Sachverstand von Nöten. Da reichen keine Allgemeinplätze zum Rechtsstaat.“[….] An Hamburgs Gerichten sorgt der Hinweis der designierten Senatorin auf den Sachverstand ihrer Mitarbeiter nicht gerade für Respekt. Kury: „Der konfrontative Diskurs unter Wissenden wird fehlen.“ Man könne als Justizsenatorin nicht „alles delegieren und nur den Stempel drunter setzen." Was ebenfalls mit Unverständnis aufgenommen wird: Gallina wird Justizsenatorin, während die Staatsanwaltschaft wegen des Verdachts auf Beleidigung, üble Nachrede und Verleumdung gegen sie ermittelt. Hintergrund ist die Anzeige von zwei ehemaligen Mitgliedern der Grünen-Fraktion im Bezirk Mitte, die sich zu Unrecht in die Nähe islamistischer Extremisten gerückt fühlten.  Kury: „Die Unschuldsvermutung kämpft selbstverständlich auch für Frau Gallina, dennoch ist es ein schlechtes Vorbild, sich während eines anhängigen Ermittlungsverfahren in den Senat wählen zu lassen.“ [….]   (Mopo, 09.06.20) (…..)

(Quotengrüne, 10.06.2020)

Die Jura-Laiin mit den staatsanwaltlichen Ermittlungen gegen sich, weil sie nicht nur dem Nepotismus frönt, sondern genau wie Trump offenbar ihre Parteimitglieder nicht als selbstständige Demokraten ansieht, sondern als private Leibeigene, die ihren Willen zu exekutieren haben. Every Day a New Gallina-Low.

In der Justizbehörde traf Gallina auf die ebenfalls Grüne Staatsrätin Katja Günther, die nicht nur eine brillante Juristin ist, sondern als fachkundige Behördenleiterin parteiübergreifend so geschätzt wird, daß sie in Juristischen Fragen meist direkt angesprochen wird. Jeder weiß, daß ihre Vorgesetzte Gallina von der Materie keine Ahnung hat.

Die garstige Gallina konnte es offensichtlich nicht ertragen im Schatten ihrer Untergebenen zu stehen, versuchte alles, um Günther wegzumobben, griff wieder zu perfiden Mitteln, bis Günther drohte an die Öffentlichkeit zu gehen.

Daraufhin wollte Gallina sie rauswerfen lassen.

[…] Justizsenatorin Anna Gallina hat am Freitag Bürgermeister Peter Tschentscher (SPD) gebeten, Staatsrätin Katja Günther in den einstweiligen Ruhestand zu versetzen. […..]  „Gegenseitiges Vertrauen ist die Grundlage für eine verantwortungsvolle Zusammenarbeit in einer Behördenleitung. Dieses Vertrauen ist irreparabel zerstört“, teilte die 38-Jährige auf MOPO-Nachfrage mit. […..]  Gallinas Vorgänger Till Steffen hatte Katja Günther 2015 aus der Staatskanzlei Schleswig-Holsteins nach Hamburg geholt. In Kiel wirkte die 54-Jährige zuvor unter anderem als Referentin für Verwaltungs- und Verfassungsrecht und Referatsleiterin im Justizministerium.  Als Steffen seinen Senatorenstuhl für Anna Gallina freimachen musste, soll sich auch Günther zwischenzeitlich Hoffnungen auf das Amt gemacht haben. Von da an gab es mehrere Reibereien unter den beiden Spitzenfrauen über Interna wie eine Stellenausschreibung. […..]  Erneut muss sich Gallina derweil deutliche Kritik an ihrem Vorgehen und auch ihrer Kompetenz anhören. […..]  Aus der Opposition ist deutliche Kritik an Gallinas Vorgehen zu vernehmen. „Eine fehlbesetzte Grüne feuert eine fachkompetente Grüne“, teilte die FDP-Bürgerschaftsabgeordnete Anna von Treuenfels-Frowein mit. Die Justizsenatorin habe „mangels juristischer Qualifikation bis heute keinen Zugang zu rechtspolitischen Kernthemen gefunden“. Katja Günther dagegen genieße als Staatsrätin „bis weit in die Opposition hinein Respekt und Anerkennung für ihre fachliche Kompetenz“, sagte von Treuenfels-Frowein weiter. Insgesamt handle es sich um ein „politisches Trauerspiel“. […..] 

(MoPo, 31.10.2021)

Erneut treibt Gallina einen innerparteilichen Krieg um ihre verletzte Psyche also bis zum Äußersten.

Tschentscher steckt damit in der Zwickmühle. Nur er kann Staatsräte feuern. Er weiß natürlich, daß Günther die kompetente Frau ist und eigentlich Gallina im hohen Bogen gefeuert werden müsste. Da aber laut Koalitionsvertrag die Grünen den Senatorenposten bestimmen, sind ihm die Hände gebunden. Er tat das aus seiner Sicht Bestmögliche. Er gab Gallinas Ansinnen scheinbar nach, warf Günther aber nicht endgültig raus, sondern entband sie lediglich von ihrem Job; schickte sie also gewissermaßen in den Urlaub. Auch Gallinas Wunsch-Nachfolger blockierte er.

[…..]  Hamburgs Justizsenatorin Anna Gallina hat sich im monatelangen Streit mit ihrer Staatsrätin Katja Günther durchgesetzt und sie aus dem Amt entfernen lassen. Nachdem die Grünen-Politikerin bereits am vergangenen Freitag Bürgermeister Peter Tschentscher (SPD) gebeten hatte, ihre Parteikollegin in den einstweiligen Ruhestand zu versetzen, teilte eine Senatssprecherin am Montag mit: "Katja Günther wird von ihren Aufgaben als Staatsrätin der Behörde für Justiz und Verbraucherschutz entbunden." Derzeit sei diese im Urlaub. Wie es danach weitergeht, sei jedoch noch unklar. Vom einstweiligen Ruhestand Günthers sei zumindest derzeit nicht die Rede. Und auch Gallinas angeblicher Wunschkandidat für die Nachfolge, nämlich ihr Leiter des Präsidialstabs, Thomas Baehr, komme erstmal nicht zum Zuge. [….]

(dpa, 01.11.2021)

Der ultrakonservative Hamburger Grünen-Landesverband findet nach wie vor nicht die Kraft, sich von seiner langjährigen Chefin zu trennen.

Es reichte nur für einen symbolischen Rüffel.

[….] Grüne entmachten eigene Senatorin. Hamburgs Justizsenatorin Anna Gallina (38) hat die Entlassung von Staatsrätin Katja Günther (54) veranlasst. Hintergrund ist ein monatelanger Zwist zwischen den beiden Frauen. Aufatmen kann die grüne Senatorin jedoch nicht, denn von vielen Seiten schlägt ihr weiter Kritik entgegen. Selbst in der eigenen Partei konnte Gallina ihren Wunschnachfolger für den Staatsratsposten nicht durchsetzen. […..]  Eine Senatssprecherin verkündete am Montag die Entscheidung: „Katja Günther wird von ihren Aufgaben als Staatsrätin der Behörde für Justiz und Verbraucherschutz entbunden.“ Derzeit befinde sie sich im Urlaub. Gallina muss jetzt doppelt einstecken: Von einem einstweiligen Ruhestand ist in dem Statement keine Rede. Zusätzlich kann sie ihren angeblicher Wunschnachfolger, den Leiter des Präsidialstabs, Thomas Baehr, nicht ins Amt bringen. Für diesen Vorschlag soll es in den grünen Reihen keine Zustimmung gegeben haben. […..] 

(MoPo, 02.11,2021)

Was für eine peinliche Partei, diese Elb-Grünen!
Liebe Hamburger, bitte nächstes mal Tschentscher so stark machen, daß die SPD wieder mit absoluter Mehrheit regiert.

Dienstag, 2. November 2021

Unhaltbare Zustände

Das war völlig unerwartet für Jens Spahns Sprecher.

Wie viele Impfzentren gegenwärtig geöffnet sind? Woher sollte er das denn wissen?

[…..] [Das Gesundheits-]Ministerium weiß gar nicht, wie viele [Impfzentren] derzeit in Betrieb sind.   Die Bundesregierung hat keinen Überblick über die Zahl der noch betriebenen Impfzentren in Deutschland. "Dazu liegen mir keine Zahlen vor, da die Bundesländer die Impfzentren in eigener Zuständigkeit betreiben", sagte ein Sprecher des Gesundheitsministeriums. Einige Länder hätten ihre Impfzentren weiter in Betrieb, andere hätten sie auf Standby geschaltet. "Wie viele jetzt in Betrieb sind, kann ich nicht sagen", so der Sprecher. [….]

(T-Online, 01.11.2021)

Dabei war die Frage zu erwarten.

Noch-Minister Spahn hatte nämlich plötzlich gefordert, die Impfzentren der Länder wieder zu eröffnen, nachdem er kurz zuvor die Mittel für die Einrichtungen strich, um sie zu schließen.

[….] Aus Niedersachsen kam Kritik an Spahns Vorschlag: Gesundheitsministerin Daniela Behrens sagte gegenüber tagesschau.de: "Die neuesten, unabgestimmten Vorschläge des geschäftsführenden Bundesgesundheitsministers zu einer Wiedereröffnung der stationären Impfzentren empfinde ich als höchst irritierend."  Es sei Spahn gewesen, der die Finanzierung der Impfzentren und die Belieferung der Länder mit Impfstoff zum 30. September eingestellt habe. Niedersachsen habe sich "frühzeitig und sehr vehement dafür eingesetzt, dass es auch nach der Schließung der Impfzentren eine öffentliche Ergänzung zu den Impfungen im Regelsystem der Ärztinnen und Ärzte geben kann". Dafür seien mobile Impfteams in allen Landkreisen und kreisfreien Städten aufgebaut. […]

(Tagesschau, 01.11.2021)

Wenn ein so unseriöser, verwirrter und geltungssüchtiger Blender wie Spahn, nach der Talibanisierung des Pandemie-Managements, ebenso effektiv die CDU herunterwirtschaften könnte, wünsche ich ihn mir als Laschet-Nachfolger.

Spahns kategorische Weigerung über so etwas wie partielle Impfpflichten auch nur nachzudenken, führte inzwischen zu vielen Toten.

(….) Noch immer laufen in Pflegeheimen und Krankenhäusern ungeimpfte Superspreader herum, die dann logischerweise alle vulnerablen Menschen infizieren.

[….] Corona-Ausbruch auf Palliativstation: Fast alle Patienten positiv getestet!   Auf einer Schweriner Palliativstation infizierten sich fast alle Patienten und viele Mitarbeiter mit Corona. Zwei Menschen starben auf der Station seit Sonntag mit einer Corona-Infektion. Offenbar brachte eine ungeimpfte Mitarbeiterin das Virus in die Helios-Klinik. […..]

(MoPo, 21.10.2021)

Natürlich, die menschliche Dummheit ist unendlich. Aber es fällt dennoch schwer zu begreifen, daß sich halbwegs vernünftige Menschen immer noch weigern impfen zu lassen. Daß Supermarktkassiererinnen und Bäckereiverkäufer immer noch Kunden darauf hinweisen müssen, ihre Kinnwärmer bitte auch über die Nase zu ziehen. Daß in Krankenhäuser und Altenheimen immer noch Ungeimpfte arbeiten. (….)

(Corona-Nervensägen, 24.10.2021)

Meldungen dieser Art wiederholen sich viel zu oft.

[….] Nach einem Corona-Ausbruch in einem Seniorenheim im brandenburgischen Schorfheide sind bislang elf Menschen gestorben. [….] Weiterhin sind laut Kreis 44 Bewohner und 15 Mitarbeitende der Einrichtung im Ortsteil Altenhof mit dem Virus infiziert. [….]  Die Impfquote der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in der Einrichtung liege bei etwa 50 Prozent. [….] Gegen den Leiter des Seniorenheims wurde ein Bußgeldverfahren eingeleitet, weil er nach einem positiven Coronatest das Heim noch mal betreten haben soll. […..]

(SPON, 02.11.2021)

Verfügte der Mensch Jens Spahn über menschlichen Anstand und Schamgefühl, wäre er längst in den Erdboden versunken, hätte demütig sein Amt abgegeben.

Stattdessen hat der Mensch Oberwasser, lässt sich auf dem Deutschlandtag der JU feiern und bringt sich für die Kandidatur um den CDU-Vorsitz in Stellung.

[….]  Hausärztechef für Impfpflicht beim Pflegepersonal  Den kategorischen Ausschluss einer Impfpflicht hält Hausärztechef Weigeldt für den "größten Fehler in der Corona-Politik". Pflegekräfte sollten geimpft sein, fordert er. Der Sozialverband VdK drängt auf Tests in Kranken- und Pflegeeinrichtungen.  Mit Blick auf neuerliche Corona-Ausbrüche in Alten- und Pflegeheimen hat sich Hausärztechef Ulrich Weigeldt für eine Impfpflicht bei den dortigen Fachkräften ausgesprochen. "Wer nicht geimpft ist, kann und sollte nicht in Alten- und Pflegeheimen arbeiten", sagte der Verbandschef der "Wirtschaftswoche". "Das sollte eigentlich vom Berufsbild her bereits eine Selbstverständlichkeit sein, wenn ich mich um schwerstkranke und besonders gefährdete Menschen kümmere."  Die Regierung habe eine Impfpflicht aber kategorisch ausgeschlossen. "Das halte ich für ihren größten Fehler in der Corona-Politik neben den mangelnden Tests in den Heimen zu Beginn der Pandemie."  [….]

(Tagesschau, 02.11.2021)

Daß wir zehn Monate nach der ersten Verfügbarkeit von Corona-Impfstoffen immer noch alte Menschen ins Leichenschauhaus fahren, weil sie von Seuchenfreunden unter der Pflegerschaft angesteckt werden, ist ungeheuerlich.

Natürlich hat Herr Weigeldt völlig Recht.

Krankheitsminister Spahn will lieber immer wieder mal, ein paar Dutzend Leichen zusätzlich in den Pflegeheimen generieren.

[….] Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) schließt eine Impfpflicht für Ärzte und Pflegekräfte weiter aus. „Wir haben versprochen, dass es keine Impfpflicht geben wird, für wen auch immer“, sagte er dem „Redaktionsnetzwerk Deutschland“ (Samstagausgaben).

Dabei bleibe es. Sich impfen zu lassen, bleibe eine freie Entscheidung.  […..]

(DTS, 04.09.2021)

Montag, 1. November 2021

Impudenz des Monats Oktober 2021

Und schon wieder einmal zeigt der Kalender eine „1“ - hohe Zeit für mich den Blödmann des Monats zu küren.

Mein erstes Auto in den 1980ern war ein schicker schwarzer Fiat Panda mit einer 0,7 Litermaschine und 34 PS. Der Neupreis betrug 9.980 DM, also knapp 5.000 Euro.  Wie vermutlich jeder 18-Jähriger jener Zeit, der das Glück hatte, einen eigenen fahrbaren Untersatz zu haben, liebte ich mein Auto und war empört, wenn es als „spartanisch“ oder gar „lahm“ bezeichnet wurde.

Ich vermisste überhaupt keinen Luxus und da ich damals oft nach Berlin fuhr, auf der Transitstrecke von lauter mit 100 km/h fahrenden Trabbis und Wartburgs umgeben war, fühlte ich mich angesichts meiner sensationellen Spitzengeschwindigkeit von 125 km/h sehr flott. Hatte ich keinen Gegenwind und eine gerade, möglicherweise noch abfallende Strecke, konnte ich den Kleinen auf fast 140 km/h hochjagen. Auch im Stadtverkehr war ich flott, weil der Panda nur 680 kg wog und mir der italienische Motor mit den FIAT-typischen langen Pedalwegen, rasante Ampelstarts ermöglichte. Der Benzinverbrauch war so gering, daß Tanken kaum jemals ein Problem für einen Studenten darstellte. Zwei Semester fuhr ich noch mit Bus und Bahn zur Uni, weil ich währenddessen da so schön lesen konnte und ich keine Parkplätze suchen musste.

Allerdings war die Monatskarte teurer als der gesamte Unterhalt für mein Auto, so daß ich irgendwann ganz auf Bahnfahren verzichtete.

1992 verfügte ich über etwas Geld und legte mir in einer spontanen Aktion ein nagelneues Auto zu. Gelockt wurde ich natürlich vom FIAT-Händler, der mir erklärte, nun sei der letzte Zeitpunkt, zu dem ich meinen alten Wagen noch in Zahlung geben könnte. Ich glaubte, es wäre unökonomisch, zu warten bis mein kleiner Panda wertlos wäre und wollte als etwas gesitteterer Twen nun auch mal ein richtig schnelles Auto mit etwas mehr Komfort haben. Ich stieg eine Fahrzeugklasse auf, liebäugelte mit dem FIAT Uno, dessen Basismodell mit 55 PS deutlich stärker war. Auf dem Hof der Niederlassung stand dann allerdings ein Prachtstück. Das Sondermodell „Uno Hobby“ mit Dachluke und Gepäckträgerstangen. Das war ein Kraftprotz mit einer 1,3 Litermaschine und sagenhaften 71 PS. Obwohl der Hobby mit 820 kg Leergewicht deutlich schwerer als mein alter Panda war, konnte er durch seine absurde Übermotorisierung Formel1-artig starten.

2003 mit Verkaufs-Zetteln

Ich wußte, es war total unvernünftig ein Auto mit so viel Leistung zu kaufen, aber nach der Probefahrt war ich verliebt. Was würde das für ein Spaß werden auf der Autobahn. Mit der Rakete steckte ich nie mehr hinter 90-Km/h-LKWs fest, weil ich bei der Geschwindigkeit so viel Panda-Zeit zum Überholen brauchte.

Ich kaufte den Uno-Hobby tatsächlich und wir blieben elf Jahre ein glückliches Paar. Bis heute blutet mir das Herz, daß ich ihn 2003 zum Verkauf anbot.

Elf Jahre hatte er bei Wind und Wetter draußen gestanden, mich nie im Stich gelassen, war immer zuverlässig angesprungen und gab dem TÜV nie einen Anlass zur geringsten Beanstandung.

[….] Die durchschnittliche PS-Zahl von Neuwagen ist in Deutschland von 92 PS (1990) auf 166 (2020) geradezu explodiert. SUV machen mittlerweile den größten Anteil an Neuwagen aus, der Anteil der Kleinwagen sinkt dagegen. Die Leute kaufen also bewusst Autos, die größer und schwerer sind als nötig, mit Motoren, die mehr Sprit verbrauchen als nötig.  [….]

(Mathis Neuburger, 01.11.2021)

Angela Merkel ist nur noch geschäftsführend im Amt, sie ist keine Abgeordnete des Bundestags mehr.

Die nächste Bundesregierung wird höchstwahrscheinlich eine Ampel sein. Mit noch höherer Wahrscheinlichkeit wird erstmals seit 2005 wieder ein/e Grüne/r Vizekanzler werden. Alle Koalitionsparteien haben sich dem Klimaschutz verschrieben. Die extrem mächtigen KfZ-Lobbyisten von Klaeden und Müller, beide frühere CDU-Staatsminister in Merkels Kanzleramt, verlieren ihre willfährige Klimaschutz-Verhinderin.  Als mächtigste Regierungschefin Europas intervenierte sie in Brüssel stets zu Gunsten der reichsten CDU-Parteispender (Klatten/Quandt/BMW), wenn die EU es wagte über Maßnahmen zur Reduzierung des CO2-Ausstoßes nachzudenken.

Inzwischen scheint nach Flut und Hitzesommern aber selbst den C-Parteien zu dämmern, daß weitere merkelige totale Untätigkeit in der Klimapolitik noch sehr viel teurer wird, als Maßnahmen zur Eindämmung von Treibhausgasen.   Die jetzt stattfindende 26. Welt-Klimakonferenz, die United Nations Framework Convention on Climate Change, 26th Conference of the Parties, COP26 in Glasgow bringt 30.000 Teilnehmer für zwei Wochen zusammen, um nun aber wirklich mal etwas für den Klimaschutz zu unternehmen.

Es pressiert gewaltig. Leider erschöpfen sich die Gipfel-Signale bisher in Schuldzuweisungen.

Könnte ein neuer Bundeskanzler Olaf Scholz entscheidende Impulse liefern?

Alles was bisher aus dem Ampel-Verhandlungen durchdringt, weist leider in eine ganz falsche Richtung.

Daher küre ich die deutsche Auto-Lobby, die große Zerstörerin der Zukunft zum Blödmann des Monats.

Ein simples und effektives Mittel zur Einsparung von Klima-Emissionen, das Tempolimit, das es quasi nur in Deutschland nicht gibt und laut aktueller Umfragen von einer deutlichen 60%-Mehrheit der Bundesbürger befürwortet wird, opferten Rot und Grün als erstes auf dem Koalitionsaltar, dem passionierten Porschefahrer Christian Lindner.

Wesentlich schlimmer für das Klima ist aber eine andere Lindner-Forderung: Die Beibehaltung der Pendlerpauschale.  Die Grünen knickten mit Blick auf ihre reichen Speckgürtel-Wähler sofort vor der FDP ein.

[….] Die Ampel-Unterhändler müssen für die angestrebte "Verkehrswende" in den Koalitionsgesprächen gerade dicke Bretter bohren. Und auch wenn die Pendlerpauschale als klimaschädlich gilt, wird sie laut Grünen-Bundesgeschäftsführer Michael Kellner nicht infrage gestellt.  Die Grünen wollen unwirksame und klimaschädliche staatliche Subventionen möglichst abschaffen, stellen dabei aber nicht die Pendlerpauschale infrage. Dies hat Bundesgeschäftsführer Michael Kellner auf Twitter klargestellt. Der Erhöhung der Pendlerpauschale hätten die Grünen vor zwei Jahren schon zugestimmt, "auch jetzt steht sie nicht infrage", schrieb er. Dies habe auch Parteichefin Annalena Baerbock kürzlich gesagt.  [….]

(NTV, 30.10.2021)

Baerbock und Habeck scheinen schon a priori die Hosen voll zu haben, wenn sie an die Macht der Auto-Lobby denken.

Klimapolitik paradox. Autos mit Verbrennermotoren müssen perspektivisch abgeschafft werden. Im konservativen England werden ab 2030 keine solchen Fahrzeuge mehr zugelassen. Aber das bald ampelig regierte Deutschland gibt Milliarden Euro aus, um die Verbrennung fossiler Brennstoffe zu fördern. Eine aktuelle Studie des Bundesumweltamtes listet die Sünden auf.

[….] Die Studie beziffert die umweltschädlichen Subventionen im Jahr 2018 auf geschätzte 65,4 Milliarden Euro, unter ihnen die Pendlerpauschale (sechs Milliarden Euro), die Steuerbefreiung für Flugbenzin (8,4 Milliarden) oder staatliches Geld für Regionalflughäfen (mindestens 40 Millionen). Als gewichtige Posten nennt das Papier auch die Steuer auf Diesel, die im Vergleich zu Benzin niedriger ausfällt (8,2 Milliarden), die Mehrwertsteuerbefreiung für internationale Flüge (vier Milliarden) sowie den günstigeren Mehrwertsteuersatz für tierische Produkte, also etwa Fleisch oder Butter (5,2 Milliarden). Tatsächlich aber sei die Summe noch höher, weil vor allem Vergünstigungen des Bundes berücksichtigt seien, also einige von Ländern und Kommunen fehlen - und sich andere gar nicht seriös in Zahlen fassen ließen. […]

(SZ, 29.10.2021)

Natürlich wissen auch die Grünen, was für ein absoluter Wahnsinn es ist, mit 65 Milliarden Euro jährlich Klimaschädigung zu subventionieren.

[…] "Es ist nicht smart, mitten in der Klimakrise diese mit großen zweistelligen Milliardenbeträgen an Steuergeldern noch anzuheizen", sagte der Finanzpolitiker Sven-Christian Kindler. Klimaschädliche Subventionen würden die Transformation der Wirtschaft teuer und ineffizient machen, den Markt verzerren und den Haushalt belasten. […]

(Markus Basler, 31.10.2021)

Kellner und Baerbock machen also wider besseres Wissens den Kotau vor der Auto-Lobby.

Die absurdeste Ausprägung der Autolobby, zeigt sich gerade in Gestalt Markus Söders, der angesichts steigender Benzinpreise reflexartig verlangt, an der Zapfsäule Steuern zu senken, damit die Lenkungswirkung in ihr Gegenteil verkehrt wird und die Deutschen animiert werden, mehr Benzin zu verbrauchen, mehr CO2 in die Luft zu blasen und das Klima stärker zu schädigen.

[….] Markus Söder fordert billigere Kraftstoffe für Deutschlands Autofahrer. Das ist billiger Populismus – und brandgefährlich. Denn am Ende wird es für uns alle viel teurer.  [….]

(SPON, 01.11.2021)

Klimapolitik mit Samthandschuhen, die so sehr vor der Industrielobby zittert, daß nur infinitesimal kleine Schrittchen unternommen werden und Energie-Verteuerung gleichzeitig so kompensieren, daß sie nicht teurer wird, ist Unsinn. Die Grünen sollten sich schämen.

(….)  Daher hadere ich auch sehr mit dem Grünen Energiegeld. Baerbock und Habeck wollen die CO2-Abgabe auf 60 Euro erhöhen (Richtig! Damit weniger Energie verbraucht und weniger klimaschädliches Gas produziert wird!). Gleichzeitig geben sie den Bürgern aber Geld, um diesen Effekt sofort wieder aufzuheben (Falsch! Damit wird Energieverschwendung gefördert!)

[…..] Außerdem wollen die Grünen ein "Energiegeld" einführen. Damit soll die Belastung für jeden Einzelnen, aber vor allem für Geringverdiener und Familien, durch erhöhte CO2-Preise verringert und umweltbewusstes Verhalten belohnt werden. Die Einnahmen aus dem CO2-Preis gingen so direkt an die Bürger zurück, heißt es im Entwurf des Wahlprogramms.  Konkret bedeutet das: Pro Jahr soll jeder Bürger 75 Euro "Energiegeld" bekommen. Wenn gleichzeitig durch erhöhte Abgaben auf CO2-Emissionen etwa die Benzinpreise steigen würden, könne das "Energiegeld" diese Mehrbelastung ausgleichen, hatte Baerbock kürzlich auf einer Veranstaltung in Magdeburg vorgerechnet.  [….]

(WDR, 14.06.2021)

Das ist der klassische Rechte-Tasche-Linke-Tasche-Unsinn.

Als Sozialdemokrat befürworte ich es selbstverständlich, den Ärmsten der Gesellschaft zu helfen. Niemand soll frieren müssen. Das muss über die Sozialgesetzgebung (Grundsicherung, Alg-2, Bürgergeld, oder bedingungsloses Grundeinkommen) geregelt werden. Steuerungsmaßnahmen in der Klima-, Energie oder Familienpolitik sollen aber nicht sofort konterkariert werden. CO2-Abgabe und Benzinsteuern sind richtig und alternativlos, weil wir a) das Klima schützen müssen und b) die Carbon-basierten Energieträger ohnehin endlich sind.  Und schmutzig. Und politisch höchst problematisch – denn damit fließt unser Kapital ausgerechnet in die am wenigstens demokratischen Regime Russland, Kasachstan oder Wahabitische Golf-Monarchien, die Schwule und Frauen köpfen.

Es ist also unsinnig den Kohlenstoff-basierten Energieverbrauch durch Pendlerpauschalen oder Grünes Energiegeld oder Ausnahmen beim der EEG zu fördern.  Politik, auch die Ampel, muss sich trauen, wenigstens in eine Richtung zu lenken und die Bürger nicht gleichzeitig auffordern auch andersherum zu fahren. Autofahren sollte durch drastische Benzin-Bepreisung extrem teuer werden. Am besten so teuer, daß sich immer mehr Menschen wirklich überlegen, weniger Verbrennungsmotoren zu nutzen.

Das bedeutet natürlich nicht, wie einige unverbesserliche Ewiggestrige unken, daß dann keine Krankenwagen oder Feuerwehren mehr fahren dürfen. Für solche Grundversorger muss es selbstverständlich Ausnahmen geben. (…..)

(Steuern steuern, 17.10.2021)

Nein, verdammte Impudenz Oktober 2021, Autofahrer-Lobby, die hohen Spritpreise sind ein Glück. Die Ampel-Parteien müssen der pawlowschen Versuchung widerstehen, dort sofort zu Gunsten der Autofahrer gegenzusteuern.

Die Deutschen wissen seit 20 Jahren, daß sie weniger Benzin verbrauchen müssen, daß die Ressourcen endlich sind, daß aber auch bei unendlichen Erdölvorräten schon wegen des Klimaschutzes weniger Verbrennerautos gefahren werden dürfen.  Stattdessen kaufen sie sich jedes Jahr immer größere, schwerere und mehr Benzin verbrauchende SUV-Panzer und jammern dann, wenn das Tanken teuer wird. Selbst schuld. Nun heißt es bei ESSO und BP tief in die Tasche greifen, oder sich nach einer Alternative umgucken.

Man kommt auch mit 34 PS und drei Liter Verbrauch von A nach B.

[….] Seit Jahren ist klar, dass Autofahren teurer werden muss. Zumindest, wenn die Wagen mit Diesel oder Benzin betrieben werden. Der Klimawandel, Sie wissen schon. Doch kaum steigt der Spritpreis wie aktuell, ist die Aufregung groß. Markus Söder (CSU) fordert daher, die Kraftstoffsteuern zu senken, um „den Bürgern steuerlich in dieser schweren Zeit entgegenkommen“. Was für ein Quatsch. Diese Misere haben sich die meisten Autofahrer schlicht selbst eingebrockt.

Hamburg versinkt noch auf Jahrzehnte im Dauerstau. Es gibt viel zu wenige Parkplätze. Die Zahl der angemeldeten Autos nimmt stärker zu als die Bevölkerung. Der Anteil der SUV an Neuwagen: so hoch wie nie. Das sind Nachrichten der vergangenen Tage und Wochen. Jeder vernünftige Mensch weiß: Wir brauchen weniger Autos und sparsamere Autos. Nur Markus Söder, der macht lieber Wahlkampf im Autofahrerland Bayern. [….] Die meisten Leute, die ich kenne und die täglich Auto fahren, sind schlicht zu faul oder zu bequem. Da ist der Erzieher, der lieber zehn Minuten im Auto sitzt als 20 Minuten auf dem Fahrrad. Die leitende Angestellte, die täglich im SUV in die Innenstadt fährt statt mit der S-Bahn. Die junge Kollegin, die von einem perfekt mit dem HVV angebundenen Innenstadtviertel rechts der Alster zur MOPO nach Ottensen mit dem Auto fährt. Der Vater, der lieber mit dem Wagen die Kinder in die Kita bringt als mit dem Rad. Ich könnte locker ein Dutzend Fälle aufzählen. [….]

(Mathis Neuburger, 01.11.2021)

 

Sonntag, 31. Oktober 2021

Der Christ des Tages – Teil XCIII

Der arme Joe Biden befindet sich schon wieder im Wahlkampf mit Donald Trump.

Am Dienstag wird in Virginia, vor Washingtons Haustür, ein neuer Gouverneur gewählt und IQ45 zeigt sich wieder einmal von seiner perfidesten unmenschlichsten Seite. Eine republikanische Partei, mit der man in so einem klassischen Swingstate um Inhalte diskutieren könnte, gibt es nicht mehr. Die bunte Koalition der Demokratischen Partei hat es mit einem homogenen Hass-Block aus fanatischen ReTrumpliKKKans zu tun, der schon lange jede Realität leugnet und blindlings seinem Lügen-Messias Trump folgt.

Trumps Jünger Glenn Youngkin könnte den strauchelnden Demokraten eine üble Niederlage verpassen, weil weite Teile das Landes nur noch nach dem größten Hetzer und Hasser suchen. Der 54-Jährige private-equity-Milliardär Youngkin poltert gegen die Maskenpflicht, will Abtreibung verbieten, die von den Demokraten eingeführten „background-checks“ beim Kauf automatischer Waffen abschaffen, Unternehmenssteuern kürzen, die Critical-Race-Theorie verbieten, Diskriminierungsschutz für Transgender beenden und lügt als Republikaner sowieso wie gedruckt.

[….] According to Politico, Youngkin "has hung his campaign on education" and The New York Times wrote that Youngkin's campaign has turned Virginia public schools into "a cultural war zone". Additional comments by Youngkin on the issue of education have been ranked false by fact-checkers. These include Youngkin's false accusation that his opponent, McAuliffe, would remove "the Pledge of Allegiance and the Fourth of July from curriculum" in schools, and Youngkin's false accusation that McAuliffe asked President Biden "to dispatch the Department of Justice and the FBI to try to silence parents in Virginia". Asked if he accepts the scientific consensus on the causes of climate change, Youngkin said he does not know what causes climate change and that the cause ultimately does not matter.  […]

(Wiki Youngkin)

Allerliebst, aber das macht Youngkin nur zu einem ganz durchschnittlichen GOPer der Ära Trump und zu einem aussichtsreichen Kandidaten für das Gouverneursrennen.

Es geht noch sympathischer bei Republikanern aus Virginia.

Der Christ des Tages Nr. 93 heißt Robert „Bob“ G. Good, ist 56 Jahre alt und zog im Januar 2021 für den 5. Kongresswahlbezirk von Virginia in das  Repräsentantenhaus der Vereinigten Staaten ein.

Accountability GOP
 

Als Schüler war er im Homosexuellen-Sport aktiv, als Wrestler der streng christlichen Privatschule Liberty Christian Academy. Anschließend startete er eine Karriere in der Finanzindustrie, engagierte sich als guter Konservativer aber auch stets für die Diskriminierung aller LGBTIQs, die er offensichtlich hasst wie die Pest. 


[.....] Bob’s involvement in wrestling would span four decades as a competitor, coach, administrator, and mentor of young men.  The lessons learned in the sport still impact his life today, along with the young men that he was able to influence over many years. [.....]

(Meet Bob)


Nachdem sein republikanischer Amtsvorgänger Riggleman ein wenig Liberalität im Umgang mit Schwulen zeigte, fegte er ihn bei der GOP-Vorauswahl weg.

[….] Good besiegte Riggleman mit 58 % der Stimmen der Parteidelegierten während eines Drive-Thru-Nominierungskongresses anstelle einer Vorwahl. Während des Wahlkampfes kritisierte Good Riggleman dafür, dass er die gleichgeschlechtliche Hochzeit von zwei ehemaligen Wahlkampfhelfern geleitet hatte.  Good trat 2020 mit einem rechtsextremen Wahlprogramm an, wobei er harte Ansichten zur Einwanderungspolitik und gegen die gleichgeschlechtliche Ehe vertrat und sich mit Präsident Donald Trump verbündete. Good forderte die Aufhebung des Affordable Care Act und lehnte Maßnahmen im Bereich der öffentlichen Gesundheit zur Bekämpfung der Ausbreitung von COVID-19, einer Pandemie in den Vereinigten Staaten, ab. Er trug keine Gesichtsbedeckung, unterstützte das Tragen von Gesichtsbedeckungen bei Wahlkampfveranstaltungen nicht und sprach sich gegen Einschränkungen für Unternehmen aus, um die Ausbreitung des Virus zu verlangsamen.  [….]

(Wiki Good)

In der Hauptwahl am 03.11.2020 gewann Good locker mit 53%:47% gegen den Demokraten Dr. Cameron Webb, denn dieser ist Arzt, glaubt an SarsCoVII, den Nutzen von Masken und Impfungen. So einen wollen die Virginianer natürlich nicht als ihren Repräsentanten im Kongress.

Nach seinem Wahlsieg agierte er, wie es sein Messias Trump erwartete. Nach damals gut 300.000 Covid19-Toten in den USA erklärte er, es gäbe gar keine Pandemie.

[…..] Rep.-elect Bob Good took the stage at Freedom Plaza on Saturday afternoon and looked out at a sea of masklessness. Thousands had come to march for President Trump — some carrying signs declaring the novel coronavirus a hoax.  They were just the kind of group, Good told the crowd, who “gets that this is a phony pandemic.”  “It’s a serious virus, but it’s a virus. It’s not a pandemic,” said Good (R), who will become Virginia’s newest congressman in the 5th Congressional District on Jan. 3. “It’s great to see your faces. You get it. You stand up against tyranny.”  Good’s denial of the existence of a pandemic flies in the face of an unprecedented surge in coronavirus infections, which have claimed the lives of nearly 300,000 Americans — including more than 300 in Good’s congressional district, according to a Washington Post analysis of coronavirus data. [….]

(WaPo, 14.12.2020)

Im Kongress stimmte er am 06.01.2021 gegen die Bestätigung des Wahlsieges von Joe Biden, der gut sieben Millionen Stimmen mehr als Trump bekommen hatte.

Die Demokraten hätten die Wahl gestohlen.

[….] A new poll conducted by the Wason Center for Civic Leadership at Christopher Newport University shows that 61% of Republican voters surveyed in Virginia believe Joe Biden did not legitimately win the presidential election, while another 11% said they were not sure. “This is the new Lost Cause in Virginia politics,” said Wason Center Academic Director Quentin Kidd in a statement. [….] A recent nationwide poll by the AP found that two-thirds of Republicans across the country believe Biden did not win the presidential contest fairly.  Some Republicans in the Virginia legislature have also questioned the legitimacy of Biden’s win. State Sen. Amanda Chase (R-Chesterfield), censured by her colleagues for calling rioters at the U.S. Capitol “patriots,” said she believed the election was stolen. In December, she echoed calls that Trump declare martial law to rerun the election in certain states. Republican Del. Dave LaRock (R-Loudoun) and newly elected Fifth District Virginia Congressman Bob Good similarly cast doubts on the election’s results.  [….]

(dcist 23.02.2021)

Wie alle guten Q-TrumpliKKKans hasst der fromme Christ Good aber nicht nur Demokraten, Transsexuelle und Schwule, sondern insbesondere auch alle Nicht-Weißen. Mehrfach reiste er an die Grenze zu Mexiko, forderte, die Mauer zu bauen und verlangte den Rücktritt Joe Bidens. Alle farbigen Einwanderer müssten aus der Einwanderernation USA rausgeworfen werden.

[….] Good is calling on President Biden to step up.

Good says that never in the history of the country has our own president purposely done more to harm his own country than Joe Biden has when it comes to the border crisis.  Good also says Biden is falsely representing what is actually happening. [….]

(ABC, 26.09.2021)

Good sehnt sich nach dem grundehrlichen Trump zurück und fordert dementsprechend ein sofortiges Impeachment von Joe Biden und Anthony Blinken – die beiden hätten nämlich gelogen. Herr Good versteht einfach besser als die schnöde Realität, was in den USA vorgeht.

Das Amerika Bidens steckt gehörig in der Patsche und für alle Probleme gibt es eine Ursache; weiß Good: Schuld wären die Schwulen und die Gay Marriage!

[….] While opposing a domestic violence prevention bill, a Republican claims nearly everything that “plagues our society” is a result of failing to follow “god’s rules for and definition of marriage”. […..]

(Acyn, 26.10.2021)

Schwule wären „die Pest“.

[….] Der republikanische Kongressabgeordnete Bob Good hat am Dienstag im Plenum des US-Repräsentantenhauses gleichgeschlechtliche Hochzeiten für die meisten gesellschaftliche Probleme verantwortlich gemacht. "Fast alles, was unsere Gesellschaft quält, kann der Missachtung von Gottes Moral-Gesetzen und seinen Regeln und Definitionen zu Ehe und Familie zugeschrieben werden", sagte der 56-jährige Parlamentarier aus dem Bundesstaat Virginia. Für "quälen" nutzte er das aufgeladene englische Wort "plague", das als Hauptwort "Pest" bedeutet. [….]

(Queer.de, 28.10.2021)