Sonntag, 16. Juni 2019

Ein Herz und eine Seele


Nach dem Abgang der SPD-Chefin und der eifrigen Sägearbeiten an Kramp-Karrenbauers Stuhl, wird mal wieder das brutale Klima in der Politik beklagt, der raue Umgangston, die Intrigen.
Da wäre es kein Wunder, wenn sich kaum noch geeignetes Personal für die Bundesregierungen und Parteispitzen finde.
Wer wolle sich den Tort antun?

Nun ja. Durch Internet und soziale Medien erfahren wir mehr von den heftigen Kämpfen der Toppolitiker untereinander.
Die Härte, der Ellbogeneinsatz untereinander, die Arbeitsbelastung bis zur totalen Erschöpfung, den Karriereinstinkt, die Seilschaften und Netzwerke, den Killerinstinkt, die Eitelkeiten, Selbstüberschätzung und Populismus gab es aber immer.
Das liegt partiell am Wesen der Demokratie, die einen Ausleseprozess bis an die Staatsspitze beinhaltet.
In einer absoluten Monarchie ist man Herrscher von Geburt an und so könnte per Zufall auch ein schüchterner, höflicher, rücksichtsvoller Mensch Staatschef werden.
(Wenn es eine überschaubare Anzahl von Prinzen gibt; in Saudi Arabien hingegen muss man trotz königlicher Geburt gewaltig die Ellbogen ausfahren, um die anderen Prinzen weg zu boxen.)
Parlamentarische Demokratie in großen Nationen bedeutet aber automatisch viel Wahlkampf in eigener Sache.
Die netten, bescheidenen, nachdenklichen, stillen, kontemplativen Typen, die mir viel sympathischer als machtgeile Alphamännchen sind, schaffen es gar nicht durch die Ochsentour ganz nach oben in die Führung einer Bundestagsfraktion oder eines Ministeriums.
Bedenkt man wie unbedingt erforderlich Durchsetzungskraft und Selbstdarstellung für einen Minister oder Parteichef sind, finde ich es verblüffend wie viele Sympathische dennoch darunter sind.
Es ist unredlich in einer Demokratie aus 82 Millionen Individuen einem Dutzend Ministern Karrieregeilheit oder Selbstüberschätzung anzukreiden.
Denn das gehört zur Jobbeschreibung. Wer will schon einen furchtbar lieben Innen- oder Sozialminister, der immer das Richtige tut und sich nie in den Vordergrund drängelt, der sich aber nicht durchsetzen kann?
Also, ein gewisser Arschloch-Anteil ist für eine gute Politikerpersönlichkeit immanent.

Politiker können aber erstaunlicherweise nicht nur privat nett sein, sondern durchaus auch über Parteigrenzen hinweg enge persönliche Freundschaften führen.
Im klassischen Spektrum der Regierungsparteien liegen Grüne und CSU mutmaßlich am weitesten auseinander.

Gerade in Bayern sind Union und Ökos recht weit voneinander entfernt.

(….) Nachdem Claudia Roth in München an der Anti-AfD-Demonstration teilnahm, ergriff die CSU-Landtagsfraktion Partei – für die AfD.
Der CSU-Abgeordnete Florian Herrmann (nomen est omen…) bepöbelte daraufhin Roth und monierte, sie trage "zur Radikalisierung der Gesellschaft" bei.
Diese Darstellung gefiel der CSU-Fraktionsführung so gut, daß sie die Einschätzung sogleich auf ihre Facebookseite stellte.
Wie gewünscht, fand sich sofort der braune CSUNPDAFD-Mob ein und hetzte rasend vor Wut wider die Vizepräsidentin des Bundestags.
Neben den üblichen „Argumenten“ wider ihre Haarfarbe/Frisur/Figur/Kleidung wurde ihr auch der Tod angedroht.
Der übliche kotdampfende Verbalsumpf, den CSU-Granden so gerne beschwören.
Diesmal ließ die CSU-Fraktionsführung dem Treiben freien Lauf.

Grüne zeigen CSU-Fraktion wegen Mordaufrufen auf Facebookseite an
[….]  Die Grünen im Landtag haben gegen die CSU juristische Schritte eingeleitet. Fraktionssprecherin Margarete Bause erstattete am Montag bei der Staatsanwaltschaft München I Strafanzeige "gegen die Verantwortlichen für die Facebook-Page der CSU-Fraktion im Bayerischen Landtag". Als Adressat dürfte damit CSU-Fraktionschef Thomas Kreuzer gemeint sein. Bause stellte Anzeige wegen diverser Delikte, insbesondere wegen Beleidigung, übler Nachrede, Verleumdung und Bedrohung.
[….]  Am Freitagnachmittag forderten die Grünen die CSU-Fraktion und ihren Vorsitzenden Kreuzer schriftlich auf, "beleidigende Kommentare sowie Gewaltandrohungen unverzüglich zu löschen" und sich bei Roth zu entschuldigen. Seitdem sei nichts geschehen, sagte Bause am Montag. Es handele sich um "Hass-Beiträge" von "unfassbarem Ausmaß". Bis Montag, 15 Uhr, hatten die Grünen der CSU ein Ultimatum gestellt, die Beiträge zu entfernen. Danach erstatteten sie Strafanzeige. [….]

CSU-Rechtsaußen Günther Beckstein, bundesweiter Abschiebe-Radikaler und bayerischer Ministerpräsident und die so gescholtene ehemalige Grünenvorsitzende und jetzige Bundestagsvizepräsidentin Claudia Roth verstehen sich privat prächtig und demonstrieren das herzlich in einem Doppelinterview des SZ-Magazins.

[…..] SZ-Magazin: Frau Roth, Herr Beckstein, Sie beide sind seit vielen Jahren befreundet. […..], Frau Roth, was mögen Sie an Herrn Beckstein?
Roth: Der Günther bleibt sich treu, das schätze ich. Da gibt es andere in der CSU, die legen eine hohe Flexibilität an den Tag, da weiß man nicht, woran man ist. Vielleicht ist es das, was uns verbindet: die Treue zu Auffassungen. Aber unsere Freundschaft hat erhebliche Irritationen in meiner Partei ausgelöst. […..]
Wir führen keine Freundschaft, bei der man sich jeden Tag sieht oder ständig telefoniert. Aber wir können etwas unter vier Augen besprechen und müssen nicht befürchten, das morgen in der Zeitung zu lesen. Oder dass es sofort per SMS weiterverbreitet wird.
Beckstein: Stimmt, da besteht ein Vertrauensverhältnis. […..]
SZ: Herr Beckstein, warum haben Sie ihr damals das Du angeboten?
Beckstein: Für mich ist Claudia Roth eine ganz starke Marke. […..] Seit ich die Claudia kenne, hat sich bei mir einiges geändert. Ich nehme die Grünen jetzt ernst. […..] Ich fand die Claudia sehr sympathisch. In einem anständigen Abstand, sage ich jetzt mal. Es gefällt mir, dass sie so spontan ist. Das liegt mir.
Roth: Vielleicht kamen wir uns auch näher, weil wir über all die Jahre so viel miteinander zu tun hatten, immer wieder. Konfrontativ, hart in der Sache, aber auch vertrauensvoll. […..]
Beckstein: Ich versuche zwar, als Christ zu leben. Aber das Alte Testament, Auge und Auge, Zahn um Zahn, wird von mir hoch verehrt.
Roth: Also du gehst in die Offensive?
Beckstein: Ja! Jede Gemeinheit wird mit einer größeren Gemeinheit beantwortet.
Roth: Da muss ich mal Nachhilfe nehmen. […..]

Ebenfalls ein Herz und eine Seele sind die beiden tiefgläubigen MPs Markus Söder und Winfried Kretschmann. Söder, der so rechts ist, daß er sogar Horst Seehofer mit seinen ständigen xenophoben Attacken in den Schatten stellte, ist dem Grünen Nachbar-MP vor allem politisch nahe.
Mögen sich die  Sozis sträuben die Seehoferschen Schweinereien des „geordnete Rückkehr-Gesetzes“ mitzumachen, auf das Mitglied des Zentralrates der deutschen Katholiken Kretschmann kann sich die CSU verlassen. Menschen in Not in Kriegsgebiete abzuschieben ist ganz nach dem Geschmack des Grünen Landesvaters.

[…..] Zu dem Vorstoß der unionsgeführten Länder und Baden-Württembergs, neben Gefährdern und Schwerverbrechern auch andere Flüchtlinge verstärkt abzuschieben, werde es zumindest so lange keine Zustimmung der SPD-Ressortchefs geben, bis der Lagebericht des Auswärtigen Amtes eine akzeptable Sicherheitslage erkennen lasse, hatte Niedersachsens Innenminister Boris Pistorius zuvor erklärt. "Das ist ein Vorschlag, den wir aktuell ablehnen werden", sagte der Sprecher der Gruppe der SPD-Innenminister. […..]

Die Sozis solidarisieren sich mit den Heimatvertriebenen und Menschenrechtsorganisationen, die BW-Grünen stehen an der Seite von CSU und AfD, wollen humanitäre Politik abschaffen.

[…..] Die Kritik an Seehofers Abschiebegesetz reißt nicht ab: Als unverhältnismäßig und uferlos bezeichnen 22 Organisationen das geplante Gesetz in einem offenen Brief. Ein SPD-Politiker wird sogar noch deutlicher.
Ein Bündnis von 22 zivilgesellschaftlichen Organisationen will die geplanten Verschärfungen im Abschieberecht verhindern. In einem offenen Brief fordern sie die Abgeordneten des Bundestags auf, das von Innenminister Horst Seehofer so bezeichnete "Geordnete-Rückkehr-Gesetz" nicht zu verabschieden.
Das Gesetz würde viele Flüchtlinge "dauerhaft von der Teilhabe am gesellschaftlichen Leben ausgrenzen, sie unverhältnismäßigen Sanktionen und einer uferlosen Ausweitung der Haftgründe aussetzen", heißt es in dem offenen Brief, der der Nachrichtenagentur dpa vorliegt. [……]

Anders als zwischen Roth und Beckstein, bei denen es in erster Linie menschlich so schön passt, sind Kretschmann und Söder auch politisch einig.
Auf dem Rücken tausender auseinander gerissener Familien, die sie in Todeszonen schicken, zelebrieren sie ihre Liebe.

[….] Der 71-jährigen Kretschmann sagt [….]: Man habe schnell bei Sachthemen "auf derselben Wellenlänge gelegen" und so zusammengefunden. Die Unterschiede zwischen seiner Partei, den Grünen, zur Union seien immer noch gravierend, aber man müsse "vom ideologischen Podest ein paar Stufen hinabsteigen, dann lockert sich manches auf". Auf die Frage, ob er gemeinsam mit Kretschmann regieren könnte, antwortete Söder: Mit Kretschmann sei das möglich, der sei pragmatisch. [….]

Samstag, 15. Juni 2019

Spenden-TÜV



Da ist dieser ältere Herr zwei Häuser weiter. Er lebt allein, sehr bescheiden, hat aber offenbar eine ganz gute Rente.
Seit er einen schweren Tremor hat, kann er nicht mehr schreiben und daher komme ich regelmäßig vorbei und fülle für ihn die Überweisungsträger aus, damit seine Rechnungen bezahlt werden.
Natürlich bekomme ich dadurch unfreiwillig einen detaillierten Eindruck über seine Finanzen, die neben den Fixkosten vor allem aus kleinen Spenden bestehen.
Jeden Tag wird er bombardiert mit Bettelbriefen und er möchte immer allen etwas geben. Es steht mir nicht zu das zu beeinflussen und viele Spendensammelorganisation engagieren sich für lobenswerte Zwecke, die ich auch unterstütze.
SOS-Kinderdörfer, UNICEF, Médecins Sans Frontières (MSF), Krebshilfe, Mukoviszidose-Stiftung, Welthungerhilfe, Greenpeace, Aktion Deutschland hilft.
Er spendet meist Beträge zwischen 20 und 40 Euro, aber das summiert sich so erheblich, daß er nun schweren Herzens auch einige Spendenüberweisungsträger zerreißt.
Wir müssen also auswählen. Interessanterweise lässt er sich überhaupt nicht von Prominenten auf Bettelbriefen beeindrucken. Da kann uns noch so oft Gerda Hasselfeldt von einem Rotes-Kreuz-Spendenbrief angrinsen. Auch Ulrich Wickert ließ ihn kalt. Ihn interessiert eigentlich gar nicht WER die Spenden sammelt, sondern nur wohin sie gehen
Die Briefe mit Bildern von leidenden Tieren oder hungernden kleinen schwarzen Kindern sind am effektivsten. „Da muss ich doch was geben!“ ruft er dann sofort.
Oder wenn es Dankesgeschenke gibt, die zB das Mutter Theresa-Hilfswerk unablässig verschickt. Mutter Teresa-Plastik-Kruzifixe, Mutter Theresa-Plastik-Rosenkränze, Mutter Teresa Rettungsdecken, Mutter Theresa-Trinkflaschen und natürlich jede Menge Weihnachtskartenvordrucke und Adressenaufkleber.
Ich habe schon eine gewaltige Sammlung mit Mutter-Theresa-Plastik-Merch, weil der alte Herr das gar nicht mehr unterbringen kann und gern an mich weiter verschenkt.

Caritas und Theresa dürfen schon ganz allein mit ihren Plastik-Give-Aways eins der sieben Weltmeere geflutet zu haben.
Die Katholiken sind eindeutig diejenigen mit der höchsten Brieffrequenz. Hat man einmal 30 Euro überwiesen, kommt schon zwei Tage später das nächste Bettelanliegen.
Der alte Herr ist gläubiger, aber nicht praktizierender Christ; ich bin es bekanntlich nicht und so misstraut er mir ein wenig, wenn ich bei der Auswahl der zu bedenkenden Spendensammelorganisationen eher für die staatlichen und weniger für Caritas, Bethel, Diakonie, Christoffel-Blindenmission (CBM), Bodelschwingh oder Mutter Theresa plädiere.
„ich weiß, Du glaubst nicht daran, aber die tun doch so viel Gutes in der Welt“.
Auch im säkularen Hamburg, bei eher kirchenfernen Menschen, gilt die Schirmherrschaft „Kirche“ noch etwas.
Da macht man nichts verkehrt, wenn man sein Geld christlichen Organisationen gibt. Die kümmern sich um Menschen und handeln aus reiner Nächstenliebe.
Dort ist die Rente des kleinen Mannes am besten aufgehoben, wenn man in der Flut der Spendengesuche untergeht.

Und es stimmt ja auch. Gerade die römisch-katholische Kirche ist als Global Player stets der richtige Ansprechpartner. Die wissen wirklich wo der Schuh drückt. Gott sagt ihnen wofür man sich engagieren soll.
Da kann man wenigstens sicher sein, daß das Geld bei den wirklich Bedürftigen ankommt und nicht in der Verwaltung der Spendensummen verbraten wird.
Es freut mich, daß die RKK in den USA mit massiven Spendeneinsatz für besonders notleidende Menschen kämpft, nämlich Kinderficker-Priester, die von den kleinen Bratzen noch Jahre später verklagt werden, nur weil sie ab und zu vergewaltigt, verprügelt und missbraucht wurden.

Einige US-Bundesstaaten wollen sogar die Verjährungsfristen für Kindesmissbrauch und pädophile Vergewaltigungen verlängern. Dann wären die armen päpstlichen Päderasten ja nie mehr sicher vor ihren Opfern!
Das darf nicht sein und daher wurden schon fast elf Millionen Dollar von der RKK ausgegeben, um die Rechte der Vergewaltigungsopfer einzuschränken und die Verjährungsfristen schön kurz zu halten.


 
Es erfreut mein Herz gar sehr, daß Kollekte bei den Gottesdiensten und private Kleinspenden durch den Verein des Stellvertreters Gottes auf Erden sinnvoll und ehrenhaft eingesetzt werden: Für Vergewaltiger und Prügel-Sadisten in Soutane und gegen die kindlichen Opfer.

[…..]   Catholic Church spent $10.6 million to lobby against legislation that would benefit victims of child sex abuse
new report released Tuesday reveals that, over the past eight years, the Catholic Church has spent $10.6 million in the northeastern United States to fight legislation that would help victims of clergy sexual abuse seek justice.
"At the most basic level, we were inspired by frustration," says attorney Gerald Williams, a partner at Williams Cedar, one of four law firms that jointly commissioned the report. "We represent hundreds of people, who have truly been victimized by clergymen in the Catholic Church. We've heard a lot about the church's desire to be accountable and turn over a new leaf. But when we turn to the form where we can most help people and where we can get the most justice — the courts of justice — the church has been there blocking their efforts."
In New York, for example, the Catholic Church spent $2,912,772 lobbying against the Child Victims Act, which Governor Andrew Cuomo ultimately signed into law on February 14, 2019. The act gives survivors more time to seek justice against their abusers, increasing the age at which victims are able to sue from 23 to 55.
Similarly, in Pennsylvania — where in 2018 a grand jury report detailed evidence of more than 300 priests credibly accused of sexually abusing more than 1,000 children — the Catholic Church spent $5,322,979 lobbying to keep current restrictions in place on the statute of limitations in which victims can seek criminal or civil charges against their abusers. […..]

Recht so! Es muss mal ein Ende haben, daß immer nur an die nervigen Victims gedacht wird.
Jahrhundertelang, als die Kirche noch das Sagen hatte, kümmerte sich schließlich auch kein Mensch um die.
Nur weil jetzt ein paar Libtards in den Parlamenten sitzen, darf sich das nicht ändern.
Vielen Dank, liebe RKK, daß ihr ein Herz für die ABUSER, also Euch selbst habt.
Dafür spendet man doch gern!

Freitag, 14. Juni 2019

Going full criminal


Trumps Lügencounter nähert sich der 11.000.
Eine ungeheuerliche Leistung, die Baron Münchhausen vor Neid erblassen; Pinocchios Nase einschrumpfen lässt.

[….]Donald Trump lies more often than you wash your hands every day
In his first 869 days as President, Donald Trump said 10,796 things that were either misleading or outright false, according to The Washington Post's Fact Checker. Do the math and you get this: The President of the United States is saying 12 untrue things a day.
Which is a lot! But it's also hard to wrap your head around how much lying or, uh, misleading that actually is. So, think about it this way: Trump is lying more every day than a majority of Americans wash their hands. According to data from the American Cleaning Institute, just 50% of Americans wash their hands in excess of 10 times a day. […..]

Das schafft man nicht, wenn man lediglich geplant und strategisch lügt
Der große Kolumnist Charles Blow beschrieb das schon nach den ersten Tagen von Trumps Präsidentschaft vollkommen richtig.

(…..) Das erratische Lügen zeichnet #45 nach wie vor aus.

Er lügt nicht taktisch, nicht rational, nicht absichtsvoll.
Er lügt einfach grundsätzlich. Zudem lügt er sehr schlecht, indem er sich ununterbrochen selbst widerspricht.

[….] Trump does not simply have “a running war with the media,” as he so indecorously and disrespectfully spouted off while standing on the hallowed ground before the C.I.A. Memorial Wall. He is in fact having a running war with the truth itself. [….]
Donald Trump is a proven liar. He lies often and effortlessly. He lies about the profound and the trivial. He lies to avoid guilt and invite glory. He lies when his pride is injured and when his pomposity is challenged.
Indeed, one of the greatest threats Trump poses is that he corrupts and corrodes the absoluteness of truth, facts and science. [….]

Der Fakten-Check der Washington Post dokumentiert inzwischen beeindruckende 452 Lügen des US-Präsidenten.  (….)

Erstaunlich, vor zwei Jahren war man noch von ein paar Hundert offenen Lügen beeindruckt.

Trumps Lügen geschehen einfach so, weil er sich genauso wenig um Fakten kümmert wie um Rechtschreibung oder Geschichte.
Es ginge gar nicht anders, weil der bornierte Orang so sagenhaft ungebildet ist, daß er offensichtlich vielfach gar nicht merkt was für einen katastrophalen Unsinn er faselt.

Man erinnere sich nur an seine Erkenntnis, der Erdmond kreise um den Mars.


Oder die peinlich falsche Begrüßung von Prince Charles, den er statt mit „Royal Highness“ mit „Hello Charles“ ansprach – das fiel schon kaum noch auf nach einer Reihe von Verletzungen der Etikette bei Hofe.
Daß sich der Prolet nicht zu benehmen weiß, wird niemand überraschen, aber Trump verschlimmert die Situation natürlich noch durch Tweets.
Prince Charles bezeichnete er darin als „Prince of Whales“, also Prinz der Wale, in offensichtlicher Unkenntnis des britischen Landesteils „Wales“.


Juni 2019

Solche auf Trumps grassierende Dummheit zurückgehende Fehler werden von der Washington Post nicht als Lügen gezählt, sondern verschwinden in dem Grundrauschen seiner Rechtschreibschwäche.

Trumps Borniertheit kreiert natürlich auch unablässig Falschaussagen, wenn diese völlig offensichtlich sind.
So schrieb er über seine scheidende Lügenkönigin Sarah Sanders – die Pressesprecherin, die seit 94 Tagen die täglichen Pressebriefings verweigert, weil Trumps Regierung den Medien den Krieg erklärt hat – sie hätte dreieinhalb Jahre im Weißen Haus gearbeitet, obwohl es natürlich nur zweieinhalb waren.


Juni 2019

Es ist schwer zu sagen, ob es sich dabei um sein typisches gewohnheitsmäßiges Lügen handelt, da er alle Zahlen grundsätzlich wüst übertreibt, oder ob es einfach ein Zeichen seiner Ignoranz und Senilität ist. Realität spielt für ihn keine Rolle.

Sich öffentlich derartig zu blamieren kann ihm nicht gefallen – meint man.
Tatsächlich spielt es aber keine Rolle, da seine Anhänger entweder zu dumm sind, um diese groben Peinlichkeiten und Lügen zu bemerken, oder aber es stört sie nicht.
Wer mit Pussygrabben prahlt, Behinderte verunglimpft und dennoch gewählt wird, kann natürlich unbeschadet vom Prinz der Wale und Marsmonden plappern.
Die Amerikaner, die das ärgert, aufregt und peinlich berührt, würden (wie ich) ohnehin niemals Trump wählen.

Bedenklicher als seine Doofheit und mangelnde Bildung, die auch völlige Unkenntnis der Rechtslage einschließt, ist aber die Indolenz der amerikanischen politischen Rechten, die achselzuckend echte Verbrechen wie Verrat, Betrug und Bestechung akzeptiert.

Vor zwei Jahren hielt die Welt noch fassungslos den Atem an, als IQ45 im Live-Interview von der Lüge abrückte, er habe den FBI-Chef wegen der Clinton-Ermittlungen gefeuert, sondern zugab, er wollte damit die unangenehmen Russland-Ermittlungen stoppen.
Auskunft darüber erteilte er ausgerechnet während eines Oval-Office-Termins mit dem russischen Botschafter und dem russischen Außenminister.
Kann man sich nicht ausdenken.

Im Sommer 2019 schlägt es schon kaum noch Wellen, wenn Trump im Interview freimütig zugibt sich kriminell und verräterisch verhalten zu wollen, indem er „dirt“ aus chinesischen oder russischen Quellen über politische Gegner annehme.
Illegal = scheißegal unter diesem Präsidenten.

Ellen L. Weintraub, die Chefin der United States Federal Election Commission (FEC) fiel aus allen Wolken.

[…..] The head of the Federal Election Commission issued a scathing response Thursday night to President Donald Trump's willingness to receive foreign dirt on political opponents, saying doing so "risks being on the wrong end of a federal investigation."
"Let me make something 100% clear to the American public or anyone running for public office: It is illegal to solicit, accept, or receive anything of value from a foreign national in connection with a U.S. election," Ellen Weintraub, a Democrat, tweeted.
She prefaced the statement on Twitter by writing, "I would not have thought that I needed to say this." [….]



Da aber nicht nur Trump Gesetze und Verfassung ignoriert, sondern seine GOPer im Senat ihm dabei folgen, ist dieser Mann immer noch im Amt.

Nach zweieinhalb Jahren sind sämtliche Mitarbeiter, die auch nur über winzigste Rudimente von Anstand verfügten abgehauen und durch ebenso skrupellose Kriminelle ersetzt worden.
Aus der ursprünglichen Mannschaft sind nur noch Vize Pence und Chefberaterin Conway übrig.
Während Ersterer tumb alles aussitzt, so lange er seiner Passion frönen kann Schwule zu diskriminieren (vor drei Tagen setzte er einen Bann von Regenbogenbeflaggung aller amerikanischen Konsulate und Botschaften während der Pride-Umzüge durch), steht Conway stets in erster Reihe, wenn es darum geht zu lügen wie gedruckt und Gesetze zu brechen.

Schon seit zwei Jahren verstößt Conway gegen den Hatch-Act aus dem Jahr 1939, der Vertretern des Weißen Hauses verbietet sich in offizieller Funktion in Wahlkämpfe einzumischen.
Auch Conway sind Gesetze und Regeln aber egal. Nachdem sie bereits im März 2018 offiziell abgemahnt wurde, macht sie einfach weiter mit ihren Hatch-Verstößen. Wieso sollte sie sich an Gesetze halten, wenn es ihr Chef auch nicht tut? Selbst wenn sie dafür Ärger vor Gericht bekäme, würde Trump sie sofort begnadigen.

[…..] A federal agency recommended firing President Trump’s counselor, but he said he would not comply. […..] The United States Office of Special Counsel issued a report on Thursday recommending that Kellyanne Conway, an aide to President Trump who frequently defends him on television, be fired for “persistent, notorious and deliberate Hatch Act violations.”
President Trump said on Friday that he would not comply. “No, I’m not going to fire her,” he told Fox News.
On Thursday, the White House counsel, Pat A. Cipollone, had shot back in a letter that the Office of Special Counsel’s conclusions about Ms. Conway were based on “numerous grave, legal, factual and procedural errors.” [….]

Unter der Trumpschen Kakistokratrie, verteidigt das Staatsoberhaupt nicht nur nicht die Verfassung, sondern er setzt alles daran sie auszuhebeln und zu pervertieren.
Dafür müsste man ihn sofort impeachen.
Aber die Väter der amerikanischen Verfassung haben nicht voraussehen können, daß eine gesamte Parlamentskammer und die Hälfte der Presse gleichzeitig ebenso verkommen sein können.


Soweit sind wir gekommen in den USA. Der Schaden ist nicht mehr gut zu machen.