Freitag, 16. Juni 2017

Griechisches Opfer.



Zum großen Glück von Wolfgang Schäuble und Angela Merkel sind nicht nur die amerikanischen Wähler verblödet, sondern auch die Deutschen kreuzen nach Bauchgefühl an.

Immer noch ist es in Deutschland sehr populär ein alter garstiger knochenkonservativer Finanzminister zu sein, der den vermeidlichen faulen Mittelmeer-Ländern dauernd ungefragt von ganz oben herab erklärt, sie müßte mehr sparen.
Immer noch wird die Legende aufrechterhalten, Deutschland überweise viel Geld nach Athen, um Griechenland zu retten.


In Wahrheit ist Deutschland der ganz ganz große Profiteur der Finanzkrise in Europa. Die überschuldeten Haushalte von Bund, Ländern und Kommunen sparen einen dreistelligen Milliardenbetrag durch die Nullzinspolitik und die deutsche Wirtschaft boomt, weil ohnehin schon finanziell gebeutelte Länder im Süden Europas wie verrückt Waren aus dem Niedriglohnland Deutschland importieren.
Dinge aus Deutschland zu beziehen, die nicht von der heimischen Wirtschaft selbst produziert werden können, weil durch das Brüsseler Spardiktat auf Schäubles Befehl, Infrastruktur, Bildung und Sozialsystem in Griechenland geschliffen werden.

Yannis Varoufakis hatte Recht, Schäuble hatte Unrecht. Das beweist die völlig kaputtgesparte griechische Wirtschaft, die ihre besten Stücke ausverkaufen mußte – so zum Beispiel den Athener Flughafen, der billig von der Fraport (Miteigentümer: BRD, vertreten von Dr. Wolfgang Schäuble) aufgekauft wurde.
Die Milliarden wurden nur durchgeleitet, um damit steinreiche Gläubiger Griechenlands zu befriedigen, die sagenhafte Zinsgewinne eingefahren.
Bei der griechischen Bevölkerung kommt nichts an, die Athener Regierung ist weitgehend machtlos dem EU-Berserker Schäuble ausgeliefert.

[….] Griechenland braucht wieder sieben Milliarden Euro – um alte Schulden zu tilgen.
Bis 2018 ist auch das dritte Hilfspaket (86 Mrd.) aufgebraucht. Insgesamt sind dann fast 300 Milliarden nach Athen geflossen.  Und der Laie reibt sich die Augen: Der Schuldenstand der Griechen beläuft sich auf 316 Milliarden Euro – mehr als je zuvor.
Trotzdem verweigert Wolfgang Schäuble auch jetzt den längst überfälligen Schuldenschnitt. Denn dann müssten Merkel und Schäuble den Deutschen gestehen, dass ihre Politik, die den Griechen rund zehn Rentenkürzungen, den Kollaps des Gesundheitssystems und eine jahrelange Depression eingebracht hat, gescheitert ist.
Ihr Versprechen, die Griechen-Rettung werde den deutschen Steuerzahler am Ende wenig bis nichts kosten, war eine Lüge. […..]

Und das kommt so gut an!
Der deutsche Urnenpöbel liebt Merkel und Schäuble für dieses bösartige unsolidarische Verhalten.

[….] Der 8,5 Milliarden Euro schwere Hilfskredit, den die Eurogruppe am Donnerstagabend in Luxemburg freigegeben hat, löst erneuten Streit aus. Vor allem Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble (CDU), der den Deal eingefädelt hatte, gerät unter Druck.
Der Streit kreist um das Last-minute-Engagement des Internationalen Währungsfonds (IWF). Eigentlich sollte sich der Fonds schon 2015 am laufenden dritten Hilfsprogramm für Athen beteiligen. Doch Schäuble weigerte sich, eine zentrale Bedingung des IWF – einen Schuldenschnitt oder eine Umschuldung – zu erfüllen. [….]

Schäuble, der gerade erst durch radikale Doofheit den verantwortungslosen deutschen Atomkonzernen über sechs Milliarden Euro zu Lasten des Steuerzahlers zuschanzte ist obenauf und die CDU liegt in Wahlumfragen wieder ganz weit vorn.

Ausbaden müssen die Schäublesche Obstruktion wieder die Ärmsten der Armen in Griechenland. Das gefällt dem Urnenpöbel hierzulande.
Schwarzgelb hätte eine eigene Mehrheit.

[….] Auch der Grünen-Europapolitiker Sven Giegold nannte die Auszahlung der Kredite eine gute Nachricht. Doch dürften die harten Bedingungen nicht verschwiegen werden. "Die nochmalige Kürzung von Kleinrenten und Steuererhöhungen für Niedriglöhner sind eine Schande", meinte Giegold. [….]
(Deutsche Welle, 16.06.17)

Die griechische Bevölkerung ist Spielball, ist Opfer der amoralischen Wahlkampfmachenschaften deutscher CDU-Politiker.

Donnerstag, 15. Juni 2017

Kann man sich nicht ausdenken.



Das Bizarrste an der Causa „Russian Ties“ und den juristischen Schwierigkeiten Trumps ist, daß er ganz allein dafür sorgte nun „under investigation“ zu sein.
Der (damalige) FBI-Chef James Comey hatte tatsächlich (noch) nicht gegen Trump persönlich ermittelt.
Hätte Trump ihn bloß in Ruhe gelassen. Weil er Comey aber feuerte, anschließend im Interview mit Lester Holt ausplauderte, er habe das wegen der Russland-Untersuchungen getan (und damit seine Staffer, die das Gegenteil behauptet hatten, lächerlich machte) und schließlich auch noch mit erratischen Tweets auf Comey eindrosch, hat Trump nun das, was er unbedingt vermeiden wollte.
Ermittlungen gegen ihn persönlich.

[…..] It has been clear since Mr. Mueller was appointed last month that he was likely to scrutinize the president’s actions. Mr. Trump has said he is willing to be interviewed by Mr. Mueller’s agents, and Mr. Comey said he was sure that the special counsel would investigate the possibility of obstruction.
In recent days, Mr. Trump is said to have considered firing Mr. Mueller but to have been talked out of it by aides. If the president is under investigation for obstruction, a move to fire Mr. Mueller would prove more complicated politically. [….]

Man bemerkt die äußerst schwache Performance der amerikanischen Opposition gar nicht, weil sich Trump freiwillig jeden Tag mehrmals in den Fuß schießt.


Trump bekämpft sich mit aller Macht selbst und dazu lügt er natürlich wie eh und je.
Lügen, die längst nicht mehr mit Dialektik und Rabulistik seiner Hofnarren Pence, Conway und Spicer irgendwie in Richtung Realität gedreht werden können, weil sie zu leicht überprüfbar sind. Lügen, die so offensichtlich sind, daß selbst Trumps natürliche Verbündete von der konservativen Wirtschaftspresse und den Ölkonzernen weinend zu Boden gehen.

[….] Unsinn aus dem Weißen Haus. Trumps Börsen- und Energie-Lüge
[…..] Es [ist] bemerkenswert, dass Trump nun auch mit Blick auf Börsen und Kapitalmärkte ungeniert Lügen verbreitet. Seit seiner Wahl zum US-Präsidenten im November, twitterte Trump am Montag, habe sich der Energiesektor an der Börse sehr gut entwickelt ("Drilling and energy way up"). Fakt ist: Das Gegenteil ist der Fall.
Trotz Trumps vollmundiger Bekenntnisse zu Kohle, Öl und Fracking und trotz seines Ausstiegs aus dem Pariser Klimaabkommen gehört der Energiesektor zu den wenigen Verlierern an der Börse, wie CNN Money vorrechnet. Seit dem 8. November hat der Energiesektor im S&P 500 mehr als 4 Prozent nachgegeben - während S&P 500 und Dow Jones jeweils mehr als 8 Prozent vorrückten.
Der US-Energiesektor ist der einzige Sektor im negativen Bereich. Schwergewicht Exxon Mobil weist seit Trumps Wahl die schlechteste Performance im Dow Jones auf. "Great Economic News", wie Trump sie gern verkündet, erweisen sich für diese Unternehmen als glatte Lügen.[….]

Trump ist aber weder in der Realität noch in der Politik zu Hause.
Seine Anhänger betrachten Trump wie einen religiösen Führer. Religionen fußen immer auf Lügen, für die ihre Anhänger die Realität negieren müssen. Das ist der Kern des Glaubens.

[…..] "Moses führte sein Volk nicht aus Ägypten, Jesus stand nicht von den Toten auf, Mohammed ritt nicht auf einem geflügelten Pferd gen Himmel. Religionen sind Fake News aus der Vergangenheit. Je früher wir dies begreifen, umso besser.
Es ist absurd und gefährlich, an etwas zu glauben, das den Tatsachen widerspricht. Daher sollten wir unsere Überzeugungen einem permanenten Fakten-Check unterziehen. Dies gilt natürlich auch für unseren Unglauben. Tatsächlich würde ich jede noch so große und edle Idee ohne Gewissensbisse verraten, wenn es dafür rational einleuchtende Argumente gäbe. Ja, ich würde sogar in die Katholische Kirche eintreten, falls belastbare Belege dafür sprechen würden, dass der katholische Glaube rational, evidenzbasiert und human ist - allerdings bezweifele ich stark, dass es zu einer solchen Situation jemals kommen wird." […..]


[….] Two women who describe themselves as “Trumpettes” told NBC during a Trump rally in Michigan that Trump is infallible and probably the Messiah himself.
According to the women, Sandee and Noreen, Trump will “save” the U.S. from corruption, and having him in the White House would mean they’d have money again.
In the eyes of the Trumpettes, the Donald could do no wrong, which became clear when they couldn’t even bring themselves to condemn Trump for his remarks about Alicia Machado and her purported weight gain. “If I got overweight and someone said it, then oh, well,” Noreen said. Sandee blamed Hillary Clinton and said she was “looking for something.”
Convinced that Trump has the election in the bag, Sandee preached acceptance: “We have this god that’s going to come down,” she said, referring to Trump, “and [he will]help us all.” [….]





Hirnfreie Hühner wie Sandee und Noreen demonstrieren auch sehr schön weswegen Demokratie in Amerika nicht mehr funktioniert.
Wenn Millionen Menschen das Wahlrecht haben, die der Realität vollständig entkoppelt sind, aber dennoch durch ihre Stimmabgabe die Wirklichkeit für alle bestimmen, kann das nicht gut ausgehen.



Mittwoch, 14. Juni 2017

Grundkonservativ.



Es gibt gewisse Dinge, die widerstreben einem schon lange bevor darüber nachdenkt, ob man sich selbst als konservativ oder eher progressiv einschätzt.

Als Kleinkind mochte ich schon keine Konformität. Wenn wir neue Winterschuhe kaufen gingen, zog ich gleich ein langes Gesicht, wenn die Verkäuferin sagte „die werden dieses Jahr sehr gern genommen!“
Ich konnte es auch nicht leiden, wenn andere ausgegrenzt wurden.
Man spielte nicht mit Christoph, weil der stotterte und auch nicht mit Jan, weil der ja noch mit seinen Eltern in diesen „Nissenhütten“ wohnte.
(Nicht, daß ich als Minigör gewußt hätte was eine „Nisse“ ist, oder weswegen es nach dem Krieg notwendig war solche eher primitiven Häuser zu bauen, aber man begriff den abfälligen Ton.)
Als etwas älterer Schüler verabscheute ich dann die Typen, die in steter Sorge um ihre Abiturnoten nach jeder Stunde zum Lehrer gingen, um sich selbst ins beste Licht zu rücken, oder als Helferling dem Erdkundelehrer die Karten zu tragen.
Damals kam es mir gar nicht in den Sinn an meine eigenen Noten zu denken.
Noch etwas später, an der Uni, beobachtete ich denselben Typ Mensch. Die Geschniegelten, die Anzug trugen und nach jeder Vorlesung zum Prof rasten, um ihn anzulächeln.
Einmal fragte ich einen, was er eigentlich nach jeder einzelnen Vorlesungsstunde dem Prof noch privat zu sagen hätte, weil ich das während des gesamten Studiums genau Null mal tat.
Ach, er sage dem immer wieder, daß dies seine Lieblingsvorlesung wäre. Man müsse schließlich an seine Note beim abschließenden Kolloquium denken. Da habe man doch viel schlechtere Chancen, wenn einen der Prof noch nie bewußt gesehen hätte.
Ich war zwar damals schon erwachsen, aber ich glaubte nicht an den Erfolg des affirmativen Schleimens, stellte mir vor, wie ich als Prof solche Streber verachten würde.
Offenbar steckte da noch eine Portion irrationale Philanthropie in mir.
Jetzt, in alt und abgeklärt, glaube ich auch, daß die meisten Menschen, die es in der Hierarchie bis in eine hohe Position gebracht haben, für Schmeicheleien und Lobpreisungen empfänglich sind.
Das liegt in der Natur der Sache. Da diese Methoden angewendet werden, ist es wahrscheinlich, daß Menschen am oberen Ende der Karriereleiter ebenfalls das Fahrradfahrer-Prinzip verinnerlichten:
Nach oben buckeln, nach unten treten. Das funktioniert.

Nun wissen es Preet Bharara und James Comey genau:
Wenn man unter Trump seinen Job behalten will, muß man nicht den politischen Regeln folgen, braucht sich nicht an Gesetze oder die Verfassung halten, sondern man hat sich Trump unterzuordnen.
Loyalität  und Dankbarkeit zu bekunden reicht aber nicht.
Vor Trump muß man kriechen, man hat sich auf den Boden zu werfen und ihm coram publico ausführlich den Hintern zu küssen.

Das Trumpsche Kabinett führte gestern eindrücklich vor, wie professionelles Speichellecken nach einer vollständigen Rückgratentfernung aussieht. (….)

Ich glaube nicht, daß Trumps Minister die sprichwörtlichen Probleme haben, sich noch im Spiegel anzusehen.
Vermutlich sind sie stolz auf ihr Verhalten, weil es den gewünschten Erfolg hatte.
Menschen, die auch nur über Rudimente von Schamgefühl verfügen, können ohnehin nicht Minister unter Trump werden.
Obrigkeitsdenken ist der Kern des Konservatismus.
Deswegen nennt man CDU-Parteitage „Kanzlerwahlverein“. Da wird nicht aufgemuckt, da wird gemacht, was die Chefs wollen. Nicht konservative Menschen haben erheblich mehr Probleme sich derart zu verbiegen. Sie legen Wert auf Augenhöhe. Deswegen duzen sich Sozialdemokraten, deswegen sind Parteitage der linkeren Parteien auch sehr viel ungemütlicher für die Führung.
Konservativ zu sein, bedeutet den Wunsch zu haben vor jemand das Haupt zu beugen und gleichzeitig möglichst viele Menschen dazu zu bringen, daß Haupt vor einem zu beugen.
Genau das was mich als Linken am Verhalten der Trump-Minister abstößt, ist für diese ein Hochamt ihrer Weltsicht. Sich vor Gott/König/Trump klein machen, um den noch weiter unten Stehenden zu demonstrieren, wie sie sich vor ihnen klein machen sollen.
Wir kennen dieses Prinzip aus den abrahamitischen Religionen, die nicht zufällig politisch so gut wie immer auf der Seite der Herrschenden und Konservativen stehen.
Muslimen und Christen fällt es gar nicht schwer vor ihrem imaginären Oberhaupt zu kriechen, zu buckeln, zu knien. Sie tun das gern, weil der Akt der Unterwerfung an sich das Symbol für eine ungleiche Gesellschaft ist.
Eine Gesellschaft mit denen oben und den vielen unteren Ausgegrenzten: Kinder, Frauen, Schwule, Schwarze, Sklaven, Diener, Ausländer – möglichst viele sollen ganz unten stehen, weniger Rechte und Ehre haben.
Ein evolutionärer Humanist lehnt genau wie ein Kommunist diese grundsätzlichen Klassenunterschiede ab.
Trump-Fans hingegen wollen mehr Klassenunterschiede.
Wenn Außen- und Justizminister coram publico dem Gottkönig in den Hintern kriechen, umso besser.

[….] Um Donald Trumps erste Kabinettssitzung zu beschreiben, braucht die US-Presse bloß ein Wort, so scheint es: weird. Also seltsam, bizarr, schräg. [….] Die Minister taten wie ihnen geheißen und stellten sich vor - und nutzten ihre kurze Redezeit allesamt dazu, Trump überschwänglich zu loben. Jeder Minister äußerte vor den Kameras der Journalisten, wie großartig es doch sei, diesem Präsidenten dienen zu dürfen. Vizepräsident Mike Pence nannte seinen Job an Trumps Seite "das größte Privileg in meinem Leben", Stabschef Reince Priebus sagte zur Überraschung aller: "Danke für die Möglichkeit, Ihnen zu dienen." Und Justizminister Jeff Sessions säuselte Trump offenbar ganz ironiefrei zu: "Sie haben die exakt richtigen Botschaften gesetzt, die Reaktionen überall im Land sind fabelhaft."
[….] Die US-Medien sind verblüfft, so etwas hatte dann doch niemand erwartet. Der New York Times-Politik-Redakteur Glenn Thrush schreibt auf Twitter über die Sitzung, sie sei "eine der peinlichsten öffentlichen Veranstaltungen, die ich je gesehen habe".  Washington-Korrespondent des Senders CNBC, John Harwood, beschreibt die Szenen im Weißen Haus "wie eine Szene aus der Dritten Welt". Das Portal  Vox.com schreibt gar von Gemeinsamkeiten der Szene zu Shakespeares "King Lear", und tatsächlich erinnert die Eröffnung der Kabinettssitzung an das Drama, in dem alle Töchter (hier: Minister) dem König (Präsidenten) ihre Liebe (ja: Liebe) bekunden müssen, um nicht enterbt (gefeuert) zu werden. […..]

Die spinnen, die Amis.
Das ist sicher richtig. Aber sie spinnen nicht allein. Auch in anderen Gesellschaften wird Selbstbewußtsein und Egalität eher in Sonntagsreden beschworen. Dem Chef gegenüber zeigt man sich aber lieber devot und servil. So erreicht man etwas im Leben.

[….] Schleimer kommen weiter. [….] In jedem steckt ein kleiner Donald Trump: Menschen finden es schön, wenn ihnen geschmeichelt wird. Für ein bisschen Zuneigung sehen sie auch darüber hinweg, dass der Schmeichler ein egoistisches Ziel verfolgen könnte. Wer Karriere machen will, kann sich deshalb ein Beispiel an Trumps Ministerrunde nehmen.
Schmeicheln und Loben gehören zu den erfolgreichsten Strategien, um andere zu beeinflussen. Für das Berufsleben erforscht das die Wirtschaftspsychologie. Verschiedene Studien zeigen: Menschen, die Vorgesetzten und Personalern interessiert zuhören, zustimmend zunicken und zeigen, dass sie sie wertschätzen, werden eher eingestellt, bekommen ein höheres Gehalt und bessere Beurteilungen.
Natürlich zahlt kein Chef bewusst für Komplimente. Doch wenn der Arbeitnehmer ihm angenehm auffalle, ihn bestärke und so seine Stimmung erhelle, vergrößere das dessen Bereitschaft, von den eigenen Vorstellungen abzuweichen, sagt Gerhard Blickle. Als Professor leitet er die Abteilung für Arbeits-, Organisations- und Wirtschaftspsychologie der Universität Bonn. Vorschläge eines schmeichelnden Angestellten werden demnach weniger kritisch beäugt, die ein oder andere unerfüllte Voraussetzung in einer Stellenbeschreibung sieht der Entscheider nicht mehr als großes Problem an.
Ob die Wertschätzung durch den Bewerber oder Arbeitnehmer ernst gemeint oder geheuchelt ist, spiele für den Erfolg keine Rolle, sagt Blickle: "Hauptsache, es kommt authentisch rüber." Entscheidend ist dafür die Sicht des Betrachters, und der sei bei der Bewertung besonders großzügig. Das heißt: Während der unbeteiligte Zuhörer eine Lobeshymne schon als peinlich empfindet, fühlt sich der Adressat dabei noch wohl. "Aus der Perspektive desjenigen, der im Mittelpunkt steht, kann man nicht viel falsch machen - die meisten Leute sind ziemlich empfänglich dafür, gelobt zu werden", sagt Blickle. [….]

Dienstag, 13. Juni 2017

Trump Jong Un



Nun wissen es Preet Bharara und James Comey genau:
Wenn man unter Trump seinen Job behalten will, muß man nicht den politischen Regeln folgen, braucht sich nicht an Gesetze oder die Verfassung halten, sondern man hat sich Trump unterzuordnen.
Loyalität  und Dankbarkeit zu bekunden reicht aber nicht.
Vor Trump muß man kriechen, man hat sich auf den Boden zu werfen und ihm coram publico ausführlich den Hintern zu küssen.

Das Trumpsche Kabinett führte gestern eindrücklich vor, wie professionelles Speichellecken nach einer vollständigen Rückgratentfernung aussieht.

[….] Trump’s Cabinet meeting struck reporters who attended as particularly odd and bizarre — because after the president spoke, he had each of the Cabinet members around the table briefly speak too, and their comments often included praise for the president.
“We thank you for the opportunity and blessing to serve your agenda,” Chief of Staff Reince Priebus said. “Greatest privilege of my life, to serve as vice president to a president who’s keeping his word to the American people,” said Vice President Mike Pence. “You’ve set the exact right message,” said Attorney General Jeff Sessions, adding, “The response is fabulous around the country.” [….]

Hier sie volle 11-Minuten-Version für die ganz Harten:

Und eine 1:42-Zusammenfassung für die zarter Besaiteten:

Phil Mudd kann es nicht fassen, wie sich all diese Generäle und Multimillionäre “vor Trump prostituierten”, aber das ist eben genau die Szenerie in der sich der Pussygrabber wohl fühlt.