Montag, 22. Juni 2015

Linke nerven und linke Nerven.


Nach dem kleinen SPD-Parteitag am Wochenende, überschlagen sich wieder laute im linken Spektrum aktive Menschen mit SPD-Bashing.
Jetzt könne man die SPD nicht mehr wählen, heißt es dort ebenso häufig wie „schon seit Schröder ist die SPD unwählbar“.

Das hört man besonders massiv von den Typen, die ohnehin nie SPD wählen, weil sie deutlich weiter links stehen, oder denjenigen, die durch Nichtwählen oder ein Kreuz bei der Linken oder den Piraten letztendlich für Frau Merkel gestimmt haben.

Dessen muß man sich immer bewußt sein: Wenn man sich als ehemaliger SPD-Wähler nun beleidigt abwendet und gar nicht mehr wählt, bzw seine Stimme einer Partei gibt, die unter der 5%-Hürde bleibt, freut sich nur eine: Frau Merkel.
Damit ist sie wieder eine Stimme näher an der Kanzlermehrheit.
Diejenigen, die von der SPD gefrustet ihre Stimme dem Gesamtkuchen entziehen, sind letztlich dafür verantwortlich, daß es noch wesentlich übler als die angeblich so rechte SPD kommt: Nämlich CDU.
Schon bei der Wahl 2013 hätten wir um ein Haar CDU/CSU-pur bekommen.
Dann gäbe es aber gar keinen Mindestlohn, wesentlich mehr Überwachung, garantiert keine Homoehe oder doppelte Staatsbürgerschaft. Dann gäbe es keine Mietpreisbremse, sondern Steuerentlastungen für die Reichsten.
Neben den Gaga-Projekten Maut und Herdprämie würden weitere xenophobe Programme durchgedrückt werden. Schon jetzt schreit die CSU wieder nach mehr Abschiebungen und Asylrechtsverschärfungen.
Die CDU würde massiv aufrüsten und in der Außenpolitik noch brutaler gegen Russland und Griechenland vorgehen.
Und auch wenn man Gabriel noch so sehr verachtet: Er hat so viele Rüstungsexporte verhindert wie noch keine andere Bundesregierung zuvor.
Ohne die SPD in der Bundesregierung und im Bundesrat könnte man Patientenverfügungen vergessen – ebenso wie Integrationskurse, Hilfen für die Bundesländer bei Sprachförderung und Bildungseinrichtungen.
Ohne die SPD gäbe es mit Sicherheit kein Bestellerprinzip bei Wohnungsvermittlungen; es würden weiterhin VERmieter den Makler bestellen und den MIETER drei Monatsmieten Courtage zahlen lassen.
Ohne Gabriel und Maas würde die NSA bis heute ungeniert den BND instrumentalisieren und es bestünde gar keine Chance etwas über die geheimen Selektorenlisten zu erfahren.
Es gäbe keinen Justizminister, der sich gegen rechtsradikale Umtriebe von Pegida und Co engagieren würde. Keine Umweltministerin würde das Ego-Bundesland Bayern zwingen auch seinen Beitrag bei der Atom-Endlagerung zu leisten.
Ohne die Sozis säßen wieder die Lobbyisten des Atomoligopols direkt im Bundesumweltministerium, um sich selbst die passenden Gesetze zu schreiben.

Es gibt also eine Menge rein inhaltlicher Überlegungen, die eine CDU-Bundesregierung mit SPD-Beteiligung wesentlich besser als CDU-pur oder Schwarzgelb machen.

Natürlich ist das was Gabriel am Wochenende erzwang, also seine Partei auf Vorratsdatenspeicherungskurs zu bringen, aus meiner Sicht der blanke Unsinn.
Ich finde es inhaltlich völlig falsch und glaube – offenbar im Gegensatz zu Gabriel – daß dieser Schwenk auch bei zukünftigen Wahlen eher schadet.

Am Wochenende ist die SPD-Spitze so heftig kritisiert worden, daß ich mir jetzt keine eigenen Formulierungen aus den Fingern saugen muß.
Christoph Hickmann beispielsweise spricht mir aus der Seele:

Sigmar Gabriel hat sich durchgesetzt, die SPD steht zur Vorratsdatenspeicherung. Um das zu erreichen, hat der Parteichef dem bislang erfolgreichen Justizminister Maas die Glaubwürdigkeit genommen, einen tiefen Graben durch die SPD gezogen und den Grünen mal wieder die Gelegenheit gegeben, das Bild einer Law-and-Order-Sozialdemokratie zu zeichnen. All dies für ein Gesetz, das der SPD allenfalls unterhalb der Promillegrenze Stimmen bringen dürfte. Warum tut der Mann sich und seiner Partei das an?
[…..] Sein Einsatz für die Vorratsdatenspeicherung speiste sich aus der Sorge, dass es hierzulande irgendwann einen Terroranschlag geben könnte und dann alle Welt, die Union vorneweg, schnell auf die Sozialdemokraten gezeigt hätte: Weil die nicht wollten, haben wir jetzt halt keine Vorratsdatenspeicherung! Der entscheidende Einwand, dass man den Anschlag damit ja nicht verhindert hätte, wäre in der innenpolitisch aufgeheizten Atmosphäre mit ziemlicher Sicherheit untergegangen - so jedenfalls Gabriels Überlegung. […..] Gabriel ist sich seines Kurses umso sicherer, je lauter die Parteilinken aufjaulen. […..]
        (Hickmann, SZ, 22.06.15)


Aus meiner Sicht war es also inhaltlich und taktisch absurd was die Parteispitze am Wochenende durchzog.
Ja, da muß man sich als einfaches Mitglied mal wieder schämen.

Aber anders als die CDU sind wir keine Abnickerpartei.
Immerhin 40%, also 88 Delegierte, haben NEIN gesagt.
Das war schon ordentlich Gegenwind für den Vorsitzenden. Er kann beim besten Willen nicht behaupten die Basis stünde in dieser Frage voll hinter ihm.
Bei der nächsten derartigen Frage müssen eben noch mal 10% mehr Delegierte mobilisiert werden.
Immerhin hatte man als Parteimitglied so zu wiederholten Male (nach der Mitgliederbefragung über die GroKo) direkten Einfluss auf die Bundesregierung.
Blöderweise gehörte ich in beiden Fragen zur Minderheit, aber das muß ja nicht immer so sein.



Und außerdem betrachte ich Wahlentscheidungen immer noch als Suche nach dem kleinesten, aber realistisch möglichen Übel.
Meine Traumpartei, die 100% aller meiner Wünsche im Programm hat würde ich nicht wählen, wenn sie entweder nicht über 5% käme, oder sie wie die Linke 2013 als Koalitionspartner ausgeschlossen worden wäre.
Und die Grünen, die jetzt so von oben herab über die SPD spotten, sind die Partei, die fest an der Seite der schwarzbraunen Hessen-CDU (Roland Koch, Hohmann, Kristina Schröder, Erika Steinbach, Kanther, Dregger, jüdische Vermächtnisse) steht und zudem inzwischen zu einem Subunternehmen der protestantischen Kirche geworden ist.
Das ist tatsächlich unwählbar für mich.






Sonntag, 21. Juni 2015

Zu kurz gesprungen



Gewiss, in der katholischen Kirche kann es schon mal länger dauern.
Genau genommen 2015 Jahre bis es erstmals einem Papst auffiel, daß es irgendwie nicht wirklich moralisch angesehen ist, wenn Bischöfe das Kinderficken nicht nur stillschweigend dulden, sondern sogar wie Ludwig Kardinal Müller aktiv fördern, indem sie vorbestraften Kinderfickern wie Kaplan K. aus Riekofen neue Kinder zuführen und dafür sorgen, daß niemand davon erfährt, daß K. gerne Kinder fickt, so daß er dann auch gleich wieder Kinder fickte.
Die römisch-katholische Kirche hat einen durch Gott bestätigten über 2000 Jahre ausgefeilten Katechismus (KKK), in dem klar geregelt ist, was strafbare Sünden sind.

Zwei Beispiele:

Scheidung ist eine Todsünde, weil die Ehe ein heiliges Sakrament ist.
Geschiedene sind also sehr schlimm. So schlimm, daß man sie nicht mehr zur Kommunion zuläßt und sie selbstverständlich auch nicht in einem Arbeitsverhältnis als Putzfrau oder Hausmeister beschäftigen kann.

Kinderficken ist hingegen halb so wild, weil dabei kein Sakrament verletzt wird.  Kleine Jungs sexuell zu missbrauchen, psychisch zu zerstören oder auch „nur“ körperlich durch Prügel und Qualen zu misshandeln, ist keine Todsünde.   Dafür gibt es das „Moral-Reset“ Beichte. Das vergibt Gott sofort und daher kann ein Kinderficker weiterhin als geehrter Geistlicher für die Kirche arbeiten.

Verständlich, daß Kirchenfürsten aufgrund ihres moralischen Kompasses überall als Ethikexperten geschätzt werden und daher von der Regierung in entsprechende Kommissionen berufen werden.

Bei der grundsätzlichen moralischen Bewertung von Scheidung (ganz schlimm) und Kindesmissbrauch (nicht so schlimm. Und ein paar Schläge sind sogar ganz schön!) bleibt es auch künftig. Aber, das ist neu; Fördern und Vertuschen von Kinderfickereien ist auch nicht gerade gut und soll sogar im Vatikan geahndet werden. Immerhin. Auf so eine Idee war Ratzinger in 30 Jahren an der Vatikan-Spitze nie gekommen, obwohl es inzwischen zehntausende Fälle Kindesmissbrauch durch katholische Geistliche gab.
Seit vielen Jahren listet der BISHOPS-ACCOUNTABILITY-Abusetracker täglich neue Fälle bischöflicher Verantwortung für Kindesmissbrauch durch Kleriker auf.
Bisher leitete niemand im Vatikan daraus Handlungsbedarf ab.
Dabei wurde eben dies von den Betroffenen der abscheulichen kirchlichen Gewalt immer wieder eindringlich gefordert.

Ein Betroffener sexueller Gewalt schreibt an Papst Franziskus
Sehr geehrter Heiliger Vater Papst Franziskus,
der Vatikan hat in der letzten Woche vor dem UN-Kinderrechtsausschuss in Genf erstmals zum Skandal des Missbrauchs Minderjähriger innerhalb der katholischen Kirche ausgesagt. Papst Benedikt XVI. versetzte 384 Priester wegen Missbrauchs in den Laienstand, im Jahr 2012 waren es etwa 100, im Jahr 2011 etwa 300. [….] Jahrzehntelang wurden die Täter von ihren Vorgesetzten geschützt. Anstatt die Verbrechen aufzuklären und den Opfern zu helfen, wurden die Täter stillschweigend in immer neue Gemeinden versetzt. Fast 400 Priester weltweit wurden wegen Missbrauchs in den Laienstand versetzt – aber was passiert mit den Amtsträgern, die die Täter jahrzehntelang schützten?
[….] Ich nenne ein Beispiel von vielen. Der Fall des Serientäters Pfarrer Alfons Kamphusmann war bereits Ihrem Vorvorgänger Papst Johannes Paul II. bekannt. Er wurde vom Bistum Magdeburg viele Male versetzt, sobald in der jeweiligen Gemeinde seine Verbrechen bekannt wurden. So konnte er immer neue Opfer finden und sich zum Serientäter entwickeln: von 1950 an war er Vikar in Gerbstedt, dann in Hettstedt, 1952 Vikar und Kurator in Halle, im selben Jahr wurde er Vikar in Droyßig, 1959 Vikar in Delitzsch, 1967 Vikar in Nordhausen, 1970 Pfarrvikar in Langenweddingen, 1974 Pfarrer in Hecklingen, 1989 Pfarrer in Piesteritz, 1990 wurde er Geistlicher Rat, 1992 Subsidiar in Wanne-Eickel, 1992 Subsidiar in Niedertiefenbach (Bistum Limburg), 1996 Subsidiar in Berus (Bistum Trier), 1997 in Magdeburg.
Kamphusmann starb 1998 in Magdeburg. Im Nachruf der Kirche stand: »Freundlich und hilfsbereit tat er seinen Dienst. Manche bleibende Bekanntschaft und Freundschaft zeugen von seiner Menschenfreundlichkeit und Beliebtheit.« [….] Im Mai 2013 habe ich Ihnen persönlich geschrieben und Sie um einen Akt der Versöhnung gebeten. [….]

Und nun auf einmal will Franziskus scheinbar etwas tun, das vorher offensichtlich gar nicht möglich war, da es nicht als Straftat empfunden wurde:
Vertuscherbischöfe ahnden. Woher sollte man auch 2000 Jahre lang ahnen, daß es irgendwie schlecht sein könnte Messdiener anal zu penetrieren?


[….] Papst Franziskus hat eine neue Struktur im Vatikan geschaffen, um die Verschleierung von Missbrauchsfällen einzudämmen. In Zukunft sollen Bischöfe wegen Amtsmissbrauchs belangt werden können, die nicht adäquat gegen mutmaßliche Straftaten vorgehen.
[….] Am Mittwoch hat der Pontifex eine neue juristische Abteilung ins Leben gerufen, die gegen Bischöfe vorgehen darf, die sich nicht ausreichend um Aufklärung von Verdachtsfällen bemühen. Das Dezernat ist in der Glaubenskongregation angesiedelt, an seiner Spitze wird ein Erzbischof stehen.
[….] Beschwerden gegen untätige Bischöfe waren in der Vergangenheit je nach Zuständigkeit von insgesamt drei Vatikan-Behörden untersucht worden, bevor sie der Glaubenskongregation zur Entscheidung übergeben wurden.

Ausgerechnet die beiden selbst als Vertuscher von Kindesmissbrauch bekannten Kardinäle Pell und Müller mit so einer Aufgabe zu betreuen, erfordert allerdings ein gewaltiges Maß Vatikanischer Chuzpe.

Pell hatte so viele Kinderfickerfälle am Hals, daß selbst Ratzinger die Personalie zu heikel war und er im letzten Moment Pell doch nicht zum Präfekten einer Kurialen Kommission machte.

Präfekten sind in der Regel nicht die größten Sympathen.
Hier nisten sich eher die Ratzingers, Bertones und Sodanos ein.
Ausnahmen gibt es aber auch; so ist der deutsche Walter Kardinal Kasper, 77, Mitglied der Glaubenskongregation, der Kongregation für die orientalischen Kirchen, der Apostolischen Signatur, des Päpstlichen Rates für die Gesetzestexte und des Päpstlichen Rates für die Kultur, sowie von 2001-2010 Präsident des Päpstlichen Rates zur Förderung der Einheit der Christen für Kardinals-Verhältnisse noch relativ nett.
Kasper bringt es immerhin fertig nicht manisch andere Bekenntnisse zu diffamieren und auch mal ein freundliches Wort zu finden.

Höchste Zeit also für den Papst den Einäugigen unter den Realitätsblinden auszutauschen.
Der neue Chef Erzbischof Kurt Koch bezeichnet sich selbst als „konservativ“.

Die Entscheidung bedauere ich außerordentlich.
Denn eigentlich war vorgesehen, daß der Christ des Tages No XXXI, Erzbischof Pell, 69, den Job bekommt.

"Il Giornale"-Vatikanexperte Andrea Tornielli schrieb im April 2010, daß Pell „sicherer Kandidat“ sei.
George Kardinal Pell, der achte Erzbischof von Sydney hätte der Sache des Atheismus‘ sicher gute Dienste geleistet.
Pell wurde der Weltöffentlichkeit spätestens beim Weltjugendtag 2008 in Sydney bekannt, indem er sich als Pädophilie-Vertuscher präsentierte.

Die Opferschutzorganisation Broken Rites hatte aber weit über 100 Fälle von übergriffigen australischen Priestern dokumentiert.
Gerade mal zwei Tage bevor Ratzi in Australien eintraf, gab Pell seine Verneinungsstrategie auf und setzte eine Kommission zur Prüfung der Vorwürfe ein.

Franzl sieht das weniger eng. Er beförderte Pell inzwischen schon mehrfach.
Pell ist vatikanischer Finanzchef und extrem einflussreiches Mitglied der K8-Kardinalskommission

Franziskus habe den Bock zum Gärtner gemacht, wettert sogar Springers konservative WELT:

Papst Franziskus macht den Bock zum Gärtner
Papst Franziskus will einen Gerichtshof für Bischöfe einrichten, die sexuelle Übergriffe verschweigen. Doch das Gericht soll bei einem Mann angesiedelt sein, der selbst Erfahrung im Vertuschen hat. [….] Doch schon bevor der Gerichtshof überhaupt eingerichtet ist, gibt es Zweifel gerade unter Opfern, ob es dem Papst wirklich ernst ist mit der Aufklärung. Grund: Der Gerichtshof wird in der Glaubenskongregation angesiedelt, wo mit Gerhard Ludwig Kardinal Müller ein Kirchenfürst sitzt, der einst selbst als Bischof Erfahrung mit dem Vertuschen eines Missbrauchsfalls gemacht hat. [….]  Doch schon in dem Gremium sitzt ein Kardinal, der selbst vor den Gerichtshof gestellt werden könnte: George Kardinal Pell soll in seiner Zeit als Erzbischof von Sydney 1993 über einen Missbrauchsfall informiert worden sein, den Fall aber vertuscht haben. Bis heute bestreitet der Kardinal die Vorwürfe.
[….] Müller wird der Umgang mit einem Missbrauchsfall im beschaulichen Ort Riekofen (Landkreis Regensburg) zum Vorwurf gemacht. Im August 2007 hatte das unglaubliche Martyrium endlich ein Ende: 22 Mal hatte sich, in einem Zeitraum zwischen 2004 bis zu seiner Verhaftung 2007, der damals 39-jährige spätberufene Pfarrer Peter K. an einem zunächst elfjährigen Ministranten sexuell vergangen. Als der Fall ruchbar und K. in Handschellen abgeführt wurde, war das Entsetzen in der Pfarrei riesig: War der Pfarrer ein Pädophiler? Er war einer: "Kernpädophilie" hatte ihm ein Gutachter attestiert – und das bereits vier Jahre, bevor er dennoch wieder in der Seelsorge eingesetzt wurde, und acht Jahre vor seiner Verhaftung.
Wie sich bei einem Strafprozess im Jahr 2008 herausstellte, war das in Müllers bischöflichem Ordinariat längst bekannt: Bereits im Jahr 2000 war der Priester zu einer Bewährungsstrafe verurteilt worden. Er hatte zwei Brüder, damals neun und zwölf Jahre alt, am Rande eines Faschingsballs im Pfarrheim unsittlich berührt. Da war K. noch Kaplan. 2004, Müller war da schon Bischof in Regensburg, wurde er als Pfarradministrator in Riekofen eingesetzt, wo er im Keller des Pfarrhofes regelrecht eine Spielwiese für seine minderjährigen Opfer eingerichte hatte. [….] Heute ist Müller mächtiger Glaubenspräfekt in Rom [….] Ist Müller also der Richtige, als oberster Dienstherr bis auf den Papst diesem Gericht vorzustehen? [….]

Chapeau Herr Eckl für diese deutlichen Worte aus der konservativen Ecke.
Pell und Müller an den Pranger zu stellen ist allerdings wohlfeil.
Beide stehen schon viele Jahre unter scharfer Kritik wegen ihres erbärmlichen Verhaltens gegenüber der Opfer von katholisch-geistlicher Sexualgewalt.
Sie springen aber viel zu kurz, indem Sie es erneut nicht wagen den Hauptschuldigen für die myriadenfachen kirchlichen Verbrechen an Kindern zu nennen: Joseph Ratzinger.
Der Mann hat als Erzbischof von München und Freising ebenfalls einen verurteilten Kinderficker aus Essen weiter zu neuen Kindern geschickt.
Der Mann hat ein Vierteljahrhundert an der Spitze der Inquisitionsbehörde sogar ausdrücklich VERBOTEN, daß Ortsbischöfe gegen übergriffige Priester vorgehen.

Mit der Wahrheit steht dieser Papst notorisch auf dem Kriegsfuß und versucht sie, wo immer möglich, zu unterdrücken.
Seit 50 Jahren ist die vatikanische Inquisitionsbehörde eifrig damit beschäftigt weltweit niemals die Wahrheit ans Licht kommen zu lassen, wenn einer der 400.000 Priester mal wieder ein Kind missbraucht hat.

An vorderster Stelle der Wahrheitsantagonisten steht seit Dekaden Joseph Ratzinger.

Zu seiner Mitschuld hat sich bisher noch kaum ein Bischof bekannt. Aber er könnte darauf verweisen, er sei nur den Weisungen Roms gefolgt. Aus Gründen absoluter Geheimhaltung zog in der Tat die verschwiegene vatikanische Glaubenskongregation alle wichtigen Fälle von Sexualvergehen von Klerikern an sich und so kamen die Fälle in den Jahren 1981 bis 2005 auf den Tisch ihres Präfekten Kardinal Ratzinger. Dieser sandte noch am 18. Mai 2001 ein feierliches Schreiben über die schweren Vergehen („Epistula de delictis gravioribus“) an alle Bischöfe der Welt, in welchem die Missbrauchsfälle unter die „päpstliche Geheimhaltung“ („secretum Pontificium“) gestellt wurden, deren Verletzung unter Kirchenstrafe steht.
(Prof Küng über Bischöfliche Verantwortung)

Kein geringer als Ratzinger also, der heute Unfehlbare, sorgte über 20 Jahre dafür, daß die Kindersexattacken der Priester und Bischöfe verschwiegen und vor den Staatsanwaltschaften verborgen wurden.

1962 verschickte der damalige Chef der vatikanischen Glaubenskongregation, Kardinal Alfredo Ottaviani, einen bis heute umstrittenen Brief an die Bischofskonferenzen. Missbrauchsfälle sollten geheim gehalten und lediglich dem zuständigen Bischof gemeldet werden. Auf die Opfer wurde eingewirkt, Stillschweigen zu bewahren – unter Androhung der Exkommunikation.

Das Lügen ist diesem Papst so in Fleisch und Blut übergegangen, daß ihm seine Märchen von der unbefleckten Empfängnis und anderen kindlichen Ammenmärchen vermutlich gar nicht mehr peinlich sind.

Die Lüge zieht aber durch Ratzinger auch immer mehr in den Priester-Alltag ein.

Als Papst sprach Ratzinger dann den noch schlimmeren Kinderfickerfreund – Karol Woytila, der ausdrücklich den hundertfachen Kinderquäler Macial lobte und förderte, selig.


Tatsächlich aber hatten zehn Opfer, die von Marcial Maciel in den 50er-Jahren im römischen Seminar missbraucht worden waren, den Vatikan schon vor 30 Jahren verständigt. Seit 1983 war auch Papst Johannes Paul II. über die Missbräuche informiert. Doch er schätzte den Ordensgründer und lobte noch 1994 öffentlich dessen «effiziente Führung für die Jugend». 1997 sagte die Gruppe der zehn Opfer vor den Medien, Maciel habe Hunderte Knaben missbraucht.
Ein Jahr später erhob die Gruppe Anklage gegen Maciel bei der Glaubenskongregation, die unter Kardinal Ratzinger für alle schwerwiegenden Missbrauchsfälle in der Kirche zuständig war. Ratzinger aber war nie bereit, die Gruppe der Opfer anzuhören und gegen Maciel etwas zu unternehmen. Worauf sich die Gruppe 2002 bei der UNO Gehör verschaffte und im Genfer Palais des Nations die Medien über die Untätigkeit der Glaubenskongregation informierte.
(Tagesanzeiger 02.05.2010)

Der Priester Maciel Marcial Degollado, (1920–2008), Gründer des einflussreichen Ordens "Legionäre Christi" und Multimillionär war der erklärte Liebling des Papstes Johannes-Paul II.
Da er sagenhafte Summen in die Kasse der RKK spülte, drückte der Wächter der Glaubenslehre Ratzinger alle Augen zu.
Maciel Marcial Degollado hatte mindestens fünf Kinder von zwei Frauen und vergewaltigte darüber hinaus mehrere Dutzend (bis zu 100) Jungs.
Die Vorgehensweise war laut STERN immer gleich:
Vater Maciel rief die ca 12-Jährigen Jungs zu sich, klagte über „schmerzhaften Samenstau in den Hoden“, müsse sich zur Abhilfe masturbieren lassen und dabei auch Kinder penetrieren.
Er erklärte dazu, er habe eine persönliche Erlaubnis von Papst Pius XII „die Schmerzen im uro-genitalen Bereich“ derart zu behandeln.
Hochwürden Samenstau bevorzugte dabei blonde und hellhäutige kleine Jungs, die ihm seine „Legionäre“ weltweit suchten und zuführten.
Seit 1976 wurden Berichte über diese Kindesvergewaltigungen nach Rom geschickt.
Man hielt dort immer die schützende Hand über Maciel. JP-II ("Maciel ist ein vorbildlicher Priester") würdigte ihn 2004 mit einem Empfang im Petersdom, Ratzinger stellte die Untersuchungen gegen ihn bereits 1999 ein.

Der Oberlegionär, der Keuschheit geschworen hatte und die Lehre von der Enthaltsamkeit mit militärischer Gründlichkeit in der Welt zu verbreiten trachtete, poppte selbst so ziemlich alles, das einen Puls hatte.

Inzwischen weiß man, daß der Vatikan sogar schon seit 1941 Kenntnis von den Verbrechen Maciels hatte. All das fiel 25 Jahre in die direkte Zuständigkeit Joseph Ratzingers.

Herr Eckl, Herr Bergoglio – wenn die neue Vatikanische Kinderfickerprüfstelle auch nur einen Hauch von Glaubwürdigkeit hätte, müßte sie sich als erstes Joseph und Georg Ratzinger, das sadistische Brüderpaar aus Bayern vorknöpfen.

(Der Ratzinger Joseph gleicht in Hinsicht der Verantwortungslosigkeit seinem Bruder Georg, der als Chef der Regensburger Domspatzen über Dekaden so exzessiv auf die Kinder eingedroschen hat, daß auch Stühle flogen und er beim wilden Einschlagen auf Kinderpopos so in Rage geriet, daß ihm das Gebiss aus dem Maul flog.)

Samstag, 20. Juni 2015

255 + 192 Teil III

Es gibt Dinge auf der Welt, die niemand braucht.
Dazu gehört in unserem politischen System die CSU.
Die Bayerische CDU-Schwester ist sowas wie ein zur Monstrosität aufgeblasener Appendix. Die CSU neigt zur Selbstentzündung (Appendizitis) und verbreitet dann höllenmäßig heiße Luft (Dobrindtizitis). Die einzige Therapie dagegen ist die Ektomie, die Appendektomie, also die bundespolitische Seehofektomie.
Wie der Name Blinddarm schon sagt, handelt es sich um eine Abzweigung des Dickdarms, die als Sackgasse endet.
Also einen Sack voll Scheiße. Wenn man ihn nicht rechtzeitig rausschneidet, kann es übel enden; nämlich mit einem Blinddarmdurchbruch (Morbus Seehoferus), der sich in grotesken Verbaleruptionen zeigt.
Das entspannt zwar SCHEINBAR zunächst die Lage, wird dann aber ganz ekelig.

So sieht ganz nüchtern betrachtet, die Ausgangslage aus.
Es kommt aber erschwerend hinzu, daß Seehofer immer mal wieder psychotische Schübe erleidet und dann vollkommen wahllos die gesamte Bundespolitik talibanisiert.

Crazy Horst ist bekannt für seine manischen und sadistischen Phasen.
Die Kanzlerin kann damit offensichtlich ganz gut umgehen, da sie persönlich nicht beleidigungsfähig ist und ihr politische Inhalte ohnehin vollkommen egal sind.
Es stört sie einfach nicht, wenn ihre Regierung extrem ungerechte, kontraproduktive, teure und hassauslösende Gaga-Gesetze wie die Hotelsteuerermäßigung, die Bildungsfernhalteprämie oder die Anti-Ausländermaut beschließt.
Wie albern ist es doch, daß einige Linke in den sozialen Netzwerken immer wieder die Zitate von Merkels Maut-Ausschluss bringen.

Bei der Maut passierte inzwischen das, was ohnehin jeder, der mehr als zwei Hirnzellen zusammen hat, schon lange vorher wußte. Sie ist nicht nur bürokratischer Irrsinn, sondern auch Europarechtlich undurchführbar.
Man muß schon so geistig unterbelichtet wie ein CSU-Minister sein, um das nicht erkannt zu haben.
Debakel-Dobrindt ist nun blamierter denn je.

[….]  Dass die EU die Pkw-Maut für rechtswidrig hält, ist schon lange klar. Dennoch tut Verkehrsminister Dobrindt jetzt so überrascht und schiebt den Schwarzen Peter nach Brüssel. Das ist ein Armutszeugnis für den CSU-Politiker.
"Ein Alexander Dobrindt scheitert nicht." Dieser Satz von Horst Seehofer hängt dem Verkehrsminister seit seinem Amtsantritt im Nacken. Und seit heute ist es amtlich: Ein Alexander Dobrindt scheitert doch. Aber nicht er allein. Mit ihm scheitert die gesamte CSU. [….] Jetzt tut Alexander Dobrindt auf einmal so, als sei er überrascht davon, dass die EU-Kommission das macht, was sie mehrfach angedroht hat. Und rühmt sich mit der Vernunft seiner Entscheidung, die Reißleine zu ziehen. Die CSU tut es ihm nach, ist dazu noch schwer beleidigt und schimpft, denn sie hat ihren Schwarzen Peter gefunden, und der sitzt in Brüssel.
Das alles ist nicht nur unglaubwürdig, es ist ein Armutszeugnis! Denn wenn Dobrindt wirklich überzeugt davon wäre, dass seine Ausländer-Maut EU-rechtskonform ist, dann hätte er den Rückzieher heute nicht machen müssen. Wenn er davon nicht überzeugt ist, dann hätte dieser Rückzieher deutlich früher kommen müssen. Denn auch seine Begründung dafür, die Einführung der Maut zu verschieben, zieht nicht. [….]

Als wäre das noch nicht schlimm und peinlich genug, gießt der akademische Betrüger Andreas Scheuer (Wer betrügt, fliegt – Außer ich!) noch mal Öl ins Feuer.


Absolut unverantwortliches Geschwätz dieser xenophob-destruktiven Partei!
Als ob Europa nicht ohnehin in einer viel zu heiklen Lage wäre.
Gerade hat auch noch Dänemark rechts gewählt und im Boulevard übernehmen endgültig die Anti-Hellas-Pöbler.
Die Zustimmung zu Europa sinkt rapide und der CSU-General mischt kräftig mit.

Tatsächlich prangt heute auf der CSU-Homepage ein Scheuer-Bild mit diesem Text:

Andreas Scheuer macht deutlich, dass durch das Verhalten der EU-Kommission der Ärger über die Überall-Einmisch-EU wächst.

Ich kann gar nicht so viel fressen, …

Aber das ist bei Weitem noch nicht alles, was die asoziale CSU-Regierung derzeit verzapft.

Nachdem Bayern den aus Norddeutschland kommenden Strom, den es selbst dringend benötigt aber nicht durch Trassen im eigenen Land, sondern lieber durch Baden Württemberg transportieren will, flippt Crazy-Horst bezüglich des IN BAYERN PRODUZIERTEN ATOMMÜLLS nun endgültig aus.
Der in England aufbereitete strahlende Dreck muß nämlich jetzt zurück genommen werden – auch nach Bayern.
So stellt es Bundesumweltministerin Hendricks klar.

26 Castor-Behälter mit radioaktivem Atommüll sollen in den kommenden Jahren in Bayern, Baden-Württemberg, Hessen und Schleswig-Holstein eingelagert werden. Das sieht eine Vereinbarung zwischen der Bundesregierung und den großen Energiekonzernen vor, die Umweltministerin Barbara Hendricks in Berlin vorstellte.
Bei den Castoren handelt es sich um Atommüll aus deutschen Kernkraftwerken, den die Bundesrepublik nach der Wiederaufarbeitung aus Frankreich und Großbritannien zurücknehmen muss. Nach dem Gesamtkonzept des Bundesumweltministeriums sollen fünf Behälter mit mittelradioaktivem Abfall aus dem französischen La Hague bereits 2017 zum Zwischenlager im baden-württembergischen Philippsburg gebracht werden. 21 Behälter mit hochradioaktivem Atommüll aus dem britischen Sellafield will man dann bis 2020 relativ gleichmäßig auf die Lager bei den Atomkraftwerken Isar (Bayern), Biblis (Hessen) und Brokdorf (Schleswig-Holstein) verteilen.

München steht nun aber ernsthaft auf dem Standpunkt, daß Bayern nur den Dreck produziert, aber keinesfalls selbst die Einlagerung akzeptieren will.

Erst sollen die Baden-Württemberger die Stromtrassen nehmen, die Seehofer nicht haben will, nun will Bayern auch keinen Atommüll lagern: Die bayerische Landesregierung  verhält sich zunehmend asozial.
Atommüll? Nach Bayern? Seid's ihr narrisch? "Dreist" sei die Idee, von 26 Castoren, voll mit deutschem Atommüll, ein paar zum Atomkraftwerk Isar zu bringen - so sieht das der Chef der Bayerischen Staatskanzlei persönlich. Wenn die Haltung mal nicht dreist ist.
Seit geraumer Zeit entwickelt der Freistaat einige Fertigkeit, seinen Nachbarn vor die Füße zu kippen, wofür sich Bayern zu fein ist. Mit den ungeliebten Leitungen für Windstrom sollen sich bitte schön die Baden-Württemberger herumplagen - das schöne Bayern würden sie ja doch nur verschandeln. Ökostrom an sich findet die Staatskanzlei zwar nicht schlecht. Aber die Windräder? Bitte nicht bei uns. Entsprechende Verbotsgesetze sind schon verabschiedet. Die Entrüstung über neun Castor-Behälter, die möglicherweise einmal in dem Zwischenlager bei Landshut landen könnten, ist so gesehen die konsequente Fortschreibung desweißblauen Sankt-Florians-Prinzips: Nehmt's ihr doch den Dreck.
Was sich hier entwickelt, ist rücksichtsloser Individualismus in Gestalt einer Landesregierung, ist Politik ohne eine Spur von Gemeinsinn. [….] 
 (Michael Bauchmüller, SZ, 20.06.2015)

Immerhin bringt der aggressive Gaga-Kurs der Bayern Rot und Grün wieder näher zusammen.

Chapeau, Frau Hendricks!
Zur gemeinsamen Erklärung von Umweltministerin Hendricks und den AKW-Betreibern hinsichtlich der Zwischenlagerung von 26 Castoren aus der Wiederaufarbeitung erklärt Sylvia Kotting-Uhl, Sprecherin für Atompolitik:
Umweltministerin Hendricks hat völlig zu Recht die Initiative ergriffen, nachdem Bayern den 2013 eigentlich versprochenen Bund-Länder-Konsens verhindert hat. Mithin ist das scheinheilige Wutgeschrei aus München auch völlig unangemessen. Bayern war und ist einer der größten Atommüll-Verursacher der Republik. Es ist überfällig, dass Bayern dafür endlich auch solidarisch Verantwortung übernimmt.
Die Energiekonzerne müssen nun ihrer Verantwortung gerecht werden und ihre Klagen nicht nur ruhend stellen, sondern ganz zurückziehen. Wir erwarten, dass sie möglichst schnell eine Lösung für ihren Atommüll auf den Tisch legen. Bayern muss, wie die anderen Länder auch, dies konstruktiv unterstützen.
Die Scheinheiligkeit der CSU zeigt der Blick zurück: 2010 wollte sie wollte den Menschen in Bayern mit der Laufzeitverlängerung über 160 zusätzliche Castoren aufhalsen, neben vielen Jahren Reaktorrisiko. Dank Atomausstieg bleibt dem Land also in Wirklichkeit ein Vielfaches der jetzt zur Debatte stehenden Atommüll-Menge erspart. Das sollte den politisch Verantwortlichen bewusst sein.
(Pressestelle Bündnis 90/Die Grünen Bundestag 19.06.2015)

Bayerns CSU muß endlich aus der Bundesregierung geschmissen werden.
Das ist überfällig.

Was diese Koalition insbesondere überhaupt nicht benötigt ist die CSU. 56 Sitze bringen Crazy Horsts Epigonen auf die ohnehin schon zu schwere Waagschale.
Mit 255 CDU-Sitzen und 192 SPD-Sitzen hätte eine Bayern-befreite Regierungskoalition immer noch satte 448 Stimmen, also sagenhafte 132 Stimmen mehr als die Kanzlermehrheit. 132 Sitze sind sogar mehr als die gesamte jetzige Opposition aus Linken (64) und Grünen (63).

Und keine Angst, liebe Bayern – ihr wäret dennoch in der Bundesregierung vertreten, da die SPD-Fraktion 22 Abgeordnete aus Bayern stellt.